SuscisionHelper: Sustainable Decision Helper (OptEcoBuy)

SusscionHelper ist ein individuelles Optimierungsmodell, dass sich für Nachhaltigkeitsdimensionen visualisieren lässt und in ein Transparenznudging über die Produktreihenfolge mündet.

Vorteile

Sofern Nachhaltigkeitstransparenz zu nachhaltigem Konsum führt, weil die Konsumenten*Innen nachhaltiger Einkaufen, ließe die Einführung des SuscisionHelper folgende Vorzüge erwarten:

  1. Verschiebung des Billigsegments zum Preiswertsegment mit weniger Müllproduktion,
  2. nachhaltige Produktentwicklung führt zu geringerer Ökobilanz des Konsums und beschleunigt die Energiewende,
  3. bessere Arbeitsbedingungen und
  4. eine beschleunigte Energiewende reduziert die Ressourcenkonflikte um fossile Energieträger.

Nachhaltigkeitsdimensionen

Nach dem Brutlandbericht unterscheiden wir soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Die wohl bekanntesten Nachhaltigkeitsindikatoren aus Käufer*Innen-Perspektive sind die Ökobilanz für ökologische Nachhaltigkeit und das Preis-Leistungsverhältnis über die Lebensdauer eines Produktes. Bzw. für Produkte ähnlicher Leistung (Substitute) deren Preis pro Lebensdauer. Es existieren für aufwändige Ökobilanzen Kurzbilanzierungsmethoden, die die Umweltwirkung von Produkten abschätzen (z. B. EcoIndicator99).

Derzeit – soweit mir bekannt – ist noch keine Indikatorik für soziale Nachhaltigkeit ausgereift, da diese kompliziert bis komplex ist. Nach meinem Verständnis gehört zu einer Sozialindikatorik insbesondere:

  1. Arbeitgeber*Innenleistungen und Vertragsbedingungen,
  2. Arbeitsschutz,
  3. Demokratische Organisation eines Unternehmens (Beteiligung),
  4. Umlage der Innovationsrenditen auf die Arbeitnehmer*Innen,
  5. Finanzierung von Arbeitswechselphasen durch Abfindungen und Entschädigungen,
  6. Unterstützung / Kooperation zwischen Führung und Betriebsrat,
  7. Unterstützung bei der zukunftsgerichteten Qualifizierung durch Fortbildungen entsprechend der Ziele des/der Arbeitnehmers*Innen,
  8. die Relation der Gehaltsabstuffungen zugunsten von Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit (Verantwortungsproportional),
  9. Hilfestellungen beim Jobwechsel in Rationalisierungsphasen, um Transitionszeiten und Belastungen der Arbeitslosigkeit zu verringern und
  10. Weiterbildung nach persönlicher Vision.

Ähnlich der Gemeinwohlbilanz, lassen sich diese Eigenschaften sozialer Nachhaltigkeit bepunkten / bewerten und aggregieren, wobei die Gewichtungen zwischen den Eigenschaften entweder demokratisch bzw. statistisch zu mitteln oder individuell zu erheben wären.

Individuelle Passung

Bei einer Conjoint-Analyse werden dem/der Kunden*In Produkte vorgestellt – meist visuell -, die gewisse Eigenschaften systematisch variiert haben. Der/die Kunde*In bewertet dann, wie gut er die Gesamtprodukte findet. Man kann dann von den Bewertungen der Gesamtprodukte auf die Bewertungen der systematisch variierten Eigenschaften mathematisch schließen.

Werden Ihnen also Produkte mit systematisch variierten Eigenschaften in den Dimensionen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit vorgestellt, kann man Ihre individuelle Bewertung dieser Dimensionen ableiten. Dies ist viel realitätsnaher als die Bewertungen für die einzelnen Dimensionen direkt abzufragen, da sie trade-offs der Dimensionen erleben. Die nächstbeste Möglichkeit sind sog. Analytical Hierarchy Prozesse, um Gewichte für Dimensionen abzuleiten.

Im Resultat gehen dann die Gutachtenwerte der Dimensionen entsprechend Ihrer Präferenzen in einen aggregierten Indikator ein, der eine Reihenfolge der Produktalternativen für Sie berechnet. So kann z. B. eine Anpassung an Ihre finanzielle Situation und / oder Nachhaltigkeitsprioritäten erfolgen – Ihre persönlichen Wünsche für die Welt werden berücksichtigt.

Optimierungsmodell

Der wesentliche Vorzug des Optimierungsmodells ist, dass es sowohl gegenständlich in einer Raumecke (Vgl. zur Erklärung Nachhaltigkeit) durchgeführt werden kann, als auch gut Visualisierbar für drei Dimensionen ist. Dafür werden Produktalternativen entsprechend Ihrer Indikatoren in den Dimensionen als Punkte in ein 3D-Koordinatensystem platziert und eine Ebene, die Ihre Präferenzen abbildet, wird in hinreichendem Abstand zur Punktwolke der Alternativen – inklusive der Alternative des Nicht-Kaufs, falls gewünscht – eingezeichnet. Der Abstand im Neunzig-Grad-Winkel zur Ebene (Ebenennormalenvektor) entscheidet dann über die Reihenfolge.

Transparenz

Sind die Indikatoren genügend aussagekräftig, also möglichst vollständig, solide erhoben und vergleichbar, stellen sie Transparenz über die Dimensionen der Nachhaltigkeit her, sodass Sie gute Entscheidungen mit stark verdichteten Informationen treffen können. Transparenz ist besonders wichtig, sollen Preise den Nutzwert für die Konsumenten*Innen abbilden.

Transparenznudging

Aufgrund der Optimierung, und weil Präferenzen nicht jedesmal neu erhoben werden müssen, werden Ihnen Produkte in der Reihenfolge in der Sie sie bevorzugen dürften bei einer Onlinelösung einfach vorgeschlagen, sodass Sie sich zuerst über Produkte informieren dürften, die Ihnen gefallen sollten.

Das ist ein bisschen Ähnlich, wie die Empfehlungen “was andere Nutzer*Innen gekauft haben”, hier werden nur statt Präferenzen einfach ähnliche Kunden*Innen herangezogen. Das funktioniert, weil ähnliche Kunden*Innen für gewöhnlich ähnliche Präferenzen haben.

Transparenzregulation

Durch eine Einigung im Bundestag, Europäischem Parlament oder auf internationaler Ebene auf eine Indikatorik und entsprechende (Kurz-)Gutachten sowie eine Verpflichtung zur Kenntlichmachung der Informationen in moderner Form, kann der vermutlich wichtigste Hebel im Kontext der Nachhaltigkeitstransformation unseres derzeitigen Wirtschaftssystems betätigt werden, ohne die Kunden zu bevormunden. Diese Maßnahme ist gegenüber der CO2-Steuer / dem Zertifikatehandel insbesondere im Konsumgüterbereich vorziehenswert, sollte aber durch die CO2-Steuer / den Zertifikatehandel ergänzt werden. Für Unternehmen entsteht dadurch ein Zusatzaufwand, der jedoch nicht wettbewerbswirksam ist (es werden alle gleichermaßen belastet) gleichwohl aber die Entwicklungszeit verlängert. Dies erhöht leider die Kosten oder den Aufwand von Start-ups und Innovationen, dürfte aber aufgrund der Wichtigkeit gerechtfertigt sein – es würden gleich zu Beginn auch die Nachhaltigkeitsfacetten berücksichtigt werden.

Aggregierte Präferenzebenen

Es wäre möglich Präferenzebenen von Nutzern gewichtet oder gleichmäßig miteinander zu verrechnen, sodass Sie z. B. Haushaltspräferenzebenen erzeugen können, die mögliche Kompromisse für z. B. die Familie oben anzeigen würden.

Auch können größere Aggregate gebildet werden, wie z. B. nationale Präferenzen, die politisch interessant wären oder Kundensegmente. Man kann umgekehrt unter bestimmten Annahmen auch von z. B. Wahlergebnissen auf eine Gesellschaftspräferenzebene grob schließen und dann als “Deutsche(r)” einkaufen oder als “Amerikaner*In”, das ist vielleicht auch interessant.

Wiki für Nachhaltigkeitsgutachten

Eventuell ließe sich eine Community bilden, die einfache Nachhaltigkeitsgutachten in einem Wiki kooperativ erstellt. Dies würde den Druck auf Unternehmen erhöhen, Nachhaltigkeitsinformationen herauszugeben und eine Menge Nachfragen und Analysen stimulieren. Viele Daten sind dem Produkt ableitbar, während die Wertschöpfungskette und Arbeitsbedingungen der Unternehmen recherchiert werden muss.

Fazit

Der SusscionHelper als individuelles Optimierungsmodell, dass sich für Nachhaltigkeitsdimensionen visualisieren lässt und in ein Transparenznudging über die Produktreihenfolge mündet, kann wettbewerbsneutral Hebelwirkung durch Transparenz entfalten. Der/die Konsument*In sieht sofort welche Produkte seinen Nachhaltigkeitswerten entsprechen.

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Diskussion: Gemeinwohl-Ökonomie

Rechtliche Legitimation durch die Verfassung

“Eigentum verpflichtet (…) sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”, ist der Ausgangspunkt der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung zu behaupten, dass eine Abstimmung der Wirtschaft mit einer Gemeinwohlzielsetzung geboten durch die Verfassung ist. Im Konkreten Fall der deutschen Verfassung ist dies jedoch kein Wirtschaftsgebot sondern ein Abwehrrecht der Bürger und juristischen Personen gegenüber staatlicher Willkür – grundsätzlich kodifiziert unsere Verfassung solche Gebote für den Staat. Sie können also den Staat verklagen, wenn er sein Eigentum nicht zum Wohle der Allgemeinheit verwendet. Gleichwohl strahlen manche Verfassungsgebote in das bürgerliche Recht aus und dies könnte auch hier der Fall sein, sodass Privateigentum dem Allgemeinwohl zu dienen hat. Es ist also etwas vereinfacht zu sagen, es handle sich um ein universell auf Privateigentum übertragbares Gebot, vielmehr sind Übertragungen im Einzelfall zu begründen.

Kernkonzeption Gemeinwohlökonomie

Trotz des mangelnden universellen Anspruchs, ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Konzeption wirtschaftspolitisch möglich (Teil des Lösungsraums) und damit vorstellens- und diskussionswürdig.

Im Zentrum der wirtschaftlich orientierten Eingriffe steht die Gemeinwohlbilanz und ein System gemanagter Wechselkurse nach Keynes sowie eventuell ein Negativzinssystem sowie Gewinnverwendungsverbote. Weiterhin werden Schranken für die Verwendung und Kumulation von Gewinnen und Privateigentum vorgeschlagen sowie demokratie- und zufriedenheitsförderliche Erziehung und Bildung.

Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlbilanz soll ein Standard werden, der Transparenz bezüglich werteorientierten Wirtschaftens gemeinverständlich und öffentlich dokumentiert und in einer Indikatorik zusammenfasst. Die erreichten Punkte der Gemeinwohlbilanz werden dann verpflichtend auf Produkte in Form eines Nudging-Systems aufgebracht z. B. grün für vorbildlich usw. Gemeinwohlbilanzen sollen ähnlich einer Wirtschaftsprüfung privatwirtschaftlich geprüft und staatlich stichprobenartig kontrolliert werden.

