Gesellschaftliche Handlungsoptionen

Nach Analyse unseres (Wirtschafts-)Systems ergeben sich fokussierte Handlungsoptionen, die ich zunächst darstelle. Weiterhin ergibt sich die Fragestellung, welche Technologien eine Automatisierung einer Grundversorgung ermöglichen.

Grundlegende Handlungsoptionen

Beschwerden zum Wirtschaftssystem haben fünf Handlungsoptionen in zwei Gruppen. Gruppe eins umfasst die Fragestellung, druck aus der Arbeitsbelastung zu nehmen. Hier haben wir die Optionen der internationalen Kooperationen um:

  1. Arbeitszeitreduktion durch Harmonisierung internationaler Arbeitszeiten auf niedrigem Niveau.
  2. Staatliche Subventionen für Sozialindikatoren. Im Konkurenzmarkt wirde der Arbeitsdruck auf mehr Arbeitnehmer verteilt, die per Subvention des Staates finanziert werden (Gemeinwohlökonomie).

Sowie 3. der Automatisierung einer Grundversorgung über regenerative Energien und Volksdienste von Nahrung, Sicherheit, Wohnungsbau, Gesundheit und Wartung- und Instandhaltung. Hierbei geht es nicht um internationale Kooperationen soweit ersichtlich.

Gruppe zwei umfasst Reformen rund um Eigentumsthemen. Erstens eine Bodenreform, die den Bürgern Boden zuteilt, anstatt es über Märkte zu regulieren, die die Eigenschaft haben unseren finanziellen Wohlstand in Mieten und Wohneigentum abzuschöpfen. Zweitens geht es um eine Eigentumsreform, denn Unternehmen gehören gerechter Weise der Belegschaft und Mieten führen gerechter Weise entweder zu Eigentum oder sind nur laufende Kosten plus Verwaltungspauschale (Vgl. Demokratieunternehmen).

Für unsere Beziehungen geht es vor allem um bessere Kommunikationen und Konfliktmanagement (Vgl. Konfliktmanagement) insbesondere auch über digitale Infrastrukturen (Vgl. z. B. Social-Media-Hygiene).

Schlüsseltechnologien der Automatisierung

Schlüsseltechnologien der Automatisierung sind Computer, Internet & Funk, Nanotechnologien (z. B. Gehirnschnittstellen), Algorithmen, Robotik & Werkzeugmaschinen, Autonomes Fahren, Lagersysteme der Temperierung, regenerative Energien und Stecksysteme und / oder Gußsysteme des automatisierten bauens. Darüber hinaus befinden sich Quantencomputer und neuronale Netzkarten in Entwicklung. Wir können theoretisch eine Automatengesellschaft werden, fraglich ist, mit welcher Kapazität?

Fazit

Nach reiflicher Überlegung ergeben sich wenige fokussierte Handlungsoptionen in unserem Systemen, um die zentralen Gründe von Beschwerden (Frustrationen, Aggressionen) und Einschränkungen der Lebenszufriedenheit zu ändern (Gruppe 1) und einige Eigentumsüberlegungen, die gerechter wären.

Arbeitslosensicherungen für Europa

In Bezug auf Arbeitslosensicherungen haben wir moderner Weise unterschiedliche Strömungen, die gesellschaftlich um Durchsetzung ihrer Interessen streben:

    1. Eine Gruppe sieht Arbeit als gesellschaftliche Pflicht und als gesellschaftlichen Beitrag in einer Situation internationalen und marktbezogenen Wettbewerbs, in welchem wir für unseren materiellen Wohlstand zu kämpfen haben (Leistungsgesellschaft). Aus dieser Perspektive sollen wir „Arbeitsmotivation“ hervorbringen, indem Arbeitslosensicherungen im Wesentlichen verhungern, Obdachlosigkeiten und Arbeitssuche absichern (Drucksystem).
    2. Eine andere Gruppe will endlich mal Sicherheit haben, um sich frei entfalten zu können, um zu machen, was sie will (Sicherheit und intrinsische Motivation). Sie stellt insbesondere die Fragen, ob wir nicht wohlständig genug sind, ob Technologien nicht unsere Versorgung automatisiert ohne (viel) Arbeit sicherstellen können, ob wir nicht suffizienter Leben sollten und ob der Lebenssinn nicht in der Selbstverwirklichung liegt?
    3. Eine dritte Gruppe will es ermöglichen, möglichst individuelle Entscheidungen über Wohlstand und Arbeit zu treffen und möchte insbesondere hinreichend angenehme Arbeitslosensicherungen, um den Jobwechsel / die Jobsuche zu stimulieren (Individuelle Arbeitsmärkte).

Ich selber bin zerrüttet zwischen den Positionen und analysiere das Thema vor dem Hintergrund einer Befreiung oder des Sich-Abfindens, um zufriedener zu werden: Was ist ihre Position, sind Sie auch mit sich uneins?

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Leistungsgesellschaft

Eine europäische Arbeitslosensicherung, die dem Gedanken der Leistungsgesellschaft bzw. dem Bedarf Arbeiten zu müssen in internationalem und branchenbezogenem Wettbewerb verpflichtet ist, besteht aus folgenden Elementen:

  1. Eine negative Einkommenssteuer, die bei Einkommen-Null automatisch ausgezahlt wird und sich bei höheren Einkommen gegen eine positive Einkommenssteuer entwickelt, kann viel bürokratischen Aufwand einsparen und stellt sicher, dass keine z. B. Obdachlosigkeit aufgrund von verpassten Anträgen eintritt, wie es häufiger bei psychischen Erkrankungen passiert.
  2. Eine Arbeitslosensicherung sollte nicht mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, weil sonst nicht genug Druck zum Arbeiten aufgebaut wird. Sie kann aber mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, wenn höhere Beträge z. B. als Bildungscoupons ausgezahlt werden, nicht jedoch als Gelder.
  3. Zwischen europäischen Nationen (Währungsunion) kann die Auszahlungshöhe bei Einkommen-Null variieren, um Arbeitsmigration sinnvoll zu lenken.
  4. Eine europäische Arbeitslosensicherung sollte Transfers zwischen Mitgliedsländern nutzen, um Stabilitätsmechanismen zu haben.
  5. Es sollten – meiner Meinung nach – algorithmische Verfahren zum Matching von zentralisierten Stellenausschreibungen verwendet werden, die Anforderungen an Bewerber und deren Motivationen und Qualifikationen matchen. Dabei sind Arbeitnehmer für einen Mindestzeitraum anzunehmen und können nur bei wichtigen Gründen gekündigt werden. Details zu diesem Verfahren finden sie im Artikel, Inklusion am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte

Eine Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte, will es erleichtern, denn Job zu wechseln und nutzt:

  1. Angenehmere Arbeitslosensicherung mit höherer materieller Versorgung, statt Systeme der bewussten Qual und
  2. Motivation von Kündigungen zum Jobwechsel durch den Arbeitnehmer statt Sperren.
  3. Ansonsten ist die Arbeitslosensicherung vergleichbar mit der der „Leistungsgesellschaft“.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Sicherheit und intrinsischen Motivation

Sicherheit und die Freiheit von einem andauernden Mangelzustand erinnern uns an unsere früheren Habitate, deren Bewirtschaftung uns versorgt hat: war die Arbeit am Feld und Haus getan, hatten wir Freizeit. Heutzutage haben wir eine abstrakte Versorgung, die kein Ende kennt. Menschen dieser Gruppe träumen davon, dass die Arbeit nicht alles dominierend ist und wir wieder mehr Freiheit haben. Weiterhin stellen sie diverse moderne Fragen, ob wir nicht überhaupt erst von Wohlstand sprechen können, wenn wir (weitgehend) befreit sind von Zwängen? Wenden wir uns den einzelnen Fragen zu:

Sind wir nicht wohlständig genug für Sicherheit und Freiheit?

Während die einen befürchten, dass das System zusammenbricht, wenn es keinen Druck mehr gibt, zu arbeiten, argumentieren die anderen, dass dann intrinsische Motivation entsteht, Beiträge zu leisten und die wirklich erforderliche Versorgung uns schon alle noch was angehen wird. Es liegt hier ein eher moderneres Menschenbild vor, dass wir emotionale und kognitive Motivationen haben, und damit nach etwas strebend sind: es entsteht menschentypische (freiwillige) Arbeitsmotivation bzw. Selbstverwirklichung und Kulturblüte. Abgeschwächte Varianten sind z. B. eine drastische Reduktion der Arbeitszeiten durch internationale Kooperation (Vgl. Habitatsüberlegungen), Suffizienz und / oder Automatisierung der wirklich relevanten Versorgung.

Können wir nicht schon ein automatisiertes Versorgungssystem realisieren?

