Strategische Planung – Methodik, Anwendung und Digitalisierung

Strategische Planung der klassischen Betriebswirtschaftslehre ist ein planerisch-kommunikativer Prozess in der Hierarchie eines klassischen Unternehmens, der innere Unternehmenseigenschaften in Bezug auf langfristige Szenarios entwickeln soll, um das Potential des Unternehmens bis zur folgenden Planungsperiode möglichst positiv zu beeinflussen.

Dieser Artikel stellt meine Interpretation der klassischen Planungsmethodik dar, zeigt deren Anwendung entsprechend meiner Wirtschaftsvision im Kontext von Kooperation und Digitalisierung dar und geht auf Digitalisierung strategischer Planung ein.

Methodik strategischer Planung

In Anlehnung an klassische Betriebswirtschaftslehre steht in meiner Interpretation strategischer Planung ebenfalls die sogenannte SWOT-Analyse im Zentrum der Strategiebildung. Eine SWOT-Analyse betrachtet die inneren Stärken und Schwächen eines Unternehmens und die äußeren Chancen und Risiken der Entwicklungsszenarien des relevanten Umfelds (Wettbewerb, Märkte und Regulation). Mittels der Darstellung der SWOT-Analyse können Einflüsse von Stärken und Schwächen auf Chancen und Risiken verbildlicht werden, um zentrale Entwicklungserfordernisse zu identifizieren, die dann in Strategien münden sollen.

Die interne Analyse erzeugt parametrisierte Modelle, um das Unternehmen aus relevanten Perspektiven zu charakterisieren. Aus diesen Modellen werden mit oder ohne Benchmark mit anderen Unternehmen Stärken und Schwächen abgeleitet. Zentrale Modelle betreffen die Perspektiven Finanzen, Wissen und Kommunikation, Führung und Struktur (Organisation und Prozesse inklusive Controlling) sowie Kultur und Werte.

Die externe Analyse charakterisiert vor dem Hintergrund von Inventionen, kulturellem Wandel, Gesamtwirtschaft und Regulation basierend auf der Analyse schwacher Signale Zukunftsszenarien von relevanten und relevant werdenden Märkten, um Chancen und Risiken abzuleiten. Da eine Rückwirkung eigener Maßnahmen auf das Umfeld erwartet werden sollte entwickeln sich Visionen zunehmender Detaillierung mit der Zeit aus den Zukunftsszenarien. Deswegen entwickeln sich SWOT-Analysen von Szenarien zu Visionen im Voranschreiten der Versionen.

In Bezug auf Stärken und Schwächen existieren folgende strategische Grundentwicklungen. Man kann Stärken nutzen, ausbauen und abbauen und Schwächen abmildern, vernachlässigen, verstärken und versichern. Durch Konfiguration dieser Maßnahmenmöglichkeiten in Bezug auf visionsrelevante Stärken und Schwächen können normative Ziele für das Unternehmen abgeleitet werden. Zunächst werden einzelne Szenarien betrachtet, dann werden die normativen Ziele über die Szenarien hinweg zusammengeführt. Abschließend werden die normativen Ziele kommuniziert und operationalisiert.

Anwendungsgebiete

Entsprechend der von mir betrachteten Wirtschaftsvision lassen sich Inventionsunternehmen, Umsetzungsprojektunternehmen, Beziehungsunternehmen und Automatisierte Unternehmen unterscheiden (vgl. Unternehmenskonzeptionen und Utilitismus), die global in Wirtschaftsclustern verteilt wären (vgl. Herstellung von Konvergenz).