Die indizierten Werte sind aus Verfassungsanalysen hervorgegangen und betreffen die Werte, Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung. Sie werden jeweils auf alle Stakeholder*Innen bezogen und in Subkategorien aufgegliedert. Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Aufsummation von 50 maximal möglichen Punkten pro Kategorie-Stakeholder*Innen-Feld. Die Kategorien sind also gleichgewichtet. So soll der Konsument am Ort des Kaufes einfacher Preise von vergleichbaren Gemeinwohl-Leistungsträgern vergleichen können und Transparenz über z. B. unethische Nidrigpreise erhalten.

Besondere Forderung ist nun, dass Gemeinwohl-Bilanz-Ergebniss-Gruppen unterschiedliche wirtschaftspolitische Regularien auferlegt bekommen sollen, sodass es finanziell lohnenswert für Unternehmen ist höhere Ergebnisse anzustreben, weil z. B. Steuern erlassen werden. Diese Belohnungs- bzw. Sanktionsstruktur soll Wirtschaft mit Gesellschaftszielen alignen.

Kritik

Die Gemeinwohlbilanzierung entspricht in weiten Teilen meinem Konzept des Transparenznudgings in den Dimensionen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit (Vgl. Nachhaltigkeit). Der zentrale unterschied wäre, dass die Gewichtung der Indikatoren in der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung aus einem demokratischen Prozess hervorgehen soll, sodass mit Gesellschaftspräferenzen die Anreizstruktur der Wirtschaftspolitik demokratisch definiert werden soll z. B. in einem Bürgerkonvent.

In meinem Konzept hingegen sollen Konsumenten durch Konjoint-Analyse – dies ist ein graphisches Verfahren, Präferenzen zu erheben – Indikatoren bzw. Dimensionen entsprechend ihrer Präferenzen erheben und dann ihre persönlich bevorzugten Produkte angezeigt bekommen. Dies erfordert digitale Berechnung der Rangfolge der Produkte am Einkaufsort basierend auf den Indikatoren (mathematisch: Euklidische Distanz Support Vector Maschinen). Hier würde eine Gesellschaftspräferenz aus den tatsächlichen Präferenzen der Bürger errechnet werden – eventuell kontinuierlich. Dieser Aspekt, an Märkten entsprechend der eigenen Präferenzen entscheiden zu können, ist so ungefähr der höchste Wert einer Marktwirtschaft. Ich denke dieser Aspekt wäre sehr Interessant für die eher demokratisch verwurzelte Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, um die Gemeinwohlbilanz am Markt zu flexibilisieren und eventuell einen Konvent mit tatsächlichen Präferenzen zu unterfüttern.

Grundsätzlich sind jedoch genau derartige transparenzschaffenden Standards und deren Berücksichtigung in der Wirtschaftspolitik das zielführendste Mittel Wirtschaft zu regulieren eventuell auch im Kontext von Restriktionen für Werbung bzw. mediale Beeinflussung – sie sind ein systemischer Hebel.

Die Gemeinwohlbilanz-Gruppen bezogene Wirtschaftspolititk entspricht summarisch einer Pigue-Steuer, die relative Preise von Produkten beeinflusst. So schlägt z. B. auch Friedrich Wegenstein Zölle entsprechend wirtschaftspolitischer Standards vor, um nicht z. B. prekäre Arbeit lokal zu verbieten, dann aber global zu importieren (Vgl. Diskussion: Knapp Wertvoll Sparsam).

System gemanagter Wechselkurse nach Keynes

Wirtschaftspolitisch gilt das Trilemma der offenen Volkswirtschaft – sie können zwei von drei Freiheiten wählen, während die Dritte dann beschränkt ist. Die Freiheiten sind: Kapitalmobilität, feste Wechselkurse und geldpolitische Konjunkturpolitik.

Ein System gemanagter Wechselkurse kann entweder Kapitalmobilität oder geldpolitische Konjunkturpolitik erlauben, nicht jedoch beides. Wollen Sie also weiterhin Inflation stabilisieren können, müssen Sie auf Kapitalmobilität verzichten. Das entspricht der Politik Chinas.

Jetzt ist jedoch die Idee, die festen Wechselkurse in Perioden an die Fundamentalwerte anzupassen, sie zu managen. Dies soll über eine internationale intergovernmentale Organisation erfolgen. Theoretisch würde das erlauben, Kapitalmobilität zu ermöglichen und Wechselkursspekulation abzufangen. Das System entspricht also ungefähr dem Goldstandard oder Bretton-Woods-I-System, sofern nicht die Kapitalmobilität beschränkt würde.

Negativzinssystem

Grundsätzlich sollen Banken auf ihre Kernfunktionen gebunden werden und Finanzinvestments an Kapitalmärkten sowie diese Märkte verboten werden. Weiterhin sollen sie Kreditinvestitionen mit einer verbindlichen vorgelagerten Gemeinwohlprüfung bewerten, bevor die finanzielle Risikoprüfung erfolgt, um die Kreditkonditionen festzulegen. So sollen im Sinne einer Portfoliodenkweise sogar besonders gemeinwohlorientierte Projekte subventioniert werden.

Hier greift auch das regulatorische Negativzinssystem, bei dem Geldeinlagen bei Banken zum einen verbindlich sind und das Geld sich mit der Zeit entwertet, sodass Kredite zu günstigeren Konditionen vergeben werden können und so die Produktpreise sinken. Dies hätte den Effekt, dass besonders wohlhabende Leute (Nettozinsgewinner*Innen von heute) sich nicht den Mehrwert der Arbeit von konsumgebundenen Leuten (Nettozinsverlierer*Innen von heute) aneignen, sondern konsumgebundene Menschen geringere Kosten hätten. Konsumgebunden soll bedeuten, dass Menschen mit geringem Einkommen und Vermögen gar keine oder nur wenig Ersparnis bilden können. In dieser Situation können reiche Leute nur konsumieren oder gründen, wobei Anlage nicht mehr wirklich möglich ist, da auch das Einkommen begrenzt würde, also z. B. mit 100% Steuer belegt würde, wenn es einen Maximaleinkommenswert übersteigt – Geld wird zum öffentlichen Gut.

Kritik

Schmelzende Ersparnisse motivieren Konsum und sind besonders riskant in Schattenmärkte zu münden, die einer Professionalisierung des Bargelds im Kopfkissen entsprechen dürften, sodass nicht nur eine Einkommens- sondern auch eine Vermögenskontrolle erforderlich werden würde – es geht also um Meldepflichten für Einkommen und Vermögen und deren Kontrolle. Die ganze Logik von Kapitaleinkommen würde aufgelöst werden und im Sinne einer linken Politik insbesondere niedrige Einkommenssegmente entlasten. Mithin müsste Rentenversicherung insbesondere umlagebasiert anstatt kapitalmarktbasiert sein.

Gewinnverwendungsverbote

Nach der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung sollen Gewinne in ihrer Verwendung beschränkt werden. Finanzinvestments sollen verboten werden, sodass nur durch Nutzwerte Einkommen erzielt werden kann. Banken sollen nur nichtgewinnorientiert sein dürfen. Ausschüttungen an nicht Mitarbeiter sollen Verboten werden, sodass Arbeit die einzige Quelle von Einkommen wird. Firmenaufkäufe und -Fusionen sollen nicht gegen den Willen der Belegschaft möglich sein, sodass eine demokratische Unternehmensentscheidung den VERKAUF von Unternehmen verbieten kann und regelmäßig soll, um dem “Fress- und Wachstumszwang” in der Wirtschaft zu entgegnen (Vgl. zum derzeitigen System Finanzsystem). Und Parteispenden von juristischen Personen sollen untersagt werden.

Kritik

Ich habe den Verkauf besonders hervorgehoben, da ein Kaufsverbot im internationalen Kontext schwieriger durchzusetzen wäre als ein Verkaufsverbot. Das Trockenlegen der Kapitalanlage zusammen mit der Vermögensbegrenzung entzieht dem Wirtschaftssystem den zentralen Innovationsantrieb im Sinne der Rationalisiserung, die langfristig die Produktionskapazität und damit den Wohlstand der Bevölkerung sichert, eben die Ressourceneffizienz des Wettbewerbs. Dementsprechend verbleibt nur dieser mittelbare Anreiz zur Ressourceneffizienz, ohne das Druck besteht danach zu streben. Derartige mittelbare Anreize gelten als Grund für das Scheitern des realisierten Sozialismus. Wir würden also eventuell ein Versiegen von Innovation und realem Wirtschaftswachstum erleben, genau dies reduziert im Gegenzug aber auch den Druck im System.

Einkommens- und Vermögensschranken

Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung fordert neben einem Mindest- auch einen Maximallohn und Vermögensbegrenzungen, die zwar Leistungsanreize bieten, aber individuelle Beeinflussung von Politik und Wirtschaft verunmöglichen, die im Widerspruch zur Gleichheit der Bürger in einer Demokratie steht, sowie ausschließliches Einkommen aus Arbeit. Erbe soll ab einem Maximalsatz des Erbes und der Schenkung sozialisiert und eventuell als demokratische Mifgift ausgezahlt werden.

Kritik

Einen Mindest- und Maximallohn halte ich ebenfalls für vernünftig, aber ich würde die Lohnstufen ebenfalls in Relation zueinander bringen, damit das “Kontinuum” ebenfalls fair aufgegliedert würde, nicht also der normale arbeiter im unteren Einkommensband und die Elite im oberen Einkommensband ohne einen vernünftigen Übergang in der Mitte angesiedelt würde. Die Innovationsanreizproblematik könnte eventuell gerettet werden, wenn von einer Kopplung an Absolutwerte wie einen Mindest- und oder Maximallohn (das bedingt sich ja dann) verzichtet würde und statt dessen fixe Verteilungsquoten als Relationen zum Gewinn nach Investitionen und Rücklagen definiert werden – so entsteht firmenabhängiger verdienst, der mit Innovation zunimmt. Hier wären eventuell Abfindungen / Wertschöpfungsbeteiligungen für ausscheidende Mitarbeiter zu regulieren oder per Gemeinwohlbilanz zu fördern. Weiterhin verbliebe das Verkaufs- und Fusionsverbot besonders relevant. Zur Vermeidung von unerwünschten Abweichungen im internen Unternehmensgefüge (Hierarchie) dürfte es notwendig sein die relativen Entlohnungen an Jobanforderungen zu binden, anstatt den Unternehmen zur Disposition zu überlassen. Eventuell ist auch hier eine Förderung durch die Gemeinwohlbilanz möglich.

Gerade im derzeitigen Wirtschaftssystem erachte ich die vernünftige Konzeption von Vermögensgrenzen und / oder Erbschaftsregeln für einen der wichtigsten Schritte – wir alle verdanken unseren individuellen Erfolg zum Einen eher den Leistungen vorhergehender und unserer Generation (dazu zählen auch die Ganzen öffentlichen Güter) und zum Anderen unseren Anstrengungen, nicht jedoch werden normale Bürger mit dem Privileg der leistungsarmen Weltgestaltungsmacht geboren und können mit einfachen Analysen oder Zukäufen von Expertise Unternehmenswertschöpfungsströme (Kapitalrendite) nicht nur kaufen sondern auch noch in Wettbewerb zueinander setzen, um das Maximale zu erhalten. Ich erachte es für grob fahrlässig enormes Vermögen zu vererben, da es der Gemeinschaft zustehen sollte und Kinder entfremdet, und würde eine derartige Regulation auch begrüßen (Vgl. Finanzsystem).

