Gerechtigkeit – eine Beschwerde

Der nachfolgende Artikel versucht konstruktiv zu sein, aber es ist ein sehr emotionales Thema. Die Enttäuschung junger Menschen, die realisieren, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert, nachdem sie versucht haben das Beste aus sich zu machen und Verantwortung für ihre Entwicklung übernommen haben, ist groß. Zu sehen und zu hören, wie Worthülsen in Bezug auf zentralste Werte unserer Gesellschaft propagiert werden, um Menschen ohne fachliche Spezialisierung in Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht ein Gefühl eines erstebenswerten Zustands vorzuspielen, ist schmerzlich. Und dann auch noch diese Mitmenschen, die als blinde Passagiere Anpassungsleistungen erbringen, um dem hinterherzurennen, was man ihnen als werthaltig suggeriert hat und dann “legitimiert” durch “Erfolg” / “Normalität” meinen einen abschätzig behandeln zu dürfen um ihren instabilen Selbstwert zu erhöhen.

Die ewige meinungsbasierte Mitläufer-Kritik an jedem Konzept ohne inhaltlich zu argumentieren, Zensur auf Blogs, Ablenkung von den Themen, Grabenkämpfe nur um oberflächlich Eindruck zu schinden, Konsum von Blogs ohne Feedback, ohne Diskussion: Ich betreibe seit fast drei Jahren einen Blog aus intrinsischer Motivation heraus, aber es ist extrem enttäuschend zu sehen, wie wenig mitgedacht wird, wie viel konsumiert wird und wie wenig konstruktives Feedback man erhält.

Ich hatte in den letzten neun Jahren kontinuierlich taffeste Probleme im intellektuellen, wie sozialen Bereich zu bewältigen und so gut wie keine zwischenmenschliche Unterstützung – im Gegenteil die Leute um mich herum produzieren förmlich Probleme. Dieser Artikel drückt einfach mal aus, was aus mir raus muss. Und im Kern möchte ich der großen Mehrheit dieser Gesellschaft (jung wie alt) mitteilen, dass es mir peinlich ist, was aus Ihnen geworden ist. Wir leben in einer Gesellschaft vieler ichschwacher, unreflektierter und unausgeglichener Personen, die durch ihren Schwachsinn andere am Vorankommen behindern. Die wenigsten Menschen merken überhaupt, wenn man sich für sie einsetzt und unsere Kultur flacht ab; von Dankbarkeit ganz zu schweigen.

Mich haben in den letzten drei Jahren Mitbürger (Vermieter, zwei Führungskräfte) um insgesamt etwa 1.950 € gebracht, weil ich es nicht leisten und finanzieren kann, sie zu verklagen. Solche Menschen sind unfassbar erbärmlich, weil ich als junger Mann nun mal keine finanziellen Spielräume habe und sie nicht mal wirklich ihr eigenes Geld verwalten. Ich wurde in den letzten neun Jahren von drei Frauen, in die ich beziehungstechnisch investiert hatte, nach der Trennung kommunikativ blockiert – macht man heute so: passt mir nicht, blockier ich. Mein Freundeskreis hat einen Opportunisten freie Hand gelassen mich kontinuierlich zu schikanieren, bis ich ihn nach letztmaliger Bitte um Hilfe nach vier Jahren verlassen habe. Mitbewohner in meiner vormaligen WG haben in Kooperation mit der Nachbarwohnung – vermutlich einer faschistischen Gruppierung aus Nordhessen von denen ich mich nicht habe einschüchtern lassen – 5 1/2 Jahre Mobbing gegen mich betrieben, während ich die Verantwortung in der WG getragen habe und sämtliche Mitbewohner, die nicht am Mobbing selbst beteiligt waren, haben sich rausgehalten. Jetzt wohne ich in einer WG mit einer wahrscheinlich soziopathischen Nachbarin, die höchstwahrscheinlich mein T-Shirt auf dem Wäscheständer aufgeschlitzt hat, deren Mutter mich als Sozialschmarotzer bezeichnet, und einem Nachbarn, der kollerisch und penibel ist. Diese Leute werden vom Vermieter unterstützt, wo die Rechtslage andere Maßstäbe vorsieht und, weil ich keine Kraft mehr für solchen Schwachsinn aufbringen möchte, weil das in Rechtsverfahren mündet, die wenig bringen, toleriere ich die “Machtkonstellation”. Die ganzen Lasten neben meinem anspruchsvollen Studium haben mich psychisch in eine Situation gebracht, die viel Zeit zur Bewältigung vereinnahmt. Diese Leute beeinträchtigen meine Lebensführung, meinen Erfolg, meine Gesundheit für nichts und wieder nichts. Das ist meine soziale Situation und so etwas prägt unser Verhalten / Handeln, aber mein Ruf wird systematisch geschädigt und auf Abweichungen von der Norm aus persönlichen Charakteristika attributiert.

