Frustrationen und Lösungsmöglichkeiten

In der Tat möchte ich keine Kinder mehr in die Welt setzen. Zur Entschuldigung möchte ich überhaupt mal die Frustrationen zusammentragen, die eine menschenverachtende Welt und Gesellschaft zum Inhalt haben.

Frustrationen international

Soweit ich es erarbeiten konnte, führt das finanziell korrupte, menschlich unempathische Führungssystem der russischen Autokratie einen Krieg zur Sicherung eines Süd-West-Meerzugangs. Finanzielle und staatliche Interessen führen zu Krieg anstatt zu Handelsabkommen. Die Ukrainer verteidigen ihr Hoheitsgebiet: viele Russen und Ukrainer lassen ihr Leben und Familien sind zerrüttet. Vernünftigere Lösungen scheinen in Handelsabkommen zu liegen.

Im Nahen Osten führen (religiöse) Milizen Kriege um Ölfelder und staatliche Macht, ohne dass Demokratie wirklich in diesen islamischen Religionen angelegt ist. Vernünftigere Lösungen liegen in der demokratischen Staatsorganisation.

Während anscheinend Indien und Pakistan wachsen, weil sie mit Lieferkettengesetzen des Westens mitziehen, klagen Menschen über menschenverachtende Bedingungen in der chinesischen Autokratie. Lösungsansätze liegen in der Gewährleistung von Meinungsfreiheiten und internationalen Kooperationen bezüglich Wirtschaftsbedingungen.

Afrikanische Milizen kämpfen um Ressourcen und staatliche Macht, stehen dabei aber UN-Missionen gegenüber, die Ressourcen absichern und demokratische Entwicklungen unterstützen. Vernünftigere Lösungen liegen in demokratischen Entwicklungen.

In Lateinamerika gibt es zunehmende Probleme mit Drogenkartellen, die weltweit exportieren. Lösungsansätze liegen in der Reduktion der Nachfrage und in demokratischen Entwicklungen.

Die westliche Welt steht da mit einem Zustand einer Eigentumsfehlkonzeption, die zu einer „Diktatur der Wirtschaft“ gereicht, anstatt dass wirklich demokratische Verhältnisse in der Politik hergestellt wurden, dominieren eher Wirtschaftslobbies. Vernünftigere Lösungen liegen in einer Eigentumsreform und sinnvoller Weise der Gemeinwohlökonomie. Automatisierungen von Nahrung, Wohnen, Mobilität, Gesundheit und Sicherheit zur automatisierten Kernversorgung der Bürger (Befreiung vom Arbeitszwang) scheinen noch nicht möglich zu sein.

Wir leben unter menschenverachtenden Bedingungen weltweit.

Frustrationen im Inland und Europa

Eigentum scheint eine Fehlkonzeption zu sein und unsere „Wirtschaftsdiktatur“ erscheint weniger als wirklich demokratische Gesellschaft. Repräsentative Politiker*Innen unterliegen Einflüssen der Wirtschaftslobby. Vernünftigere Lösungen sind eine Eigentumsreform (vgl. Demokratieunternehmen) und sinnvoller Weise Gemeinwohlökonomie mit Sozialindikatoren (vgl. zu meinem Sozialindikator: SuscisionHelper: Sustainable Decision Helper (OptEcoBuy)).

Aggressionen, Frustrationen und Ängste sind in der Bevölkerung hoch und Asozialitäten viel zu häufig anzutreffen. Es formiert sich neben einer wirtschaftlich zielführenderen neuen Linken insbesondere auch eine neue Rechte mit Diktatur und Propaganda zum Hintergrund. Vernünftigere Lösungen liegen in Formen der Empathie und Moral sowie der Demokratie.

Mediale Berichterstattungen sind entweder wirtschaftlich oder staatlich und decken die demokratischen Missverhältnisse nicht auf. Professoren*Innen erarbeiten staatliche und wirtschaftliche Forschung und decken gesellschaftliche Missstände nicht auf. Vernünftigere Lösungen liegen in tatsächlichen Meinungsfreiheiten und tatsächlicher journalistischer Arbeit, sowie in unabhängigen Medien (z. B. Blogs), die jedoch nicht zum Leben ausreichen.

Die Lage der Frustrationen reduziert die Arbeitsmotivation (Arbeitsfähigkeit) und Missstände in unseren gesellschaftlichen, arbeitstechnischen und privaten Beziehungen (Vertrauen und Unterstützung) reduzieren unsere Motivation überhaupt noch Beziehungen zu führen und Familien zu gründen (Beziehungsfähigkeit). Depressionen, Scheidungen, Kinderlosigkeiten, Drogenabhängigkeiten und Singledasein haben in der Vergangenheit zugenommen. Vernünftigere Lösungen liegen in mehr Zeit und Valenzen für private Beziehungen sowie in erhöhter Empathie und Moral sowie Reflektion.

Frustrationen persönlicher Art

Soweit für mich analysierbar, stehe ich im Kontakt zu Mitarbeitern und / oder Chatbots des Bundesverfassungsschutzes und werde in asoziale Umfelder buchsiert (Mitbewohner, Arbeitsplätze, Beziehungen) in denen ich im Wesentlichen für das Gute versuche zu arbeiten. Dabei stehe ich unter Dauerbelastungen mit Gehirnkommunikation nahezu während meiner gesamten Wachzeit, die auch paranoide Situationen simuliert haben: Ich bin dauererschöpft und kann kaum mehr in einem Job arbeiten, weil es zu avers ist.

Fazit

Ohne Empathie, Moral und Werte in verantwortlichen Positionen und Beziehungen, sowie journalistischen Freiheiten und vor allem demokratischen Reformen, haben wir langsam kein Interesse mehr, es zu verantworten Kinder in die Welt zu setzen! Erschöpfungen und Frustrationen bedeuten für mich, daran zu arbeiten, voranzukommen und nicht selbst- oder fremdgefährdend zu werden: Wir haben zu viele Asozialitäten und Frustrationen auf der Welt!

Arbeitslosensicherungen für Europa

In Bezug auf Arbeitslosensicherungen haben wir moderner Weise unterschiedliche Strömungen, die gesellschaftlich um Durchsetzung ihrer Interessen streben:

    1. Eine Gruppe sieht Arbeit als gesellschaftliche Pflicht und als gesellschaftlichen Beitrag in einer Situation internationalen und marktbezogenen Wettbewerbs, in welchem wir für unseren materiellen Wohlstand zu kämpfen haben (Leistungsgesellschaft). Aus dieser Perspektive sollen wir „Arbeitsmotivation“ hervorbringen, indem Arbeitslosensicherungen im Wesentlichen verhungern, Obdachlosigkeiten und Arbeitssuche absichern (Drucksystem).
    2. Eine andere Gruppe will endlich mal Sicherheit haben, um sich frei entfalten zu können, um zu machen, was sie will (Sicherheit und intrinsische Motivation). Sie stellt insbesondere die Fragen, ob wir nicht wohlständig genug sind, ob Technologien nicht unsere Versorgung automatisiert ohne (viel) Arbeit sicherstellen können, ob wir nicht suffizienter Leben sollten und ob der Lebenssinn nicht in der Selbstverwirklichung liegt?
    3. Eine dritte Gruppe will es ermöglichen, möglichst individuelle Entscheidungen über Wohlstand und Arbeit zu treffen und möchte insbesondere hinreichend angenehme Arbeitslosensicherungen, um den Jobwechsel / die Jobsuche zu stimulieren (Individuelle Arbeitsmärkte).

Ich selber bin zerrüttet zwischen den Positionen und analysiere das Thema vor dem Hintergrund einer Befreiung oder des Sich-Abfindens, um zufriedener zu werden: Was ist ihre Position, sind Sie auch mit sich uneins?

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Leistungsgesellschaft

Eine europäische Arbeitslosensicherung, die dem Gedanken der Leistungsgesellschaft bzw. dem Bedarf Arbeiten zu müssen in internationalem und branchenbezogenem Wettbewerb verpflichtet ist, besteht aus folgenden Elementen:

  1. Eine negative Einkommenssteuer, die bei Einkommen-Null automatisch ausgezahlt wird und sich bei höheren Einkommen gegen eine positive Einkommenssteuer entwickelt, kann viel bürokratischen Aufwand einsparen und stellt sicher, dass keine z. B. Obdachlosigkeit aufgrund von verpassten Anträgen eintritt, wie es häufiger bei psychischen Erkrankungen passiert.
  2. Eine Arbeitslosensicherung sollte nicht mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, weil sonst nicht genug Druck zum Arbeiten aufgebaut wird. Sie kann aber mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, wenn höhere Beträge z. B. als Bildungscoupons ausgezahlt werden, nicht jedoch als Gelder.
  3. Zwischen europäischen Nationen (Währungsunion) kann die Auszahlungshöhe bei Einkommen-Null variieren, um Arbeitsmigration sinnvoll zu lenken.
  4. Eine europäische Arbeitslosensicherung sollte Transfers zwischen Mitgliedsländern nutzen, um Stabilitätsmechanismen zu haben.
  5. Es sollten – meiner Meinung nach – algorithmische Verfahren zum Matching von zentralisierten Stellenausschreibungen verwendet werden, die Anforderungen an Bewerber und deren Motivationen und Qualifikationen matchen. Dabei sind Arbeitnehmer für einen Mindestzeitraum anzunehmen und können nur bei wichtigen Gründen gekündigt werden. Details zu diesem Verfahren finden sie im Artikel, Inklusion am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte

Eine Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte, will es erleichtern, denn Job zu wechseln und nutzt:

  1. Angenehmere Arbeitslosensicherung mit höherer materieller Versorgung, statt Systeme der bewussten Qual und
  2. Motivation von Kündigungen zum Jobwechsel durch den Arbeitnehmer statt Sperren.
  3. Ansonsten ist die Arbeitslosensicherung vergleichbar mit der der „Leistungsgesellschaft“.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Sicherheit und intrinsischen Motivation

Sicherheit und die Freiheit von einem andauernden Mangelzustand erinnern uns an unsere früheren Habitate, deren Bewirtschaftung uns versorgt hat: war die Arbeit am Feld und Haus getan, hatten wir Freizeit. Heutzutage haben wir eine abstrakte Versorgung, die kein Ende kennt. Menschen dieser Gruppe träumen davon, dass die Arbeit nicht alles dominierend ist und wir wieder mehr Freiheit haben. Weiterhin stellen sie diverse moderne Fragen, ob wir nicht überhaupt erst von Wohlstand sprechen können, wenn wir (weitgehend) befreit sind von Zwängen? Wenden wir uns den einzelnen Fragen zu:

Sind wir nicht wohlständig genug für Sicherheit und Freiheit?

Während die einen befürchten, dass das System zusammenbricht, wenn es keinen Druck mehr gibt, zu arbeiten, argumentieren die anderen, dass dann intrinsische Motivation entsteht, Beiträge zu leisten und die wirklich erforderliche Versorgung uns schon alle noch was angehen wird. Es liegt hier ein eher moderneres Menschenbild vor, dass wir emotionale und kognitive Motivationen haben, und damit nach etwas strebend sind: es entsteht menschentypische (freiwillige) Arbeitsmotivation bzw. Selbstverwirklichung und Kulturblüte. Abgeschwächte Varianten sind z. B. eine drastische Reduktion der Arbeitszeiten durch internationale Kooperation (Vgl. Habitatsüberlegungen), Suffizienz und / oder Automatisierung der wirklich relevanten Versorgung.

Können wir nicht schon ein automatisiertes Versorgungssystem realisieren?

In dieser Gruppe wird das Thema der Digitalisierung aus einer anderen Perspektive beleuchtet: die Frage ist nicht, ob wir effizienter für unseren finanziellen Wohlstand werden können, wie in der allgemeinen Ökonomie, sondern ob wir hinreichende automatische Versorgung realisieren können, die ein Leben mit hinreichender Suffizienz für alle ermöglicht, ohne dass wir arbeiten müssen. Der Gedanke betrifft nicht eine hochtrabende Digitalisierung, sondern eine Frage, ob wir hinreichende Versorgung mit hinreichender Automatisierung realisieren können, wenn wir uns suffizient zufrieden geben. Diese Gruppe hat dabei auch die Nachhaltigkeitsfragestellungen im Kontext des ewigen BIP-Wachstums im Auge, die im Wesentlichen bedeuten, dass wir Welthunger riskieren, wenn wir Ökosysteme kompromittieren, Lebensdauer reduzieren, wenn wir Umweltgifte einbringen und Lebensqualitäten reduzieren, wenn wir denaturieren. Eine Beispielkonzeption, Utilitismus zeigt der folgende Artikel: Sozialkapitalismus im IT-Zeitalter (Utilitismus).

Fazit

Wir stehen an einem Umbruch in unserer Währungsunion, ob wir insbesondere moderne Technologien nutzen, um andere Arbeitsvermittlung und Arbeitslosensicherungen zu realisieren. Anhänger der Leistungsdruckgesellschaft befürchten den Systemzusammenbruch ohne Arbeitsdruck, Anhänger des Individualismus wollen die Suche nach guter Arbeit erleichtern und Anhänger der Sicherheit und intrinsischen Motivation fordern, sich zu entspannen, dass das System die wirklichen Notwendigkeiten schon noch kooperativ gestämmt bekommt und sich in einer Kulturblüte entfalten will. Einige haben dabei die Automatisierung einer hinreichenden Versorgung mit im Wesentlichen Nahrung, Wohnung und Mobilität im Auge. Wie stehen Sie dazu? Diskutieren Sie doch ihre Ansicht in den Kommentaren

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Habitatsüberlegungen

Eine Fragestellung, die mich schon mein Leben lang begleitet, ist: Sind wir Menschen eigentlich in einer Zivilisation, die uns als Menschen entspricht oder hat sich unsere Zivilisation ahuman verselbstständigt? Das Bildungswesen hat kaum eine Antwort geliefert, da wir dort nur in den seltensten Fällen überhaupt Grundlagen schaffen, uns selber zu verstehen. Zunächst möchte ich ein Modell entwickeln, dass die Fragestellung, wer sind wir Menschen konturiert, vorstellen. Dann möchte ich über Habitate schreiben, aus denen wir kommen und die bis ungefähr zur industriellen Revolution gegeben waren. Dann möchte ich über zentrale Lösungsansätze nachdenken. Dieser Artikel dient der Sicherung von Überlegungen und ist keine erklärende Prosa.

Wer sind wir Menschen? – Ein neuropsychologisches Grundmodell

Dieser Abschnitt basiert auf diversen Üerlegungen basierend auf:

    • Gerhard Roth (2003): „Fühlen, Denken, Handeln“,
    • Daniel Goleman (1997): „Emotionale Intelligenz“,
    • Gering (2015): „Psychologie“ und
    • Aronson, Wilson und Akert (2014): „Sozialpsychologie“:

Das menschliche Gehirn ist differenzierter, aber es kann recht umfänglich durch folgendes Grundmodell erfasst werden, das vor allem unser Erleben beschreibt:

Dabei ist die Verwobenheit von limbischem Gehirn mit der Wahrnehmung und Kognition entscheidend: Menschen haben keine unabhängige Rationalität, wie das philosophische Modell des Animal rationale nahelegt. Insbesondere aufgrund unseres Arbeitsgedächtnisses liegen Verstandesleistungen häufiger als Vergegenwärtigungen in Dokumentationen vor, während unser Denken auf Assoziationen und Bisoziationen auch unter Nutzung von logischen Operationen basiert, die stark durch das Arbeitsgedächtnis mit etwa vier bis sieben Chunks reduziert ist: wir Überblicken unsere eigenen Dokumentationen nicht. Im Übrigen ist vergegenwärtigendes symbolisches Spielen mit Gegenständen eine visuelle Information, die eine starke Verdichtung auf wenige Chunks erlaubt.

