Diskussion: Ökonomie der Ungleichheit

Chancen sind uns nicht allen gleichermaßen gegeben. Es sind nicht nur die genetischen und sozialisierenden Faktoren, sondern auch ökonomische, die unsere Chancen unterschiedlich gestalten. Hohe Ausbildung ist heute kein Garant mehr, einen Job zu haben, der nicht der Digitalisierung anheim fällt und im Kontext zukünftiger elektronischer Bauteile, die Nervenschichten nachbauen, stellt sich die Frage, wie lange der implantatfreie Mensch überhaupt noch in Arbeit integriert werden kann. Ökonomische Ungleichheit kann auf Verwendungsunterschieden, wie bei Arbeit und Kapital, aber auch auf Marktversagen basieren, wie in intertemporalen Märkten / Kreditmärkten.

Arbeit und Kapital

Nach Thomas Piketty: Ökonomie der Ungleichheit, gibt es zwei Gründe für einen Transfer von Kapital zu Arbeit. Zum einen Ungerechtigkeit und zum anderen Marktversagen (Reproduktion von Einkommensunterscheiden durch Kapitalmarktineffizienz). Die Idee der Ungerechtigkeitsbeseitigung formuliert er wie folgt:

Wenn Ungleichheit zumindest teilweise Faktoren geschuldet ist, für die man den Einzelnen nicht verantwortlich machen kann, da sie seinem Einfluss entzogen sind, wie etwa das Startkapital, das er seiner Herkunft oder glücklichen Umständen verdankt, dann ist es gerecht, wenn der Staat die Chancen und Lebensumstände der Benachteiligten, also derjenigen zu verbessern sucht, die mit besonders misslichen unbeeinflussbaren Faktoren zu kämpfen haben. – S. 8.

Moderne Theorien sozialer Gerechtigkeit bringen diesen Gedanken in Form des Maximin-Prinzips zum Ausdruck:

Eine gerechte Gesellschaft muss die Minimalbedingungen und Chancen maximieren, die das Sozialsystem dem Einzelnen bietet. – S. 8.

Es kommt im Kontext der Einkommensunterschiede basierend auf Kapital- oder Arbeitsherkunft insbesondere auf die Substitutionselastizität von Kapital und Arbeit an, die für gewöhnlich nahe eins liegt (0,7 bis 1,1 nach Hammermesh [1986, 1993]), sodass Veränderungen der Arbeitslöhne zu Veränderungen des Arbeitseinsatzes führen. Deswegen wäre das richtige Instrument eine fiskalische Umverteilung durch Besteuerung proportional zum Kapitalstock eines Unternehmens bzw. des Kapitaleinkommens, welches an die Arbeit ausgezahlt wird.

In der Höhe der Besteuerung liegt zwar grundsätzlich eine niedrige Elastizität des Kapitalangebots vor, aber international herrscht Steuerwettbewerb, um Unternehmen anzulocken und zu binden, sodass die nationale Elastizität des Kapitals beträchtlich ist. Deswegen braucht es einen Fiskalföderalismus auf internationaler Ebene, um den Wettbewerb zu harmonisieren, sodass eine weitreichende Umverteilung erfolgen kann.

Ebenfalls relevant ist die zeitliche Frist. Kurz- und mittelfristig können Belastungen proportional zum Lohn Arbeitgeber belasten, während langfristig der Lohn sinkt und die Arbeit die Steuer bezahlt. Genauso kann eine fiskalische oder lohnbezogene Umverteilung kurzfristig Wirkung entfalten, während Wirtschaftswachstum eher langfristig den Wohlstand steigert.

Diskussion

Das Proplem der Ungerechtigkeit zwischen Arbeit und Kapital lässt sich nur international als Überwachungsbedürftige Norm regulieren, da es der Dynamik des Steuerwettbewerbs unterliegt. Der mir bekannte Lösungsraum kennt die sogenannte Flat Tax die Piketty vorschlägt und mein Konzept der Insolvenzmarkierenden Soll-Rendite-Kennlinie (vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt).

Die Flat Tax ist ein einfaches Mittel, um international für Gerechtigkeit zu sorgen. Sie ist insbesondere indifferent gegenüber unterschiedlichen Sektoren und belastet somit Kapitaleinkünfte gleich und relativ, sodass keine Auswirkungen auf Sektoren oder Geschäfte naheliegen.

Meine Soll-Rendite-Kennlinie ist demgegenüber ein bürokratisches Monster, das versucht Kapitalmarktentscheidungen indifferent zu machen, sodass Ersparnis in jedwedes subjektiv erwünschtes Produkt unabhängig von der Rendite fließen kann. So sollen besonders wünschenswerte Geschäfte finanziert werden, die die Mindest- und Maximalrendite (mittlere Sollrendite) abwerfen können. Allerdings wird Kapital ungleich günstiger und kapitalintensive Sektoren werden bevorzugt, mithin die Industrie gegenüber der Dienstleistung. Weiterhin bleiben die Investitionsanreize erhalten, betreffen aber unmittelbar die innere Unternehmensrefinanzierung und die Arbeitsentlohnung, während das Kapital – dem Sinn entsprechend – fair abgegolten wird. Die Bürokratie könnte eventuell im Sinne einer Wirtschaftsprüfung marktwirtschaftlich gestaltet werden uns so qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Ungleichheit der Arbeitseinkommen

Die zentrale Theorie um die Ungleichverteilung von Arbeitsentlohnung ist die Theorie vom Humankapital: Durch Bildungsinvestitionen erzielen Bildungsbürger eine Rendite, die den subjektiven Aufwand des Bildungsprozesses rechtfertigt. Ist der Aufwand zu hoch oder die Bildungsrendite zu unsicher oder gering, unterbleibt häufig die Bildungsinvestition, während sie andernfalls anreizkompatibel ist. Diesem Modell liegt ein rational denkender und vorausschauend vorgehender Mensch zugrunde, aber Individuuen werden häufig in Normgefügen sozialisiert, die genau solche Optimierungsmodelle zum Ursprung haben – sie haben sich bewährt.

Piketty unterscheidet nun eine reine Umverteilung von einer effizienten Umverteilung, die direkt in die Bildung von Humankapital eingreift.

Jüngere Ungleichheit läßt sich als Nachfrage nach Talent und hoher Qualifikation interpretieren, während die einfachen Tätigkeiten zunehmend weniger Nachfrage haben, weil sich mit den neuen Technologien Talent und Qualifikation besonders produktiv integrieren kann (Skill-biased technological change). Dies führt zu erheblichen Meßproblemen, da die Inhomogenität homogener Messgruppen enorme Auswirkungen in der Lohnungleichheit hat. Zum häufig angeführten Thema Globalisierung als Ursache für Ungleichheit anzuführen sagt Piketty:

Auf dem gegenwärtigen Kenntnisstand sieht alles danach aus, dass der Anstieg der Lohnungleichheit in einem Strukturwandel der Produktion in den entwickelten Ländern wurzelt und es zu einer ähnlichen Entwicklung auch dann gekommen wäre, wenn es sich bei diesen Ländern um abgeschottete Wirtschaften gehandelt hätte, die keinen Handel mit dem Rest der Welt treiben. – S. 85.

Wieder ist die fiskalische Umverteilung z. B. Mindest – und Höchstlöhnen überlegen, sobald es eine hohe Substitutionselastizität zwischen Humankapitalniveaus gibt, denn sie erlaubt es die allokative Funktion des Preissystems nicht zu beeinträchtigen und dennoch Einkommen der Arbeiter umzuverteilen. Besonders wichtig ist also die Steuerprogression insgesammt über Transfers und Steuern, die am einfachsten über ein bedingungsloses Grundeinkommen realisiert werden kann. Die Substitutionselastizität ist höher als die von Kapital und Arbeit und Piketty resümiert:

Es ist leichter, einen gering qualifizierten Arbeiter durch eine Maschine oder einen qualifizierten Arbeiter zu ersetzen, als auf qualifizierte Arbeiter zu verzichten. – S. 86 f. .

Die nächste Frage betrifft dann die Wurzel des Themas, also das Humankapital selber auf hohem Niveau zu homogenisieren. Ein Problem ist dabei, das gerade die Ungleichheit der Einkommensniveaus die Bildungsrendite definiert, und somit Umverteilung Bildung von Humankapital konterkarriert, aber Bildung erfolgt eher Normbegleitet, als das vorwiegend junge Leute tatsächlich die Bildungsinvestition antizipierend durchkalkulieren. Deswegen sagt Piketty:

Die allgemeine Schulpflicht ist zweifellos die wichtigste aller Umverteilungsmaßnahmen. – S. 91.

Weiterhin kann man gegen die freien Marktkräfte der Humankapitalbildung einwenden, das der intertemporale Markt nur selten arme Haushalte mit hohem Bildungspotential finanziert, da die Absicherung des Geschäfts ja über Vermögenspfand erfolgt. Diese Ineffizienz rechtfertigt eine Politik, die entschlossen für finanzielle Unterstützung von Studierenden aus bescheidenen Verhältnissen eintritt.

Gegen eine entusiastische Bildungspolititk sprechen aber sozialisierende Faktoren – faktisch ist die intergenerationale Bildungsmobilität wie die intergenerationale Einkommensmobilität gering und die Bildungs- und Einkommensverhältnisse reproduzieren sich über die Generationen hinweg unabhängig von finanzieller Unterstützung. Jüngere Studien zeigen jedoch, dass die Sozialstruktur der Schülerschaft des Wohnviertels sehr viel ausschlaggebender sind, als Bildungsausgaben. Ziel der Politik ist dann Schichten in Bildungsinstitutionen per Verteilungsschlüssel zu durchmischen, was in der Praxis als extreme Politik aufgefasst und nur wenig wirksam umgesetzt wird.

Weiterhin gibt es eine Theorie der Arbeitsmarktdiskriminierung, die für alle erkennbaren Gruppen gegenüber denen Vorurteile bestehen anwendbar ist. Sie besagt, dass Vorurteile geringere Chancen zu haben Humankapital zu erwerben zusammen mit Einstellungsindikatorik (gegenüber einer Feststellung der Qualifikation) es rational erscheinen lassen zu diskriminieren, während dadurch die Bildungsinvestitionen von diskriminierten ungünstig verändert werden und das Vorurteil sich bestätigt (Sich-Selbst-Erfüllende Prophezeihung). Piketty Resümiert:

Es handelt sich also um eine zutiefst unwirtschaftliche, nutzlose Ungleichheit. – S. 98.

Regulierung dieser Ungleichheit bedeutet Nachweis der Einstellungs- und Beförderungskriterien oder Quoten zu etablieren, sodass die Vorurteile und Entmutigung abgebaut werden können. Man spricht von affirmative action. Eine Quote ist jedoch nicht unkritisch, denn sie kann als Zwang attribuiert werden und so die Vorurteile noch verstärken.

Letztlich gibt es dann noch die soziale Erzeugung von Lohnungleichheit. Z. B. durch Gewerkschaften, die bei Erfolg dazu führen, dass Unternehmen mehr Kapital und mehr qualifizierte Arbeit einsetzen, weil Gewerkschaftsmonopole die Löhne und Lohnhierarchie monopolistisch setzen, was zu Beschäftigungsrückgang führt. Gewerkschaften zu beschränken ergibt jedoch nur dann Sinn, wenn eine fiskalische Umverteilung in geeigneter Höhe an ihre Stelle tritt. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Wirkung von Branchenlöhnen auf die Humankapitalbildung, da Unternehmer so in ihre Arbeit investieren können, ohne das sie abwandert und Arbeitnehmer nicht enteignet werden, wenn sie unternehmensspezifische Bildungsinvestitionen tätigen, die in anderen Unternehmen keinen nutzen haben. Dies spricht also nicht nur für Gewerkschaften, sondern auch für regulatorische Lohnfestsetzung engegen der freien Marktkräfte.

Weiterhin können Arbeitgeber über Monopsonmacht verfügen und weniger Leute für weniger Geld einstellen, als auf einem Konkurrenzmarkt. In solchen Fällen kann z. B. ein Mindestlohn zu mehr Beschäftigung führen, während eine fiskalische Umverteilung zu Lohnreduktion führen würde. Zu einem Monopson kommt es:

(i)mmer dann, wenn es unternehmensspezifisches Humankapital gibt und Arbeitnehmer darum mehr oder weniger gezwungen sind, ihre Arbeit einem einzigen Arbeitgeber anzubieten. – S. 108.

Aber Monopsone scheinen nicht die Erklärung für Ungleichheit zu sein, Arbeitnehmer werden eher eng umkämpft. Eine Verschwörungstheorie eines Arbeitgeberkartells scheint instabil genug zu sein, um falsifiziert werden zu können. Es gibt auch Arbeitgeber, die Effizienzlöhne zahlen, also höhere Löhne als marktgängig, um Mitarbeiter zu binden und zu motivieren, anstatt sie zu kontrollieren, aber diese Effizienzlöhne führen in der Gesamtschau zu Beschäftigungsrückgang.

Diskussion

Zunächst ist Marktversagen geeignet auszuregulieren und zu erheben, was auch Bindung an makroökonomische Daten für Gewerkschaften bedeuten kann, feste Löhne für Monopsone und Quoten gegen jedwede Diskriminierung. Letzteres kann z. B. bedeuten, dass Qualifikationsnachweise im Sinne von umfänglichen Assessment Centern als öffentliches Gut angeboten werden und Unternehmen dann aus Qualifikationspools per Zufallentscheidung Kandidaten präsentiert bekommen (dies führt zu repräsentativen Verteilungen im Sinne einer natürlichen Quote), während das Lohnband einer Vorabbandbreite entsprechen muss.