Inventionsunternehmen bestehen aus Forschungszweigen und Konfigurationen, die sich über Managed Broadcasting vernetzen. Konfigurationen gestalten Systeme durch Konzepte. Managed Broadcasting erzeugt sinnvollen Informationsfluss zwischen Konfiguratoren und relevanten Forschungszweig-Mitarbeitern. Deswegen sind Inventionsunternehmen grundsätzlich durch Visionen der Forscher und Konfiguratoren strategisch ausgerichtet. Die Konzeptentwürfe der Konfiguratoren wirken auf die Forschungszweige im Sinne freier strategischer Planung der Individuen. Strategische Planung in Bezug auf Inventionsunternehmen betrifft eher die Budgetierung und Auktionierung von Forschungsgeldern. Z. B. könnte ein flexibles Staatsbudget für Konjunkturregelung regelnd auf potentielle Investitionen ausgerichtet werden (vgl. Konjukturregelung). Damit erbringen Inventionsunternehmen vor allem Hilfestellung zur Szenariodefinition der strategischen Planung.

Projektumsetzungsunternehmen und Beziehungsunternehmen sind der Anwendungsbereich strategischer Planung. Hier werden Portfolios Automatisierter Unternehmen und Produktportfolios gestaltet, während die Strategie die Humanressourcen, Finanzressourcen und Potentialfaktoren transformativ einsetzt, um mögliche Gestaltungen realisieren zu können. Hierzu gehört auch das Management von Ersatzinvestitionen in Automatisierten Unternehmen sowie die Wartung.

Automatisierte Unternehmen sind autonom und algorithmisch arbeitend. Sie werden geupdated, errichtet oder umkonfiguriert von Projektumsetzungsunternehmen und sind nur als Betrachtungsgegenstand Materie von diesbezüglich forschenden Konfiguratoren.

Digitalisierung

Zunächst zwei Absätze zu Wissensmanagement orientierter Digitalisierungsoptionen (vgl. Wissensmanagement):

Insbesondere Informationsflüsse können algorithmisch organisiert werden (Matching), sodass Inventionsunternehmen selbst vernetzt mit Projektumsetzungsunternehmen und Beziehungsunternehmen berichtend verbunden werden.

Der Prozess der strategischen Planung kann in der inneren Analyse durch Auswertung von Reportingunterlagen, Finanzdaten und Informationsflüssen unter Anwendung von Natural Language Processing in Berichte aggregiert werden. So dürfte vor allem ein erster Entwurf für die Perspektivenmodelle erzeugt werden, der dann klassisch vertieft und nach Stärken und Schwächen verglichen oder beurteilt wird.

Weiterhin besteht die Option durch strategische Simulationen (Spieltheorie) Spieler in strategischer Positionierung zu modellieren, um eigene Strategien von Szenarien zu Visionen zu entwickeln (Entscheidungsunterstützung durch Simulation).

Fazit

Strategische Planung bildet normative Ziele durch SWOT-Analyse und Beeinflussung von Stärken und Schwächen (Strategie) in Bezug auf Szenarien, die über die Betrachtung von Beeinflussung über die Versionen der SWOT-Analyse zu Visionen entwickelt werden.

Anwendungsgebiet organisierter strategischer Planung sind Projektumsetzungsunternehmen und Beziehungsunternehmen bzw. diese Anteile von Konzernen.

Die Digitalisierung der strategischen Planung profitiert vor allem von Matching von Informationsquellen und relevanten Empfängern und Sprachextraktionsverfahren für Berichte sowie von Strategiesimulationen.

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Unternehmenskonzeptionen

Dieser Artikel betrachtet Märkte, Ressourcen und zentrale Güter, um eine karrikaturartige Unternehmenskonzeption vorzulegen, damit deren Entwicklung antizipiert werden kann, sodass eine moderne Unternehmenskonzeption erarbeitet wird. Im Ergebnis kann dann zum einen die moderne Konzeption mit den Märkten, Ressourcen und zentralen Gütern abgeglichen werden und zum anderen sollte transparent werden, dass nationalistischer Kapitalismus nach derzeitiger Gestaltung nicht unseren Werten entspricht. Der Artikel ist so etwas wie eine Ideensammlung und Fixierung von Gedanken, soll also nicht als abschließende Weisheit aufgefasst werden.