Unser limbisches Gehirn ist bereits bei Geburt entwickelt und erst nach einer frühkindlichen Entwicklungsphase haben wir vollen Zugriff auf den Neokortex. Es gibt im Übrigen keine unmittelbare Motivation, zu beherrschen im Menschen, stattdessen gibt es Empathie, die auf iterativem nachspüren und projezieren von eigenen Emotionen und Zuständen basiert.

Die entscheidende Leistung von Daniel Goleman ist, Emotionen mit Motivationen zu koppeln: was löst Emotionen aus? Dazu eine erweiterte Übersicht:

Emotion Motivation
Angst Unversehrtheit
Wut Ziele erreichen
Trauer Bewahren / Nähe
Ekel (Moralisch) gesund bleiben
Freude Bereicherungen
Distress Angenehme Bedingungen
Scham Zuneigung / Sexualität
Überraschung Reagibel sein
Interesse Suchen
(Perplexität) Etwas überstehen / Vorbeigehen

Neben den Emotionen gibt es noch die Affekte, die im Wesentlichen physiologische Grundbedürfnisse sichern: Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Schmerz. Motivationen sind grob in Sorgen und Hoffnungen unterteilbar und bilden sich durch unsere Wünsche, Erwartungen und aufrechterhaltung unseres Systems.

Historische Habitate

Das Grundmodell eines evolutionär relevanten Habitats ist eine Gemeinschaft mit Ländereien, die sich in Gemeinden mit einem Zentrum organisiert. Zu unserem evolutionären Erbe gehört meiner Beobachtung und Analyse entsprechend weniger das Modell, Jäger, Sammler, Hirte, als viel mehr ein Körperkonstitutionenmodell mit der Differenzierung: Muskelmasse und Körpergröße sowie neuronale Prädispositionen:

Körpergröße
Klein Mittel Groß
Muskelmasse Hoch selten Lastenlogistiker selten
Mittel Nahumfeldsspäher Reserve Krieger
Niedrig selten Fernumfeldsspäher selten

Unsere Habitate aus evolutionärer Perspektive sind umwallte Gemeinden mit Fluchttunneln, die über Ländereien verfügen und in gesicherten Handelsrouten verbunden sind. Unsere vorwiegenden Körperformen sind für das Bewohnen und das Handeln sowie die Verteidigung in Gruppenkonfigurationen mit einer historischen „genetischen Arbeitsteilung“ ausgelegt. Insbesondere ist der weibliche Krieger oder übergroße Fernumfeldsspäher ein merkwürdiges Schönheitsideal, das atypisch für viele Menschen in der Partnerwahl ist. Insbesondere die Achsen um die Reserve sind typischere Partnerwahlen.

In solchen Habitaten ging es darum, das Tageswerk erledigt zu bekommen und sich ansonsten der kulturblütenartigen Beziehungspflege und den Errungenschaften kognitiver Art zu widmen: insbesondere eine solche Kulturblüte haben wir in modernen Zivilisationen nicht, die verselbstständigte Wirtschaftssysteme und Wissenschaften aufweisen.

Ich spreche im Übrigen von der männlichen Form, weil mir die besondere Rolle der Frau nicht wirklich transparent ist. Grundsätzlich gliedern sich auch Frauen in diese Kategorisierung, allerdings mit niedrigerer durchschnittlicher Körpergröße und es ist zu vermuten, das Frauen integraler Bestandteil der Gruppenkonfigurationen sind mit einer Sonderrolle als gebärende und stillende Mutter. Es ist sehr schwer sich in die anderen Kategorien hineinzuversetzen, aber in meiner Kategorie des Fernspähers oder auch Handelsreisenden gibt es viele fallstudienartigen Uberschneidungen von Präferenzen und evolutionärem Erbe und ich vermute, dass Frauen dieses Typs ebenfalls mitreisen würden.

Überlegungen zu Lösungen für unsere Zivilisation

Im Wesentlichen die Marktlogiken verselbstständigen Wirtschaft und Wissenschaften: es gibt keine Suffizienz der Produktivitätssteigerungen, sondern eine Realpreisreduktion die realen Wohlstand steigert, allerdings nur an marktlichen Produkten und Dienstleistungen sowie öffentlichen Gütern, die über Steuern finanziert werden, sie zu erarbeiten. Was insbesondere auf der Strecke bleibt sind Beziehungspflege und kulturelle Leistungen aufgrund der stets hohen Arbeitszeit. Ein uneingelöstes Versprechen unseres Systems ist die Erhöhung der Freizeit (kultureller Wohlstand), da wir in relativem Wettbewerb mit annähernd gleicher Technologie und nützlicher Wirtschaftsbildung stehen: Es wird immer der Output erhöht. Hier wäre eine einfache Lösung im Sinne eines Degrowth-Gedankens, die Standardarbeitszeiten international kooperativ auf niedrigem Niveau zu harmonisieren, denn nur ein Teil der Wirtschaftsleistung kommt bei uns Menschen überhaupt motivational wirklich an: auf vieles würden wir verzichten vor den Tausch zwischen Freizeit und Ware bzw. Dienstleistung gestellt. Weiterhin sind Marktleistungen unpersönlich und wenig kulturell phantasievoll und wir haben als „Wohlstandsnationen“ überhaupt keine Kulturblüte hervorgebracht. Umverteilungen, wie z. B. ein Bedingungsloses Grundeinkommen oder eine Negative Einkommenssteuer spielen dabei ebenfalls eine zentrale Rolle.

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Inklusion am Arbeitsmarkt

Ein wichtiges Kriterium für Wohlfahrt ist Pareto-Effizienz. Eine paretoeffiziente Verhandlung liegt vor, wenn keiner der Verhandlungspartner mehr besser gestellt werden kann, ohne das jemand anderes schlechtergestellt wird. Paretoeffiziente Verhandlungsergebnisse hängen von den Rechten ab, auf denen die Verhandlung basiert: Früher war rauchen erlaubt und man rauchte in Gaststätten, heute haben die Nichtraucher Vorzug und man raucht außerhalb der Gaststätten und auch anderer Gebäude.

Was sind Szenarien für Rechte am Arbeitsmarkt?

Im Status quo haben Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen, es sei denn sie sind arbeitslos, ein Recht sich ihre Arbeitgeber*Innen und Arbeitnehmer*Innen frei auszuwählen, während arbeitslose sich bewerben und annehmen müssen.

Man kann also Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen zur Anstellung verpflichten, aber sinnvolle Konfigurationen sind beidseitige Annahmepflichten oder Abwesenheit beidseitiger Annahmepflichten: Beidseitige Annahmepflichten für geeignetes Personal fördert insbesondere Inklusion und reduziert Aufwand am Arbeitsmarkt.

Beidseitige Annahmepflichten

Kann geeignetes Personal einer Stelle zugeordnet werden, können Mitarbeiter*Innen per Los einer Stelle zugeordnet werden, die sie und auch die Arbeitgeber anzunehmen haben. Kritisch ist es dabei Matchingverfahren hervorzubringen, die maschinell und / oder von neutralen Beobachtern Passungen bestimmen. Für eine Arbeitsagentur kann das bedeuten Passungen zu lancieren und dabei gegen Diskriminierungen zu diskriminieren durch z. B. Fortbildung von Behinderten.

Qualifikationsmessung

In einem Matchingszenario mit Matching als öffnetlichem Gut verantwortet von einer öffentlich-rechtlichen Institution, liegt die Qualifikationszertifizierung als öffentliches Gut vor, d. h. sie wird öffentlich erbracht. Dabei können viele Dimensionen gemessen werden, wie neuronale Leistungsfähigkeiten, körperliche Leistungsfähigkeiten, abgelegte Prüfungen (Information), abgelegte Prüfungen (Wissen), abgelegte Prüfungen (Methoden) und abgelegte Prüfungen (Fertigkeiten). Erfahrungen in Tätigkeiten müssten weiterhin von Arbeitgebern in Zeugnissen bestätigt werden. Besonders schwierig zu erfassen sind Motivation, Soft Skills, Sozialität und Moral. Diese wären mit Assessment Centern und Praxiszeugnissen zu bestätigen. Anhand eines abgeschlossenen aber durchaus mitwachsenden Kriterienkatalogs können Stellenkriterien und Kompetenzen gematcht werden. Dabei sind auch Arbeitszeitangebote, Gehaltsvorstellungen und Regionalität berücksichtigbar und es finden normale Verhandlungen über Gehaltsspannen statt.

Exkurs zum Arbeitszeitangebot: Während das Arbeitszeitangebot häufig per Vertrag im Vorhinein definiert wird, sind Arbeitsverträge unvollständig und es findet eine retrospektive Arbeitszeitbestimmung faktisch statt. Es ist mithin fraglich, ob Zeitbestimmungen in Arbeitsverträgen nicht z. B. kontinuierlich zu verhandeln sind.

Unvermittelbarkeitsanträge

Eine besondere Klage rund um das Thema „irgendwen“ geeigneten in ein Unternehmen gesetzt zu bekommen, um Inklusion und Arbeitsmarktaufwände zu reduzieren, aber auch Transitionszeiten zu beschleunigen und Schwarzarbeit zu konterkarrieren, liegt darin begründet, dass man sogenannte Soziopathen loswerden wollen würde. Hier könnte man Anträge auf Unvermittelbarkeit begründen und stellen, die eine Arbeitssperre bedeuten und z. B. auch Therapien einfordern um eventuell wieder zugelassen zu werden. Eine solche Soziopathenhandhabe finden viele letztlich wesentlicher, als ihre Privatautonomie nach Nasenfaktor wählen zu können: Inklusion ist schon ein hoher Wert!

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Alsbaldige Vermittlung / geringere strukturelle Arbeitslosenquote
  • Objektivere Eignungen
  • Inklusion
  • Soziopathensperren mit Therapien
  • Reduzierte Aufwände in der Personalbeschaffung (ca. 664 millionen Euro [1])
  • Transition von vorwiegend Psychologen*Innen in produktivere Bereiche (ca. 16.600 Stellen [2])
  • Reduzierte Bewerbungsaufwände für Bewerber (ca. 5,4 millionen Euro Zeitaufwand [3])
  • Reduktion von Schwarzarbeit
[1]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen zu einem Bruttojahresgehalt von 40.000 € ausgeht, reduzieren sich Aufwände in der Personalbeschaffung in Deutschland in Höhe von 664 millionen Euro.
[2]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen ausgeht, handelt es sich um 16.600 Stellen.
[3]: Unter der Annahme nach circa 100 Bewerbungen a einer Stunde Zeitaufwand zum Einkommen von monatlich 3.975 € brutto (Mittleres Einkommen nach Statista 2022) bei angenommenen 160 Arbeitsstunden im Monat und einer strukturellen Arbeitslosigkeit derzeit bei etwa 5% und 43,5 millionen Erwerbsfähigen (Statista 2020) liegen die Opportunitätskosten des gesparten Bewerbungsaufwands der Arbeitnehmer bei 5,4 millionen Euro.
Nachteile
  • Mitarbeiter nicht mehr (legal) aussuchbar
  • Kündigungssperrfristen
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt einer Matchingplattform
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt von Qualitfikations-Assessments

Fazit

Wir können riesen Aufwände mit Bewerbungen und Mitarbeiterauswahl reduzieren, wenn wir beidseitige Annahmeverpflichtungen unter Arbeitssperremöglichkeiten festsetzen. Dies bedeutet insbesondere bessere Sozialindikatoren von Unternehmen (Vgl. SuscisionHelper) mithin Inklusion, aber auch verkürzte Transitionszeiten und Konsequenzen von Wechselwiligkeit im Unternehmen. Was halten Sie davon?

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SuscisionHelper: Sustainable Decision Helper (OptEcoBuy)

SusscionHelper ist ein individuelles Optimierungsmodell, dass sich für Nachhaltigkeitsdimensionen visualisieren lässt und in ein Transparenznudging über die Produktreihenfolge mündet.

Vorteile

Sofern Nachhaltigkeitstransparenz zu nachhaltigem Konsum führt, weil die Konsumenten*Innen nachhaltiger Einkaufen, ließe die Einführung des SuscisionHelper folgende Vorzüge erwarten:

  1. Verschiebung des Billigsegments zum Preiswertsegment mit weniger Müllproduktion,
  2. nachhaltige Produktentwicklung führt zu geringerer Ökobilanz des Konsums und beschleunigt die Energiewende,
  3. bessere Arbeitsbedingungen und
  4. eine beschleunigte Energiewende reduziert die Ressourcenkonflikte um fossile Energieträger.

Nachhaltigkeitsdimensionen

Nach dem Brutlandbericht unterscheiden wir soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Die wohl bekanntesten Nachhaltigkeitsindikatoren aus Käufer*Innen-Perspektive sind die Ökobilanz für ökologische Nachhaltigkeit und das Preis-Leistungsverhältnis über die Lebensdauer eines Produktes bzw. für Produkte ähnlicher Leistung (Substitute) deren Preis pro Lebensdauer. Es existieren für aufwändige Ökobilanzen Kurzbilanzierungsmethoden, die die Umweltwirkung von Produkten abschätzen (z. B. EcoIndicator99).

Derzeit – soweit mir bekannt – ist noch keine Indikatorik für soziale Nachhaltigkeit ausgereift, da diese kompliziert bis komplex ist. Nach meinem Verständnis gehört zu einer Sozialindikatorik insbesondere:

  1. Arbeitgeber*Innenleistungen und Vertragsbedingungen,
  2. Arbeitsschutz,
  3. Demokratische Organisation eines Unternehmens (Beteiligung),
  4. Umlage der Innovationsrenditen auf die Arbeitnehmer*Innen,
  5. Finanzierung von Arbeitswechselphasen durch Abfindungen und Entschädigungen,
  6. Unterstützung / Kooperation zwischen Führung und Betriebsrat,
  7. Unterstützung bei der zukunftsgerichteten Qualifizierung durch Fortbildungen entsprechend der Ziele des/der Arbeitnehmers*Innen,
  8. die Relation der Gehaltsabstuffungen zugunsten von Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit (Verantwortungsproportional),
  9. Hilfestellungen beim Jobwechsel in Rationalisierungsphasen, um Transitionszeiten und Belastungen der Arbeitslosigkeit zu verringern und
  10. Weiterbildung nach persönlicher Vision.

Ähnlich der Gemeinwohlbilanz, lassen sich diese Eigenschaften sozialer Nachhaltigkeit bepunkten / bewerten und aggregieren, wobei die Gewichtungen zwischen den Eigenschaften entweder demokratisch bzw. statistisch zu mitteln oder individuell zu erheben wären.

