Menschen groß machen

Unser Naturell

Wenn Sie in die Zukunft blicken, was fällt Ihnen ein? Wie fühlen Sie sich ob der Zukunft. Wir Menschen reagieren auf diese Fragen unterschiedlich – hoffnungsvoll, besorgt, traurig, wütend, gespannt. Was steht gerade im Vordergrund? Chancen, Gefahren, Verluste, Einschränkungen, Neugierde? Dieses Erleben ist charakteristisch für Menschen – Emotionen, Beziehungsgefühle und damit verwobene Gedanken.

Kommen wir zu Vergangenheit – Ihrem Erfahrungsschatz. Wie häufig planen, befürchten Sie etwas, und dann kommt es ganz anders und überraschend oder genau so wie erwartet? Wie häufig schaffen Sie es, dass was Sie sich in den Kopf setzen / ausmalen dann auch tatsächlich zu realisieren? Meiner Erfahrung nach, schafft man gewisse Dinge, aber es kommt anders als man denkt – man übersieht was, hat dann doch nicht die Motivation, lässt sich verleiten oder kann nicht.

Worauf ich hinaus möchte, ist dass unser Umgang mit Unsicherheit strategisch ist – wir planen strategisch und agieren flexibel und situationsbedingt. Wir sind alle nicht perfekt, unsere Modelle sind nicht vollständig und es fehlen Informationen, Wissen und Erfahrung, aber wir bewältigen unsere Situationen für gewöhnlich okay. Wenn mal etwas schief läuft, reflektieren wir und reifen – ein Prozess strategisch, flexibler Anpassung. Wenn jemand den wir mögen in der Klemme steckt, helfen wir.

Das – Mensch sein mit Emotion, Bindungsgefühlen und verwobenen Gedanken, strategisch-leitlinienhaft planend / simulierend und letztlich situativ bedingt zu interagieren – scheint mir unser Naturell zu sein.

Komplexität

Wir begreifen und strukturieren unsere Institutionen durch Ordnungssysteme. Das Rechtssystem definiert Regeln, Unternehmen sind gesteuerte Hierarchien, der Staat ist dreigeteilt – alles hat seine Ordnung. Diese Ordnung ist bei genauerem Hinblicken hochdynamisch und unterliegt häufig einer Ableitungslogik. Höherwertige Grundsätze konkretisieren sich in konkrete Regeln, CEO-Vorgaben konkretisieren sich in Maßnahmen und die Legislative wird geprüft – stets wird durch Struktur Dynamik kreiert.

Diese Strukturen prägen eine Vorstellung von Sicherheit, die auch berechtigt ist, aber im Konkreten z. B. einem Gerichtsverfahren sind wir bange. Haben wir wenig Erfahrung und Wissen von einem Ordnungssystem arbeiten wir mit einfachen strukturellen Modellen, während wir in der Erfahrungssituation dann die ganze Unsicherheit spüren. Wie fühlt es sich wohl an, tatsächlich der*die Bundeskanzler*Bundeskanzlerin zu sein? Man kann es sich nicht wirklich vorstellen, aber man kann ein mehr oder weniger reichhaltiges Bild kreieren.

Wovon ich hier gerade rede, ist Artikel 1 unseres Grundgesetzes: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Wie können wir es uns erlauben Menschen zu beurteilen, wenn unser Verständnishorizont nicht ausreicht, um uns in die Situation hineinzuversetzen? Diese fundamentale Erkenntnis führt zu sogenannter Toleranz für Mehrdeutigkeit – Wir interpretieren Situationen, so arbeiten Gehirne, aber wir berücksichtigen Unsicherheit. Fragen ist sehr weise, denn wir können nicht alles wissen.

Eine Erfahrung die so etwas einschneidend lehrt, ist die Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Menschen, die mehrheitlich aus einer anderen Kultur kommt. Zum Teil fehlen einem die Wahrnehmungsfertigkeiten, um überhaupt das gesagte zu interpretieren – unsere Bewertungsmuster funktionieren nicht. Häufig sind wir in unserer Kultur dem Fehlglauben ausgesetzt, wir verstünden einander, aber das stimmt nur zu einem gewissen Grad.

