Homo Ökonomikus

Der Homo Ökonomikus gilt als Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften. Tatsächlich ist er jedoch ein deskriptives / beschreibendes Modell intensiv kognitiv arbeitender Menschen oder Instanzen, das durchaus geeignet ist Entscheidungsgrenzen zu bestimmen, die empathische Bewertung integrieren können. Diese Modellierung von empathischen Nutzenerwägungen (mehrere Nutzenfunktionen von Individuen / Instanzen koppelnd) ist mir jedoch noch nicht in mathematischer Form begegnet.

Damit ist das Modell des Homo Ökonomikus vor allem egozentrisch und nicht auf gemeinsamen / utilitaristischen Nutzen oder Fremdnutzen gerichtet. Damit lässt sich der Homo Ökonomikus als individualistischer Rückfall des isolierten Menschen / Unternehmens bezeichnen. Dies interpretiere ich als risikoavers-robuste Modellierungsstrategie, keinesfalls aber als Menschenbild.

Insbesondere werden Konsumenten überzogen modelliert, da sie vor allem nur schwer intensiv kognitiv kaufen können (Behavioral Economics) und da Markttransparenz häufig nicht umfassend erarbeitet wird. Deswegen schlagen Ökonomen sogenanntes Nudging von sinnvollen Käufen vor, also Signalnutzung, um gewisse Eigenschaften zu kommunizieren, um rasch und einfach entscheiden zu können. Hier habe ich z. B. das OptEcoBuy-Portal vorgeschlagen, das Produktreihenfolgen so arrangiert, das individuell vorliebengerechte Produkte basierend auf Gutachten (Transparenzfunktion) oben angeführt werden würden (Nudging).

Während der Homo Ökonomikus vor allem in der volkswirtschaftlichen Modellierung und unternehmerischen Entscheidung Anwendung findet, kennt die Betriebswirtschaftslehre Menschenbilder in Marketing und Unternehmensführung. Das Menschenbild des Marketing dient der kommunikativen Beeinflussung von Käufen und Wiederkäufen (Kundenbeziehung). Das Menschenbild der Unternehmensführung dient der Motivation von Arbeitnehmern. Hier werden also funktionell relevante Menschenbilder modelliert, um die Unternehmensziele (Homo-Ökonomikus-basiert) zu erreichen.

Damit fehlen in der Modellierung von Unternehmen, Märkten und Beziehungen vor allem empathische und generalisiert empathische Komponenten. Generalisierte Empathie definiere ich als Empathie in Bezug auf Lebewesen, die dem Entscheidungsträger nicht direkt bekannt sind. Also z. B. wenn man sich Sorgen um Menschen macht, die in anderen Teilen der Welt in Armut leben.

Empathie kann wie folgt modelliert werden: 1. gemeinsame Nutzenfunktionen optimieren, 2. individualistischen Nutzen von empathischen Ergebnissen modellieren und 3. Aufspaltung der Nutzenerwägung in egoistische und empathische Dimensionen bei Optimierung entsprechend einer Präferenz für diese Dimensionen.

Zu letzterem habe ich ein Optimierungsmodell erarbeitet, das es erlaubt die Dimensionen egoistischen und empathischen Nutzens über Präferenzen zu optimieren oder entsprechend der Brutlandsberichtsbetrachtung ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu optimieren, wie im Artikel Nachhaltigkeit erläutert. Mir ist nicht bekannt, ob das Modell in den N-Dimensionalen Raum übertragen werden kann, und ob gekrümmte Präferenzen modelliert werden können.

Forschungsbereiche der Betriebswirtschaftslehre, die qualitativ mit Nutzenkopplung beschäftigt sind, sind Corporate Social Responsibility und Kooperationsmanagement, die ich in Bezug auf zentrale Werke in Artikeln exzerpiert habe.