Aktueller Stand meines Sozialindikatorkonzepts

  1. Existenzsicherung:
    1. Entlassung in Arbeitslosensicherung?
    2. Entlassung in Umschulungsorganisation mit Existenzsicherung?
    3. Entlassung in neue Beschäftigung?
  2. Arbeitsbedingungen:
    1. Menschenrechte eingehalten?
    2. Chemikalienaussetzung abgesichert?
    3. Sonstige Arbeitssicherheit abgesichert?
    4. Arbeitszeiten in Ordnung?
    5. Entlohnung marktüblich?
    6. Partizipation bzw. Unternehmensdemokratie arbeitsrechtlich in Ordnung und Grad der Ausprägung?
    7. Ernsthafte Bemühung um die Arbeitsplatzsicherung?
    8. Ernsthafte Bemühung um Schaffung von Arbeitsplätzen?
  3. Feminismusangelegenheiten:
    1. Einstellungsverfahren, der Ziehung aus Kompetenzpools (Chancengleichheit) eingerichtet?
    2. Führungskräftequoten (Geschlechter, Migration), Altersquoten und Behindertenquoten plausibel?
    3. Lohngleichheit (staatlicher oder privater Ausgleich zentraler Vulvathematiken: Übrige Leistungsfähigkeit [Zyklus, Wechseljahre], Schwangerschaft)?
    4. Unterstützung für Geschlechter und Kulturen in diesbezüglichen Themen am Arbeitsplatz?
  4. Leveling der marktlichen (SucisionHelper) oder organisierten Kartellpreise zur Optimierung im Zielkonflikt Armut (ökonomische Wohlfahrt) vs. Beschäftigung. Zusammen (Wohlfahrt vgl. SuscionHelper). Fragwürdigkeit von Übernutzungsrestriktionen (Bodenerosion, Artensterben insbesondere Insektensterben, evtl. Mikroplastiken (Meeresfrüchte), Verhütung?
  5. Fragwürdigkeit der sozialen Nutzen der Produkte und Dienstleistungen (z. B. Kunst)?
  6. Entspreched: Eigentum verpflichtet, geht mit Eigentum insbesondere Mieten entsprechende kontinuierliche Verantwortung für Sicherungen einher?

Individuelle Passung

Bei einer Conjoint-Analyse werden dem/der Kunden*In Produkte vorgestellt – meist visuell -, die gewisse Eigenschaften systematisch variiert haben. Der/die Kunde*In bewertet dann, wie gut er die Gesamtprodukte findet. Man kann dann von den Bewertungen der Gesamtprodukte auf die Bewertungen der systematisch variierten Eigenschaften mathematisch schließen.

Werden Ihnen also Produkte mit systematisch variierten Eigenschaften in den Dimensionen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit vorgestellt, kann man Ihre individuelle Bewertung dieser Dimensionen ableiten. Dies ist viel realitätsnaher als die Bewertungen für die einzelnen Dimensionen direkt abzufragen, da sie trade-offs der Dimensionen erleben. Die nächstbeste Möglichkeit sind sog. Analytical Hierarchy Prozesse, um Gewichte für Dimensionen abzuleiten.

Im Resultat gehen dann die Gutachtenwerte der Dimensionen entsprechend Ihrer Präferenzen in einen aggregierten Indikator ein, der eine Reihenfolge der Produktalternativen für Sie berechnet. So kann z. B. eine Anpassung an Ihre finanzielle Situation und / oder Nachhaltigkeitsprioritäten erfolgen – Ihre persönlichen Wünsche für die Welt werden berücksichtigt.

Optimierungsmodell

Der wesentliche Vorzug des Optimierungsmodells ist, dass es sowohl gegenständlich in einer Raumecke (Vgl. zur Erklärung Nachhaltigkeit) durchgeführt werden kann, als auch gut visualisierbar für drei Dimensionen ist. Dafür werden Produktalternativen entsprechend Ihrer Indikatoren in den Dimensionen als Punkte in ein 3D-Koordinatensystem platziert und eine Ebene, die Ihre Präferenzen abbildet, wird in hinreichendem Abstand zur Punktwolke der Alternativen – inklusive der Alternative des Nicht-Kaufs, falls gewünscht – eingezeichnet. Der Abstand im Neunzig-Grad-Winkel zur Ebene (Ebenennormalenvektor) entscheidet dann über die Reihenfolge der zu bevorzugenden Varianten.

Transparenz

Sind die Indikatoren genügend aussagekräftig, also möglichst vollständig, solide erhoben und vergleichbar, stellen sie Transparenz über die Dimensionen der Nachhaltigkeit her, sodass Sie gute Entscheidungen mit stark verdichteten Informationen treffen können. Transparenz ist besonders wichtig, sollen Preise den Nutzwert für die Konsumenten*Innen abbilden.

Transparenznudging

Aufgrund der Optimierung, und weil Präferenzen nicht jedesmal neu erhoben werden müssen, werden Ihnen Produkte in der Reihenfolge in der Sie sie bevorzugen dürften bei einer Onlinelösung einfach vorgeschlagen, sodass Sie sich zuerst über Produkte informieren dürften, die Ihnen gefallen sollten.

Das ist ein bisschen Ähnlich, wie die Empfehlungen „was andere Nutzer*Innen gekauft haben“, hier werden nur statt Präferenzen einfach ähnliche Kunden*Innen herangezogen. Das funktioniert, weil ähnliche Kunden*Innen für gewöhnlich ähnliche Präferenzen haben.

Transparenzregulation

Durch eine Einigung im Bundestag, Europäischem Parlament oder auf internationaler Ebene auf eine Indikatorik und entsprechende (Kurz-)Gutachten sowie eine Verpflichtung zur Kenntlichmachung der Informationen in moderner Form, kann der vermutlich wichtigste Hebel im Kontext der Nachhaltigkeitstransformation unseres derzeitigen Wirtschaftssystems betätigt werden, ohne die Kunden zu bevormunden. Diese Maßnahme ist gegenüber der CO2-Steuer / dem Zertifikatehandel insbesondere im Konsumgüterbereich vorziehenswert, sollte aber durch die CO2-Steuer / den Zertifikatehandel ergänzt werden. Für Unternehmen entsteht dadurch ein Zusatzaufwand, der jedoch nicht wettbewerbswirksam ist (es werden alle gleichermaßen belastet) gleichwohl aber die Entwicklungszeit verlängert. Dies erhöht leider die Kosten oder den Aufwand von Start-ups und Innovationen, dürfte aber aufgrund der Wichtigkeit gerechtfertigt sein – es würden gleich zu Beginn auch die Nachhaltigkeitsfacetten berücksichtigt werden.

Aggregierte Präferenzebenen

Es wäre möglich Präferenzebenen von Nutzern gewichtet oder gleichmäßig miteinander zu verrechnen, sodass Sie z. B. Haushaltspräferenzebenen erzeugen können, die mögliche Kompromisse für z. B. die Familie oben anzeigen würden.

Auch können größere Aggregate gebildet werden, wie z. B. nationale Präferenzen, die politisch interessant wären oder Kundensegmente. Man kann umgekehrt unter bestimmten Annahmen auch von z. B. Wahlergebnissen auf eine Gesellschaftspräferenzebene grob schließen und dann als „Deutsche(r)“ einkaufen oder als „Amerikaner*In“, das ist vielleicht auch interessant.

Wiki für Nachhaltigkeitsgutachten

Eventuell ließe sich eine Community bilden, die einfache Nachhaltigkeitsgutachten in einem Wiki kooperativ erstellt. Dies würde den Druck auf Unternehmen erhöhen, Nachhaltigkeitsinformationen herauszugeben und eine Menge Nachfragen und Analysen stimulieren. Viele Daten sind dem Produkt ableitbar, während die Wertschöpfungskette und Arbeitsbedingungen der Unternehmen recherchiert werden muss.

Fazit

Der SusscionHelper als individuelles Optimierungsmodell, dass sich für Nachhaltigkeitsdimensionen visualisieren lässt und in ein Transparenznudging über die Produktreihenfolge mündet, kann wettbewerbsneutral Hebelwirkung durch Transparenz entfalten. Der/die Konsument*In sieht sofort welche Produkte seinen Nachhaltigkeitswerten entsprechen.

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Diskussion: Gemeinwohl-Ökonomie

Rechtliche Legitimation durch die Verfassung

„Eigentum verpflichtet (…) sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“, ist der Ausgangspunkt der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung zu behaupten, dass eine Abstimmung der Wirtschaft mit einer Gemeinwohlzielsetzung geboten durch die Verfassung ist. Im Konkreten Fall der deutschen Verfassung ist dies jedoch kein Wirtschaftsgebot sondern ein Abwehrrecht der Bürger und juristischen Personen gegenüber staatlicher Willkür – grundsätzlich kodifiziert unsere Verfassung solche Gebote für den Staat. Sie können also den Staat verklagen, wenn er sein Eigentum nicht zum Wohle der Allgemeinheit verwendet. Gleichwohl strahlen manche Verfassungsgebote in das bürgerliche Recht aus und dies könnte auch hier der Fall sein, sodass Privateigentum dem Allgemeinwohl zu dienen hat. Es ist also etwas vereinfacht zu sagen, es handle sich um ein universell auf Privateigentum übertragbares Gebot, vielmehr sind Übertragungen im Einzelfall zu begründen.

Kernkonzeption Gemeinwohlökonomie

Trotz des mangelnden universellen Anspruchs, ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Konzeption wirtschaftspolitisch möglich (Teil des Lösungsraums) und damit vorstellens- und diskussionswürdig.

Im Zentrum der wirtschaftlich orientierten Eingriffe steht die Gemeinwohlbilanz und ein System gemanagter Wechselkurse nach Keynes sowie eventuell ein Negativzinssystem sowie Gewinnverwendungsverbote. Weiterhin werden Schranken für die Verwendung und Kumulation von Gewinnen und Privateigentum vorgeschlagen sowie demokratie- und zufriedenheitsförderliche Erziehung und Bildung.

Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlbilanz soll ein Standard werden, der Transparenz bezüglich werteorientierten Wirtschaftens gemeinverständlich und öffentlich dokumentiert und in einer Indikatorik zusammenfasst. Die erreichten Punkte der Gemeinwohlbilanz werden dann verpflichtend auf Produkte in Form eines Nudging-Systems aufgebracht z. B. grün für vorbildlich usw. Gemeinwohlbilanzen sollen ähnlich einer Wirtschaftsprüfung privatwirtschaftlich geprüft und staatlich stichprobenartig kontrolliert werden.

Die indizierten Werte sind aus Verfassungsanalysen hervorgegangen und betreffen die Werte, Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung. Sie werden jeweils auf alle Stakeholder*Innen bezogen und in Subkategorien aufgegliedert. Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Aufsummation von 50 maximal möglichen Punkten pro Kategorie-Stakeholder*Innen-Feld. Die Kategorien sind also gleichgewichtet. So soll der Konsument am Ort des Kaufes einfacher Preise von vergleichbaren Gemeinwohl-Leistungsträgern vergleichen können und Transparenz über z. B. unethische Nidrigpreise erhalten.

Besondere Forderung ist nun, dass Gemeinwohl-Bilanz-Ergebniss-Gruppen unterschiedliche wirtschaftspolitische Regularien auferlegt bekommen sollen, sodass es finanziell lohnenswert für Unternehmen ist höhere Ergebnisse anzustreben, weil z. B. Steuern erlassen werden. Diese Belohnungs- bzw. Sanktionsstruktur soll Wirtschaft mit Gesellschaftszielen alignen.

Kritik

Die Gemeinwohlbilanzierung entspricht in weiten Teilen meinem Konzept des Transparenznudgings in den Dimensionen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit (Vgl. Nachhaltigkeit). Der zentrale unterschied wäre, dass die Gewichtung der Indikatoren in der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung aus einem demokratischen Prozess hervorgehen soll, sodass mit Gesellschaftspräferenzen die Anreizstruktur der Wirtschaftspolitik demokratisch definiert werden soll z. B. in einem Bürgerkonvent.

In meinem Konzept hingegen sollen Konsumenten durch Konjoint-Analyse – dies ist ein graphisches Verfahren, Präferenzen zu erheben – Indikatoren bzw. Dimensionen entsprechend ihrer Präferenzen erheben und dann ihre persönlich bevorzugten Produkte angezeigt bekommen. Dies erfordert digitale Berechnung der Rangfolge der Produkte am Einkaufsort basierend auf den Indikatoren (mathematisch: Euklidische Distanz Support Vector Maschinen). Hier würde eine Gesellschaftspräferenz aus den tatsächlichen Präferenzen der Bürger errechnet werden – eventuell kontinuierlich. Dieser Aspekt, an Märkten entsprechend der eigenen Präferenzen entscheiden zu können, ist so ungefähr der höchste Wert einer Marktwirtschaft. Ich denke dieser Aspekt wäre sehr Interessant für die eher demokratisch verwurzelte Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, um die Gemeinwohlbilanz am Markt zu flexibilisieren und eventuell einen Konvent mit tatsächlichen Präferenzen zu unterfüttern.

Grundsätzlich sind jedoch genau derartige transparenzschaffenden Standards und deren Berücksichtigung in der Wirtschaftspolitik das zielführendste Mittel Wirtschaft zu regulieren eventuell auch im Kontext von Restriktionen für Werbung bzw. mediale Beeinflussung – sie sind ein systemischer Hebel.

Die Gemeinwohlbilanz-Gruppen bezogene Wirtschaftspolititk entspricht summarisch einer Pigue-Steuer, die relative Preise von Produkten beeinflusst. So schlägt z. B. auch Friedrich Wegenstein Zölle entsprechend wirtschaftspolitischer Standards vor, um nicht z. B. prekäre Arbeit lokal zu verbieten, dann aber global zu importieren (Vgl. Diskussion: Knapp Wertvoll Sparsam).

System gemanagter Wechselkurse nach Keynes

Wirtschaftspolitisch gilt das Trilemma der offenen Volkswirtschaft – sie können zwei von drei Freiheiten wählen, während die Dritte dann beschränkt ist. Die Freiheiten sind: Kapitalmobilität, feste Wechselkurse und geldpolitische Konjunkturpolitik.

Ein System gemanagter Wechselkurse kann entweder Kapitalmobilität oder geldpolitische Konjunkturpolitik erlauben, nicht jedoch beides. Wollen Sie also weiterhin Inflation stabilisieren können, müssen Sie auf Kapitalmobilität verzichten. Das entspricht der Politik Chinas.

Jetzt ist jedoch die Idee, die festen Wechselkurse in Perioden an die Fundamentalwerte anzupassen, sie zu managen. Dies soll über eine internationale intergovernmentale Organisation erfolgen. Theoretisch würde das erlauben, Kapitalmobilität zu ermöglichen und Wechselkursspekulation abzufangen. Das System entspricht also ungefähr dem Goldstandard oder Bretton-Woods-I-System, sofern nicht die Kapitalmobilität beschränkt würde.

Negativzinssystem

Grundsätzlich sollen Banken auf ihre Kernfunktionen gebunden werden und Finanzinvestments an Kapitalmärkten sowie diese Märkte verboten werden. Weiterhin sollen sie Kreditinvestitionen mit einer verbindlichen vorgelagerten Gemeinwohlprüfung bewerten, bevor die finanzielle Risikoprüfung erfolgt, um die Kreditkonditionen festzulegen. So sollen im Sinne einer Portfoliodenkweise sogar besonders gemeinwohlorientierte Projekte subventioniert werden.