In dieser Gruppe wird das Thema der Digitalisierung aus einer anderen Perspektive beleuchtet: die Frage ist nicht, ob wir effizienter für unseren finanziellen Wohlstand werden können, wie in der allgemeinen Ökonomie, sondern ob wir hinreichende automatische Versorgung realisieren können, die ein Leben mit hinreichender Suffizienz für alle ermöglicht, ohne dass wir arbeiten müssen. Der Gedanke betrifft nicht eine hochtrabende Digitalisierung, sondern eine Frage, ob wir hinreichende Versorgung mit hinreichender Automatisierung realisieren können, wenn wir uns suffizient zufrieden geben. Diese Gruppe hat dabei auch die Nachhaltigkeitsfragestellungen im Kontext des ewigen BIP-Wachstums im Auge, die im Wesentlichen bedeuten, dass wir Welthunger riskieren, wenn wir Ökosysteme kompromittieren, Lebensdauer reduzieren, wenn wir Umweltgifte einbringen und Lebensqualitäten reduzieren, wenn wir denaturieren. Eine Beispielkonzeption, Utilitismus zeigt der folgende Artikel: Sozialkapitalismus im IT-Zeitalter (Utilitismus).

Fazit

Wir stehen an einem Umbruch in unserer Währungsunion, ob wir insbesondere moderne Technologien nutzen, um andere Arbeitsvermittlung und Arbeitslosensicherungen zu realisieren. Anhänger der Leistungsdruckgesellschaft befürchten den Systemzusammenbruch ohne Arbeitsdruck, Anhänger des Individualismus wollen die Suche nach guter Arbeit erleichtern und Anhänger der Sicherheit und intrinsischen Motivation fordern, sich zu entspannen, dass das System die wirklichen Notwendigkeiten schon noch kooperativ gestämmt bekommt und sich in einer Kulturblüte entfalten will. Einige haben dabei die Automatisierung einer hinreichenden Versorgung mit im Wesentlichen Nahrung, Wohnung und Mobilität im Auge. Wie stehen Sie dazu? Diskutieren Sie doch ihre Ansicht in den Kommentaren

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Inklusion am Arbeitsmarkt

Ein wichtiges Kriterium für Wohlfahrt ist Pareto-Effizienz. Eine paretoeffiziente Verhandlung liegt vor, wenn keiner der Verhandlungspartner mehr besser gestellt werden kann, ohne das jemand anderes schlechtergestellt wird. Paretoeffiziente Verhandlungsergebnisse hängen von den Rechten ab, auf denen die Verhandlung basiert: Früher war rauchen erlaubt und man rauchte in Gaststätten, heute haben die Nichtraucher Vorzug und man raucht außerhalb der Gaststätten und auch anderer Gebäude.

Was sind Szenarien für Rechte am Arbeitsmarkt?

Im Status quo haben Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen, es sei denn sie sind arbeitslos, ein Recht sich ihre Arbeitgeber*Innen und Arbeitnehmer*Innen frei auszuwählen, während arbeitslose sich bewerben und annehmen müssen.

Man kann also Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen zur Anstellung verpflichten, aber sinnvolle Konfigurationen sind beidseitige Annahmepflichten oder Abwesenheit beidseitiger Annahmepflichten: Beidseitige Annahmepflichten für geeignetes Personal fördert insbesondere Inklusion und reduziert Aufwand am Arbeitsmarkt.

Beidseitige Annahmepflichten

Kann geeignetes Personal einer Stelle zugeordnet werden, können Mitarbeiter*Innen per Los einer Stelle zugeordnet werden, die sie und auch die Arbeitgeber anzunehmen haben. Kritisch ist es dabei Matchingverfahren hervorzubringen, die maschinell und / oder von neutralen Beobachtern Passungen bestimmen. Für eine Arbeitsagentur kann das bedeuten Passungen zu lancieren und dabei gegen Diskriminierungen zu diskriminieren durch z. B. Fortbildung von Behinderten.

Qualifikationsmessung

In einem Matchingszenario mit Matching als öffnetlichem Gut verantwortet von einer öffentlich-rechtlichen Institution, liegt die Qualifikationszertifizierung als öffentliches Gut vor, d. h. sie wird öffentlich erbracht. Dabei können viele Dimensionen gemessen werden, wie neuronale Leistungsfähigkeiten, körperliche Leistungsfähigkeiten, abgelegte Prüfungen (Information), abgelegte Prüfungen (Wissen), abgelegte Prüfungen (Methoden) und abgelegte Prüfungen (Fertigkeiten). Erfahrungen in Tätigkeiten müssten weiterhin von Arbeitgebern in Zeugnissen bestätigt werden. Besonders schwierig zu erfassen sind Motivation, Soft Skills, Sozialität und Moral. Diese wären mit Assessment Centern und Praxiszeugnissen zu bestätigen. Anhand eines abgeschlossenen aber durchaus mitwachsenden Kriterienkatalogs können Stellenkriterien und Kompetenzen gematcht werden. Dabei sind auch Arbeitszeitangebote, Gehaltsvorstellungen und Regionalität berücksichtigbar und es finden normale Verhandlungen über Gehaltsspannen statt.

Exkurs zum Arbeitszeitangebot: Während das Arbeitszeitangebot häufig per Vertrag im Vorhinein definiert wird, sind Arbeitsverträge unvollständig und es findet eine retrospektive Arbeitszeitbestimmung faktisch statt. Es ist mithin fraglich, ob Zeitbestimmungen in Arbeitsverträgen nicht z. B. kontinuierlich zu verhandeln sind.

Unvermittelbarkeitsanträge

Eine besondere Klage rund um das Thema „irgendwen“ geeigneten in ein Unternehmen gesetzt zu bekommen, um Inklusion und Arbeitsmarktaufwände zu reduzieren, aber auch Transitionszeiten zu beschleunigen und Schwarzarbeit zu konterkarrieren, liegt darin begründet, dass man sogenannte Soziopathen loswerden wollen würde. Hier könnte man Anträge auf Unvermittelbarkeit begründen und stellen, die eine Arbeitssperre bedeuten und z. B. auch Therapien einfordern um eventuell wieder zugelassen zu werden. Eine solche Soziopathenhandhabe finden viele letztlich wesentlicher, als ihre Privatautonomie nach Nasenfaktor wählen zu können: Inklusion ist schon ein hoher Wert!

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Alsbaldige Vermittlung / geringere strukturelle Arbeitslosenquote
  • Objektivere Eignungen
  • Inklusion
  • Soziopathensperren mit Therapien
  • Reduzierte Aufwände in der Personalbeschaffung (ca. 664 millionen Euro [1])
  • Transition von vorwiegend Psychologen*Innen in produktivere Bereiche (ca. 16.600 Stellen [2])
  • Reduzierte Bewerbungsaufwände für Bewerber (ca. 5,4 millionen Euro Zeitaufwand [3])
  • Reduktion von Schwarzarbeit
[1]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen zu einem Bruttojahresgehalt von 40.000 € ausgeht, reduzieren sich Aufwände in der Personalbeschaffung in Deutschland in Höhe von 664 millionen Euro.
[2]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen ausgeht, handelt es sich um 16.600 Stellen.
[3]: Unter der Annahme nach circa 100 Bewerbungen a einer Stunde Zeitaufwand zum Einkommen von monatlich 3.975 € brutto (Mittleres Einkommen nach Statista 2022) bei angenommenen 160 Arbeitsstunden im Monat und einer strukturellen Arbeitslosigkeit derzeit bei etwa 5% und 43,5 millionen Erwerbsfähigen (Statista 2020) liegen die Opportunitätskosten des gesparten Bewerbungsaufwands der Arbeitnehmer bei 5,4 millionen Euro.
Nachteile
  • Mitarbeiter nicht mehr (legal) aussuchbar
  • Kündigungssperrfristen
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt einer Matchingplattform
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt von Qualitfikations-Assessments

Fazit

Wir können riesen Aufwände mit Bewerbungen und Mitarbeiterauswahl reduzieren, wenn wir beidseitige Annahmeverpflichtungen unter Arbeitssperremöglichkeiten festsetzen. Dies bedeutet insbesondere bessere Sozialindikatoren von Unternehmen (Vgl. SuscisionHelper) mithin Inklusion, aber auch verkürzte Transitionszeiten und Konsequenzen von Wechselwiligkeit im Unternehmen. Was halten Sie davon?

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Data Science

Die Artikel zum Thema Data Science umfassen verschiedene statistische Analysen und Data Mining. Sie dienen der Übung und Demonstration der Möglichkeiten von Data Science. Hier sollen die statistischen Methoden erläutert sowie die Erkenntnisse der Artikel dargestellt werden.

Statistische Methoden und Data Mining

Meine Fallstudien im Bereich Data Science betreffen Data-Mining-Programme und Statistical-Learning-Programme.

Data Mining

Die zwei Data-Mining-Programme betreffen Data Mining mit Homepages (Webscrapping, vgl. Die 1057 interessantesten Data-Science-Central-Artikel nach Kategorien) und mit Twitter und Homepages (Twitterscrapping und Webscrapping, vgl. WE Alliance – Twitter Link-Scrapping Summary) sowie die automatische Generierung der HTML-Seiten als Output.