Mein persönliches Menschenbild, das ökonomisch, psychologisch, kommunikationstheoretisch und neurophysiologisch beeinflusst ist lässt sich vielleicht bildlich mit einer halb geschälten Banane vergleichen oder mit Zeitreihendekomposition. Im Trend sind wir durch Werte insbesondere frühkindlich geprägt und entwickeln uns durch diese, während wir von diesem Kern situativ abweichen. Insbesondere ist unsere Kommunikation und verbunden Emotion polarisierend selbstwerterhaltend und unser tatsächliches Verhalten in Bereichen nicht zentraler Problematisierung heuristisch. In problematisierten Bereichen hingegen streben wir nach Harmonie / Problemlösung und verhalten uns wertegerecht, weil wir kontrafaktisch schlussfolgern bzw. reflektieren (Kognition). Im Ergebnis erzeugt das in der Komplexität durchaus vorstrukturierte sozialisierte Individuen, die vorwiegend durch Werte, Emotionen, Wissen, Intelligenzpräferenzen, Gesundheit und Konflikte geprägt sind und nicht alles wissen und bedenken können.

Somit decken sich normative und deskriptive Überlegungen, dass normal gereifte Menschen egoistisch-empathisches Verhalten zeigen, sofern Problembewusstsein erzeugt und bedacht werden konnte, und ich teile somit die Perspektive sozial orientierter Wesen und komme zum Ergebnis, dass Moral in subjektiv kritischen Situationen mit hinreichender Bedenkzeit erwartet werden kann, also insbesondere in langfristiger Betrachtung. Deswegen sind gesellschaftlich-kommunikative Prozesse von zentraler Bedeutung und sollten verantwortungsbewusst konzipiert und wahrgenommen werden (Vgl. Wissensmanagement und Global Consciousness) für mögliche Erweiterung von kommunikativen Prozessen.

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Wissensmanagement

Wissensmanagement wird im deutsch-wirtschaftlichen Bereich (wissensorientierte Unternehmensführung) von Prof. Dr. North untersucht. Jedenfalls stammt von ihm das Standardwerk zum Thema. Aus Perspektive des Wissensmanagement existieren meiner Meinung nach im wesentlichen drei Arbeitsgebiete: Unternehmensführung, Wissensnutzung und -Propagation sowie Sicherung von Wissen. Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf die Wissensnutzung und -Propagation.

Nach der sog. Wissenstreppe von North ist Wissen die Vernetzung von Information und transformiert sich bei Handlungsbezug zu Kompetenzen. Dieser Artikel konzentriert sich auf Wissensbildung und -Propagation, und damit insbesondere auf kommunikative Prozesse im persönlichen und digitalen Informationsweg.

Kommunikationsmodell

Kommunikation soll als Chiffrierung – Übermittlung – Dechiffrierung verstanden werden. Deswegen muss in einer Form chiffriert werden, die Dechiffrierung erlaubt. Informationsübermittlung erfolgt über Wahrnehmungskanäle, die Einfluss auf bewusstes Denken nehmen (Wahrnehmungs-Emotions-Filter basierend auf vorwiegend frühkindlicher Prägung; vgl. Bewusstseinsreifung). Diese frühkindliche Prägung (Werteprofil) bestimmt unsere Interessen und aktivierte Bedürfnisse zusammen mit Bedürfnissdynamiken (ERG-Theorie, vgl. Selbst- und Menschenbild). Unsere auf Intelligenzen (analytisch, kinästhetisch, sprachlich, musikalisch, räumlich, haptisch, emotional, etc.) bezogenen Präferenzen bestimmen unsere vorwiegenden Wahrnehmungsprozesse.

Der Kommunikationsexperte würde im Idealfall erlernen entsprechend der Werte, Bedürfnisse und Wahrnehmungspräferenzen des Rezipienten zu chiffrieren, um unter Anknüpfung an geteiltes Wissen (Konzepte, Modelle) auch in Analogie den Dechiffrierungsprozess zu erleichtern. Im Wahrnehmungsfall würde er sich trainieren Chiffrierungen zu entschlüsseln. Geteiltes Wissen sind gemeinsame Informationen, deren subjektive Vernetzung erläutert wird. So kann Bezug auf Wissen anderer Menschen genommen werden. Dies erlaubt Expansion, Umkonfiguration und Analogiekopplung in Assoziationen und Bisoziationen.