Wir verstehen nicht einmal die Prozesse in unserem eigenen Gehirn. Den wenigsten Menschen ist überhaupt bewusst, dass unser “Ich” aus mehreren Komponenten besteht z. B. Vorstellung, Emotion, Körpergefühl und Denken und das diese Wahrnehmung einen Eindruck in das innere Geschehen liefert, keineswegs aber ein Durchblicken der Vorgänge. Dennoch pflegen wir situationsbedingt Interaktionen, die regelmäßig okay sind.

Diese drei Dinge – Leitlinien, Menschen und Interaktionen – prägen Systemverhalten. Also Vorstrukturierung, Systemelementeigenschaften und Interaktionen. Maßgeblich für das Systemverhalten sind Interaktionen im Kontext der Vorstrukturierung, weniger die Eigenschaften des Systemelements. Dies gilt insbesondere für soziale Systeme (Vgl. den fundamentalen Attributionsfehler der Sozialpsychologie), aber auch für z. B. Volkswirtschaften.

Maßnahmen um sich als Systemelement zu verbessern sind: sich definieren, an sich arbeiten und Interaktion. Das meiste davon können wir und machen es so gut wie automatisch. Die Qualität dieser Vorgänge variiert z. B. mit unserem Wissen und unserer Erfahrung. Meines Wissens nach, sind diese Dinge auch nicht voneinander trennbar, aber Wissen / Entscheiden bedeutet noch lange nicht entsprechend zu (inter-)agieren, das braucht Training und Leitlinien strukturieren Training vor.

Ich hoffe, ich konnte das rüberbringen, dass die Strukturen des sozialen Systems und die Interaktionen das Systemverhalten maßgeblich prägen und das Systeme Komplex, also unsicherheitsbehaftet sind, denn das z. B. bedeutet, dass unser (tatsächliches) Menschenbild erheblichen Einfluss auf unsere Interaktionen hat und z. B. ein strategischer Eingriff in ein komplexes System darstellt. Gleichzeitig verstehen wir das Element Mensch, uns selbst, besser, wenn wir die Grundlagen kennen. Deswegen habe ich wissensbildende Artikel geschrieben und geteilt. Zu Selbstregulation in Bezug auf Emotion, Kognition und Beziehungsfolgen sowie zu Bewusstsein und Wahrnehmung. Diese Grundlagen halte ich für zentral, aber ich bin kein voll ausgebildeter Psychologe oder Neurophysiologe.

Interaktion, Vorstrukturierung und Element

Halten wir fest, was bereits gesagt wurde: Der Mensch ist Emotion und Bindungsgefühl verwoben mit Gedanken, strategisch-leitlinienhaft planend und situationsbedingt interagierend, unser Verständnis von anderen hat meistens mehr mit uns zu tun, als mit den anderen, sodass Toleranz für Mehrdeutigkeit zum kontrafaktischen Schlussfolgern und Fragen anregen sollte und Systeme sind durch Elementeigenschaften und vorstrukturierte Interaktion gekennzeichnet, die ihre Dynamik hervorbringen.

Ich hoffe, dass sie sehen können, dass die Definition unseres Umgangs mit anderen ein zentraler – wenn nicht der – maßgebliche Hebel für Interaktion ist, die Struktur hervorbringt und wandelt, den wir hinreichend in der Hand haben, um der Unsicherheit des Systems positiv gegenüberzutreten und ein Teil der wenig absehbaren Gesamtdynamik zu werden – sie auch etwas zu beeinflussen.

Interaktionsmuster

Was sind charakteristische Interaktionsmuster in unserer Gesellschaft? Und auf welchen Definitionen basieren Sie? Sind meine Erachtens extrem interessante Fragestellungen vor dem Hintergrund derzeitiger Themen, wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Radikalisierung. Leider kann ich das nicht erschöpfend oder gar wissenschaftlich untersuchen, aber ich kann basierend auf meinen Beobachtungen sensibilisieren und abwägen – eher Fallstudienforschung :-).