Die Kopplung von Einkommen an Arbeit, sodass Anteile an juristischen Personen keine Ausschüttung erwarten lassen sofern man nicht (unternehmens demokratisch legitimiert) dort arbeiten darf, würde grundsätzlich eine Kontrolle erfordern, ob nur auf dem Papier oder tatsächlich gearbeitet würde. Dies zu konzipieren wäre schwierig.

Erziehung und Bildung

Wie so häufig werden wesentliche Kritiken am Bildungswesen wiederholt, die insbesondere die persönlichen Ich-Kompetenzen betreffen, wie Gefühlskunde, Wertekunde, Kommunikationskunde und Demokratiekunde (Vgl. dazu auch Ich-Kompetenzen). Weiterhin werden Naturkunde, Kunsthandwerk und Körpersensibilisierung thematisiert. Ziel ist ein reichhaltiges werteorientiertes Innenleben zu ermöglichen, dass nicht übermäßig durch extrinsische Surrogate Befriedigung erfährt.

Fazit

Wirtschaft mit unseren Werten abzustimmen, ist sicherlich vernünftig. Die Gemeinwohlbilanz oder eine vergleichbare Indikatorik und Pigue-Steuern, sowie die Vermögensbegrenzung und die Vetorechte gegen Unternehmensveräußerungen kann ich gut mittragen, aber die Dynamik der Ressourceneffizienz durch Wettbewerb um Kapital aufzulösen ist für mich doch recht gewagt, auch wenn intrinsische Motivation bestehen bleibt – im Sozialismus ist dies neben der Planwirtschaft schief gelaufen (soweit mir bekannt); ich verbleibe dazu bei den Anmerkungen zu Verteilungsquoten und Jobanforderungszuordnung zu diesen. Meinen persönlicher Ansatz zu diesem Thema finden sie hier (Vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt).

Das Buch ist empfehlenswert, da es viele kontemporäre Themen anspricht und versucht konstruktiv behandelt. Es ist jedoch etwas polemisch.

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Diskussion: It´s Time for Politics to Grow Up

Dieser Vorschlag ist universell und einzigartig. Universell, weil er positive Ideen ausdrückt, die von vielen traditionellen und modernen Kulturen geteilt werden, und so von allen verstanden werden kann. Einzigartig, als konstruktive Synthese für unser aller Fortschritt in einer Form, die Diversität aufblühen lässt und nicht von spaltender Politik untergraben wird. – Dorian Furlonger (2019): “It´s Time for Politics to Grow Up”, Übersetzung von Marius A. Schulz.

Zentrale universelle Normen, die Furlonger aufnimmt sind die vertrauenshaltige Reziprozitätsnorm, die Goldene Regel und der Grundsatz systemisch-individueller Freiheit:

  • Ich gehe auf dich zu, in der Hoffnung, dass du auf mich zugehst.
  • Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte.
  • Ich erlaube mir nur jede Freiheit, die nicht andere in ihrer Freiheit behindern.

Lebensqualität – ehrlich und bedacht

Er konfiguriert diese drei moralischen Grundsätze in Bezug auf Lebensqualität. Lebensqualität erfasst er als subjektive Beurteilung, die überlegt, autonom und wissensbefähigt erfolgt in Bezug auf:

  1. Leben in gutem physischen und sozialen Umfeld (mit einer guten Mischung aus Sicherheit und Chancen in physischer und sozialer Hinsicht).
  2. Leben eines erfüllten Lebens.
  3. Leben in Selbstachtung.

Im Kontext der Allgemeinheit erweitern sich folglich die Beurteilungskriterien hin zu:

  1. Ich beurteile frei von Beeinträchtigung meines Denkens (wie z. B. Manipulation oder Gruppenzusammenhalt).
  2. Ich beurteile mit offenem Zugang zu gegenwärtig relevantem Wissen, dass ich reflektieren konnte.

Schließlich zeigt sich die Integration der moralischen Normen in der Berücksichtigung der Selbstbeschränkung eigener Lebensqualität sofern sie andere oder die Gesamtgesellschaft in ihrer Lebensqualität behindern würde und der Aussage sich auf bedeutsame Unterstützung von Mitmenschen und Institutionen verlassen zu können.

Damit setzt Furlonger auf eine ehrliche und bedachte Bekundung unserer Lebenszufriedenheit. Das steht – so Furlonger implizit – in starkem Kontrast zu den Machtspielen einer Klientelpolitik, die “vorbildhaft” inszeniert wird – die Machtpolitik.

Machtpolitik nutzt sophistische Techniken, statt dem “mutual higher-self thinking”, dem selbstabstrahierenden Denken zum gemeinsamen Wohl.

Kritik

Zentral scheint mir die Fragestellung der Integration fremder Interessen in die eigenen Fühlens-, Denkens- und Verhaltensweisen zu sein. Entsprechend meiner Konzeption egoistisch-empathischen Verhaltens strebt Furlonger hier die Beachtung von Fremdinteressen an – sie sind zu bedenken. Das unterscheidet nach meiner Konzeption von Opportunismus oder gar Soziopathie, die ohne Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für andere auskommt.

Diese Fragestellung, also die Integration von Fremdwirkung ist jedoch ein zentrales Thema der Ethik – wir können meistens nicht alle Konsequenzen unseres Handelns absehen. So sind wir z. B. als unperfekte Wesen auf Integration entsprechend unserer Intention angewiesen (Vgl. Integration) und die Optimierung gemeinsamer Entscheidungen kann zwar modelliert werden (Vgl. Homo Ökonomikus), aber nur für ausgewählte Stakeholder, nicht das ganze System.

Hier ist folglich die richtige Konsequenz, sich Mühe mit der Modellierung von Konsequenzen eigenen Verhaltens (dazu zählt auch Kommunikation) zu geben und abzusichern aus positiver Intention zu handeln, nicht aber aus “Überforderung” und mangelndem Verständnis für die subjektiven Situationen anderer aufzugeben, Fremdwirkung zu berücksichtigen.

Dieser Anspruch ist keineswegs neu, sondern im alteuropäischen Kulturgut z. B. des Ehrbaren Kaufmanns in der sogenannten inneren Ehre erfasst (Vgl. Corporate Social Responsibility), war aber im Kontext des zweiten Weltkrieges in Vergessenheit gebracht worden. Heute finden wir diese Ideen im Kontext von Integrität, Authentizität und Verantwortung.

Konstitution

Nach Furlonger sollte folgendes Kernprinzip in die Verfassung aufgenommen werden:

In allen politischen und administrativen Entscheidungen muss die Priorität in der Zielsetzung liegen, dass die Menschheit sich hin zu nachhaltiger Lebensqualität für alle entwickelt und zwar basierend auf offenem und transparentem Wissen.

Dieses Kernprinzip elaboriert er in neun Regeln, die wie folgt zusammengefasst werden können:

  1. Lebensqualität für alle ermöglichen:
    1. Freiheit für Lebensqualität, solange andere nicht eingeschränkt werden.
    2. Entscheidungen und Infrastruktur zur Ermöglichung von Lebensqualität.
    3. Mutual higher-self thinking in Politik und Administration.
  2. Nachhaltigkeit:
    1. Ökologische Nachhaltigkeit.
    2. Soziale Nachhaltigkeit ohne Monokulturen.
    3. Langfristorientierung und Beachtung des Gesamtkontext.
  3. Offenes und transparentes Wissen:
    1. Breite Wissensforschung in allen Bereichen.
    2. Förderung von Fähigkeiten durch Bildungsoffenheit und -Distribution.
    3. Nutzung von Wissen und wissensgerechte Prüfung von Entscheidungen.

Diese Regeln sollen sich gegenseitig verstärkend im Gesamtkontext entfalten, sind also designed, um eine systemische Dynamik hervorzubringen.

Kritik

Furlonger entwirft eine ähnliche Konzeption wie Doughnut Economics. Hierbei geht es um Mindeststandards und Einhaltung von oberen Limits, also dem Setzen von Nebenbedingungen für die freie Entfaltung – in beiden Konzepten in Bezug auf soziale und materielle Mindeststandards und planetäre obere Grenzen unserer ökologischen Lebenswelt.

Furlonger betont mit seinen Regeln die Wichtigkeit von Gleichheit und Gleichwertigkeit mithin Gerechtigkeit der individuellen Entfaltung gegenüber der Einschränkung der Entfaltung Dritter. Diese Form der relationalen “Beschränkung” wird sowohl intranational als auch international eingesetzt.

Hierin zeigt sich eine zunehmende Integration von ökonomischer, ökologischer und sozialer, und damit auch politischer, Nachhaltigkeit. Konzeptionell nach Furlonger fehlt damit vor allem das Feedback bzw. die Integration der Expertise der Bildungsverantwortlichen.

Hierin dürfte das Fundament bürgerlichen Handelns durch Wissensaneignung und Kompetenzvermittlung liegen, die nicht im sozialen und medialen Miteinander erwächst. Während Furlonger auf umfassende Offenheit und Transparenz von Wissen abzielt, habe ich mich eher mit der Vernetzung von Spezialisten beschäftigt (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen und Wissensmanagement).

Damit entsteht aus meiner Perspektive insbesondere die Frage, wie das Wissen in Form spezialisierter Aneignung in einem Expertensystem vernetzt werden kann und ich stehe der Allgemeinbildung vor diesem Hintergrund kritisch gegenüber – kann wirklich jeder so vieles Wissen, oder brauchen wir Arbeitsteilung im bürgerlichen Bereich?

Politische Implikationen

In Bezug auf politische Implikationen unterscheidet Furlonger zwischen Staatsorganisation, der Rolle der Politiker, der Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit sowie der internationalen Verhältnisse.

  1. Staatsorganisation:
    1. Gewaltenteilung.
    2. Unabhängig gewählte Prüfungsinstitutionen gegen Veruntreuung.
    3. Repräsentativität des Staates durch Abbildung der Interessenslagen der Menschen.
  2. Rolle der Politiker:
    1. Ablage der Führerinterpretation gegenüber einer Interpretation als Dienstleister / Steward gegenüber den Menschen.
    2. Vereidigung der verfassungsgemäßen Verantwortung und Verpflichtung.
    3. Wahrung der Diskursqualität öffentlicher Debatten.
  3. Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit:
    1. Eigenverantwortung für die eigenen Lebensqualität und Partizipation am politischen Geschehen (Bürgertum).
    2. Öffentliche Erwartung von bedeutsamer Anwendung der Prinzipien und Regeln.
  4. Internationale Verhältnisse:
    1. Kooperationsgrundsatz gegenüber Drittstaaten.
    2. Auffassung von Gewalt (und Macht) als letztes Mittel und gescheiterten Verhältnissen.

Kritik

Meiner bescheidenen Meinung nach – es handelt sich nur begrenzt um meinen Kompetenzkreis – manifestiert sich die politische Intention Furlongers vor allem in den staatsorganisatorischen Strukturen mit ihren nationalen und internationalen Kontrolleinrichtungen. Zu einem Gewissen grad wird Vertrauen über diese Kontrolleinrichtungen ermöglicht insbesondere aber durch Transparenz bestätigt, und sorgt somit für das Klima fruchtbarer Debatten, die im Kontext zunehmender Digitalisierung auch eine Form der Transparenz und Qualität erreichen könnten, die ein mündig argumentierendes Bürgertum fördern könnte.

