Glücksländer

Grafik des Zusammenhangs von Lebenszufriedenheit und Pro-Kopf-BIP
Zusammenhang Zufriedenheit und Pro-Kopf-BIP

Was bedeutet die Grafik?

Die Grafik zeigt eine Schätzung des Zusammenhangs zwischen Pro-Kopf-BIP und Lebenszufriedenheit (rote Linie). Das Modell, das der Schätzung zugrundeliegt, ist ökonomisch fundiert (Cobb-Douglas). Das bedeutet, dass der marginale Nutzen des ersten zum Konsum verfügbaren Produkts unendlich ist, der marginale Nutzen bei immer weiter steigendem Konsum immer kleiner wird und der Zuwachs an Konsum nie negativen Nutzen stiftet.

Der Zusammenhang wurde mit Daten von 2005 bis 2017 aus dem World Happiness Report der Vereinten Nationen geschätzt. Die Schätzung ist statistisch signifikant auf auf einem Niveau von über 99.999 % und erklärt circa 61 % der Variation in der Zufriedenheit.

Die angezeigten Datenpunkte sind die jüngsten Ergebnisse aller 164 analysierten Länder – die meisten aus dem Jahr 2017. Die farbliche Kodierung basiert auf einer Gruppierung der Daten in fünf Gruppen entsprechend der durchschnittlichen Abweichung von der Schätzung über die Jahre von 2005 bis 2017 wo möglich (äußerst zufrieden [hellblau], zufriedener [dunkelblau], mittlere Zufriedenheit [grün], unzufriedener [rot], sehr unzufrieden [schwarz]; statistisches Verfahren: K-Means).

Folglich werden die aktuellen Abweichungen vom langfristigen Trend gezeigt, wobei eine strukturelle Zufriedenheit im Verhältnis zum Trend farblich gekennzeichnet ist. Während die Trendlinie Auskunft gibt, welche Zufriedenheitssteigerung mit einer Ausweitung des Konsums im Mittel zu erwarten ist, geben die Länder mit hoher bzw. niedriger struktureller Zufriedenheit einen Hinweis auf länderspezifische Faktoren, die Zufriedenheit bedingen. Eine Analyse der Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppen bzw. der Unterschiede zwischen den Gruppen, kann helfen strukturelle Faktoren der Zufriedenheit zu identifizieren.

Länder höchster struktureller Zufriedenheit

Die Länder höchster struktureller Zufriedenheit (hellblau) sind: Australien, Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Kanada, Kolumbien, Kongo (Kinchasa), Denemark, El Salvador, Finland, Guatemala, Guyana, Island, Israel, Mexico, Moldau, Mosambique, Niederlande, Neuseeland, Nicaragua, Norwegen, Österreich, Panama, Schweden, Schweiz, Usbekistan und Venezuela.

Länder geringster struktureller Zufriedenheit

Die Länder geringster struktureller Zufriedenheit (schwarz) sind: Botswana, Bulgarien, Gabun, Georgien, Hongkong, Iran, Iraq, Portugal, Qatar, Sri Lanka und Ungarn.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ich habe derzeit noch keinen Ansatz für die Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppen und die Unterschiede zwischen den Gruppen, weil ich zu wenig Ahnung von diesen Ländern habe. Deswegen würde ich gerne mit Ihnen in den Kommentaren diskutieren, welche Ideen Sie haben, sodass ich eventuell weitere Analysen mit Ihrer Hilfe erarbeiten und einfügen kann.

Verteilungsgerechtigkeit

Herr Pickwick hatte die Hypothese, dass der Gini-Koeffizient, der die Verteilungsgerechtigkeit (0) gegenüber der Vermögenskonzentration auf wenige (1) misst, eine Wirkung auf strukturelle Abweichungen vom Zusammenhang zwischen Pro-Kopf-BIP nach Purchasing Power Parety und Zufriedenheit hat.