Ich garantiere Ihnen, dass ich nicht eine Person kenne, die in meiner Situation so eisern versucht hätte das Beste daraus zu machen und das viele gewalttätig oder suizidal geworden wären. Für diese taffe Leistung habe ich noch nicht ein Wort der Anerkennung von irgendwem erhalten.

Was ich damit sagen möchte ist, dass Verantwortungsübernahme in diesem meinigen Teil der Gesellschaft bestraft wurde und wenn das verallgemeinerbar ist, dann befindet sich unsere Gesellschaft in einer Entwicklungsdynamik des Zerfalls. So etwas führt zu Krieg und Leid.

Es geht hier nicht um Mitgefühl, ich möchte, dass Sie ihre Kinder erziehen, sich selbst reflektieren und einen sozialen Beitrag leisten und aufhören Anpassungsleistungen unreflektiert zur Norm zu erklären. In dieser Gesellschaft stimmt etwas nicht, auf der Beziehungsebene und was sie dadurch verlieren, ist das höchste Gut für ein soziales Wesen.

Leistungsgerechtigkeit

Gesellschaftlicher Wert unternehmerischer Leistung liegt in der Versorgung der Weltbevölkerung mit Gütern und der identitätsstiftenden Arbeit in einer Weltgemeinschaft. Reales Wirtschaftswachstum soll bedeuten, Versorgung mit weniger Zeitaufwand sicherzustellen und Kapazitäten freizusetzen. Deswegen sind Innovation und Arbeit die wesentlichen Beiträge.

Führung dient der Koordination, Motivation und Repräsentation. Führungskräfte sind aufgrund ihrer Verantwortung mit Kompetenzen ausgestattet. Kapitalgeber sollen für Konsumverzicht entschädigt werden und den Wert ihrer Leistung erhalten können (Geldwerterhaltung).

Die Entlohnung (zunehmend sortiert) entfällt auf Arbeiter, Innovatoren, Führungskräfte und Kapitalgeber, während die Leistung (zunehmend sortiert) durch Kapitalgeber, Führungskräfte, Arbeiter und Innovatoren erbracht wird. Es gibt im derzeit herschenden Kapitalismus ein Mismatch von Leistung und Einkommen: Unser Kapitalismus ist nicht leistungsgerecht.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein junger Wirtschaftsingenieur und spezialisiert auf Innovation nachhaltiger mechatronischer Produkte im Prozess wie in der vertikalen Organisation von Unternehmen, wie ich. Sie wurden und haben sich ausgebildet, um am zentralen Tätigkeitsfeld Deutschlands zu arbeiten. Damit Sie arbeiten können, brauchen Sie eine Einigung der Gesellschaft auf eine wirtschaftliche Vision, damit Sie richtig investieren können und die durch Diskurs erarbeitet werden sollte, und Sie brauchen gewisse Potentialfaktoren wie Software, Prototypenbau und Mitstreiter – also Kapital.