Natürlich bedeutet dies, dass das Bürgertum für diesen Prozess auch einstehen sollte und so mitkontrollierend Wirkung entfaltet – insbesondere in liberalen Demokratien. Letztlich entscheiden natürlich unsere individuellen Selbstansprüche in kollektiver Durchdringung, wie unsere Strukturen aufgebaut sind (Vgl. Menschen groß machen) und wir können schließlich zunächst am besten bei uns und dann an den Strukturen angreifen, aber es besteht Gefahr der Überforderung.

Ökonomische Implikationen

Furlonger denkt Ökonomie problembezogen von den Zielen her, wenn er Märkte (auch Finanzmärkte) und Geschäftspraktiken mit Lebensqualität für die Menschheit abgestimmt wissen will, sodass Preise und Indikatoren die Lebensqualität messen und zwischen den Menschen abstimmen und Unternehmen zu werteorientierten Systemen mit transparentem Schutz vor illegalen Aktivitäten sind sowie Professionalität stimuliert wird.

Dem Staat kommt darüberhinaus die Förderung von Forschung in Lebensqualität bedingende Technologien und Wissen zu und die Unterstützung des Arbeitsmarktes. Dabei soll der Arbeitsmarkt durchaus Jobs zugunsten der Lebensqualität aller verschieben / aufgeben können, aber die Betroffenen sollen Unterstützung in der Jobtransition erhalten. Deswegen soll der Staat auch die Entstehung von Arbeitsplätzen insbesondere in Verbindung mit Lebensqualität fördern und Wandel in der Ökonomie und ökonomische Schocks mit Perspektive auf die Arbeitserhaltung und Transitionsförderung managen.

Die Korrektur von Preisbildung, die nicht mit realen Kosten und Nutzen harmoniert soll in einem Prozess kontinuierlicher Aufdeckung mit geeigneten Maßnahmen von Meinungsbildung über Entscheidungsunterstützung bis hin zur Besteuerung und Regulation erfolgen.

Kritik

Unternehmen balancieren Anforderungen von Absatz- und Faktormärkten mit den Faktoren Arbeit, Finanzkapital, Potentialgüter und Rohstoffe im Kontext von Wettbewerb. Dabei gibt es auf dem Absatzmarkt allgemeine Preisanteile und individuelle Preisanteile, während letztere die Spielräume auf den anderen Märkten ermöglichen. Somit liegt in professionell agierenden Unternehmen stets Fokus auf der Wettbewerbsposition über Preis und Leistung(-swahrnehmung).

Da Herr Furlonger Standards für Unternehmen einrichten möchte, müssen diese zu allgemeinen Preisanteilen werden, sodass sie anreizkompatibel im Wettbewerb sind. Hierzu kann geeignete Transparenz an Absatzmärkten eingerichtet werden oder es können Regulationsstandards geschaffen werden.

Das grundsätzliche Thema ist, dass Regulation und Transparenz bzw. Standards nachlaufend konzeptioniert sind gleichwohl sie häufig strukturell eingreifen. Das bedeutet, dass wir ausgehend von wahrgenommenen Problemen Standards etablieren, um diese Probleme und vergleichbare Problemmöglichkeiten auszuregulieren oder entscheidungswirksame Bewusstheit herzustellen und aufrecht zu erhalten – dieses reaktive Muster ist also nachlaufend. Können wir Probleme antizipieren, können wir vorauslaufend-prognostisch regulieren und beeinflussen.

Deswegen sind z. B. Transparenzframeworks basierend auf systematischer Analyse von ungewünschten Marktresultaten, die am (Absatz-)Markt wirksam werden in höherem Maße vorauslaufend, als die Korrektur von ungewünschten Marktresultaten durch Regulation und Beeinflussung. Hier setzt z. B. das Transparenznudging an, dass umfängliche Indikatoren in Kaufnudges überführt, sodass Produkte unabhängig vom Involvement der Konsumenten gut beurteilt werden können und zwar in Bezug auf messbare Eigenschaften, sodass die Vertrauenseigenschaften nur einen geringen Anteil ausmachen.

Professionelle Konsumenten (also z. B. der Verbraucherschutz) würden hier Signale von Unternehmen erwarten, die durch Transparenz echte Werte vermarkten. Hier stellen wir fest, dass die Wertschöpfungsketten am Absatzmarkt eher auf extreme Abweichungen reagieren, als auf Best Practices – Enttäuschung also relevanter ist, als Qualität behaupte ich. Diese Interpretation – sofern sie real ist – legt nahe, dass Unternehmen lediglich den extremen und medial wirksamen Vertrauensbruch meiden, anstatt proaktiv Standards zu erarbeiten.

Eine Institutionalisierung von Qualitätsstandards in Kaufhinweise überbrückt diesen blinden Fleck der Endkonsumenten, sofern das Vertrauen in die Transparenzframeworks besteht. Dies bedeutet nach den Grundsätzen der Privatautonomie, dass diese Transparenzframeworks den Konsumenten bestmöglich individuell beraten, keinesfalls aber bevormunden sollten. Hier ist auch eine Vermittlung und Transparenz der Indikatoren in bildenden Prozessen zu vermitteln – Vertrauenseigenschaften eines Transparenzframeworks sind von erheblicher Bedeutung.

Transparenz ist keinesfalls eine ungewöhnliche volkswirtschaftliche Forderung, sondern eine grundlegende Annahme effizient funktionierender Märkte. Allerdings sind in der öffentlichen Wahrnehmung eher Zertifikate und Marken präsent, die betriebswirtschaftliche Lösungen darstellen, also Geschäftsmodelle sind. Transparenzframeworks mit entsprechender Regulation oder Marktdurchdringung hingegen sind ganzheitliche Ansätze soweit derzeit absehbar. Meines Erachtens ist es wichtig die Debatte hier zu konzentrieren und sich bewusst zu machen, dass Unternehmen und auch Finanzinstitute aufgrund der systemischen Zusammenhänge auf derartige Ansätze von sich aus reagieren – in der Wirtschaft sollte fundiert am richtigen Hebel eingegriffen werden. Eine Übersicht zu Nachhaltigkeitsregulierung liefert der Artikel CO2-Steuer.

In Bezug auf die verbleibenden Vertrauenseigenschaften, also z. B. genehmigte Pharmazie- oder Pestizidforschung, die aufgrund von Informationsasymmetrien und Unmöglichkeit der Vorablangzeitstudie Spielräume für unverantwortliche Geschäftspraktiken lassen, müssen nachträgliche Transparenz eine Reputationswirkung entfalten, die vernünftige und verantwortliche Unternehmen befördern, aber letztlich braucht es in der Tat Verantwortungsbewusstsein und moralisches Handeln auf individueller und organisatorischer Ebene (Vgl. zu Verantwortungskonzepten Corporate Social Responsibility und the ethical capitalist). Streng genommen müsste man die Forschung verstaatlichen und die Nutznießer zum einen mit einer separaten Forschungssteuer belegen und zum anderen auf genehmigte Produkte beschränken.

Bildungswesen Implikationen

Furlonger hält folgende Elemente der Bildung für erwartbar:

  1. Jeder Mensch sollte hochwertige Bildung in der Jugend erhalten und im Erwachsenenalter sollte Bildung stimuliert werden und leicht zu finanzieren, wenn nicht sogar kostenlos sein.
  2. Bildung soll alle Felder enthalten, die für Lebensqualität relevant sind.
  3. Bildungswissenschaften sollten exzessiv erforscht und verbessert werden.
  4. Leistungserfolgskontrollen, die nicht der Zertifizierung von beruflicher Qualifikation dienen, sollten darauf abzielen, Strategien für besseren individuellen Lernfortschritt abzuleiten, statt soziale Pyramiden durch Selektion voranzutreiben.
  5. In der Gesamtschau soll Bildung Menschen befähigen gute Entscheidungen selbstständig treffen zu können (überlegt, autonom und wissensbefähigt), sodass sie ihre Lebensqualität verbessern können, ohne andere in ihrer Lebensqualität zu beschränken.

Furlonger erarbeitet auch die Felder der Bildung, die relevant sind, um Lebensqualität zu ermöglichen:

  1. Sprach-, Kommunikations- und Lernkompetenz.
  2. Wissenschaft von Natur und Technologie, die Verständnis der zugrundeliegenden Faktoren unserer Leben bildet inklusive der Wissenschaftstheorie, wie derartige Erkenntnisse gewonnen werden.
  3. Alles relevante Wissen, um Entscheidungen im globalen Nachhaltigkeitskontext treffen zu können.
  4. Vorurteilsfreie Bildung zu menschlichen Gesellschaften auf der Welt inklusive Kulturdifferenzen, Formen der nationalen Staatsorganisation und internationalen Eingliederung und Unterschiede der Lebensführung, physikalischen Umgebung und dem Umgang mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist Entscheidungen im globalen sozialen Kontext treffen zu können.
  5. Unparteiische Bildung zur eigenen Nation aus sozialer, physischer und historischer Perspektive.
  6. Verständnis von Moral, Werten und menschlicher Bewusstheit (menschenbezogenes Wissen) aus Perspektive relevanter Forschung, wie Ethik, Psychologie und Neurophysiologie.
  7. Bildung zu Logik, systemischem Denken und Entscheidungsfindung mit Befähigung Offenheit mit kritischem Denken zu balancieren.
  8. Bildung zu menschlichen Beziehungen.
  9. Wissen und Fähigkeiten, um das Leben und die Karriere managen zu können.
  10. Bildung in Kunst und Sport im Kontext sozialer Kompetenz, Begeisterung und Stimulation sowie der Erhaltung physischer und mentaler Gesundheit.
  11. Anleitung zu bürgerschaftlichem Engagement in Politik und sozialen Belangen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene inklusive motivationaler Aspekte.
  12. Wissen um die intendierte Verfassung und was die zugehörigen Regeln bedeuten.

Kritik

Bildungskonzeptionen sind nicht mein Kompetenzkreis, aber aus subjektiver Erfahrung halte ich insbesondere Wissen um Recht, Menschsein und kulturelle, wie erkenntnistheoretische Wahrnehmungs- und Verhaltensunterschiede für zu wenig durchgängig vermittelt. Im Übrigen ist Bildung ein Prozess, und damit nach Effektivität, Effizienz und Flexibilität zu gestalten, wobei insbesondere Flexibilität in unseren historisch autoritär geprägten System zu wenig bedacht scheint, um eine intensive Profilbildung in Bezug auf Wissen und Kompetenzen hervorzubringen, die im Kontext der Allgemeinbildung zukunftsgerichtet Arbeitsteilung in Kooperation ermöglicht und dabei die Motivation der Lernenden betont. Ich habe dazu im Artikel Jigsaw-Bildungswesen versucht meine Eindrücke zu reflektieren.

Zentrale Zusammenstellungen meiner wissensbasierten Beschäftigung mit dem Menschsein finden Sie im Abschnitt Ich-Kompetenzen.

Fazit

Dorian Furlonger widmet sich zentralen Grundsätzen einer Konstitution und betrachtet deren Implikationen in den zentralen Gesellschaftsstrukturen: Staatsorganisation / Politik, Wirtschaft und Bildung. Die Ausführungen bleiben nicht auf nationaler Ebene hängen, sondern widmen sich auch der internationalen Gemeinschaft.

