Konjunkturregelung

Konjunktur bezeichnet die Reaktionskurven von Volkswirtschaften auf externe Schocks, bis es wieder zum Gleichgewichtszustand kommt. Mit Konjunktur gehen strukturelle Arbeitsplatzverluste und Arbeitsplatzwechsel einher, die sozial belastend auf Betroffene wirken und nur zu einem geringen Teil dem strukturellen Wandel der Volkswirtschaft geschuldet sind. Denn viel Arbeitslosigkeit wird durch Kapazitätsanpassungen runter und wieder hoch gefahren. Eine Reduktion der Konjunktur auf das Nötigste, würde also Schaden reduzieren. Wie kann man strukturell Konjunktur vermindern?

Idee / Hypothese

In der höheren Volkswirtschaftslehre lernen Studenten mathematische Modelle für volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu bilden. Das Grundelement solcher mathematischer Modelle sind Differentialgleichungen.

Im Maschinenbau werden mechatronische Systeme einsatztauglich gemacht, indem das mechanische System durch Sensoren und Aktoren über einen Regler stabilisiert wird. Das mechanische System ist im wesentlichen durch Differentialgleichungen modelliert.

Folglich sollte es möglich sein, die maschinenbauliche Systemtheorie und Regelungstechnik auf volkswirtschaftliche Regelstrecken zu übertragen.

Volkswirtschaftliche Aktoren

Die klassischen volkswirtschaftlichen “Aktoren” sind das Staatsbudget und der Leitzins der Zentralbank, aber theoretisch denkbar sind ebenfalls die Sparrate der Bevölkerung, die Kreditvergabe von Banken und die Investition von Unternehmen, die auf freiwilliger Basis per Meinungsbildung koordiniert werden könnten. Weiterhin die Markteingriffe der Zentralbank in Kapitalmärkte (makroprudentiale Zentralbankpolitik).

Volkswirtschaftliche Sensoren

Es werden im Kontext der Volkswirtschaft zahlreiche Statistiken von staatlichen, intergovermentalen und privaten Institutionen sowie den Zentralbanken veröffentlicht, die zur Parametrisierung und als Variablen in volkswirtschaftliche Modelle eingehen. Die volkswirtschaftlichen Statistiken beinhalten die Daten als “Sensor” der Volkswirtschaften. Es ist für die Zukunft möglich, dass diese Statistiken zunehmend in Richtung der real-time Datenverarbeitung verfügbar werden.

Volkswirtschaftlicher Regler

Während die Zentralbanken modellbasiert entscheiden, ob die sogenannte Taylorregel eine Leitzinsanpassung erfordert, wurde mir gelehrt, dass Staatsbudgetentscheidungen der Konjunkturpolitik in Deutschland regelmäßig und parteiübergreifend konjunkturdestabilisierend wirkte, weil die Entscheidungsträger historisch Fehlentscheidungen für sogenannte Konjunkturprogramme getroffen haben.

Ein digitaler Regler könnte so eingestellt werden, dass er diskrete Budgets oder Raten in Zusammenhang mit statistischer Veröffentlichung (Sensordaten) zur Regelung des volkswirtschaftlichen Modells festlegt. Diese Budgets und Raten wären dann Sollgrößen für Konjukturprogramme und Meinungsbildung gegenüber eventuell kooperierenden Institutionen, wie Banken (Kredite), Unternehmen (Investitionen) und Haushalten (Sparrate).

Wichtig ist jedoch, zu wissen, dass volkswirtschaftliche Modelle im Kontext von Krisen häufig reparametrisiert werden müssen, sodass Ökonomen die Regelstrecke im Falle besonderer Krisen weiterhin durch Identifikation struktureller Veränderungen an die derzeitige Situation anpassen müssen. Dies erfolgt im Regelfall in Kooperationen zwischen Wissenschaft und volkswirtschaftlichen Institutionen.

Fazit

Um unnötige Konjunktur zu vermeiden, sollten volkswirtschaftliche Modelle im Wege eines digitalen Reglers der Systemtheorie und Regelungstechnik ausgelegt werden können, der Budgets und Raten für volkswirtschaftliche Eingriffsmöglichkeiten als Sollgrößen definieren können sollte, da volkswirtschaftliche Modelle wie mechanische Modelle Differentialgleichungen sind.

Die Sollgrößen können Konjunkturprogramme, Leitzins und Meinungsbildung bestimmen, um gemeinschaftlich im Sinne der Volkswirtschaft zu agieren.

Im Falle von Krisen sind Wissenschaftler und amtstätige Ökonomen gefordert, die Modelle eventuell durch Identifikation der Veränderungen zu reparametrisieren.

Es ist zu erwarten, dass die “Sensorik” / volkswirtschaftliche Statistik zunehmend real-time-nah zur Verfügung stehen wird und eventuell automatische Parametrisierung möglich wird.

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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Veröffentlicht von

Marius Alexander Schulz

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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