Öffentliche Kommunikation vermittelt mir viel Angst und Zwang – häufig in Kombination die man als reaktives Muster bezeichnen kann. So ist Meinungsbildung häufig nach dem Muster aufgebaut Angstthema – Kausalkette – Zwangsmaßnahme. Also z. B. Künstliche Intelligenz – Konkurrenz zu menschlicher Leistung – Fortbildung, Klimakatastrophen – CO2-Ausstoß – Verzicht oder Rassismus – Uneinsichtig – Bekämpfen. Diese Dinge – verstehen Sie mich nicht falsch – sind nicht doof, aber sie sind wenig bereichernd.

Zum Teil fühle ich mich von meinen Mitmenschen derartig mit Problemen aufgeladen, dass ich fast handlungsunfähig / blockiert werde, während ich ein Bedürfnis nach Entlastung und konstruktiver Anregung entwickle – nennen wir es vielleicht “Geborgenheit”. Auf der einen Seite wollen also viele etwas von mir und auf der anderen Seite fehlt mir die Unterstützung – Angst, Zwang, Überforderung.

Dieses Muster begegnet mir immer wieder und deswegen hatte ich es irgendwann im Kontext von Anerkennung, Akzeptanz und Integration beleuchtet: Diese Interaktionsform produziert Frust und Demotivation bis hin zur Resignation und schier unüberwindlichen “Mauern”. Wir sollten uns also bewusst machen, was wir von anderen erwarten (können) und uns Gedanken machen, ob wir uns mit unperfekten Menschen anfreunden können, wollen wir gemeinsam etwas erreichen.

Definieren wir uns entsprechend um, entstehen viel konstruktiver gerahmte Interaktionen mit der Zeit und wir sind weniger enttäuscht voneinander und zufriedener – es entsteht eine freiheitlichere Kultur mit weniger Machtdistanz (Vgl. zur Zufriedenheitswirkung den Artikel Glücksländer). Hier ist auch ein weiteres Phänomen spannend: Steuerflucht. Warum minimieren Reiche Menschen ihre Steuerlast, wenn sie eigentlich weniger Zufriedenheit verlieren, als sie erzeugen und zudem Respekt gegenüber ihren Rahmenbedingungen wie der Staatsorganisation zeigen? Das ist weder rational, noch empathisch – ist doch toll, etwas beitragen zu können?

Ein weiteres Muster, das mir immer wieder begegnet, ist Kampf. Konflikte zu lösen bedeutet im Kern Perspektiven des Gegenübers zunehmend zu verinnerlichen und durch innerliche Bearbeitung gegen eine gemeinsame Lösung zu konvergieren – man kann die Lösung dem anderen nicht “einhämmern”, braucht gleichwohl die Bereitschaft zum gegenseitigen sich Hineinversetzen und Austauschen.

Warum empfinden Menschen die Konfliktbewältigung nicht als bereichernd? Liegt das nicht gerade an der Agression und Beleidigung des Kampfes, der damit selbstverstärkend und destruktiv wirkt? Weil mich das belastet, versuche ich Einsicht zu zeigen und wähle soweit möglich die Personen, mit den ich mich auseinandersetzen möchte.

Das letzte Muster, das mir immer wieder begegnet, kann man vielleicht als Konsummentalität bezeichnen. Weil ein “professionelles” Verhältnis vorliegt, schwindet die Mitmenschlichkeit. Zum Beispiel: Kennen Sie Ihren Postboten persönlich, wie geht es ihm gerade? Stellen Sie einen Menschen ein oder einen “High-Performer”? Sagen Sie danke, wenn jemand einen Artikel für Sie schreibt, tragen Sie ihre Ideen und Ansichten bei, vermitteln Sie zwischen Bloger und Freunden, oder konsumieren Sie nur? Haben Sie schon mal bei einem Hersteller angerufen und sich bedankt? Kennen Sie den Erfinder des ABS? Loben Sie auch mal einen Politiker? Haben Sie schon mal eine Bedienung aufgebaut, als sie einen schlechten Tag hatte? Unterhalten Sie eine aufrichtige und wertvolle Beziehung zu Ihrem Vorgesetzten? Das sind so Kleinigkeiten, aber diese Form von Wertschätzung und genereller Mitmenschlichkeit hat doch eigentlich höhere Priorität als das Tauschverhältnis?