In diesem Sinne rückt er den Wert des Universalismus in den Vordergrund – wir sind eine Menschheit auf einem Planeten. Diese fundamentale Wahrheit möchte er in unseren zentralen Strukturen global wiederfinden. Deswegen sollten die Bürger der Nationen ihre Erwartung an die Politik erhöhen und sich selbst konstruktiv und mitmenschlich im Sinne höchster Lebensqualität für alle einbringen.

Eine interessante Diskussion scheint mir die Verständigung zwischen Menschen, die einen Wert zugunsten von Macht entwickelt haben mit Menschen, denen Macht eher wenig motivierende Kraft gibt, da mir der Eindruck entstanden ist, dass letztere auf eine “Macht des Sozialsinns” setzen, deren Relevanz für machtorientierte Menschen vielleicht der Verständigung bedarf. Dies scheint mir eine interessante Fragestellung, die offen geblieben ist.

Anmerkung

Das knapp gehaltene Buch von Dorian Furlonger ist in diesem Artikel in den wesentlichen Aussagen erfasst. Gleichwohl erzeugen die Darstellungen von Furlonger vielschichtige Details über Zusammenhänge, Motivation und Interaktion der Prinzipien und Regeln, die hier nicht abgebildet werden können uns sollen. Ich kann das kurze Buch empfehlen. Schade ist lediglich, dass das Buch ohne Würdigung von zum Teil Lebensleistungen von Forschern durch Referenzierung auskommt, und sich damit etwas der wissenschaftlichen Gemeinschaft entzieht.

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CO2-Steuer

Was passiert, wenn ein Mensch feststellt, dass er ein Idiot ist? Sie wachen eines morgens auf und stellen fest: Die ganze Welt hat riesen Probleme – Klimawandel führt zu Katastrophen, Tornados, Extremwetter, Überschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis… das ganze Ökosystem kann kippen, die Versorgung der Menschen mit dem Mindesten, also Nahrung und Trinkwasser leidet unter Übersäuerung, Verunreinigung und Übersalzung und Pestizide rotten Bestäuberbestände aus, Großgrundbesitzer beuten Wehrlose aus – auf Plantagen, für Mineralien, Müll und Plastik sammelt sich, Tiere werden verdinglicht, eingezäunt, geschreddert, gezüchtet, notgeschlachtet – outputoptimiert.

Die “Lebenslüge” unseres Wohlstands ist enorm – wir haben kaum Möglichkeit zurzeit das Richtige zu tun – kann man überhaupt wissen, was wirklich nachhaltig ist? Haben wir diese Transparenz und Aufklärung gegenüber Wertschöpfungsketten und deren Produkten?

Aber kommen wir zurück zur Frage: Was passiert, wenn ein Mensch feststellt, das er ein Idiot ist? Sie erwarten vielleicht eine Verhaltensänderung: “Jetzt Krempel ich mein Leben um, es muss sich was ändern!”, aber die menschliche Psyche kennt einige Fallstricke. Z. B. lösen wir kognitive Dissonanz, also unangenehme Selbsteinschätzungen gerne durch beschwichtigende Informationen auf: “Mein Nachbar ist noch schlimmer, der fährt ein SUV und hat eine Nesspresso-Kaffemaschine.”, oder “Ich hab ja eh keine Wahl, die Wirtschaft bietet einem nur Pest oder Cholera.” und vielleicht auch kontrastierend: “Nachhaltigkeit ist totaler Schwachsinn, da probieren ein paar Forscher ihren Job zu erhalten und betreiben Glaskugelforschung – den Klimawandel gibt´s nicht, ich wähle die AfD!”.

Für gewöhnlich sind die Dinge, die uns dann so einfallen nicht direkt “falsch”, aber sie sind unwesentlich oder zurechtgepriemelt, um zu passen – Im Hip Hop sagt man: “fake!”. Das sehen Sie auch an der Aussage zu den Optionen unserer “Lebenslüge”: In der Tat ist es sehr aufwändig nachhaltig einzukaufen – mein letzter Nahrungsmitteleinkauf stammt aus Europa und weiter entfernten Regionen, Bio kann ich mir nicht immer leisten. Was da an Transport-CO2 drinsteckt, Plastikmüll, Pestiziden – pfff, keine Ahnung. Ich brauchte was zu essen, hab mich zum Supermarkt geschleppt und genervt eingekauft – was brauch ich, was könnte helfen, was fallen mir für Gerichte ein, was ist günstig usw. . Zuhause angekommen setzte dann mein Gewissen ein – shit!

Pigue-Steuer

Hier kommt die CO2-Steuer bzw. allgemeiner die Pigue-Steuer ins Spiel. Sind negative Effekte von Produkten und Dienstleistungen nicht eingepreist – sieht man es nicht am Preis -, dann ist die knappheits- bzw. werthaltigkeitsabbildende Funktion der Preisbildung nicht mehr gegeben – Smiths´ unsichtbare Hand funktioniert nicht mehr. Eine Pigue-Steuer misst diesen fehlenden Preisaufschlag und preist in im Wege eine Abgabe ein, die es auch erlaubt Geschädigte im Wege der Subvention oder durch öffentliche Güter zu entschädigen oder einfach die Gemeinschaft / Nation zu finanzieren – was zurückzugeben.

Wären alle sogenannten negativen Externalitäten – ökonomisch und nach unseren Wertemaßstäben – über Pigue-Steuern eingepreist, könnten Sie einfach das günstigste Produkt kaufen, das die richtige Qualität hat – das wäre noch komplex genug. Sie müssten Werbung, Erfahrung, Marken, Zertifikate, Wissen usw. prüfen, um einen halbwegs zutreffenden Qualitätseindruck zu gewinnen. Hierbei helfen uns Institute, wie Stiftung Warentest oder Gutachten zu Antriebskonzepten usw. – Transparenz ist enorm wichtig und eine Menge an Information. Information kostet Zeit, und damit Geld in Produktion und Konsum.

Informationskosten und weitere Hürden

Wenn Sie also eine CO2-Steuer fordern, bedeutet das für Unternehmen Carbon Controlling, wenn Sie darüber hinaus umfassende Nachhaltigkeitserwägungen Fordern, brauchen Unternehmen Konzepte, wie das Global-Reporting-Initiative-Framework, und wenn dann auch noch alle Innovationen wasserdicht auf Risiken abzusichern sind, kostet das eine Menge Forschungs- und Zulassungsgelder. Das ist für viele Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit eine Hürde: während der Absatz (Business Case for Sustainability) hochgradig unsicher ist, weil Nachhaltigkeit noch nicht im Mainstream angekommen sein dürfte, entsteht ein Haufen an Kosten, um Produkte zu innovieren, Wertschöpfungsketten zu regionalisieren (höhere Löhne) und die Nachhaltigkeit zu belegen. Deswegen gibt es eigentlich nur Zertifikate für ausgewählte Probleme, die sich – sofern nicht korrupt – im Wesentlichen auf werbewirksame und kaufwirksame Nachhaltigkeitsaspekte beziehen, die Komplexität regelmäßig jedoch ausblenden.

Wird eine marktdurchdringende CO2-Steuer für diverse Produkte eingeführt, müssen alle Unternehmen diese Informationsleistung erbringen und sie ist kein Wettbewerbsnachteil mehr – die Hürde “verschwindet”. Auch werden Innovationen in CO2-sparende Produkte zu Wettbewerbsvorteilen. Aber CO2 ist wie bereits aufgezeigt nur ein Element von Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit bedeutet soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Zur sozialen Nachhaltigkeit gehören Dinge, wie Ausschluss von Kinderarbeit, faire Entlohnung, faire Arbeitsbedingungen, angemessener Kündigungsschutz, Finanzierung von Transistionszeiten der Arbeitslosigkeit und Weiterbildung.

Das Ideal und die Planwirtschaft

Eigentlich ist das Thema so komplex, dass wir so etwas wie eine Marktwirtschaft bräuchten, die sich im Wettbewerb um Nachhaltigkeit befindet, denn Regeln oder Regulation können die Komplexität nicht wirklich überschauen. Das ist ein bisschen wie Planwirtschaft im Sozialismus – ineffizient, ineffektiv, unflexibel.

Vielleicht tuen sich deswegen politisch Verantwortliche so schwer mit harter Regulierung, wie einer CO2-Steuer oder CO2-Zertifikate-Handel. Wir wollen jedoch festhalten, dass an mancher Stelle schon etwas getan wurde: CO2-Zertifikatehandel im Energiesektor, Nachhaltigkeitsaufklärung, Social Entrepreneurship, Impact Investment, Doughnut Economics, Umweltdemonstrationen, Boykotte – es gibt Bewegung.

Gerade auch Social Entrepreneurship zeigt auf, dass es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen wollen, mitdenken und Empathie besitzen – der Ehrbare Kaufmann und Corporate Social Responsibility existieren (Zu Informationen zu Verantwortungsthemen vergleiche CSR und the ethical capitalist).

Stellen Sie sich mal vor, alle deutschen Ingenieure und andere Profis würden versuchen richtig sinnvolle Produkte zu entwickeln – eigentlich eine riesen Chance und die Methodik ist auch schon weit entwickelt (Vgl den bescheidenen Beitrag: Nachhaltigkeit, der der Produktentwicklung entsprungen ist).

Was sind Nachteile einer CO2-Steuer

Neben der schwierigen bzw. bürokratischen Regulation der Steuer sind Maßnahmen, die relative Preise verändern eher im unteren Einkommenssegment bindend und wirksam. Es könnte zu einer Steigerung des allgemeinen Preisniveaus kommen und Einkommen entwerten und “gezwungen” zum kauf von nachhaltigen Produkten sind eher die Massen, als die Vermögenden. So findet nicht unbedingt eine Verantwortungsübernahme durch die Gesamtgesellschaft, den Menschen statt – reiche juckt das im Zweifel nicht. Das ist schade, weil gerade Reiche enormen Einfluss auf Innovationen haben, indem Sie Preisaufschläge für Innovationen zahlen können und die Technologien somit in ihrer realen Kostenreduktion finanzieren. Üblicherweise werden Innovationen erst über die Zeit zu Massengütern, während sie am Anfang nur den besonders interessierten zur Verfügung stehen. Nicht umsonst also führen wir die Debatte zur Verantwotungsübernahme und vorbildlichem Verhalten der Reichen.

Weitere Nachteile ergeben sich im internationalen Handel. Werden z. B. in Deutschland steuern für CO2 erhoben, aber in anderen Absatzmärkten einer handelbaren Industrie nicht, entstehen Komplexitätskosten, um Produkte für die einzelnen Märkte zu entwickeln. Gleichwohl hätte das den Vorteil einer Zukunftsgerichtetheit des Produktportfolios im Nachhaltigkeitsbereich – also so ungefähr das Gegenteil vom SUV und eher so etwas wie funktionale, multimodale und autonom fahrende Sharingkonzepte basierend auf regenerativen Energien (Vgl. Logistik der Zukunft).

Der SUV ist im übrigen eventuell für eine Anti-Nachhaltigkeitsspirale verantwortlich (Vgl. Modellierung von Marktspiralen) und mir als Ingenieur ist es in der Tat peinlich und es macht mich tieftraurig, das eine unserer Kernindustrien in Deutschland schlichtweg asoziale Marketingkonzepte vermarktet, anstatt MASCHINEN zu bauen, die Probleme vernünftig lösen – Schande über euch! Das ist ungefähr so, wie ein Teammitglied das nicht nur Trittbrett fährt, sondern auch noch versucht maximalen Schaden anzurichten, und so etwas nennt man Soziopathie.