Märkte

Soweit mir bekannt existieren folgende unterscheidbare Märkte:

Produktmärkte sollen physische Produkte ohne Rohstoffe betreffen, deren Eigentum an Endkonsumenten übergeht. Komponentenmärkte sollen physische Produkte ohne Rohstoffe betreffen, deren Eigentum an Unternehmen und Institute übergeht.

Ressourcen

Soweit mir bekannt existieren folgende unterscheidbare Ressourcen:

Ich erfasse Nutztiere als Rohstoffe wohl wissend, das insbesondere Wirbeltiere unter Verdacht stehen Lebensqualität betreffende Ansprüche gegenüber Menschen zu besitzen, was sich in der Ressource Gesundheit äußern würde. Energieträger erfasse ich als Rohstoffe, während mit Energie Exergie (technisch nutzbare Energie) gemeint ist. Obwohl wissenschaftlich zwischen Kognition und Emotion unterschieden wird, nutze ich den Begriff Kognition für die verwobenen menschlichen Intellektsleistungen die auch Emotionen beinhalten sollen. Naturgesetze erfasse ich als Ressource, auch wenn sie häufig nur mittelbar eingehen. Wenn wir von menschlicher Arbeit sprechen ist das für gewöhnlich eine Kombination aus Information, Zeit, Gesundheit und Kognition, es gibt jedoch auch Kognition die in Form von Information gespeichert ist, Zeit als nicht menschliche Ressource (z. B. Termingeschäfte) und Geschäfte über Gesundheit wie einige Versicherungen. Geld ist ein Speicher von menschlicher Arbeit und Energie. Rechte (Kompetenzen und Macht) erfasse ich nicht als Ressourcen, weil sie nicht originär sind, sondern zugeordnet werden und physische Kraft Energie ist. Geld hingegen ist originär, weil Währungen entstehen, wenn Täusche an ihre Grenzen stoßen. Zentrales Geld ist z. B. Vertrauen. Kognition erfasst nicht “Kognitionsleistungen” von IT-Geräten, die eine Kombination aus Naturgesetzen, Territorien, Rohstoffen und Energie sind. Das die menschliche Kognition gesondert erfasst wird, also nicht als Resultat eines biologischen Systems dargestellt wird, beruht auf deren Eigentümlichkeit und Würde, die jeder Mensch zumindest in Bezug auf sich selbst verstehen kann. Der Begriff Territorien soll auch Räume bezeichnen, aber wurde gewählt, weil wir Menschen Räume für gewöhnlich in Bezug zur Erdoberfläche definieren.

Von Ressourcen zu Gütern

Aus den Ressourcen der Erde wurden zentrale Güter geschaffen:

Klassische Unternehmenskonzeption

Ein Unternehmen ist eine Hierarchie oder Einzelperson bzw. Gruppe im Eigentum der Eigenkapitalgeber die gebildete Arbeit in einer Wertschöpfungskette organisiert, um Produkte oder Dienstleistungen aus dem Bereich Eigentumsverschaffung, Versorgung, Bildung, Beeinflussung, Ablenkung und / oder Bewaffnung zu vermarkten. Die Arbeit teilt sich auf Führung, Wertschöpfung und Querschnittsleistung auf.

Warum zeichne ich dieses extreme und stark faktorisierende Bild einer Unternehmenskonzeption?

Weil es alle Komponenten erhält die unser nationalistisch-kapitalistisches System charakterisieren. Es geht um Eigentumssicherung und Versorgung von Individuen und gewachsener Nationen sowie um Ablenkung und Beeinflussung von Individuen, Waffen sichern die Befugnisse, soziale Systeme werden hierarchisch organisiert (Vermögenskonzentration) und Querschnittsfunktionen definieren die optimale Größe von Unternehmen (Konzentration des Marktangebots). Querschnittsfunktionen können ausgelagert sein, wie z. B. Grundlagenforschung und Start-ups / Innovation. Menschen, die aus dem Wirtschaftsgeschehen ausscheiden werden über versorgungssichernde Systeme (Rente, Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld II / Hartz IV, Berufsunfähigkeitsversicherung) zum Teil mit arbeitsabhängiger Komponente abgesichert.