Hier greift auch das regulatorische Negativzinssystem, bei dem Geldeinlagen bei Banken zum einen verbindlich sind und das Geld sich mit der Zeit entwertet, sodass Kredite zu günstigeren Konditionen vergeben werden können und so die Produktpreise sinken. Dies hätte den Effekt, dass besonders wohlhabende Leute (Nettozinsgewinner*Innen von heute) sich nicht den Mehrwert der Arbeit von konsumgebundenen Leuten (Nettozinsverlierer*Innen von heute) aneignen, sondern konsumgebundene Menschen geringere Kosten hätten. Konsumgebunden soll bedeuten, dass Menschen mit geringem Einkommen und Vermögen gar keine oder nur wenig Ersparnis bilden können. In dieser Situation können reiche Leute nur konsumieren oder gründen, wobei Anlage nicht mehr wirklich möglich ist, da auch das Einkommen begrenzt würde, also z. B. mit 100% Steuer belegt würde, wenn es einen Maximaleinkommenswert übersteigt – Geld wird zum öffentlichen Gut.

Kritik

Schmelzende Ersparnisse motivieren Konsum und sind besonders riskant in Schattenmärkte zu münden, die einer Professionalisierung des Bargelds im Kopfkissen entsprechen dürften, sodass nicht nur eine Einkommens- sondern auch eine Vermögenskontrolle erforderlich werden würde – es geht also um Meldepflichten für Einkommen und Vermögen und deren Kontrolle. Die ganze Logik von Kapitaleinkommen würde aufgelöst werden und im Sinne einer linken Politik insbesondere niedrige Einkommenssegmente entlasten. Mithin müsste Rentenversicherung insbesondere umlagebasiert anstatt kapitalmarktbasiert sein.

Gewinnverwendungsverbote

Nach der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung sollen Gewinne in ihrer Verwendung beschränkt werden. Finanzinvestments sollen verboten werden, sodass nur durch Nutzwerte Einkommen erzielt werden kann. Banken sollen nur nichtgewinnorientiert sein dürfen. Ausschüttungen an nicht Mitarbeiter sollen Verboten werden, sodass Arbeit die einzige Quelle von Einkommen wird. Firmenaufkäufe und -Fusionen sollen nicht gegen den Willen der Belegschaft möglich sein, sodass eine demokratische Unternehmensentscheidung den VERKAUF von Unternehmen verbieten kann und regelmäßig soll, um dem „Fress- und Wachstumszwang“ in der Wirtschaft zu entgegnen (Vgl. zum derzeitigen System Finanzsystem). Und Parteispenden von juristischen Personen sollen untersagt werden.

Kritik

Ich habe den Verkauf besonders hervorgehoben, da ein Kaufsverbot im internationalen Kontext schwieriger durchzusetzen wäre als ein Verkaufsverbot. Das Trockenlegen der Kapitalanlage zusammen mit der Vermögensbegrenzung entzieht dem Wirtschaftssystem den zentralen Innovationsantrieb im Sinne der Rationalisierung, die langfristig die Produktionskapazität und damit den Wohlstand der Bevölkerung sichert, eben die Ressourceneffizienz des Wettbewerbs. Dementsprechend verbleibt nur dieser mittelbare Anreiz zur Ressourceneffizienz, ohne das Druck besteht danach zu streben. Derartige mittelbare Anreize gelten als Grund für das Scheitern des realisierten Sozialismus. Wir würden also eventuell ein Versiegen von Innovation und realem Wirtschaftswachstum erleben, genau dies reduziert im Gegenzug aber auch den Druck im System.

Einkommens- und Vermögensschranken

Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung fordert neben einem Mindest- auch einen Maximallohn und Vermögensbegrenzungen, die zwar Leistungsanreize bieten, aber individuelle Beeinflussung von Politik und Wirtschaft verunmöglichen, die im Widerspruch zur Gleichheit der Bürger in einer Demokratie steht, sowie ausschließliches Einkommen aus Arbeit. Erbe soll ab einem Maximalsatz des Erbes und der Schenkung sozialisiert und eventuell als demokratische Mifgift ausgezahlt werden.

Kritik

Einen Mindest- und Maximallohn halte ich ebenfalls für vernünftig, aber ich würde die Lohnstufen ebenfalls in Relation zueinander bringen, damit das „Kontinuum“ ebenfalls fair aufgegliedert würde, nicht also der normale arbeiter im unteren Einkommensband und die Elite im oberen Einkommensband ohne einen vernünftigen Übergang in der Mitte angesiedelt würde. Die Innovationsanreizproblematik könnte eventuell gerettet werden, wenn von einer Kopplung an Absolutwerte wie einen Mindest- und oder Maximallohn (das bedingt sich ja dann) verzichtet würde und statt dessen fixe Verteilungsquoten als Relationen zum Gewinn nach Investitionen und Rücklagen definiert werden – so entsteht firmenabhängiger verdienst, der mit Innovation zunimmt. Hier wären eventuell Abfindungen / Wertschöpfungsbeteiligungen für ausscheidende Mitarbeiter zu regulieren oder per Gemeinwohlbilanz zu fördern. Weiterhin verbliebe das Verkaufs- und Fusionsverbot besonders relevant. Zur Vermeidung von unerwünschten Abweichungen im internen Unternehmensgefüge (Hierarchie) dürfte es notwendig sein die relativen Entlohnungen an Jobanforderungen zu binden, anstatt den Unternehmen zur Disposition zu überlassen. Eventuell ist auch hier eine Förderung durch die Gemeinwohlbilanz möglich.

Gerade im derzeitigen Wirtschaftssystem erachte ich die vernünftige Konzeption von Vermögensgrenzen und / oder Erbschaftsregeln für einen der wichtigsten Schritte – wir alle verdanken unseren individuellen Erfolg zum Einen eher den Leistungen vorhergehender und unserer Generation (dazu zählen auch die Ganzen öffentlichen Güter) und zum Anderen unseren Anstrengungen, nicht jedoch werden normale Bürger mit dem Privileg der leistungsarmen Weltgestaltungsmacht geboren und können mit einfachen Analysen oder Zukäufen von Expertise Unternehmenswertschöpfungsströme (Kapitalrendite) nicht nur kaufen sondern auch noch in Wettbewerb zueinander setzen, um das Maximale zu erhalten. Ich erachte es für grob fahrlässig enormes Vermögen zu vererben, da es der Gemeinschaft zustehen sollte und Kinder entfremdet, und würde eine derartige Regulation auch begrüßen (Vgl. Finanzsystem).

Die Kopplung von Einkommen an Arbeit, sodass Anteile an juristischen Personen keine Ausschüttung erwarten lassen sofern man nicht (unternehmens demokratisch legitimiert) dort arbeiten darf, würde grundsätzlich eine Kontrolle erfordern, ob nur auf dem Papier oder tatsächlich gearbeitet würde. Dies zu konzipieren wäre schwierig.

Erziehung und Bildung

Wie so häufig werden wesentliche Kritiken am Bildungswesen wiederholt, die insbesondere die persönlichen Ich-Kompetenzen betreffen, wie Gefühlskunde, Wertekunde, Kommunikationskunde und Demokratiekunde (Vgl. dazu auch Ich-Kompetenzen). Weiterhin werden Naturkunde, Kunsthandwerk und Körpersensibilisierung thematisiert. Ziel ist ein reichhaltiges werteorientiertes Innenleben zu ermöglichen, dass nicht übermäßig durch extrinsische Surrogate Befriedigung erfährt.

Fazit

Wirtschaft mit unseren Werten abzustimmen, ist sicherlich vernünftig. Die Gemeinwohlbilanz oder eine vergleichbare Indikatorik und Pigue-Steuern, sowie die Vermögensbegrenzung und die Vetorechte gegen Unternehmensveräußerungen kann ich gut mittragen, aber die Dynamik der Ressourceneffizienz durch Wettbewerb um Kapital aufzulösen ist für mich doch recht gewagt, auch wenn intrinsische Motivation bestehen bleibt – im Sozialismus ist dies neben der Planwirtschaft schief gelaufen (soweit mir bekannt); ich verbleibe dazu bei den Anmerkungen zu Verteilungsquoten und Jobanforderungszuordnung zu diesen. Meinen persönlicher Ansatz zu diesem Thema finden sie hier (Vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt).

Das Buch ist empfehlenswert, da es viele kontemporäre Themen anspricht und versucht konstruktiv behandelt. Es ist jedoch etwas polemisch.


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Diskussion: Deutschland neu denken

Im Kontext des D2030-Projekts knallen die Wissenschaftler und Visionäre richtig Know-how hinter einen strategischen Planungsprozess für Deutschland. Sie konzentrieren sich dabei auf das, was wir wirklich beeinflussen können. Der Prozess ist transparent erläutert und liegt zum öffentlichen Diskurs vor.

Ergebnisse: Normative Ziele

Resultat eines professionellen visionären strategischen Prozesses sind normative Ziele die unsere Chancen und Risiken im Kontext der Beeinflussung unserer Stärken und Schwächen anleiten, um Potential für die Zukunft aufzubauen, und damit die Eintrittswahrscheinlichkeit einer guten Zukunft maximieren (Vgl. strategische Planung).

Die zentralen abgeleiteten normativen Ziele sind:

  1. Unbequeme Wahrheiten akzeptieren, komplexe Fragen stellen und strategisch denken.
  2. Grenzen überwinden, schöpferisch zerstören und vernetzt denken.
  3. Mehr Experimente wagen, zukunfts- und ergebnisoffen denken.

Selbstdefinition und tatsächliches Verhalten

Es ist kein Zufall, dass diese normativen Ziele an der persönlichen Ebene ansetzten, weil unser persönliches tatsächliches Verhalten über unsere erarbeiteten Selbstdefinitionen (persönliche Strategie und normative Ziele) in unserer Interaktion hervortritt und Interaktionen prägen unser System in Beziehung und Struktur (vgl. Menschen groß machen).

Radikalisierung

Diese Selbstdefinitionen und Arbeit an seinem tatsächlichen Verhalten steht in starkem Widerspruch zu insbesondere Radikalisierung, das scheint mir die zentrale unbequeme Wahrheit zu sein – wir arbeiten für unser Land und die Menschheit unter Druck soziopathischer radikaler Strukturen mit einem Erkenntnishorizont der von „Vereinfachern“ geprägt wird und moralisch verroht ist. Unser generalisiertes Vertrauen wird von intrigierenden Netzwerken und Menschen kriminell vorbereitend unterwandert – Deselektion scheint realistisch.

Eine zentrale Grenze, die wir überwinden bzw. handhaben lernen müssen, sind unsere Ängste, die auf unterschwelliger und tatsächlicher Bedrohung basieren, um unsere Vertrauensbeziehungen extrem selektiv zu erarbeiten. Das bedeutet insbesondere isolierte Bevölkerungsgruppen und Individuen aktiv einzubinden und tatsächlich zu verstehen und zu unterstützen.

Vereinfachung, Spaltung und Isolation

Das sind die komplexen Fragen: Warum werden Arbeitssuchende langzeitarbeitslos, würde ein normaler Mensch sich wirklich entscheiden „Sozialschmarotzer“ zu werden? Warum nehmen diverse Überlastungserkrankungen wie Burnout-Depression und Paranoide Schizophrenie zu? Warum wendet sich jede radikale Gruppierung gegen meine Person, obwohl ich professionell erarbeite, was IHREN Ansätzen nach geeignete Lösungen für ganz Deutschland wären?

Behinderung im Vorankommen

Letzteres betrifft das dritte normative Ziel professioneller kreativer, ergebnisoffener und lösungsorientierter Arbeit, die bedeutet neue Denkpfade einzuschlagen und zu veröffentlichen, sodass ein konstruktiver und konvergierender Dialog für alle erfolgt. Gerade gegen diese unangenehme Wahrheit stellen sich die radikalen Gruppierungen, die mit Feindbildern und In-Group-Out-Group-Logiken die Gesellschaft und Menschheit aus den Augen verlieren und solche Prozesse mit unterschwelliger Drohung und tatsächlicher Gewalt am vorankommen behindern.

Zum Beispiel zu erarbeiten, wie Deutschland funktioniert und international eingebunden ist, erfordert hochgradig vernetztes Denken, Bildung und Erfahrung und ist bei mir im Alter von 30 Jahren noch immer nicht voll ausgereift – hier bin ich und auch sie auf die konstruktiven Kräfte im Land angewiesen!

Zwischenfazit

So komme ich basierend auf diesem Buch von Klaus Burmeister, Alexander Fink, Beate Schulz-Montag und Karlheinz Steinmüller zum Eindruck unser Land befindet sich im „Kampf“ gegen Radikalisierung und Spaltungsprozesse. Wir werden genötigt unter Druck tatsächlich moralisch zu bleiben und mit Meinungsbildungsprozessen im Sinne von „Hochdruckpräzisionspumpen“ die sogenannten Filterblasen und vergangenheitsorientierte Ideologien zu sprengen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das Buch: „Deutschland neu denken“ als unbedingte Lektüre jedes deutschen Staatsbürgers.

Szenarios

Basierend auf einem datenbasierten, strategisch-visonären und ergebnisoffenen Prozess wurden 33 Schlüsselfaktoren erarbeitet und mit professioneller qualitativer Faktoranalyse in relevante Szenarien verdichtet. Ich selber habe mir Kompetenz erarbeitet, um etwa 76 % der Schlüsselfaktoren professionell bearbeiten zu können.

Die sieben zentralen „Kernfragen“, also Faktoren, die die Szenarien charakterisieren betreffen folgende Themen:

  1. Veränderungsbereitschaft (gegen Widerstand) und globale Zusammenarbeit.
  2. Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit.
  3. Globale Wettbewerbsfähigkeit.
  4. Verteilungsgerechtigkeit.
  5. Politische Regulation.
  6. Umgang mit globalen Konzernen und der Vermögenselite.

An diesen Kernfragen / Faktoren trennen sich nicht nur die Szenarien, sondern spaltet sich auch unsere demokratische Gesellschaft. Letztlich jedoch erfordert eine repräsentative Demokratie eine demokratische Einigung. Es ist erforderlich, sich der Realität zu stellen, dass nur gewisse Gesinnungsbündel überhaupt im Sinne von uns selbst und unserem Land sind.

Erstrebenswerte Szenarios

Die sogenannten „Neue Horizonte“-Szenarios werden von zukunftsorientierten Menschen angestrebt. Sie sind alle nachhaltig und wir-orientiert, global und offen, erfordern hohe Wettbewerbsfähigkeit sowie breiten Wohlstand und hohe Zufriedenheit. Sie trennen sich an der Begrenzung der Staatsrolle bzw. deren proaktiver Regulation und der freien Entfaltung von Konzernen und Höchstverdienern gegenüber deren Begrenzung.

Szenarios unseres tatsächlichen Verhaltens

Die „Spurtreue Beschleunigung“-Szenarios sind alle materialistisch und ich-orientiert, global und offen, begrenzen die Staatsrolle und lassen den Konzernen und Vermögenden freie Hand. Sie trennen sich an hoher bzw. geringer Wettbewerbsfähigkeit und an breitem Wohlstand und Zufriedenheit gegenüber wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten.