Weitere Nachteile im internationalen Handel entstehen dann, wenn die Absatzmärkte sich regional beschränken und das Nachhaltigkeitsziel nicht wirklich erreicht wird, weil Länder nicht mitziehen. Gut wären also internationales wirksames Engagement. Hierfür gibt es Anzeichen und internationale Vereinbarungen, auch da gibt es Bewegung – nur nicht schnell genug.

Was ebenfalls nachteilig an einer CO2-Steuer ist, ist dass Sie für viele Zwang bedeutet und Bevormundung – würden Sie lieber eine nachhaltige Maschine aus Überzeugung bauen oder, weil der Kostendruck das nahelegt? Würden Sie sich lieber durch Verantwortungsübernahme hervortun, oder dazu rechtlich gezwungen sein? Es gibt viel Kritik am “auscrowden” von intrinsischer Motivation durch harte Regulation.

Was sind Alternativen zur CO2-Steuer

Ein zentrales Element auch der CO2-Steuer ist Transparenz. Wäre es wettbewerbsneutral Transparenz herzustellen, könnten Konsumenten, liebe Mitbürger, besser Entscheiden, was sie durch ihren Kauf unterstützen wollen. Transparenz bedeutet, dass unabhängige Experten Zieldimensionen durch Kennwerte und Gutachten beurteilen und raten – das könnte gesetzlich verpflichtend und damit wettbewerbsneutral sein. Transparenz herzustellen bedeutet nicht nur Informationen zusammen zu stellen, sondern sie auch geeignet zu vermitteln. Hier spielt Transparenz-Nudging eine interessante Rolle (Vgl. z. B. SuscisionHelper). Nudging bedeutet übersetzt anschubsen und im Kontext, die Expertengutachten in einfache Hinweise zu verdichten, wie Reihenfolgen, Noten, Ampelfarben oder ähnlich.

Eine weitere Alternative sind Verbote – es ist grundsätzlich möglich besonders averse Produkte einfach zu verbieten. Das beschränkt zwar die materielle Freizügigkeit, bedeutet aber z. B. das alle Menschen gleichermaßen betroffen sind, also auch Reiche. Gleichwohl müssen Verbote kontrolliert und durchgesetzt werden und es können Schattenmärkte entstehen, wie z. B. beim Alkoholverbot in den USA.

Das Gegenteil einer Steuer ist eine Subvention – man könnte besonders wünschenswerte Produkte durch Subventionen oder Umlagen fördern und konkurrenzfähig machen, wie z. B. bei der Energieumlage.

Letztlich existiert auch die besonders softe Methode der Meinungsbildung, um Bürger zu motivieren verantwortliche Konsumenten zu werden, Führungskräfte zu motivieren nachhaltige Strategien und Maßnahmen verantwortungsvoll zu ergreifen, Reiche und Konzerne zu motivieren Steuern zu zahlen und Innovatoren zu motivieren in der Suchrichtung voranzuschreiten.

Abwägung – Was ist der richtige Weg?

Im Kern geht es meines Erachtens tatsächlich um gesamtgesellschaftlichen Wandel – vom Individualismus in Richtung Kollektivismus, von Opportunismus in Richtung Verantwortung, von Autoritätssystemen zu Vernetzung und Dezentralität, von Arbeitsfokus zu Bürgertum und Gemeinschaft, von Erfolg ist Reichtum zu Erfolg ist Zufriedenheit (Vgl. Glücksländer), von Reaktivität zu Proaktivität, von Toleranz zu Diversität und Akzeptanz, von Beschwerde zu Kostruktivität, von Unwissend zu emotional Intelligent, von Nationalismus zu Weltoffenheit, von Massenproduktion zu Mass-Customization, von Globalisierung zu Handelsteritorien (Vgl. Herstellung von Konvergenz), von Hierarchie zu Koordination (Vgl. Unternehmenskonzeptionen), von Sozialismus versus Kapitalismus zu Digitalisierung (Vgl. Utilitismus), von Drucksystem zu Motivation und von Existenzsicherung zu Verteilungsgerechtigkeit (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0 und Gerechtigkeit – eine Beschwerde) sowie von Ausbildung zu lebenslangem Lernen.

Die Themen der Zeit sind mannigfaltig und fordernd. Ein junger Mann, dessen Artikel ich nicht mehr finde, hatte argumentiert, dass die Entwicklung der Strömung, die sich in der AfD manifestiert inklusive Rassismus und Radikalisierung, auf der Sicherung des Gefühls ein guter Wohlstandsmensch zu sein basiert – früher war man stolz bessergestellt zu sein, das hatte man sich als Volk verdient, heute sind wir Ausbeuter und Sozialschmarotzer, obwohl wir viel Arbeiten.

Mit Komplexität umzugehen erfordert viel Agilität und enorme Verarbeitungskapazität sowie – und davon haben deutsche besonders wenig – Frustrationstoleranz, Emotionale Intelligenz und Hoffnung (Vgl. Selbstregulation, Positives Denken und Bewusstseinsreifung). Komplexität ist auch schwer alleine zu verarbeiten, wir brauchen uns, wir brauchen Gemeinschaft, wir brauchen Kooperation (Vgl. Kooperationsmanagement). Wir sollten Soziale Medien und Digitalisierung zu zielführender und hilfreicher Vernetzung einsetzen (Vgl. Wissensmanagement). Und wir können nicht im Kämpfen und Verdrängen / Flüchten und Gerichtsurteilen verharren, sondern müssen uns wertschätzen – die Würde des Menschen ist unantastbar (Vgl. Konfliktmanagement) bedeutet Menschen Respekt zu zollen und Empfehlung statt Neid.

Ich komme also zum Schluss, dass wir ein Portfolio von genannten Maßnahmen brauchen – wir brauchen Meinungsbildung und Appell genauso wie harte Regulation. Aber was hilft wirklich, Transparenzregulierung und Transparenznudging oder umfängliche CO2-Steuern. Hilfreich finde ich insbesondere die Abkehr von einer statischen Entscheidung hin zu einer dynamischen Betrachtung: wir können erst Transparenz regulieren und Nudgingsysteme ausbauen, bevor wir – falls erforderlich – zunehmend hart regulieren. Wir können in einem Prozess eine Balance aus softer und harter Regulierung entwickeln, die sich an das Problem herantastet. Angefangen mit den großen Brocken, denn wir arbeiten gegen die Zeit und wenn wir nichts tun, müssen wir eventuell irgendwann hochriskante Geoengineering-Projekte durchführen, um zu überleben.

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Finanzsystem

Der Markt für Vermögensanlagen bietet diverse Anlagemöglichkeiten (Wertpapiere, Termingeschäfte und Derivate), die insbesondere Bankkunden angeboten werden. Diese Form der Anlage ist jedoch nach der Kapitalmarktheorie (Rendite-Risiko-Optimierung) nicht wirklich sinnvoll, wie ich in diesem Artikel darlegen werde. Insbesondere die privaten Anlagestrategien der kurz und mittelfristigen Kursspekulation sowie die Idee von sicheren Anlagen, wie Immobilien, Gold oder Cryptowährungen, erweisen sich eher als Prozess der Vermögensumschichtung (Spekulationsblasen) zu Vermögensverwaltern mit Geschwindigkeits-, Informations- und Budgetvorteilen (Fonds). Deswegen stelle ich Modelle für eine vernünftige Anlage dar und nehme Stellung zu der früher plausibilisierten Verschwörungstheorie einer Vermögens- und Führungselite. Hierbei gehe ich auch auf unterschiedliche Gestaltung des Erbes ein.

Derzeitiges Finanzsystem

Es gibt im Wesentlichen drei Vermögen:

  1. Fondsvermögen,
  2. Mehrheitsbeteiligungsvermögen und
  3. Privatvermögen.

Mehrheitsbeteiligungsvermögen

Die klassische Verschwörungstheorie in Bezug auf Netzwerke der Vermögens- und Führungselite dreht sich um Mehrheitsbeteiligungsvermögen vor allem an Großunternehmen und mittelständischen Unternehmen. Diese Form der Anlage bringt zum Ausdruck, dass diese Personen bzw. Netzwerke auf Vermögensbildung (Rendite) verzichten, weil sie persönliches Interesse an den gehaltenen Unternehmen haben, sofern Kartellbildung ausgeschlossen bleibt.

Fondsvermögen

Würden sie optimierte Portfolios bilden, würden sie ein Fondsportfolio halten, um die Expertise der Fondsverwalter zu nutzen (Informations-, Geschwindigkeits- und Budgetvorteil). Die Risikoposition ist nämlich für höhere Budgets besser diversifizierbar, wodurch das Risiko sinkt, und damit die erwartete Rendite steigt. Ich möchte also nochmal hervorheben, dass sich die sogenannte Vermögens- und Führungselite nach dieser Betrachtung nicht entsprechend eines rein monetär motivierten Homo Ökonomikus verhält, sondern persönliches Interesse an ihren Unternehmen zu haben scheint (z. B. Leidenschaft), sofern es nicht um Kartellbildung geht.

Privatvermögen

Privatvermögen wird häufig in einzelne “sichere” Anlagen, Termingeschäfte und Derivate investiert oder zur Kursspekulation verwendet.

Kursspekulation

Es ist nachgewiesen, dass Kursveränderungen die nicht auf Trends oder neuen Informationen basieren ein Zufallsprozess sind. Gleichwohl ist auch bekannt, dass insbesondere private Investoren sich wie Herden verhalten, sodass die Kursspekulanten letztlich versuchen gegengerichtet zu agieren. Zusammengenommen wird so möglicherweise ein Zufallsprozess im Aggregat erzeugt, das aus Herdenverhalten und gegengerichteten Käufen resultiert. Es ist naheliegend, dass professionelle Institute hier ebenfalls der privaten Kursspekulation überlegen sind. Privatpersonen sollten also m. E. Abstand von sogenannter Chartanalyse nehmen.

“Sichere” Anlagen

Sogenannte sichere Anlagen sind häufig Trends in der Wahrnehmung der Privatpersonen die zur Blasenbildung führen, sodass eine zyklische Enttäuschung neue Trends erzeugt und sich ein Kreislauf bildet. Diese Prozesse werden von großen Vermögensverwaltern professionell erhoben, sodass diese einen den Zeitpunkt des Kursverfalls bestimmenden Einfluss haben, sodass Blasenspekulation aus Perspektive von privaten Investoren letztlich nicht rational sein dürfte.

Wirkung von Vermögensbildung

Alle diese Vermögen halten letztlich Eigenkapital und Schuldscheine (Fremdkapital), die über andere Finanzmärkte (Derivate, Termingeschäfte) Risiko- und Liquiditätsoptimiert werden. Diese Finanzkapitalquellen finanzieren Unternehmen und Staatsbudgets in Bezug auf Kapazitätsausweitung und -Erhaltung des Realvermögens sowie diverse Überbrückungskredite (Liquiditätsmanagement). So entstehen Kapazitätsanpassungen und Realisation von Inventionen (Innovation), die das Wachstum des realen BIP von Nationen erzeugen.