Im Bezug auf die reine Umverteilung erscheint mir ein bedingungsloses Grundeinkommen / eine negative Einkommenssteuer degressiv mit dem Lohnanastieg besonders nützlich, wobei eine Existenzsicherung und weitere Sachleistungen ebenfalls vernünftig erscheinen. Damit ist gemeint, dass eine vernünftige Existenzsicherung ausgezahlt wird, was z. B. bedeutet soziale Teilhabe wie Mobilität und Besuch von Cafés sowie IT-Geräte und Internet ebenfalls zu berücksichtigen, während die wohlstandsproportionale Leistung des bedingungslosen Grundeinkommens in Form von Sachleistungen wie Bildung, Assessment Centern, Vermittlungsberatung und Therapie / Kur „ausgezahlt“ wird.

Besonders wichtig ist mir persönlich die Motivation im Bildungssystem zu fördern und dazu habe ich einen Vorschlag zum Bildungswesen reflektiert, der Freude und öffentliche Güter bei Kostenersparnis und Digitalisierung ermöglichen soll: Jigsaw-Bildungswesen. Und auch die konstruktiven Erwägungen zur Arbeitsvermittlung zu Berücksichtigen (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0). Weiterhin sollte jedwede Regulation im Europäischen Währungsraum harmonisiert bzw. abgestimmt werden.

Fazit

Das Buch von Thomas Piketty (2020): Ökonomie der Ungleichheit ist besonders wertvoll für Themen der Ungleichheit zu lesen, die hier nur knapp dargestellt werden können. Es zeigt sich sachlich unvoreingenommen und bildet so auch zu hitzig ideologisch umkämpften Bereichen wie dem Arbeits-Kapital-Konflikt.

Der Lösungsraum internationaler Politik im finanziellen Arbeits-Kapital-Konflikt umfasst meiner derzeitigen Kenntnis nach die Flat Tax und die Soll-Rendite-Kennlinie mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, die öffentlich zu dikutieren wären – ich freue mich auf Ihre Kommentare.

In der Lohnungleichheit sollte Marktversagen geeignet, wie geschildert, überprüft und reguliert werden, während eine reine Umverteilung insbesondere den Nidriglohnsektor subventionieren sollte, während eine Mischung aus lockererer Existenzsicherung und nützlichen Sachleistungen mein Gerechtigkeitsgefühl besonders anspricht. Dabei sollte das Bildungswesen motivationsförderlich und die arbeitsvermittlung humanzetriert, professionell und serviceorientiert erfolgen.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Diskussion: Gemeinwohl-Ökonomie

Rechtliche Legitimation durch die Verfassung

„Eigentum verpflichtet (…) sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“, ist der Ausgangspunkt der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung zu behaupten, dass eine Abstimmung der Wirtschaft mit einer Gemeinwohlzielsetzung geboten durch die Verfassung ist. Im Konkreten Fall der deutschen Verfassung ist dies jedoch kein Wirtschaftsgebot sondern ein Abwehrrecht der Bürger und juristischen Personen gegenüber staatlicher Willkür – grundsätzlich kodifiziert unsere Verfassung solche Gebote für den Staat. Sie können also den Staat verklagen, wenn er sein Eigentum nicht zum Wohle der Allgemeinheit verwendet. Gleichwohl strahlen manche Verfassungsgebote in das bürgerliche Recht aus und dies könnte auch hier der Fall sein, sodass Privateigentum dem Allgemeinwohl zu dienen hat. Es ist also etwas vereinfacht zu sagen, es handle sich um ein universell auf Privateigentum übertragbares Gebot, vielmehr sind Übertragungen im Einzelfall zu begründen.

Kernkonzeption Gemeinwohlökonomie

Trotz des mangelnden universellen Anspruchs, ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Konzeption wirtschaftspolitisch möglich (Teil des Lösungsraums) und damit vorstellens- und diskussionswürdig.

Im Zentrum der wirtschaftlich orientierten Eingriffe steht die Gemeinwohlbilanz und ein System gemanagter Wechselkurse nach Keynes sowie eventuell ein Negativzinssystem sowie Gewinnverwendungsverbote. Weiterhin werden Schranken für die Verwendung und Kumulation von Gewinnen und Privateigentum vorgeschlagen sowie demokratie- und zufriedenheitsförderliche Erziehung und Bildung.

Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlbilanz soll ein Standard werden, der Transparenz bezüglich werteorientierten Wirtschaftens gemeinverständlich und öffentlich dokumentiert und in einer Indikatorik zusammenfasst. Die erreichten Punkte der Gemeinwohlbilanz werden dann verpflichtend auf Produkte in Form eines Nudging-Systems aufgebracht z. B. grün für vorbildlich usw. Gemeinwohlbilanzen sollen ähnlich einer Wirtschaftsprüfung privatwirtschaftlich geprüft und staatlich stichprobenartig kontrolliert werden.

Die indizierten Werte sind aus Verfassungsanalysen hervorgegangen und betreffen die Werte, Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung. Sie werden jeweils auf alle Stakeholder*Innen bezogen und in Subkategorien aufgegliedert. Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Aufsummation von 50 maximal möglichen Punkten pro Kategorie-Stakeholder*Innen-Feld. Die Kategorien sind also gleichgewichtet. So soll der Konsument am Ort des Kaufes einfacher Preise von vergleichbaren Gemeinwohl-Leistungsträgern vergleichen können und Transparenz über z. B. unethische Nidrigpreise erhalten.

Besondere Forderung ist nun, dass Gemeinwohl-Bilanz-Ergebniss-Gruppen unterschiedliche wirtschaftspolitische Regularien auferlegt bekommen sollen, sodass es finanziell lohnenswert für Unternehmen ist höhere Ergebnisse anzustreben, weil z. B. Steuern erlassen werden. Diese Belohnungs- bzw. Sanktionsstruktur soll Wirtschaft mit Gesellschaftszielen alignen.

Kritik

Die Gemeinwohlbilanzierung entspricht in weiten Teilen meinem Konzept des Transparenznudgings in den Dimensionen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit (Vgl. Nachhaltigkeit). Der zentrale unterschied wäre, dass die Gewichtung der Indikatoren in der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung aus einem demokratischen Prozess hervorgehen soll, sodass mit Gesellschaftspräferenzen die Anreizstruktur der Wirtschaftspolitik demokratisch definiert werden soll z. B. in einem Bürgerkonvent.

In meinem Konzept hingegen sollen Konsumenten durch Konjoint-Analyse – dies ist ein graphisches Verfahren, Präferenzen zu erheben – Indikatoren bzw. Dimensionen entsprechend ihrer Präferenzen erheben und dann ihre persönlich bevorzugten Produkte angezeigt bekommen. Dies erfordert digitale Berechnung der Rangfolge der Produkte am Einkaufsort basierend auf den Indikatoren (mathematisch: Euklidische Distanz Support Vector Maschinen). Hier würde eine Gesellschaftspräferenz aus den tatsächlichen Präferenzen der Bürger errechnet werden – eventuell kontinuierlich. Dieser Aspekt, an Märkten entsprechend der eigenen Präferenzen entscheiden zu können, ist so ungefähr der höchste Wert einer Marktwirtschaft. Ich denke dieser Aspekt wäre sehr Interessant für die eher demokratisch verwurzelte Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, um die Gemeinwohlbilanz am Markt zu flexibilisieren und eventuell einen Konvent mit tatsächlichen Präferenzen zu unterfüttern.

Grundsätzlich sind jedoch genau derartige transparenzschaffenden Standards und deren Berücksichtigung in der Wirtschaftspolitik das zielführendste Mittel Wirtschaft zu regulieren eventuell auch im Kontext von Restriktionen für Werbung bzw. mediale Beeinflussung – sie sind ein systemischer Hebel.

Die Gemeinwohlbilanz-Gruppen bezogene Wirtschaftspolititk entspricht summarisch einer Pigue-Steuer, die relative Preise von Produkten beeinflusst. So schlägt z. B. auch Friedrich Wegenstein Zölle entsprechend wirtschaftspolitischer Standards vor, um nicht z. B. prekäre Arbeit lokal zu verbieten, dann aber global zu importieren (Vgl. Diskussion: Knapp Wertvoll Sparsam).

System gemanagter Wechselkurse nach Keynes

Wirtschaftspolitisch gilt das Trilemma der offenen Volkswirtschaft – sie können zwei von drei Freiheiten wählen, während die Dritte dann beschränkt ist. Die Freiheiten sind: Kapitalmobilität, feste Wechselkurse und geldpolitische Konjunkturpolitik.

Ein System gemanagter Wechselkurse kann entweder Kapitalmobilität oder geldpolitische Konjunkturpolitik erlauben, nicht jedoch beides. Wollen Sie also weiterhin Inflation stabilisieren können, müssen Sie auf Kapitalmobilität verzichten. Das entspricht der Politik Chinas.

Jetzt ist jedoch die Idee, die festen Wechselkurse in Perioden an die Fundamentalwerte anzupassen, sie zu managen. Dies soll über eine internationale intergovernmentale Organisation erfolgen. Theoretisch würde das erlauben, Kapitalmobilität zu ermöglichen und Wechselkursspekulation abzufangen. Das System entspricht also ungefähr dem Goldstandard oder Bretton-Woods-I-System, sofern nicht die Kapitalmobilität beschränkt würde.

Negativzinssystem

Grundsätzlich sollen Banken auf ihre Kernfunktionen gebunden werden und Finanzinvestments an Kapitalmärkten sowie diese Märkte verboten werden. Weiterhin sollen sie Kreditinvestitionen mit einer verbindlichen vorgelagerten Gemeinwohlprüfung bewerten, bevor die finanzielle Risikoprüfung erfolgt, um die Kreditkonditionen festzulegen. So sollen im Sinne einer Portfoliodenkweise sogar besonders gemeinwohlorientierte Projekte subventioniert werden.

Hier greift auch das regulatorische Negativzinssystem, bei dem Geldeinlagen bei Banken zum einen verbindlich sind und das Geld sich mit der Zeit entwertet, sodass Kredite zu günstigeren Konditionen vergeben werden können und so die Produktpreise sinken. Dies hätte den Effekt, dass besonders wohlhabende Leute (Nettozinsgewinner*Innen von heute) sich nicht den Mehrwert der Arbeit von konsumgebundenen Leuten (Nettozinsverlierer*Innen von heute) aneignen, sondern konsumgebundene Menschen geringere Kosten hätten. Konsumgebunden soll bedeuten, dass Menschen mit geringem Einkommen und Vermögen gar keine oder nur wenig Ersparnis bilden können. In dieser Situation können reiche Leute nur konsumieren oder gründen, wobei Anlage nicht mehr wirklich möglich ist, da auch das Einkommen begrenzt würde, also z. B. mit 100% Steuer belegt würde, wenn es einen Maximaleinkommenswert übersteigt – Geld wird zum öffentlichen Gut.

Kritik

Schmelzende Ersparnisse motivieren Konsum und sind besonders riskant in Schattenmärkte zu münden, die einer Professionalisierung des Bargelds im Kopfkissen entsprechen dürften, sodass nicht nur eine Einkommens- sondern auch eine Vermögenskontrolle erforderlich werden würde – es geht also um Meldepflichten für Einkommen und Vermögen und deren Kontrolle. Die ganze Logik von Kapitaleinkommen würde aufgelöst werden und im Sinne einer linken Politik insbesondere niedrige Einkommenssegmente entlasten. Mithin müsste Rentenversicherung insbesondere umlagebasiert anstatt kapitalmarktbasiert sein.

Gewinnverwendungsverbote

Nach der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung sollen Gewinne in ihrer Verwendung beschränkt werden. Finanzinvestments sollen verboten werden, sodass nur durch Nutzwerte Einkommen erzielt werden kann. Banken sollen nur nichtgewinnorientiert sein dürfen. Ausschüttungen an nicht Mitarbeiter sollen Verboten werden, sodass Arbeit die einzige Quelle von Einkommen wird. Firmenaufkäufe und -Fusionen sollen nicht gegen den Willen der Belegschaft möglich sein, sodass eine demokratische Unternehmensentscheidung den VERKAUF von Unternehmen verbieten kann und regelmäßig soll, um dem „Fress- und Wachstumszwang“ in der Wirtschaft zu entgegnen (Vgl. zum derzeitigen System Finanzsystem). Und Parteispenden von juristischen Personen sollen untersagt werden.

Kritik

Ich habe den Verkauf besonders hervorgehoben, da ein Kaufsverbot im internationalen Kontext schwieriger durchzusetzen wäre als ein Verkaufsverbot. Das Trockenlegen der Kapitalanlage zusammen mit der Vermögensbegrenzung entzieht dem Wirtschaftssystem den zentralen Innovationsantrieb im Sinne der Rationalisierung, die langfristig die Produktionskapazität und damit den Wohlstand der Bevölkerung sichert, eben die Ressourceneffizienz des Wettbewerbs. Dementsprechend verbleibt nur dieser mittelbare Anreiz zur Ressourceneffizienz, ohne das Druck besteht danach zu streben. Derartige mittelbare Anreize gelten als Grund für das Scheitern des realisierten Sozialismus. Wir würden also eventuell ein Versiegen von Innovation und realem Wirtschaftswachstum erleben, genau dies reduziert im Gegenzug aber auch den Druck im System.

Einkommens- und Vermögensschranken

Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung fordert neben einem Mindest- auch einen Maximallohn und Vermögensbegrenzungen, die zwar Leistungsanreize bieten, aber individuelle Beeinflussung von Politik und Wirtschaft verunmöglichen, die im Widerspruch zur Gleichheit der Bürger in einer Demokratie steht, sowie ausschließliches Einkommen aus Arbeit. Erbe soll ab einem Maximalsatz des Erbes und der Schenkung sozialisiert und eventuell als demokratische Mifgift ausgezahlt werden.