Menschen groß machen

Zusammengenommen komme ich zum Ergebnis, dass wir versuchen sollten, einander groß zu machen. Wir sollten Respekt und Wertschätzung vermitteln, Menschen auf ihre Stärken aufmerksam machen, sie akzeptieren und wohlwollend beurteilen, wir sollten Achtsam sein in der Interaktion, z. B. loben, Mitgefühl aufbringen und Zuspruch erteilen auch auf Verständigung, Informationsaustausch und Bereicherung durch unterschiedliche Perspektiven und Modelle sollten wir achten. Ich glaube solche Umgangsformen, die ja auch auf uns zurückfallen, haben erheblichen Einfluss auf unsere Zufriedenheit und unseren sozialen Wohlstand.

Wenn Sie z. B. über Nachhaltigkeit nachdenken: Ist Nachhaltigkeit nicht irgenwie auch geruhsam und genüsslich – erlesen konsumieren, geräuscharme Städte. Oder intellektuell befriedigend – die optimale Lösung für Mobilität und Heizung. Oder gesund und anregend – mit dem Fahrrad oder zufuß zum Supermarkt. Wenn ich mir z. B. nochmal ein Auto kaufe, würde es mir Spaß machen, mit diesem Modell zu tüfteln, um die optimale Entscheidung zu treffen – alleine schon, um überhaupt das Ergebnis zu kennen 🙂

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Homo Ökonomikus

Der Homo Ökonomikus gilt als Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften. Tatsächlich ist er jedoch ein deskriptives / beschreibendes Modell intensiv kognitiv arbeitender Menschen oder Instanzen, das durchaus geeignet ist Entscheidungsgrenzen zu bestimmen, die empathische Bewertung integrieren können. Diese Modellierung von empathischen Nutzenerwägungen (mehrere Nutzenfunktionen von Individuen / Instanzen koppelnd) ist mir jedoch noch nicht in mathematischer Form begegnet.

Damit ist das Modell des Homo Ökonomikus vor allem egozentrisch und nicht auf gemeinsamen / utilitaristischen Nutzen oder Fremdnutzen gerichtet. Damit lässt sich der Homo Ökonomikus als individualistischer Rückfall des isolierten Menschen / Unternehmens bezeichnen. Dies interpretiere ich als risikoavers-robuste Modellierungsstrategie, keinesfalls aber als Menschenbild.

Konsumentenmodellierung

Insbesondere werden Konsumenten überzogen modelliert, da sie vor allem nur schwer intensiv kognitiv kaufen können (Behavioral Economics) und da Markttransparenz häufig nicht umfassend erarbeitet wird. Deswegen schlagen Ökonomen sogenanntes Nudging von sinnvollen Käufen vor, also Signalnutzung, um gewisse Eigenschaften zu kommunizieren, um rasch und einfach entscheiden zu können. Hier habe ich z. B. das OptEcoBuy-Portal vorgeschlagen, das Produktreihenfolgen so arrangiert, das individuell vorliebengerechte Produkte basierend auf Gutachten (Transparenzfunktion) oben angeführt werden würden (Nudging).

Betriebswirtschaftliche Menschenbilder

Während der Homo Ökonomikus vor allem in der volkswirtschaftlichen Modellierung und unternehmerischen Entscheidung Anwendung findet, kennt die Betriebswirtschaftslehre Menschenbilder in Marketing und Unternehmensführung. Das Menschenbild des Marketing dient der kommunikativen Beeinflussung von Käufen und Wiederkäufen (Kundenbeziehung). Das Menschenbild der Unternehmensführung dient der Motivation von Arbeitnehmern. Hier werden also funktionell relevante Menschenbilder modelliert, um die Unternehmensziele (Homo-Ökonomikus-basiert) zu erreichen. Weitere Darstellungen von betriebswirtschaftlichen Menschenbildern finden Sie im Artikel Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen.