Portfolio-Hierarchie

Unternehmen werden in Europa nach Groß-, mittelständische und Kleinunternehmen eingeteilt. Großunternehmen und mittelständische Unternehmen sind in Zeiten der Globalisierung für gewöhnlich international tätig. Während Großunternehmen eher als branchenbezogene oder leistungsbezogene Systemanbieter und Wertschöpfungsketten agieren, sind mittelständische Unternehmen häufig spezialisiert. Kleinunternehmen sind meist Dienstleister, Einzelhandelsgeschäfte oder innovative Start-ups, die wachsen sollen. Start-ups entwickeln sich bei erfolgreicher Innovation für gewöhnlich zu mittelständischen Unternehmen oder werden von Großunternehmen übernommen und verwertet. Zusammengenommen bildet sich grob eine Portfoliostruktur, in der Großunternehmen Portfolios sind und Start-ups aufkaufen. Weiterhin übernehmen Großunternehmen auch mittelständische Unternehmen und halten Anlagen.

Mittelständische Unternehmen und zunehmende Unternehmenskonzentration

In Bezug auf mittelständische Unternehmen entstehen so sogenannte Familienunternehmen im Mehrheitseigentum, sofern die Gründer die Verträge mit Finanzkapitalgebern sorgfältig durchdacht haben (Eigenkapitalanteil, Gewinnbeteiligung, Kapitalrückzahlung, Verfügungsrechte usw.). Diese Entwicklung ist in Deutschland rückläufig, soweit mir bekannt. Potentielle Ursachen könnten insbesondere an mangelnder Innovation im Bereich von spezialisierten Leistungen liegen, mangelnder desruptiver Innovation, Patentkauf und Patententwicklung zur Behinderung einer desruptiven Innovation. So nimmt auch ohne Fusionen die Unternehmeskonzentration mit der Zeit zu.

Rolle von Inkubatoren

Großunternehmen scheinen durch Inkubatoren gerichtete Innovation und Desruptionsschutz zu etablieren, was z. B. in Bezug auf intergovernmentale Institutionen zu gesellschaftlich erwünschter gerichteter Innovation führen sollte, aber in Bezug auf Großunternehmen, durchaus perverse gerichtete Innovation zur Folge haben kann. Hier kommt es letztlich auf Regulation und gesellschaftlichee Verantwortung (Ehrbarer Kaufmann) der Entscheidungsträger (Großunternehmen, Investoren) an, um vernünftige Marktleistungen und Marktdynamiken zu erzeugen. Ein Beispiel für eine sicherheits- und nachhaltigkeitsbedenkliche Marktdynamik ist z. B. der SUV (vgl. Modellierung von Marktspiralen).

Es ist davon auszugehen, dass Inkubatoren letztlich mit Venture-Capital-Gebern kooperieren, die in Fonds gebündelt werden können.

Fazit – derzeitiges Finanzsystem

Das Finanzsystem ist also zusammenfassend vor allem eine Struktur von Portfolios, die Portfolios halten – Fonds, Großunternehmen, mittelständische Unternehmen, Start-ups.

Marxistischer Arbeit-Kapital-Konflikt

Im Artikel nachhaltiger Kapitalmarkt habe ich dargelegt, wie der Refinanzierungsdruck auf Unternehmen reduziert werden könnte. Dieser wird kritisiert, da er (Shareholder Value) zur Folge hat, dass Arbeitseinkommen, Lieferantenumsätze und Veräußerungsumsätze optimiert werden, um kompetitive Renditen (kurzfristig) ausschütten zu können (Zielhierarchie). Ein solcher nachhaltiger Kapitalmarkt würde eine Stakeholder-Value-Orientierung erleichtern und bietet ein Referenzszenario für faire Renditen.

Probleme – Shareholder-Value-Optimierung

In Bezug auf die Shareholder-Value-Optimierung beobachtet man verschiedene Probleme von denen mir folgenden bekannt sind:

  1. Marktleistungen die manipulativ sind und letztlich keine Problemlösung in Bezug auf Versorgung bringen,
  2. Ausnutzung von Gesetzeslücken im Wettbewerb oder Wirtschaftskriminalität (Skandale),
  3. Steuervermeidung ebenfalls im Wettbewerb,
  4. Aufbau von Marktmacht (Intransparenz, Lock-in, Marktsegmentierung usw.)
  5. Kooperation im Arbeitsmarkt zum Abbau von Gewerkschaften, ungebührliche Beeinflussung von Betriebsräten und Normdurchsetzung gegenüber Arbeitssuchenden und
  6. exorbitante Einkommensunterschiede entlang der Führungshierarchie.

Zweck der Shareholder-Value Beachtung

Der eigentliche Sinn der Maximierung der erwarteten Rendite ist es, Finanzvermögen in Unternehmen zu lenken, die aufgrund ihrer vorziehenswerten Leistung besondere Renditen ermöglichen, um Innovation in Bezug auf Produkte und Unternehmen zu belohnen. Meines Erachtens ist das insbesondere ein Thema der Herstellung von Transparenz für Konsumentenkaufentscheidungen in Bezug auf soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, weil dann nachhaltige Produkte Umsätze generieren und entsprechende Unternehmen Wettbewerbsvorteile entwickeln.

Transparenz-Nudging und Transparenzregulation

Diese Marktleistung zu ermöglichen ist die zentrale Idee von SuscisionHelper, es gäbe aber auch Möglichkeit durch Regulation Transparenz einzufordern, was auch schon in Bezug auf einige Informationen realisiert wurde (z. B. Energieefizienzrating von Kühlschränken). Leider picken die bisherigen Nudging-Ansätze nur einzelne Komponenten der Nachhaltigkeit heraus. Hier würde der SuscisionHelper umfänglicher eingreifen.

Lösungsansätze – Corporate Governance

Könnte Fairness (Stakeholder-Value-Management) erreicht werden, wäre Leistungsgerechtigkeit tatsächlich besser ermöglicht. Soweit mir bekannt, dreht sich die derzeitige Governanze-Diskussion jedoch eher um variable Vermögensbestandteile der oberen Führung, die Langfristorientierung fördern sollen. Hierin bin ich jedoch nicht mehr up-to-date.

Fazit – Sollzustand in Bezug auf den Konflikt

In einem weitgehend leistungsgerechten System erzielen alle ein faires Einkommen, dass Vermögensbildung erlaubt. Nach Konsum und Liquiditätsmanagement (z. B. Tagesgeld) sollte Ersparnis in ein Fondsportfolio investiert werden. Die vernünftige Investition in Fonds basiert auf der Analyse der Prospekte und einer mathematischen Modellierung des Portfolios (Rendite-Risiko-Optimierung). Gerade heutzutage, wo die Weltwirtschaft verschiedene Problemthemen hat, möchte ich jedoch auf die Möglichkeit hinweisen, durch Selektion von Fonds neben der Finanzinteressen auch ein Interesse für verschiedene Werte abzubilden (z. B. Entwicklungsfonds und / oder Nachhaltigkeitsfonds). Interessant wäre z. B. ein Fonds für Foreign Direct Cluster Investments (Vgl. Herstellung von Konvergenz).

Erbe

Meines Erachtens ist das persönliche Erbe eine Hilfe zur persönlichen Absicherung und eine Übertragung von Vermögen mit ideellem Wert, während übrig gebliebenes Vermögen interessengerichtet in z. B. Entwicklungshilfe oder Stiftungen zu investieren wäre. Vermögensakkumulation in Familien kommt mir hingegen komisch vor, denn ein ursprünglich erfolgreiches sozialisiertes Individuum verdankt im Regelfall seinen Erfolg nicht seinen Kindern. Mir erscheint Familienerbe dennoch als Möglichkeit ein erfolgreiches Unternehmen zu treuen Händen eines maßgeblich sozialisierten Kindes zu geben, um gewissen Einfluss zu nehmen. Nach geltender Verfassung ist diese Abwägung dem Bürger freigestellt, aber auch dem Grundsatz, Eigentum verpflichtet unterworfen. Dieser Grundsatz bedarf möglicherweise einer Konkretisierung, auch in Bezug auf Vermögensanlagen und insbesondere Vermögensverwaltungen (Fonds).

Fazit

Vernünftige Anlage nutzt Fonds, sofern kein vernünftiges persönliches Interesse die Direktanlage erforderlich macht. Das Finanzsystem ist eine Hierarchie von gemanagten Portfolios (Fonds, Groß- bzw. mittelständische Unternehmen, Start-ups und sonstige Kleinunternehmen). Die Verschwörungstheorie der Vermögens- und Führungselite (marxistischer Konflikt) ist beobachtbar, aber bei leistungsgerechter Entlohnung, die über Transparenzregulierungen befördert werden könnte, kann der normale Bürger sich insbesondere auch an Fonds beteiligen. Die beobachtbare familiäre Vermögensakkumulation könnte vor dem Hintergrund der Verfassung durch eine Konkretisierung des Grundsatzes, Eigentum verpflichtet in Bezug auf das Erbe und auf Vermögensanlageverwaltung sozial nachhaltig gebahnt werden.

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Recyclingideen

Einstimmung

Ein Recyclingsystem entscheidet über die Rückgewinnung von Rohstoffen und Energien als prozentualer Anteil verwendeter Rohstoffe und Energien in der Produktion. Je höher die Rückgewinnungsquote, desto besser die Ressourcennutzung und je geringer die Preise der Endprodukte.

Recyclingsysteme sind aus drei Gründen Faktoren sozialen Wohlstands:

  • Erstens steigt der reale Wohlstand, wenn Preise sinken, sofern Wettbewerb herrscht,
  • Zweitens sind ökologische und ökonomische Aufwendungen der Ressourcenerstgewinnung kleiner bezogen auf die Produkte, weil Recyclingstoffe verwendet werden können, und
  • Drittens werden Rohstoffe regional bezogen, weil Sie in Form der Produkte global verteilt sind im Gegensatz zur lokalen Verteilung von Bodenschätzen. Diese dezentrale Verteilung löst Spannungen internationaler Mono- oder Oligopole auf Bodenschätze.

Meine Perspektive auf Recyclingsysteme entspringt keiner angelernten Bildung, sondern der Kenntnis des deutschen Recyclingsystems als Bewohner des Landes. Deswegen handelt es sich nicht um einen Bereich meiner Expertise. Aber als Wirtschaftsingenieur mit Spezialisierung auf nachhaltige Innovation ist es wichtig für die (nachhaltige) Produktentwicklung, das Recyclingsystem der Zukunft zu antizipieren, um gute Produkte zu entwickeln.

Die Vorstellung dieser Ideen kann möglicherweise regulatorische und infrastrukturelle Veränderungen bewirken, die Ingenieuren und technischen Forschern Sicherheit gewährleistet zukunftsträchtig zu entwickeln. Da es sich nicht um meinen direkten Kompetenzkreis handelt, kann ich nicht behaupten es handle sich um fachgemäß erarbeitete Ideen – hier wäre eine Prüfung durch Experten hilfreich.

Kunststoffdotierung

Plastiken mit Außnahme von PET werden in Deutschland regelmäßig verbrannt oder deponiert. Dadurch gehen die Rohstoffe der Produktion verloren, wenn auch Energie gewonnen wird.

Fraglich ist für die Zukunft, ob rückgewinnbare Kunststoffe nicht durch moderne Herstellungsverfahren (Spritzgußmaschinen, Extruder) mit einer ferromagnetischen dotierung kodiert werden sollten, sodass geschredderte Produkte durch elektromagnetische Kräfte nach Material getrennt werden können.

Dafür müsste eine Kodierungssystematik erarbeitet werden, die die technische Trennung ermöglicht und Kunststoffe in geeignete Rohstoffe (Farben, Material) auftrennen kann.