Kritik

Einen Mindest- und Maximallohn halte ich ebenfalls für vernünftig, aber ich würde die Lohnstufen ebenfalls in Relation zueinander bringen, damit das „Kontinuum“ ebenfalls fair aufgegliedert würde, nicht also der normale arbeiter im unteren Einkommensband und die Elite im oberen Einkommensband ohne einen vernünftigen Übergang in der Mitte angesiedelt würde. Die Innovationsanreizproblematik könnte eventuell gerettet werden, wenn von einer Kopplung an Absolutwerte wie einen Mindest- und oder Maximallohn (das bedingt sich ja dann) verzichtet würde und statt dessen fixe Verteilungsquoten als Relationen zum Gewinn nach Investitionen und Rücklagen definiert werden – so entsteht firmenabhängiger verdienst, der mit Innovation zunimmt. Hier wären eventuell Abfindungen / Wertschöpfungsbeteiligungen für ausscheidende Mitarbeiter zu regulieren oder per Gemeinwohlbilanz zu fördern. Weiterhin verbliebe das Verkaufs- und Fusionsverbot besonders relevant. Zur Vermeidung von unerwünschten Abweichungen im internen Unternehmensgefüge (Hierarchie) dürfte es notwendig sein die relativen Entlohnungen an Jobanforderungen zu binden, anstatt den Unternehmen zur Disposition zu überlassen. Eventuell ist auch hier eine Förderung durch die Gemeinwohlbilanz möglich.

Gerade im derzeitigen Wirtschaftssystem erachte ich die vernünftige Konzeption von Vermögensgrenzen und / oder Erbschaftsregeln für einen der wichtigsten Schritte – wir alle verdanken unseren individuellen Erfolg zum Einen eher den Leistungen vorhergehender und unserer Generation (dazu zählen auch die Ganzen öffentlichen Güter) und zum Anderen unseren Anstrengungen, nicht jedoch werden normale Bürger mit dem Privileg der leistungsarmen Weltgestaltungsmacht geboren und können mit einfachen Analysen oder Zukäufen von Expertise Unternehmenswertschöpfungsströme (Kapitalrendite) nicht nur kaufen sondern auch noch in Wettbewerb zueinander setzen, um das Maximale zu erhalten. Ich erachte es für grob fahrlässig enormes Vermögen zu vererben, da es der Gemeinschaft zustehen sollte und Kinder entfremdet, und würde eine derartige Regulation auch begrüßen (Vgl. Finanzsystem).

Die Kopplung von Einkommen an Arbeit, sodass Anteile an juristischen Personen keine Ausschüttung erwarten lassen sofern man nicht (unternehmens demokratisch legitimiert) dort arbeiten darf, würde grundsätzlich eine Kontrolle erfordern, ob nur auf dem Papier oder tatsächlich gearbeitet würde. Dies zu konzipieren wäre schwierig.

Erziehung und Bildung

Wie so häufig werden wesentliche Kritiken am Bildungswesen wiederholt, die insbesondere die persönlichen Ich-Kompetenzen betreffen, wie Gefühlskunde, Wertekunde, Kommunikationskunde und Demokratiekunde (Vgl. dazu auch Ich-Kompetenzen). Weiterhin werden Naturkunde, Kunsthandwerk und Körpersensibilisierung thematisiert. Ziel ist ein reichhaltiges werteorientiertes Innenleben zu ermöglichen, dass nicht übermäßig durch extrinsische Surrogate Befriedigung erfährt.

Fazit

Wirtschaft mit unseren Werten abzustimmen, ist sicherlich vernünftig. Die Gemeinwohlbilanz oder eine vergleichbare Indikatorik und Pigue-Steuern, sowie die Vermögensbegrenzung und die Vetorechte gegen Unternehmensveräußerungen kann ich gut mittragen, aber die Dynamik der Ressourceneffizienz durch Wettbewerb um Kapital aufzulösen ist für mich doch recht gewagt, auch wenn intrinsische Motivation bestehen bleibt – im Sozialismus ist dies neben der Planwirtschaft schief gelaufen (soweit mir bekannt); ich verbleibe dazu bei den Anmerkungen zu Verteilungsquoten und Jobanforderungszuordnung zu diesen. Meinen persönlicher Ansatz zu diesem Thema finden sie hier (Vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt).

Das Buch ist empfehlenswert, da es viele kontemporäre Themen anspricht und versucht konstruktiv behandelt. Es ist jedoch etwas polemisch.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Diskussion: Deutschland neu denken

Im Kontext des D2030-Projekts knallen die Wissenschaftler und Visionäre richtig Know-how hinter einen strategischen Planungsprozess für Deutschland. Sie konzentrieren sich dabei auf das, was wir wirklich beeinflussen können. Der Prozess ist transparent erläutert und liegt zum öffentlichen Diskurs vor.

Ergebnisse: Normative Ziele

Resultat eines professionellen visionären strategischen Prozesses sind normative Ziele die unsere Chancen und Risiken im Kontext der Beeinflussung unserer Stärken und Schwächen anleiten, um Potential für die Zukunft aufzubauen, und damit die Eintrittswahrscheinlichkeit einer guten Zukunft maximieren (Vgl. strategische Planung).

Die zentralen abgeleiteten normativen Ziele sind:

  1. Unbequeme Wahrheiten akzeptieren, komplexe Fragen stellen und strategisch denken.
  2. Grenzen überwinden, schöpferisch zerstören und vernetzt denken.
  3. Mehr Experimente wagen, zukunfts- und ergebnisoffen denken.

Selbstdefinition und tatsächliches Verhalten

Es ist kein Zufall, dass diese normativen Ziele an der persönlichen Ebene ansetzten, weil unser persönliches tatsächliches Verhalten über unsere erarbeiteten Selbstdefinitionen (persönliche Strategie und normative Ziele) in unserer Interaktion hervortritt und Interaktionen prägen unser System in Beziehung und Struktur (vgl. Menschen groß machen).

Radikalisierung

Diese Selbstdefinitionen und Arbeit an seinem tatsächlichen Verhalten steht in starkem Widerspruch zu insbesondere Radikalisierung, das scheint mir die zentrale unbequeme Wahrheit zu sein – wir arbeiten für unser Land und die Menschheit unter Druck soziopathischer radikaler Strukturen mit einem Erkenntnishorizont der von „Vereinfachern“ geprägt wird und moralisch verroht ist. Unser generalisiertes Vertrauen wird von intrigierenden Netzwerken und Menschen kriminell vorbereitend unterwandert – Deselektion scheint realistisch.

Eine zentrale Grenze, die wir überwinden bzw. handhaben lernen müssen, sind unsere Ängste, die auf unterschwelliger und tatsächlicher Bedrohung basieren, um unsere Vertrauensbeziehungen extrem selektiv zu erarbeiten. Das bedeutet insbesondere isolierte Bevölkerungsgruppen und Individuen aktiv einzubinden und tatsächlich zu verstehen und zu unterstützen.

Vereinfachung, Spaltung und Isolation

Das sind die komplexen Fragen: Warum werden Arbeitssuchende langzeitarbeitslos, würde ein normaler Mensch sich wirklich entscheiden „Sozialschmarotzer“ zu werden? Warum nehmen diverse Überlastungserkrankungen wie Burnout-Depression und Paranoide Schizophrenie zu? Warum wendet sich jede radikale Gruppierung gegen meine Person, obwohl ich professionell erarbeite, was IHREN Ansätzen nach geeignete Lösungen für ganz Deutschland wären?

Behinderung im Vorankommen

Letzteres betrifft das dritte normative Ziel professioneller kreativer, ergebnisoffener und lösungsorientierter Arbeit, die bedeutet neue Denkpfade einzuschlagen und zu veröffentlichen, sodass ein konstruktiver und konvergierender Dialog für alle erfolgt. Gerade gegen diese unangenehme Wahrheit stellen sich die radikalen Gruppierungen, die mit Feindbildern und In-Group-Out-Group-Logiken die Gesellschaft und Menschheit aus den Augen verlieren und solche Prozesse mit unterschwelliger Drohung und tatsächlicher Gewalt am vorankommen behindern.

Zum Beispiel zu erarbeiten, wie Deutschland funktioniert und international eingebunden ist, erfordert hochgradig vernetztes Denken, Bildung und Erfahrung und ist bei mir im Alter von 30 Jahren noch immer nicht voll ausgereift – hier bin ich und auch sie auf die konstruktiven Kräfte im Land angewiesen!

Zwischenfazit

So komme ich basierend auf diesem Buch von Klaus Burmeister, Alexander Fink, Beate Schulz-Montag und Karlheinz Steinmüller zum Eindruck unser Land befindet sich im „Kampf“ gegen Radikalisierung und Spaltungsprozesse. Wir werden genötigt unter Druck tatsächlich moralisch zu bleiben und mit Meinungsbildungsprozessen im Sinne von „Hochdruckpräzisionspumpen“ die sogenannten Filterblasen und vergangenheitsorientierte Ideologien zu sprengen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das Buch: „Deutschland neu denken“ als unbedingte Lektüre jedes deutschen Staatsbürgers.

Szenarios

Basierend auf einem datenbasierten, strategisch-visonären und ergebnisoffenen Prozess wurden 33 Schlüsselfaktoren erarbeitet und mit professioneller qualitativer Faktoranalyse in relevante Szenarien verdichtet. Ich selber habe mir Kompetenz erarbeitet, um etwa 76 % der Schlüsselfaktoren professionell bearbeiten zu können.

Die sieben zentralen „Kernfragen“, also Faktoren, die die Szenarien charakterisieren betreffen folgende Themen:

  1. Veränderungsbereitschaft (gegen Widerstand) und globale Zusammenarbeit.
  2. Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit.
  3. Globale Wettbewerbsfähigkeit.
  4. Verteilungsgerechtigkeit.
  5. Politische Regulation.
  6. Umgang mit globalen Konzernen und der Vermögenselite.

An diesen Kernfragen / Faktoren trennen sich nicht nur die Szenarien, sondern spaltet sich auch unsere demokratische Gesellschaft. Letztlich jedoch erfordert eine repräsentative Demokratie eine demokratische Einigung. Es ist erforderlich, sich der Realität zu stellen, dass nur gewisse Gesinnungsbündel überhaupt im Sinne von uns selbst und unserem Land sind.

Erstrebenswerte Szenarios

Die sogenannten „Neue Horizonte“-Szenarios werden von zukunftsorientierten Menschen angestrebt. Sie sind alle nachhaltig und wir-orientiert, global und offen, erfordern hohe Wettbewerbsfähigkeit sowie breiten Wohlstand und hohe Zufriedenheit. Sie trennen sich an der Begrenzung der Staatsrolle bzw. deren proaktiver Regulation und der freien Entfaltung von Konzernen und Höchstverdienern gegenüber deren Begrenzung.

Szenarios unseres tatsächlichen Verhaltens

Die „Spurtreue Beschleunigung“-Szenarios sind alle materialistisch und ich-orientiert, global und offen, begrenzen die Staatsrolle und lassen den Konzernen und Vermögenden freie Hand. Sie trennen sich an hoher bzw. geringer Wettbewerbsfähigkeit und an breitem Wohlstand und Zufriedenheit gegenüber wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten.

Isolationsszenarien

Die Szenarien „Bewusste Abkopplung“ und „Alte Grenzen“ teilen Regionalität / Eingrenzung geringe Wettbewebsfähigkeit und aktive politische Steuerung. Bewusste Abkopplung ist nachhaltig und wir-orientiert, zufriedenheitsorientiert und verteilungsgerecht, während Alte Grenzen materialistisch und ich-orientiert unter wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten ist. Insbesondere diese Isolationsszenarien werden durch nationalistische Radikalisierung und das Scheitern in internationalen Beziehungen bewirkt. Nach meiner bescheidenen Meinung haben sie insbesondere auch externe Kontrolle gemeinsam. In Großbritannien schließen sich diverse radikale Strukturen bereits zusammen und bringen derartige Szenarien hervor – Radikalisierung schwächt die autonomie kleinerer Nationen.

Optimaler Kompromiss / Konsens durch internationale Handelsteritorien

Da die Isolationsszenarien die zentralen Risikoszenarien der erstrebenswerten bzw. verhaltensbasierten Szenarien sein dürften, sollte uns aus wirtschaftlicher Perspektive an Handelsteritorien gelegen sein, die wir – sofern sie überprüfbar erfolgreich sein sollten – international-kooperativ erarbeiten müssten (Vgl. Herstellung von Konvergenz).

Veränderung des tatsächlichen Verhaltens

Das Szenario „Wohlfühlwohlstand“ bedeutet zunächst wettbewerbsfähig zu bleiben und dann breiten Wohlstand und Zufriedenheit zu erarbeiten und zu vergönnen.

Wettbewerbsfähigkeit

Wettbewerbsfähigkeit hängt vor allem mit Investition zusammen. Gute Investition ermöglicht die hervorstechenden Projekte zu finanzieren, die finanzmathematisch einen hohen erwarteten Rückfluss in der Zukunft hervorbringen (Cash Flow mal Eintrittswahrscheilichkeit) und sollten letztlich vor dem Hintergrund von sich zukünftig eröffnenden Investitionschancen in der Liquidität gemanaged werden. Gleichwohl bedeutet Rückfluss nicht nur Geld und materiellen Wohlstand, sondern auch soziale Errungenschaften und Zufriedenheitssteigerung. Wirtschaftlich ist deswegen die Transparenz wirtschaftlicher Leistung vor dem Hintergrund des Konsums besonders hervorzuheben, denn dann entsprechen sich Cash Flow und Errungenschaften soweit sie durch Konsum erzeugt werden können. Deswegen ist eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Kaufentscheidungen (Vgl. Nachhaltigkeit) und Transparenznudging (Vgl. SuscisionHelper) bemerkenswert.

Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen zu ermöglichen erfordert insbesondere die Förderung und Forderung von Universitäten und Schulen. Es können bereits auf Schulebene Experimentierräume und öffentliche Güter inklusive kultureller Co-Entwicklung fördernd geschaffen werden (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen). Dann muss das wissenschaftliche System und engagierte Personen und Netzwerke, aber auch privatwirtschaftliche Innovation geeignet gefördert werden – ein Hartz-IV-Empfänger ist eine potentielle Innovationsabteilung bei entsprechender Vernetzung und Förderung, so etwas muss man auch mal wahrnehmen (Vgl hierzu in Ansätzen Finanzsystem und strukturelles Management sowie Wissensmanagement).

Zum Beispiel habe ich diverse Beiträge zur Förderung von zukünftigen Szenarios für die Produktentwicklung erarbeitet (Vgl. offensichtlicher Logistik der Zukunft, Modellierung von Marktspiralen und Recyclingideen).

Verteilungsgerechtigkeit und Konfliktmanagement

Zunächst dürfen wir uns nicht selbst durch Konfliktflucht an radikalen Strukturen beteiligen, soweit möglich. Dann sollten wir den Kampf gegen das Verbrechen unterstützen und Enwicklungspfade der moralischen Schranken erarbeiten und in unserem tatsächlichen Verhalten auch gegen Widerstand realisieren. Wir dürfen zivilrechtliche und internationale Konflikte durch Kompromisse und wenn möglich Konsenslösungen bzw -Balancen in „Vergleichen“ lösen (Vgl. Konfliktmanagement). Wir dürfen und sollten unsere Beziehungen insbesondere vor dem Hintergrund unserer Fehler reflektieren, um gegen moralische und stützende Vertrauensnetzwerke zu konvergieren (Vgl. Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen). Dazu und dadurch können wir professionelles Kooperationsmanagement in Wirtschaft und privaten Beziehungen betreiben (Vgl. Kooperationsmanagement). Dies bedeutet auch Offenheit gegenüber der Beurteilung aller Menschen nach ihren tatsächlichen intendierten Leistungen (Vgl. Integration) und die Identifikation von intendierten Unterwanderungen. Im Kontext des Zustands unserer Gesellschaft und der angeführten Faktoreingriffe ist insbesondere Selbstregulation zu trainieren (Vgl. Selbstregulation) und strategische Selbstdefinition in Interaktion zu trainieren (Vgl. Menschen groß machen).

Parallel zum Konfliktmanagement wäre die Radikalisierung durch Verteilungsungerechtigkeit aus zwei Perspektiven relevant einzudämmen:

  1. Absicherung von Deselektionsprozessen.
  2. Lösung linker Probleme in der Wirtschaft.

Hier treffen in Bezug auf letzteres insbesondere drei Parteien aufeinander: Die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber und die Arbeitssuchenden und Sozialhilfeempfänger (Benachteiligte / potentiell deselektierte).

Grundsicherung

Fraglich ist also zunächst die Grundsicherung. Hier existiert meines Wissens nach ein Lösungsraum mit folgenden Varianten:

  1. Grundeinkommen (Vgl. Utilitismus).
  2. Existenzsicherung mit Förderung in Projektarbeit bzw. Freelancing und Umschulung bzw. Ausbildung (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0 aber auch Jigsaw-Bildungswesen).
  3. Kopplung von Sicherung an Wohlstandsentwicklungen mit Konsequenz höherer Lohnkosten (Vgl. Gerechtigkeit – eine Beschwerde).

Sozialhilfe sollte Kranke nicht schlechter stellen als Menschen in der Existenzsicherung und ihnen Möglichkeiten eröffnen und Förderung zuteil werden lassen, die ihren übrig gebliebenen Fähigkeiten entsprechen. Das bedeutet z. B. eine geeignete IT-Infrastruktur, um sich öffentlich beteiligen zu können oder sogar zu freelancen zu ermöglichen, und Mobilität und Schutz bereitzustellen. Insbesondere z. B. Depressive und Paranoid Schizophrene bräuchten Hilfe im Haushalt und Alltag bis hin zu dauerhafter Ad-hoc Therapie. Lösungsorientierte langfristige Angebote mit zentralen durchgängigen Ansprechpartnern sollten helfen aus den Negativspiralen herausfinden zu können.

Unsere Mentalität Menschen gegen Antragserstellungsarbeit das mindeste Auszuzahlen und sie dann zu fordern, entspricht nicht mehr meinem Verständnis von Fördern und Fordern und auch nicht von gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Arbeitsentlohnung

Der mir bekannte Lösungsraum für gerechte Entlohnung betrifft folgende Konzeptionen:

  1. Gewerkschaften (verpflichtend).
  2. Verteilungsquoten des Gewinns nach Investitionen auf Investoren, Führungsstrukturen und Arbeiter.
  3. Beschränkung erwarteter Rendite (Vgl. nachhaltiger Kapitalmarkt).
  4. Corporate Social Responsibility (Vgl. CSR und the ethical capitalist), Impact Investment (Vgl. Finanzsystem) und Transparenz(-Nudging) (Vgl. Nachhaltigkeit und SuscisionHelper) eventuell reguliert (Vgl. CO2-Steuer).

Nach erstem Eindruck bevorzuge ich eine Kombination aus allen Varianten in geeigneter Gesamtkonfiguration, weiß aber auch noch nicht genau, was das ergäbe.

Zwischenfazit

Können wir Wettbewerbsfähigkeit erhaltent erarbeiten, Verteilungsgerechtigkeit ermöglichen und Konflikte managen, stellt das „Wohlfühlszenario“ ein Zwischenziel dar.

Veränderung hinzu neuen Horizonten

Wäre das „Wohlfühlszenario“ erreicht käme es insbesondere auf die Wir-Orientierung an, die im Kontext des Konfliktmanagements bereits dargelegt wurde und sich auf unsere Ich-Kompetenzen bezieht. Auch zentrale Eingriffspunkte staatlicher Regulation insbesondere mit zunehmend harter Regulierung bei Bedarf wurde auch schon erwähnt (Vgl. CO2-Steuer). Die Begrenzung der Vermögenselite kann über Einsicht und Dankbarkeit hervorgebracht werden oder reguliert werden. Ansätze zeigt Finanzsystem. Die internationale Handhabung von Großkonzernen entzieht sich insbesondere steuerrechtlich meinem Kompetenzkreis, aber der bewusste Aufbau von globalen Monopolen ist keine gute Volkswirtschaft. Nicht Größe, sondern Wettbewerb und kooperative Vernetzung sowie Investitionen in Forschung, Inventionen und Innovationen sind gute Volkswirtschaft.

Fazit: Entscheidungsentwicklungsbaum

Unsere Transformation als deutsche Nation und Gesellschaft erfordert zunächst kooperative Lösung von internationalem Handel. Dann müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig erarbeiten. Nun müssen wir Konflikte managen und die Verteilungsgerechtigkeit im Kontext der Leistungsgerechtigkeit und Zukunftserfordernisse realisieren. Wir brauchen dann ein internationales Steuersystem und eine gelungene Förderung des wirtschaftlichen Mittelstands inklusive Investition in Zukunftstechnologien und Humankapital.

Die Zuordnung meiner Lösungsvorschläge zu den einzelnen Schlüsselfaktoren, die zum Teil über meinen Kompetenzkreis hinausgehen überlasse ich meinen Mitbürgern, sofern sie erarbeitet haben zu solchen Schlüsselfaktoren überhaupt etwas beitragen zu können – das Buch muss man mal gelesen haben, um sich mal wieder mit dem Boden der Tatsachen auseinandergesetzt zu haben.

Im übrigen empfehle ich die Installation von Photovoltaikanlagen an alle deutschen Vermieter und Danke allen Universitäten, die am Netzausbau und der Smart City der Zukunft mitarbeiten! In diesem Kontext möchte ich an die Worte unserer Bundeskanzlerin erinnern:

„Wir kriegen das hin!“.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Diskussion: It´s Time for Politics to Grow Up

Dieser Vorschlag ist universell und einzigartig. Universell, weil er positive Ideen ausdrückt, die von vielen traditionellen und modernen Kulturen geteilt werden, und so von allen verstanden werden kann. Einzigartig, als konstruktive Synthese für unser aller Fortschritt in einer Form, die Diversität aufblühen lässt und nicht von spaltender Politik untergraben wird. – Dorian Furlonger (2019): „It´s Time for Politics to Grow Up“, Übersetzung von Marius A. Schulz.

Zentrale universelle Normen, die Furlonger aufnimmt sind die vertrauenshaltige Reziprozitätsnorm, die Goldene Regel und der Grundsatz systemisch-individueller Freiheit:

  • Ich gehe auf dich zu, in der Hoffnung, dass du auf mich zugehst.
  • Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte.
  • Ich erlaube mir nur jede Freiheit, die nicht andere in ihrer Freiheit behindern.

Lebensqualität – ehrlich und bedacht

Er konfiguriert diese drei moralischen Grundsätze in Bezug auf Lebensqualität. Lebensqualität erfasst er als subjektive Beurteilung, die überlegt, autonom und wissensbefähigt erfolgt in Bezug auf:

  1. Leben in gutem physischen und sozialen Umfeld (mit einer guten Mischung aus Sicherheit und Chancen in physischer und sozialer Hinsicht).
  2. Leben eines erfüllten Lebens.
  3. Leben in Selbstachtung.

Im Kontext der Allgemeinheit erweitern sich folglich die Beurteilungskriterien hin zu:

  1. Ich beurteile frei von Beeinträchtigung meines Denkens (wie z. B. Manipulation oder Gruppenzusammenhalt).
  2. Ich beurteile mit offenem Zugang zu gegenwärtig relevantem Wissen, dass ich reflektieren konnte.

Schließlich zeigt sich die Integration der moralischen Normen in der Berücksichtigung der Selbstbeschränkung eigener Lebensqualität sofern sie andere oder die Gesamtgesellschaft in ihrer Lebensqualität behindern würde und der Aussage sich auf bedeutsame Unterstützung von Mitmenschen und Institutionen verlassen zu können.

Damit setzt Furlonger auf eine ehrliche und bedachte Bekundung unserer Lebenszufriedenheit. Das steht – so Furlonger implizit – in starkem Kontrast zu den Machtspielen einer Klientelpolitik, die „vorbildhaft“ inszeniert wird – die Machtpolitik.

Machtpolitik nutzt sophistische Techniken, statt dem „mutual higher-self thinking“, dem selbstabstrahierenden Denken zum gemeinsamen Wohl.

Kritik

Zentral scheint mir die Fragestellung der Integration fremder Interessen in die eigenen Fühlens-, Denkens- und Verhaltensweisen zu sein. Entsprechend meiner Konzeption egoistisch-empathischen Verhaltens strebt Furlonger hier die Beachtung von Fremdinteressen an – sie sind zu bedenken. Das unterscheidet nach meiner Konzeption von Opportunismus oder gar Soziopathie, die ohne Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für andere auskommt.

Diese Fragestellung, also die Integration von Fremdwirkung ist jedoch ein zentrales Thema der Ethik – wir können meistens nicht alle Konsequenzen unseres Handelns absehen. So sind wir z. B. als unperfekte Wesen auf Integration entsprechend unserer Intention angewiesen (Vgl. Integration) und die Optimierung gemeinsamer Entscheidungen kann zwar modelliert werden (Vgl. Homo Ökonomikus), aber nur für ausgewählte Stakeholder, nicht das ganze System.

Hier ist folglich die richtige Konsequenz, sich Mühe mit der Modellierung von Konsequenzen eigenen Verhaltens (dazu zählt auch Kommunikation) zu geben und abzusichern aus positiver Intention zu handeln, nicht aber aus „Überforderung“ und mangelndem Verständnis für die subjektiven Situationen anderer aufzugeben, Fremdwirkung zu berücksichtigen.

Dieser Anspruch ist keineswegs neu, sondern im alteuropäischen Kulturgut z. B. des Ehrbaren Kaufmanns in der sogenannten inneren Ehre erfasst (Vgl. Corporate Social Responsibility), war aber im Kontext des zweiten Weltkrieges in Vergessenheit gebracht worden. Heute finden wir diese Ideen im Kontext von Integrität, Authentizität und Verantwortung.

Konstitution

Nach Furlonger sollte folgendes Kernprinzip in die Verfassung aufgenommen werden:

In allen politischen und administrativen Entscheidungen muss die Priorität in der Zielsetzung liegen, dass die Menschheit sich hin zu nachhaltiger Lebensqualität für alle entwickelt und zwar basierend auf offenem und transparentem Wissen.

Dieses Kernprinzip elaboriert er in neun Regeln, die wie folgt zusammengefasst werden können:

  1. Lebensqualität für alle ermöglichen:
    1. Freiheit für Lebensqualität, solange andere nicht eingeschränkt werden.
    2. Entscheidungen und Infrastruktur zur Ermöglichung von Lebensqualität.
    3. Mutual higher-self thinking in Politik und Administration.
  2. Nachhaltigkeit:
    1. Ökologische Nachhaltigkeit.
    2. Soziale Nachhaltigkeit ohne Monokulturen.
    3. Langfristorientierung und Beachtung des Gesamtkontext.
  3. Offenes und transparentes Wissen:
    1. Breite Wissensforschung in allen Bereichen.
    2. Förderung von Fähigkeiten durch Bildungsoffenheit und -Distribution.
    3. Nutzung von Wissen und wissensgerechte Prüfung von Entscheidungen.