Im ersten Fall wurden alle Artikel des Multiauthorblogs Data Science Central gesucht und mit TF-IDF beschlagwortet, um manuell Kategorien zu bestimmen und die Artikel den Kategorien zuzuordnen. Dann wurde eine HTML-Seite besierend auf diesen Daten erstellt, die es erlaubt Kategorien anzuklicken und zu entsprechenden Links zu gelangen.

Im zweiten Fall wurden zunächst relevante Twitter-Hashtags rund um das Thema Wellbeing-Economics aus den Tweets unter #WellbeingEconomics extrahiert, um sodann in gewissen Zeitabständen ein Skript laufen zu lassen. Dieses Skript extrahiert alle neuen Tweets unter einem Hashtag seit dem letzten Durchlauf, extrahiert alle Artikellinks und fasste die Links mit TF-IDF zusammen. Die Ergebnisse werden in einer HTML-JavaScript-Seite ausgegeben. Leider kam es beim letzten Durchlauf zu einem Fehler, der die Datumsangaben überschrieben hat.

Statistical-Learning

Drei Artikel sind Fallstudien des Statistical Learnings: Glücksländer und Importance of Domain Knowledge sowie Europawachstum.

Glücksländer und Importance of Domain Knowledge

Die Artikel Glücksländer und Importance of Domain Knowledge betreffen die selbe statistische Analyse. Es wurde mittels nicht-linearer Regression unter Nutzung von Lern und Testdatensatz bzw. unter Vorgabe eines ökonomisch sinnvollen Modells eine Schätzung der Korrelation von Einkommen auf Zufriedenheit durchgeführt. Anschließend wurden die Abweichungen von der Trendlinie mit K-Means geclustert, um besonders glückliche bzw. unglückliche Länder zu gruppieren. Die Idee war, anhand dieser Länderlisten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren, sodass man sinnvolle Kandidaten für eine Abweichungsanalyse identifiziert.

Mit Kommentatorenfeedback und eigener Betrachtungen konnten nun Kandidaten für eine Abweichungsanalyse gewählt und einzeln geschätzt werden (Gini-Koeffizient, Kulturdimensionen nach Hofstede und Fragility of States Index). Nach der Schätzung einzelner Kandidaten, wurde ein Gesamtmodell mit den signifikanten Daten nochmal geschätzt und auf Signifikanz untersucht. Hier wäre eine Ridge-Regression eigentlich angemessen, aber aus Zeitgründen wurde nur eine einfache Regression durchgeführt.

Europawachstum (NUTS 2)

Basierend auf Daten von Eurostat wurden einfache Wachstumsraten der Nuts 2 Regionen über längere Zeiträume kalkuliert und mittels spatialer Visualisierung visualisiert, was der Sinn der Fallstudie war, mal mit Spatialer Visualisierung zu arbeiten.

Erkenntnisse der Fallstudien

Importance of Domain Knowledge

Der Artikel Importance of Domain Knowledge macht deutlich, dass Big-Data-Algorithmen nicht mit einfachen Parametrisierungstests laufen können, sondern dass Ausreißer für jede Parametrisierung individuell zu überprüfen wären.

Glücksländer

Zufriedenheit vs. Pro-Kopf-BIP

Der Artikel Glücksländer zeigt, dass die Abweichung der Zufriedenheit für höhere Zufriedenheit unabhängig vom Einkommen durch folgende Faktoren statistisch signifikant bedingt ist:

  1. Gini-Koeffizient (je gleicher die Verteilung, desto besser)
  2. Machtdistanz (je geringer die Machtdistanz, desto besser)
  3. Unsicherheitsvermeidung (je höher die Toleranz für Unsicherheit, desto besser)
  4. Freiheitliche Kultur (je höher die freiheitliche Kultur, desto besser)
  5. Fragilität des Sicherheitsapperats (je stabiler, desto besser)
  6. Fraktionalisierte Eliten (je weniger Fraktionalisierung, desto besser)
  7. Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung (je gleicher, desto besser)
  8. Menschliche Flucht und Brain Drain (je weniger, desto besser)
  9. Fragilität staatlicher Legitimität (je legitimer, desto besser)
  10. Fragilität öffentlicher Leistungen (je stabiler, desto besser)

An diesen Punkten sollte man angreifen, sofern man die Bevölkerung einer Nation für gegebenes Einkommen zufriedener machen möchte.

Europawachstum (Nuts 2)

Während die Grafiken zu den realen und langfristigen BIP-Wachstumsraten in den Regionen Europas und dem realen BIP in den Regionen Europas des Artikels Europawachstum nicht geprüft wurden, ob die Visualisierung stimmt, stimmt die Visualisierung, die Deutschlands Regionen in über- und unterdurchschnittliche Wachstumsgebiete einteilt. Es zeigt sich, dass das östliche Ostdeutschland möglicherweise konvergiert, während andere Regionen divergieren. BIP-Wachstumsrate Deutschland nach Regionen

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Digitalisierung und öffentliche Infrastruktur

Stellen Sie sich vor, alle Softwareentwickler arbeiten am gemeinsamen Projekt die Wirtschaft weitest möglich zu digitalisieren. Sie arbeiten alle zusammen: Baustein für Baustein, wie Lego, aber parallel. Die digitale Gesellschaft organisiert Versorgung oder Digitalabgaben finanzieren ein Grundeinkommen für jeden Menschen. Serviceorientierte Architekturen machen das möglich, wenn Programmierer für Services entlohnt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie können jeden Service bedenkenlos Nutzen, weil er staatlich auf Sicherheit, Datenschutz und Missbrauchsfreiheit geprüft wurde und auf einer von Sicherheitsexperten konzipierten Infrastruktur läuft. Sie können Algorithmen in Anspruch nehmen oder Leistungen zusammenbauen: Baustein für Baustein, wie Lego. Sie zahlen lediglich die Betriebskosten und eine Entwicklerabgabe.

Stellen Sie sich vor, ein Entwicklerpatent steht als Service und nicht mehr als Softwarelizenz zur Verfügung. Ihr Terminal verwendet einen Cloudservice.

Was bedeutet Digitalisierung im Kontext öffentlicher IT-Infrastruktur? Welche Vorteile bietet öffentliche Infrastruktur? Und um wie viel effizienter wären wir?

Digitalisierung

Software besteht zunehmend aus Schichten und Modulen. Sehr bekannt ist die Aufteilung in eine Ansichtsschicht, die das Design umfasst, eine Modellschicht, die die Datenbankaktionen abwickelt und eine Controllerschicht, die eine sogenannte Geschäftslogik abbildet, also Daten bearbeitet und der Ansicht geeignet vorbereitet. Diese Schichtung erlaubt einzelnd zu installierende Services, die in mehreren unterschiedlichen Programmen oder Portalen wiederverwendet werden können. So können Servicearchitekturen parallel und einzelnd in kleinen Modulen konfiguriert und adaptiert werden. Software kann dann als Webanwendung oder per automatischem Download und automatischer Installation als sogenannte Infrastructure-as-Code-Umgebungen bereitgestellt werden.

Plattformen übernehmen häufig Kommunikations- und Datenverwaltungsaufgaben, können zukünftig aber auch Software als Infrastructure as Code oder Cloudservice bereitstellen. Diese Lösungskomponenten konfigurieren sich zur Gesamtlösung.

Software selber übernimmt immer kompliziertere funktionen auf Knopfdruck oder nach wenigen Eingaben, dazu werden Optimierungsalgorithmen mit künstlicher Intelligenz verknüpft.

Künstliche Intelligenz kann tatsächlich jede einzelne Gehirnleistung des Menschen erbringen, aber weniger gut die Gesamtleistung. So trifft das Skalieren künstlicher Intelligenzen auf drei Barrieren:

  1. Mit zunehmender Anzahl von zu berechnenden Elementen wächst der Rechenaufwand überproportional, sodass manchmal unpraktikable Rechenzeiten entstehen (Laufzeitprobleme),
  2. eine künstliche Intelligenz ist auf ein Problem zugeschnitten und kann nicht auf andere Probleme übertragen werden (Übertragungsprobleme) und
  3. eine künstliche Intelligenz kann im Wesentlichen nur lernen, was ihr beigebracht wird (Trainingsdaten- und Datenabhängigkeitsprobleme).

Es werden sich also eher spezialisierte module für einzelne Probleme herausbilden, die nicht auf Laufzeit- oder Datenprobleme stoßen.

Im Bereich der Hardware beobachtet man Kostenreduktion und in Bezug auf Netzwerke Leistungssteigerung, während zusammengenommen langsam Protokolle mit höherer vorkonfigurierter Sicherheit entwickelt werden.

Zusammengenommen konfigurieren sich ein paar allgemeine Verfahren bzw. Algorithmen über Anpassungen zu Speziallösungen, dieser Bausteinansatz kann eventuell in die höhere Serviceebene übertragen werden.

