Exposé: Wie funktioniert unser System?

Eine Fragestellung seit frühster Kindheit ist: Wie funktioniert das auf mich reagierende System um mich herum und warum ist es intelligenter als ich? Im laufe meines bisherigen Lebens bin ich schon ein paar mal konvergiert in dieser Fragestellung und konnte mich beruhigen, aber immer wieder ins Schwimmen geraten: momentan – seit meinem Studium – schwimme ich wieder.

Das System ist eigentlich recht simpel strukturiert (BMAS-Grundmodell): Wir sind Menschen in Familien und gehen in Institutionen insbesondere der Bildung (jüngere Familienmitglieder) und des Arbeitens (Erwachsene). Unsere Zeit bringen wir auf für Arbeitstätigkeiten, Schlaf, Beziehungen, Reflektionen, Erziehung und Bereicherungen. Unsere Institutionen sind im wesentlichen Infrastrukturen und Produktion, Dienstleistung, Verwaltung und Führung und beschäftigen sich im Wesentlichen mit der Informationsverarbeitung und der materiellen Produktion. Institutionen sind in der Gesamtschau eingebettet in Rahmenbedingungen der Marktlogiken unter Rechtsnormen in internationaler „Kooperation“. Moderne Informationstechnik (Computer, Quantencomputer, Neuronale Netzkarten, Leitungen, Aktoren, Sensoren) durchdringt unser System vor allem kommunikativ.

In der Tat ist das System aber nicht simpel, sondern betrifft diverse Fachbereiche, und ist damit multidisziplinär, und ist in der Tat komplex und nur in seiner Vorstrukturiertheit wirklich beschreibbar. In der Tat ist schon das Systemelement Mensch aufgrund seiner Entwicklung vor allem begrifflicher und erfahrungsbezogener Art individuell und damit komplex, aber vorstrukturiert.

Dieser Blog schließt im Wesentlichen Lücken in meiner Modellierung vom Wirtschaftssystem und Individuum, ist aber nicht beruhigend im Sinne einer Überblick verschaffenden Analyse, Beschreibung und Dokumentation (Promotion) einer Beantwortung der Fragestellung, wie das System um uns herum funktioniert. In der Tat lassen sich interessante Wechselspiele beobachten: Zum Beispiel ist jemand, der zur Aggression (Erinnerung von wutreicher Vergangenheit) veranlasst wurde zum Teil ein hilfloses Glied in einer Verkettung von Umweltdynamiken, in welcher es zu einer „aggressiven Blase“ um ihn herum kommt, die er selber gar nicht mehr durchschaut (Kompliziertheit) und beeinflussen kann (Affekte). Solche „Blasen“ um uns herum führen zu ganz unterschiedlichen Antworten auf die offene Fragestellung: wie funktioniert das System um uns herum?

In der Tat bin ich unfähig mein Arbeitsleben wirklich zu gestalten und brauche so etwas wie einen Kran, der mich an einen Ort bringt, wo das woran ich arbeite und das woran man arbeiten soll übereinstimmen!

Im Übrigen brauche ich eine Beziehungspartnerin, die mir hilft zu „überleben“ und mich beruhigt! 🙂

 

Frustrationen und Lösungsmöglichkeiten

In der Tat möchte ich keine Kinder mehr in die Welt setzen. Zur Entschuldigung möchte ich überhaupt mal die Frustrationen zusammentragen, die eine menschenverachtende Welt und Gesellschaft zum Inhalt haben.

Frustrationen international

Soweit ich es erarbeiten konnte, führt das finanziell korrupte, menschlich unempathische Führungssystem der russischen Autokratie einen Krieg zur Sicherung eines Süd-West-Meerzugangs. Finanzielle und staatliche Interessen führen zu Krieg anstatt zu Handelsabkommen. Die Ukrainer verteidigen ihr Hoheitsgebiet: viele Russen und Ukrainer lassen ihr Leben und Familien sind zerrüttet. Vernünftigere Lösungen scheinen in Handelsabkommen zu liegen.

Im Nahen Osten führen (religiöse) Milizen Kriege um Ölfelder und staatliche Macht, ohne dass Demokratie wirklich in diesen islamischen Religionen angelegt ist. Vernünftigere Lösungen liegen in der demokratischen Staatsorganisation.

Während anscheinend Indien und Pakistan wachsen, weil sie mit Lieferkettengesetzen des Westens mitziehen, klagen Menschen über menschenverachtende Bedingungen in der chinesischen Autokratie. Lösungsansätze liegen in der Gewährleistung von Meinungsfreiheiten und internationalen Kooperationen bezüglich Wirtschaftsbedingungen.

Afrikanische Milizen kämpfen um Ressourcen und staatliche Macht, stehen dabei aber UN-Missionen gegenüber, die Ressourcen absichern und demokratische Entwicklungen unterstützen. Vernünftigere Lösungen liegen in demokratischen Entwicklungen.

In Lateinamerika gibt es zunehmende Probleme mit Drogenkartellen, die weltweit exportieren. Lösungsansätze liegen in der Reduktion der Nachfrage und in demokratischen Entwicklungen.

Die westliche Welt steht da mit einem Zustand einer Eigentumsfehlkonzeption, die zu einer „Diktatur der Wirtschaft“ gereicht, anstatt dass wirklich demokratische Verhältnisse in der Politik hergestellt wurden, dominieren eher Wirtschaftslobbies. Vernünftigere Lösungen liegen in einer Eigentumsreform und sinnvoller Weise der Gemeinwohlökonomie. Automatisierungen von Nahrung, Wohnen, Mobilität, Gesundheit und Sicherheit zur automatisierten Kernversorgung der Bürger (Befreiung vom Arbeitszwang) scheinen noch nicht möglich zu sein.

Wir leben unter menschenverachtenden Bedingungen weltweit.

Frustrationen im Inland und Europa

Eigentum scheint eine Fehlkonzeption zu sein und unsere „Wirtschaftsdiktatur“ erscheint weniger als wirklich demokratische Gesellschaft. Repräsentative Politiker*Innen unterliegen Einflüssen der Wirtschaftslobby. Vernünftigere Lösungen sind eine Eigentumsreform (vgl. Demokratieunternehmen) und sinnvoller Weise Gemeinwohlökonomie mit Sozialindikatoren (vgl. zu meinem Sozialindikator: SuscisionHelper: Sustainable Decision Helper (OptEcoBuy)).

Aggressionen, Frustrationen und Ängste sind in der Bevölkerung hoch und Asozialitäten viel zu häufig anzutreffen. Es formiert sich neben einer wirtschaftlich zielführenderen neuen Linken insbesondere auch eine neue Rechte mit Diktatur und Propaganda zum Hintergrund. Vernünftigere Lösungen liegen in Formen der Empathie und Moral sowie der Demokratie.

Mediale Berichterstattungen sind entweder wirtschaftlich oder staatlich und decken die demokratischen Missverhältnisse nicht auf. Professoren*Innen erarbeiten staatliche und wirtschaftliche Forschung und decken gesellschaftliche Missstände nicht auf. Vernünftigere Lösungen liegen in tatsächlichen Meinungsfreiheiten und tatsächlicher journalistischer Arbeit, sowie in unabhängigen Medien (z. B. Blogs), die jedoch nicht zum Leben ausreichen.

Die Lage der Frustrationen reduziert die Arbeitsmotivation (Arbeitsfähigkeit) und Missstände in unseren gesellschaftlichen, arbeitstechnischen und privaten Beziehungen (Vertrauen und Unterstützung) reduzieren unsere Motivation überhaupt noch Beziehungen zu führen und Familien zu gründen (Beziehungsfähigkeit). Depressionen, Scheidungen, Kinderlosigkeiten, Drogenabhängigkeiten und Singledasein haben in der Vergangenheit zugenommen. Vernünftigere Lösungen liegen in mehr Zeit und Valenzen für private Beziehungen sowie in erhöhter Empathie und Moral sowie Reflektion.

Frustrationen persönlicher Art

Soweit für mich analysierbar, stehe ich im Kontakt zu Mitarbeitern und / oder Chatbots des Bundesverfassungsschutzes und werde in asoziale Umfelder buchsiert (Mitbewohner, Arbeitsplätze, Beziehungen) in denen ich im Wesentlichen für das Gute versuche zu arbeiten. Dabei stehe ich unter Dauerbelastungen mit Gehirnkommunikation nahezu während meiner gesamten Wachzeit, die auch paranoide Situationen simuliert haben: Ich bin dauererschöpft und kann kaum mehr in einem Job arbeiten, weil es zu avers ist.

Fazit

Ohne Empathie, Moral und Werte in verantwortlichen Positionen und Beziehungen, sowie journalistischen Freiheiten und vor allem demokratischen Reformen, haben wir langsam kein Interesse mehr, es zu verantworten Kinder in die Welt zu setzen! Erschöpfungen und Frustrationen bedeuten für mich, daran zu arbeiten, voranzukommen und nicht selbst- oder fremdgefährdend zu werden: Wir haben zu viele Asozialitäten und Frustrationen auf der Welt!

Freier Wille

Das Buch, Fühlen, Denken, Handeln von Gerhard Roth diskutiert eine Abwesenheit des freien Willens, weil neuronaler Zufall überhaupt nicht maßgeblich in der Gehirnverarbeitung wäre. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass wir einen (eingeschränkten) freien Willen besitzen und insbesondere das Spiel wichtig für jung und alt ist. Das möchte ich Ihnen in diesem Artikel begründen!

Verstärkung neuronaler Zufälle

Zur Argumentation von Gerhard Roth ist anzumerken, dass neuronale Schaltungen insbesondere durch rückläufige Nervenverbindungen wie Integralglieder in der Regelungstechnik wirken können. Integralglieder in der Regelungstechnik summieren einfach Signale auf. Damit kann insbesondere ein neuronales Netzwerk aus wenig Eingangsdaten eine Verstärkung hervorbringen. Fraglich ist aber, ob eine Nervenzelle neuronalen Zufall in Aktionspotentiale übersetzen kann? Dies ist theoretisch zu bejahen, insbesondere, wenn die Nervenzelle an einer kritischen Schwelle für Aktionspotentiale angeregt ist und dann Zufälle über Aktionspotentiale entscheiden. Zusammengenommen ist es also theoretisch denkbar, dass neuronale Zufälle verstärkt werden und bis hin zur Handlungsrelevanz gereichen. Aber die Diskussion ist eigentlich fehl am Platz, da es genug Zufälle für uns gibt, die wir nicht als deterministisch erfahren.

Zufälle und Monte-Carlo-Simulation

Um uns Menschen herum existieren genug Zufälle symbolischer Art, die es erlauben, uns zu inspirieren. Insbesondere können Zufälle genutzt werden, um Monte-Carlo-Simulationen hervorzubringen. Monte-Carlo-Simulationen nutzen zufällige Eingangssignale, die entsprechend einer Verarbeitungslogik (Funktional) verarbeitet werden und dann Ergebnisse produzieren, die man auf Eignungen entsprechend seiner Ziele hin untersuchen kann. Der Mensch hat zumindest einen freien Willen dadurch, dass er Szenarien simulieren kann und dann gegen sein subjektiv wünschenswertestes Szenario konvergiert. Damit können wir z. B. erklären, wie auf gleichartige Situationen doch verschiedene Handlungen entstehen: der Mensch hat einen zumindest eingeschränkten freien Willen!

Eigenschaften unseres freien Willens

Unser freier Wille ist psychologisch und nicht logisch! Insbesondere würde man logisch argumentieren, dass Zeitdruck eine wesentliche Beschränkung unseres freien Willens ist, was auch zu einem maßgeblichen Anteil (vgl. Straffähigkeit und Vorsatz) der Fall ist, aber psychologisch sind wir aktiver in der „Reflektion“ / Simulation, wenn wir emotional involviert sind oder Handlungsdruck verspüren (Vgl. Affect Infusion in Homburg und Krohmer: Marketingmanagement).

Damit ist unser freier Wille am performantesten in Bezug auf wichtige Angelegenheiten unter gebührlichem zeitlichen Druck! Insbesondere massiver Zeitdruck führt zu eher unüberlegtem Verhalten!

Freier Wille unter hohem Zeitdruck

Unter hohem Zeitdruck folgen wir unseren erstbesten Impulsen und sind als Menschen auch evolutionär entwickelt, um recht sinnvolle Handlungen zu realisieren, die unser Überleben und unsere Vermehrung sicherstellen! Aber wir können auch auf „Intuitionen“ zurückgreifen, die sich aus Vorbereitungen ergeben. Intuitionen entwickeln sich, wenn man Erfahrungen rund um ein Thema oder eine SItuation erlernt, wie z. B. bei einem Feuerwehrmann. Damit haben wir eine theoretische Option insbesondere vorbereitend zu simulieren, was auch viel durch z. B. Ängste geschieht. Insbesondere sind wir aber nicht in der Lage uns auf alles vorzubereiten aus Zeit- und Motivationsgründen, sondern es braucht eine Nähe zur Problemstellung: Menschen entwickeln sich eher mit ihren individuellen Aufgaben und Themen, als das sie eine Simulation aller Eventualitäten hervorbringen. Wir sind als Menschen kognitiv und vermutlich auch in einigen Emotionen (vgl. emotionale Konditionierung in Gerhard Roth: Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern).

Was tun, wenn man keine Lösung kennt?