Wissensmanagement

News

Das Global Conciousness Konzept kann im Wesentlichen wie folgt konfiguriert werden:

Ereignisse werden von Nutzern übermittelt und zusammengefasst. Die Zusammenfassungen werden an Nutzergruppen für Emotionen übermittelt, die ein Rating vornehmen sollen. Die Ratings werden aggregiert und kategorisiert, um in der Bearbeitungsreihenfolge sortiert übermittelt zu werden. Durch Durchsuchung eines Entscheidungsbaums der das Wissen der Community abbildet, wird Expertenwissen identifiziert. Personen die über dieses Wissen verfügen (Graphendatenbank) werden kontaktiert, um Schlagwörter in Bezug auf die vorliegenden Informationen geschickt einzubringen. Schlagwörter betreffen Risiken bzw. Gegenargumente, Chancen bzw. befürwortende Argumente, Kontextinformationen zu betreffenden Personen und themenspezifische Kontextinformationen. Alle Informationen werden zusammen zu einem Artikel erweitert, der sodann veröffentlicht wird (z. B. als Blog).

Fragen und Antworten (Expertenvernetzung)

Nutzer können Fragen verfassen und mit Hilfe eines Entscheidungsbaums relevantes Expertenwissen definieren. Die Frage wird dann den relevanten Experten (Graphendatenbank) zukommen gelassen. In einem Chat-Thread antworten diese dann eventuell unter Referenzierung von Dokumenten und Veranschaulichungsmaterial.

Persönlicher Kontakt / Meetings

Nach erster Betrachtung des Themenfelds ergeben sich fünf wesentliche Meetingkonzeptionen: 1. Vorträge, 2. Lagebesprechungen, 3. Interviews, 4. Brain Storming und andere Kreativitätstechniken sowie 5. gemütliches Beisammensein. Während sich beim gemütlichen Beisammensein eher zufällig Interaktionen entwickeln sind die anderen Kommunikationsanlässe häufig Themenbezogen. Entsprechend des geteilten Wissens, können Kommunikationspfade zu Wissensaustausch führen, wobei zumeist Informationsaustausch stattfindet, der eine gemeinsame Wissensbasis zumindest analog erfordert.

Man unterscheidet also Shared Knowledge, Bilateral Shared Knowledge und direkte oder indirekte Kommunikationspfade. Weiterhin können Kommunikationspfade zufällig bzw. strukturiert erfolgen. Hier liegt zum Teil ein analoges Problem vor, wie im Artikel Integration beschrieben.

Informationssicherheit (zwischenmenschlich)

Die Informationssicherheit in sozialen Systemen erfordert Wissensbildung, die es erlaubt über Begriffe Assoziationen oder Biosoziationen nach der Wahrnehmung des Rezipienten zu kreieren, sodass Verschlüsslung stattfindet. Kommunikationsexperten können bei intensivem Wissen übereinander mit dynamischen Verschlüsselungen arbeiten. Die Dimensionen der physikalen Welt eines Geschöpfes sind Raum (3 D), Zeit und Information.

Fazit

Kommunikation ist Chiffrierung und Übermittlung von dechiffrierbaren Informationen und deren Vernetzung (explizit und / oder implizit). Kommunikationsexperten können rezipientenbezogen chiffrieren und umfänglich dechiffrieren, sofern genügend Wissen abgestimmt wurde.

Wissensmanagment in Bezug auf News, Fragen, themenbezogener und offener persönlicher Kommunikation wurde in den zentralen Architekturen beschrieben. Ein zentrales Element von Wissensmanagement ist deren Propagation, die letztlich zufällig oder bewusst erfolgen kann.

Informationssicherheit in der Kommunikation sozialer Systeme findet letztlich statt, wenn Äußerungen und Verhalten für Außenstehende nicht mehr dechiffrierbar ist, weil es völlig andere Wissensnetze anregt.

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Bewusstseinsreifung

Aufgrund der Gehirnentwicklung von innen (limbisches Zentrum) nach außen (Neokortex) und der Reizoffenheit unserer Wahrnehmung, entsteht im Menschen ein Ich-Bewusstsein, das unbewusste Intelligenzleistungen des Neokortex vor dem Hintergrund emotionaler (limbisches Zentrum) Bewertung im Ich-Bewusstsein erzeugt. Somit bleiben wir im Grunde genommen aus der kindlichen Prägung denkend.