Öffentliche Infrastruktur

Soweit mir bekannt sind DevOps und Continous Integration / Continious Delivery Pipelines heute der Stand der Technik. DevOps bedeutet zusammen mit CI/CD-Pipelines, dass Softwareentwicklung zusammen mit der Infrastrukturkonfiguration in Testingphasen aus der Entwicklungs- über die Test- bis hin zur Produktivumgebung entwickelt, freigegeben und installiert wird.

Die Softwarebranche ist irgendwie eine Schattenwirtschaft, denn letztlich vertrauen z. B. die Automobilindustrie und Raketenindustrie wenigen CAD-Suiten vor allem amerikanischer Hersteller, und dann stanzt Elon Musk nahezu reibungslos Tesla uns Space X aus dem Boden. Derartige – ich habe keine Indizien – Beobachtungen stimmen mich immer wieder ein wenig skeptisch.

Was mir an Software und auch Hardware fehlt sind die Zertifikate geprüfter Software und Hardware oder die Softwarezulassung. Schon ein dubioser Softwarebestandteil kann das komplette Sicherheitskonzept von z. B. entwickelnden Branchen unterwandern. Warum also gibt es nur Open Source oder Reputation (mit vielen Skandalen) anstatt einer Softwarezulassung. Es gibt im Bereich technischer Produkte viele Zulassungsverfahren, aber gerade in der IT scheinen sie zu fehlen.

Hier entspringt mein Gedanke an genehmigte Software, die Sicher ist und geprüfter Weise Datenschutz und Geheimhaltung von Geschäftsgeheimnissen bis zur Patentierung gewährleistet.

Weiterhin ist Softwareentwicklung trotz der Bibliotheken unheimlich Redundant, denn jede Firma programmiert ihre eigenen serviceorientierten Leistungen in der Cloud oder auf privaten Rechenzentren, um häufig relativ ähnliche Leistungen zu erbringen. So entwickelt momentan wohl jedes produzierende Unternehmen irgendeine Form von Predictive Maintenance Lösung für die Wartung ihrer Produktionsanlagen, anstatt dass sofort Standards entwickelt und kostengünstig verfügbar werden. Dies ist z. B. ein Thema für die Förderung des Mittelstands, der die Individuallösung nicht finanzieren kann und der Kollektivlösung nicht vertrauen darf. Warum entwickelt man also nicht auf einer gemeinsamen vertrauenswürdigen Infrastruktur / Cloud standardisierte Lösungen?

Natürlich schafft diese redundante Entwicklung ein haufen Arbeitsplätze, aber ist das Konzept des Arbeitsplatzerhalts eigentlich noch zukunftsgemäß? Ist es nicht viel mehr so, dass wir ein System post-humaner Versorgung werden sollten, indem man hin und wieder arbeitet, wenn man sich mal etwas besonderes leisten möchte oder weil es Spaß macht, während das Finanzsystem der Zukunft Maschinenleistungen in Grundeinkommen überführt? Ökonomisch jedenfalls ist dies eine relativ ineffiziente Ressourcennutzung.

Zusammengenommen, also eine staatliche Infrastruktur mit CI/CD-Pipeline und Softwarezulassung kann eventuell das nötige Vertrauen und die nötige Effizienz bereitstellen. Ob in der Anfangszeit noch mit Nutzungsentgelten und Entwicklerentlohnungen gearbeitet wird oder ein öffentliches Gut vorliegt, finde ich besonders spannend, denn wenn Software entweder gekauft, gemietet oder werbegetragen werden muss oder aber Entwicklerleistungen öffentlich zugelassen und Abgegolten werden, während die Infrastruktur ein öffentliches Gut ist, entstehen ganz unterschiedliche Anreize für die zu entwickelnden Leistungen. Was wäre z. B. Social Media, wenn es auf öffentlicher Finanzierung beruhen würde oder Open Source wäre? Was würden wir dann für Daten erheben?

Fazit

Vermissen Sie nicht auch die klassischen Diskussionen über Zulassungen, Verwertungsgesellschaften für Softwareschöpfungen oder ganz allgemein öffentliche IT-Infrastrukturen? Liegt nicht gerade in der Digitalisierung eine unfassbare Zentralisierungschance, die – geeignet sozialisiert – viel Leistungsdruck aus der Gesellschaft nehmen könnte (Vgl. Utilitismus), sodass wir uns mehr der alltäglichen Beziehungsführung widmen könnten – eine höhere Bedürfnissebene nach Maslow? Ich halte es für wichtig darüber anzufangen zu debattieren und würde mich über Ihre Kommentare freuen. Genauso würde ich gerne an Legobausteinen arbeiten, um einfach zu Digitalisieren, wenn die Bedingungen für ein post-humanes Versorgungssystem erarbeitet würden.

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Konjunkturregelung

Konjunktur bezeichnet die Reaktionskurven von Volkswirtschaften auf externe Schocks, bis es wieder zum Gleichgewichtszustand kommt. Mit Konjunktur gehen strukturelle Arbeitsplatzverluste und Arbeitsplatzwechsel einher, die sozial belastend auf Betroffene wirken und nur zu einem geringen Teil dem strukturellen Wandel der Volkswirtschaft geschuldet sind. Denn viel Arbeitslosigkeit wird durch Kapazitätsanpassungen runter und wieder hoch gefahren. Eine Reduktion der Konjunktur auf das Nötigste, würde also Schaden reduzieren. Wie kann man strukturell Konjunktur vermindern?

Idee / Hypothese

In der höheren Volkswirtschaftslehre lernen Studenten mathematische Modelle für volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu bilden. Das Grundelement solcher mathematischer Modelle sind Differentialgleichungen.

Im Maschinenbau werden mechatronische Systeme einsatztauglich gemacht, indem das mechanische System durch Sensoren und Aktoren über einen Regler stabilisiert wird. Das mechanische System ist im wesentlichen durch Differentialgleichungen modelliert.

Folglich sollte es möglich sein, die maschinenbauliche Systemtheorie und Regelungstechnik auf volkswirtschaftliche Regelstrecken zu übertragen. Ich habe hier so etwas, wie ein Matlab / Simulink Modell vor Augen.

Volkswirtschaftliche Aktoren

Die klassischen volkswirtschaftlichen „Aktoren“ sind das Staatsbudget und der Leitzins der Zentralbank, aber theoretisch denkbar sind ebenfalls die Sparrate der Bevölkerung, die Kreditvergabe von Banken und die Investition von Unternehmen, die auf freiwilliger Basis per Meinungsbildung koordiniert werden könnten. Weiterhin die Markteingriffe der Zentralbank in Kapitalmärkte (makroprudentiale Zentralbankpolitik).

Volkswirtschaftliche Sensoren

Es werden im Kontext der Volkswirtschaft zahlreiche Statistiken von staatlichen, intergovermentalen und privaten Institutionen sowie den Zentralbanken veröffentlicht, die zur Parametrisierung und als Variablen in volkswirtschaftliche Modelle eingehen. Die volkswirtschaftlichen Statistiken beinhalten die Daten als „Sensor“ der Volkswirtschaften. Es ist für die Zukunft möglich, dass diese Statistiken zunehmend in Richtung der real-time Datenverarbeitung verfügbar werden.

Volkswirtschaftlicher Regler

Während die Zentralbanken modellbasiert entscheiden, ob die sogenannte Taylorregel eine Leitzinsanpassung erfordert, wurde mir gelehrt, dass Staatsbudgetentscheidungen der Konjunkturpolitik in Deutschland regelmäßig und parteiübergreifend konjunkturdestabilisierend wirkten, weil die Entscheidungsträger historisch Fehlentscheidungen für sogenannte Konjunkturprogramme getroffen haben.

Ein digitaler Regler könnte so eingestellt werden, dass er diskrete Budgets oder Raten in Zusammenhang mit statistischer Veröffentlichung (Sensordaten) zur Regelung des volkswirtschaftlichen Modells festlegt. Diese Budgets und Raten wären dann Sollgrößen für Konjukturprogramme und Meinungsbildung gegenüber eventuell kooperierenden Institutionen, wie Banken (Kredite), Unternehmen (Investitionen) und Haushalten (Sparrate).

Wichtig ist jedoch, zu wissen, dass volkswirtschaftliche Modelle im Kontext von Krisen häufig reparametrisiert werden müssen, sodass Ökonomen die Regelstrecke im Falle besonderer Krisen weiterhin durch Identifikation struktureller Veränderungen an die derzeitige Situation anpassen müssen. Dies erfolgt im Regelfall in Kooperationen mit Wissenschaft und volkswirtschaftlichen Institutionen, wie der Europäischen Zentralbank.

Fazit

Um unnötige Konjunktur zu vermeiden, sollten volkswirtschaftliche Modelle im Wege eines digitalen Reglers der Systemtheorie und Regelungstechnik ausgelegt werden können, der Budgets und Raten für volkswirtschaftliche Eingriffsmöglichkeiten als Sollgrößen definieren können sollte, da volkswirtschaftliche Modelle wie mechanische Modelle Differentialgleichungen sind.