Wenn Sie ein Unternehmen gründen, haben Sie den Vorteil, dass Ihre Leistung, also immaterielle Güter, wie Patente, ihnen und den Eignern ihres Unternehmens gehören, während in abhängiger Arbeit ein Gehalt und eine Abfindung gegen ihr intellektuelles Kapital getauscht werden und dieses somit den Eignern zusteht. Kurz: Sie sind potentiell der Fortschritt dieser Gesellschaft, Sie ermöglichen Arbeitsplätze, aber andere verdienen mit, weil Sie ihnen Kapital zur Verfügung stellen. Das könnte grundsätzlich fair sein, aber Sie sind abhängig und vulnerabel, währen Kapitalgeber zahlreiche Optionen haben. Man wird Sie – das ist faktisch ein strukturelles Phänomen – ausbeuten. Man lässt Ihnen im Prinzip die Option besser gestellt zu sein, wenn Sie mitspielen, als wenn Sie nicht mitspielen.

In klassischen ökonomischen Modellen würden Sie also mitspielen, aber ich bin im Vertrauen in unser System groß geworden und mir wurden gesellschaftliche Werte vermittelt. Weiterhin handle ich menschlich-psychologisch und bin defakto demotiviert. Ihre ganze Investition in Sinn und höchsten wirtschaftlich-gesellschaftlichen Beitrag wird durch das System korrumpiert.

Verstehen Sie bitte, dass das abgefahren ist, das der “Motor” unserer Wirtschaft ausgebeutet wird. Das ist ähnlich, wie die abgefahrene Diskrepanz der Entlohnung sozialer Leistungen und Nahrungsmitteln gegenüber der Entlohnung von Komfortkonsumprodukten und Statusgütern. Nochmal: Unser Wirtschaftssystem ist nicht leistungsgerecht.

Ein nicht leistungsgerechtes Wirtschaftssystem hat – ähnlich wie der Sozialismus – eine Anreizproblematik. Während im Sozialismus Trittbrettfahren eintritt, tritt im Kapitalismus Machtsicherung ein. Sie verdienen in unserem System am meisten, wenn Sie Macht zugesichert bekommen. Ideologisch wird eben das durch Verantwortung und Leistungsgerechtigkeit begründet, aber faktisch wird Ausbeutung zur Normalität, wie Sie überall sehen können außer in der Meinungsbildung.

Unsere Kultur hat heere Werte, ist aber im tatsächlichen Verhalten in maßgeblichen Entscheidungssituationen opportunistisch bis soziopathisch. Einige Menschen wägen immerhin zwischen Egoismus und Beitrag ab. Zentrale Bereiche unserer Kultur werden immer kämpferischer, individualistischer, weniger moralisch und statusorientiert. Argumentationen weichen vermehrt Meinungsäußerungen, Grabenkämpfen und Interessensvertretungen – wofür bilden wir eigentlich die Experten aus?

Paradoxer Weise – hören Sie mal den Rapper Gzuz – werden Statussymbole, wie hochmotorisierte Großwagen, Cocain, Staatsrebellion, Selbstjustiz und Gewalt sowie transaktionsorientierte, unverbindliche Intimbeziehungen zu Erfolgskriterien (Hedonismus und Macht), während die Rahmenbedingungen auf denen unser individueller Wohlstand und Frieden historisch basiert, wie Umwelt, Gesundheit, Gesellschaftsvertrag, Beziehungen, Erziehung, Kultur, Vertrauen usw. faktisch nahelegen, dass eben diese “Erfolgskriterien” einen Sozialschmarotzer ausmachen. Es gibt bei mir eine direkte Korrelation zwischen sogenannten “Erfolgreichen”, die als Vobilder inszeniert werden, und negativem Affekt. Menschen, die Sie höchstwahrscheinlich toll finden, ekeln mich, machen mich traurig und machen mich wütend.

Jetzt ist nur mein Ansatz anders als der von Gzuz: Ich versuche durch Überzeugungstransferdialektik eine Rückbesinnung auf Werte und Diskurs zu bewirken und Lösungen für uns alle zu erarbeiten, während Gzuz – seinen Inhalten nach – einen Machtbereich sichert und mit seinen Freunden im Kampf gegen den Rest der Welt steht. Ich stehe damit in der Tradition der Menschen, die unsere Gesellschaft aufgebaut haben und Gzuz in der Tradition der Oligarchen.