Ähnlich einer Karrikatur hebt es die funktionserhaltenden Elemente hervor und bezeichnet z. B. die Kulturbranche als Ablenkungs-Bildungs-Dienstleister oder den Rechtsstaat als Hoheitsgebiet. Diese Überzeichnung soll verdeutlichen, dass unsere Systemfunktionalität und unsere Wertegemeinschaft nicht überall in Deckung liegen. Insbesondere werden die diplomatischen und hilfeleistenden Elemente (Kooperation mit dem Ausland) nicht herausgearbeitet. Sinn der Sache ist, dass Sie verstehen, wie dieses System gewachsen ist und das es nicht unseren Vorstellungen entspricht und auch nicht in eine Richtung weiter wächst, die im Sinne der Weltbevölkerung ist.

Netze und Bildung

Netze und Bildung sind die Güter die Unternehmen funktionsfähig machen. Netze sind z. B. Stromnetze, Gasnetze, Wirtschaftscluster und Verkehrsnetze und befinden sich in öffentlicher Hand, privater Hand oder sind organisch gewachsen.

Moderne Unternehmenskonzeption

Der Prozess Wertschöpfung ist mittlerweile eine irreführende Bezeichnung und sollte Produktion & Logistik für physische Güter heißen, Analyse und Bedürfnissbefriedigung für Dienstleistungen, Risikomanagement für Versicherungen, Kredite und Finanzmanagment, Portfolioverwaltung für langfristige Finanzkapitalanlage und Spekulation für durch Marktpreissteigerung angeregtes Wetten. Daran können sie rasch erkennen, dass Steigerungen die in Geld gemessen werden nicht wirklich immer Wert abbilden (Bedürfnissbefriedigung kann z. B. Kompensation schlechten Selbstwerts sein). Es handelt sich auch weniger um Wertschöpfung als um Vermarktungsrekombination.

Wertschöpfungen sind Inventionen (Schöpfung) und deren Realisierung Innovationen sowie Erschließen neuer Kundensegmente sofern ein tatsächlicher Wert geschaffen wird. Sich gegen eine Konkurrenz am Markt durchzusetzen (Insolvenz der Konkurrenz) ist im Falle von durch Kapitalgeber subventioniertem Preiskampf eine Schadschöpfung und führt zu Konzentration. Diese Praxis könnte kartellrechtlich relevant sein.

Worauf ich hinaus will ist, dass der klassische sogenannte Wertschöpfungsprozess, der vielleicht eher Vermarktungsrekombinationsprozess heißen sollte, in naher Zukunft vermutlich automatisiert sein wird, sofern es nicht um zwischenmenschliche Dienstleistungen oder innovative Projekte geht. Dann verschiebt sich in vielen Unternehmen die menschliche Arbeit in Querschnittsfunktionen, die nicht automatisiert werden.

Mir bekannte Querschnittsfunktionen sind:

Im Bereich der Kundenbetreuung entwickeln sich Chatbots, Rechnungswesen haben in großen Bereichen Automatisierungspotential und der Einkauf hat bei digitalisierten Märkten einfacher Transaktionen ebenfalls Automatisierungspotential. IT, Distributionsmanagement und Qualitätsmanagement werden zu Aufgabenfeldern im Bereich Umsetzungsprojekte. Führung, Public Relations, Personalmanagement und CSR hängen direkt mit dem Personal zusammen. Werbung ist eine Reaktion auf Umsatzentwicklungen und kann plangemäß beauftragt werden.

So komme ich zu neuartigen Unternehmen:

Überwachungsunternehmen dienen der Überwachung automatisierter Unternehmen. Die Unternehmen hängen zusammen wie nachfolgende Grafik veranschaulicht, wobei der Einzelhandel vermutlich doch kein Humanunternehmen ist, sondern ein digitale Plattform mit Produktvorstellung in virtueller Realität.