Diese Regeln sollen sich gegenseitig verstärkend im Gesamtkontext entfalten, sind also designed, um eine systemische Dynamik hervorzubringen.

Kritik

Furlonger entwirft eine ähnliche Konzeption wie Doughnut Economics. Hierbei geht es um Mindeststandards und Einhaltung von oberen Limits, also dem Setzen von Nebenbedingungen für die freie Entfaltung – in beiden Konzepten in Bezug auf soziale und materielle Mindeststandards und planetäre obere Grenzen unserer ökologischen Lebenswelt.

Furlonger betont mit seinen Regeln die Wichtigkeit von Gleichheit und Gleichwertigkeit mithin Gerechtigkeit der individuellen Entfaltung gegenüber der Einschränkung der Entfaltung Dritter. Diese Form der relationalen „Beschränkung“ wird sowohl intranational als auch international eingesetzt.

Hierin zeigt sich eine zunehmende Integration von ökonomischer, ökologischer und sozialer, und damit auch politischer, Nachhaltigkeit. Konzeptionell nach Furlonger fehlt damit vor allem das Feedback bzw. die Integration der Expertise der Bildungsverantwortlichen.

Hierin dürfte das Fundament bürgerlichen Handelns durch Wissensaneignung und Kompetenzvermittlung liegen, die nicht im sozialen und medialen Miteinander erwächst. Während Furlonger auf umfassende Offenheit und Transparenz von Wissen abzielt, habe ich mich eher mit der Vernetzung von Spezialisten beschäftigt (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen und Wissensmanagement).

Damit entsteht aus meiner Perspektive insbesondere die Frage, wie das Wissen in Form spezialisierter Aneignung in einem Expertensystem vernetzt werden kann und ich stehe der Allgemeinbildung vor diesem Hintergrund kritisch gegenüber – kann wirklich jeder so vieles Wissen, oder brauchen wir Arbeitsteilung im bürgerlichen Bereich?

Politische Implikationen

In Bezug auf politische Implikationen unterscheidet Furlonger zwischen Staatsorganisation, der Rolle der Politiker, der Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit sowie der internationalen Verhältnisse.

  1. Staatsorganisation:
    1. Gewaltenteilung.
    2. Unabhängig gewählte Prüfungsinstitutionen gegen Veruntreuung.
    3. Repräsentativität des Staates durch Abbildung der Interessenslagen der Menschen.
  2. Rolle der Politiker:
    1. Ablage der Führerinterpretation gegenüber einer Interpretation als Dienstleister / Steward gegenüber den Menschen.
    2. Vereidigung der verfassungsgemäßen Verantwortung und Verpflichtung.
    3. Wahrung der Diskursqualität öffentlicher Debatten.
  3. Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit:
    1. Eigenverantwortung für die eigene Lebensqualität und Partizipation am politischen Geschehen (Bürgertum).
    2. Öffentliche Erwartung von bedeutsamer Anwendung der Prinzipien und Regeln.
  4. Internationale Verhältnisse:
    1. Kooperationsgrundsatz gegenüber Drittstaaten.
    2. Auffassung von Gewalt (und Macht) als letztes Mittel und gescheiterten Verhältnissen.

Kritik

Meiner bescheidenen Meinung nach – es handelt sich nur begrenzt um meinen Kompetenzkreis – manifestiert sich die politische Intention Furlongers vor allem in den staatsorganisatorischen Strukturen mit ihren nationalen und internationalen Kontrolleinrichtungen. Zu einem Gewissen grad wird Vertrauen über diese Kontrolleinrichtungen ermöglicht insbesondere aber durch Transparenz bestätigt, und sorgt somit für das Klima fruchtbarer Debatten, die im Kontext zunehmender Digitalisierung auch eine Form der Transparenz und Qualität erreichen könnten, die ein mündig argumentierendes Bürgertum fördern könnte.

Natürlich bedeutet dies, dass das Bürgertum für diesen Prozess auch einstehen sollte und so mitkontrollierend Wirkung entfaltet – insbesondere in liberalen Demokratien. Letztlich entscheiden natürlich unsere individuellen Selbstansprüche in kollektiver Durchdringung, wie unsere Strukturen aufgebaut sind (Vgl. Menschen groß machen) und wir können schließlich zunächst am besten bei uns und dann an den Strukturen angreifen, aber es besteht Gefahr der Überforderung.

Ökonomische Implikationen

Furlonger denkt Ökonomie problembezogen von den Zielen her, wenn er Märkte (auch Finanzmärkte) und Geschäftspraktiken mit Lebensqualität für die Menschheit abgestimmt wissen will, sodass Preise und Indikatoren die Lebensqualität messen und zwischen den Menschen abstimmen und Unternehmen zu werteorientierten Systemen mit transparentem Schutz vor illegalen Aktivitäten sind sowie Professionalität stimuliert wird.

Dem Staat kommt darüberhinaus die Förderung von Forschung in Lebensqualität bedingende Technologien und Wissen zu und die Unterstützung des Arbeitsmarktes. Dabei soll der Arbeitsmarkt durchaus Jobs zugunsten der Lebensqualität aller verschieben / aufgeben können, aber die Betroffenen sollen Unterstützung in der Jobtransition erhalten. Deswegen soll der Staat auch die Entstehung von Arbeitsplätzen insbesondere in Verbindung mit Lebensqualität fördern und Wandel in der Ökonomie und ökonomische Schocks mit Perspektive auf die Arbeitserhaltung und Transitionsförderung managen.

Die Korrektur von Preisbildung, die nicht mit realen Kosten und Nutzen harmoniert soll in einem Prozess kontinuierlicher Aufdeckung mit geeigneten Maßnahmen von Meinungsbildung über Entscheidungsunterstützung bis hin zur Besteuerung und Regulation erfolgen.

Kritik

Unternehmen balancieren Anforderungen von Absatz- und Faktormärkten mit den Faktoren Arbeit, Finanzkapital, Potentialgüter und Rohstoffe im Kontext von Wettbewerb. Dabei gibt es auf dem Absatzmarkt allgemeine Preisanteile und individuelle Preisanteile, während letztere die Spielräume auf den anderen Märkten ermöglichen. Somit liegt in professionell agierenden Unternehmen stets Fokus auf der Wettbewerbsposition über Preis und Leistung(-swahrnehmung).

Da Herr Furlonger Standards für Unternehmen einrichten möchte, müssen diese zu allgemeinen Preisanteilen werden, sodass sie anreizkompatibel im Wettbewerb sind. Hierzu kann geeignete Transparenz an Absatzmärkten eingerichtet werden oder es können Regulationsstandards geschaffen werden.

Das grundsätzliche Thema ist, dass Regulation und Transparenz bzw. Standards nachlaufend konzeptioniert sind gleichwohl sie häufig strukturell eingreifen. Das bedeutet, dass wir ausgehend von wahrgenommenen Problemen Standards etablieren, um diese Probleme und vergleichbare Problemmöglichkeiten auszuregulieren oder entscheidungswirksame Bewusstheit herzustellen und aufrecht zu erhalten – dieses reaktive Muster ist also nachlaufend. Können wir Probleme antizipieren, können wir vorauslaufend-prognostisch regulieren und beeinflussen.

Deswegen sind z. B. Transparenzframeworks basierend auf systematischer Analyse von ungewünschten Marktresultaten, die am (Absatz-)Markt wirksam werden in höherem Maße vorauslaufend, als die Korrektur von ungewünschten Marktresultaten durch Regulation und Beeinflussung. Hier setzt z. B. das Transparenznudging an, dass umfängliche Indikatoren in Kaufnudges überführt, sodass Produkte unabhängig vom Involvement der Konsumenten gut beurteilt werden können und zwar in Bezug auf messbare Eigenschaften, sodass die Vertrauenseigenschaften nur einen geringen Anteil ausmachen.

Professionelle Konsumenten (also z. B. der Verbraucherschutz) würden hier Signale von Unternehmen erwarten, die durch Transparenz echte Werte vermarkten. Hier stellen wir fest, dass die Wertschöpfungsketten am Absatzmarkt eher auf extreme Abweichungen reagieren, als auf Best Practices – Enttäuschung also relevanter ist, als Qualität behaupte ich. Diese Interpretation – sofern sie real ist – legt nahe, dass Unternehmen lediglich den extremen und medial wirksamen Vertrauensbruch meiden, anstatt proaktiv Standards zu erarbeiten.

Eine Institutionalisierung von Qualitätsstandards in Kaufhinweise überbrückt diesen blinden Fleck der Endkonsumenten, sofern das Vertrauen in die Transparenzframeworks besteht. Dies bedeutet nach den Grundsätzen der Privatautonomie, dass diese Transparenzframeworks den Konsumenten bestmöglich individuell beraten, keinesfalls aber bevormunden sollten. Hier ist auch eine Vermittlung und Transparenz der Indikatoren in bildenden Prozessen zu vermitteln – Vertrauenseigenschaften eines Transparenzframeworks sind von erheblicher Bedeutung.

Transparenz ist keinesfalls eine ungewöhnliche volkswirtschaftliche Forderung, sondern eine grundlegende Annahme effizient funktionierender Märkte. Allerdings sind in der öffentlichen Wahrnehmung eher Zertifikate und Marken präsent, die betriebswirtschaftliche Lösungen darstellen, also Geschäftsmodelle sind. Transparenzframeworks mit entsprechender Regulation oder Marktdurchdringung hingegen sind ganzheitliche Ansätze soweit derzeit absehbar. Meines Erachtens ist es wichtig die Debatte hier zu konzentrieren und sich bewusst zu machen, dass Unternehmen und auch Finanzinstitute aufgrund der systemischen Zusammenhänge auf derartige Ansätze von sich aus reagieren – in der Wirtschaft sollte fundiert am richtigen Hebel eingegriffen werden. Eine Übersicht zu Nachhaltigkeitsregulierung liefert der Artikel CO2-Steuer.

In Bezug auf die verbleibenden Vertrauenseigenschaften, also z. B. genehmigte Pharmazie- oder Pestizidforschung, die aufgrund von Informationsasymmetrien und Unmöglichkeit der Vorablangzeitstudie Spielräume für unverantwortliche Geschäftspraktiken lassen, müssen nachträgliche Transparenz eine Reputationswirkung entfalten, die vernünftige und verantwortliche Unternehmen befördern, aber letztlich braucht es in der Tat Verantwortungsbewusstsein und moralisches Handeln auf individueller und organisatorischer Ebene (Vgl. zu Verantwortungskonzepten Corporate Social Responsibility und the ethical capitalist). Streng genommen müsste man die Forschung verstaatlichen und die Nutznießer zum einen mit einer separaten Forschungssteuer belegen und zum anderen auf genehmigte Produkte beschränken.

Bildungswesen Implikationen

Furlonger hält folgende Elemente der Bildung für erwartbar:

  1. Jeder Mensch sollte hochwertige Bildung in der Jugend erhalten und im Erwachsenenalter sollte Bildung stimuliert werden und leicht zu finanzieren, wenn nicht sogar kostenlos sein.
  2. Bildung soll alle Felder enthalten, die für Lebensqualität relevant sind.
  3. Bildungswissenschaften sollten exzessiv erforscht und verbessert werden.
  4. Leistungserfolgskontrollen, die nicht der Zertifizierung von beruflicher Qualifikation dienen, sollten darauf abzielen, Strategien für besseren individuellen Lernfortschritt abzuleiten, statt soziale Pyramiden durch Selektion voranzutreiben.
  5. In der Gesamtschau soll Bildung Menschen befähigen gute Entscheidungen selbstständig treffen zu können (überlegt, autonom und wissensbefähigt), sodass sie ihre Lebensqualität verbessern können, ohne andere in ihrer Lebensqualität zu beschränken.

Furlonger erarbeitet auch die Felder der Bildung, die relevant sind, um Lebensqualität zu ermöglichen:

  1. Sprach-, Kommunikations- und Lernkompetenz.
  2. Wissenschaft von Natur und Technologie, die Verständnis der zugrundeliegenden Faktoren unserer Leben bildet inklusive der Wissenschaftstheorie, wie derartige Erkenntnisse gewonnen werden.
  3. Alles relevante Wissen, um Entscheidungen im globalen Nachhaltigkeitskontext treffen zu können.
  4. Vorurteilsfreie Bildung zu menschlichen Gesellschaften auf der Welt inklusive Kulturdifferenzen, Formen der nationalen Staatsorganisation und internationalen Eingliederung und Unterschiede der Lebensführung, physikalischen Umgebung und dem Umgang mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist Entscheidungen im globalen sozialen Kontext treffen zu können.
  5. Unparteiische Bildung zur eigenen Nation aus sozialer, physischer und historischer Perspektive.
  6. Verständnis von Moral, Werten und menschlicher Bewusstheit (menschenbezogenes Wissen) aus Perspektive relevanter Forschung, wie Ethik, Psychologie und Neurophysiologie.
  7. Bildung zu Logik, systemischem Denken und Entscheidungsfindung mit Befähigung Offenheit mit kritischem Denken zu balancieren.
  8. Bildung zu menschlichen Beziehungen.
  9. Wissen und Fähigkeiten, um das Leben und die Karriere managen zu können.
  10. Bildung in Kunst und Sport im Kontext sozialer Kompetenz, Begeisterung und Stimulation sowie der Erhaltung physischer und mentaler Gesundheit.
  11. Anleitung zu bürgerschaftlichem Engagement in Politik und sozialen Belangen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene inklusive motivationaler Aspekte.
  12. Wissen um die intendierte Verfassung und was die zugehörigen Regeln bedeuten.