Isolationsszenarien

Die Szenarien „Bewusste Abkopplung“ und „Alte Grenzen“ teilen Regionalität / Eingrenzung geringe Wettbewebsfähigkeit und aktive politische Steuerung. Bewusste Abkopplung ist nachhaltig und wir-orientiert, zufriedenheitsorientiert und verteilungsgerecht, während Alte Grenzen materialistisch und ich-orientiert unter wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten ist. Insbesondere diese Isolationsszenarien werden durch nationalistische Radikalisierung und das Scheitern in internationalen Beziehungen bewirkt. Nach meiner bescheidenen Meinung haben sie insbesondere auch externe Kontrolle gemeinsam. In Großbritannien schließen sich diverse radikale Strukturen bereits zusammen und bringen derartige Szenarien hervor – Radikalisierung schwächt die autonomie kleinerer Nationen.

Optimaler Kompromiss / Konsens durch internationale Handelsteritorien

Da die Isolationsszenarien die zentralen Risikoszenarien der erstrebenswerten bzw. verhaltensbasierten Szenarien sein dürften, sollte uns aus wirtschaftlicher Perspektive an Handelsteritorien gelegen sein, die wir – sofern sie überprüfbar erfolgreich sein sollten – international-kooperativ erarbeiten müssten (Vgl. Herstellung von Konvergenz).

Veränderung des tatsächlichen Verhaltens

Das Szenario „Wohlfühlwohlstand“ bedeutet zunächst wettbewerbsfähig zu bleiben und dann breiten Wohlstand und Zufriedenheit zu erarbeiten und zu vergönnen.

Wettbewerbsfähigkeit

Wettbewerbsfähigkeit hängt vor allem mit Investition zusammen. Gute Investition ermöglicht die hervorstechenden Projekte zu finanzieren, die finanzmathematisch einen hohen erwarteten Rückfluss in der Zukunft hervorbringen (Cash Flow mal Eintrittswahrscheilichkeit) und sollten letztlich vor dem Hintergrund von sich zukünftig eröffnenden Investitionschancen in der Liquidität gemanaged werden. Gleichwohl bedeutet Rückfluss nicht nur Geld und materiellen Wohlstand, sondern auch soziale Errungenschaften und Zufriedenheitssteigerung. Wirtschaftlich ist deswegen die Transparenz wirtschaftlicher Leistung vor dem Hintergrund des Konsums besonders hervorzuheben, denn dann entsprechen sich Cash Flow und Errungenschaften soweit sie durch Konsum erzeugt werden können. Deswegen ist eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Kaufentscheidungen (Vgl. Nachhaltigkeit) und Transparenznudging (Vgl. SuscisionHelper) bemerkenswert.

Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen zu ermöglichen erfordert insbesondere die Förderung und Forderung von Universitäten und Schulen. Es können bereits auf Schulebene Experimentierräume und öffentliche Güter inklusive kultureller Co-Entwicklung fördernd geschaffen werden (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen). Dann muss das wissenschaftliche System und engagierte Personen und Netzwerke, aber auch privatwirtschaftliche Innovation geeignet gefördert werden – ein Hartz-IV-Empfänger ist eine potentielle Innovationsabteilung bei entsprechender Vernetzung und Förderung, so etwas muss man auch mal wahrnehmen (Vgl hierzu in Ansätzen Finanzsystem und strukturelles Management sowie Wissensmanagement).

Zum Beispiel habe ich diverse Beiträge zur Förderung von zukünftigen Szenarios für die Produktentwicklung erarbeitet (Vgl. offensichtlicher Logistik der Zukunft, Modellierung von Marktspiralen und Recyclingideen).

Verteilungsgerechtigkeit und Konfliktmanagement

Zunächst dürfen wir uns nicht selbst durch Konfliktflucht an radikalen Strukturen beteiligen, soweit möglich. Dann sollten wir den Kampf gegen das Verbrechen unterstützen und Enwicklungspfade der moralischen Schranken erarbeiten und in unserem tatsächlichen Verhalten auch gegen Widerstand realisieren. Wir dürfen zivilrechtliche und internationale Konflikte durch Kompromisse und wenn möglich Konsenslösungen bzw -Balancen in „Vergleichen“ lösen (Vgl. Konfliktmanagement). Wir dürfen und sollten unsere Beziehungen insbesondere vor dem Hintergrund unserer Fehler reflektieren, um gegen moralische und stützende Vertrauensnetzwerke zu konvergieren (Vgl. Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen). Dazu und dadurch können wir professionelles Kooperationsmanagement in Wirtschaft und privaten Beziehungen betreiben (Vgl. Kooperationsmanagement). Dies bedeutet auch Offenheit gegenüber der Beurteilung aller Menschen nach ihren tatsächlichen intendierten Leistungen (Vgl. Integration) und die Identifikation von intendierten Unterwanderungen. Im Kontext des Zustands unserer Gesellschaft und der angeführten Faktoreingriffe ist insbesondere Selbstregulation zu trainieren (Vgl. Selbstregulation) und strategische Selbstdefinition in Interaktion zu trainieren (Vgl. Menschen groß machen).

Parallel zum Konfliktmanagement wäre die Radikalisierung durch Verteilungsungerechtigkeit aus zwei Perspektiven relevant einzudämmen:

  1. Absicherung von Deselektionsprozessen.
  2. Lösung linker Probleme in der Wirtschaft.

Hier treffen in Bezug auf letzteres insbesondere drei Parteien aufeinander: Die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber und die Arbeitssuchenden und Sozialhilfeempfänger (Benachteiligte / potentiell deselektierte).

Grundsicherung

Fraglich ist also zunächst die Grundsicherung. Hier existiert meines Wissens nach ein Lösungsraum mit folgenden Varianten:

  1. Grundeinkommen (Vgl. Utilitismus).
  2. Existenzsicherung mit Förderung in Projektarbeit bzw. Freelancing und Umschulung bzw. Ausbildung (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0 aber auch Jigsaw-Bildungswesen).
  3. Kopplung von Sicherung an Wohlstandsentwicklungen mit Konsequenz höherer Lohnkosten (Vgl. Gerechtigkeit – eine Beschwerde).

Sozialhilfe sollte Kranke nicht schlechter stellen als Menschen in der Existenzsicherung und ihnen Möglichkeiten eröffnen und Förderung zuteil werden lassen, die ihren übrig gebliebenen Fähigkeiten entsprechen. Das bedeutet z. B. eine geeignete IT-Infrastruktur, um sich öffentlich beteiligen zu können oder sogar zu freelancen zu ermöglichen, und Mobilität und Schutz bereitzustellen. Insbesondere z. B. Depressive und Paranoid Schizophrene bräuchten Hilfe im Haushalt und Alltag bis hin zu dauerhafter Ad-hoc Therapie. Lösungsorientierte langfristige Angebote mit zentralen durchgängigen Ansprechpartnern sollten helfen aus den Negativspiralen herausfinden zu können.

Unsere Mentalität Menschen gegen Antragserstellungsarbeit das mindeste Auszuzahlen und sie dann zu fordern, entspricht nicht mehr meinem Verständnis von Fördern und Fordern und auch nicht von gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Arbeitsentlohnung

Der mir bekannte Lösungsraum für gerechte Entlohnung betrifft folgende Konzeptionen:

  1. Gewerkschaften (verpflichtend).
  2. Verteilungsquoten des Gewinns nach Investitionen auf Investoren, Führungsstrukturen und Arbeiter.
  3. Beschränkung erwarteter Rendite (Vgl. nachhaltiger Kapitalmarkt).
  4. Corporate Social Responsibility (Vgl. CSR und the ethical capitalist), Impact Investment (Vgl. Finanzsystem) und Transparenz(-Nudging) (Vgl. Nachhaltigkeit und SuscisionHelper) eventuell reguliert (Vgl. CO2-Steuer).

Nach erstem Eindruck bevorzuge ich eine Kombination aus allen Varianten in geeigneter Gesamtkonfiguration, weiß aber auch noch nicht genau, was das ergäbe.

Zwischenfazit

Können wir Wettbewerbsfähigkeit erhaltent erarbeiten, Verteilungsgerechtigkeit ermöglichen und Konflikte managen, stellt das „Wohlfühlszenario“ ein Zwischenziel dar.

Veränderung hinzu neuen Horizonten

Wäre das „Wohlfühlszenario“ erreicht käme es insbesondere auf die Wir-Orientierung an, die im Kontext des Konfliktmanagements bereits dargelegt wurde und sich auf unsere Ich-Kompetenzen bezieht. Auch zentrale Eingriffspunkte staatlicher Regulation insbesondere mit zunehmend harter Regulierung bei Bedarf wurde auch schon erwähnt (Vgl. CO2-Steuer). Die Begrenzung der Vermögenselite kann über Einsicht und Dankbarkeit hervorgebracht werden oder reguliert werden. Ansätze zeigt Finanzsystem. Die internationale Handhabung von Großkonzernen entzieht sich insbesondere steuerrechtlich meinem Kompetenzkreis, aber der bewusste Aufbau von globalen Monopolen ist keine gute Volkswirtschaft. Nicht Größe, sondern Wettbewerb und kooperative Vernetzung sowie Investitionen in Forschung, Inventionen und Innovationen sind gute Volkswirtschaft.

Fazit: Entscheidungsentwicklungsbaum

Unsere Transformation als deutsche Nation und Gesellschaft erfordert zunächst kooperative Lösung von internationalem Handel. Dann müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig erarbeiten. Nun müssen wir Konflikte managen und die Verteilungsgerechtigkeit im Kontext der Leistungsgerechtigkeit und Zukunftserfordernisse realisieren. Wir brauchen dann ein internationales Steuersystem und eine gelungene Förderung des wirtschaftlichen Mittelstands inklusive Investition in Zukunftstechnologien und Humankapital.

Die Zuordnung meiner Lösungsvorschläge zu den einzelnen Schlüsselfaktoren, die zum Teil über meinen Kompetenzkreis hinausgehen überlasse ich meinen Mitbürgern, sofern sie erarbeitet haben zu solchen Schlüsselfaktoren überhaupt etwas beitragen zu können – das Buch muss man mal gelesen haben, um sich mal wieder mit dem Boden der Tatsachen auseinandergesetzt zu haben.

Im übrigen empfehle ich die Installation von Photovoltaikanlagen an alle deutschen Vermieter und Danke allen Universitäten, die am Netzausbau und der Smart City der Zukunft mitarbeiten! In diesem Kontext möchte ich an die Worte unserer Bundeskanzlerin erinnern:

„Wir kriegen das hin!“.


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Diskussion: It´s Time for Politics to Grow Up

Dieser Vorschlag ist universell und einzigartig. Universell, weil er positive Ideen ausdrückt, die von vielen traditionellen und modernen Kulturen geteilt werden, und so von allen verstanden werden kann. Einzigartig, als konstruktive Synthese für unser aller Fortschritt in einer Form, die Diversität aufblühen lässt und nicht von spaltender Politik untergraben wird. – Dorian Furlonger (2019): „It´s Time for Politics to Grow Up“, Übersetzung von Marius A. Schulz.

Zentrale universelle Normen, die Furlonger aufnimmt sind die vertrauenshaltige Reziprozitätsnorm, die Goldene Regel und der Grundsatz systemisch-individueller Freiheit:

  • Ich gehe auf dich zu, in der Hoffnung, dass du auf mich zugehst.
  • Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte.
  • Ich erlaube mir nur jede Freiheit, die nicht andere in ihrer Freiheit behindern.

Lebensqualität – ehrlich und bedacht

Er konfiguriert diese drei moralischen Grundsätze in Bezug auf Lebensqualität. Lebensqualität erfasst er als subjektive Beurteilung, die überlegt, autonom und wissensbefähigt erfolgt in Bezug auf:

  1. Leben in gutem physischen und sozialen Umfeld (mit einer guten Mischung aus Sicherheit und Chancen in physischer und sozialer Hinsicht).
  2. Leben eines erfüllten Lebens.
  3. Leben in Selbstachtung.

Im Kontext der Allgemeinheit erweitern sich folglich die Beurteilungskriterien hin zu:

  1. Ich beurteile frei von Beeinträchtigung meines Denkens (wie z. B. Manipulation oder Gruppenzusammenhalt).
  2. Ich beurteile mit offenem Zugang zu gegenwärtig relevantem Wissen, dass ich reflektieren konnte.

Schließlich zeigt sich die Integration der moralischen Normen in der Berücksichtigung der Selbstbeschränkung eigener Lebensqualität sofern sie andere oder die Gesamtgesellschaft in ihrer Lebensqualität behindern würde und der Aussage sich auf bedeutsame Unterstützung von Mitmenschen und Institutionen verlassen zu können.

Damit setzt Furlonger auf eine ehrliche und bedachte Bekundung unserer Lebenszufriedenheit. Das steht – so Furlonger implizit – in starkem Kontrast zu den Machtspielen einer Klientelpolitik, die „vorbildhaft“ inszeniert wird – die Machtpolitik.

Machtpolitik nutzt sophistische Techniken, statt dem „mutual higher-self thinking“, dem selbstabstrahierenden Denken zum gemeinsamen Wohl.

Kritik

Zentral scheint mir die Fragestellung der Integration fremder Interessen in die eigenen Fühlens-, Denkens- und Verhaltensweisen zu sein. Entsprechend meiner Konzeption egoistisch-empathischen Verhaltens strebt Furlonger hier die Beachtung von Fremdinteressen an – sie sind zu bedenken. Das unterscheidet nach meiner Konzeption von Opportunismus oder gar Soziopathie, die ohne Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für andere auskommt.

Diese Fragestellung, also die Integration von Fremdwirkung ist jedoch ein zentrales Thema der Ethik – wir können meistens nicht alle Konsequenzen unseres Handelns absehen. So sind wir z. B. als unperfekte Wesen auf Integration entsprechend unserer Intention angewiesen (Vgl. Integration) und die Optimierung gemeinsamer Entscheidungen kann zwar modelliert werden (Vgl. Homo Ökonomikus), aber nur für ausgewählte Stakeholder, nicht das ganze System.

Hier ist folglich die richtige Konsequenz, sich Mühe mit der Modellierung von Konsequenzen eigenen Verhaltens (dazu zählt auch Kommunikation) zu geben und abzusichern aus positiver Intention zu handeln, nicht aber aus „Überforderung“ und mangelndem Verständnis für die subjektiven Situationen anderer aufzugeben, Fremdwirkung zu berücksichtigen.

Dieser Anspruch ist keineswegs neu, sondern im alteuropäischen Kulturgut z. B. des Ehrbaren Kaufmanns in der sogenannten inneren Ehre erfasst (Vgl. Corporate Social Responsibility), war aber im Kontext des zweiten Weltkrieges in Vergessenheit gebracht worden. Heute finden wir diese Ideen im Kontext von Integrität, Authentizität und Verantwortung.

Konstitution

Nach Furlonger sollte folgendes Kernprinzip in die Verfassung aufgenommen werden:

In allen politischen und administrativen Entscheidungen muss die Priorität in der Zielsetzung liegen, dass die Menschheit sich hin zu nachhaltiger Lebensqualität für alle entwickelt und zwar basierend auf offenem und transparentem Wissen.