Inventionsunternehmen basieren auf Wissen, Kreativität und Forschung sowie Kenntnis der automatisierten Unternehmen als Geschäftsmodellkonfiguration und algorithmisch gesteuerte Technologiekette.

Umsetzungsprojektunternehmen basieren auf Projektmanagement, Informatik, Produktionstechnologiekenntnis, Marktkenntnis für Anlagen, Mikroökonomie, Betriebswirtschaftslehre und Kenntnis von Logistikdienstleistern und realisieren ein vorgegebenes Konzept durch Aufbau oder Umgestaltung eines automatisierten Unternehmens. Sie sind klassische Projektmanagementunternehmen.

Innovationsunternehmen brauchen Wissen (Information, Kognition und Zeit) und Test- bzw. Forschungsmöglichkeiten (Simulation, Modelle, Labore) und eine Koordination der Menschen, sodass die Invention, also das fertige automatisierte Unternehmen durch Ideen und deren Ausarbeitung befruchtet wird. Das könnte z. B. so aussehen:

Also es gibt Automatisierte Unternehmen, für die ein Konfigurator(-team) verantwortlich ist und es gibt Forschungszweige die von Forschern / Forscherteams bearbeitet werden und Fortschritt kann Konsequenz für mehrere Konfiguratoren haben oder sogar Konfiguratorenprojekte initiieren (Spin-offs).

Strategisch richten sich die Forschungszweige nach Experteneinschätzungen und ein solches Inventionsunternehmen bildet über die Konfiguratoren Verantwortlichkeit für bestimmte Automatisierte Unternehmen. Führung ist weniger notwendig, als Vernetzung. Führung würde sich ungefähr auf die strategische Auswahl der Automatisierten Unternehmen richten und diese Auswahl ist eher dem Fortschritt geschuldet als der Antizipierbarkeit insbesondere durch Führungskräfte.

Organisatorisch sind diese Unternehmen mit universitärer Forschung vergleichbar, bei der ein Professor (Koordinator) Wissenschaftliche Mitarbeiter in Projekten einstellt indem er oder sie für diese Projekte Förderung erhalten und die Förderung ist über Fonds, Stiftungen und Staatsbudgets organisiert. Es ist aber – insbesondere bei neuartigem Immaterialgüterrecht in Verbindung mit einem Grundeinkommen für alle – selbstfinanzierte Forschung möglich.

Ein derartiges Immaterialgüterrecht macht den Erfinder zum Eigentümer seiner Invention und sichert dem Konfigurator einen Anteil an der Invention zu. Die Berechtigung zur Nutzung der Invention wird gegen angemessenen Anteil am Umsatz aller betroffenen Automatisierten Unternehmen für eine Schutzdauer gewährt. Ich habe also weniger ein Unternehmen vor Augen, als eine Vernetzung von freiwilligen Forschern in regionalen Innovationszentren, die vom Staat finanziert werden in einer Gesellschaft denen die Automatisierten Unternehmen vermittelt über den Staat gehören und deren Grundeinkommen aus diesen Unternehmen finanziert wird.

Fazit

Herausgearbeitet wurden existierende Märkte, Ressourcen und zentrale Güter unserer Gesellschaften, um eine klassische Unternehmenskonzeption karrikaturartig herauszuarbeiten. Hierdurch werden zentrale Probleme des nationalistisch-kapitalistisch geprägten Systems unserer Zeit deutlich: nationale Konkurrenz (Auflösung durch Föderalismus), Vermögenskonzentration (Diverse Auflösungsmöglichkeiten; hier nicht im Fokus) und Unternehmenskonzentration (Auflösung nicht im Fokus). Dies soll zum einen zum Denken anregen, sodass Lösungen erarbeitet werden und zum anderen veranschaulichen welche Abweichung zwischen unseren Werten und unserem System besteht, sodass verständlich wird, das die Entwicklung ohne Eingriff nicht in unserem Sinne fortschreitet.