Eine Recyclinganlage wäre dann ein Schredder, auf den ein Fließband folgt mit einer Klippe. Eine besondere Auffangfläche mit gefederten Segmenten und Schüttgutventilen, würde die mehrstufige Trennung der Materialien auf engem Raum erlauben, sofern eine Rückführung auf das Fließband sinnvoll ist. Nach der reinlichen Trennung würden die Rohstoffe in Silos gefüllt, die mittels autonomer Logistik die regionale / globale Produktion versorgt.

Metalle

Bei Metallen in Produkten stellt sich die Frage, ob diese systematisch vom Produkt trennbar konstruiert werden. Man könnte eine dezentrale Trennung durch die Bürger mit einer Metalltonne anstreben oder Restmüll / Elektrogeräte zentral demontieren.

Metalle lassen sich visuell und durch Spektrometer klassifizieren, sodass gewünschte Legierungen erzeugt werden können, wenn neu gegoßen wird. Kritisch ist das Spektrometer zur Legierungsdetektion, um die richtige Schmelze zu erzeugen. Hierzu müssten Metalle in Produkten zu einem gewissen Grad spektrometergerecht zerkleinert werden.

Konsequenzen

Metalle und Kunststoffe sind zentrale Rohstoffe der meisten Produkte auf der Welt. Damit sind sie Faktoren der Preise und Umweltwirkung unserer Wirtschaft. Eine höhere Rückgewinnung löst Raumprobleme der Deponierung, Probleme der Umweltschädigung durch Verbrennen und erhöht das Angebot der Rohstoffe am Markt. Letzteres führt zu Preisreduktion.

Kritische Rohstoffe zur Zeit sind Öl und Silizium, aber im Zuge steigender Elektromobilität werden Seltene Erden ebenfalls relevant werden. Wird durch Recycling ein hoher Anteil der Legierungselemente von Elektromotoren / – Generatoren dezentral bezogen, lässt sich das Oligopol vorwiegend asiatischer Bodenschätze Seltener Erden langfristig besser handhaben.

Fazit

Sollten die Ideen nach Prüfung durch Experten bestand haben, könnte deutsche Regulierung Maschinenentwicklung, Entwicklung von Recyclinganlagen und Produktentwicklung stimulieren, die europäischer Zielsetzung der Nachhaltigkeit entspricht. Es könnten möglicherweise reale Wohlstandsgewinne erzielt werden und Umweltbelastung vermieden werden.

Zusammenhängende Patente könnten mittelständische Innovationsunternehmen finanzieren, die Projektmanagementunternehmen ausstatten, um Autonome Unternehmen im Staatsbesitz zu betreiben, die so etwas wie ein Grundeinkommen im Sinne einer Marktsimulation durch “Gewinne” finanzieren (Vgl. Utilitismus).

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Besteuerung von Recyclingsunternehmensgewinne auf die Gemeinden entsprechend der Müllsammlung umgelegt werden sollte. Ist dies gut konzeptioniert entstehen Anreize zur Mülltrennung und Steuereinkünfte für Gemeinden.

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Nachhaltigkeit

Überblick

Nachhaltige Einkäufe transformieren das Wirtschaftssystem und haben direkte Rückwirkung auf unserer Arbeitsbedingungen, wenn viele sich beteiligen. Dieser Beitrag schildert die Situation im Verbesserungsprozess und einfache Verfahren, um das Ziel der Nachhaltigkeit zu realisieren.

Inhaltsverzeichnis / Navigation

  1. Einstimmung.
  2. Was ist Nachhaltigkeit?
  3. 3D-Optimierung.
  4. Fazit.
  5. Frage: Zaunanlagen im Zivilbereich.
  6. Grafik: Was braucht man wirklich?
  7. 3D-Optimierung als SuscisionHelper.

Einstimmung

Das was wir gutheißen in tatsächliches Verhalten zu überführen, ist eine Herausforderung. Wir können dann nicht mehr machen, was uns in den Sinn kommt, sondern müssen uns antrainieren Entscheidungen bedacht zu fällen. Unser Ziel, einfach so zu sein wie wir sind, wird beeinträchtigt – wir werden wütend. Gleichzeitig wissen wir, dass wir uns besser verhalten, und so etwas Gutes beitragen – das erzeugt Freude und ein gutes Gewissen. Die Situation stresst uns, wenn wir es versuchen – kriege ich das wirklich hin? Und die Situation beschämt uns, wenn wir einfach nach gut dünken handeln – ich handle beschämend.

Dieses emotionale Spannungsfeld begleitet jeden, der versucht seinen Werten entsprechend zu leben. Und zwar so lange, bis das neue Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist. Einige schaffen es, sich tatsächlich zu verändern, weil Sie sich mit unbilligen Ausreden nicht zufrieden geben und werden dauerhaft glücklicher. Sie sind dann Teil von etwas größerem, haben sich zusammengefunden und es wirklich hinbekommen. Sie erkennen, wie sie als Teil einer sozialen Bewegung als Individuum aufgehen, anstatt sich sinnlos und durch Impulse getrieben selbst zu “verwirklichen”.

Dieser Beitrag soll Ihnen einfache Informationen und Methoden zur Hand geben, um durch Kaufentscheidungen Nachhaltigkeit zu fördern, und somit Anreize für einen besseren Kapitalismus mit besseren Produkten und Arbeitsbedingungen zu setzen.

Was ist Nachhaltigkeit?

Gemäß dem Brutlandbericht der Europäischen Union ist Nachhaltigkeit eine dreifache Zielsetzung: Wir Europabürger streben soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit an.

Soziale Nachhaltigkeit ist die Arbeitsbedingungen einer effizienten Technologie. Das bedeutet, dass ein Produkt umso sozial nachhaltiger ist, je besser die Arbeitsbedingungen sind und umso weniger Menschen für die Produktion benötigt werden. Das klingt im ersten Moment merkwürdig, aber wenn wir alle Arbeitnehmer auf effiziente Technologien aufteilen, können wir uns mit mehr Varianten von Produkten zu günstigeren Preisen versorgen – die Wohlfahrt steigt.

Ökonomische Nachhaltigkeit ist der langfristige Preis eines Produktes. Das bedeutet, dass man betrachtet, wie viel das Produkt über seine voraussichtliche Nutzungsdauer wohl kostet. Z. B. sind meiner Erfahrung nach hochwertige Schuhe langfristig günstiger als billige, da sie langlebiger sind – die Kosten pro Jahr sind niedriger. Man kann mit einfachen Durchschnittspreisen rechnen oder mit der komplizierteren Kapitalwertmethode.

Ökologische Nachhaltigkeit ist die Vermeidung von Umweltschäden und ein kompliziertes Thema. Hier kann man Experten befragen oder vorbereitete Einschätzungsverfahren verwenden (z. B. den Eco-Indicator 1999), um eine Bewertung vorzunehmen.

3D-Optimierung

Die 3D-Optimierung ist ein einfaches gegenständliches Optimierungsverfahren, das es erlaubt für drei Zieldimensionen unter Nebenbedingungen zu optimieren. So kann die beste Kaufoption nach den eigenen Vorlieben einfach ermittelt werden.

Es funktioniert wie folgt und geht nach einiger Anwendung rasch in Fleisch und Blut über:

  1. Man wählt eine Ecke mit Boden (karthesisches Koordinatensystem).
  2. Jede Kante der Ecke bildet eine Zieldiemension ab. Z. B. die Höhenachse die soziale Nachhaltigkeit, die rechte Achse die ökonomische Nachhaltigkeit und die linke Achse die ökologische Nachhaltigkeit.
  3. Einfach ist es mit Skalen von eins bis sieben zu arbeiten und entsprechend der Proportionen zwischen den Achsen durch Normierung auf kleinere Intervalle von Null bis n (nach Wahl) zu skalieren.
  4. Man wählt nun für jede Kaufoption Gegenstände in der Höhe ihrer relativen sozialen Nachhaltigkeit, die stehfähig sind.
  5. Jeder Gegenstand wird entsprechend der relativen Bewertung seiner ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit auf dem Boden im Koordinatensystem platziert.
  6. Durch Drehung der eigenen Person im 90-Grad-Winkel vor der Ecke wählt man seine Vorliebe für ökonomische im Vergleich zu ökologischer Nachhaltigkeit.
  7. Durch Neigung in der Hüfte nach vorne wählt man im 90-Grad-Winkel die Vorliebe für die soziale Nachhaltigkeit gegenüber den beiden anderen Dimensionen.
  8. Durch diese Drehung und Neigung erzeugt man mit geradem Blick einen Ebenennormalenvektor. Der Gegenstand dessen Höhenpunkt am nächsten zu dieser Ebene ist, ist die optimale Kaufentscheidung nach eigenen Vorlieben.
  9. Nebenbedingungen können integriert werden, indem man Optionen ausschließt. Also z. B. nur Autos betrachtet, die einem auch sicher vorkommen.

Es ist sehr sinnvoll die Option “nicht kaufen” mit zu berücksichtigen bzw. sich genau zu überlegen, was man wirklich braucht. Ebenfalls sehr sinnvoll ist es Bedarfsgemeinschaften zu bilden. In meiner Straße z. B. könnte man ca. 20 Rasenmäher sparen, wenn die Leute sich auf einen einigen und diesen teilen würden.

Fazit

Sich selber vernünftige Grenzen aufzuerlegen ist nicht einfach, aber sinnvoll. Wir werden dadurch zu besseren Menschen in einer harmonischeren Umwelt. Dieser Beitrag hier kann, wenn viele Menschen es schaffen nachhaltig einzukaufen, unser Wirtschaftssystem transformieren, sodass es umweltschonender wird und bessere Arbeitsbedingungen aufweist. Gehen Sie mit mir den Weg in eine nachhaltigere Zukunft und belohnen Sie sich selbst durch Sinn und sozialen Wohlstand.

Frage: Zaunanlagen im Zivilbereich

Eine Frage die mich als Ökonom sehr verwundert, betrifft die Tatsache, dass Menschen in meinem Land unfassbar viele Ressourcen in den Bau von Zaunanlagen um Privatgebäude investieren. Mir ist völlig unklar, welche Vorlieben das eigentlich zum Ausdruck bringt, und ob das irgendeinen vernünftigen Sinn hat.

Was mir bisher eingefallen ist, ist dass man so Hundekot im Garten vermeiden kann (nachhaltige Alternative: “No!” Schilder), im Falle eines Bürgerkriegs Deckung findet (nachhaltige Alternative: Asyl), Sichtschutz für Ruhebereiche realisiert (nachhaltige Alternative: Bepflanzung mit in der Nachbarschaft geteilter Heckenschere) und / oder ein Hundegehege bauen kann (nachhaltige Alternative: Drahtstromzaun [siehe Landwirte]).

Was braucht man wirklich?

Hier ein Brainstorming zum Thema: “Was braucht man wirklich?”,:

Nutzung der 3D-Optimierung für ein Einkaufsportal

Der SuscisionHelper soll eine Einkaufsplattform für nachhaltiges Einkaufen werden. Es soll das oben dargestellte Optimierungsmodell nutzen, um Nachhaltigkeitskennwerte für Produkte mit den Präferenzen der Nutzer abzugleichen. So werden nachhaltige Produkte weiter oben angezeigt. Das fördert die Nachhaltigkeit des Konsums, nachhaltige Produktentwicklung und bessere Arbeitsbedingungen mit wenigen Klicks. Mehr Infos finden Sie hier.

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