Die Sollgrößen können Konjunkturprogramme, Leitzins und Meinungsbildung bestimmen, um gemeinschaftlich im Sinne der Volkswirtschaft zu agieren.

Im Falle von Krisen sind Wissenschaftler und amtstätige Ökonomen gefordert, die Modelle eventuell durch Identifikation der Veränderungen zu reparametrisieren.

Es ist zu erwarten, dass die „Sensorik“ / volkswirtschaftliche Statistik zunehmend real-time-nah zur Verfügung stehen wird und eventuell automatische Parametrisierung möglich wird.

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Jigsaw-Bildungswesen

Wie sieht ein modernes Bildungswesen aus? Als Wirtschaftsingenieur, der das Bildungswesen durchlaufen hat, möchte ich konstruktives Feedback geben, obwohl ich kein Experte für Erziehungswissenschaften bin. Das Jigsaw-Bildungswesen mit Projektdatenbank und Expertenvernetzung ist entstanden, als ich versuchte mein Wissen zu nutzen, um ein Bildungswesen für Entwicklungsländer zu gestalten.

Zunächst folgt eine Einstimmung mit Darlegung zentraler Probleme des derzeitigen Bildungswesens. Dann folgt eine Definition von Zielkriterien für Bildungswesen und anschließend die Darlegung des Jigsaw-Bildungswesens. Der Artikel schließt mit einem Fazit.

Einstimmung

Leidensfähigkeit und Erfolgserlebnisse

Schüler zu sein ist – wenn es um Unterricht und Lernen geht – grau. Befriedigung entsteht durch positive soziale Interaktion und Erkenntnis. Die zentrale Frage der Erkenntnis ist wohl: „Was bedeutet das?“. Schüler und Studenten lernen durch Erklärung in Frontalunterricht und Vorlesungen inklusive Diskussion, Übung vorwiegend in Hausaufgaben und Übungen sowie seltener in Gruppenarbeiten und Präsentationen sowie durch Wiederholung als direkte Prüfungsvorbereitung.

Kurz: In der Schule findet noch soziale Interaktion mit dem Lehrer statt, aber das Wesentliche ist Verhaltensdisziplin / Anpassung, Zuhören und Fleiß. So kommen Erfolgsfaktorenuntersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Fähigkeit zur Aufschiebung von Belohnungen maßgeblich für den Bildungserfolg ist – das ist Leidensfähigkeit.

Was zu fehlen scheint sind Erfolgserlebnisse, Errichtung sinnvoller Dinge mit Bedeutung, intensive soziale Interaktion, Bezug zu den Lehrinhalten als sinnvoll, individuelle Förderung und Raum für die eigene Persönlichkeit und Flexibilität in einer schöpferischen Form, die als modern gelten kann.

Bildungswesen – eine hierarchische Institution

Das Bildungswesen ist eine Matrixorganisation gegenüber dem Lehrer und hierarchisch gegenüber dem Schüler. Lehrer sind disziplinarisch der Schulleitung unterstellt und fachlich dem Kultusministerium. Unterrichtsvorbereitung ist zwar theoretisch frei, aber durch Ausbildung vorstrukturiert. Deswegen ist das Bildungswesen eine höchst hierarchische Institution mit wenig Freiräumen für Lehrer und Schüler. Lernen erfolgt aber grundsätzlich spielerisch durch Neugierde und Ausprobieren und Spiele sind nun mal hochgradig flexibel.

Ich z. B. habe stets Konflikte mit (unfairer) Autorität gehabt und wurde dafür massiv bestraft (in Noten und disziplinarisch), konnte mich mit Fleißarbeit nie identifizieren, sodass ich meine Zeit abgesessen habe und Hausaufgaben ad-hoc erzeugt habe oder wegen ungehorsam bestraft wurde und habe mich meiner Neugierde hingegeben, um Projekte zu kreieren, um den Lernstoff mal anzuwenden. Konsequenz – das möchte ich nicht verbergen – ist, dass Sprachen mir schwer fallen, weil Sie viel Übung brauchen.

Meine Emotionen als Schüler

Als Schüler war ich wütend wegen Unfairness und Sinnverlust. Häufig fragte ich mich: „Was soll das?“, und: „Was bedeutet das?“. In Bezug auf Lernstoff konnte ich irgendwann meist Antworten finden, während ich in Bezug auf (illegitime) Autoritäten meist Groll empfinde.

Selbst nach jahrelangem kontrafaktischem Schlussfolgern komme ich häufig zum Ergebnis, dass Inkompetenz in Konfliktlösung (vgl. Konfliktmanagement), mangelnde Lösungsorientierung und Machtmissbrauch im Vordergrund standen. Das hat einer meiner ehemaligen Klassen enormen Schaden zugefügt – persönlich, kulturell sowie vom Bildungsabschluss her. Lehrer kämpften als unreife Geschöpfe gegen Kinder, anstatt sie weise zu leiten und aufzubauen. Kampf ist ein typisches Reaktionsmuster in Konflikten, aber ein Kampf in einem hierarchischen System ist nun mal Unterdrückung. Das vermittelt Kindern wenig Wert zu sein.

So spielt auch Angst eine hohe Rolle. Viele Schüler – die das System „verstanden“ haben – passen sich an autokratische Lehrer an, weil sie nicht den Mut haben für ihre Werte einzustehen. Solche integeren Leute, die für ihre Werte einstehen, werden im übrigen Rebellen genannt. Machen Rebellen – mangels emotionaler Kompetenz – Fehler werden sie schnell der Schule verwiesen. Der fundamentale Attributionsfehler der Sozialpsychologie legt nahe, dass „Rebellen“ sich nicht durch Persönlichkeit, sondern durch ihre Situation bedingt, zur wehr setzen.

Mein Interesse, eine weitere Emotion galt immer der Frage der Nützlichkeit von Wissen, also abstrakt: „Was bedeutet das?“, und konkret: „Was kann ich mit dem Wissen anfangen bzw. aufbauen?“. Das Abliefern von Prüfungsleistungen und eine anschließende Bewertung durch den Lehrer mit einer Kennzeichnung aller Fehler hingegen, hat mich irgendwie nicht wirklich weitergebracht oder nachhaltig erfreut.

Früher fande ich es traurig, so wenig Autonomie zu haben und heute finde ich es traurig, wie unreif Großteile der Bevölkerung sind. Wesentliche soziale Kompetenzen und sogar ein Grundverständnis über die Bedeutungen und Fallstricke des psychischen Erlebens werden kaum vermittelt bzw. trainiert. Einige dieser Aspekte habe ich selbst erarbeitet und zusammengestellt:

  1. Selbstregulation,
  2. Beziehungsreflektion: Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen,
  3. Positives Denken und Realismus,
  4. Kooperationsmanagement,
  5. Konfliktmanagement und
  6. Integration / streben nach Akzeptanz.

Wie sich wohl Lehrer fühlen

Lehrer zeigten Wut, wenn sie mit der unreife der Schüler konfrontiert wurden, die zu destruktivem Verhalten geführt hat. Angst liegt wohl im Kontext von sozialer Interaktion, weil die Autorität des Lehrers zum einen angegriffen wird und er inhaltlich häufig angreifbar ist, weil er die Komplexität für die Schüler vereinfachen soll, was inhaltlich angreifbar macht.

Vermutlich liegt das Interesse vieler Lehrer am Unterrichten brach, weil sie derartig hierarchisch eingebunden sind und zudem repetitiv jährlich wiederholen, dass Selbstentfaltung wohl ein Fremdwort bleibt. Amoralisch, ekelig finden Lehrer wahrscheinlich neben Amoral von Schülern die Diskrepanz zwischen Curriculum und Lehrmethode als Vorgaben und Erkenntnissen über wertvolle Bildung aus der Wissenschaft.

Traurig fühlen sich Lehrer wohl ob mangelnder Anerkennung, mangelndem Ergebnis und der Wiederholung gleicher Inhalte Jahr für Jahr. Manchen Lehrern macht hingegen konstruktive Zusammenarbeit mit den Schülern und der Schulleitung Freude.

Fazit der Einstimmung

Vieles im Bildungswesen ist m. E. avers, wenn auch vieles im Kern sehr wertvolles vermittelt wird. Das weckt die Frage, ob man etwas verbessern kann, um den sozialen Wohlstand zu erhöhen. Doch worum geht es eigentlich legitimer Weise im Bildungswesen?

Grundlagen

Bildung als Prozess

Grundsätzlich ist Bildung ein Prozess (horizontale Perspektive) und Prozesse sollten optimiert werden, um Effektivität, Effizienz und Flexibilität möglichst gut zu erreichen. Vgl. Bogaschewsky und Rollberg (1998). Weiterhin liegt die Wertschöpfung im Prozess, sodass die Organisation den Prozess stützen sollte (vertikale Perspektive).

Effektivitätskriterien

Effektivität wird an den Zielen gemessen. Die wesentlichen Ziele der Bildung beziehen sich m. E. auf Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Persönlichkeit. Staatliche und gesellschaftliche Effektivitätskriterien versuche ich zu fassen, obwohl sie nicht meinem Kompetenzkreis entspringen.