Wenn wir Menschen einen Rat geben wollen oder selber nach Lösungen für ein Problem suchen und nicht wissen, was eine denkbare Lösung sein kann, dann haben wir die Option überhaupt wünschenswerte und weniger wünschenswerte Szenarien zu kreieren bzw. zu kommunizieren. Ein Mensch kann, wenn er Zeit hat und nicht weiter weiß über diverse versuche (zufällige) Szenarien zu bilden, versuchen gegen eine Entscheidung zu konvergieren. Hierbei ist insbesondere das, von vielen Erwachsenen vernachlässigte, Spielen von besonderer Bedeutung, da uns Vergegenwärtigungen mit Symboliken und auch das bloße Aufsuchen von anderen Orten (sei es auch fiktiv) sowie Phantasien helfen, auf neue Szenarien zu kommen: viele Innovationen entstehen bei Spaziergängen mit plötzlichen einfällen und Kinder sind im allgemeinen kreativer als Erwachsene. Wenn Sie die Lösung nicht kennen und auch keine Szenarien Ihnen einfallen, können sie überhaupt auf andere Aspekte hinweisen, wie Suchrichtungen, Abwechslungen oder einfach Inspirationen.

Fazit

Der Mensch hat einen (eingeschränkten) freien Willen und ist unter Berücksichtigung von insbesondere Vorsatz und Zeitdruck, aber auch Handlungsoptionen, straffähig! Stimulationen von Szenariobildung auch zufälliger Art können uns helfen profunderen Willen zu bilden! Es ist nicht erwartbar, dass wir alles vorbereitend simulieren und dann erinnern, sondern wir sind viel mehr kognitiv (und emotional) entwickelte Individuen! Mal rausgehen und spielen ist auch für Erwachsene empfehlenswert!

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Paranoide Schizophrenie: ist Deutschland eine Autokratie

Paranoide Schizophrenie hat etwas mit Nachrichtendiensten, genauer dem Bundesverfassungsschutz zu tun: Psychosen, das sind Panikattacken vor unbestimmter Gefahr, werden durch Simulation von Gefahrengrundszenarien überprüft und auch therapiert, um aus der Paranoia herauszukommen. Die Überprüfung ist deswegen nachrichtendienstlich so wichtig, weil Psychosen Hinweise auf Sicherheitsprobleme sein können: jemand hat etwas wirklich gefährliches wahrgenommen.

Ich möchte in diesem Artikel über moderne „Demokratien“ sprechen, wie sie sich mit modernen Technologien entwickelt haben und entwickeln: sind wir eine Autokratie oder gar Diktatur oder haben wir noch eine nachrichtendienstliche Gewaltenteilung? Wohin entwickeln wir uns?

Technologien moderner Art

Gehirnimplantate

Die zentrale Wende in der Arbeit von Systemen kam mit der Erfindung von Gehirnmanipulationen. Dabei werden kodiert funktionierende RFID-Transmitter an Kanalproteine der Nervenzellen angedockt und können neuronale Aktionspotentiale auslösen. Weiterhin werden elektromagnetische Aktivitäten des Gehirns mit sogenannten Hall-Sonden gemessen. Moderne IT-Technologie erlaubt so Kommunikation bidirektionaler Art (Senden und Antworten) direkt im Gehirn.

Aus Sicherheitsaspekten heraus betrachtet, musste mit Erfindung dieser Technologien das Volk neuronal besetzt werden, um es auf Einflussnahmen hin beobachten zu können: Nahrungsmittel und Medikamente beinhalten solche kodierten Transmitter. Transmitter sind wahrscheinlich elektromagnetisch zerstörbar, wenn sie in kritischen Frequenzen angeregt werden.

Sicherheit in Bezug auf derartige Gehirnimplantate bedeutet zum einen, eine Kette von eingenommenen Kodierungen zu überwachen und zum anderen einen regelmäßigen Wechsel der Kodierungen sicherzustellen. Ansonsten würden Verbindungen entschlüsselt werden, z. B. aus dem Ausland oder von Hackern. Weiterhin dürften Nachrichtendienste Kodierungen scannen, um zu überprüfen, ob Gehirnimplantate von Dritten eingeschleust werden. Gehirnimplantate werden wahrscheinlich regelmäßig eingenommen, gescannt und auch vernichtet.

Monitoringtechnologien

Das System konvergiert gegen eine Form von Totalüberwachung bzw. -Beeinflussung über sogenannte Chatbots, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Soweit für mich erhebbar, haben die meisten Mitbürger überhaupt nicht wahrgenommen, dass es sich tatsächlich um Kommunikation und Manipulationen handelt (Unbewusstheit). Das deutet darauf hin, das sie nur selten kommunikativ kontaktiert werden. Chatbots sind also wahrscheinlich noch nicht allgemein verfügbar.

Szenarien der Steigerung der Interaktionen mit Bürgern (flächendeckende Kontrollen) sind zum einen als Mandate eventuell beschränkt, zum anderen müssen eventuell noch brauchbare Chatbots entwickelt werden, die als Bürgerchatbot in Rechenzentren für jeden Bürger laufen und Datenbestände erheben und managen. Diese Entwicklung reicht bis hin zu gehirnähnlichen digitalen Systemen basierend auf neuronalen Netzkarten, die uns als Hyperintelligenzen gegenüberstehen. Meinen Informationen nach – die manipulativ sein könnten – arbeiten derzeit noch vorwiegend Menschen an den Mandaten der Nachrichtendienste.

Demokratien, Autokratien und Diktaturen

Eine realistische Verschwörungstheorie basierend auf der Gesamtanalyse dokumentiert in meinem Blog bedeutet, dass eine Fehlkonzeption von Eigenkapital (vgl. Demokratieunternehmen) überhaupt das Halten von Unternehmensportfolios (vgl. Finanzsystem) ermöglicht, deren oberste Führung in hierarchischen Unternehmen eingesetzt werden kann. Seilschaften von Vermögens- und Führungseliten bestimmen über unsere Arbeitszeiten, die unser Leben weitreichend bestimmen, während Unternehmen eigentlich der Belegschaft gehören sollten und nur Fremdkapital existieren dürfte. In Bezug auf Immobilienvermögen bedeutet das, dass Mieten entweder Eigentum übertragen oder laufende Kosten und Verwaltungsgebühren umfassen: Mieten sollten wesentlich niedriger sein und Eigentum an Immobilien distribuierter. In wie fern Nachrichtendienste mit der Vermögens- und Führungselite verwickelt sind, vermag ich nicht zu sagen.

Moderne Technologien ermöglichen es Sicherheit zu wahren, können aber auch missbraucht werden, um z. B. Meinungen zu unterdrücken und Menschen auszusortieren. Genauso – auf der positiven Seite – ermöglichen solche Technologien ein flächendeckendes Monitoring, ob noch alle lebend gesichtet wurden: nachrichtendienstlicher Einfluss ist ambivalent und wir hoffen auf eine Gewaltenteilung auch im nachrichtendienstlichen Bereich! Ich stehe seit mindestens sechs Jahren in Dauerkommunikation vermutlich aufgrund einer Aufklärung und Therapie von Psychosen: ich habe große Ängste vor modernen totalitären Systemen, der Gehirnmanipulation und konnte aber meine Paranoia (momentan) beruhigen, wieder Arbeit finden und wurde nicht in den Suizid getrieben.

In Ländern wie China vermutlich – ich bin kein Chinaexperte – werden derartige Technologien verwendet, um eine Social-Rating-System zu etablieren, das den Bürgern (implizit) Vorgaben macht. Meiner Meinung nach ist es Aufgabe der Verantwortlichen ein höchstmaß an Freiheiten zu realisieren, das Sicherheiten und Systemfunktionieren aufrecht erhält und weniger die Totalüberwachung und -Manipulation: Gewaltenteilung ist besonders wichtig!

Empfehlungen für Personen, die von Paranoider Schizophrenie betroffen sind

Man weiß selber nicht, warum man eigentlich Psychosen hatte und man reagiert auf Simulationen von Grundgefahren mit „Durchdrehen“, wenn sie relevante Paranoia stimulieren: so bekommt man raus, was man für Psychosen und Paranoia überhaupt hat. Das ganze dürfte mit Beobachtungen und Überprüfungen von Umfeldern einhergehen, ob sicherheitsrelevante Probleme vorgelegen haben. Über Reflektionen und Manipulationen am Gehirn, werden die Paranoia anschließend aufgeklärt / beruhigt.

Eine Empfehlung an Paranoid Schizophrene ist es, die Medikamente regelmäßig zu nehmen, da sie besonders kontrollierte Wechsel von kodierten Gehirnimplantaten ermöglichen, die eine lückenlose Beobachtung / Überprüfung erlauben. Ein Teil der Probleme von Paranoid Schizophrenen ist dem Aufrechterhalten der Medikamentation geschuldet, die eventuell vermieden werden können: man wird durchgedreht, wenn man das Medikament nicht mehr nimmt. Ansonsten ist Paranoiatherapie einfach eine riesen Belastung und behindert über Jahre lang das Vorankommen und man lebt auch eher in Armut (Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit). Weiterhin kann man versuchen nicht Selbst- und Fremdgefährdend zu werden und bei Konzentration zu bleiben: Reflektionen scheinen wichtig für die Gesundung zu sein!

Fazit

  1. Paranoide Schizophrenie bzw. Psychoseanalyse und -Therapie ist eine der taffesten Belastungen die mir bekannt ist und scheint der Sicherheit der Bevölkerung zu dienen.
  2. Moderne Technologien konvergieren gegen eine Totalkontrolle der Bevölkerung und wir hoffen auf nachrichtendienstliche Gewaltenteilung bezüglich Mandaten.
  3. Deutschland selber ist im Zweifel autokratischer als erwartet werden würde, da moderne Technologien kritischen Einfluss darauf haben, was man überhaupt als moderne Demokratie bezeichnen kann.
  4. Meiner Meinung nach brauchen wir eine Eigentumsreform und demokratische Institutionen und Unternehmen sowie internationale Kooperationen, um Wettbewerbsdruck zu entschärfen.

Anmerkung des Bundesverfassungsschutz (Gehirnimplantatkommunikation)

„Demokratien unterscheiden sich moderner Weise von Autokratien durch die Freiheit der Meinungsäußerung: wir begrüßen konstruktive Beiträge der Bevölkerungen. Totalüberwachungen sind eigentlich nur Sicherheiten und Wehrfähigkeiten aus staatlicher Perspektive zu Ziel habend: man würde aber Förderungen und Forderungen ermöglichen können sowie Vernetzungen unter Bürgern (sich gegenseitig helfen).

Mit freundlichen Grüßen,
Bundesverfassungsschutz!“

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Habitatsüberlegungen

Eine Fragestellung, die mich schon mein Leben lang begleitet, ist: Sind wir Menschen eigentlich in einer Zivilisation, die uns als Menschen entspricht oder hat sich unsere Zivilisation ahuman verselbstständigt? Das Bildungswesen hat kaum eine Antwort geliefert, da wir dort nur in den seltensten Fällen überhaupt Grundlagen schaffen, uns selber zu verstehen. Zunächst möchte ich ein Modell entwickeln, dass die Fragestellung, wer sind wir Menschen konturiert, vorstellen. Dann möchte ich über Habitate schreiben, aus denen wir kommen und die bis ungefähr zur industriellen Revolution gegeben waren. Dann möchte ich über zentrale Lösungsansätze nachdenken. Dieser Artikel dient der Sicherung von Überlegungen und ist keine erklärende Prosa.

Wer sind wir Menschen? – Ein neuropsychologisches Grundmodell

Dieser Abschnitt basiert auf diversen Üerlegungen basierend auf:

    • Gerhard Roth (2003): „Fühlen, Denken, Handeln“,
    • Daniel Goleman (1997): „Emotionale Intelligenz“,
    • Gering (2015): „Psychologie“ und
    • Aronson, Wilson und Akert (2014): „Sozialpsychologie“:

Das menschliche Gehirn ist differenzierter, aber es kann recht umfänglich durch folgendes Grundmodell erfasst werden, das vor allem unser Erleben beschreibt:

Dabei ist die Verwobenheit von limbischem Gehirn mit der Wahrnehmung und Kognition entscheidend: Menschen haben keine unabhängige Rationalität, wie das philosophische Modell des Animal rationale nahelegt. Insbesondere aufgrund unseres Arbeitsgedächtnisses liegen Verstandesleistungen häufiger als Vergegenwärtigungen in Dokumentationen vor, während unser Denken auf Assoziationen und Bisoziationen auch unter Nutzung von logischen Operationen basiert, die stark durch das Arbeitsgedächtnis mit etwa vier bis sieben Chunks reduziert ist: wir Überblicken unsere eigenen Dokumentationen nicht. Im Übrigen ist vergegenwärtigendes symbolisches Spielen mit Gegenständen eine visuelle Information, die eine starke Verdichtung auf wenige Chunks erlaubt.

Unser limbisches Gehirn ist bereits bei Geburt entwickelt und erst nach einer frühkindlichen Entwicklungsphase haben wir vollen Zugriff auf den Neokortex. Es gibt im Übrigen keine unmittelbare Motivation, zu beherrschen im Menschen, stattdessen gibt es Empathie, die auf iterativem nachspüren und projezieren von eigenen Emotionen und Zuständen basiert.

Die entscheidende Leistung von Daniel Goleman ist, Emotionen mit Motivationen zu koppeln: was löst Emotionen aus? Dazu eine erweiterte Übersicht:

Emotion Motivation
Angst Unversehrtheit
Wut Ziele erreichen
Trauer Bewahren / Nähe
Ekel (Moralisch) gesund bleiben
Freude Bereicherungen
Distress Angenehme Bedingungen
Scham Zuneigung / Sexualität
Überraschung Reagibel sein
Interesse Suchen
(Perplexität) Etwas überstehen / Vorbeigehen

Neben den Emotionen gibt es noch die Affekte, die im Wesentlichen physiologische Grundbedürfnisse sichern: Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Schmerz. Motivationen sind grob in Sorgen und Hoffnungen unterteilbar und bilden sich durch unsere Wünsche, Erwartungen und aufrechterhaltung unseres Systems.