Dieses Kernprinzip elaboriert er in neun Regeln, die wie folgt zusammengefasst werden können:

  1. Lebensqualität für alle ermöglichen:
    1. Freiheit für Lebensqualität, solange andere nicht eingeschränkt werden.
    2. Entscheidungen und Infrastruktur zur Ermöglichung von Lebensqualität.
    3. Mutual higher-self thinking in Politik und Administration.
  2. Nachhaltigkeit:
    1. Ökologische Nachhaltigkeit.
    2. Soziale Nachhaltigkeit ohne Monokulturen.
    3. Langfristorientierung und Beachtung des Gesamtkontext.
  3. Offenes und transparentes Wissen:
    1. Breite Wissensforschung in allen Bereichen.
    2. Förderung von Fähigkeiten durch Bildungsoffenheit und -Distribution.
    3. Nutzung von Wissen und wissensgerechte Prüfung von Entscheidungen.

Diese Regeln sollen sich gegenseitig verstärkend im Gesamtkontext entfalten, sind also designed, um eine systemische Dynamik hervorzubringen.

Kritik

Furlonger entwirft eine ähnliche Konzeption wie Doughnut Economics. Hierbei geht es um Mindeststandards und Einhaltung von oberen Limits, also dem Setzen von Nebenbedingungen für die freie Entfaltung – in beiden Konzepten in Bezug auf soziale und materielle Mindeststandards und planetäre obere Grenzen unserer ökologischen Lebenswelt.

Furlonger betont mit seinen Regeln die Wichtigkeit von Gleichheit und Gleichwertigkeit mithin Gerechtigkeit der individuellen Entfaltung gegenüber der Einschränkung der Entfaltung Dritter. Diese Form der relationalen „Beschränkung“ wird sowohl intranational als auch international eingesetzt.

Hierin zeigt sich eine zunehmende Integration von ökonomischer, ökologischer und sozialer, und damit auch politischer, Nachhaltigkeit. Konzeptionell nach Furlonger fehlt damit vor allem das Feedback bzw. die Integration der Expertise der Bildungsverantwortlichen.

Hierin dürfte das Fundament bürgerlichen Handelns durch Wissensaneignung und Kompetenzvermittlung liegen, die nicht im sozialen und medialen Miteinander erwächst. Während Furlonger auf umfassende Offenheit und Transparenz von Wissen abzielt, habe ich mich eher mit der Vernetzung von Spezialisten beschäftigt (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen und Wissensmanagement).

Damit entsteht aus meiner Perspektive insbesondere die Frage, wie das Wissen in Form spezialisierter Aneignung in einem Expertensystem vernetzt werden kann und ich stehe der Allgemeinbildung vor diesem Hintergrund kritisch gegenüber – kann wirklich jeder so vieles Wissen, oder brauchen wir Arbeitsteilung im bürgerlichen Bereich?

Politische Implikationen

In Bezug auf politische Implikationen unterscheidet Furlonger zwischen Staatsorganisation, der Rolle der Politiker, der Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit sowie der internationalen Verhältnisse.

  1. Staatsorganisation:
    1. Gewaltenteilung.
    2. Unabhängig gewählte Prüfungsinstitutionen gegen Veruntreuung.
    3. Repräsentativität des Staates durch Abbildung der Interessenslagen der Menschen.
  2. Rolle der Politiker:
    1. Ablage der Führerinterpretation gegenüber einer Interpretation als Dienstleister / Steward gegenüber den Menschen.
    2. Vereidigung der verfassungsgemäßen Verantwortung und Verpflichtung.
    3. Wahrung der Diskursqualität öffentlicher Debatten.
  3. Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit:
    1. Eigenverantwortung für die eigene Lebensqualität und Partizipation am politischen Geschehen (Bürgertum).
    2. Öffentliche Erwartung von bedeutsamer Anwendung der Prinzipien und Regeln.
  4. Internationale Verhältnisse:
    1. Kooperationsgrundsatz gegenüber Drittstaaten.
    2. Auffassung von Gewalt (und Macht) als letztes Mittel und gescheiterten Verhältnissen.

Kritik

Meiner bescheidenen Meinung nach – es handelt sich nur begrenzt um meinen Kompetenzkreis – manifestiert sich die politische Intention Furlongers vor allem in den staatsorganisatorischen Strukturen mit ihren nationalen und internationalen Kontrolleinrichtungen. Zu einem Gewissen grad wird Vertrauen über diese Kontrolleinrichtungen ermöglicht insbesondere aber durch Transparenz bestätigt, und sorgt somit für das Klima fruchtbarer Debatten, die im Kontext zunehmender Digitalisierung auch eine Form der Transparenz und Qualität erreichen könnten, die ein mündig argumentierendes Bürgertum fördern könnte.

Natürlich bedeutet dies, dass das Bürgertum für diesen Prozess auch einstehen sollte und so mitkontrollierend Wirkung entfaltet – insbesondere in liberalen Demokratien. Letztlich entscheiden natürlich unsere individuellen Selbstansprüche in kollektiver Durchdringung, wie unsere Strukturen aufgebaut sind (Vgl. Menschen groß machen) und wir können schließlich zunächst am besten bei uns und dann an den Strukturen angreifen, aber es besteht Gefahr der Überforderung.

Ökonomische Implikationen

Furlonger denkt Ökonomie problembezogen von den Zielen her, wenn er Märkte (auch Finanzmärkte) und Geschäftspraktiken mit Lebensqualität für die Menschheit abgestimmt wissen will, sodass Preise und Indikatoren die Lebensqualität messen und zwischen den Menschen abstimmen und Unternehmen zu werteorientierten Systemen mit transparentem Schutz vor illegalen Aktivitäten sind sowie Professionalität stimuliert wird.

Dem Staat kommt darüberhinaus die Förderung von Forschung in Lebensqualität bedingende Technologien und Wissen zu und die Unterstützung des Arbeitsmarktes. Dabei soll der Arbeitsmarkt durchaus Jobs zugunsten der Lebensqualität aller verschieben / aufgeben können, aber die Betroffenen sollen Unterstützung in der Jobtransition erhalten. Deswegen soll der Staat auch die Entstehung von Arbeitsplätzen insbesondere in Verbindung mit Lebensqualität fördern und Wandel in der Ökonomie und ökonomische Schocks mit Perspektive auf die Arbeitserhaltung und Transitionsförderung managen.

Die Korrektur von Preisbildung, die nicht mit realen Kosten und Nutzen harmoniert soll in einem Prozess kontinuierlicher Aufdeckung mit geeigneten Maßnahmen von Meinungsbildung über Entscheidungsunterstützung bis hin zur Besteuerung und Regulation erfolgen.

Kritik

Unternehmen balancieren Anforderungen von Absatz- und Faktormärkten mit den Faktoren Arbeit, Finanzkapital, Potentialgüter und Rohstoffe im Kontext von Wettbewerb. Dabei gibt es auf dem Absatzmarkt allgemeine Preisanteile und individuelle Preisanteile, während letztere die Spielräume auf den anderen Märkten ermöglichen. Somit liegt in professionell agierenden Unternehmen stets Fokus auf der Wettbewerbsposition über Preis und Leistung(-swahrnehmung).

Da Herr Furlonger Standards für Unternehmen einrichten möchte, müssen diese zu allgemeinen Preisanteilen werden, sodass sie anreizkompatibel im Wettbewerb sind. Hierzu kann geeignete Transparenz an Absatzmärkten eingerichtet werden oder es können Regulationsstandards geschaffen werden.

Das grundsätzliche Thema ist, dass Regulation und Transparenz bzw. Standards nachlaufend konzeptioniert sind gleichwohl sie häufig strukturell eingreifen. Das bedeutet, dass wir ausgehend von wahrgenommenen Problemen Standards etablieren, um diese Probleme und vergleichbare Problemmöglichkeiten auszuregulieren oder entscheidungswirksame Bewusstheit herzustellen und aufrecht zu erhalten – dieses reaktive Muster ist also nachlaufend. Können wir Probleme antizipieren, können wir vorauslaufend-prognostisch regulieren und beeinflussen.

Deswegen sind z. B. Transparenzframeworks basierend auf systematischer Analyse von ungewünschten Marktresultaten, die am (Absatz-)Markt wirksam werden in höherem Maße vorauslaufend, als die Korrektur von ungewünschten Marktresultaten durch Regulation und Beeinflussung. Hier setzt z. B. das Transparenznudging an, dass umfängliche Indikatoren in Kaufnudges überführt, sodass Produkte unabhängig vom Involvement der Konsumenten gut beurteilt werden können und zwar in Bezug auf messbare Eigenschaften, sodass die Vertrauenseigenschaften nur einen geringen Anteil ausmachen.

Professionelle Konsumenten (also z. B. der Verbraucherschutz) würden hier Signale von Unternehmen erwarten, die durch Transparenz echte Werte vermarkten. Hier stellen wir fest, dass die Wertschöpfungsketten am Absatzmarkt eher auf extreme Abweichungen reagieren, als auf Best Practices – Enttäuschung also relevanter ist, als Qualität behaupte ich. Diese Interpretation – sofern sie real ist – legt nahe, dass Unternehmen lediglich den extremen und medial wirksamen Vertrauensbruch meiden, anstatt proaktiv Standards zu erarbeiten.

Eine Institutionalisierung von Qualitätsstandards in Kaufhinweise überbrückt diesen blinden Fleck der Endkonsumenten, sofern das Vertrauen in die Transparenzframeworks besteht. Dies bedeutet nach den Grundsätzen der Privatautonomie, dass diese Transparenzframeworks den Konsumenten bestmöglich individuell beraten, keinesfalls aber bevormunden sollten. Hier ist auch eine Vermittlung und Transparenz der Indikatoren in bildenden Prozessen zu vermitteln – Vertrauenseigenschaften eines Transparenzframeworks sind von erheblicher Bedeutung.

Transparenz ist keinesfalls eine ungewöhnliche volkswirtschaftliche Forderung, sondern eine grundlegende Annahme effizient funktionierender Märkte. Allerdings sind in der öffentlichen Wahrnehmung eher Zertifikate und Marken präsent, die betriebswirtschaftliche Lösungen darstellen, also Geschäftsmodelle sind. Transparenzframeworks mit entsprechender Regulation oder Marktdurchdringung hingegen sind ganzheitliche Ansätze soweit derzeit absehbar. Meines Erachtens ist es wichtig die Debatte hier zu konzentrieren und sich bewusst zu machen, dass Unternehmen und auch Finanzinstitute aufgrund der systemischen Zusammenhänge auf derartige Ansätze von sich aus reagieren – in der Wirtschaft sollte fundiert am richtigen Hebel eingegriffen werden. Eine Übersicht zu Nachhaltigkeitsregulierung liefert der Artikel CO2-Steuer.

In Bezug auf die verbleibenden Vertrauenseigenschaften, also z. B. genehmigte Pharmazie- oder Pestizidforschung, die aufgrund von Informationsasymmetrien und Unmöglichkeit der Vorablangzeitstudie Spielräume für unverantwortliche Geschäftspraktiken lassen, müssen nachträgliche Transparenz eine Reputationswirkung entfalten, die vernünftige und verantwortliche Unternehmen befördern, aber letztlich braucht es in der Tat Verantwortungsbewusstsein und moralisches Handeln auf individueller und organisatorischer Ebene (Vgl. zu Verantwortungskonzepten Corporate Social Responsibility und the ethical capitalist). Streng genommen müsste man die Forschung verstaatlichen und die Nutznießer zum einen mit einer separaten Forschungssteuer belegen und zum anderen auf genehmigte Produkte beschränken.

Bildungswesen Implikationen

Furlonger hält folgende Elemente der Bildung für erwartbar:

  1. Jeder Mensch sollte hochwertige Bildung in der Jugend erhalten und im Erwachsenenalter sollte Bildung stimuliert werden und leicht zu finanzieren, wenn nicht sogar kostenlos sein.
  2. Bildung soll alle Felder enthalten, die für Lebensqualität relevant sind.
  3. Bildungswissenschaften sollten exzessiv erforscht und verbessert werden.
  4. Leistungserfolgskontrollen, die nicht der Zertifizierung von beruflicher Qualifikation dienen, sollten darauf abzielen, Strategien für besseren individuellen Lernfortschritt abzuleiten, statt soziale Pyramiden durch Selektion voranzutreiben.
  5. In der Gesamtschau soll Bildung Menschen befähigen gute Entscheidungen selbstständig treffen zu können (überlegt, autonom und wissensbefähigt), sodass sie ihre Lebensqualität verbessern können, ohne andere in ihrer Lebensqualität zu beschränken.

Furlonger erarbeitet auch die Felder der Bildung, die relevant sind, um Lebensqualität zu ermöglichen:

  1. Sprach-, Kommunikations- und Lernkompetenz.
  2. Wissenschaft von Natur und Technologie, die Verständnis der zugrundeliegenden Faktoren unserer Leben bildet inklusive der Wissenschaftstheorie, wie derartige Erkenntnisse gewonnen werden.
  3. Alles relevante Wissen, um Entscheidungen im globalen Nachhaltigkeitskontext treffen zu können.
  4. Vorurteilsfreie Bildung zu menschlichen Gesellschaften auf der Welt inklusive Kulturdifferenzen, Formen der nationalen Staatsorganisation und internationalen Eingliederung und Unterschiede der Lebensführung, physikalischen Umgebung und dem Umgang mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist Entscheidungen im globalen sozialen Kontext treffen zu können.
  5. Unparteiische Bildung zur eigenen Nation aus sozialer, physischer und historischer Perspektive.
  6. Verständnis von Moral, Werten und menschlicher Bewusstheit (menschenbezogenes Wissen) aus Perspektive relevanter Forschung, wie Ethik, Psychologie und Neurophysiologie.
  7. Bildung zu Logik, systemischem Denken und Entscheidungsfindung mit Befähigung Offenheit mit kritischem Denken zu balancieren.
  8. Bildung zu menschlichen Beziehungen.
  9. Wissen und Fähigkeiten, um das Leben und die Karriere managen zu können.
  10. Bildung in Kunst und Sport im Kontext sozialer Kompetenz, Begeisterung und Stimulation sowie der Erhaltung physischer und mentaler Gesundheit.
  11. Anleitung zu bürgerschaftlichem Engagement in Politik und sozialen Belangen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene inklusive motivationaler Aspekte.
  12. Wissen um die intendierte Verfassung und was die zugehörigen Regeln bedeuten.

Kritik

Bildungskonzeptionen sind nicht mein Kompetenzkreis, aber aus subjektiver Erfahrung halte ich insbesondere Wissen um Recht, Menschsein und kulturelle, wie erkenntnistheoretische Wahrnehmungs- und Verhaltensunterschiede für zu wenig durchgängig vermittelt. Im Übrigen ist Bildung ein Prozess, und damit nach Effektivität, Effizienz und Flexibilität zu gestalten, wobei insbesondere Flexibilität in unseren historisch autoritär geprägten System zu wenig bedacht scheint, um eine intensive Profilbildung in Bezug auf Wissen und Kompetenzen hervorzubringen, die im Kontext der Allgemeinbildung zukunftsgerichtet Arbeitsteilung in Kooperation ermöglicht und dabei die Motivation der Lernenden betont. Ich habe dazu im Artikel Jigsaw-Bildungswesen versucht meine Eindrücke zu reflektieren.