Staat

Ziel der Bildung ist es durchaus den unterstellten Gesellschaftsvertrag zu vermitteln, damit Verantwortungen gegenüber dem Staat und in entgegengesetzte Richtung definiert sind. Hierbei geht es um Überzeugungstransfer, sodass wir unseren Staat aus Überzeugung bilden und unsere Rolle im Staat positiv ausfüllen. Ziel ist:

Wir verstehen unsere staatliche Ordnung und den Umgang mit anderen Staaten den begründenden Faktoren entsprechend. Wir verstehen Gerechtigkeit, Kompromiss und Konsens.

Gesellschaft

Ziel der Bildung ist es, dass wir lernen, wie wir in unserer Gesellschaft leben wollen (Werte und Normen) und wie wir miteinander Umgehen. Themen wie der demokratische Diskurs, Integration und Generationengerechtigkeit fallen hierunter. Grundsätzlich geht es um die Prinzipien unserer gesellschaftlichen Ordnung. Auch kulturelle Besonderheiten gehören hierzu, wie kulturelle Selbsteinordnung (vgl. beispielhaft Glücksländer). Ziel ist:

Wir einigen uns sachlich auf vertretbare Umgangsformen und Moral und verstehen wesentliche gesellschaftliche Erfordernisse. Wir können die Prinzipien gesellschaftlicher Ordnung den Gründen nach nachvollziehen und wir können unsere Kultur im internationalen Kontext einordnen.

Wirtschaft

Ich denke es gibt drei zentrale wirtschaftliche Effektivitätskriterien: Spezialisierung, Moral und Dienstbarkeit. Zudem ist die volkswirtschaftliche Perspektive der Faktorproduktivität relevant.

Spezialisierung

Wirtschaftliche Organisationen sollen soziale Systeme sein, in welcher spezialisierte Experten durch Führung konfiguriert werden, um mit hoher Faktorproduktivität effizient Wert zu schöpfen. So können qualitativ hochwertige Lösungen in Kooperation erzeugt werden, weil nicht jeder alles wissen kann. Das gilt auch für nicht-akademische Berufe.

So ist z. B. ein Maschinenschlosser auf die Maschinenbedienung spezialisiert, die dem Maschinenbauer nicht in der Tiefe beigebracht wurde oder ein Pfleger auf den täglichen Kontakt mit Patienten durch z. B. Notfallintervention, die dem Arzt häufig nicht so zentral ist wie die Diagnostik. Das Ziel ist:

Bildung soll zur Arbeitsteilung befähigen, indem hochspezialisiertes Wissen und hochspezialisierte Kompetenz erworben werden. Gleichzeitig soll eine Verständigungsbasis über die Fachdisziplinen hinweg erworben werden.

Moral

Moral ist ein sehr zentrales Thema der Wirtschaft, da sie im Kern soziale Systeme betrifft und die Versorgung einer Gesellschaft sicherstellen soll. In sozialen Systemen, wie Unternehmen bedeutet moralisches Bewusstsein und Verhalten eine Vertrauensbasis, während Amoral zu Komplexitätskosten führt, die eine „Vergiftung“ (Versorgung mit Ungütern) bedeutet, die direkt zu Leid und Kosten führt (z. B. Mobbing oder soziopathisches sähen von Misstrauen und schüren von Ängsten) und die Produktivität sinken lässt (Kosten des Unternehmens).

Moral bezüglich der Versorgung besteht darin, dass Versorgungsleistungen aus gesellschaftlicher Sicht Güter sein sollen, die Nutzen zu vertretbaren Kosten erzeugen. Mit falschem Nutzen (z. B. Status) und / oder vernachlässigten Kosten (z. B. Umweltbelastung oder Ausbeutung) anzubieten ist nun mal opportunistisch bis soziopathisch und schädigt Menschen direkt und indirekt.

Moral ist so wichtig, weil Regeln / Gesetze und Verträge häufig unvollständig sind und mit dem Wandel nicht rechtzeitig mithalten. Genauso wie es eine gute Entscheidung sein kann nicht zu konsumieren, ist auch nicht jedes Produkt oder Geschäftsmodell durch positive Rendite gerechtfertigt. Regeln sollen vor Soziopathie und Opportunismus schützen, während konstruktives Verhalten meist flexibler und kooperativ-situationsbezogen ist. Das Ziel ist:

Wirtschaftliche Tätigkeit bedeutet tatsächlichen Wert zu schöpfen und sicherzustellen, dass die tatsächlichen Kosten vertretbar sind. Nur Soziopathen und Opportunisten warten darauf, dass der Staat die Externalitäten einpreist, anstatt proaktiv moralisch zu handeln und einen Beitrag zu leisten. Vgl. Corporate Social Responsibility.

Dienstbarkeit

Dienstbarkeit ist in der deutschen Kultur eher definiert als Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten, was ein Zeichen reaktiver Persönlichkeit ist. Autorität hat in der deutschen Kultur einen hohen Stellenwert. Arbeitszeit wird – so das Denken – gekauft.

Doch Dienstbarkeit bedeutet einen Beitrag zur Gesellschaft entsprechend seiner Möglichkeiten zu leisten. Das bedeutet, dass man nicht gegen den Nutzen der Gesellschaft leistet, sondern Macht als Verantwortung betrachtet.

Das bedeutet auch, dass man nicht Dienst nach Vorschrift leistet, es sei den man wird dazu gezwungen. Denn wenn man dienstbar ist, wechselt man einen Arbeitsplatz, der keinen wirklichen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Das Ziel ist:

Bildung zur Mitverantwortung für eigene Motivation und den Konsens, dass jeder entsprechend seiner Möglichkeiten versucht hochwertige Beiträge zu leisten.

Faktorproduktivität

Wenn Schüler ein individuelles Bildungsprofil erarbeiten, dann ist es Aufgabe ihrer Person und der Gesellschaft einen Platz zu finden, an dem sie idealer Weise den höchsten Beitrag zur Gesellschaft leisten – im werteorientierten Kapitalismus bedeutet das auch die höchste Entlohnung, als Wertschätzung der Leistung. Um Wohlstand / Erfolg zum Vorbild zu erklären sollte also genau auf die tatsächliche Wertschöpfung im Einflussbereich einer Person und nicht Statussymbole geachtet werden. Ziel ist:

Bildung soll Schülern ein weitgehend individuelles Bildungsprofil ermöglichen, um mit höchster Faktorproduktivität gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können – im Kontext von Allgemeinbildung.

Persönlichkeit

Bildung findet vorwiegend an jungen Menschen statt, die typische Stufen der Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen (auch noch im Erwachsenenalter). Deswegen hat Bildung das Ziel Persönlichkeit aufzubauen und Raum für Persönlichkeitsentwicklung zu bieten.

Bis ein Mensch egoistisch-empathisches und visionäres Verhalten zeigen kann, bedarf es viel Zeit, Erfahrung und Bildung. Bis ein Mensch einen stabilen Selbstwert entwickelt und sozialen Herausforderungen emotional und kognitiv gewachsen ist ebenfalls. Bis ein Mensch derartige Integrität besitzt sich bewusst gegen Mehrheiten zu stellen, statt Konformität zu zeigen oder sich selbst kritisch reflektiert anstatt sich etwas vorzumachen, auch hier braucht es Zeit, Erfahrung und Wissen.

Mangelnde Reife wird zum Teil in der Wirtschaft gerne gesehen, weil sie Kontrolle ermöglicht, aber eigentlich produzieren fehlendes Wissen in Bezug auf einen Selbst und fehlende Reife enorme Komplexitätskosten in Unternehmen, Diskursen und Nachbarschaften. Das Ziel ist:

Bildung zu vermitteln, die der Persönlichkeitsentwicklung angemessen sind und die Reifung der Persönlichkeit fördern, sodass wir nicht nur wissen, wie etwas funktionierend gestalltet werden kann, sondern es auch aus konstruktiver Intention heraus errichten.

Effizienzkriterien

Effizienz im Bildungswesen betrifft die Kosten des Bildungswesen gemessen am Ergebnis und die Geschwindigkeit der Vermittlung des Wissens (Reaktualisierung des Gesellschaftswissens). Beide sollten möglichst gering sein.

Flexibilitätskriterien

Flexibilität kann organisatorisch, inhaltlich und ergebnisbezogen sein.

Organisatorische Flexibilität misst sich an der Anpassungsfähigkeit an neue Aufgabenstellungen durch z. B. technologischen Wandel.

 

Inhaltliche Flexibilität misst sich an der situationsadequaten Konfiguration von inhaltlicher Ausrichtung im Kontext sinnvoller Curriculi. Und der raschen Integration neuartiger Inhalte im Kontext technologischen Fortschritts.

 

Ergebnisbezogene Flexibilität lässt zu, dass Schüler ein individuelles Bildungsprofil (Wissen, Kompetenzen) im Kontext von Allgemeinbildung erzielen können.