Modellierung von Systemnutzen

Damit fehlen in der Modellierung von Unternehmen, Märkten und Beziehungen vor allem empathische und generalisiert empathische Komponenten. Generalisierte Empathie definiere ich als Empathie in Bezug auf Lebewesen, die dem Entscheidungsträger nicht direkt bekannt sind. Also z. B. wenn man sich Sorgen um Menschen macht, die in anderen Teilen der Welt in Armut leben.

Empathie kann wie folgt modelliert werden:

  1. gemeinsame Nutzenfunktionen optimieren,
  2. individualistischen Nutzen von empathischen Ergebnissen modellieren und
  3. Aufspaltung der Nutzenerwägung in egoistische und empathische Dimensionen bei Optimierung entsprechend einer Präferenz (Grenzrate der Substitution) für diese Dimensionen basierend auf z. B. Konjoint-Analyse.

Mehrdimensionale Optimierung

Zu letzterem habe ich ein Optimierungsmodell erarbeitet, das es erlaubt die Dimensionen egoistischen und empathischen Nutzens über Präferenzen zu optimieren oder entsprechend der Brutlandsberichtsbetrachtung ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu optimieren, wie im Artikel Nachhaltigkeit erläutert. Mir ist nicht bekannt, ob das Modell in den N-Dimensionalen Raum übertragen werden kann, und ob gekrümmte Präferenzen modelliert werden können.

Qualitative Nutzenkopplung

Forschungsbereiche der Betriebswirtschaftslehre, die qualitativ mit Nutzenkopplung beschäftigt sind, sind Corporate Social Responsibility und Kooperationsmanagement, die ich in Bezug auf zentrale Werke in Artikeln exzerpiert habe.

Persönliches Menschenbild

Mein persönliches Menschenbild, das ökonomisch, psychologisch, kommunikationstheoretisch und neurophysiologisch beeinflusst ist, lässt sich vielleicht bildlich mit einer halb geschälten Banane vergleichen oder mit Zeitreihendekomposition:

Im Trend sind wir durch Werte insbesondere frühkindlich geprägt und entwickeln uns durch diese, während wir von diesem weichen Kern situativ abweichen. Insbesondere ist unsere Kommunikation und verbunden Emotion polarisierend selbstwerterhaltend und unser tatsächliches Verhalten in Bereichen nicht zentraler Problematisierung heuristisch.

In problematisierten Bereichen hingegen streben wir nach Harmonie / Problemlösung und verhalten uns wertegerecht, weil wir kontrafaktisch schlussfolgern bzw. reflektieren (Kognition).

Im Ergebnis erzeugt das in der Komplexität durchaus vorstrukturierte sozialisierte Individuen, die vorwiegend durch Werte, Emotionen, Wissen, Intelligenzpräferenzen, Gesundheit und Konflikte geprägt sind und nicht alles wissen und bedenken können.

Somit decken sich normative und deskriptive Überlegungen, dass normal gereifte Menschen egoistisch-empathisches Verhalten zeigen, sofern Problembewusstsein erzeugt und bedacht werden konnte. Ich teile somit die Perspektive sozial orientierter Wesen und komme zum Ergebnis, dass Moral in subjektiv kritischen Situationen mit hinreichender Bedenkzeit erwartet werden kann, also insbesondere in langfristiger Betrachtung.

Deswegen sind gesellschaftlich-kommunikative Prozesse von zentraler Bedeutung und sollten verantwortungsbewusst konzipiert und wahrgenommen werden (Vgl. Wissensmanagement und Global Consciousness) für mögliche Erweiterung von kommunikativen Prozessen.