Mir geht es nicht um Gzuz – den ich gerne höre um abzuschalten und Energie freizusetzen – sondern um die Demonstration, dass die Menschen, die wir als erfolgreich definieren, eher im Gzuz-Bereich unterwegs sind als in der Tradition der Staatsmänner. Dieses Problem ist fundamental im Kapitalismus, wie er derzeit global gestaltet ist und führt dazu, dass unsere Gesellschaften auf der Beziehungsebene stark eingeschränkt sind. Wir kratzen in der Maslow´schen Bedürfnispyramide an der Sicherheitsebene – unkooperativ.

Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wenn die Machthaber, die man Verantwortungsträger nennen sollte, nicht arbeiten, sondern auf Stimmungen reagieren und größenwahnsinnige nationalistische Gemüter bedienen. Wenn sie nicht argumentieren, wenn sie nicht unabhängig sind und man von ihnen opportunistisches / soziopathisches Verhalten erwartet, sodass globale Vereinbarungen unmöglich sein dürften, um ein paar Beispiele zu nennen, dann setzen sich diese Menschen über ihre Legitimation hinweg. Das nennt man Schande.

Wenn Führungskräfte im Wesentlichen vordergründig Public Relations betreiben und hintergründig Machtspiele spielen, immer mitlaufen, wenn eine Gesetzeslücke im Wettbewerb ausgenutzt werden kann und sich auf Systemrelevanz ausruhen, anstatt mal zu begreifen, was das eigentlich für eine Verantwortung bedeutet, dann begibt sich kein Mensch, der verfassungsgemäß Wert auf seine Würde legt, in abhängige Arbeit ihnen gegenüber. Das ist Antiführung. Die vernünftigsten Leute arbeiten schlicht und ergreifend nicht im kapitalistischen Teil unserer Gesellschaft, denn da findet Demotivation statt (Adverse Selection).

Wenn Investoren ihre Risiko-Ertrags-Position optimieren, anstatt in Wert zu investieren, stellt sich die Frage, wie ungebildet und realitätsfern diese Leute sind? Positive Assoziationen zu Produkten sind einfacher zu kreieren als faktische Überzeugungen einen Wert gekauft zu haben – Konsumenten sind psychologisch, nicht logisch erreicht worden, mithin bildet Geld wenig faktischen Wert ab. Menschen wie ich greifen durch abgefahren langwierige Überzeugungsarbeit diese Manipulationen auf und korrigieren in Sissifusarbeit den Unfug der in die Welt gesetzt wird – Investoren produzieren soziale Kosten und unsere Arbeit wird immer schwieriger, weil die Leute abstumpfen und immer weniger Handlungsspielraum haben.

Maßnahmenbündel für Leistungsgerechtigkeit

Die erste Maßnahme – und die erfordert nun mal internationale Kooperation – ist die Renditen auf investive Kapitalanlagen zu beschränken. Das ist ein grundlegender Fehler des Kapitalismus, dass die Verhandlungsmacht vermögender Familien (In Realität Erbe, nicht Leistung) ein Drucksystem der Ausbeutung ermöglicht und unsere erbärmliche Kultur das auch noch als “cool” bezeichnet, in solchen Strukturen erfolgreich zu sein. Zu dieser Maßnahme habe ich einen Artikel geschrieben: Nachhaltiger Kapitalmarkt.

Die zweite Maßnahme ist es, die Einkommensverteilung auf die Arbeiter und Führungskräfte in ein Verhältnis zu setzen, welches die Verantwortung und Produktivität wiederspiegelt. Und hier – es tut mir leid – sind nicht die Führungskräfte, sondern die Innovatoren verantwortlich für den Erfolg der Unternehmen. Führungskräfte sind faktisch normale Arbeiter, die eine Koordinationsleistung und Motivationsleistung erbringen sollten. Und Erfinder vermeiden es in abhängiger Arbeit zu arbeiten, weil sie dort intellektuell “enteignet” werden, genau wie im wissenschaftlichen Betrieb. Die Innovatoren, die den Erfolg ihres Unternehmens bedingt haben, bedingen auch ihr Vermögen, mit dem sie die Innovationen aufkaufen und in ihr Unternehmen integrieren. Im Übrigen ist die zentrale Leistung des Top-Managements die Koordination (inkl. Strategie), Motivation und Repräsentation des Unternehmens und hier sehe ich kaum Strategien die ihren Namen verdienen, Drucksysteme und ungelebte Werte – was den Verfall unserer Kultur mitbedingt.

Deswegen wäre es angemessen, wenn Unternehmen, die von einer Erfindung gebrauch machen – auch außerhalb ihres Unternehmens – verpflichtet wären eine Gewinnrate an den Erfinder abzutreten, sodass dieser an der Wertschöpfung seiner Erfindung in allen Märkten beteiligt ist. Das wäre die dritte Maßnahme. Niemand hat etwas gegen reiche Leute, die bahnbrechendes geleistet haben. Wir sind eine Maschinenbauernation und ich kenne nicht einen Erfinder außer in der Wissenschaft – solche Leute sind Vorbilder.

Die vierte Maßnahme ist die Demokratisierung der Führungsbestellung. Es ist schlichtweg falsch, zu behaupten die Eigner würden das Geschäft alleinig ermöglichen. Das Geschäft ermöglichen Erfinder, Arbeiter und das Kapital, womit sie Stakeholder sind, die ein durchsetzbares Mitspracherecht bezüglich der Verwendung ihrer Lebenszeit haben sollten. Das geht soweit, dass man argumentieren könnte, das Erfinder geschäfte verbieten können sollten, wie z. B. im Falle der Atombombe.

Verteilungsgerechtigkeit

Benachteiligte Menschen sind, abgesehen von manchen öffentlichen Gütern, nicht am Wohlstand der Gesellschaften beteiligt. Deutschland zählt mit seinem Sozialsystem zur oberen Klasse, aber es ist an Existenzsicherung orientiert, nicht an Wohlstand. Soziale Sicherung orientiert sich an Güterkörben und verhält sich im Bestfall proportional zu deren Preisentwicklung. Benachteiligte Menschen konsumieren existenznotwendiges zum günstigsten Preis seit Dekaden – es gibt für sie kaum Wirtschaftswachstum und kaum technologischen Fortschritt. Sie werden am Kacken gehalten und es reicht meist nicht für soziale Begegnungen in z. B. Kaffees. Deswegen sind sie wirtschaftlich entmündigte Randgruppen der Gesellschaft, die man selten kennenlernt.

Während die meisten arbeitstätigen Menschen sich immer mehr Wohlstand durch ihre Arbeit leisten können – dank der unterbezahlten Innovatoren -, sinkt die prozentuale Abgabe an benachteiligte Menschen. Während heutzutage viele Menschen um Statussymbole konkurrieren und Plunder ansammeln, leben benachteiligte Menschen vom Mindesten. Ihnen sind höchstwahrscheinlich Statussymbole wichtiger als Mitmenschlichkeit und wie abgefahren das ist werden Sie vermutlich erst verstehen, wenn Sie aufgrund gesundheitlicher Probleme auf der anderen Seite stehen. Sie können sich versichern, diese Leute konnten das meistens nicht – Glück für Sie.

Ich meine das sehr ernst, wenn ich sage, dass der durchschnittliche Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger viel mehr Verantwortung im Konsum übernimmt als der durchschnittliche Arbeitstätige. Und mal ganz direkt: Erklären Sie mal einer solchen Person, welchen Mehrwert ein SUV hat und lassen Sie sich mal erklären, was für so eine Person eine Innovation darstellt.

Bisher habe ich nicht aus wirtschaftlicher Perspektive argumentiert, aber das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Der Wohlstand der Benachteiligten ist an Güterkörbe gekoppelt und definiert damit deren Verhandlungsposition gegenüber Arbeitgebern. Das führt – ohne Mindestlohn – dazu, dass der Niedriglohnsektor ebenfalls an Güterkörbe gekoppelt ist. Die “lustigen” realen Lohnentwicklungen im Niedriglohnsektor sind so stagnant, während die übrigen Löhne bei konstanter Anzahl und Verteilung erwerbstätiger Personen mit dem realen Wachstum des BIP wachsen. So entsteht eine kontinuierlich zunehmende Einkommensschere, die nur überwunden werden kann, wenn die Verhandlungsposition z. B. durch Gewerkschaften oder durch Qualifizierung verbessert wird.

Der Ansatz zur Lösung ist aber ein Mindestlohn, der am Wachstum des BIP wohl beteiligt sein soll. Dies ist eine Segmentierung in arbeitsfähige und nicht arbeitsfähige benachteiligte Menschen, die einen erheblichen Unterschied im Wohlstand bedeutet. Die Verhandlungsmacht arbeitsfähiger benachteiligter Menschen wurde gesetzlich im Preis erhöht.

Insbesondere langfristig entsteht so ein Inflationsdruck proportional zum Wachstum des Mindestlohns, der insbesondere die Preise von einfachen Dienstleistungen erhöht. Diese Dienstleistungen werden dann im Güterkorb der Benachteiligten im Bestfall angepasst. Da aber diese Arbeiter zum Großteil selbst die Produkte konsumieren müssen, die sie produzieren ergibt sich langfristig wieder ein real stagnantes Einkommen, es sei denn es kommt in diesem Bereich zu technologischem Fortschritt – also z. B. in Kaffees, Restaurants, bei Friseuren, Bäckereien, Supermärkten, Fabriken, in der Landwirtschaft usw. . Hier ist aber häufig Substitution des Menschen im Potential zu erwarten oder wenig technologischer Fortschritt. Damit sinkt langfristig die Beschäftigung und es wird Qualifizierung notwendig. Womit wir wieder beim Anfang sind.

Was ich sagen möchte ist, dass das Problem vor allem darin liegt, dass international keine Einigung errungen wird, benachteiligte Menschen an das Wohlstandswachstum zu koppeln. Wir sprechen von “Entwertung” einfacher Arbeit durch Fortschritt – was es tatsächlich gibt -, wo defakto die wirtschaftliche Not der Bevölkerung von Nationen gegeneinander ausgespielt werden. Fehlt es an einer internationalen Vereinbarung, können Nationen nur bei nicht handelbaren Gütern, mithin der Binnenwirtschaft ein Wachstum mit dem Wohlstand ermöglichen. Und das bedeutet, dass Menschen an der Innovationskraft des Landes partizipieren. Das ist die Idee von Verteilungsgerechtigkeit, dass Menschen mit besonderen Chancen Menschen mit Benachteiligungen unter die Arme greifen, weil sie realisieren, dass sie Glück haben.

Was würde passieren, wenn benachteiligte Menschen proportional zum Wirtschaftswachstum finanziert werden? In Bezug auf Arbeit im Niedriglohnsektor kommt es zur gleichen Entwicklung, wie bei einem Mindestlohn: Außer in grundlegenden Bereichen der menschlichen Dienstleistung kommt es zum Beschäftigungsabbau und Qualifizierung ist erforderlich. Diese Qualifizierung führt langfristig jedoch wiederum zu einer Beschäftigung in einem Niedriglohnsektor, weil das durchschnittliche Qualifizierungsniveau steigt. Aber in Bezug auf benachteiligte Menschen findet zumindest keine Unterscheidung in arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig statt und die sodann automatisierten Dienstleistungen werden günstiger im Vergleich zum Einkommen / zur Finanzierung. Das ist also reales Einkommenswachstum.

Also nochmal knapp zusammengefasst: Ein Mindestlohn führt zu Automatisierung, Beschäftigungsrückgang, realer Einkommensstagnation und Auseinanderdriften der Einkommensschere, während eine wachstumsproportionale Finanzierung Benachteiligter zu Automatisierung, Beschäftigungsrückgang, realem Einkommenswachstum und Reduktion der Einkommensschere führt. Belastet werden im letzteren Fall die begünstigten, wie das für Verteilungsgerechtigkeit so üblich ist. Ein überraschender Mindestlohn funktioniert nur beim ersten mal, dann kennen die Geschäftsleute das Ding.

Fazit

Ich könnte jetzt ein Fazit schreiben und alles nochmal zusammenfassen, aber es ist mir wichtiger folgendes zu schreiben: Wenn ein Wirtschaftsingenieur mit viel Druck in der Umgebung, anstatt ein heiden Geld durch Arbeiten zu verdienen und ein angenehmes Leben in Wohlstand zu leben, anfängt einen Blog über die zentralen Probleme unserer Gesellschaft zu schreiben, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Kacke am dampfen ist, als das Sie es mit einem Sozialist oder Idealist zu tun haben. Und wenn Sie meinen, dass sei mein persönliches Problem, dann unterschätzen Sie, dass ich anderes Wissen habe als Sie und diese intellektuelle Situation mir gebietet Sie anzusprechen – sie übersehen etwas.

Hier sind – verdammt noch mal – wirklich zentrale Fragen ungeklärt. Und wenn zentrale Fragen ungeklärt sind, dann setzt man sich auf den Allerwärtesten und überlegt, wie zu verfahren ist, anstatt einfach weiter zu machen wie zuvor. Und ich brauche nun mal wirklich Hilfe von Menschen die mitdenken. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie mal kapieren, dass das hier meine Profession ist, mein Kompetenzkreis, darin bin ich ausgebildet und dieser Fakt sollte Ihnen mal etwas Respekt abbringen, sich nicht sofort über mich zu stellen und mit Meinungen und Urteilen um sich zu werfen, sondern sich damit auseinanderzusetzen. In Bereichen, die nicht mein Kompetenzkreis sind, mache ich das auch, weil es Sinn ergibt und anders grob unhöflich wäre.

Wenn wir in dieser Gesellschaft nicht langsam mal anfangen Menschen zu erkennen und zu würdigen, die Verantwortung übernehmen, wird diese Gesellschaft noch weiter verfallen und das bedeutet ganz pragmatisch, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Ihre Nachkommen im Krieg elendig verrecken oder von korrupten unmenschlichen Systemen z. B. unterdrückt, gefoltert und / oder umgebracht werden.

Der Wohlstand in dem Sie leben, den verdanken Sie Generationen von Bildungsbürgern, Staatsmännern und – verdammt nochmal – Menschen die für ihre Rechte verreckt sind.

Während hier die meisten im Land von Statusgütern träumen, lebe ich in einer günstigen WG von Hartz IV, arbeite fast jeden Tag, auch am Wochenende, um Lösungen für uns und mich zu finden, schone die Umwelt so gut ich kann, gehe höflich und konstruktiv mit Mitmenschen um, solange es geht, lerne kontinuierlich und analysiere – verdammt nochmal – abgefahrene Verschwörungstheorien, um die wirklichen Probleme zu identifizieren und Leuten ihre Ängste zu nehmen und investiere alles, was irgendwie übrig bleibt in Fachliteratur. Weil ich Experte für Entscheidungsfindung bin, Entscheidungen beobachte und analysiere und zum Ergebnis komme, dass so gut wie kein Mensch in dieser Gesellschaft Verantwortung versteht und übernimmt.

Ich fühle mich von Ihnen hängen gelassen, und deswegen muss ich alleine Lösungen finden, diese präsentieren und – verdammt nochmal – am Besten in einer Form, die Ihnen ein angenehmes Leseerlebnis ermöglicht, damit ich in den Spiegel gucken kann ohne mich zu ekeln.

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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Veröffentlicht von

Marius Alexander Schulz

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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