Weiterhin wurde eine moderne Unternehmenskonzeption dargelegt, die auf der klassischen Unternehmenskonzeption basiert und eine Aufgliederung in Automatisierte Unternehmen, Umsetzungsprojektunternehmen und Inventionsunternehmen aufzeigt in welcher Invention dezentral organisiert wird, Innovation von klassischen Unternehmen geleistet wird und Automatisierte Unternehmen im Staatsbesitz befindlich sind. Diese Konzeption harmoniert in weiten Teilen mit meinen anderen Ausarbeitungen.

In der Gesamtschau wird deutlich, dass insbesondere Finanzmärkte durch die Unternehmenskonzeption womöglich noch nicht gut abgebildet werden, sodass dieses Thema Anlass zu weiterführender Untersuchung gibt.

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Sozialkapitalismus im IT-Zeitalter (Utilitismus)

Einleitung

Es gibt bis jetzt zwei grundsätzliche Ansätze um das Versorgungsproblem eines sozialen Systems zu lösen, den Kapitalismus und den Sozialismus. Aus ökonomischer Perspektive nutzt der Kapitalismus das individuelle streben nach Nutzen, um Arbeit für die ökonomische Nutzenerstellung bereitzustellen, während er Privateigentum garantiert, während der Sozialismus soziales Eigentum kennt und das Interesse an einem funktionierenden System (mittelbarer Nutzen) dazu nutzt, Arbeit für die ökonomische Nutzenerstellung bereitzustellen. Viele Menschen sind der Überzeugung, dass der Kapitalismus sich durchgesetzt hat und der Sozialismus nicht effizient funktioniert.

Durch die technologische Entwicklung in IT-Hardware, Cluster-Algorithmen und selbstlernender Algorithmen, entstehen flexible Lösungsautomaten basierend auf den besten Verfahren, die bekannt sind, und menschliche Arbeit wird zum Teil und möglicherweise irgendwann im Potential substituiert. Es gibt derzeit eine große Debatte darum, wie sich die Gesellschaft im Kontext zunehmender flexibler Automatisierung menschlicher Arbeit entwickelt.

Mir ist aufgefallen, dass die Probleme des Sozialismus in Bezug auf die Leistungsmotivation und Regelkonformität durch flexible Automatisierung lösbar sind. Ein abgeleitetes Modell möchte ich hier vorstellen und zur Diskussion vorlegen.

Automatisierte Unternehmen

Ich unterscheide in meiner Betrachtung, basierend auf meiner ökonomischen Intuition, automatisierte Unternehmen und Humanunternehmen.

Betriebliche Funktionen, die optimal oder mit der besten bekannten Heuristik “lösbar” sind, werden per Gesetz verpflichtend in automatisierte Unternehmen ausgelagert, die jedes Humanunternehmen in Anspruch nehmen muss (Regulation), um die betriebliche Funktion zu erfüllen.

Wie funktioniert das? Es werden sich meines Erachtens automatisierte privatwirtschaftliche Unternehmen entwickeln und diese sollte der Staat aufkaufen und mit einer automatischen Preissetzungslogik und Investitionslogik ausstatten. Um die Wohlfahrt zu maximieren sollte die Preissetzungslogik den Konkurrenzpreis basieren auf kurzfristigen Prognosen simulieren und mit einem Gewinnaufschlag versehen. Dieser Gewinnaufschlag wird im Wesentlichen als bedingungsloses Grundeinkommen / negative Einkommenssteuer an die Bevölkerung ausgezahlt, sodass sich in einem demokratischen Prozess der Abwägung zwischen Einkommen und Konsummöglichkeiten der Gewinnaufschlag bestimmt.

Die Automatisierung eröffnet die Möglichkeit, die automatisierten Unternehmen unter regulatorische Restriktion zu stellen, die absolut bindend und durchsetzbar ist. Das ist meines derzeitigen Erachtens genauso wohlfahrtsoptimal wie eine Pigue-Steuer um Externalitäten zu “internalisieren”, erzeugt aber zusätzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen / eine negative Einkommenssteuer.