Fazit

Der Homo Ökonomikus ist eine robuste Modellierungsstrategie intensiv kognitiv arbeitender Entscheidungsträger. Damit bildet er vor allem Institutionen ab und erfahrene Entscheidungsträger. Er ist zwar geeignet um empathischen Nutzen zu modellieren, aber explizite Modelle, wie gemeinsame Nutzenoptimierung (Vgl. Integration) oder mehrdimensionale Optimierung (Vgl. Nachhaltigkeit) sind eventuell bedeutsam.

Mein persönliches Menschenbild sieht durch Werte geprägte Wesen, die vor allem in Bezug auf problematisierte Themen und mit ausreichender Bedenkzeit ihren Werten entsprechend handeln. Von diesem strukturellen Verhalten weichen sie situativ ab.

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Wissensmanagement

Wissensmanagement wird im deutsch-wirtschaftlichen Bereich (wissensorientierte Unternehmensführung) von Prof. Dr. North untersucht. Jedenfalls stammt von ihm das Standardwerk zum Thema. Aus Perspektive des Wissensmanagement existieren meiner Meinung nach im wesentlichen drei Arbeitsgebiete: Unternehmensführung, Wissensnutzung und -Propagation sowie Sicherung von Wissen. Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf die Wissensnutzung und -Propagation.

Nach der sog. Wissenstreppe von North ist Wissen die Vernetzung von Information und transformiert sich bei Handlungsbezug zu Kompetenzen. Dieser Artikel konzentriert sich auf Wissensbildung und -Propagation, und damit insbesondere auf kommunikative Prozesse im persönlichen und digitalen Informationsweg.

Kommunikationsmodell

Kommunikation soll als Chiffrierung – Übermittlung – Dechiffrierung verstanden werden. Deswegen muss in einer Form chiffriert werden, die Dechiffrierung erlaubt. Informationsübermittlung erfolgt über Wahrnehmungskanäle, die Einfluss auf bewusstes Denken nehmen (Wahrnehmungs-Emotions-Filter basierend auf vorwiegend frühkindlicher Prägung; vgl. Bewusstseinsreifung). Diese frühkindliche Prägung (Werteprofil) bestimmt unsere Interessen und aktivierte Bedürfnisse zusammen mit Bedürfnissdynamiken (ERG-Theorie, vgl. Selbst- und Menschenbild). Unsere auf Intelligenzen (analytisch, kinästhetisch, sprachlich, musikalisch, räumlich, haptisch, emotional, etc.) bezogenen Präferenzen bestimmen unsere vorwiegenden Wahrnehmungsprozesse.

Der Kommunikationsexperte würde im Idealfall erlernen entsprechend der Werte, Bedürfnisse und Wahrnehmungspräferenzen des Rezipienten zu chiffrieren, um unter Anknüpfung an geteiltes Wissen (Konzepte, Modelle) auch in Analogie den Dechiffrierungsprozess zu erleichtern. Im Wahrnehmungsfall würde er sich trainieren Chiffrierungen zu entschlüsseln. Geteiltes Wissen sind gemeinsame Informationen, deren subjektive Vernetzung erläutert wird. So kann Bezug auf Wissen anderer Menschen genommen werden. Dies erlaubt Expansion, Umkonfiguration und Analogiekopplung in Assoziationen und Bisoziationen.

Wissensmanagement

News

Das Global Conciousness Konzept kann im Wesentlichen wie folgt konfiguriert werden:

Ereignisse werden von Nutzern übermittelt und zusammengefasst. Die Zusammenfassungen werden an Nutzergruppen für Emotionen übermittelt, die ein Rating vornehmen sollen. Die Ratings werden aggregiert und kategorisiert, um in der Bearbeitungsreihenfolge sortiert übermittelt zu werden. Durch Durchsuchung eines Entscheidungsbaums der das Wissen der Community abbildet, wird Expertenwissen identifiziert. Personen die über dieses Wissen verfügen (Graphendatenbank) werden kontaktiert, um Schlagwörter in Bezug auf die vorliegenden Informationen geschickt einzubringen. Schlagwörter betreffen Risiken bzw. Gegenargumente, Chancen bzw. befürwortende Argumente, Kontextinformationen zu betreffenden Personen und themenspezifische Kontextinformationen. Alle Informationen werden zusammen zu einem Artikel erweitert, der sodann veröffentlicht wird (z. B. als Blog).