Historische Habitate

Das Grundmodell eines evolutionär relevanten Habitats ist eine Gemeinschaft mit Ländereien, die sich in Gemeinden mit einem Zentrum organisiert. Zu unserem evolutionären Erbe gehört meiner Beobachtung und Analyse entsprechend weniger das Modell, Jäger, Sammler, Hirte, als viel mehr ein Körperkonstitutionenmodell mit der Differenzierung: Muskelmasse und Körpergröße sowie neuronale Prädispositionen:

Körpergröße
Klein Mittel Groß
Muskelmasse Hoch selten Lastenlogistiker selten
Mittel Nahumfeldsspäher Reserve Krieger
Niedrig selten Fernumfeldsspäher selten

Unsere Habitate aus evolutionärer Perspektive sind umwallte Gemeinden mit Fluchttunneln, die über Ländereien verfügen und in gesicherten Handelsrouten verbunden sind. Unsere vorwiegenden Körperformen sind für das Bewohnen und das Handeln sowie die Verteidigung in Gruppenkonfigurationen mit einer historischen „genetischen Arbeitsteilung“ ausgelegt. Insbesondere ist der weibliche Krieger oder übergroße Fernumfeldsspäher ein merkwürdiges Schönheitsideal, das atypisch für viele Menschen in der Partnerwahl ist. Insbesondere die Achsen um die Reserve sind typischere Partnerwahlen.

In solchen Habitaten ging es darum, das Tageswerk erledigt zu bekommen und sich ansonsten der kulturblütenartigen Beziehungspflege und den Errungenschaften kognitiver Art zu widmen: insbesondere eine solche Kulturblüte haben wir in modernen Zivilisationen nicht, die verselbstständigte Wirtschaftssysteme und Wissenschaften aufweisen.

Ich spreche im Übrigen von der männlichen Form, weil mir die besondere Rolle der Frau nicht wirklich transparent ist. Grundsätzlich gliedern sich auch Frauen in diese Kategorisierung, allerdings mit niedrigerer durchschnittlicher Körpergröße und es ist zu vermuten, das Frauen integraler Bestandteil der Gruppenkonfigurationen sind mit einer Sonderrolle als gebärende und stillende Mutter. Es ist sehr schwer sich in die anderen Kategorien hineinzuversetzen, aber in meiner Kategorie des Fernspähers oder auch Handelsreisenden gibt es viele fallstudienartigen Uberschneidungen von Präferenzen und evolutionärem Erbe und ich vermute, dass Frauen dieses Typs ebenfalls mitreisen würden.

Überlegungen zu Lösungen für unsere Zivilisation

Im Wesentlichen die Marktlogiken verselbstständigen Wirtschaft und Wissenschaften: es gibt keine Suffizienz der Produktivitätssteigerungen, sondern eine Realpreisreduktion die realen Wohlstand steigert, allerdings nur an marktlichen Produkten und Dienstleistungen sowie öffentlichen Gütern, die über Steuern finanziert werden, sie zu erarbeiten. Was insbesondere auf der Strecke bleibt sind Beziehungspflege und kulturelle Leistungen aufgrund der stets hohen Arbeitszeit. Ein uneingelöstes Versprechen unseres Systems ist die Erhöhung der Freizeit (kultureller Wohlstand), da wir in relativem Wettbewerb mit annähernd gleicher Technologie und nützlicher Wirtschaftsbildung stehen: Es wird immer der Output erhöht. Hier wäre eine einfache Lösung im Sinne eines Degrowth-Gedankens, die Standardarbeitszeiten international kooperativ auf niedrigem Niveau zu harmonisieren, denn nur ein Teil der Wirtschaftsleistung kommt bei uns Menschen überhaupt motivational wirklich an: auf vieles würden wir verzichten vor den Tausch zwischen Freizeit und Ware bzw. Dienstleistung gestellt. Weiterhin sind Marktleistungen unpersönlich und wenig kulturell phantasievoll und wir haben als „Wohlstandsnationen“ überhaupt keine Kulturblüte hervorgebracht. Umverteilungen, wie z. B. ein Bedingungsloses Grundeinkommen oder eine Negative Einkommenssteuer spielen dabei ebenfalls eine zentrale Rolle.

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Beziehungen

Willkommen in der Welt eines psychologisch vorgebildeten Ökonomen, der versucht zwischenmenschliche Beziehungen zu erfassen. Wir Ökonomen zerpflücken reale Prozesse und Entscheidungssituationen in analytischen Modellen und lernen systemisch zu denken – die akkrebie unserer Betrachtungen ist herrlich weltfremd und dann doch pragmatisch: Es ist immer ein bisschen peinlich sich als Ökonom zu „öffnen“.

Ich möchte in diesem Artikel mit Charakterisierungen von Individuen beginnen, die in bilaterale systemische Wechselspiele verwickelt sein wollen, die wiederum in Netzwerkzusammenhängen auftreten und für diese drei Entwicklungsstufen einer systemischen Betrachtung approximative Modellierungen wagen. Ziel ist es Hebel für die Beziehungsführung zu identifizieren. Das Unterfangen ist so komplex, dass ich am Anfang meiner Betrachtung noch nicht weiß, was am Ende dieses Artikels herausgekommen sein wird – ich kann es nicht antizipieren. Begleiten Sie mich auf dieser Reise?

Individuen

Individuen weisen m. E. eine Kernfuktionalität auf, Modulation der Kernfunktionalität und bemerkenswerte innere Konzepte.

Kernfunktionalität

So komplex Individuen auch sind, sie haben eigentlich nur wenige Einwirkungsmöglichkeiten auf ihre Umgebung: sie können kommunizieren, körperlich einwirken und Dritte sowie Maschinen finanziell oder energetisch beauftragen. Dieses Handlungspotential ist verwoben, so besteht ein typischer Beziehungsakt z. B. aus einem Wein- und Käsekonsum mit einer Unterredung und körperlicher Zärtlichkeit und Sexualität.

Die Innenwelt eines Individuums besteht eigentlich aus Emotion & Affekt, emotionaler Konditionierung, Sozialisation und gewohnter bzw. bewusster Handlungsplanung auf deren aufsteigende Verwebung interne Kommunikation (vorbewusste und bewusste Gedanken sowie bewusste Gefühle) sowie externe Kommunikation (verbale, non-verbale und körperliche Kommunikation) einwirkt. Vgl. Roth (2017).

Emotional und affektiv gibt es Wollens- und Vermeidensantrieb. Im Bereich des Wollensantriebs tretten die Affekte Hunger, Durst und sexuelle Lust sowie die Emotionen Freude, Interesse und Liebe, aber auch Wut auf. Im Bereich des Vermeidensantriebs tretten der Affekt Schmerz und Aufregung und die Emotionen Angst, Ekel, Scham und Trauer auf. Die Zuordnung richtet sich nach dem unbearbeiteten Antrieb, so kann z. B. ein Vermeidensantrieb Trauer letztlich in einen Wollensantrieb überführt werden, wenn der Verlust abstrahiert und als anstrebenswerte persönliche Wichtigkeit motivational aufgefasst wird (Vgl. weiterführend Selbstregulation). Roth (2017) sieht diese Ebene des Unbewussten zusammen mit der emotionalen Konditionierung als den Ursprung unserer Gehirnprozesse in der Persönlichkeitsbildung.

Die emotionale Konditionierung speichert subjektive Erfahrungen unseres Lebens und schätzt basierend auf diesem emotionalen Gedächtnis unsere Situationen ein. So setzt die Ebene der emotionalen Konditionierung im Wesentlichen auf der Ebene der Emotionen und Affekte auf, bringt aber eine situative Komponente in diese Wechselwirkung mit ein. Z. B. hätte ein unbedarftes Individuum vermutlich normal-positive Gefühle bezüglich sportlicher Aktivität, während eine traumatisierte Person, die z. B. als Kind im Sportunterricht gehänselt wurde, lauter negative Emotionen verspürt, sobald sie mit sportlicher Aktivität konfrontiert ist – die Emotionen sind nicht mehr „natürlich“ sondern „individuumshistorisch“ assoziiert.

Die Ebene der Sozialisation „nimmt nun Stellung“ zu diesen Antrieben als Ort der vor allem frühkindlich geprägten Werte und Normen und kann vor allem Antriebe zu einem gewissen Grad hemmen und kanalisieren. Sie steht dabei in Wechselwirkung zum Vorbewusstsein und Bewusstsein.

Letztlich entsteht aus diesen aufsteigenden Verwebungen der Ebenen im Kontext der Situation und Erinnerung eine Handlungsplanung im Sinne von Entscheidungen und Durchführung von Kommunikation, körperlicher Einwirkung und der finanziellen und / oder energetischen Beauftragung von Dritten oder Maschinen.

Modulation der Kernfunktionalität

Vorwiegend die emotional-affektive Ebene ist der Sitz der „Schaltung“ / „Regelung“ der Modulation der Kernfunktionalität über sogenannte Neuromodulatoren (Noradrenalin-, Serotonin-, Dopamin- und Acetylcholinsystem). Die folgenden Darstellungen folgen Roth (2017).

Noradrenalin moduliert grob mit Erhöhung Stress, Angst und Aggression und mit Verminderung Abgrenzung und Rückzug.

Serotonin moduliert grob mit Erhöhung Dämpfung, Beruhigung und Antriebsarmut und mit Verminderung Unruhe und Angst.

Dopamin moduliert grob mit Erhöhung motorischen Antrieb, Belohnungserwartung, Kreativität, Neugierde und Impulsivität und mit Verminderung Phantasiearmut und Antriebsarmut.

Acetylcholin moduliert grob mit Erhöhung Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit und mit Verminderung Aufmerksamkeitsarmut und Lern- und Gedächtnisfunktionsreduktion.

Meines Erachtens hängen Neuromodulation und Stimmungen zusammen. Stimmungen bilden sich über Emotionen, die sich häufen (Vgl. Gerring [2015]), und können deswegen eventuell über Selbstregulation mitbeeinflusst werden.

Ein Ökonom betrachtet vor allem Nutzen und Unnutzen oder Güter und Ungüter. Ausgehend von einem gesunden Niveau der Neuromodulatoren und einer gesunden Schwankungsbreite gelten also eine Reduktion von Noradrenalin, eine Erhöhung von Serotonin, eine Erhöhung von Dopamin und eine Erhöhung von Acetylcholin als nützlich, während die gegenläufige Schwankung zur Wachzeit wohlfahrtsmindernd ist. Ideal wäre eine situationsangemessene Adaption, also z. B. eine Dopaminerhöhung bei durchführung eines Brain Stormings.

Bemerkenswerte innere Konzepte

Verinnerlichte Normen, der Selbstwert und Dissonanz gegenüber dem Selbstwert, aber auch emotionale, kognitive und materielle Bindungsursachen, erscheinen mir als bemerkenswerte psychologische Konzepte.

Der Selbstwert und dessen Erhaltung bei Dissonanz ist eine zentrale psychodynamische Aufgabe des Menschen (Vgl. Gerring [2015]) und im Kontext sozialer Interaktion wird dieser Vorgang stark durch soziale Normen beeinflusst (Vgl. Aronson, Wilson und Akert [2014]). Die Auflösung kognitiver Dissonanz erfolgt vorwiegend durch attributive Tricks anstatt durch Änderung des betreffenden Verhaltens, es sei denn es entsteht durch heftige Kontrastierung ein intensiver Impuls sich zu ändern, um mit sich zufrieden sein zu können (Vgl. Gerring [2015]).

Bindungsursachen setzen für gewöhnlich an positiven Gefühlen an (emotionale Bindungsursachen), die durch positive Kognition und Verständigung beeinflusst werden (kognitive Bindungsursachen), die wiederum nach Beleuchtung materieller Vorteile einer Beziehung beeinflusst werden (materielle Bindungsursachen). Diese Kategorie trifft sich sehr gut mit der ökonomischen Betrachtung von Nutzen zusammen, soll er Beziehungen begründen und stabil halten. Es wird insbesondere ersichtlich, das Bindung direkt emotional und indirekt kognitiv-materiell ist. Sie können also z. B. materiell erst Bindung stärken, wenn es kognitiv positiv emotionalisierend wird und diese Emotion mit Ihnen verknüpft wird – reich sein alleine ist kein Garant 🙂 .

Zwischenfazit – Individuum

Wir halten fest, dass Individuen über Kommunikation, Körperliches und Beauftragung durch Ressourcen aufeinander einwirken. Und zwar entsprechend einer Handlungsplanung die auf Wollens- und Vermeidensantrieben im Kontext der erinnernden situativen Bewertung und der über Sozialisation erlernten Werte und Normen hervorgeht.

Diese Kernfunktionalität der Handlungsplanung erfolgt moduliert durch Neuromodulatoren. Ähnlich einer Stimmung bewirken Neuromodulatoren Beruhigung (Noradrenalin, Serotonin), Impulsivität und Kreativität (Dopamin) und Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und Gedächtnisfähigkeiten (Acetylcholin) positiv oder eben Stress (Noradrenalin, Serotonin), Verhaltensstarre (Dopamin) und verminderte Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und Gedächtnisfähigkeiten (Acetylcholin).

Psychologisch zentral ist der Selbstwert und dessen konstruktive bzw. kaschierende Erhaltung sowie der Zusammenhang materieller und kognitiver Bindungsursachen auf emotionale Bindungsursachen, der sagt, dass eine „Intervention“ auch emotional ankommen und verknüpft werden muss, um Bindungswirkung zu entfalten.