Zentrale Zusammenstellungen meiner wissensbasierten Beschäftigung mit dem Menschsein finden Sie im Abschnitt Ich-Kompetenzen.

Fazit

Dorian Furlonger widmet sich zentralen Grundsätzen einer Konstitution und betrachtet deren Implikationen in den zentralen Gesellschaftsstrukturen: Staatsorganisation / Politik, Wirtschaft und Bildung. Die Ausführungen bleiben nicht auf nationaler Ebene hängen, sondern widmen sich auch der internationalen Gemeinschaft.

In diesem Sinne rückt er den Wert des Universalismus in den Vordergrund – wir sind eine Menschheit auf einem Planeten. Diese fundamentale Wahrheit möchte er in unseren zentralen Strukturen global wiederfinden. Deswegen sollten die Bürger der Nationen ihre Erwartung an die Politik erhöhen und sich selbst konstruktiv und mitmenschlich im Sinne höchster Lebensqualität für alle einbringen.

Eine interessante Diskussion scheint mir die Verständigung zwischen Menschen, die einen Wert zugunsten von Macht entwickelt haben mit Menschen, denen Macht eher wenig motivierende Kraft gibt, da mir der Eindruck entstanden ist, dass letztere auf eine „Macht des Sozialsinns“ setzen, deren Relevanz für machtorientierte Menschen vielleicht der Verständigung bedarf. Dies scheint mir eine interessante Fragestellung, die offen geblieben ist.

Anmerkung

Das knapp gehaltene Buch von Dorian Furlonger ist in diesem Artikel in den wesentlichen Aussagen erfasst. Gleichwohl erzeugen die Darstellungen von Furlonger vielschichtige Details über Zusammenhänge, Motivation und Interaktion der Prinzipien und Regeln, die hier nicht abgebildet werden können uns sollen. Ich kann das kurze Buch empfehlen. Schade ist lediglich, dass das Buch ohne Würdigung von zum Teil Lebensleistungen von Forschern durch Referenzierung auskommt, und sich damit etwas der wissenschaftlichen Gemeinschaft entzieht.


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Diskussion: Knapp Wertvoll Sparsam

„Wir leben derzeit in einem das gesamte Leben dominierenden Wirtschaftssystem, welches versucht, auf Basis der unrealistischen Fiktion eines immerwährenden Zuwachses an materiellen Gütern alle Voraussetzungen zu zerstören, auf den es selbst steht.“ Friedrich Wegenstein (2019) „Knapp Wertvoll Sparsam – Wirtschaftswachstum ist kein Fortschritt.

Herr Wegenstein – ein Betriebswirt und Großvater – beschäftigt sich mit der Spannung von Wirtschaft und Demokratie auch vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit.

Demokratie

Demokratie bedeutet für den Menschen Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit und er besitzt ein Anspruch auf Lebensgrundlagen und Arbeit. Für die (supranationalen) Staatengebilde bedeutet sie Autarkie, Handlungsfähigkeit und Legitimation. Wegenstein möchte Arbeit als Menschenrecht verstanden wissen und zielt auf deren identitätsstiftende Komponente und die Selbstfinanzierung ab.

Wirtschaft

Wirtschaft strebt strategisch kalkulierend nach finanziellem Erfolg, ist opportunistisch, kurzsichtig und manipulativ, strebt nach Marktmacht und rationalisiert die Ressourcen gnadenlos, wobei sie maximal rechtshörig ist.

Der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital erfolgt zu Ungunsten der Arbeit, da Kapital durch leichtere Verwendbarkeit wesentlich mehr Kräfte entfaltet. So kommt es, dass enorme Vermögens- und Einkommensungleichgewichte herrschen.

Menschen werden im System an allen Fronten übervorteilt – von Wahlmanipulation über Konsumindoktrination bis hin zum Leistungszwang.

Natur & Menschenrecht

Ursächlich für die Verwürfnisse ist prestigestreben um sich nivellierende Vorreiterrollen durch Anhäufung von Konsumprodukten im Sinne einer Sucht, die schon gar nicht mehr sinnhaltig oder befriedigend ist – zum Teil Kreditfinanziert.

Dem sollte seines Erachtens folgendes Prinzip entgegenstehen:

„Nur verdienen was man braucht, nur das ausgeben, was man verdient, und nur das verbrauchen, was unabdingbar notwendig ist.“

Fortschritt und Wohlstand

So möchte er auch Fortschritt in tatsächlichen Nutzen für den Menschen gesehen haben, sodass Unternehmen soziale Systeme sind und der Geldwert sich über die Verwendung bestimmt, statt über die Ziffer.

Wohlstand soll das gesamte Leben und alle Gesellschaftsschichten in Hinsicht der Zufriedenheit, Gesundheit und internationaler Kooperation betrachten und auch durch individuell relevante Informationssysteme beobachtbar machen. Dem Staat und der Gemeinschaft kommt die Rolle zu, Rahmenbedingungen für die individuelle Befriedigung körperlicher, sozialer und geistiger Bedürfnisse zu schaffen.

Das bedeutet insbesondere auch eine vollständige Berichterstattung durch Medien.

Lösungsvorschläge

Wegenstein möchte die Demokratie fördern, die Umwelt schützen und Wirtschaftsgesetze erlassen. Seine Vorschläge versteht er als Impulse für demokratische Prozesse, nicht als abschließende Lösung für komplexe / komplizierte Sachverhalte.

Demokratieförderung

  • Auf internationaler Ebene möchte Wegenstein gelebte Demokratie beobachten. Irritierend sind z. B. Vertreter demokratischer Staaten, die mit autokratischen Methoden ungelegene Stimmabgaben in internationalen Gremien sanktionieren – dies ermangelt der Legitimation durch die Fundamente dieser Demokratien und des Volkes.
  • Undemokratische Einflussnahme und Lobbyparteispenden möchte er strafrechtlich ahnden.
  • Antidemokratische Parteien sollen Werbeverbot erhalten und die demokratische Abschaffung der Demokratie soll verboten werden. Parteien sollen erst zu Wahl zugelassen sein, wenn sie beleghaft prodemokratisch sind.
  • Auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sollen unabhängige Organisationen das Demokratieerlebnis prägen, ohne das Mehrfachfunktionen bestehen – dem Wähler soll kein intransparenter Parteiapperat gegenüberstehen.
  • Politiker sollen unabhängig durch Einkommen aber auch durch Beruf sein und Ämter nur kurz wahrnehmen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Das soll mehr Menschen ermöglichen politische Ämter zu tragen. Auch sollen Politiker Inszenierung abbauen und authentisch-bürgernah sein mit tatsächlichen Maßnahmenerarbeitungen.
  • Staatsangestellte sollen von Parteieinflüssen unabhängig sein.
  • Bürger sollen in den Künsten der Demokratie geschult sein, also z. B. im Diskurs und demokratische Bürgerpflichten wahrnehmen – zum Schutz aller. Politische Debatten sollen enttabuisiert und lösungsorientiert geführt werden.
  • Der Staat soll einfache Gesetze erlassen ohne viele Querverweise und tendenziöse Sonderregelungen.
  • Steuern sollen Kapitaleinkommen mehr belasten, Areitseinkommen entlasten und proportional zu Arbeitsbedingungen so veranschlagt werden, dass gewünschte Arbeitsbedingungen anreizkompatibel sind. Umwelt-, Entsorgungs- und Recyclingabgaben sollen eingerichtet werden.
  • Die Staatsverschuldung soll gedeckelt werden.
  • Importgüter sollen an gesetzliche Standards des Inlands gebunden oder vom Import ausgeschlossen werden, um einheimische Produktion lediglich mit strukturell vergleichbaren Gütern in Konkurrenz zu setzen – es bringt nichts Standards zu etablieren und dann Produkte aus Schwellenländern zu importieren, die diese Standards nicht kennen.

Umweltschutz

Wegenstein strebt Verbote und Verpflichtungen an, um Umweltschutz generationenübergreifend zu gewährleisten. Verbote sollen mit Strafen bewährt sein.

  • Verbot des Verbrauchs und der Verschmutzung lebenswichtiger Ressourcen inklusive Boden.
  • Verbot vorprogrammierter Alterung von Produkten.
  • Verbot nicht absolut notwendiger Verpackung.
  • Verbot jedes vermeidbaren Energie- und Ressourcenverbrauchs.
  • Recyclingverpflichtung.
  • Verplichtung erneuerbare Energien zu nutzen.

Wirtschaftsgesetze

  • Transparenz im Einzelhandel – alle relevanten Informationen für Käufer inklusive Wettbewerbsinformationen.
  • Beschränkung der Unternehmensgrößen.
  • Stärkung des Unternehmers durch weniger Börsenfinanzierung (langfristige Investoren).
  • Bindung des Höchstverdienstes an den Mindestverdienst.
  • Arbeitszeitverkürzung bei Arbeitsverknappung.
  • Verbot von Krediten für Konsum und Spekulation.
  • Kostenwahrheit – Einpreisung von Externalitäten über Pique-Steuern.

Diskussion

Demokratie zu fördern ist m. E. vor allem ein Thema der Interaktion – wie wollen wir miteinander umgehen? Unsere Werte müssen im tatsächlichen Verhalten ankommen und statt von Macht sollten wir von Verantwortung reden. Politiker sollten Befangenheit transparent machen. Was ich sagen möchte ist, dass Wegenstein gar nicht auf die Theorie des Gesellschaftsvertrags eingeht. Politiker, Bürger, Kapitalisten und Führungsorganisationen sind letztlich einer (Welt-)Gemeinschaft verpflichtet zumindest aber übernehmen wir hier alle Verantwortung in gewissen Bereichen füreinander und müssen uns aufeinander verlassen können. Interaktionsdefinitionen sind zentrale Bereiche der persönlichen Reifung (Vgl. Menschen groß machen).

Konkrete Maßnahmen zur Demokratieförderung kann ich nicht gut beurteilen, aber mir schwebt eine Digitalisierung demokratischer Prozesse vor – Regionalgruppen gehen durch Vertretung in übergeordnete Gruppen auf und aktuelle Themen werden diskutiert und abgestimmt. Gar nicht unbedingt rechtswirksam, aber öffentlich und mit Feedback.

Verbote und Verpflichtungen sind erst dann wirksam, wenn sie auch kontrolliert und durchgesetzt werden. Hierzu müssten geeignete Maßnahmen erarbeitet werden, sodass die Regeln nicht nur auf dem Papier stehen. Das Problem sehe ich insbesondere bei der Durchsetzung von Arbeitsbedingungen im Ausland. Hier sind eventuell Transparenzregulierung und Gutachten durch unabhängige Gutachter einzurichten. Auch glaube ich, dass Kostenwahrheit und Transparenz im Einzelhandel vielleicht besser durch Vertrauen in Optimierungsverfahren lösbar wären, als durch sperrige Produktkataloge (Vgl. CO2-Steuer).

Das Kartellrecht sollte ein ernstzunehmendes Ziel haben und nicht unterminierbar sein, auch sollten Marktspiralen von Kartellen aufgenommen werden (Vgl. Marktspiralen). Vielleicht sind aber auch Größenbeschränkungen sinnvoll. Jedenfalls ist es frustrierend, dass konzentrierte multinationale Großunternehmen die Regeln und Auswahl auf allen Märkten bestimmen, auch dem Arbeits- und Start-up-Markt (Vgl. Finanzsystem).

Corporate-Governance-Themen sind neben der Besteuerung von Kapitalvermögen und Automaten (Vgl. Utilitsmus) und Entlastung des Arbeitseinkommens von besonderer Bedeutung. Hier schlage ich vor über angemessene Renditen zu debattieren, sodass die Forderungen des Kapitals nicht alle anderen Märkte auslutschen, weil sie die Geschäftsführung einsetzen (Vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt). Insbesondere eine Definition von ehrbaren Kaufleuten (Vgl. CSR und ethical capitalist) und die Relationalisierung von Gehaltsniveaus im Führungsgefüge gegenüber dem Arbeitsgefüge ist hier auch vernünftig.

In Bezug auf die doch etwas negative Interpretation von Wirtschaft möchte ich anführen, dass die Betriebswirtschaft auf dem „Menschen“-Bild des Homo Ökonomikus basiert und aus dieser Perspektive funktionale Menschenbilder für die diversen Markt- und Vertragssituationen selektiert. So verfügen z. B. die Kommunikationspolitik der Unternehmen über Informationsverarbeitungswissen der Menschen, Arbeiter werden mit Werten, Bedürfnissen und anderen Motivations- und Leistungsfaktoren erfasst und Business-2-Business-Verhältnisse unterliegen Einblicken in professionelle strategische Kooperation und Verhandlungsführung. Es ist also in der Tat so, dass Unternehmen, als hierarchisch-ergebnisbewertete Expertensysteme mit enormen Ressourcen insbesondere relativ einfachen Konsumenten und Arbeitern gegenüberstehen – Übervorteilung geschieht in der Tat.

Anmerkung

Das Buch „Knapp Wertvoll Sparsam“ weist eine hohe Informationsdichte auf und kann hier nur in Grundzügen dargestellt werden. Es greift auf aktuelle Daten zurück und beschreibt detailliert und anschaulich, aber etwas bestimmt, zentrale Probleme von Wirtschaft, Politik und Arbeit im Kontext der Demokratie. Sollten diese Themen Sie interessieren, kann ich das Buch empfehlen.


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CO2-Steuer

Was passiert, wenn ein Mensch feststellt, dass er ein Idiot ist? Sie wachen eines morgens auf und stellen fest: Die ganze Welt hat riesen Probleme – Klimawandel führt zu Katastrophen, Tornados, Extremwetter, Überschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis… das ganze Ökosystem kann kippen, die Versorgung der Menschen mit dem Mindesten, also Nahrung und Trinkwasser leidet unter Übersäuerung, Verunreinigung und Übersalzung und Pestizide rotten Bestäuberbestände aus, Großgrundbesitzer beuten Wehrlose aus – auf Plantagen, für Mineralien, Müll und Plastik sammelt sich, Tiere werden verdinglicht, eingezäunt, geschreddert, gezüchtet, notgeschlachtet – outputoptimiert.

Die „Lebenslüge“ unseres Wohlstands ist enorm – wir haben kaum Möglichkeit zurzeit das Richtige zu tun – kann man überhaupt wissen, was wirklich nachhaltig ist? Haben wir diese Transparenz und Aufklärung gegenüber Wertschöpfungsketten und deren Produkten?

Aber kommen wir zurück zur Frage: Was passiert, wenn ein Mensch feststellt, das er ein Idiot ist? Sie erwarten vielleicht eine Verhaltensänderung: „Jetzt Krempel ich mein Leben um, es muss sich was ändern!“, aber die menschliche Psyche kennt einige Fallstricke. Z. B. lösen wir kognitive Dissonanz, also unangenehme Selbsteinschätzungen gerne durch beschwichtigende Informationen auf: „Mein Nachbar ist noch schlimmer, der fährt ein SUV und hat eine Nesspresso-Kaffemaschine.“, oder „Ich hab ja eh keine Wahl, die Wirtschaft bietet einem nur Pest oder Cholera.“ und vielleicht auch kontrastierend: „Nachhaltigkeit ist totaler Schwachsinn, da probieren ein paar Forscher ihren Job zu erhalten und betreiben Glaskugelforschung – den Klimawandel gibt´s nicht, ich wähle die AfD!“.