Fragen und Antworten (Expertenvernetzung)

Nutzer können Fragen verfassen und mit Hilfe eines Entscheidungsbaums relevantes Expertenwissen definieren. Die Frage wird dann den relevanten Experten (Graphendatenbank) zukommen gelassen. In einem Chat-Thread antworten diese dann eventuell unter Referenzierung von Dokumenten und Veranschaulichungsmaterial.

Persönlicher Kontakt / Meetings

Nach erster Betrachtung des Themenfelds ergeben sich fünf wesentliche Meetingkonzeptionen: 1. Vorträge, 2. Lagebesprechungen, 3. Interviews, 4. Brain Storming und andere Kreativitätstechniken sowie 5. gemütliches Beisammensein. Während sich beim gemütlichen Beisammensein eher zufällig Interaktionen entwickeln sind die anderen Kommunikationsanlässe häufig Themenbezogen. Entsprechend des geteilten Wissens, können Kommunikationspfade zu Wissensaustausch führen, wobei zumeist Informationsaustausch stattfindet, der eine gemeinsame Wissensbasis zumindest analog erfordert.

Man unterscheidet also Shared Knowledge, Bilateral Shared Knowledge und direkte oder indirekte Kommunikationspfade. Weiterhin können Kommunikationspfade zufällig bzw. strukturiert erfolgen. Hier liegt zum Teil ein analoges Problem vor, wie im Artikel Integration beschrieben.

Informationssicherheit (zwischenmenschlich)

Die Informationssicherheit in sozialen Systemen erfordert Wissensbildung, die es erlaubt über Begriffe Assoziationen oder Biosoziationen nach der Wahrnehmung des Rezipienten zu kreieren, sodass Verschlüsslung stattfindet. Kommunikationsexperten können bei intensivem Wissen übereinander mit dynamischen Verschlüsselungen arbeiten. Die Dimensionen der physikalen Welt eines Geschöpfes sind Raum (3 D), Zeit und Information.

Fazit

Kommunikation ist Chiffrierung und Übermittlung von dechiffrierbaren Informationen und deren Vernetzung (explizit und / oder implizit). Kommunikationsexperten können rezipientenbezogen chiffrieren und umfänglich dechiffrieren, sofern genügend Wissen abgestimmt wurde.

Wissensmanagment in Bezug auf News, Fragen, themenbezogener und offener persönlicher Kommunikation wurde in den zentralen Architekturen beschrieben. Ein zentrales Element von Wissensmanagement ist deren Propagation, die letztlich zufällig oder bewusst erfolgen kann.

Informationssicherheit in der Kommunikation sozialer Systeme findet letztlich statt, wenn Äußerungen und Verhalten für Außenstehende nicht mehr dechiffrierbar ist, weil es völlig andere Wissensnetze anregt.

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Bewusstseinsreifung

Aufgrund der Gehirnentwicklung von innen (limbisches Zentrum) nach außen (Neokortex) und der Reizoffenheit unserer Wahrnehmung, entsteht im Menschen ein Ich-Bewusstsein, das unbewusste Intelligenzleistungen des Neokortex vor dem Hintergrund emotionaler (limbisches Zentrum) Bewertung im Ich-Bewusstsein erzeugt. Somit bleiben wir im Grunde genommen aus der kindlichen Prägung denkend.

Zudem entwickeln sich erste Bahnungen zwischen Wahrnehmung und emotionalem Erleben im frühkindlichen Alter. Deswegen reagieren wir auf Muster in der Wahrnehmung mit Emotionen, die unsere Intelligenzleistungen (Unbewusstsein) im Ich-Bewusstsein vergegenwärtigen. Das menschliche Gehirn hat Eigenheiten, die als Anlage und als Prägung (Sozialisation) bevorzugte Wahrnehmung und deren Verarbeitung bestimmen.