Meinem bisherigen Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffs nach bedeutet das, dass automatisierte Unternehmen sequenziell optimiert werden sollten, und zwar beginnend mit einer ökologischen Optimierung auf die die Optimierung entsprechend der betrieblichen Funktion folgt. Der europäischen Zielsetzung der sozialen Nachhaltigkeit wird die Systemkonfiguration von sich aus gerecht.

Diese automatisierten Unternehmen befinden sich also im Staatseigentum und ihre verteilbaren Gewinne werden gleichmäßig auf die Bevölkerung als bedingungsloses Grundeinkommen / negative Einkommensteuer verteilt.

Es verbleibt ein privatwirtschaftlicher Anreiz die automatisierten Unternehmen zu optimieren, um den Preis senken zu können und so mehr “Share-of-Wallet” zu erzielen, also Anteil am Budget der Konsumenten. Gleichwohl können die automatisierten Unternehmen logisch und empirisch innoviert werden, weil sie Algorithmen sind, deren Leistung messbar ist.

Humanunternehmen

Humanunternehmen übernehmen Kreativitätsleistungen, zwischenmenschliche Leistungen und Innovationen. Sie befinden sich systemisch in einem klassischen Kapitalismus unter der Nebenbedingung automatisierte Unternehmen für bestimmte betriebliche Funktionen nutzen zu müssen, und haben deswegen in Bezug auf sich selbst klassische Innovationsanreize. Die Anreize automatisierte Unternehmen zu bilden ergeben sich aus dem Aufkaufsgebot für den Staat. Die Anreize für die Verbesserung von zu nutzenden automatisierten Unternehmen ergeben sich aus der oben angeführten Share-of-Wallet-Optimierung.

Abschätzung von Konsequenzen

Humanunternehmen erzeugen möglicherweise nicht genug Arbeitskapazität und die strukturelle Arbeitslosenquote steigt. Arbeitslose werden jedoch durch die Umverteilung der Erträge von automatisierten Unternehmen finanziert (Verteilungsgerechtigkeit). Es bestehen allerdings nach wie vor individuelle Anreize, das Einkommen durch Arbeit zu erhöhen (Leistungsgerechtigkeit). Humanunternehmen erzeugen entsprechend der kapitalistische Funktionsweise nach wie vor ökonomischen Fortschritt und Variantenvielfalt (ökonomische Nachhaltigkeit). Die Bedingungen des Kapitalismus stehen jedoch in Verbindung mit einer z. B. ökologischen Restriktion, Staatspräferenzen können in Teile des kapitalistischen Systems verbindlich installiert werden (Moralisierung des Kapitalismus durch Staatsorganisation).

Wenn wir unterstellen, dass die Menge von Fortschritt und vernünftiger Variantenvielfalt ermöglichender Faktoren begrenzt ist, aber alle Probleme irgendwann gelöst werden können, konvergiert das System gegen einen Sozialismus basierend auf kapitalistischem Versorgungssystem ohne Arbeit, der sich nach den individuellen Präferenzen der Menschen richtet, sofern die Staatsorganisation die Variante nicht indirekt eingeschränkt hat (das ist etwas anderes als Planwirtschaft).

Restriktionen

Ein Staat der dieses System individuell, also nicht in globaler Koordination einführen möchte, müsste sehr wahrscheinlich Importe beschränken und verminderte Exporte in kauf nehmen.

In einem demokratischen Prozess würde das bedingungslose Grundeinkommen / die negative Einkommenssteuer seiner Höhe nach entsprechend der Möglichkeiten definiert. Hieraus resultiert die “Gefahr”, dass ab einer gewissen Automatisierungsquote auf den kapitalistischen Teil der Wirtschaftsordnung verzichtet wird, um den Konsum erhöhen zu können. Dies wäre eine vorgenerationenopportunistische Verhaltensweise, die mit Erziehung eingedämmt werden könnte. Diese Erziehung ist jedoch nicht anreizkompatibel.

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