Zudem entwickeln sich erste Bahnungen zwischen Wahrnehmung und emotionalem Erleben im frühkindlichen Alter. Deswegen reagieren wir auf Muster in der Wahrnehmung mit Emotionen, die unsere Intelligenzleistungen (Unbewusstsein) im Ich-Bewusstsein vergegenwärtigen. Das menschliche Gehirn hat Eigenheiten, die als Anlage und als Prägung (Sozialisation) bevorzugte Wahrnehmung und deren Verarbeitung bestimmen.

Parallel zu diesen Grundsätzlichen Arbeitsmustern des menschlichen Gehirns entwickelt sich die Bearbeitung von Wahrnehmung und Ich-Bewusstsein durch den Neokortex insbesondere vor dem Hintergrund, die bewussten Themen positiv zu entwickeln, also z. B. Probleme zu lösen. Hier bilden sich Regelungen für Emotionen (vgl. Selbstregulation), Erinnerungsabrufe und Wahrnehmungsmanipulationen (Simulation, Filtern und Bahnen).

Dies ist der Zustand der Eckert Tolle bei Menschen beobachtet und als “Ego” bezeichnet: Äußere Wahrnehmungen triggern Erinnerung, Intelligenzleistung und frühkindlich geprägte Emotion, die über die bewussten Gedanken entscheiden, die wiederum das Gesamtsystem anregen, ähnlich wie ein Sinn. Da die Emotionen / frühkindlichen Themen das Ich-Bewusstsein bestimmen, zirkuliert die Gehirnleistung um die Bearbeitung der Emotionen, die vom wahrnehmbaren Umfeld stimuliert wurden und werden.

Insbesondere durch aktives Regulieren von Emotionen (Wissen und Training) sowie der Kognition (vgl. Positives Denken und Kontrafaktisches Schlussfolgern) steigt die Anpassungsfähigkeit an das Umfeld. Die Bearbeitung des Ich-Bewusstseins entwickelt sich in einer positiven Dynamik und sorgt für Gemütsruhe, soweit möglich. Der Mensch verschiebt seine Bewusstheit vom Ich-Bewusstsein auf die Wahrnehmung des Umfelds (Achtsamkeit), weil die unmittelbaren Themen (Identifikation mit dem Ich-Bewusstsein) im Regelfall restabilisiert werden dürften. So beginnt eine aktive Auseinandersetzung mit den wahrgenommenen Eindrücken und der Neokortex übernimmt die Gehirnfunktionalität.

Maßgeblich für diesen Bewusstseinszustand sind unsere Intelligenzleistungen in Kopplung mit unserem Wissen. Wissen ist jedoch Vernetzung von Information, sodass wir nicht bei gleichem Informationseinfluss gleichartiges Wissen entwickeln. Informationsanregung ermöglicht Übertragung von Vernetzungsmustern in kommunikativen Akten. Beschäftigung mit dieser Vernetzung festigt die Erinnerung und kreiert die internen Zugangsschlüssel zu diesem Wissen. Weiterhin entstehen externe Zugangsschlüssel, die mehr oder minder einfach sind. Sehr einfach wäre z. B. die Kopplung / Assoziation mit dem Kommunikationspartner.

Hier entstehen drei wichtige Prozesse: 1. Im Gegensatz zur “Ego”-Phase bestimmen nur noch selten unsere Emotionen die Intelligenzleistungen bezüglich der Verarbeitung des kommunizierten Wissens, 2. arbeiten wir mit höherer Achtsamkeit an den externen Zugangsschlüsseln und 3. können wir nun entscheiden, in Bezug auf den anderen zu kommunizieren. Letzteres bedeutet eine Abkehr von: “Was bedeutet das für mich?”, zu “Was kann ich zum Wissen der Person beitragen?”. Dies eröffnet / verstärkt empathische Kommunikationsmöglichkeiten. Wir können so, basieren auf Intelligenzleistung und Wissen, Sozialisationsprozesse erstmalig in ihrer Wirkung beeinflussen und entwickeln ein gewisses Maß an bewusster Reizabschirmung und Reizbeachtung.

Zusammenfassend erscheint mir der von Eckert Tolle beschriebene Zustand der Ego-Verhaftung durch Regelung / Bearbeitung von Emotion und Kognitionsmustern und Zuwendung zur Wahrnehmung (Achtsamkeit) eine Reifung zu erfahren, die einen höheren Grad an Autonomie ermöglichen dürfte.

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