Parallel zu diesen Grundsätzlichen Arbeitsmustern des menschlichen Gehirns entwickelt sich die Bearbeitung von Wahrnehmung und Ich-Bewusstsein durch den Neokortex insbesondere vor dem Hintergrund, die bewussten Themen positiv zu entwickeln, also z. B. Probleme zu lösen. Hier bilden sich Regelungen für Emotionen (vgl. Selbstregulation), Erinnerungsabrufe und Wahrnehmungsmanipulationen (Simulation, Filtern und Bahnen).

Dies ist der Zustand der Eckert Tolle bei Menschen beobachtet und als “Ego” bezeichnet: Äußere Wahrnehmungen triggern Erinnerung, Intelligenzleistung und frühkindlich geprägte Emotion, die über die bewussten Gedanken entscheiden, die wiederum das Gesamtsystem anregen, ähnlich wie ein Sinn. Da die Emotionen / frühkindlichen Themen das Ich-Bewusstsein bestimmen, zirkuliert die Gehirnleistung um die Bearbeitung der Emotionen, die vom wahrnehmbaren Umfeld stimuliert wurden und werden.

Insbesondere durch aktives Regulieren von Emotionen (Wissen und Training) sowie der Kognition (vgl. Positives Denken und Kontrafaktisches Schlussfolgern) steigt die Anpassungsfähigkeit an das Umfeld. Die Bearbeitung des Ich-Bewusstseins entwickelt sich in einer positiven Dynamik und sorgt für Gemütsruhe, soweit möglich. Der Mensch verschiebt seine Bewusstheit vom Ich-Bewusstsein auf die Wahrnehmung des Umfelds (Achtsamkeit), weil die unmittelbaren Themen (Identifikation mit dem Ich-Bewusstsein) im Regelfall restabilisiert werden dürften. So beginnt eine aktive Auseinandersetzung mit den wahrgenommenen Eindrücken und der Neokortex übernimmt die Gehirnfunktionalität.

Maßgeblich für diesen Bewusstseinszustand sind unsere Intelligenzleistungen in Kopplung mit unserem Wissen. Wissen ist jedoch Vernetzung von Information, sodass wir nicht bei gleichem Informationseinfluss gleichartiges Wissen entwickeln. Informationsanregung ermöglicht Übertragung von Vernetzungsmustern in kommunikativen Akten. Beschäftigung mit dieser Vernetzung festigt die Erinnerung und kreiert die internen Zugangsschlüssel zu diesem Wissen. Weiterhin entstehen externe Zugangsschlüssel, die mehr oder minder einfach sind. Sehr einfach wäre z. B. die Kopplung / Assoziation mit dem Kommunikationspartner.

Hier entstehen drei wichtige Prozesse: 1. Im Gegensatz zur “Ego”-Phase bestimmen nur noch selten unsere Emotionen die Intelligenzleistungen bezüglich der Verarbeitung des kommunizierten Wissens, 2. arbeiten wir mit höherer Achtsamkeit an den externen Zugangsschlüsseln und 3. können wir nun entscheiden, in Bezug auf den anderen zu kommunizieren. Letzteres bedeutet eine Abkehr von: “Was bedeutet das für mich?”, zu “Was kann ich zum Wissen der Person beitragen?”. Dies eröffnet / verstärkt empathische Kommunikationsmöglichkeiten. Wir können so, basieren auf Intelligenzleistung und Wissen, Sozialisationsprozesse erstmalig in ihrer Wirkung beeinflussen und entwickeln ein gewisses Maß an bewusster Reizabschirmung und Reizbeachtung.

Zusammenfassend erscheint mir der von Eckert Tolle beschriebene Zustand der Ego-Verhaftung durch Regelung / Bearbeitung von Emotion und Kognitionsmustern und Zuwendung zur Wahrnehmung (Achtsamkeit) eine Reifung zu erfahren, die einen höheren Grad an Autonomie ermöglichen dürfte.

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