Fazit Grundlagen

Bildung ist ein Prozess und Prozesse sollten nach den Kriterien Effektivität, Effizienz und Flexibilität ausgelegt werden. Effektivität betrifft Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Persönlichkeit, Effizienz betrifft Kosten und Geschwindigkeit der Bildungsdienstleistung und Flexibilität betrifft Organisation, Inhalt und Bildungsergebnis. Doch wie sähe ein optimal konfiguriertes Bildungswesen aus?

Jigsaw-Bildungswesen mit Neo4j-Expertenvernetzung und Projektdatenbank

Jigsaw-Gruppen

Unser Gehirn arbeitet im Grunde mit Assoziationen. Lernen bedeutet einen Wissensbestandteil mit bereits gelerntem Wissen zu vernetzen. Je mehr „Referenzen“ ein Wissensbestandteil hat, desto stabiler und gefestigter wird er in Prüfungen und faktischer Situation erinnert. Gutes Lernen bedeutet also häufige Anwendung in diversen Szenarios.

Zwischenmenschliche Kompetenzen sind ein hoher Wert in einer Arbeitsteiligen Gesellschaft und in der Beziehungsführung, die ein Grundbedürfniss sozialer Wesen ist. Auch der Abbau von Vorurteilen und der Umgang mit Unwägbarkeiten in Planung und zwischenmenschlichem Umgang sind von hoher Bedeutung. Für diese Zielsetzungen wurde eine Lehrform entwickelt, die Bestergebnisse erzielt: Die Jigsaw-Gruppe. Vgl. Aronson, Wilson und Akert (2014).

Jigsaw-Gruppen sind Projektgruppen, die mit Informationen versorgt werden, sodass jeder Teilnehmer eine Information besitzt, die für die Erbringung der Gesamtleistung erforderlich ist. So muss jedes Gruppenmitglied integriert werden, um das Gruppenziel erreichen zu können, da anderen Gruppenmitglieder ohne ein Gruppenmitglied Informationen fehlen.

Deswegen ist das homomorphe Grundkonzept eines modernen Bildungswesens die Jigsaw-Gruppe in Projekten. Klassen bestehen aus Jigsaw-Gruppen, Vertreter der Jigsaw-Gruppen bilden eine übergeordnete Jigsaw-Gruppe. Klassenvertreter bilden eine Jigsaw-Gruppe der Stufe und Stufenvertreter eine Jigsaw-Gruppe der Schule. Letztlich wird das gesamte primäre, sekundäre, tertiäre und quartäre Bildungswesen über Plattformen für den Austausch jigsaw-gruppen-artig vernetzt, als Wissensmanagement für neue Erkenntnisse in einer Art Konferenz. So bleiben die Einheiten mit der Gesamtheit vernetzt.

Projekte, Curriculum und Projektdatenbank

Projekte für die einzelnen Jigsaw-Gruppen sollen das Curriculum nebenbei erarbeiten lassen und Prüfungen beziehen sich auf dieses Curriculum, nicht die Projektergebnisse. Das Curriculum wird weiterhin von Experten des Kultusministeriums altersgerecht erarbeitet. Derartige Projekte bieten die Chance Ergebnisse zu erzielen, und wenn die Projekte tatsächliche öffentliche Güter betreffen, wie z. B. nützliche Apps zu entwickeln, entsteht auch ein gesellschaftlicher Mehrwert, auf den die Schüler stolz sein können. Ideal wäre es, wenn aktuelle Projekte innoviert und in einer Datenbank entsprechend des Curriculums und der Altersstufe verfügbar wären, sodass die Wertschöpfung und der Ideenreichtum vorstrukturiert sind (Wissensmanagement).

Expertenvernetzung

Der Lehrer hat jedoch eine ganz andere Rolle. Er dient als Vermittlungsperson zwischen den Schülern und Experten, indem er Expertenbeiträge für die Schüler aufarbeitet und erklärt. Er definiert zusammen mit den Schülern geeignete Projekte im Kontext des Curriculums. Die Frontalarbeit weicht der Individualarbeit in Bezug auf Fragen der Schüler.

Wie soll das gehen?

Moderne technische Möglichkeiten erlauben ein Matching von Fragen mit Expertise (künstliche Intelligenz) und Graphendatenbanken erlauben Erfassung und Suche nach Kompetenzen über Schlagworte und deren Synonyme. Stellen Sie sich vor, jeder Experte mit Bildungsauftrag, wäre in einer Graphendatenbank (z. B. Neo4j) mit seiner Expertise verzeichnet. Wenn Sie jetzt eine Frage haben und auf relevante Expertise (Schlagworte) schließen können, wie eine künstliche Intelligenz das könnte, dann können Sie Kontakt mit einem hochspezialisierten Experten aufnehmen, der up-to-date in seinem Thema ist. Dieser kann Ihnen dann eine Erklärung und Lehrmaterial zukommen lassen, sodass Sie hochaktuelles Expertenwissen vermittelt bekommen. Das ist effektiv, effizient und flexibel.

Der Lehrer bereitet dann durch seine schnelle Auffassungsgabe die Antwort und das Material so auf, dass er die Frage eines Schülers beantworten kann. Dadurch müssten Lehrer vor allem in solcher Aufbereitung, dem Umgang mit Schülern und weniger in Wissensbereichen ausgebildet werden. Kurz: sie müssten intelligent, pädagogisch ausgebildet und wissend in Bezug auf Mathematik, Statistik und weiterer Allgemeinbildung sein. So etwas erlaubt z. B. in Entwicklungsländern erhebliche Kosteneinsparung für Lehrkräfte, da der Großteil der Wissensvermittlung ad-hoc erfolgt.

Vorteile des Jigsaw-Bildungswesens

Ich möchte kurz die Vorteile des Jigsaw-Bildungswesens gegenüber dem derzeitigen deutschen Bildungswesen auflisten:

  1. Lernen durch Projektarbeit beantwortet Fragen, wie: „Wofür braucht man das?“, und: „Was bedeutet das?“ während des Lernens.
  2. Projektergebnisse liefern Erfolgserlebnisse und möglicherweise öffentliche Güter.
  3. Die Jigsaw-Gruppenarbeit fördert soziale Kompetenz in Bezug auf Emotionen, Kommunikation, Planung, Vorurteilsabbau, eigenständiges Arbeiten, Sozialsinn und viel mehr.
  4. Dank Projektdatenbank werden viele nützliche Projekte realisiert und innoviert. So bleiben Projekte aktuell, curriculumskonform und nützlich.
  5. Lehrkräfte müssen nicht mehr alles Wissen, sondern sich mit Experten vernetzen. Erhebliche Kosten können gespart werden z. B. in Entwicklungsländern.
  6. Schüler arbeiten direkt – vermittelt über die Aufbereitung des Lehrers – mit aktuellem Expertenwissen.
  7. Neue Erkenntnisse werden im System Schule / Universität und darüber hinaus in Konferenzen durch Vertreter besprochen (Wissensmanagement).
  8. Hierarchisch geprägter Frontalunterricht weicht der Kooperation zwischen Experten, vermittelnden Lehrkräften und Schülern in der individuellen Beantwortung von Fragen.

Fazit

Das Jigsaw-Bildungswesen (ein grobes Konzept eines ehemaligen Schülers und Studenten ohne fachliche Ausbildung in Erziehungswissenschaften) ist als Wirtschaftsingenieur konzipiert worden, um den Bildungsprozess zu optimieren. Dabei gingen meine persönlichen Eindrücke dessen, was problematisch in der Schule war, ein und es wurden Ziele des Bildungswesens erarbeitet, soweit mir das entsprechend meines Wissens möglich ist.

Dieser Vorschlag – insbesondere aber die Expertenvernetzung – soll ein konstruktiver Beitrag zur Debatte um ein modernes Bildungswesen sein und konstruktives Feedback eines Absolventen unseres Bildungswesens.

Das Jigsaw-Bildungswesen arbeitet mit einer homomorphen Struktur von Jigsaw-Gruppen, die Projekte erarbeiten und nebenher das Curriculum. Das curriculum wird weiterhin geprüft und durch das Kultusministerium erarbeitet. Die Projekte jedoch sind Inventionen, die in einer Datenbank hinterlegt werden (eventuell mit Statusangabe). Lehrer sind über künstliche Intelligenz und Graphendatenbanken dazu befähigt Fragen der Schüler und ihre eigenen direkt an Experten mit entsprechender Expertise zu richten und beantwortet zu bekommen. Das Kompetenzprofil der Lehrer verdichtet sich auf Pädagogig, Aufarbeitung und schnelle Auffassungsgabe.

Quellen: Bogaschewsky, R.; Rollenberg, R. (1998) "Prozeßorientiertes Management", Springer (o. A.).

Aronson, E.; Wilson, T.; Akert, R. (2014) "Sozialpsychologie", Pearson (Hallbergmoos).

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Sozialkapitalismus im IT-Zeitalter (Utilitismus)

Einleitung

Es gibt bis jetzt zwei grundsätzliche Ansätze um das Versorgungsproblem eines sozialen Systems zu lösen, den Kapitalismus und den Sozialismus. Aus ökonomischer Perspektive nutzt der Kapitalismus das individuelle streben nach Nutzen, um Arbeit für die ökonomische Nutzenerstellung bereitzustellen, während er Privateigentum garantiert, während der Sozialismus soziales Eigentum kennt und das Interesse an einem funktionierenden System (mittelbarer Nutzen) dazu nutzt, Arbeit für die ökonomische Nutzenerstellung bereitzustellen. Viele Menschen sind der Überzeugung, dass der Kapitalismus sich durchgesetzt hat und der Sozialismus nicht effizient funktioniert.

Durch die technologische Entwicklung in IT-Hardware, Cluster-Algorithmen und selbstlernender Algorithmen, entstehen flexible Lösungsautomaten basierend auf den besten Verfahren, die bekannt sind, und menschliche Arbeit wird zum Teil und möglicherweise irgendwann im Potential substituiert. Es gibt derzeit eine große Debatte darum, wie sich die Gesellschaft im Kontext zunehmender flexibler Automatisierung menschlicher Arbeit entwickelt.

Mir ist aufgefallen, dass die Probleme des Sozialismus in Bezug auf die Leistungsmotivation und Regelkonformität durch flexible Automatisierung lösbar sind. Ein abgeleitetes Modell möchte ich hier vorstellen und zur Diskussion vorlegen.

Automatisierte Unternehmen

Ich unterscheide in meiner Betrachtung, basierend auf meiner ökonomischen Intuition, automatisierte Unternehmen und Humanunternehmen.

Betriebliche Funktionen, die optimal oder mit der besten bekannten Heuristik „lösbar“ sind, werden per Gesetz verpflichtend in automatisierte Unternehmen ausgelagert, die jedes Humanunternehmen in Anspruch nehmen muss (Regulation), um die betriebliche Funktion zu erfüllen.

Wie funktioniert das? Es werden sich meines Erachtens automatisierte privatwirtschaftliche Unternehmen entwickeln und diese sollte der Staat aufkaufen und mit einer automatischen Preissetzungslogik und Investitionslogik ausstatten. Um die Wohlfahrt zu maximieren sollte die Preissetzungslogik den Konkurrenzpreis basieren auf kurzfristigen Prognosen simulieren und mit einem Gewinnaufschlag versehen. Dieser Gewinnaufschlag wird im Wesentlichen als bedingungsloses Grundeinkommen / negative Einkommenssteuer an die Bevölkerung ausgezahlt, sodass sich in einem demokratischen Prozess der Abwägung zwischen Einkommen und Konsummöglichkeiten der Gewinnaufschlag bestimmt.

Die Automatisierung eröffnet die Möglichkeit, die automatisierten Unternehmen unter regulatorische Restriktion zu stellen, die absolut bindend und durchsetzbar ist. Das ist meines derzeitigen Erachtens genauso wohlfahrtsoptimal wie eine Pigue-Steuer um Externalitäten zu „internalisieren“, erzeugt aber zusätzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen / eine negative Einkommenssteuer.

Meinem bisherigen Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffs nach bedeutet das, dass automatisierte Unternehmen sequenziell optimiert werden sollten, und zwar beginnend mit einer ökologischen Optimierung auf die die Optimierung entsprechend der betrieblichen Funktion folgt. Der europäischen Zielsetzung der sozialen Nachhaltigkeit wird die Systemkonfiguration von sich aus gerecht.

Diese automatisierten Unternehmen befinden sich also im Staatseigentum und ihre verteilbaren Gewinne werden gleichmäßig auf die Bevölkerung als bedingungsloses Grundeinkommen / negative Einkommensteuer verteilt.

Es verbleibt ein privatwirtschaftlicher Anreiz die automatisierten Unternehmen zu optimieren, um den Preis senken zu können und so mehr „Share-of-Wallet“ zu erzielen, also Anteil am Budget der Konsumenten. Gleichwohl können die automatisierten Unternehmen logisch und empirisch innoviert werden, weil sie Algorithmen sind, deren Leistung messbar ist.

Humanunternehmen

Humanunternehmen übernehmen Kreativitätsleistungen, zwischenmenschliche Leistungen und Innovationen. Sie befinden sich systemisch in einem klassischen Kapitalismus unter der Nebenbedingung automatisierte Unternehmen für bestimmte betriebliche Funktionen nutzen zu müssen, und haben deswegen in Bezug auf sich selbst klassische Innovationsanreize. Die Anreize automatisierte Unternehmen zu bilden ergeben sich aus dem Aufkaufsgebot für den Staat. Die Anreize für die Verbesserung von zu nutzenden automatisierten Unternehmen ergeben sich aus der oben angeführten Share-of-Wallet-Optimierung.

Abschätzung von Konsequenzen

Humanunternehmen erzeugen möglicherweise nicht genug Arbeitskapazität und die strukturelle Arbeitslosenquote steigt. Arbeitslose werden jedoch durch die Umverteilung der Erträge von automatisierten Unternehmen finanziert (Verteilungsgerechtigkeit). Es bestehen allerdings nach wie vor individuelle Anreize, das Einkommen durch Arbeit zu erhöhen (Leistungsgerechtigkeit). Humanunternehmen erzeugen entsprechend der kapitalistische Funktionsweise nach wie vor ökonomischen Fortschritt und Variantenvielfalt (ökonomische Nachhaltigkeit). Die Bedingungen des Kapitalismus stehen jedoch in Verbindung mit einer z. B. ökologischen Restriktion, Staatspräferenzen können in Teile des kapitalistischen Systems verbindlich installiert werden (Moralisierung des Kapitalismus durch Staatsorganisation).

Wenn wir unterstellen, dass die Menge von Fortschritt und vernünftiger Variantenvielfalt ermöglichender Faktoren begrenzt ist, aber alle Probleme irgendwann gelöst werden können, konvergiert das System gegen einen Sozialismus basierend auf kapitalistischem Versorgungssystem ohne Arbeit, der sich nach den individuellen Präferenzen der Menschen richtet, sofern die Staatsorganisation die Variante nicht indirekt eingeschränkt hat (das ist etwas anderes als Planwirtschaft).

Restriktionen

Ein Staat der dieses System individuell, also nicht in globaler Koordination einführen möchte, müsste sehr wahrscheinlich Importe beschränken und verminderte Exporte in kauf nehmen.

In einem demokratischen Prozess würde das bedingungslose Grundeinkommen / die negative Einkommenssteuer seiner Höhe nach entsprechend der Möglichkeiten definiert. Hieraus resultiert die „Gefahr“, dass ab einer gewissen Automatisierungsquote auf den kapitalistischen Teil der Wirtschaftsordnung verzichtet wird, um den Konsum erhöhen zu können. Dies wäre eine vorgenerationenopportunistische Verhaltensweise, die mit Erziehung eingedämmt werden könnte. Diese Erziehung ist jedoch nicht anreizkompatibel.

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Kernkompetenz eines M. Sc. WI / MB

Der Master of Science TU Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen – technische Fachrichtung Maschinenbau wird ausgebildet um wirtschaftliche, rechtliche und technische Systeme durch sein Handeln so zu gestalten, dass sie funktionieren und niemanden gefährden. Das ist seine grundsätzliche Kernkompetenz.

Durch Vertiefungen entsteht ein besonderer Fokus. In meinem Fall z. B. auf die Internationale Wirtschaft, Unternehmensbewertung, Produktion & Logistik sowie das Controlling. Diese Vertiefungen erzeugen Kernkompetenzen in der modellierung sämtlicher ökonomischer Entscheidungsträger, sofern Bedingungen der Wachstumsökonomie außer betracht bleiben, in der Simulation des Innovationsprozesses, in der Auslegung von Controllingsystemen und in der Optimierung von Entscheidungen.

Wie die meisten Studenten ist auch der Wirtschaftsingenieur – technische Fachrichtung Maschinenbau ausgebildet, um sich selbstständig in neue und relevante Themenfelder einzuarbeiten. Durch die Gesetzgebung im Land Deutschland sind Wirtschaftsingenieure daran gebunden, wie billig und gerecht denkende Bürger nach bestem Wissen und Gewissen zu agieren.

Zusammengenommen erarbeitet der Wirtschaftsingenieur sich eine Modellierungskompetenz für soziale Systeme in einer Organisationsform unter rechtlichen Rahmenbedingungen und wird als sachgerecht optimierender Entscheidungsträger integriert.

Die ideale Position für einen Wirtschaftsingenieur – technische Fachrichtung Maschinenbau ist die Rolle des Entwicklungsleiters im Innovationsmanagement. Hier ist er / sie der / die relevante Spazialist*In um die technische Entwicklung in Koordination mit Volkswirten*Innen, Juristen*Innen und Marketingfachpersonal (Geschäftsmodell) in die Produktion zu bringen (Ramp-up, Produktionssystem).

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