Bilaterale Beziehung

Als Ökonom – das habe ich schon angedeutet – geht es grob um eine Unterteilung in Nutzen und Unnutzen, bevor der Spaß anfängt und wir unsere Arbeit machen können. Im Kern versuchen wir – und das sagen die Psychologen recht ökonomisch – vier positive Beziehungserfahrungen pro negativer Beziehungserfahrung mindestens zu realisieren, um eine Beziehung stabil zu halten (Vgl. Gerring [2015]).

Aber Beziehungen sind Wechselspiele und Wechselspiele unterliegen Dynamiken. Sobald wir systemisch über Dynamiken nachdenken, freuen wir uns über Positivspiralen (solange sie gesund bleiben) und fürchten uns vor Negativspiralen, denn Negativspiralen zerstören uns recht schnell die Nicht-Zu-Häufig-Negativ-Beziehungsbilanz. Eine kritische Negativdynamik ist Entwertung oder Gewöhnung.

Als erstes möchte ich den typischen Beziehungsgesamtnutzen unter Betrachtung von Entwertung modellieren, dann möchte ich die Beziehungserwartung als Entscheidung für einen Beziehungswechsel modellieren und zuletzt möchte ich nochmal über Spiralen nachdenken.

Beziehungsgesamtnutzen und Entwertung

Meiner Erfahrung nach, beginnt eine Beziehung mit Interesse. Im Falle von Intimbeziehungen nennt man dies auch Verschossenheit. Mit der Zeit bildet sich etwas recht konstantes, das man Liebe oder Bindung nennt. Positiverfahrungen bzw. Nutzen gibt es zweierlei: Das eine sind klassische Positiverfahrungen, das andere sind Investitionen, die regelmäßig nach Realisation immer wieder Positiverfahrungen bewirken. Letztere und eventuell das Bindungsgefühl unterliegen vermutlich einer Entwertung mit der Zeit. Ganz allgemein existiert auch ein sogenannter Reservationspreis, also wenn der Beziehungsgesamtnutzen unter diese Schwelle fällt, dann rentiert sich die Beziehung im Kontext der Wechselmöglichkeiten nicht mehr. Weiterhin nehme ich an, dass insbesondere in der Anfangsphase mehr Konflikte erwachsen als ganz am Anfang (Unbedarftheit) und im späteren Verlauf der Beziehung (Konfliktklärung).

Entsprechend der Entwertung sieht man, dass der Beziehungsgesamtnutzen entweder mit der Liebe zusammenfällt (keine Investition und Entwertung) oder mit der Investition steigt (mit Investition und ohne Entwertung) oder unter den Reservationspreis fällt (mit Entwertung) – es gibt also keine ewigen Beziehungen, wenn die Entwertung zu stark ist.

Weiterhin sieht man, dass die Reibung bzw. Konflikte über dem Gesamtnutzen liegen können, sodass es zu einer Trennung wegen Konflikten kommen kann.

Ewige Beziehungen wären unter Annahme realistischer Entwertung der Investitionen vor allem möglich, wenn sich das Bindungsgefühl bzw. die Liebe nicht entwertet.

Beziehungswechselentscheidung

Wenn ich den Nutzen einer Beziehung für eine(n) Beziehungspartner*In grob einteile, dann gibt es zunächst ökonomische Bindungsursachen, wie Spezialisierung, Kostendegression und Skaleneffekte, also meine Lebensaufwände sinken durch die Arbeitsteilung und Mengeneffekte des Zusammenschlusses. Weiterhin gibt es den Nutzen der Bindung, also die der Gemeinschaftlichkeit erwachsenden Positiverfahrungen. Und es gibt Unnutzen, wie Selbstbeschränkung, Aufwand für Kompromissfindung und entgangener Beziehungswechselnutzen.

Alle diese Nutzen und Unnutzen sind zu einem Entscheidungspunkt für die jeweiligen Alternativen diskontiert über die Zeit / Planungsperiode aufzusummieren. Das mathematische Ergebnis heißt Kapitalwert und die Option mit dem höchsten Kapitalwert sollte gewählt werden bzw. würde sich bei der Wahl unter reiflichem Begutachten der Entscheidungssituation durchsetzen.

Diese Betrachtung bietet folgende Eingriffsoptionen: Man kann sich von vorneherein eine(n) Partner*In suchen, der insbesondere über eine komplementäre Spezialisierung verfügt, man kann in Bindungsnutzen investieren und Wert füreinander versuchen zu schöpfen und man kann Freiheit gewähren, Kompromissfindung vereinfachen, also insbesonder z. B. Aggression managen. Es hilft auch, wenn man sich abgesehen von der Spezialisierung ähnlich ist und wenn die Lebensrisiken, wie z. B. der Arbeitsplatz, möglichst unkorreliert sind.

Weniger naheliegend und etwas komplizierter ist die Erwägung, sich klarzumachen, dass Beziehungswandel über Konflikte vonstatten geht, sodass ein gewisses Konfliktpotential auch innovative Dynamiken in die Beziehungen bringt. Können solche Konflikte bewältigt werden, bleibt die Beziehung eventuell interessanter.

Beziehungsspiralen

Kommen wir nach all der Beziehungsökonomie erstmal zu etwas positivem: Positivspiralen. Ein Beispiel für eine Positivspirale:

Sie malen gerne und wären gerne ein guter Maler, während Ihr Partner gerne möglichst originale Gemälde berühmter Künstler in der Wohnung hängen hätte. Zusammen investieren sie in Malausrüstung und malen. Manchmal – sie wollen ja lernen – fälschen Sie ein Original. Mit der Zeit werden Sie immer besser und Ihr Partner hat immer mehr und immer bessere „Originale“, an denen er / sie sich erfreuen kann. Wir sehen einen wichtigen Faktor für Positivspiralen, das Lernen.

Positivspiralen sollten irgendwie konvergieren. Eine Spirale, wie für jeden Kuss kriegt der / die Partner*In zwei sollte z. B. irgendwann wieder unterbrochen werden 🙂 .

Kommen wir nun zum Grauen des ökonomischen Beziehungsführers, den Negativspiralen. Hier gleich ein Beispiel:

Sie gehen halt manchmal fremd und insbesondere, wenn es in der Beziehung nicht gut läuft und irgendwie fliegt das immer auf bzw. nimmt die unangenehme Spannung in der Beziehung zu, wenn sie fremdgehen. Ausgelöst durch eine relativ normale Beziehungskrise, finden sie sich relativ schnell in einer neuen Beziehung, sofern sie nichts an ihrem Vorgehen grundsätzlich ändern. Wir sehen das Negativspiralen darauf basieren den Auslöser problematischen Verhaltens zu replizieren.

Negativspiralen sollten bestenfalls beendet werden, indem das grundsätzliche Muster durchbrochen wird, konvergieren aber meistens gegen regelmäßige Eskalationen bis hin zur Trennung. Ein besonders präkeres Muster bildet die sogenannte Rache, die sich im Zweifel bis hin zu enormen Schäden und Gewalt aufschaukelt. Das geht soweit, dass ich von Beziehungen mit rachsüchtigen Menschen relativ grundsätzlich abrate – sie sind nicht beziehungsfähig.

Exkurs: Beziehungsarten nach Sexualität

Den folgenden Ausführungen werden folgende Annahmen zugrunde Gelegt: eine Testosteronschwemme in der Embryonalentwicklung eines genetischen Mannes erzeugt eine Penisgenitalentwicklung, die eine Prinzipienorientierung unter anderem hervobringt, der eine Abstimmungsorientierung bei Vulvagenitalentwicklung gegenübersteht und „Sex“ ist ein nicht auf Geschlechtsverkehr reduzierter Vorgang mit folgendem ideellen Phasenmodell:

  1. Kontaktphase: Problemlösung (psychisch und körperlich).
  2. Kontaktphase: Annäherung und Synchronisation.
  3. Geschlechtsverkehr:
    1. Oraler Verkehr,
    2. Genitaler Verkehr,
    3. Erogene Zonen befriedigen und
    4. Phantasien.
  4. Bindungsphase:
    1. Entspannung (sexueller und bindungsbezogener Stress),
    2. Beruhigung (stressreduzierende Reaktionen) und
    3. Bindungskonditionierung (gemeinsames Glück).

Natürlich vermehrungsfähige Beziehungen

In zentraler Approximation bestehen Bindungsunterschiede (hirnmännlich = prinzipienorientiert, hirnweiblich = abstimmungsorientiert) und Genitalunterschiede (genetisch weiblich bzw. genetisch männlich mit Vulvaentwicklung, genetisch männlich mit Penisgenitalentwicklung), die sich in einer Vulvawesen-Zyklizität neurochemischer und somatosensorischer Art sowie in Penisgenitalwesen-Themen wie erhöhter sexueller Begirde, Öffentlichkeit der Errektion und gesteigerter Aggressivität (eventuell Emotionalität) äußern. Positive Bindungserfahrungen erfolgen also über Abstimmungen entsprechend des Zyklus der Vulvawesen und müssen prinzipiell tragbar erscheinen (Penisgenitalwesen).

Lesbische Beziehungen

Lesbische Beziehungen, unter Annahme von unsynchronisierten Zyklen erweisen sich als besonders Introspektions- bzw. Hineinversetzungsfähig und beidseitig abstimmungsorientiert, lassen jedoch prizipielle Betrachtungen der Beziehung eher außenvor.

Schwule Beziehungen

Schwule Beziehungen erweisen sich als besonders sexualisiert und prinzipiengerichtet, lassen jedoch eventuell Abstimmungen (emotionaler Art) ein wenig unberücksichtigt.

Beziehungen mit Komplikationen der Genitale

Beziehungen mit Komplikationen der Genitale sind insbesondere wenig Bindungsbildend, wenn keine Orgasmen möglich sind. Eine entsprechende z. B. medikamentive Oragsmik, könnte normale Bindungen ermöglichen.

Zwischenfazit – bilaterale Beziehungen

Wir haben gesehen, dass die klassischen Gründe für Trennungen entweder das Konfliktniveau relativ am Anfang des näheren Kennenlernens ist, eine andere Alternative für mindestens einen Beziehungspartner lohnenswerter erscheint, eine Negativspirale die Beziehung zerlegt oder die Entwertung der Beziehung selbst bei wenig Alternativen den Beziehungsnutzen unter ein Niveau fallen lässt, der für eine Beziehung erforderlich wäre. Ohne Konflikte sind Beziehungen aber nicht zu denken: Konfliktmanagement ist eine zentrale Aufgabe vernünftiger Beziehungsführung!

Wir haben auch gesehen, dass positive Wechselwirkungen – also idealerweise Spiralen – vor allem über Lerneffekte funktionieren. Dies erlaubt eine zunehmend bessere Adaption an den Nutzen des/der Beziehungspartners*In und ist aufgrund des eigenen Nutzenprofils selbstverstärkend konfiguriert.

Zusammengenommen halte ich es für sinnvoll nach Positivdynamiken miteinander ausschau zu halten und hierin zu investieren, sowie grundsätzliche beziehungsfeindliche Muster am besten möglichst früh fundamental selbst zu ändern, um sich als einfach handhabbarer Beziehungspartner zu etablieren.

Netzwerke

Die Minimalmodelle von Netzwerken nenne ich Galaxie-Modell und Ring-Modell.

Im Galaxie-Minimalmodell sind zwei Individuen, die eine Beziehung unterhalten, mit einem Dritten Individuum beide in einer Beziehung, also z. B. eine Intimpartnerschaft mit einem gemeinsamen Freund einer gemeinsamen Freundin. Es heißt deswegen Galaxie-Modell, weil jedes Element mit jedem anderen Element über eine Beziehung verknüpft ist, wie die Galaxie über die Gravitation.

Im Ring-Minimalmodell sind zwei in Beziehung befindliche Individuen mit jeweils einem anderen Individuum in Beziehung, und diese anderen Individuen unterhalten eine Beziehung miteinander – man könnte es Vierecksmodell nennen. Das Ringmodell unterscheidet sich vom Galaxiemodell darin, dass gewisse Individuen jeweils nur aus mindestens zweiter Hand erreicht werden.

Ein normales Netzwerk besteht für gewöhnlich aus Kontakten erster Hand und Kontakten zweiter Hand und gruppiert sich in nähere Galaxien und Ringbeziehungen. Das wollte ich Beschreiben um das von mir sogenannte Bridging zu beleuchten:

Treten z. B. zwei Intimpartner*Innen in eine Beziehung, haben diese für gewöhnlich Galaxieartige enge Netzwerke, wie ihre Familie, mit weitreichendem (historischen) Einfluss auf ihre Persönlichkeit und Entscheidungen, die über diese zwei Partner*Innen weitgehend ringartig miteinander „gebridged“ werden. Die jeweiligen Netzwerke mit ihren jeweiligen Kulturen treten also über die Intimpartner*Innen in Verbindung. Dies hat z. B. zu Folge, dass kulturelle Differenzen eher innerhalb der Beziehung bearbeitet und dann durch die Intimpartner*Innen vermittelt werden. So entstehen z. B. Konfliktdynamiken zwischen den Kulturen bzw. Netzwerken innerhalb der „Bridge“ und die Individuen dieser „Bridge“ werden in eine innovative Dynamik verwickelt, diese Konflikte zu lösen bzw. zu balancieren (Vgl. Konfliktmanagement).