Für gewöhnlich sind die Dinge, die uns dann so einfallen nicht direkt „falsch“, aber sie sind unwesentlich oder zurechtgepriemelt, um zu passen – Im Hip Hop sagt man: „fake!“. Das sehen Sie auch an der Aussage zu den Optionen unserer „Lebenslüge“: In der Tat ist es sehr aufwändig nachhaltig einzukaufen – mein letzter Nahrungsmitteleinkauf stammt aus Europa und weiter entfernten Regionen, Bio kann ich mir nicht immer leisten. Was da an Transport-CO2 drinsteckt, Plastikmüll, Pestiziden – pfff, keine Ahnung. Ich brauchte was zu essen, hab mich zum Supermarkt geschleppt und genervt eingekauft – was brauch ich, was könnte helfen, was fallen mir für Gerichte ein, was ist günstig usw. . Zuhause angekommen setzte dann mein Gewissen ein – shit!

Pigue-Steuer

Hier kommt die CO2-Steuer bzw. allgemeiner die Pigue-Steuer ins Spiel. Sind negative Effekte von Produkten und Dienstleistungen nicht eingepreist – sieht man es nicht am Preis -, dann ist die knappheits- bzw. werthaltigkeitsabbildende Funktion der Preisbildung nicht mehr gegeben – Smiths´ unsichtbare Hand funktioniert nicht mehr. Eine Pigue-Steuer misst diesen fehlenden Preisaufschlag und preist in im Wege eine Abgabe ein, die es auch erlaubt Geschädigte im Wege der Subvention oder durch öffentliche Güter zu entschädigen oder einfach die Gemeinschaft / Nation zu finanzieren – was zurückzugeben.

Wären alle sogenannten negativen Externalitäten – ökonomisch und nach unseren Wertemaßstäben – über Pigue-Steuern eingepreist, könnten Sie einfach das günstigste Produkt kaufen, das die richtige Qualität hat – das wäre noch komplex genug. Sie müssten Werbung, Erfahrung, Marken, Zertifikate, Wissen usw. prüfen, um einen halbwegs zutreffenden Qualitätseindruck zu gewinnen. Hierbei helfen uns Institute, wie Stiftung Warentest oder Gutachten zu Antriebskonzepten usw. – Transparenz ist enorm wichtig und eine Menge an Information. Information kostet Zeit, und damit Geld in Produktion und Konsum.

Informationskosten und weitere Hürden

Wenn Sie also eine CO2-Steuer fordern, bedeutet das für Unternehmen Carbon Controlling, wenn Sie darüber hinaus umfassende Nachhaltigkeitserwägungen Fordern, brauchen Unternehmen Konzepte, wie das Global-Reporting-Initiative-Framework, und wenn dann auch noch alle Innovationen wasserdicht auf Risiken abzusichern sind, kostet das eine Menge Forschungs- und Zulassungsgelder. Das ist für viele Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit eine Hürde: während der Absatz (Business Case for Sustainability) hochgradig unsicher ist, weil Nachhaltigkeit noch nicht im Mainstream angekommen sein dürfte, entsteht ein Haufen an Kosten, um Produkte zu innovieren, Wertschöpfungsketten zu regionalisieren (höhere Löhne) und die Nachhaltigkeit zu belegen. Deswegen gibt es eigentlich nur Zertifikate für ausgewählte Probleme, die sich – sofern nicht korrupt – im Wesentlichen auf werbewirksame und kaufwirksame Nachhaltigkeitsaspekte beziehen, die Komplexität regelmäßig jedoch ausblenden.

Wird eine marktdurchdringende CO2-Steuer für diverse Produkte eingeführt, müssen alle Unternehmen diese Informationsleistung erbringen und sie ist kein Wettbewerbsnachteil mehr – die Hürde „verschwindet“. Auch werden Innovationen in CO2-sparende Produkte zu Wettbewerbsvorteilen. Aber CO2 ist wie bereits aufgezeigt nur ein Element von Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit bedeutet soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Zur sozialen Nachhaltigkeit gehören Dinge, wie Ausschluss von Kinderarbeit, faire Entlohnung, faire Arbeitsbedingungen, angemessener Kündigungsschutz, Finanzierung von Transistionszeiten der Arbeitslosigkeit und Weiterbildung.

Das Ideal und die Planwirtschaft

Eigentlich ist das Thema so komplex, dass wir so etwas wie eine Marktwirtschaft bräuchten, die sich im Wettbewerb um Nachhaltigkeit befindet, denn Regeln oder Regulation können die Komplexität nicht wirklich überschauen. Das ist ein bisschen wie Planwirtschaft im Sozialismus – ineffizient, ineffektiv, unflexibel.

Vielleicht tuen sich deswegen politisch Verantwortliche so schwer mit harter Regulierung, wie einer CO2-Steuer oder CO2-Zertifikate-Handel. Wir wollen jedoch festhalten, dass an mancher Stelle schon etwas getan wurde: CO2-Zertifikatehandel im Energiesektor, Nachhaltigkeitsaufklärung, Social Entrepreneurship, Impact Investment, Doughnut Economics, Umweltdemonstrationen, Boykotte – es gibt Bewegung.

Gerade auch Social Entrepreneurship zeigt auf, dass es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen wollen, mitdenken und Empathie besitzen – der Ehrbare Kaufmann und Corporate Social Responsibility existieren (Zu Informationen zu Verantwortungsthemen vergleiche CSR und the ethical capitalist).

Stellen Sie sich mal vor, alle deutschen Ingenieure und andere Profis würden versuchen richtig sinnvolle Produkte zu entwickeln – eigentlich eine riesen Chance und die Methodik ist auch schon weit entwickelt (Vgl den bescheidenen Beitrag: Nachhaltigkeit, der der Produktentwicklung entsprungen ist).

Was sind Nachteile einer CO2-Steuer

Neben der schwierigen bzw. bürokratischen Regulation der Steuer sind Maßnahmen, die relative Preise verändern eher im unteren Einkommenssegment bindend und wirksam. Es könnte zu einer Steigerung des allgemeinen Preisniveaus kommen und Einkommen entwerten und „gezwungen“ zum kauf von nachhaltigen Produkten sind eher die Massen, als die Vermögenden. So findet nicht unbedingt eine Verantwortungsübernahme durch die Gesamtgesellschaft, den Menschen statt – reiche juckt das im Zweifel nicht. Das ist schade, weil gerade Reiche enormen Einfluss auf Innovationen haben, indem Sie Preisaufschläge für Innovationen zahlen können und die Technologien somit in ihrer realen Kostenreduktion finanzieren. Üblicherweise werden Innovationen erst über die Zeit zu Massengütern, während sie am Anfang nur den besonders interessierten zur Verfügung stehen. Nicht umsonst also führen wir die Debatte zur Verantwotungsübernahme und vorbildlichem Verhalten der Reichen.

Weitere Nachteile ergeben sich im internationalen Handel. Werden z. B. in Deutschland steuern für CO2 erhoben, aber in anderen Absatzmärkten einer handelbaren Industrie nicht, entstehen Komplexitätskosten, um Produkte für die einzelnen Märkte zu entwickeln. Gleichwohl hätte das den Vorteil einer Zukunftsgerichtetheit des Produktportfolios im Nachhaltigkeitsbereich – also so ungefähr das Gegenteil vom SUV und eher so etwas wie funktionale, multimodale und autonom fahrende Sharingkonzepte basierend auf regenerativen Energien (Vgl. Logistik der Zukunft).

Der SUV ist im übrigen eventuell für eine Anti-Nachhaltigkeitsspirale verantwortlich (Vgl. Modellierung von Marktspiralen) und mir als Ingenieur ist es in der Tat peinlich und es macht mich tieftraurig, das eine unserer Kernindustrien in Deutschland schlichtweg asoziale Marketingkonzepte vermarktet, anstatt MASCHINEN zu bauen, die Probleme vernünftig lösen – Schande über euch! Das ist ungefähr so, wie ein Teammitglied das nicht nur Trittbrett fährt, sondern auch noch versucht maximalen Schaden anzurichten, und so etwas nennt man Soziopathie.

Weitere Nachteile im internationalen Handel entstehen dann, wenn die Absatzmärkte sich regional beschränken und das Nachhaltigkeitsziel nicht wirklich erreicht wird, weil Länder nicht mitziehen. Gut wären also internationales wirksames Engagement. Hierfür gibt es Anzeichen und internationale Vereinbarungen, auch da gibt es Bewegung – nur nicht schnell genug. In einer Währungsunion z. B. bedeuten CO2-Steuern höhere Preise für Inputfaktoren, und damit Standortnachteile, wenn keine Kooperation innerhalb der Währungsunion gemeinsam besteuert. Eine Währungsunion selber verschlechtert durch eine CO2-Steuer ihre Terms of Trade, aber Abwanderung von handelbaren Industrien ist nicht so ausgeprägt.

Was ebenfalls nachteilig an einer CO2-Steuer ist, ist dass Sie für viele Zwang bedeutet und Bevormundung – würden Sie lieber eine nachhaltige Maschine aus Überzeugung bauen oder, weil der Kostendruck das nahelegt? Würden Sie sich lieber durch Verantwortungsübernahme hervortun, oder dazu rechtlich gezwungen sein? Es gibt viel Kritik am „auscrowden“ von intrinsischer Motivation durch harte Regulation.

Was sind Alternativen zur CO2-Steuer

Ein zentrales Element auch der CO2-Steuer ist Transparenz. Wäre es wettbewerbsneutral Transparenz herzustellen, könnten Konsumenten, liebe Mitbürger, besser Entscheiden, was sie durch ihren Kauf unterstützen wollen. Transparenz bedeutet, dass unabhängige Experten Zieldimensionen durch Kennwerte und Gutachten beurteilen und raten – das könnte gesetzlich verpflichtend und damit wettbewerbsneutral sein. Transparenz herzustellen bedeutet nicht nur Informationen zusammen zu stellen, sondern sie auch geeignet zu vermitteln. Hier spielt Transparenz-Nudging eine interessante Rolle (Vgl. z. B. SuscisionHelper). Nudging bedeutet übersetzt anschubsen und im Kontext, die Expertengutachten in einfache Hinweise zu verdichten, wie Reihenfolgen, Noten, Ampelfarben oder ähnlich.

Eine weitere Alternative sind Verbote – es ist grundsätzlich möglich besonders averse Produkte einfach zu verbieten. Das beschränkt zwar die materielle Freizügigkeit, bedeutet aber z. B. das alle Menschen gleichermaßen betroffen sind, also auch Reiche. Gleichwohl müssen Verbote kontrolliert und durchgesetzt werden und es können Schattenmärkte entstehen, wie z. B. beim Alkoholverbot in den USA.

Das Gegenteil einer Steuer ist eine Subvention – man könnte besonders wünschenswerte Produkte durch Subventionen oder Umlagen fördern und konkurrenzfähig machen, wie z. B. bei der Energieumlage.

Letztlich existiert auch die besonders softe Methode der Meinungsbildung, um Bürger zu motivieren verantwortliche Konsumenten zu werden, Führungskräfte zu motivieren nachhaltige Strategien und Maßnahmen verantwortungsvoll zu ergreifen, Reiche und Konzerne zu motivieren Steuern zu zahlen und Innovatoren zu motivieren in der Suchrichtung voranzuschreiten.

Abwägung – Was ist der richtige Weg?

Im Kern geht es meines Erachtens tatsächlich um gesamtgesellschaftlichen Wandel – vom Individualismus in Richtung Kollektivismus, von Opportunismus in Richtung Verantwortung, von Autoritätssystemen zu Vernetzung und Dezentralität, von Arbeitsfokus zu Bürgertum und Gemeinschaft, von Erfolg ist Reichtum zu Erfolg ist Zufriedenheit (Vgl. Glücksländer), von Reaktivität zu Proaktivität, von Toleranz zu Diversität und Akzeptanz, von Beschwerde zu Kostruktivität, von Unwissend zu emotional Intelligent, von Nationalismus zu Weltoffenheit, von Massenproduktion zu Mass-Customization, von Globalisierung zu Handelsteritorien (Vgl. Herstellung von Konvergenz), von Hierarchie zu Koordination (Vgl. Unternehmenskonzeptionen), von Sozialismus versus Kapitalismus zu Digitalisierung (Vgl. Utilitismus), von Drucksystem zu Motivation und von Existenzsicherung zu Verteilungsgerechtigkeit (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0 und Gerechtigkeit – eine Beschwerde) sowie von Ausbildung zu lebenslangem Lernen.

Die Themen der Zeit sind mannigfaltig und fordernd. Ein junger Mann, dessen Artikel ich nicht mehr finde, hatte argumentiert, dass die Entwicklung der Strömung, die sich in der AfD manifestiert inklusive Rassismus und Radikalisierung, auf der Sicherung des Gefühls ein guter Wohlstandsmensch zu sein basiert – früher war man stolz bessergestellt zu sein, das hatte man sich als Volk verdient, heute sind wir Ausbeuter und Sozialschmarotzer, obwohl wir viel Arbeiten.

Mit Komplexität umzugehen erfordert viel Agilität und enorme Verarbeitungskapazität sowie – und davon haben deutsche besonders wenig – Frustrationstoleranz, Emotionale Intelligenz und Hoffnung (Vgl. Selbstregulation, Positives Denken und Bewusstseinsreifung). Komplexität ist auch schwer alleine zu verarbeiten, wir brauchen uns, wir brauchen Gemeinschaft, wir brauchen Kooperation (Vgl. Kooperationsmanagement). Wir sollten Soziale Medien und Digitalisierung zu zielführender und hilfreicher Vernetzung einsetzen (Vgl. Wissensmanagement). Und wir können nicht im Kämpfen und Verdrängen / Flüchten und Gerichtsurteilen verharren, sondern müssen uns wertschätzen – die Würde des Menschen ist unantastbar (Vgl. Konfliktmanagement) bedeutet Menschen Respekt zu zollen und Empfehlung statt Neid.

Ich komme also zum Schluss, dass wir ein Portfolio von genannten Maßnahmen brauchen – wir brauchen Meinungsbildung und Appell genauso wie harte Regulation. Aber was hilft wirklich, Transparenzregulierung und Transparenznudging oder umfängliche CO2-Steuern. Hilfreich finde ich insbesondere die Abkehr von einer statischen Entscheidung hin zu einer dynamischen Betrachtung: wir können erst Transparenz regulieren und Nudgingsysteme ausbauen, bevor wir – falls erforderlich – zunehmend hart regulieren. Wir können in einem Prozess eine Balance aus softer und harter Regulierung entwickeln, die sich an das Problem herantastet. Angefangen mit den großen Brocken, denn wir arbeiten gegen die Zeit und wenn wir nichts tun, müssen wir eventuell irgendwann hochriskante Geoengineering-Projekte durchführen, um zu überleben.

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