 

Der Gini-Koeffizient (Weltbank) ist absolut statistisch signifikant negativ mit der Vermögenskonzentration korreliert und erklärt etwa 44,89 % der Variabilität der Abweichung. Deutschland hatte im Jahr 2017 einen Gini-Koeffizient von etwa 0,2.

Kulturdimensionen nach Hofstede

Ich habe mich gefragt, ob kulturelle Unterschiede verantwortlich für strukturelle Abweichungen der Zufriedenheit sind. Um das zu untersuchen habe ich auf die Daten von Geert Hofstede zurückgegriffen.

Nach dessen Modell existieren sechs Kulturdimensionen, von denen vier statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung vom Wohlfahrtstrend korrelieren. Diese vier Dimensionen erklären etwa 54,84 % der Variabilität der Abweichung.

Machtdistanz

Die Machtdistanz verläuft von gering zu hoch und ist absolut signifikant negativ mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je geringer die Machtdistanz zwischen Autoritäten und normalen Bürgern / Mitarbeitern, desto zufriedener sind die Menschen.

Kollektivismus – Individualismus

Der Indikator Kollektivismus – Individualismus verläuft von Kollektivismus zu Individualismus und ist absolut statistisch signifikant positiv mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je individualistischer eine Kultur ist, desto zufriedener ist sie.

Unsicherheitstoleranz

Die Unsicherheitsvermeidung verläuft von Toleranz gegenüber Unsicherheit hin zu Vermeidung von Unsicherheit und ist absolut signifikant negativ mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je höher die Toleranz gegenüber Unsicherheit, desto zufriedener sind die Menschen.

 

Verpflichtungskultur gegenüber freiheitlicher Kultur

Dieser Indikator ist absolut signifikant positiv mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je höher die Ausprägung freiheitlicher Kultur, desto zufriedener sind die Menschen.

 

Deutschland liegt in der Machtdistanz bei 35, bei Individualismus bei 65, bei der Unsicherheitsvermeidung bei 65 und der freiheitlichen Kultur bei 40, so dass in allen Bereichen Verbesserungspotential liegt. Insbesondere eine freiheitlichere Kultur hätte große Zufriedenheitswirkung in Deutschland.

Fragile States Index

Der Fragile States Index misst durch jeweils drei Indikatoren für Zusammenhalt, Wirtschaft, Politik und Soziales die Fragilität von Nationen. Es zeigt sich eine Abnahme der Zufriedenheit mit zunehmender Fragilität, der absolut statistisch signifikant ist und etwa 24,1 % der Variabilität in der Abweichung erklärt.

Von den zwölf Teilindikatoren sind neun statistisch signifikant mit der Abweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert und es werden etwa 33,73 % der Variabilität der Abweichung erklärt. Es folgen Untersuchungen der einzelnen Teilindikatoren.

Kohesionsindikatoren

Von den Kohesionsindikatoren (Zusammenhalt) sind zwei statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: 1. Sicherheitsapperat und 2. Fraktionalisierte Eliten.

Sicherheitsapparat

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Security Apparatus indicator considers the security threats to a state, such as bombings, attacks and battle-related deaths, rebel movements, mutinies, coups, or terrorism. The Security Apparatus also takes into account serious criminal factors, such as organized crime and homicides, and perceived trust of citizens in domestic security. In some instances, the security apparatus may extend beyond traditional military or police forces to include state-sponsored or state-supported private militias that terrorize political opponents, suspected “enemies,” or civilians seen to be sympathetic to the opposition. In other instances, the security apparatus of a state can include a “deep state”, that may consist of secret intelligence units, or other irregular security forces, that serve the interests of a political leader or clique. As a counter example, the indicator will also take into account armed resistance to a governing authority, particularly the manifestation of violent uprisings and insurgencies, proliferation of independent militias, vigilantes, or mercenary groups that challenge the state’s monopoly of the use of force.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 15,1 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Fraktionalisierte Eliten

Offizielle Beschreibung der Fragilitätsindikators:

The Factionalized Elites indicator considers the fragmentation of state institutions along ethnic, class, clan, racial or religious lines, as well as and brinksmanship and gridlock between ruling elites. It also factors the use of nationalistic political rhetoric by ruling elites, often in terms of nationalism, xenophobia, communal irredentism (e.g., a “greater Serbia”) or of communal solidarity (e.g., “ethnic cleansing” or “defending the faith”). In extreme cases, it can be representative of the absence of legitimate leadership widely accepted as representing the entire citizenry. The Factionalized Elites indicator measures power struggles, political competition, political transitions, and where elections occur will factor in the credibility of electoral processes (or in their absence, the perceived legitimacy of the ruling class).

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 22,36 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Wirtschaftsfragilitätsindikatoren

Alle Wirtschaftsfragilitätsindikatoren sind signifikant mit der Abweichung vom Wohlfartstrend korreliert.

Ökonomischer Verfall

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Economic Decline Indicator considers factors related to economic decline within a country. For example, the Indicator looks at patterns of progressive economic decline of the society as a whole as measured by per capita income, Gross National Product, unemployment rates, inflation, productivity, debt, poverty levels, or business failures. It also takes into account sudden drops in commodity prices, trade revenue, or foreign investment, and any collapse or devaluation of the national currency. The Economic Decline Indicator further considers the responses to economic conditions and their consequences, such as extreme social hardship imposed by economic austerity programs, or perceived increasing group inequalities. The Economic Decline Indicator is focused on the formal economy – as well as illicit trade, including the drug and human trafficking, and capital flight, or levels of corruption and illicit transactions such as money laundering or embezzlement.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 23,05 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Uneven Economic Development Indicator considers inequality within the economy, irrespective of the actual performance of an economy. For example, the Indicator looks at structural inequality that is based on group (such as racial, ethnic, religious, or other identity group) or based on education, economic status, or region (such as urban-rural divide). The Indicator considers not only actual inequality, but also perceptions of inequality, recognizing that perceptions of economic inequality can fuel grievance as much as real inequality, and can reinforce communal tensions or nationalistic rhetoric. Further to measuring economic inequality, the Indicator also takes into account the opportunities for groups to improve their economic status, such as through access to employment, education, or job training such that even if there is economic inequality present, to what degree it is structural and reinforcing.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 12,2 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Menschliche Flucht und Brain Drain

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Human Flight and Brain Drain Indicator considers the economic impact of human displacement (for economic or political reasons) and the consequences this may have on a country’s development. On the one hand, this may involve the voluntary emigration of the middle class – particularly economically productive segments of the population, such as entrepreneurs, or skilled workers such as physicians – due to economic deterioration in their home country and the hope of better opportunities farther afield. On the other hand, it may involve the forced displacement of professionals or intellectuals who are fleeing their country due to actual or feared persecution or repression, and specifically the economic impact that displacement may wreak on an economy through the loss of productive, skilled professional labor.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 16,04 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Politische Fragilitätsindikatoren

Bei den politischen Fragilitätsindikatoren sind 1. die Fragilität Staatlicher Legitimität und 2. die Fragilität Öffentlicher Leistungen statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert.

Fragilität staatlicher legitimität

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The State Legitimacy Indicator considers the representativeness and openness of government and its relationship with its citizenry. The Indicator looks at the population’s level of confidence in state institutions and processes, and assesses the effects where that confidence is absent, manifested through mass public demonstrations, sustained civil disobedience, or the rise of armed insurgencies. Though the State Legitimacy indicator does not necessarily make a judgment on democratic governance, it does consider the integrity of elections where they take place (such as flawed or boycotted elections), the nature of political transitions, and where there is an absence of democratic elections, the degree to which the government is representative of the population of which it governs. The Indicator takes into account openness of government, specifically the openness of ruling elites to transparency, accountability and political representation, or conversely the levels of corruption, profiteering, and marginalizing, persecuting, or otherwise excluding opposition groups. The Indicator also considers the ability of a state to exercise basic functions that infer a population’s confidence in its government and institutions, such as through the ability to collect taxes.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 23,31 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Fragilität öffentlicher leistungen

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Public Services Indicator refers to the presence of basic state functions that serve the people. On the one hand, this may include the provision of essential services, such as health, education, water and sanitation, transport infrastructure, electricity and power, and internet and connectivity. On the other hand, it may include the state’s ability to protect its citizens, such as from terrorism and violence, through perceived effective policing. Further, even where basic state functions and services are provided, the Indicator further considers to whom – whether the state narrowly serves the ruling elites, such as security agencies, presidential staff, the central bank, or the diplomatic service, while failing to provide comparable levels of service to the general populace – such as rural versus urban populations. The Indicator also considers the level and maintenance of general infrastructure to the extent that its absence would negatively affect the country’s actual or potential development.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 18,99 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Soziale Fragilitätsindikatoren

Zwei soziale Fragilitätsindikatoren sind statistisch signifikant mit der Abweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert: 1. Flüchtlinge und 2. Externe Intervention.

Flüchtlinge

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Refugees and Internally Displaced Persons Indicator measures the pressure upon states caused by the forced displacement of large communities as a result of social, political, environmental or other causes, measuring displacement within countries, as well as refugee flows into others. The indicator measures refugees by country of Asylum, recognizing that population inflows can put additional pressure on public services, and can sometimes create broader humanitarian and security challenges for the receiving state, if that state does not have the absorption capacity and adequate resources. The Indicator also measures the Internally Displaced Persons (IDP) and Refugees by country of origin, which signifies internal state pressures as a result of violence, environmental or other factors such as health epidemics. These measures are considered within the context of the state’s population (per capita) and human development trajectory, and over time (year on year spikes), recognizing that some IDPs or refugees for example, may have been displaced for long periods of time.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 20,75 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Externe Intervention

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The External Intervention Indicator considers the influence and impact of external actors in the functioning – particularly security and economic – of a state. On the one hand, External Intervention focuses on security aspects of engagement from external actors, both covert and overt, in the internal affairs of a state at risk by governments, armies, intelligence services, identity groups, or other entities that may affect the balance of power (or resolution of a conflict) within a state. On the other hand, External Intervention also focuses on economic engagement by outside actors, including multilateral organizations, through large-scale loans, development projects, or foreign aid, such as ongoing budget support, control of finances, or management of the state’s economic policy, creating economic dependency. External Intervention also takes into account humanitarian intervention, such as the deployment of an international peacekeeping mission.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 25,97 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Gesamtmodell

Werden alle vorhergehend analysierten Variablen in einem Gesamtmodell analisiert, zeigt sich, dass folgende Variablen statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert sind und das etwa 75,41 % der Variabilität in der Abweichung erklärt werden:

  1. Gini-Koeffizient
  2. Machtdistanz
  3. Unsicherheitsvermeidung
  4. Freiheitliche Kultur
  5. Fragilität des Sicherheitsapparats
  6. Fraktionalisierte Eliten
  7. Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung
  8. Menschliche Flucht und Brain Drain
  9. Fragilität der staatlichen Legitimität
  10. Fragilität öffentlicher Leistungen.

Fazit

Es ist ersichtlich, dass die Zufriedenheitssteigerung mit zunehmenden Konsummöglichkeiten abnehmend ist. Bezogen auf die Zufriedenheit der Menschen können aus Perspektive der Summe der Zufriedenheitssteigerungen (Utilitarismus) vor allem Steigerungen der Konsummöglichkeiten in ärmeren Ländern eine hohe Wirkung entfalten.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Anzahl der Menschen nach Zufriedenheitsintervallen. Es lässt sich deutlich sehen, dass eine Zufriedenheitssteigerung für Indien und China aus utilitaristischer Perspektive erstrebenswert ist.

Menschenzählung nach Zufriedenheit
Deutschland könnte eventuell durch Betrachtung der Länder höchster struktureller Zufriedenheit herausfinden, wie die Zufriedenheit im Land verbessert werden kann. Das erfordert eine Diskussion über diese Länder als Vorbild.

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Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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Veröffentlicht von

Marius Alexander Schulz

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3 Gedanken zu „Glücksländer“

  1. Vergleichen Sie mal folgende Parameter mit der strukturellen Zufriedenheit:
    – freier Zugang zu Bildung, auch für die Ärmsten
    – Anteil des Geldes, welches vom Staat aus in Bildung investiert wird, im Vergleich zu militärischen Ausgaben
    – Bürgerkriege
    – Verteilung der Bevölkerung an Armenbevölkerung, Mittelstand und Superreichen (das dürfte das Problem in Hongkong sein)
    – Anteil an alternativen Anbaumethoden in den jeweiligen Ländern (Stichworte wären Permakultur, regenerative Landwirtschaft, kleinbäuerliche Landwirtschaft, Agroforstsysteme etc, während Bio leider kein zuverlässiger Anzeiger mehr für Alternative Anbaumethoden darstellt)
    – Zuwachs an Universitäten
    – Krankenversorgung
    – Religionsfreiheit

    Meine Theorie
    – je leichter es selbst für die Ärmsten der Armen im Lande ist, an hochwertige Bildung zu kommen (also auch zu studieren) und je mehr der Staat in Bildung investiert, desto höher ist die strukturelle Zufriedenheit
    – Bürgerkriege senken die strukturelle Zufriedenheit
    – Je kleiner der Mittelstand ist und desto größer die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklafft, desto geringer ist die strukturelle Zufriedenheit
    – Ein hoher Anteil alternativer Anbaumethoden erhöht die strukturelle Zufriedenheit, hat aber lange nicht die Auswirkung, wie Bildung, Bürgerkrieg oder Anteil des Mittelstandes an der Bevölkerung.
    – Eine gute Krankenversorgung und Religionsfreiheit erhöht die strukturelle Zufriedenheit

    Die Konsummöglichkeiten dagegen haben nach meiner Theorie etwa so viel mit der strukturellen Zufriedenheit zu tun, wie die Störche mit dem Kindersegen eines Landes. Es ist Zufall, wenn da was korrelliert.

    1. Hallo Murx Pickwick,

      vielen Dank für deine Stellungnahme und Hypothesenbildung.

      Das Konsummöglichkeiten und Zufriedenheit per Zufall miteinander korrelieren, halte ich für eine gewagte These und Scheinkorrelation – wie im Storchenbeispiel – tritt üblicherweise bei Zeitreihen mit ähnlichem Trend auf, nicht bei Paneldaten. Aus statistischer Perspektive denke ich gilt der korrelative Zusammenhang als gesichert und die Kausalkette Einkommen -> Konsummöglichkeiten -> Zufriedenheit ist insbesondere für niedrige Einkommen sehr plausibel. Das zeigt auch die obenstehende Grafik mit dem degressiven Verlauf.

      Sie stellen Hypothesen auf und raten mir zur statistischen Analyse. Ich nehme mal an, dass sie – ohne das zu erwähnen / implizit – über gewisses Wissen bezüglich der strukturellen Abweichungen der Länder verfügen. Ich werde eine Analyse für den Gini-Koeffizient, der die Verteilung des Vermögens in der Bevölkerung misst einfügen, denn dafür habe ich Daten.

      Das Kriege die Zufriedenheit reduzieren halte ich für gesichert, aber ich wüsste nicht, wo ich Daten dazu herbekomme. So auch bezüglich des Bildungszugangs, alternativer Anbaumethoden, Krankenversorgung und Religionsfreiheit. Ich würde mich freuen, wenn jemand wüsste und mitteilt, wo derartige Länderdaten aufzufinden sind. Wie heißen die Statistiken der UN, OECD, Weltbank oder sonstiger Institutionen?

      Mit freundlichen Grüßen,
      Marius A. Schulz.

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