Kritik

Bildungskonzeptionen sind nicht mein Kompetenzkreis, aber aus subjektiver Erfahrung halte ich insbesondere Wissen um Recht, Menschsein und kulturelle, wie erkenntnistheoretische Wahrnehmungs- und Verhaltensunterschiede für zu wenig durchgängig vermittelt. Im Übrigen ist Bildung ein Prozess, und damit nach Effektivität, Effizienz und Flexibilität zu gestalten, wobei insbesondere Flexibilität in unseren historisch autoritär geprägten System zu wenig bedacht scheint, um eine intensive Profilbildung in Bezug auf Wissen und Kompetenzen hervorzubringen, die im Kontext der Allgemeinbildung zukunftsgerichtet Arbeitsteilung in Kooperation ermöglicht und dabei die Motivation der Lernenden betont. Ich habe dazu im Artikel Jigsaw-Bildungswesen versucht meine Eindrücke zu reflektieren.

Zentrale Zusammenstellungen meiner wissensbasierten Beschäftigung mit dem Menschsein finden Sie im Abschnitt Ich-Kompetenzen.

Fazit

Dorian Furlonger widmet sich zentralen Grundsätzen einer Konstitution und betrachtet deren Implikationen in den zentralen Gesellschaftsstrukturen: Staatsorganisation / Politik, Wirtschaft und Bildung. Die Ausführungen bleiben nicht auf nationaler Ebene hängen, sondern widmen sich auch der internationalen Gemeinschaft.

In diesem Sinne rückt er den Wert des Universalismus in den Vordergrund – wir sind eine Menschheit auf einem Planeten. Diese fundamentale Wahrheit möchte er in unseren zentralen Strukturen global wiederfinden. Deswegen sollten die Bürger der Nationen ihre Erwartung an die Politik erhöhen und sich selbst konstruktiv und mitmenschlich im Sinne höchster Lebensqualität für alle einbringen.

Eine interessante Diskussion scheint mir die Verständigung zwischen Menschen, die einen Wert zugunsten von Macht entwickelt haben mit Menschen, denen Macht eher wenig motivierende Kraft gibt, da mir der Eindruck entstanden ist, dass letztere auf eine „Macht des Sozialsinns“ setzen, deren Relevanz für machtorientierte Menschen vielleicht der Verständigung bedarf. Dies scheint mir eine interessante Fragestellung, die offen geblieben ist.

Anmerkung

Das knapp gehaltene Buch von Dorian Furlonger ist in diesem Artikel in den wesentlichen Aussagen erfasst. Gleichwohl erzeugen die Darstellungen von Furlonger vielschichtige Details über Zusammenhänge, Motivation und Interaktion der Prinzipien und Regeln, die hier nicht abgebildet werden können uns sollen. Ich kann das kurze Buch empfehlen. Schade ist lediglich, dass das Buch ohne Würdigung von zum Teil Lebensleistungen von Forschern durch Referenzierung auskommt, und sich damit etwas der wissenschaftlichen Gemeinschaft entzieht.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Diskussion: Knapp Wertvoll Sparsam

„Wir leben derzeit in einem das gesamte Leben dominierenden Wirtschaftssystem, welches versucht, auf Basis der unrealistischen Fiktion eines immerwährenden Zuwachses an materiellen Gütern alle Voraussetzungen zu zerstören, auf den es selbst steht.“ Friedrich Wegenstein (2019) „Knapp Wertvoll Sparsam – Wirtschaftswachstum ist kein Fortschritt.

Herr Wegenstein – ein Betriebswirt und Großvater – beschäftigt sich mit der Spannung von Wirtschaft und Demokratie auch vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit.

Demokratie

Demokratie bedeutet für den Menschen Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit und er besitzt ein Anspruch auf Lebensgrundlagen und Arbeit. Für die (supranationalen) Staatengebilde bedeutet sie Autarkie, Handlungsfähigkeit und Legitimation. Wegenstein möchte Arbeit als Menschenrecht verstanden wissen und zielt auf deren identitätsstiftende Komponente und die Selbstfinanzierung ab.

Wirtschaft

Wirtschaft strebt strategisch kalkulierend nach finanziellem Erfolg, ist opportunistisch, kurzsichtig und manipulativ, strebt nach Marktmacht und rationalisiert die Ressourcen gnadenlos, wobei sie maximal rechtshörig ist.

Der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital erfolgt zu Ungunsten der Arbeit, da Kapital durch leichtere Verwendbarkeit wesentlich mehr Kräfte entfaltet. So kommt es, dass enorme Vermögens- und Einkommensungleichgewichte herrschen.

Menschen werden im System an allen Fronten übervorteilt – von Wahlmanipulation über Konsumindoktrination bis hin zum Leistungszwang.

Natur & Menschenrecht

Ursächlich für die Verwürfnisse ist prestigestreben um sich nivellierende Vorreiterrollen durch Anhäufung von Konsumprodukten im Sinne einer Sucht, die schon gar nicht mehr sinnhaltig oder befriedigend ist – zum Teil Kreditfinanziert.

Dem sollte seines Erachtens folgendes Prinzip entgegenstehen:

„Nur verdienen was man braucht, nur das ausgeben, was man verdient, und nur das verbrauchen, was unabdingbar notwendig ist.“

Fortschritt und Wohlstand

So möchte er auch Fortschritt in tatsächlichen Nutzen für den Menschen gesehen haben, sodass Unternehmen soziale Systeme sind und der Geldwert sich über die Verwendung bestimmt, statt über die Ziffer.

Wohlstand soll das gesamte Leben und alle Gesellschaftsschichten in Hinsicht der Zufriedenheit, Gesundheit und internationaler Kooperation betrachten und auch durch individuell relevante Informationssysteme beobachtbar machen. Dem Staat und der Gemeinschaft kommt die Rolle zu, Rahmenbedingungen für die individuelle Befriedigung körperlicher, sozialer und geistiger Bedürfnisse zu schaffen.

Das bedeutet insbesondere auch eine vollständige Berichterstattung durch Medien.

Lösungsvorschläge

Wegenstein möchte die Demokratie fördern, die Umwelt schützen und Wirtschaftsgesetze erlassen. Seine Vorschläge versteht er als Impulse für demokratische Prozesse, nicht als abschließende Lösung für komplexe / komplizierte Sachverhalte.

Demokratieförderung

  • Auf internationaler Ebene möchte Wegenstein gelebte Demokratie beobachten. Irritierend sind z. B. Vertreter demokratischer Staaten, die mit autokratischen Methoden ungelegene Stimmabgaben in internationalen Gremien sanktionieren – dies ermangelt der Legitimation durch die Fundamente dieser Demokratien und des Volkes.
  • Undemokratische Einflussnahme und Lobbyparteispenden möchte er strafrechtlich ahnden.
  • Antidemokratische Parteien sollen Werbeverbot erhalten und die demokratische Abschaffung der Demokratie soll verboten werden. Parteien sollen erst zu Wahl zugelassen sein, wenn sie beleghaft prodemokratisch sind.
  • Auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sollen unabhängige Organisationen das Demokratieerlebnis prägen, ohne das Mehrfachfunktionen bestehen – dem Wähler soll kein intransparenter Parteiapperat gegenüberstehen.
  • Politiker sollen unabhängig durch Einkommen aber auch durch Beruf sein und Ämter nur kurz wahrnehmen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Das soll mehr Menschen ermöglichen politische Ämter zu tragen. Auch sollen Politiker Inszenierung abbauen und authentisch-bürgernah sein mit tatsächlichen Maßnahmenerarbeitungen.
  • Staatsangestellte sollen von Parteieinflüssen unabhängig sein.
  • Bürger sollen in den Künsten der Demokratie geschult sein, also z. B. im Diskurs und demokratische Bürgerpflichten wahrnehmen – zum Schutz aller. Politische Debatten sollen enttabuisiert und lösungsorientiert geführt werden.
  • Der Staat soll einfache Gesetze erlassen ohne viele Querverweise und tendenziöse Sonderregelungen.
  • Steuern sollen Kapitaleinkommen mehr belasten, Areitseinkommen entlasten und proportional zu Arbeitsbedingungen so veranschlagt werden, dass gewünschte Arbeitsbedingungen anreizkompatibel sind. Umwelt-, Entsorgungs- und Recyclingabgaben sollen eingerichtet werden.
  • Die Staatsverschuldung soll gedeckelt werden.
  • Importgüter sollen an gesetzliche Standards des Inlands gebunden oder vom Import ausgeschlossen werden, um einheimische Produktion lediglich mit strukturell vergleichbaren Gütern in Konkurrenz zu setzen – es bringt nichts Standards zu etablieren und dann Produkte aus Schwellenländern zu importieren, die diese Standards nicht kennen.

Umweltschutz

Wegenstein strebt Verbote und Verpflichtungen an, um Umweltschutz generationenübergreifend zu gewährleisten. Verbote sollen mit Strafen bewährt sein.

  • Verbot des Verbrauchs und der Verschmutzung lebenswichtiger Ressourcen inklusive Boden.
  • Verbot vorprogrammierter Alterung von Produkten.
  • Verbot nicht absolut notwendiger Verpackung.
  • Verbot jedes vermeidbaren Energie- und Ressourcenverbrauchs.
  • Recyclingverpflichtung.
  • Verplichtung erneuerbare Energien zu nutzen.

Wirtschaftsgesetze

  • Transparenz im Einzelhandel – alle relevanten Informationen für Käufer inklusive Wettbewerbsinformationen.
  • Beschränkung der Unternehmensgrößen.
  • Stärkung des Unternehmers durch weniger Börsenfinanzierung (langfristige Investoren).
  • Bindung des Höchstverdienstes an den Mindestverdienst.
  • Arbeitszeitverkürzung bei Arbeitsverknappung.
  • Verbot von Krediten für Konsum und Spekulation.
  • Kostenwahrheit – Einpreisung von Externalitäten über Pique-Steuern.

Diskussion

Demokratie zu fördern ist m. E. vor allem ein Thema der Interaktion – wie wollen wir miteinander umgehen? Unsere Werte müssen im tatsächlichen Verhalten ankommen und statt von Macht sollten wir von Verantwortung reden. Politiker sollten Befangenheit transparent machen. Was ich sagen möchte ist, dass Wegenstein gar nicht auf die Theorie des Gesellschaftsvertrags eingeht. Politiker, Bürger, Kapitalisten und Führungsorganisationen sind letztlich einer (Welt-)Gemeinschaft verpflichtet zumindest aber übernehmen wir hier alle Verantwortung in gewissen Bereichen füreinander und müssen uns aufeinander verlassen können. Interaktionsdefinitionen sind zentrale Bereiche der persönlichen Reifung (Vgl. Menschen groß machen).

Konkrete Maßnahmen zur Demokratieförderung kann ich nicht gut beurteilen, aber mir schwebt eine Digitalisierung demokratischer Prozesse vor – Regionalgruppen gehen durch Vertretung in übergeordnete Gruppen auf und aktuelle Themen werden diskutiert und abgestimmt. Gar nicht unbedingt rechtswirksam, aber öffentlich und mit Feedback.

Verbote und Verpflichtungen sind erst dann wirksam, wenn sie auch kontrolliert und durchgesetzt werden. Hierzu müssten geeignete Maßnahmen erarbeitet werden, sodass die Regeln nicht nur auf dem Papier stehen. Das Problem sehe ich insbesondere bei der Durchsetzung von Arbeitsbedingungen im Ausland. Hier sind eventuell Transparenzregulierung und Gutachten durch unabhängige Gutachter einzurichten. Auch glaube ich, dass Kostenwahrheit und Transparenz im Einzelhandel vielleicht besser durch Vertrauen in Optimierungsverfahren lösbar wären, als durch sperrige Produktkataloge (Vgl. CO2-Steuer).

Das Kartellrecht sollte ein ernstzunehmendes Ziel haben und nicht unterminierbar sein, auch sollten Marktspiralen von Kartellen aufgenommen werden (Vgl. Marktspiralen). Vielleicht sind aber auch Größenbeschränkungen sinnvoll. Jedenfalls ist es frustrierend, dass konzentrierte multinationale Großunternehmen die Regeln und Auswahl auf allen Märkten bestimmen, auch dem Arbeits- und Start-up-Markt (Vgl. Finanzsystem).

Corporate-Governance-Themen sind neben der Besteuerung von Kapitalvermögen und Automaten (Vgl. Utilitsmus) und Entlastung des Arbeitseinkommens von besonderer Bedeutung. Hier schlage ich vor über angemessene Renditen zu debattieren, sodass die Forderungen des Kapitals nicht alle anderen Märkte auslutschen, weil sie die Geschäftsführung einsetzen (Vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt). Insbesondere eine Definition von ehrbaren Kaufleuten (Vgl. CSR und ethical capitalist) und die Relationalisierung von Gehaltsniveaus im Führungsgefüge gegenüber dem Arbeitsgefüge ist hier auch vernünftig.

In Bezug auf die doch etwas negative Interpretation von Wirtschaft möchte ich anführen, dass die Betriebswirtschaft auf dem „Menschen“-Bild des Homo Ökonomikus basiert und aus dieser Perspektive funktionale Menschenbilder für die diversen Markt- und Vertragssituationen selektiert. So verfügen z. B. die Kommunikationspolitik der Unternehmen über Informationsverarbeitungswissen der Menschen, Arbeiter werden mit Werten, Bedürfnissen und anderen Motivations- und Leistungsfaktoren erfasst und Business-2-Business-Verhältnisse unterliegen Einblicken in professionelle strategische Kooperation und Verhandlungsführung. Es ist also in der Tat so, dass Unternehmen, als hierarchisch-ergebnisbewertete Expertensysteme mit enormen Ressourcen insbesondere relativ einfachen Konsumenten und Arbeitern gegenüberstehen – Übervorteilung geschieht in der Tat.