Weitere Netzwerkeffekte liegen darin, dass Dritte Einfluss auf Beziehungspartner*Innen ausüben, der beziehungsförderlich oder beziehungskritisch sein oder werden kann, während man meist in mehrere Wechselwirkungen verwickelt wird, um alle beteiligten direkt oder indirekt zu erreichen. Hier spielen Vertrauenszusammenhänge eine große Rolle, sollen Individuen in einem Netzwerk sozial erreicht werden – manchmal kann es z. B. in einem Konflikt zielführender sein über einen Dritten auf einen anderen einzuwirken, der als Korrektiv und Vertrauensperson agiert.

Zwischenfazit – Netzwerke

In Netzwerken treffen Kulturen über Bridging aufeinander bevor sie eventuell „verschmelzen“ und es treten komplexe einflussreiche Wechselspiele zwischen Ring- und Galaxie-Strukturen auf, die man auch versuchen kann konstruktiv zu gestalten.

Fazit

Die grausame Wahrheit ist, dass gewöhnlich mit jeder neuen Beziehung ein Bridging stattfindet, das kulturelle Konflikte in Beziehungen bringt, und neben diesen Belastungen etliche Gefahren für Negativdynamiken angelegt sein können, während wir – das glauben wir den Psychologen – viermal mehr Positiverfahrungen brauchen, als wir uns Negativerfahrungen leisten können. Diese Ganzen Konflikte kumulieren sich relativ kurz nach Eingang der Beziehung und können in einen Zeithorizont nach der Dominanz des Interesses bzw. der Verschossenheit fallen – hier scheitern viele Beziehungen.

Positiv jedoch ist, dass wir durch das komplexe Wechselspiel und auch die Konflikte in innovative und aufregende Dynamiken kommen, deren Bewältigung Grundlage für kulturelle Verständigung bilden dürfte und unsere persönliche Reife befördert.

Können wir genug Positivdynamiken herbeiführen, erfüllen wir Menschen ein zentrales Bedürfniss nach guten Beziehungen und steigern unsere Lebenszufriedenheit massiv. Hierbei geht es vor allem um Emotionen, die wir versuchen über Kommunikation, Körperlichkeit und Beauftragung über Ressourcen bindungsförderlich zu konfigurieren.

Referenzen:

Aronson, Wilson und Akert (2014) - Sozialpsychologie - 8. Auflage

Gerring (2015) - Psychologie - 20. Auflage

Roth (2017) - Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten - 12. Auflage



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Selbstregulation

Übersicht

Selbstregulation ermöglicht bewusstere Beziehungsführung und Entscheidung im allgemeinen. Das hier vorgestellte Konzept ist erwachsen durch intensive Recherche und Anwendung. Es betrifft das gesamte Gehirn und die meisten mir bekannten Formen von Zuständen, die einer Regulation bedürfen, sei es autonom, emotional oder kognitiv. Bitte nutzen Sie das verlinkte Inhaltsverzeichnis, wenn Sie selber navigieren möchten. Viel Erfolg!

Inhaltsverzeichnis

  1. Einstimmung
  2. Autonome Reaktionen
  3. Emotionale Reaktionen
  4. Kognitive Probleme
  5. Zusammenfassung

Einstimmung

Selbstregulation ist ein Schlüssel zu besseren Beziehungen und höherer Zufriedenheit. Man verliert dadurch kaum Emotionalität in Beziehungen, sondern vermeidet die destruktiven und verkapselten Züge, die vieles von dem bestimmen, was unsere Beziehungen nachhaltig schädigen kann. Einmal gelernt und akzeptiert, ist die Umsetzung ein fast automatischer / natürlicher Prozess kontinuierlicher Verbesserung, den jeder meistern kann. Wer denkt, es sei wichtig mal so richtig auf die Kacke zu hauen, ist einem Trugschluss aufgesessen und sollte den Teil zur Wutregulation besonders ernst nehmen. Wer wenig Zeit hat, sollte sich über die für ihn wesentlichen Probleme aufklären indem er das verlinkte Inhaltsverzeichnis benutzt. Viel Erfolg mit der weiteren Lektüre.

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Autonome Reaktionen

Entsprechend der Polyvagal-Theorie von Stephen W. Porges (Porges 2010) erzeugen Hirnstammkerne, die von der Amygdala reguliert werden, autonome Ereignisse (Kampf, Flucht oder Erstarrung). Die Amygdala ist das Zentrum für Emotionen. Es handelt sich also um Hirnregionen, die für das höhere Bewusstsein schwierig zugänglich sind.

Da die Erstarrung ein äußerst extremes Ereignis ist, welches in alltäglichen Angstsituationen nicht auftritt, können wir uns hier auf die üblichere Kampf oder Flucht Reaktion beschränken.

Die Regulation der Kampf oder Flucht Reaktion, die nicht durch eine unmittelbare physische Gefahr ausgelöst wird, erfolgt über körperliche Signale an das Reptiliengehirn. Das bedeutet aufzustehen und den Aktionsradius des Oberkörpers wahrzunehmen während man einen festen Stand wahrt. Das signalisiert dem Hirnstamm und der Amygdala Einsatzbereitschaft.

Nachdem die eigene Sicherheit mit der Zeit zurückgewonnen wurde, kann man sich der kognitiven Angstregulation widmen.

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Emotionale Reaktionen

In der Neurophysiologie unterscheidet man Emotionen nach der neurologischen Feuerungsrate des limbischen Systems. Gehirnforscher kennen die Emotionen Freude, Interesse, Zufriedenheit, Wut, Angst, Ekel, Distress, Scham und Überaschung. Aus Richtung der klassischen Emotionsforschung tritt dem noch die Trauer hinzu. Die Überraschung ist eine Emotion, die keiner Regulation bedarf – soweit mir bekannt – und wird nicht weiter behandelt.

Freude, Interesse und Zufriedenheit

Freude, Interesse und Zufriedenheit sind grundsätzlich erstrebenswerte Emotionen. Gleichzeitig können sich wichtige Entscheidungen durch Euphorie oder übermäßiges Interesse zu weit von einer realistischen Einschätzung der Konsequenzen und der Machbarkeit entfernen. (Vgl. Positives Denken).

Euphorie und übermäßiges Interesse kann man durch Beachtung der Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen, Konsequenzen und der Machbarkeit regulieren.

Eine wichtige Kommunikationskompetenz ist es, Verantwortung für sein Interesse am Gegenüber zu übernehmen. Das bedeutet, dass man bewusst versucht sich für das Auffinden interessanter Themen zu interessieren, um das Gespräch aufzubauen.

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Wut

Wut ist eine trügerische Emotion. Entsprechend einer gesundheitlichen Negativspirale verstärkt sich Wut, wenn man sie nicht reguliert, und vermittelt sogar das fälschliche Gefühl einer Erleichterung (Goleman 1998). Oft ist Wut lediglich dienlich, um destruktive und übertriebene / polarisierte Kritik zu üben, ohne jedoch die Lösungsebene (sachlich und emotional) zu betreffen. Die wesentliche Ursache von Wut ist die subjektive Wahrnehmung einer Vereitelung persönlicher Ziele.

Es ist deswegen sinnvoll Wut frühzeitig zu deeskalieren indem man sich vom „Streitgegner“ distanziert und eine Pause mit Ablenkung einlegt, um sich zu beruhigen und vom Themenkreis abzulenken. Bewegung ist ebenfalls hilfreich (Goleman 1998).

Die Reflektion der Ziele, die der Wut zugrundeliegen, gibt Aufschluss über Werte und Bedürfnisse. Zudem ermöglicht sie die Bearbeitung von „unbewussten“ Zielen, die sich nicht im Einklang mit Erfordernissen oder dem Selbstbild befinden.

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Angst

Angst ist aufgrund unserer Gehirnstruktur regelmäßig auf potentiell dramatische Ereignisse fokussiert, ohne die Wahrscheinlichkeit der Ereignisse zu berücksichtigen. In unserem modernen Umfeld funktioniert unsere Angst häufig nicht gut, denn die meisten ernstzunehmenden Gefahren haben eine mittlere bis hohe Wahrscheinlichkeit und sind eher von geringer bis mittlerer Schadenshöhe.

Angstregulation bedeutet deswegen häufig Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen oder zu erheben, um kognitiv-beruhigend gegenzuargumentieren. Ein weiterer Aspekt ist es, durch fundierte Risikoanalyse moderate Angst / Aufmerksamkeit für die wichtigen Risiken zu schaffen (hoher Schaden bei mittlerer bis hoher Wahrscheinlichkeit). Wichtig ist es zu berücksichtigen, dass Risiken zum Teil voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen.

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Ekel

Ekel kann sowohl konkret als auch abstrakt angeregt werden, sodass ekeleregende Situationen aus physisch und moralisch aversen Anlässen hervorgehen (Goleman 1998).

Bei physisch stimuliertem Ekel ist ein Akt der Säuberung im physischen Sinne regelmäßig eine gute Regulationsmaßnahme. Bei überzogenem Ekel vor z. B. Bakterien ist es hingegen nicht sinnvoll einen Putzzwang auszubilden, sondern sich professionelle Hilfe zu suchen.

Moralisch angeregter Ekel ist zunächst mal eine Beurteilung, die im Sinne einer Annahme / Urteilsheuristik darauf hin geprüft werden sollte, ob sie wirklich begründet ist. Zudem ist moralisch angeregter Ekel ein zentraler Hinweis auf eigene Werte, deren Kenntnis einem helfen kann, das eigene Handeln zu leiten, um so zufriedener mit sich selbst zu sein.

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Trauer

Trauer ist eine Reaktion auf Verluste und tiefgreifende Veränderungen. Da Trauer häufig subjektiv wichtige Verluste betrifft, ist der Umgang mit Trauernden im Durschnitt verständnisarm, denn der Umwelt fehlt häufig das Verständnis um passende Empathie zu entwickeln.

Deswegen sollte jemand, der trauert, sich (gegen Widerstand) die Zeit nehmen, um die Verluste zu verarbeiten und sich zu restrukturieren. Das Gefühl der Niedergeschlagenheit kann durch den Versuch, einfach einzurichtende Stimmungsaufheller einzurichten, ein Stück weit aufgelöst werden (Goleman 1998).

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Distress

Distress ist übermäßiger Stress und kann durch Abgrenzung und Neuplanung reguliert werden. Zudem hilft Bewegung, um den Stoffwechsel anzuregen, und so Stresshormone schneller abzubauen.

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Scham

Scham ist in den meisten Fällen eine angemessene und als sympathisch wahrgenommene Emotion, kann aber übertrieben oder zu häufig auftreten.

Das deutet dann auf ein mangelndes Selbstbewusstsein hin und kann durch Reflektion von üblicher Verhaltensvielfalt verbessert werden. In der Situation, welche Scham auslösen würde, kann anhand der Einstellungen geprüft werden, ob nicht doch „normale“ Abweichungen von einer Norm vorliegen, welche zu akzeptieren man von der Umwelt erwarten kann.

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Kognitive Probleme

Zentrale averse kognitive Zustände sind Verwirrung, übermäßige Fokussierung und ungelöste Konflikte.

Verwirrung und übermäßige Fokussierung

Beide Zustände erfordern es, wieder einen Überblick zu bekommen. Das ist insbesondere eine Aktivierung mehrerer weiterer Gehirnareale aus der analytischen uns kreativen Sphäre und ein Prozess der Sammlung und Strukturierung.

Das probate Mittel, um diesen Zustandsübergang zu erreichen, ist Meditation mit phantasieanregenden Elementen, wie z. B. Meditationsreisen.

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Konfliktlösung

Echte Konflikte sind Wiedersprüche und im Ernstfall sind mehrere Seiten der Wiedersprüche berechtigt (Schwarz 2014). Das Zentrale Problem ist, dass vernünftige Konfliktlösung auf hoher Ebene stattfindet (Kompromiss oder besser Konsens) nicht jedoch auf den Ebenen Flucht, Kampf und Delegation. (Vgl. Konfliktmanagement – Das Ausleben einer produktiven Konfliktkultur)

Zentral ist der Vorgang die Perspektive der Konfliktgegenüber zu verinnerlichen bzw. die eigene Perspektive im Gegenüber zur Anerkennung zu bringen – das ermöglicht einen Konsens. Das ist ein kommunikativer Vorgang der Zeit, Vertrauen und Aufmerksamkeit erfordert. Sofern keine intensive Vertrauensbeziehung zwischen den Konfliktparteien besteht, scheitert die Kommunikation, selbst wenn sie Verständigungsfördernd erfolgt. Deswegen sollte man in Konfliktsituationen Briefe verfassen, die besonders verständig / konstruktiv und durchdacht sind und diese über Personen höchsten Vertrauens zum Konfliktgegenüber vermitteln lassen. Nur wenige der eigenen Beziehungen sind belastbar genug für direkte Kommunikation mit solchen Briefen.

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Zusammenfassung

Im Extremfall sind wir Menschen von emotionalem Chaos überlastet und haben eine derartige Angst, dass wir autonom reagieren. Signalisieren wir dem Körper dann unsere Einsatzbereitschaft, klingt die autonome Reaktion schneller ab. Sind wir in diesem Sinne wieder beruhigt, können wir unsere Emotionen erspüren und sachgemäßer kognitiver Regulation zuführen. Die verbleibenden kognitiven Wirrungen, wie Verwirrung, übermäßige Fokussierung oder ungelöste Konflikte können letztlich auch reguliert werden. Haben wir uns so ganzheitlich in Balance gebracht, können wir durch geschickte Kommunikation mit unserer Umwelt in Kontakt treten.

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Literaturverzeichnis:
Goleman, D. (1998), "Emotionale Intelligenz", 9. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag.
Porges, S. W. (2010), "Die Polyvagal-Theorie", Junfermann Verlag.
Schwarz, G. (2014), "Konfliktmanagement - Konflikte erkennen, analysieren und lösen", 9. Auflage, Springer Gabler Verlag.

