Recyclingideen

Einstimmung

Ein Recyclingsystem entscheidet über die Rückgewinnung von Rohstoffen und Energien als prozentualer Anteil verwendeter Rohstoffe und Energien in der Produktion. Je höher die Rückgewinnungsquote, desto besser die Ressourcennutzung und je geringer die Preise der Endprodukte.

Recyclingsysteme sind aus drei Gründen Faktoren sozialen Wohlstands:

  • Erstens steigt der reale Wohlstand, wenn Preise sinken, sofern Wettbewerb herrscht,
  • Zweitens sind ökologische und ökonomische Aufwendungen der Ressourcenerstgewinnung kleiner bezogen auf die Produkte, weil Recyclingstoffe verwendet werden können, und
  • Drittens werden Rohstoffe regional bezogen, weil Sie in Form der Produkte global verteilt sind im Gegensatz zur lokalen Verteilung von Bodenschätzen. Diese dezentrale Verteilung löst Spannungen internationaler Mono- oder Oligopole auf Bodenschätze.

Meine Perspektive auf Recyclingsysteme entspringt keiner angelernten Bildung, sondern der Kenntnis des deutschen Recyclingsystems als Bewohner des Landes. Deswegen handelt es sich nicht um einen Bereich meiner Expertise. Aber als Wirtschaftsingenieur mit Spezialisierung auf nachhaltige Innovation ist es wichtig für die (nachhaltige) Produktentwicklung, das Recyclingsystem der Zukunft zu antizipieren, um gute Produkte zu entwickeln.

Die Vorstellung dieser Ideen kann möglicherweise regulatorische und infrastrukturelle Veränderungen bewirken, die Ingenieuren und technischen Forschern Sicherheit gewährleistet zukunftsträchtig zu entwickeln. Da es sich nicht um meinen direkten Kompetenzkreis handelt, kann ich nicht behaupten es handle sich um fachgemäß erarbeitete Ideen – hier wäre eine Prüfung durch Experten hilfreich.

Kunststoffdotierung

Plastiken mit Außnahme von PET werden in Deutschland regelmäßig verbrannt oder deponiert. Dadurch gehen die Rohstoffe der Produktion verloren, wenn auch Energie gewonnen wird.

Fraglich ist für die Zukunft, ob rückgewinnbare Kunststoffe nicht durch moderne Herstellungsverfahren (Spritzgußmaschinen, Extruder) mit einer ferromagnetischen dotierung kodiert werden sollten, sodass geschredderte Produkte durch elektromagnetische Kräfte nach Material getrennt werden können.

Dafür müsste eine Kodierungssystematik erarbeitet werden, die die technische Trennung ermöglicht und Kunststoffe in geeignete Rohstoffe (Farben, Material) auftrennen kann.

Eine Recyclinganlage wäre dann ein Schredder, auf den ein Fließband folgt mit einer Klippe. Eine besondere Auffangfläche mit gefederten Segmenten und Schüttgutventilen, würde die mehrstufige Trennung der Materialien auf engem Raum erlauben, sofern eine Rückführung auf das Fließband sinnvoll ist. Nach der reinlichen Trennung würden die Rohstoffe in Silos gefüllt, die mittels autonomer Logistik die regionale / globale Produktion versorgt.

Metalle

Bei Metallen in Produkten stellt sich die Frage, ob diese systematisch vom Produkt trennbar konstruiert werden. Man könnte eine dezentrale Trennung durch die Bürger mit einer Metalltonne anstreben oder Restmüll / Elektrogeräte zentral demontieren.

Metalle lassen sich visuell und durch Spektrometer klassifizieren, sodass gewünschte Legierungen erzeugt werden können, wenn neu gegoßen wird. Kritisch ist das Spektrometer zur Legierungsdetektion, um die richtige Schmelze zu erzeugen. Hierzu müssten Metalle in Produkten zu einem gewissen Grad spektrometergerecht zerkleinert werden.

Konsequenzen

Metalle und Kunststoffe sind zentrale Rohstoffe der meisten Produkte auf der Welt. Damit sind sie Faktoren der Preise und Umweltwirkung unserer Wirtschaft. Eine höhere Rückgewinnung löst Raumprobleme der Deponierung, Probleme der Umweltschädigung durch Verbrennen und erhöht das Angebot der Rohstoffe am Markt. Letzteres führt zu Preisreduktion.

Kritische Rohstoffe zur Zeit sind Öl und Silizium, aber im Zuge steigender Elektromobilität werden Seltene Erden ebenfalls relevant werden. Wird durch Recycling ein hoher Anteil der Legierungselemente von Elektromotoren / – Generatoren dezentral bezogen, lässt sich das Oligopol vorwiegend asiatischer Bodenschätze Seltener Erden langfristig besser handhaben.

Fazit

Sollten die Ideen nach Prüfung durch Experten bestand haben, könnte deutsche Regulierung Maschinenentwicklung, Entwicklung von Recyclinganlagen und Produktentwicklung stimulieren, die europäischer Zielsetzung der Nachhaltigkeit entspricht. Es könnten möglicherweise reale Wohlstandsgewinne erzielt werden und Umweltbelastung vermieden werden.

Zusammenhängende Patente könnten mittelständische Innovationsunternehmen finanzieren, die Projektmanagementunternehmen ausstatten, um Autonome Unternehmen im Staatsbesitz zu betreiben, die so etwas wie ein Grundeinkommen im Sinne einer Marktsimulation durch “Gewinne” finanzieren (Vgl. Utilitismus).

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Besteuerung von Recyclingsunternehmensgewinne auf die Gemeinden entsprechend der Müllsammlung umgelegt werden sollte. Ist dies gut konzeptioniert entstehen Anreize zur Mülltrennung und Steuereinkünfte für Gemeinden.

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Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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Veröffentlicht von

Marius Alexander Schulz

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

4 Gedanken zu „Recyclingideen“

  1. Lieber Marius Schulz, ich fange jetzt mal aus dem Bauch raus an – und ergänze gleich, ich bin keine BWLerin ich bin keine Bankerin. Ich bin Nachhaltigkeitsexpertin, Sachverständige und Maklerin von gebrauchten Büroeinrichtungen mit über 1100 Projekten. Und ich haben viele Fachartikel über Secondhandmarkt geschrieben … Was ich ihnen und ihrem Blog mag ist, dass er inhaltlich tolle und wichtige Themen aufgreift. Doch leider, leider in einer Sprache, die auch für mich als Magistra artium (Germanistik/Soziologie) doch echt “schwere Kost” ist. Schade.

    Denn gerade ihr Beitrag zu “Recyclingideen” und “Nachhaltiger Kapitalmarkt” ist fast deckungsgleich mit meinen Beiträgen aus reiner Secondhandsicht und ihrem Mehrwert.
    Ich lade auf meine website / meinen blog / auf meinen Podcast und in meine XING-Gruppe(n) ein … schön wäre es, wenn sich eine Form der Zusammenarbeit oder Austausch ergeben würde. 🙂

    Ich schließe mit meiner Schlußformel meines zweiten Unternehmens als Wiedergründerin: bitte bleiben Sie nachhaltig gesund und leben mit Lust und kleinem (oder größerem) Geldbeutel ihre Gesundmacherin Christine aus Berlin

    1. Hallo Christine,

      es freut mich zu hören, dass Sie inhaltlich erfreut sind gleichwohl sprachlich anspruchsvoller Kost ausgesetzt.

      Wenn Sie bestimmte Passagen nicht so recht verstehen, bin ich gerne bereit einfacher zu formulieren und / oder mehr zu erklären. Leider fällt es mir schwer wahrzunehmen, wo fachliche und sprachliche Barrieren bestehen, deswegen wäre ich auf Hinweise angewiesen. Gerne beantworte ich auch in Kommentaren gestellte Fragen.

      Falls Sie an einer Kooperation interessiert sind, wäre es hilfreich, wenn Sie mir eine kurze inhaltliche Zusammenfassung Ihrer Konzeption per E-Mail zusenden (marius.a.schulz@web.de).

      Mit freundlichen Grüßen nach Berlin,
      Marius.

  2. Lieber Marius,
    ich denke, dass eine Markierung (ferromagnetisch, wie Du schreibst) fast überflüssig wäre, da sich Kunststoffe auf jeden Fall aufgrund ihrer je eigenthümlichen Absorptions- respektive Reflexionseigenschaften sowie ihrer Dichte leicht automatisiert sortieren lassen könnten, wenn das denn gewollt wäre… Zuschlagstoffe (zur Markierung in diesem Fall, aber schon seit Bakelit werden Kunststoffe mit Zuschlägen versehen…) erschweren meist das Recycling.

    1. Vielen Dank für die Info! Ich habe bei der Zeit gelesen, dass tatsächlich optisch getrennt wird. Ich frage mich jetzt, warum die Qualität der recycleten Kunststoffe dennoch sinkt. Sofern es an der Unschärfe des optischen Recyclings liegt, könnte ferromagnetische Dotierung dennoch von Nutzen sein – noch schäme ich mich nicht für die Idee 🙂 .

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