Anmerkung

Das Buch „Knapp Wertvoll Sparsam“ weist eine hohe Informationsdichte auf und kann hier nur in Grundzügen dargestellt werden. Es greift auf aktuelle Daten zurück und beschreibt detailliert und anschaulich, aber etwas bestimmt, zentrale Probleme von Wirtschaft, Politik und Arbeit im Kontext der Demokratie. Sollten diese Themen Sie interessieren, kann ich das Buch empfehlen.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Diskussion: the ethical capitalist

„the ethical capitalist – how to make business work better for society“ ist ein Buch aus dem Jahr 2018 von Julian Richer – dem Gründer von Richer Sounds -, der argumentiert, dass ein ethischer Ansatz im Geschäftsleben das Geheimnis von Erfolg ist.

Unter ethisch versteht er es, seine Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten ehrlich, offen und respektvoll zu behandeln, Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen – insbesondere wenn etwas schief geht, dafür gerade zu stehen und das Problem aus der Welt zu schaffen – und sich als integraler Teil der Gesellschaft zu verstehen, sodass man seinen Anteil – insbesondere seine Steuern – leistet.

Der vorliegende Artikel soll die wesentlichen Inhalte dieses Buches vorstellen und kritisch reflektieren, sodass Ihnen ein Verständnis für moralische Geschäftsführung nahegelegt und zentrale Problemstellungen erörtert werden.

Geschäftsführer

Richer zeichnet das Bild eines Geschäftsführers, der internen Einfluss auf die Unternehmenskultur, Entlohnung, Anreizsetzung, Beförderung, Produkte und Problemlösung in Bezug auf die Stakeholder Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten hat, und damit Wirkung auf sein Geschäft und gesellschaftliche Bedingungen entfaltet, wie das Einkommensniveau. Dieser Geschäftsführer trägt extern Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Shareholdern. In dieser externen Perspektive jedoch werden Shareholder ebenso betrachtet, die ebenso eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben.

Dieses System Unternehmen bezeichnet Richer als vernetzt und zusammenhängend, sodass Fragen nach der Priorisierung der Stakeholder ihm sachfern erscheinen, weil jedes Glied, in dem Fehler passieren, potentiell schwerwiegende Folgen für das Unternehmen hat.

Kritik

Es ist korrekt, dass Geschäftsführer theoretisch die Kompetenz (Weisungsbefugnis) haben, um jede Entscheidung im Unternehmen durchzusetzen, aber das würde Zeit und Transparenz erfordern, die nicht vorhanden ist. Geschäftsführer repräsentieren das Unternehmen nach innen und außen und genehmigen die wesentlichen strukturellen Maßnahmen, wie Strategie, Organisation, Controlling, Investition / Budgets und normative Leitsätze. Unsere Verherrlichung von Führungskräften in der öffentlichen Wahrnehmung geht an der Realität vorbei. Unternehmen sind höchst dezentral geprägte soziale Systeme und selbst die Führung ist eine Hierarchie, ein soziales System mit begrenzter Zeit, Zuständigkeit und Übersicht.

Interne Perspektive

Richer argumentiert, dass es zwei Karotten und einen Prügel für ethische Geschäftsführung gibt: moralische Intigrität, langfristiger Geschäftserfolg und Reputationsschaden. In der internen Perspektive argumentiert Richer, um einen Zusammenhang von ethischer Geschäftsführung und langfristigem Geschäftserfolg herauszuarbeiten. Er betrachtet Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.

Mitarbeiter

Werden Mitarbeiter gut behandelt, verhalten sie sich reziprok, sie sind motiviert etwas zurückzugeben. Folglich steigt die Produktivität, und damit die Profitabilität. Dies ist die zentrale argumentative Kausalkette von Richer, die plausibel erklärt, wie ehische Geschäftsführung auf Geschäftserfolg wirken soll.

Richer argumentiert für eine gerechte Entlohnung des gesamten Zeitaufwands, strikt leistungsabhängige Beförderung mit transparenten Leistungskriterien und persönlichkeitsorientiertes (Freundlichkeit, Leidenschaft und Enthusiasmus) offenes und ehrliches Recruiting. Anreizsysteme sollten sorgfältig bedacht werden.

Er konstantiert diesbezüglich, dass zunehmend Arbeitszeit, wie An- und Abreise nicht als solche anerkannt werden und das sich schlechte Mitarbeiterbehandlung negativ durch Betrug, Diebstahl, Mitarbeiterfluktuation und Krankfeiern revanchiert. Letztlich macht er darauf aufmerksam, dass Menschen, die für einen tricksen zum einen auch gegen einen tricksen und zum anderen, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Trickser in schwierigen Situationen schlechter abschneiden, weil sie nicht so motiviert und energetisch sind.

Weiterhin konterkarriert gerechte Entlohnung Armut und Ungleichverteilung und hebt somit das Konsumniveau, das auf Unternehmen zurückfällt.

Kritik

Richer argumentiert mit allgemeinen Regeln und statisch. Mir fällt auf, dass er wenig differenziert und marktdynamiken nicht erörtert. Ich differenziere z. B. zwischen Soziopathen, Opportunisten und egoistisch-empathischen Menschen auf der Ebene tatsächlichen Verhaltens. Soziopathen und Opportunisten verhalten sich (vordergründig) reziprok, wenn und solange sie dadurch Vorteile erlangen, während egoistisch-empathische Menschen zwischen Egoismus und Alltruismus situativ abwägen, sofern ein Dilemma vorliegt. Im egoistischen Bereich verhalten sie sich dann also ebenfalls reziprok, während sie sich im alltruistischen Bereich investierend / oder wertegemäß verhalten.

Soziopathen verhalten sich hintergründig für gewöhnlich fremdschädlich und sähen Misstrauen. Reziprozität und Gerechtigkeit sind für sie ein notwendiges Übel, wenn es sie selbst betrifft, und eine Möglichkeit öffentlicher (verlogener) Bestrafung Dritter. Sie sind fundamental nicht vertrags- und verantwortungsfähig und es existiert mit ihnen keine Kooperation.

Opportunisten verhalten sich solange reziprok, bis ein (kurzfristig) höherwertiges Angebot zu Verrat führt. Opportunisten können damit häufig keine langfristigen Beziehungen führen und bieten keinen Vertrauenspuffer, wenn eine Kriese eintritt.

Egoistisch-empathische Menschen zeichnen sich vor allem durch eins aus: Sie analysieren stets, welche Konsequenzen ihr eigenes Verhalten für sie und Andere hätte und entscheiden sich erst dann für Egoismus / Opportunismus oder Alltruismus in dilematischen Situationen. Sie können also nur mit solchen Leuten Vertrauen überhaupt aufbauen.

Wenn Sie jetzt einen sogenannten Effizienzlohn zahlen, also einen Lohn über Marktniveau sprechen sie Soziopathen und Opportunisten immer an, während egoistisch-empathische Menschen bedenken, ob sie in ihrem Unternehmen einen Beitrag entsprechend ihrer Werte leisten, also positive Konsequenzen für andere herbeiführen. Insbesondere, wenn ihre Produkte nicht explizit zu Positivem beitragen haben sie eine deutlich geringere Quote egoistisch-empathischer Mitarbeiter, und somit können Sie nicht in Vertrauen investieren.

Das bedeutet zum einen, dass Sie Kriesensicherheit erhöhen, wenn ihre Produkte zu Positivem beitragen, weil Sie dann egoistisch-empathische Mitarbeiter anziehen und Vertrauen aufbauen können, und zum anderen, dass finanzielle Anreize im Regelfall keine wirkliche Reziprozität bewirken, sondern amoralische Konkurrenz um dieses extrinsisch motivierende Gut. Deswegen bräuchten Sie Leistungsindikatoren die prosoziales Verhalten verlässlich und durchgängig in der Hierarchie messen, damit Soziopathen und Opportunisten nicht das soziale System zerlegen und müssten insbesondere Soziopathen systematisch identifizieren und los werden.

Soziopathen und Opportunisten erkennt man selten im klassischen Recruiting. Weder anhand der Unterlagen, noch anhand von Bekundungen und auch nicht anhand der Mimik lassen sie sich identifizieren. Soziopathen und Opportunisten fallen insbesondere in der Gruppenarbeit auf. Deswegen – und hier herrscht große Intransparenz – sollte man die vormaligen Kollegen / Komilitonen befragen, die mit den betreffenden Kandidaten zusammengearbeitet haben und müsste die gesammelten Äußerungen systematisch analysieren. Opportunistische Trittbrettfahrer lassen sich leicht identifizieren während durch Soziopathen korrumpierte soziale Gemeinschaften weniger leicht zu identifizieren sind (Opferbeschwerden, Fluktuation, Abbruch, Falschaussagen).

Deswegen sollten Unternehmen systematisch mit ihren Mitarbeitern kommunizieren und die Situation analysieren, damit Soziopathen identifiziert werden können. Starke Anzeichen für Soziopathen sind Misstrauen, Klüngeleien und schwer nachweisbare Straftaten gegen Menschen. Nicht selten brauchen die Opfer ohne Hilfe relativ lange, um herauszufinden, wer wirklich dahinter steckt und haben doch mit Gruppen zu tun, die gegen sie instrumetalisiert wurden. Letzteres korrumpiert ihre Glaubwürdigkeit.

Es gibt im Übrigen einen Zusammenhang zwischen Soziopathie und Opportunismus: Die meisten Opportunisten hatten mal einen Soziopathen im Umfeld und haben die opportunistische Instrumentalisierung erlebt oder waren sogar Opfer und glauben das alle Menschen Opportunisten seien und man nicht vorankommt, wenn man nicht selbst so wird (Menschenbild). Diese Erwartung lässt sich in guter Umgebung falsifizieren, und somit korrigieren.

Kunden

Richer geht davon aus, dass Märkte selbstkorrigierend unethische Unternehmen deselektieren, weil sie schlechten Service, schlechte Produkte und intransparentes Verhalten liefern, was die Kunden auf dauer nicht mitmachen.

Deswegen rät er zu hoher Produkt- und Servicequalität sowie zu einer Kultur der Offenheit. Da ein Unternehmen ein komplexes System ist legt er besonderen Wert auf die Kultur, die offen und ehrlich auch in Konfliktfällen sein soll.

Beschwerden sollen ehrlich und fair gehandhabt werden, sodass alle betroffenen Parteien angehört werden sollen und Ehrlichkeit soll durch Straffreiheit und Motivation zur Ehrlichkeit unterstützt werden. Leistungsindikatoren für Verkäufe sollten reziprokes Verkaufen mit Nutzen für Unternehmen und Kunden messen, da sie sonst sehr schnell zu einem korrupten System führen, der das Unternehmen gefährdet.

Kritik

Die Argumentation ist schlüssig und entspricht meinem Wissen für lange Zeiträume. Gleichzeitig ist bekannt, dass sich das kostenorientiere Unternehmenssegment durch Preis-Leistung definiert und das qualitätsorientierte Unternehmenssegment durch Marken. Marken betreffen häufig ansprechende Produkte und Innovationen. Relativ selten stehen Marken für gute Geschäftspraktiken. Zertifikate greifen häufig einzelne Aspekte guter Geschäftspraktik auf. Meines Erachtens wäre Transparenz und Besteuerung von negativen Externalitäten der Geschäftstätigkeit der entscheidende Hebel für marktgerechte Regulation von Kundenorientierung.

In der Tat wäre eine offene Kultur erstrebenswert, aber gerade diese Kultur existiert häufig nur vordergründig und ist selten überprüfbar. So konstatiert Richer auch, dass häufiger Reputationsschadensmanagement als Reputationsschadenprävention betrieben wird. Mein Eindruck ist, dass die meisten Unternehmen sich informell-kooperativ hinter Intransparenz verstecken, anstatt proaktiv Transparenz herzustellen und durch Wohlverhalten zu glänzen – gerade, weil sie nicht ethisch motiviert sind. Diese Leistung wird von Journalisten, Forschern und Interessensvertretungen erbracht, auf die Unternehmen reagieren. Richer hingegen Argumentiert, dass negative Ausreißer im Vordergrund öffentlicher Wahrnehmung stehen und das Bild auf die meisten Geschäftsführer verzerren. Das kann ich aufgrund der Intransparenz nicht prüfen.

Lieferanten

Guter Umgang mit Lieferanten inklusive der Dienstleister, die nicht am Produkt arbeiten, wie Putzkräfte, erzeugt bei den Konsumenten ein gutes Gewissen und Vertrauen in die Produkte (Differenzierungsvorteil, Risikoprofilaxe gegen Boykott) und bietet dem Unternehmen Spielräume durch Goodwill der Lieferanten, wenn es darauf ankommt (Mutualism).

Kritik

Während die Argumentation in sich schlüssig ist, ist doch die Transparenz ein entscheidender Faktor in Bezug auf die Kundenwirkung. Irritierend ist hier, dass Unternehmen selten Transparenz herstellen, im Gegenteil sogar investigative Gruppen existieren, die diese Leistung gesellschaftlich erbringen. Die Argumentation gilt also eher langfristig, als unmittelbar und immer.

Externe Perspektive und Regulation

In Bezug auf die externe Perspektive und Regulation geht Richer auf Wahrnehmung von Kapitalismus, Liberalismus, flexible Arbeitsverträge, exzessive Führungskräfteentlohnung, Steuervermeidung und Privatisierung ein.

Wahrnehmung von Kapitalismus und Liberalismus

Richer kritisiert, dass viele Menschen in der Unterscheidung Kapitalismus oder Sozialismus viel zu indifferenziert gegenüber Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Systeme informiert sind: Wenige Menschen verstehen, dass man Kapitalismus unterschiedlich gestalten kann und auch sollte.