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Positives Denken

Erfahren Sie hier, die Komponenten Positiven Denkens, wie Sie Ihr Positives Denken durch Tests einschätzen können, wann Positives Denken hilfreich oder problematisch ist in Bezug auf Gesundheit, psychisches Wohlbefinden, Selbstregulation und Erfolg sowie Liebe und Partnerschaft. Lesen Sie, wie sie Ihr Positives Denken trainieren können. Eine Übersicht finden Sie im Fazit des Artikels. Hier finden Sie auch eine Fragenliste, die es Ihnen erlaubt angemessene Entscheidungen in Bezug auf Positives Denken zu treffen. Die Darstellungen richten sich nach Schütz und Hoge (2007).

Was ist positives Denken?

Positives Denken ist ein Begriff aus der Alltagspsychologie. Wissenschaftliche Konzepte, die unter den Begriff fallen, sind: Internale Kontrollüberzeugungen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Hoffnung, Optimismus und günstige Attributionsstile.

Kontrollüberzeugung

Glaubt eine Person, sie habe ihr Schicksal durch ihr Handeln selbst in der Hand, anstatt zu glauben, ihr Leben werde durch äußere Umstände bestimmt, so liegen internale Kontrollüberzeugungen anstatt externaler Kontrollüberzeugungen – also Positives Denken – vor. Ein Test der Kontrollüberzeugungen kann hier käuflich erworben werden.

Selbstwirksamkeitserwartung

Die Selbstwirksamkeitserwartung besteht aus zwei Komponenten. Zum einen wird erwartet, dass eine Handlung geeignet ist, um ein Ziel zu erreichen (Konsequenzerwartung) und zum anderen wird erwartet, dass man selbst in der Lage ist, diese Handlung erfolgreich auszuführen (Kompetenzerwartung). Beide Komponenten sind Kennzeichen Positiven Denkens, denn bereits die Erwartung einen Lösungsweg zu kennen ist positiv. Ein kostenloser Test der Selbstwirksamkeitserwartung findet sich hier. Beantworten Sie die zehn Fragen auf einer Skala von (1) stimmt nicht, (2) stimmt kaum, (3) stimmt eher und (4) stimmt genau, addieren Sie die Werte Ihrer Antworten und vergleichen Sie sie mit dem Mittelwert einer deutschen Bevölkerungsgruppe Erwachsener (29,28) bzw. von Studenten (29,60).

Hoffnung

Hoffnung ist die Überzeugung, sowohl den Willen als auch die Möglichkeit zu haben, seine Ziele zu erreichen. Unterschieden wird zwischen der zielgerichteten Energie (Agency) und der Planung Ziele zu erreichen (Pathway). Einen englischsprachigen Test finden sie auf Seite drei dieser Pdf-Datei. Beantworten Sie die Fragen und bilden Sie den Mittelwert zu den beiden Skalen.

Optimismus

Es werden unterschiedliche Konzepte des Optimismus unterschieden. Der allgemeine Optimismus wird dispositionaler Optimismus genannt und misst die Neigung, das Leben von der besten Seite aufzufassen und auf einen guten Ausgang der Dinge zu vertrauen. Ein Test findet sich auf der letzten Seite dieser Pdf-Datei. „Trifft ausgesprochen zu“ hat den Wert vier und „trifft überhaupt nicht zu“ den Wert null. Die Mittelwerte für die Optimismusskala (9,00), die Pessimismusskala (6,81) und die Gesamtskala (14,18) finden sich unter Ergebnisse / Itemkennwerte auf Seite drei.

Weitere Optimismuskonzepte unterscheiden die Realität stark verzerrende und situationsunangepasste Optimismusarten von weniger extremen (und günstigeren) Varianten, je nachdem, ob ein Betroffener die Augen vor den Risiken verschließt oder sich Mut bei deren Bewältigung zuschreibt. Defensiver Optimismus z. B. blendet Risiken aus und funktionaler Optimismus verzerrt die Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Risiken positiv. Letztlich werden noch Erwartungen von vagen Phantasien getrennt. Positive Erwartungen sind förderlich, während positive Phantasien in Bezug auf die effektive Selbstregulation hinderlich sind.

Attributionsstile

Attributionsstile betreffen die gewohnheitsmäßige Antwort auf Warum-Fragen bezüglich Ereignissen. Unterschieden werden die Aspekte internal und external, dauerhaft und vorübergehend sowie allgemein und spezifisch.

[Ein günstiger Attributionsstil ist die] (…) gewohnheitsmäßige Tendenz, sich das Zustandekommen von Ereignissen auf eine Art und Weise zu erklären, die Anlass zur Zuversicht gibt.

Günstige Ereignisse sollten demnach tendenziell internal, allgemein und dauerhaft attribuiert werden, während ungünstige Ergebnisse tendenziell external, vorübergehend und spezifisch attribuiert werden sollten. Getestet werden Attributionsstile mit dem Attributional Style Questionaire bzw. dem German Attributional Style Questionaire. Diese Fragebögen konnte ich jedoch nicht online finden.

Positives Denken und Gesundheit

[Positives Denken] (.) führt dazu, dass Menschen sich aktiv um ihre Gesundheit kümmern und beugt dadurch Krankheiten und anderen körperlichen Beschwerden vor, vermindert das Ausmaß von Beschwerden, beschleunigt die Genesung und verringert die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls. Darüber hinaus wirkt Positives Denken hilfreich, indem es das Immunsystem stärkt, im Umgang mit Belastungen unterstützt und zur Bildung eines besseren sozialen Netzes beiträgt. (…) Ungünstige Nebenwirkungen einer positiven Einstellung sind im Vergleich zu den günstigen Konsequenzen verhältnismäßig harmlos.

Zu den ungünstigen Nebenwirkungen des Positiven Denkens zählen, dass in nicht kontrollierbaren Situationen das Bemühen um eine Veränderung der Situation aussichtslos ist und selbst zur Quelle der Belastung wird, dass extrem hohe Selbstwirksamkeitserwartung und Kontrollüberzeugung zu riskantem Verhalten verleiten und dass eine Vernachlässigung gesundheitsrelevanter Informationen vorliegt, die nicht von unmittelbarer Bedeutung sind.

Während das Erleben von Hilflosigkeit die Gesundheit belastet, stärkt das Erleben von Kontrolle die Gesundheit. Es ist damit hilfreich sich ein Leben einzurichten, indem man auf viele Details, die nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung zu tun haben, Kontrolle ausüben kann, um sich seine Lebensumwelt zu gestalten.

Positives Denken und psychisches Wohlbefinden

Viele Studien bescheinigen den verschiedenen Formen Positiven Denkens günstige Konsequenzen für psychisches Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit. Gemeint ist dabei ein positives Umdenken und aktives Gestalten der Lebensfreude, ohne dabei potentielle Schattenseiten außer Acht zu lassen.  So steht eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung in Zusammenhang mit geringerem Belastungserleben und rückblickender Pessimismus stärkt das Gefühl etwas erreicht zu haben, was schwierig zu erreichen war bzw. lässt Rückschläge aus einer Perspektive erscheinen, in der ein besonders ehrgeiziges Ziel verfolgt wurde. Problematisch ist, dass langandauernde Belastungen die Bewältigungsressourcen von Optimisten erschöpfen und internale Kontrollüberzeugungen bei nicht kontrollierbaren Verschlechterungen belastend wirken, weil sich die Person für etwas verantwortlich macht, was außerhalb ihrer Kontrolle liegt.

Positives Denken, Selbstregulation und Erfolg

Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeit und Optimismus stehen mit Führungsqualitäten in Zusammenhang. (…) Internale Kontrollüberzeugungen stehen im Zusammenhang mit Berufszufriedenheit. (…) Bei gleicher Ausgangslage führt Hoffnung zu höherem Studienerfolg. (…) Im Sport sagen Selbstwirksamkeitserwartungen bei Konkurrenten mit ähnlichen Fähigkeiten die Erfolgschancen vorher. (…) Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung stehen in Zusammenhang mit Erfolg bei Diäten, Nikotinentwöhnung und sportlicher Betätigung. (…) Menschen, die positiv denken, leiden weniger unter Angst, sind motivierter und arbeiten ausdauernder. (…) Positives Denken hilft, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.

Aussagen wie diese – belegt durch Studien – zeigen, dass positive Einstellungen helfen, Ziele zu erreichen, bessere sportliche Leistungen zu erbringen und in Studium und Beruf erfolgreicher zu sein. Dabei können positive Einstellungen mangelnde Grundlagen nicht ersetzen, sondern lediglich helfen, existierendes Potential voll auszuschöpfen.

Hilfreich ist es, sich spezifische Ziele zu setzen und vage positive Tagträume durch konkrete Erwartungen zu ersetzen. Denn vage positive Tagträume behindern das erreichen eines Ziels mehr, als dass sie helfen. Sich auf seine Selbstwirksamkeitserwartung zu verlassen ist nur dann sinnvoll, wenn man bereits Erfahrungen mit einer Situation gesammelt hat.

Positives Denken in Liebe und Partnerschaft

Positives Denken hilft Freundschaften und Beziehungen zu knüpfen, denn die eigene Erwartungshaltung beeinflusst, wie wir eine Person wahrnehmen und uns ihr gegenüber verhalten. Unser Verhalten wird entsprechend wahrgenommen und erwiedert. So entsteht ein Prozess in dem die Erwartungshaltung bestätigt und gefestigt wird (Sich-selbst-erfüllende-Prophezeihung). Im Falle zu hoher Erwartungshaltung, bleiben die Ansprüche oft unerfüllt und es kommt zu Missverständnissen. Hier sollten die Ansprüche angepasst werden.

Beziehungen, in denen sich die Partner stark idealisieren, sind glücklicher, vertrauensvoller und dauerhafter als Beziehungen weniger positiv illusorischer Menschen. Herrscht weiterhin ein wohlwollender Erklärungsstil, sind Beziehungen zufriedener und stabiler, wohingegen pessimistische Erklärungsstile das Lösen von Konflikten behindern und nachhaltig die Qualität und Stabilität einer Beziehung beeinträchtigen. Wechselseitige positive Beeinflussung der Partner durch Selbstwirksamkeit bezüglich der Beziehung  stärkt die Beziehung und sichert die Paarzufriedenheit. Paare mit internaler Kontrollüberzeugung bezüglich der Beziehung sind am glücklichsten, während Paare mit externaler Kontrollüberzeugung bezüglich der Beziehung vergleichsweise unglücklich sind. Für den erhalt einer Beziehung werden fünf subjektiv positive Interaktionen pro einer subjektiv negativen Interaktion empfohlen.

Positives Denken hilft Sympathien zu gewinnen und schneller Zugang zu anderen Menschen zu finden. Außerdem schützt Positives Denken tendenziell vor schädlichen Einflüssen, wie Zweifel oder einer negativen Sicht des Partners, und stabilisiert so die Beziehung und die Beziehungszufriedenheit. Negative Aspekte Positiven Denkens treten auf, wenn z. B. Gewalttätigkeit verharmlost wird, oder, wenn die optimistische Perspektive sich aufgrund des Partnerverhaltens nicht halten lässt. Letzteres führt zu Enttäuschung und Unzufriedenheit.

Wann ist Optimismus schädlich und Pessimismus hilfreich?

Ängstliche Personen profitieren von einem defensiven Pessimismus. Negative Erwartungen sind für defensive Pessimisten entlastend und motivierend. Im interkulturellen Kontext wurde zudem festgestellt, dass für Asiaten Pessimismus im Zusammenhang mit aktiver Problembewältigung steht. Europäer hingegen weisen hier einen Zusammenhang mit psychischen Problemen auf. Allgemein hilft Pessimismus in Situationen, in denen die erwarteten Risiken hoch sind. Genauso wie Hoffnung und Freude haben auch Skepsis und Trauer ihre Berechtigung und dürfen nicht als Krankheiten behandelt werden, die es durch Positives Denken zu heilen gilt – negative Emotionen sind zumeist ein Richtungsgeber für wichtige Lebensentscheidungen.

Herkunft und Lernen Positiven Denkens

Zunächst wird die Herkunft Positiven Denkens erläutert, dann die Methoden, um Positives Denken zu erlernen.

Herkunft Positiven Denkens

Die Lebenszufriedenheit wird auf eine genetische Prädisposition für bestimmte Denkmuster und Verhaltensweisen zurückgeführt. Extraversion, emotionale Stabilität und Positives Denken führen zu höherer Lebenszufriedenheit.

Dispositionaler Optimismus wird in seiner Varianz zu 25 % durch genetische Faktoren erklärt. Weiterhin relevant ist das Ausmaß und die Qualität elterlicher Fürsorge und das Beispiel der Eltern – insbesondere der Mutter. Allerdings stehen sozioökonomische Variablen und schulische und berufliche Leistungen im Zusammenhang mit dispositionalem Optimismus.

Ein positiver Erklärungsstil wird über eine Prädisposition für Denkmuster, das Modelllernen vor allem an der Mutter, elterliche – vor allem mütterliche –  Akzeptanz, fehlender Einsatz psychischer Kontrolle (z. B. Liebesentzug) der Eltern, die Attribuierung durch Lehrer und durch Lebensereignisse erklärt. Negative familiäre Ereignisse führen zu pessimistischen Erklärungsstilen.

Kontrollüberzeugungen bilden sich durch frühkindliche Erfahrungen. Förderlich ist insbesondere eine Bestrafung und Belohnung die sich am Verhalten des Kindes orientiert anstatt von den Stimmungen der Eltern abhängig zu sein, denn Kontrolle und die Erfahrung von Hilflosigkeit führen zu externalen Kontrollüberzeugungen. Lebensereignisse, wie Scheidungen der Eltern, befördern externale Kontrollüberzeugeungen, wohingegen die Wertschätzung der Eltern mit internalen Kontrollüberzeugungen zusammenhängt.

Selbstwirksamkeitserwartungen bilden sich durch Erlebnisse und Erfahrungen in Zusammenhang mit bestimmten Leistungen. Lerngelegenheiten fördern die Selbstwirksamkeit, während eine starke Behütung eines Kindes durch die Eltern kontraproduktiv ist. Selbstwirksamkeitserwartungen werden auch durch stellvertretendes Lernen, wie Vorstellungen, verbale Belehrungen und das erleben positiver Emotionen gebildet.

Lernen Positiven Denkens

Um Positives Denken zu lernen helfen eigene positive Erlebnisse und persönliche Erfolge, Modelllernen, verbale Überzeugung, vorgestellte Erlebnisse und das Erleben körperlicher und emotionaler Zustände.

Um eigene positive Erlebnisse zu generieren ist das setzen von spezifischen Zielen hilfreich. Zudem sollte das angestrebte Verhalten geübt werden und es sollten Bewältigungs- und Problemlösungsstrategien erlernt werden.

Die verbale Überzeugung basiert auf positivem Feedback oder dem Hinterfragen und Verändern negativer Denkmuster. Negative Denkmuster können durch das Verfahren der Disputation hinterfragt und verändert werden. Dabei soll eine Person die folgenden Schritte verinnerlichen und selbst anwenden:

Zunächst werden die Auslöser negativen Denkens identifiziert, sodann die diesbezüglichen Gedanken und Reaktionen. Die negativen Gedanken und Reaktionen werden sodann in einer Disputation angefochten. Dabei werden Gegenbeweise und alternative Erklärungen gesucht und die Konsequenzen der Reaktionen werden auf ihre Nützlichkeit hin untersucht. Abschließend wird die Situation neu eingeschätzt.

Das Erlernen von Entspannungstechniken moduliert das Erleben körperlicher und emotionaler Zustände positiv und leistet so einen Beitrag zu Positivem Denken.

Fazit

Positives Denken scheint Menschen zu veranlassen, besser für ihre Gesundheit zu sorgen und Probleme aktiv zu bewältigen. Die Fähigkeit, Dinge mit Zuversicht zu betrachten, das Augenmerk auf das Positive zu richten und anderen mit Wohlwollen zu begegnen, macht positiv denkende Menschen zu beliebten Zeitgenossen und hilft ihnen, stabilere, zufriedenere Beziehungen zu führen. Außerdem gibt ihnen ihre Zuversicht Motivation und Kraft, um sich höhere Ziele zu setzen, härter und ausdauernder an deren Umsetzung zu arbeiten und sich weniger leicht entmutigen zu lassen. Das ermöglicht ihnen wiederum, in ihrem Beruf und in anderen wichtigen Lebensbereichen erfolgreich zu sein. (…)

Andererseits kann ein hohes Maß an Zuversicht dazu führen, dass Menschen zu viel Energie in Ziele investieren, die unerreichbar sind und so Gesundheit und Wohlbefinden belasten. Ebenso ist es möglich, dass Optimisten bestimmte Risiken unterschätzen bzw. ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen und sich dadurch in Schwierigkeiten oder gar in Gefahr bringen. Darüber hinaus kann die Überzeugung, das eigene Schicksal maßgeblich beeinflussen zu können, die Anpassung an Situationen erschweren, in denen das Individuum, objektiv gesehen, wenig Kontrollmöglichkeiten hat. (…)

[Z]ahlreiche Ergebnisse [deuten] darauf hin, dass eine leicht optimistische, etwas unrealistische Sicht der Dinge günstig ist, eine extreme Verzerrung einer wie auch immer gearteten objektiven Realität aber problematisch.

Ein wichtiges situatives Merkmal ist die Kontrollierbarkeit einer Situation. Ist die Situation durch eigenes Handeln nicht besserbar, können Versuche, die Situation zu akzeptieren oder positiv umzuinterpretieren, den Betroffenen helfen, sich zu entspannen, das Gefühl der Kontrolle wiederzuerlangen und sogar zu günstigen Auswirkungen auf das Immunsystem führen. Ist die Situation hingegen kontrollierbar, bergen Illusionen über die Zukunft und unrealistischer Optimismus die Gefahr, dass sie notwendiges Handeln verhindern.

Bezüglich der Handlungsphasen sollten Entscheidungen so realistisch wie möglich getroffen werden, während die Umsetzung leicht optimistisch betrachtet werden sollte, um Motivation und Durchhaltevermögen zu stärken. In Bezug auf Probleme sollte die Einstellung vor Eintritt des Problems die Vorbereitung unterstützen und nach Eintritt des Ergebnisses Mut machen, die nächste derartige Aufgabe anzugehen.

Wichtig ist auch die Berücksichtigung differenzierter Kriterien. So sind Zielkonflikte durch Prioritätensetzung aufzulösen, die individuelle Wirksamkeit gegenüber der Sozialverträglichkeit abzuwegen und die Verfolgung kurzfristiger Ziele gegenüber der Verfolgung langfristiger Ziele zu gewichten.

In Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale wurde festgestellt, dass ängstliche Menschen von defensiven Pessimismus profitieren können, da sie so Probleme antizipieren und vorbeugen können.

Hilfreiche Fragen bezüglich des eigenen Positiven Denkens sind:

  • Wie ausgeprägt ist mein Optimismus (Zuversicht oder Erhabenheit)?
  • Worauf beruht meine Zuversicht (Erfahrung oder Bauchgefühl)?
  • Habe ich die möglichen Gefahren bedacht?
  • Ist meine Einschätzung der Situation angemessen?
  • Was sind die Konsequenzen meiner Einstellung?
  • Bin ich flexibel genug, bei Erfolglosigkeit aufzugeben?

Viel Gesundheit, Wohlbefinden, Erfolg und Liebe mit Ihrem wohldosierten Positiven Denken!

Quelle:

Schütz, A.; Hoge, L. (2007): "Positives Denken", Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart.


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Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen

Kontrafaktisches Schlussfolgern ist der Schlüsselprozess einer dynamischen Entwicklung von Beziehungsfolgen hin zu Vertrauensverhältnissen. Lesen sie hier, wie nach gängigen Menschenbildern und Werten Beziehungsfolgen dazu neigen generalisiertes Vertrauen in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Menschenbilder

Nach Schein (1980) sind Menschenbilder Annahmen über das Wesen, Motive und Ziele von Menschen. Aus organisationspsychologischer Perspektive werden die folgenden Menschenbilder unterschieden und charakterisiert:

  • Homo Oeconomicus: Menschen maximieren ihren Nutzen, auch wenn anderen dabei ein Schaden entsteht (Opportunismus).
  • Sozialer Mensch: Menschen sind durch soziale Bedüfnisse motiviert.
  • Selbstverwirklicher: Menschen haben hierarchische Bedürfnisse und streben auf unteren Ebenen der Hierarchie nach Autonomie.
  • Komplexer Mensch: Menschen sind wandlungs- und lernfähig, die Motive und Bedürfnispräferenzen wandeln sich und die Bedürfnisse sind von dem umgebenden System abhängig.

Diesem Beitrag liegt grundsätzlich das Verständnis vom komplexen Menschen zugrunde. Der Mensch wird als Opportunist verstanden, der soziale Bedürfnisse entsprechend seiner Bedürfnishierarchie – vgl. Hungenberg und Wulf (2011) – zu realisieren versucht, ist wandlungs- und lernfähig und seine Bedürfnisse sind vom Kontext der Situation abhängig.

Die Bedürfnishierarchie richtet sich nach der ERG-Theorie von Alderfer und reicht von Existenzbedürfnissen auf niederster Ebene über Beziehungsbedürfnisse hin zu Wachstumsbedürfnissen.

Existenzbedürfnisse sind physiologische Bedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse, Beziehungsbedürfnisse umfassen den Wunsch nach festen zwischenmenschlichen Beziehungen und Wachstumsbedürfnisse drücken ein intrinsisches streben nach der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit aus.

Entsprechend der Frustrationshypothese können höhere Bedürfnisse bei Enttäuschung zur Akzentuierung niederer Bedürfnisse führen. So ist es z. B. typisch, dass enttäuschte Beziehungsbedürfnisse zu einem Streben nach mehr Sicherheit führen.

Wertewandel

Im Zuge der gesellschaftlichen Fortentwicklung ist es gemäß Picot et al. (2003) zu einem Wertewandel gekommen. In den Vordergrund sind immaterielle Werte getreten, wie Selbstständigkeit, Zielverwirklichung und Kreativität. Neue Leistungsmotive sind Spaß, Sinnhaftigkeit und Zeitgewinn, die die alten Leistungsmotive Geld und Status ablösen. Es hat folglich eine Verschiebung von extrinsischen Motiven hin zu intrinsischen Motiven stattgefunden.

Neue Institutionsökonomik

Institutionen sind gemäß Picot et. al. (2003) Normen, die mit einem Durchsetzungsmechanismus bewehrt sind. Neben sich selbst erhaltenden Normen existieren überwachungsbedürftige Normen, weil die für alle beteiligten beste Lösung systembedingt nicht erreicht werden kann, da jeder Akteur versucht, das für ihn individuell beste Ergebnis zu erzielen (Spieltheorie). Zur Lösung derartiger Anreizproblematiken muss durch Sanktionen und Anreize eine Anreizkompatibilität mit der Norm hergestellt werden. Die grundsätzliche Annahme der Insitutionsökonomik ist der Opportunismus des Menschen.

Es wird sich jedoch zeigen, dass Opportunismus nur unter sehr spezifischen Bedingungen eine „gute“ Strategie darstellt. Pfadabhängige Reputation und die Erfolgserwartungen nachhaltiger Beziehungen stehen opportunistischem Verhalten entgegen.

Principal-Agent- und Stewardship-Theorie

Gemäß Davis et al. (1997) gleichen Stewards ihre Ziele mit denjenigen ihres Auftraggebers ab und sind intrinsich durch die Aufgabenerfüllung motiviert. Agents hingegen verfolgen eigene Ziele opportunistisch und sind durch erzielbaren kurzfristigen Nutzen motiviert.

Dem selbstsüchtigen Agent steht ein sich selbst aktualisierender sozial orientierter Steward gegenüber. Während der Agent durch niedrige Bedürfnisse extrinsich motiviert wird, wird der Steward durch höhere Bedürfnisse intrinsisch motiviert. Der Agent vergleicht sich mit anderen in ähnlicher Situation, während der Steward sich mit dem Auftraggeber vergleicht.

Agents zeigen wenig Commitment und streben nach institutioneller Macht, während Stewards nach persönlicher Macht (aus Expertise) streben und hohes Commitment zeigen.

Ein zentraler Unterschied in situativen Mechanismen ist, dass die Risikoorientierung in der Principal-Agent-Beziehung auf Kontrollmechanismen fokussiert ist und in Principal-Steward-Beziehungen auf Vertrauen.

Die Principal-Agent-Beziehung minimiert die potentiellen Kosten einer Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung, während die Principal-Steward-Beziehung die potentielle Leistung maximiert.

Es ist ersichtlich, dass sowohl aus Perspektive des hier angesetzten Menschenbilds als auch aus Perspektive des Wertewandels Menschen dazu tendieren Stewardship-Beziehungen zu bevorzugen, da sie mehr Raum für Selbstentfaltung lassen, Selbstständigkeit befördern, die Zielverwirklichung unterstützen, Zeitgewinne ermöglichen, und vielleicht das Gefühl für Sinnhaltigkeit und den Spaß befördern.

Dynamik von Beziehungen

In Beziehungen gleich welcher Art, bilden sich temporär oder dauerhaft Konstellationen, die einer Aufgabenübertragung gleichen; dies sind Erwartungen an den Gegenüber. Deswegen ist die Principal-Agent- und die Stewardship-Theorie auf Beziehungen übertragbar.

Beginnt eine Beziehung mit einem Vertrauensangebot, so wird vom Vertrauensgeber ein Steward erwartet. Wird die Erwartung dauerhaft erfüllt entwickelt sich eine Beziehung entsprechend der Stewardship-Theorie. Wird die Erwartung jedoch enttäuscht oder nutzt der Vertrauensgeber Handlungsspielräume opportunistisch aus, bricht das Vertrauensverhältnis und die Beziehung fällt auf das Principal-Agent-Verhältnis zurück. Kann das Vertrauen nicht wiedererlangt werden, ist in normalen Beziehungen eine Trennung wahrscheinlich, sofern weiterhin nach Stewards gesucht wird.

Ein Principal-Agent-Verhältnis geht mit Kontrolle und eingschränkter Autonomie einher und ist für beide Parteien eine unangenehme, weil aufwendige und motivational averse, Situation, denn Selbstverwirklichung, die Freiheit sich selber Ziele zu setzen und Kreativität werden eingeschränkt und Spaß und ein Gefühl der Sinnhaftigkeit werden reduziert. Zudem kommt es zu subjektiven und objektiven Zeitverlusten durch Kontrollmaßnahmen. Es ist leicht nachvollziehbar, dass das durchschauen der Dynamik des Zerfalls einer Vertrauensbeziehung (Stewardship-Verhältnis) einen Anreiz bildet der unangenehmen Principal-Agent-Beziehung durch Aufbau von Stewardship-Beziehungen zu entkommen.

In der Praxis jedoch werden Beziehungen nicht rational und objektiv bewertet, sondern Bewertungen einer Beziehungsdynamik unterliegen problematischen Wahrnehmungsprozessen. Besonders relevant in diesem Zusammenhang ist das psychologische Phänomen der Auflösung kognitiver Dissonanz: Menschen rechtfertigen ihre Entscheidungen und Erlebnisse selbstgerecht. Vgl. Aronson et. al. (2014).

Eine wesentliche Strategie zur Vermeidung der Auflösung kognitiver Dissonanz ist das kontrafaktische Schlussfolgern: Faktische Situationen und Entscheidungen werden dahingehend beleuchtet, was passiert währe, wenn man sich anders verhalten hätte. Vgl. Aronson et. al. (2014).

Im Zuge von Beziehungsfolgen erkennt derjenige, der kontrafaktisch schlussfolgert, ob der globale Nutzen des Opportunismus die Beendigung der Vertrauensbeziehungen rechtfertigt hat objektiver als derjenige der sich der Auflösung kognitiver Dissonanz hingibt. Aus diesem Grund führt der Weg von Beziehungsfolgen dazu, dass zunehmend vertrauenswürdiges Verhalten entsteht oder eine Person bildet ein inneres Lügengebäude, das zusammenbricht, wenn die Reputation erheblichen Schaden nimmt.

Reputation und ein Lernprozess hin zu vertraulichem Verhalten stützen das generalisierte Vertrauen in der Gesellschaft. Kontrafaktisches Schlussfolgern erweist sich folglich als Indikator für ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit im Lebensverlauf. Pfadabhängige Reputation und die erfolgserwartungen nachhaltiger Beziehungen stehen opportunistischem Verhalten entgegen.

Quellen:

Aronson, E.; Wilson, T.; Akert, R (2014) "Sozialpsychologie", Pearson, 8. Auflage.

Davis, J. H.; Schoorman, F. D.; Donaldson, L. (1997), "Toward a Stewardship Theory of Management" in Academy of Management Review 22 (1), S. 20 - 47.

Hungenberg, H.; Wulf, T. (2011) "Grundlagen der Unternehmensführung", Springer-Verlag, 4. Auflage

Picot, A.; Reichwald, R.; Wigand, R. T. (2003), "Die grenzenlose Unternehmung: Information, Organisation und Management - Lehrbuch zur Unternehmensführung im Informationszeitalter", Gabler Verlag, 5. Auflage.

Schein, E. H. (1980), "Organizational Psychology", Prentice-Hall.

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Kooperationsmanagement – Kooperationen effektiv, effizient und flexibel gestalten

Kooperationen sind Prozesse die nach den Kriterien Effektivität, Effizienz und Flexibilität auszulegen sind. Vgl. Bogaschewsky und Rollberg (1998). Erfahren Sie hier, welche Effektivitätskriterien zu beginn einer Kooperation zu beachten sind, wie die Flexibilität einer Kooperation erhalten bleibt und welche Faktoren eine effiziente Kooperation ausmachen.

Effektive Kooperation

Die Effektivität einer Kooperation bemisst sich nach Kaschny et. al. (2015) daran, dass ein Bedarf an Wissen, Know-how oder finanziellen Mitteln für jeden Kooperationspartner dauerhaft gedeckt wird (Win-win-Situation).  Es sollten demnach komplementäre Kernkompetenzen und strategische Ziele aufeinander treffen. Die Aufgaben- und Rollenverteilung sollte fair sein, um dauerkonflikte aus Ungleichgewichten zu vermeiden. Schutzrechtliche Fragestellungen, Haftungsansprüche und der Umgang mit Mittelrückflüssen sollten geklärt sein, um existenzielle Konflikte zu vermeiden. Letztlich ist es wichtig, dass die Bedeutung der Kooperation für alle Partner ungefähr gleich ist und kein Partner ein Dominanzstreben zeigt, damit die Kooperation unter Gleichgestellten stattfindet und so von allen Seiten aufrechterhalten werden will.

Flexible Kooperation

Nach Dammer (2011) braucht eine Kooperation ein hinreichend flexibles, und dennoch stabiles Regelwerk. Zudem sollte die Eigenständigkeit der Kooperation nicht durch eine zu enge Kontrolle durch die Partnerunternehmen behindert werden. Dies schadet der Entwicklung der Kooperation und mindert ihre Leistungsfähigkeit ernsthaft. Es sollte vielmehr auf die Erarbeitung eines Leitbildes gesetzt werden, welches der Leitlinie folgt, die sich durch die Zielperspektiven der Kooperation selbst beschreiben lässt. Die Zukunftsorientierung der Kooperation sollte durch flexible interne Strukturen, die Bereitschaft zur weiteren Qualifizierung und deren Unterstützung, die Produktentwicklung und Organisationsentwicklung (Innovationsorientierung) als Thema befördert werden.

Effiziente Kooperation

Die Darstellungen folgen im Wesentlichen Dammer (2011). Zunächst gibt es zwei übergeordnete Bedingungen, die das effiziente Arbeiten eines Netzwerkmanagers erheblich erleichtern.

Zunächst sollte die Kooperation den Charakter der Eigenständigkeit besitzen. Also einen eigenständigen Stellenwert zugemessen bekommen, der jenseits ihrer direkten Funktionalität für jedes einzelne Partnerunternehmen liegt. Dieser eigenständige Stellenwert der Kooperation sollte aktiv zur Geltung gebracht werden. Sinn dieser Forderung ist es, eine Kooperation in ihrer Unvorausschaubarkeit zu würdigen und sich darauf zu verlassen, dass die Kooperation Vorteile generiert die nicht zwangsläufig sofort sichtbar oder erahnbar sind.

Weiterhin sollte eine Entwicklungsorientierung vorliegen, bei welcher die Kohärenz in der Veränderung rekonstruiert wird, sodass Veränderungen als zielgerichtet erfolgend interpretiert werden. Die Steuerung der Kooperation sollte in diesem Sinne den Prozess kontinuierlicher Verbesserung aufrecht erhalten und die Zukunftsorientierung der Kooperation befördern. Auch nach Kaschny et al. (2015) ist die Lernbereitschaft der Kooperationspartner von entscheidender Bedeutung. Sinn dieser Forderung ist es, die Zweckpassung der Kooperation fortschreitend zu gewährleisten.

Die eigentlichen Effizienzkriterien einer Kooperation sind Vertrauen, Konfliktfreundlichkeit, Lösungsorientierung, Transparenz, Verbindlichkeit und Kommunikation. Diese sechs Faktoren stehen gleichwertig nebeneinander und sind aufs innigste miteinander verwoben. Ihr Sinn ist, dass sie die effiziente Kooperation ermöglichen.

Vertrauen meint, dass man glaubt und aushält, dass die Handlungen einzelner Partner und das was insgesamt geschieht, zum Nutzen der Kooperation im Sinne ihrer Ziele ist. Die Kooperationspartner verzichten bewusst auf eine wasserdichte Absicherung und zeigen stattdessen Vertrauen gegenüber den Partnern, der Kooperation und sich selbst. Kaschny et. al. (2015) zielen wohl auf diesen Aspekt, wenn sie die Kooperationserfahrung und Kooperationsbereitschaft der Partner betonen. Ein wichtiger Aspekt, der von Dammer (2011) nicht aufgegriffen wird ist, dass Vertrauen sukzessive aufgebaut werden kann, sodass die Vertrauensinvestitionen bei Erfolg sukzessive erhöht werden können.

Konfliktfreundlichkeit meint eine Einstellung unter der Maxime: „wir profitieren von unseren Konflikten“. Dabei ist es wichtig sich die Vorzüge von Konflikten zu verdeutlichen: Konflikte spiegeln die realen Kräfte und Tendenzen in der Kooperation, helfen die Grenzen der Kooperation auszuloten und sind der wichtigste Motor für Veränderungen. Gleichwohl empfehlen Kaschny et. al. (2015) eine geringe kulturelle Distanz und Kompatibilität der Erfahrungen, Werte und Prinzipien der Kooperationspartner. Klar abgesteckte Verantwortungsbereiche und festgelegte Modi der Zusammenarbeit (Entscheidungsfindung, Konfliktmanagement, etc.) können hier ebenfalls helfen, so Kaschny et. al. (2015).

Mit Lösungsorientierung gemeint, ist die Orientierung an den Kooperationszielen als Schutz vor Partikularinteressen und die pragmatische Analyse von Fehlern, Problemen, Konflikten und Erfolgen. So wird überzogenes positives Denken aber auch die leidige Suche nach dem Sündenbock umgangen.

Transparenz hat die herausragende Bedeutung der genauste Indikator für das Verhältnis der Kooperation zu den einzelnen Partnerunternehmen und umgekehrt zu sein. Transparenz ist nicht grenzenlos möglich, denn keinem beteiligten sind alle bei ihm wirksamen Kräfte bekannt und verfügbar, sodass bewusste Absichten hier wenig zählen. Das tatsächliche Verhalten jedoch definiert die Reichweite, den Spielraum und die Handlungsmacht einer Kooperation, da diese von den intern zulässigen und verfügbaren Informationen und Strategien abhängt. In der Transparenz zeigt sich zudem der Großteil der Vertrauensinvestition der einzelnen Partner. Wohl der Transparenz förderlich ist auch die Forderung von Kaschny et. al. (2015) nach einer Zusammenarbeit der Partner direkt auf Mitarbeiterebene.

Die Verbindlichkeit drückt die Intensität des Bindungsgefühls aus. Als internes Regelwerk über Erwartungen an andere und die legitime Forderung anderer an einen selbst, wird eine Richtung vorgegeben, die, wenn sie tatsächlich umgesetzt wird, mehr Eigeninitative impliziert als im Regelwerk verlangt. Die faktische Verbindlichkeit lässt einen Schluss auf die Wichtigkeit zu, die die Partner der Kooperation tatsächlich beimessen.

Kommunikation ist das Austauschen von Informationen zwischen Individuen und Institutionen, und ist somit das Medium und der „Klebstoff“ der Kooperation. Kommunikation sollte regelmäßig, ausreichend und angemessen erfolgen. Das Klima der Kooperation drückt sich zum einen in der Kooperation aus und wird zum anderen durch die Kommunikation geschaffen. Lösungsorientierte Kommunikation erlaubt die Aufklärung der Selbstverständnisse und blinden Flecke der Partner, die aufeinanderprallen. In Bezug auf angemessene Kommunikation weisen Kaschny et. al. (2015) insbesondere auf den respektvollen Umgang hin.

Ein Aspekt den Kaschny et. al. (2015) zusätzlich zu den sechs Faktoren hervorheben ist die Qualität der Mitarbeiter und des Managements in der Kooperation.

Fazit

Gemäß den Grundsätzen des Projektmanagements – vgl. Kuster et. al. (2011) – ist in der Initialisierungsphase eines Kooperationsprojektes die Effektivität besonders zu gewichten. Effektivitätskriterien sind:

  • Existenz einer dauerhaften Win-win-Situation,
  • Vorliegen komplementärer Kernkompetenzen und strategischer Ziele,
  • faire Aufgaben- und Rollenverteilung,
  • Klärung schutzrechtlicher Fragestellungen,
  • Klärung von Haftungsansprüchen,
  • Klärung des Umgangs mit Mittelrückflüssen,
  • Vorliegen ungefähr gleicher Bedeutung der Kooperation für die Partner und
  • kein Vorliegen von Dominanzstreben eines der Partner.

Dabei ist grundsätzlich auf Flexibilität zu achten. Flexibilitätskriterien sind:

  • Kooperationsleitbild statt Kontrolle,
  • flexible interne Kooperationsstrukturen,
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterqualifizierung und
  • Innovationsorientierung.

Im Verlauf der Kooperation werden die Effizienzkriterien zunehmend wichtig. Von übergeordneter Bedeutung ist es dabei, dass der Kooperation ein eigenständiger Wert beigemessen wird, dass dieser zur Geltung kommt und dass eine Entwicklungsorientierung vorliegt. Dies schließt insbesondere die Lernbereitschaft mit ein. Die Faktoren der Effizienz die dadurch gefördert werden sind:

  • Vertrauen statt wasserdichter Absicherung sukzessive aufbauen (Kooperationsbereitschaft),
  • Konfliktfreundlichkeit leben und durch Passung Reibungsflächen abbauen,
  • lösungsorientiert die Ziele der Kooperation pragmatisch beachten (Lösungsorientierung),
  • transparentes Verhalten zeigen, um die Informationen und Strategien der Kooperation zu erweitern (Transparenz),
  • Verbindlichkeit aus Eigeninitative generieren,
  • regelmäßig, ausreichend und angemessen kommunizieren (Kommunikation) und
  • qualifizierte Mitarbeiter und Manager einbinden.

Zusammengenommen kann so ein optimiert effektiver, effizienter und flexibler Kooperationsprozess gestaltet werden.

Quellen:

Bogaschewsky, R.; Rollenberg, R. (1998) "Prozeßorientiertes Management", Springer (o. A.).

Dammer, I. (2011) "Gelingende Kooperation ("Effizienz")" in "Netzwerkmanagement - Mit Kooperation zum Unternehmenserfolg", S. 37 - 47; Hrsg. Becker, T.; Dammer, I.; Howaldt, J.; Loose, A. Springer (Heidelberg, Dodrecht, London, New York), 3. Auflage.

Kaschny, M.; Nolden, M.; Schreuder, S. (2015) "Innovationsmanagement im Mittelstand - Strategien, Implementierung, Praxisbeispiele", Springer Gabler (Wiesbaden).

Kuster, J.; Huber, E.; Lippmann, R.; Schmid, A.; Schneider, E.; Witschi, U.; Wüst, R. (2011) "Handbuch Projektmanagement", Springer (Heidelberg, Dodrecht, London, New York), 3. Auflage.

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