Deswegen gibt er sich irritiert ob der Chicagoer Schule (Liberalismus) die Staatsintervention ablehnt sowie Profitmaximierung und Shareholder Value zu alleinigen Ziel von Unternehmen erhebt. Es sickert durch, dass er dieser Strömung, die viele Verantwortungsträger (Investoren, Geschäftsführer, Politiker) aufgegriffen haben, viel gesellschaftlichen Schaden zurechnet. In Bezug auf das zentrale Gütekriterium dieser Theorie arbeitet er heraus, dass die Profitorientierung letztlich empirisch sogar mit niedrigeren Investorenrenditen einherginge.

Kritik

Diese Argumentation von Herrn Richer kann ich voll und ganz nachvollziehen. Ich teile den Eindruck, dass wenige Leute Kapitalismus differenziert betrachten können und bin irritiert von der Chicagoer Schule. Staatsintervention ist nach klassischer volkswirtschaftlicher Theorie erforderlich. Profitorientierung bezogen auf Aktienwert führt zur Kurzfristorientierung während der langfristige Wert durch Investitionen aufgebaut wird und das Unternehmen langfristig erhält – es wird zu wenig und zu kurzfristig investiert. Ich beobachte immer weniger Innovation und zu wenig Investition in Schwellen- und Entwicklungsländer, sodass global die Renditen bzw. das Wirtschaftswachstum sinkt.

Flexible Arbeitsverträge

Richer greift flexible Arbeitsverträge auf und konstatiert, dass diese wenigen einen Nutzen bringen, während viele dadurch in ihrer Verhandlungsposition geschwächt wurden. Viele verlieren dadurch klassische Arbeitnehmerprivilegien wie Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und gesichertes fixes Einkommen. Weiterhin können viele dadurch keine Kreditgeschäfte eingehen und sind ungerne von Vermietern gesehen.

Kritik

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ein heeres Ziel. Seit Generationen existiert Voll- und Teilzeit, aber ein Übertrag von realem Wirtschaftswachstum hin zu mehr Freizeit findet nicht statt. Stattdessen produzieren wir immer mehr. Statt eine gute Lebensqualität zu erarbeiten, erarbeiten wir immer höheren Luxus. Aus Perspektive unserer Zufriedenheit ist das vermutlich schwachsinnig. Vgl. Glücksländer.

Sie können heutzutage theoretisch sein: Arbeitsloser, arbeitsloser Minijober, Teilzeitkraft, Vollzeitkraft und Selbstständiger / Freelancer. Minijobs sind für gewöhnlich unqualifizierte Arbeit im Niedriglohnsektor, Teilzeitkräfte werden ungern gesehen und Selbstständige / Freelancer sind qualifizierte Arbeitskräfte die sich häufig wieder in abhängige Arbeit begeben, weil die Unsicherheit zu hoch ist. So kommt es, dass die meisten die Wahl zwischen Vollzeit und Arbeitslosigkeit haben. Arbeitslosigkeit bedeutet häufig einen unqualifizierten Nebenjob machen zu müssen.

Deswegen finde ich die modernen Ansätze einer wohlstandsproportionalen Grundsicherung und zeitlich flexibler Arbeitsverträge sinnvoll: Man sollte hinreichende Lebensqualität allgemein haben und für höheren Wohlstand und Luxus zusätzlich flexibel arbeiten gehen. Das verschiebt viel Niedriglohnarbeit hin zur Digitalisierung (die eventuell finanzierungstechnisch genutzt werden kann; vgl. Utilitismus) und erhöht die Sicherheit, sodass flexible Arbeit nicht wieder verdrängt wird.

Das bedeutet aber auch, dass dieser Teil der Ökonomie sinnvoll gestaltet wird. Hartz-IV-Sicherheit ist nicht mit Freelancing im akademischen Bereich kompatibel, weil man seinen Hartz-IV-Status verliert, wenn man mal eine gute Auftragslage hat und erst sein Vermögen aufbrauchen muss, wenn die Auftragslage einbricht, bis man wieder Anspruch auf Hartz-IV hat. Vielleicht sind hier sinnvollere Regelungen möglich, wie z. B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen oder eine negative Einkommenssteuer.

In Bezug auf Selbstständige ist mir zu Ohren gekommen, dass diese Krankenversicherung bezahlen müssen, die sich mindestens nach einem Mindesteinkommenssatz bemessen, sodass der Aufbau der Selbstständigkeit behindert wird und gerade kleinere Zusatzarbeit verhindert wird. Leider bin ich derzeit nicht im Detail ausgebildet, um diesen wünschenswert fließenden Übergang beurteilen zu können, aber das binäre Modell arbeitsloser Minijober oder Vollzeitkraft verhindert m. E. enormen Wohlstand in Form von Freizeit und führt zu verschwenderischem und umweltschädigendem Luxus.

Exzessive Führungskräfteentlohnung

Richer merkt an, dass Führungskräfte exzessiv entlohnt werden und das der Legitimation – insbesondere auch durch Marktbegründungen – entbehrt. Er verweist an mancher Stelle auf Selbstbereicherung. Insbesondere auch im Zusammenhang mit öffentlich-rechtlichen Institutionen (in Großbritannien).

Die Bonuskultur prangert er scharf an und verweist auf Schweden, wo hohe Einkommenstransparenz zu geringeren Gehältern, Abwesenheit einer Bonuskultur und gleichermaßen erfolgreichen Unternehmen führe.

Richer fordert eine vernünftige Relation der Einkommen zwischen den Arbeitern, Führungskräften und Geschäftsführern, die durch Belegschaftsvertretung in Entlohnungsgremien erreicht werden soll.

Kritik

Aufgrund meiner Informationen zur Elitenforschung überzeugt mich das Selbstbereicherungsargument und auch ich gehe davon aus, dass Transparenz förderlich sein dürfte. Aber ich würde noch weiter gehen und der Belegschaft ein Mitbestimmungsrecht in Bezug auf Entlohnung und Besetzung von Führungspositionen geben, denn ich stelle mich gegen die im Gesetz vertretene Meinung, dass Unternehmen den Eignern gehören.

In Unternehmen gehen Kapital und Arbeit ein und die Arbeit entlohnt sich selbst ohne am Mehrwert beteiligt zu sein. Damit ist Arbeit (Lebenszeit) grundsätzlich am Gewinn zu beteiligen und in Bezug auf seine Verwendung zur Mitbestimmung mit Berechtigung auszustatten.

Weiterhin bin ich der Meinung, dass Investoren keinen Anspruch auf Renditemaximierung haben sollten, sonder fair für ihren Beitrag durch Konsumverzicht entlohnt werden sollten. Das bedeutet Geldwerterhaltung mit einem verzichtsangemessenen Anreiz zur Geldvergabe und ist möglich. Vgl. nachhaltiger Kapitalmarkt.

Steuervermeidung

Richer arbeitet heraus, dass Unternehmen und vermögende Menschen durch sogenannte Steueroasen Steuerzahlung umgehen, dass Steuerautoritäten in Großbritannien eher mit solchen (juristischen) Personen verhandeln, anstatt Gesetze durchzusetzen und dass in Großbritannien zunehmends Personal abgebaut wird, wo Steuereinnahmen eingetrieben werden könnten.

Er rät zur Verstärkung der Befugnisse von Steuerautoritäten, zu internationaler Kooperation, zu Transparenz und zur Erregung von Scham bei den Verantwortlichen, die ihren Erfolg der Gesellschaft zu verdanken haben. Transparenz sei wichtig, weil viele Bürger Steuervermeidung selbst dann amoralisch finden, wenn sie legal ist und derartige Unternehmen boykottieren würden.

Kritik

Ich fühle mich aufgrund der Grenzen meines Kompetenzkreises nicht befugt in diesem Thema an jeder Stelle mitzureden, aber ich erachte in Bezug auf Unternehmen und Privatpersonen Transparenz aus den genannten Gründen (Scham, Boykott) für hilfreich.

Privatisierung

Richer beklagt, dass die Debatte um Privatisierung zu oberflächlich und lagerartig geführt wurde und wird. Er verweist darauf, dass viele übersehen, dass ehemals private Leistungen aufgrund schlechter Leistung und finanziellem Struggle verstaatlicht worden.

Eine Vorteilhaftigkeit des Marktes ist gegeben, wenn ein klares Ziel und klare Maßnahmen zu dessen Erreichung vorliegen, Kunden klar identifiziert werden können, das Produkt klar ist, es um einfache Transaktionen geht und Wettbewerb herrscht.

Das sieht er für Gefängnisse, Schulen, Krankenhäuser, Wohnungsbau, neue Infrastruktur, Wasserversorgung und andere Säulen der Gesellschaft, die essentiell für alle sind, nicht gegeben. Und in Bezug auf die Bereiche, wo private und staatliche Geschäfte möglich sind, wie Schulen, Krankenhäuser und Wohnungsbau wie auch für die funktionierenden Privatisierungen empfhielt er die Ausarbeitung von Verträgen, die wohl durchdacht sind. So wurde z. B. in Großbritannien sozialer Wohnbau veräußert und im Vertrag das Recht neu zu bauen beschränkt, was grober Unfug gewesen sei.

Ein Positivbeispiel nach Richers Ansicht sei die Telekommunikationsbranche, in der bessere Preis-Leistung erreicht worden sei.

In Bezug auf die Behauptung, dass Privatunternehmen besser gemanaged seien als Staatsinstitutionen konstatiert Richer eine Unabhängigkeit der Managementqualität von der Eigentümerschafft. Er merkt jedoch kritisch an, dass Mitarbeiter, die Staatseigentum verwalten und Politiker häufig nicht hinreichend mit Verboten und deren Überwachung ausgestattet werden, um unabhängig zu sein und das Staatsinstitutionen häufig unter politischer Unsicherheit leiden, die ihre Ziele und Führungskräfte betreffen.

Beobachtungen an Staatsunternehmen verleiten Richer zu folgenden Empfehlungen: 1. nach Economies of Scale ausschau halten, 2. sich an Best Practices zu orientieren und 3. kontinuierliche Verbesserung / Kaizen zu betreiben.

Kritik

Ich bin kein Experte für dieses Thema, aber grundsätzlich sind Privatunternehmen gut darin grundlegende Bedürfnisse die alle Menschen haben zu befriedigen (Menge) und wohlhabende Nischensegmente zu bedienen.

Deswegen sind für mich Versicherungen zentral, die aus Nischen wohlhabende Nischen machen, wenn es um etwas Ernstes geht. Ich habe das Gefühl, dass Versicherungen die Menschen betreffen (Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitsausfallversicherung, Rechtsschutzversicherung usw.) eigentlich durch den Staat gemanaged werden sollten und für alle verbindlich sein sollten. Gerade die Entwicklungen der IT führen derzeit zu Diskussionen in Bezug auf Versicherungen (Marktsegmentierung), die wenig mit dem Grundprinzip von Versicherungen zu tun haben, das eine Gemeinschaft sich zusammentut, weil die individuellen Absicherungskosten für Risiken gemeinsam niedriger sind, als individuell.

Es gibt auch Kriterien für öffentliche Güter, die mir jedoch gerade nicht mehr zugänglich sind. In vielen sozialen Bereichen sind Interessenkonflikte zu beobachten, die zu verwerflichen Ergebnissen in privater Hand führen. Dazu gehören die von Herrn Richer angeführten Säulen der Gesellschaft.

Das Management in staatlichen Instituten ist weniger flexibel, da Gesetze den Leistungsumfang bestimmen und diese Gesetze vom Gesetzgeber und nicht vom Management vorgegeben werden. Deswegen erfordert Kaizen ein direktes Feedback der Behörden an den Gesetzgeber und entsprechende Reaktion. Zentralisierte Beschaffung (Economies of Scale) und intensive Vernetzung der einzelnen Behörden untereinander mit Benchmarking bezüglich Best Practices halte ich ebenfalls für empfehlenswert. Wichtig könnte auch sein, dass ein Auftrag, bessere Konzepte zu erarbeiten existieren sollte und im Budget der Behörden zu Buche schlägt.

Fazit

Geschäftsführer sind keine omnipotenten Helden, sondern verantwortlich für Repräsentation nach innen und außen und die Genehmigung wesentlicher struktureller Maßnahmen. In der internen Perspektive sind Transparenz, Produkte mit positivem gesellschaftlichem Beitrag, Leistungsindikatoren für prosoziales Verhalten und Soziopathendeselektion durch Kommunikation und Analyse besonders wichtig. In der externen Perspektive und in Bezug auf Regulation kann zu den angeführten Themen folgendes gesagt werden:

Thema Fazit
Kapitalismuswahrnehmung und Liberalismus Kapitalismus ist gestaltbar und sollte nach ganz herrschender Meinung gestaltet werden.
Flexible Arbeitsverträge Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ein erstrebenswertes Ziel, jedoch derzeit nicht möglich gemacht, denn wer kann arbeitet Vollzeit.
Exzessive Führungskräfteentlohnung Transparenz über Einkommen, Mitbestimmung der Belegschaft und eine Renditebeschränkung auf investive Kapitalanalge können helfen.
Steuervermeidung Transparenz erzeugt Unternehmensboykotte durch Konsumenten und Scham der vermögenden Privatpersonen und sollte Steuervermeidung eindämmen können.
Privatisierung Die Eignung für die Privatisierung sollte vorsichtig und im Detaill erfolgen. Staatliches Management sollte in enger Kooperation mit dem Gesetzgeber erfolgen, Beschaffungen sollten zentralisiert werden und die einzelnen Behörden sollten miteinander vernetzt werden.


Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

%d Bloggern gefällt das: