Unternehmenskonzeptionen

Dieser Artikel betrachtet Märkte, Ressourcen und zentrale Güter, um eine karrikaturartige Unternehmenskonzeption vorzulegen, damit deren Entwicklung antizipiert werden kann, sodass eine moderne Unternehmenskonzeption erarbeitet wird. Im Ergebnis kann dann zum einen die moderne Konzeption mit den Märkten, Ressourcen und zentralen Gütern abgeglichen werden und zum anderen sollte transparent werden, dass nationalistischer Kapitalismus nach derzeitiger Gestaltung nicht unseren Werten entspricht. Der Artikel ist so etwas wie eine Ideensammlung und Fixierung von Gedanken, soll also nicht als abschließende Weisheit aufgefasst werden.

Märkte

Soweit mir bekannt existieren folgende unterscheidbare Märkte:

Produktmärkte sollen physische Produkte ohne Rohstoffe betreffen, deren Eigentum an Endkonsumenten übergeht. Komponentenmärkte sollen physische Produkte ohne Rohstoffe betreffen, deren Eigentum an Unternehmen und Institute übergeht.

Ressourcen

Soweit mir bekannt existieren folgende unterscheidbare Ressourcen:

Ich erfasse Nutztiere als Rohstoffe wohl wissend, das insbesondere Wirbeltiere unter Verdacht stehen Lebensqualität betreffende Ansprüche gegenüber Menschen zu besitzen, was sich in der Ressource Gesundheit äußern würde. Energieträger erfasse ich als Rohstoffe, während mit Energie Exergie (technisch nutzbare Energie) gemeint ist. Obwohl wissenschaftlich zwischen Kognition und Emotion unterschieden wird, nutze ich den Begriff Kognition für die verwobenen menschlichen Intellektsleistungen die auch Emotionen beinhalten sollen. Naturgesetze erfasse ich als Ressource, auch wenn sie häufig nur mittelbar eingehen. Wenn wir von menschlicher Arbeit sprechen ist das für gewöhnlich eine Kombination aus Information, Zeit, Gesundheit und Kognition, es gibt jedoch auch Kognition die in Form von Information gespeichert ist, Zeit als nicht menschliche Ressource (z. B. Termingeschäfte) und Geschäfte über Gesundheit wie einige Versicherungen. Geld ist ein Speicher von menschlicher Arbeit und Energie. Rechte (Kompetenzen und Macht) erfasse ich nicht als Ressourcen, weil sie nicht originär sind, sondern zugeordnet werden und physische Kraft Energie ist. Geld hingegen ist originär, weil Währungen entstehen, wenn Täusche an ihre Grenzen stoßen. Zentrales Geld ist z. B. Vertrauen. Kognition erfasst nicht “Kognitionsleistungen” von IT-Geräten, die eine Kombination aus Naturgesetzen, Territorien, Rohstoffen und Energie sind. Das die menschliche Kognition gesondert erfasst wird, also nicht als Resultat eines biologischen Systems dargestellt wird, beruht auf deren Eigentümlichkeit und Würde, die jeder Mensch zumindest in Bezug auf sich selbst verstehen kann. Der Begriff Territorien soll auch Räume bezeichnen, aber wurde gewählt, weil wir Menschen Räume für gewöhnlich in Bezug zur Erdoberfläche definieren.

Von Ressourcen zu Gütern

Aus den Ressourcen der Erde wurden zentrale Güter geschaffen:

Klassische Unternehmenskonzeption

Ein Unternehmen ist eine Hierarchie oder Einzelperson bzw. Gruppe im Eigentum der Eigenkapitalgeber die gebildete Arbeit in einer Wertschöpfungskette organisiert, um Produkte oder Dienstleistungen aus dem Bereich Eigentumsverschaffung, Versorgung, Bildung, Beeinflussung, Ablenkung und / oder Bewaffnung zu vermarkten. Die Arbeit teilt sich auf Führung, Wertschöpfung und Querschnittsleistung auf.

Warum zeichne ich dieses extreme und stark faktorisierende Bild einer Unternehmenskonzeption?

Weil es alle Komponenten erhält die unser nationalistisch-kapitalistisches System charakterisieren. Es geht um Eigentumssicherung und Versorgung von Individuen und gewachsener Nationen sowie um Ablenkung und Beeinflussung von Individuen, Waffen sichern die Befugnisse, soziale Systeme werden hierarchisch organisiert (Vermögenskonzentration) und Querschnittsfunktionen definieren die optimale Größe von Unternehmen (Konzentration des Marktangebots). Querschnittsfunktionen können ausgelagert sein, wie z. B. Grundlagenforschung und Start-ups / Innovation. Menschen, die aus dem Wirtschaftsgeschehen ausscheiden werden über versorgungssichernde Systeme (Rente, Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld II / Hartz IV, Berufsunfähigkeitsversicherung) zum Teil mit arbeitsabhängiger Komponente abgesichert.

Ähnlich einer Karrikatur hebt es die funktionserhaltenden Elemente hervor und bezeichnet z. B. die Kulturbranche als Ablenkungs-Bildungs-Dienstleister oder den Rechtsstaat als Hoheitsgebiet. Diese Überzeichnung soll verdeutlichen, dass unsere Systemfunktionalität und unsere Wertegemeinschaft nicht überall in Deckung liegen. Insbesondere werden die diplomatischen und hilfeleistenden Elemente (Kooperation mit dem Ausland) nicht herausgearbeitet. Sinn der Sache ist, dass Sie verstehen, wie dieses System gewachsen ist und das es nicht unseren Vorstellungen entspricht und auch nicht in eine Richtung weiter wächst, die im Sinne der Weltbevölkerung ist.

Netze und Bildung

Netze und Bildung sind die Güter die Unternehmen funktionsfähig machen. Netze sind z. B. Stromnetze, Gasnetze, Wirtschaftscluster und Verkehrsnetze und befinden sich in öffentlicher Hand, privater Hand oder sind organisch gewachsen.

Moderne Unternehmenskonzeption

Der Prozess Wertschöpfung ist mittlerweile eine irreführende Bezeichnung und sollte Produktion & Logistik für physische Güter heißen, Analyse und Bedürfnissbefriedigung für Dienstleistungen, Risikomanagement für Versicherungen, Kredite und Finanzmanagment, Portfolioverwaltung für langfristige Finanzkapitalanlage und Spekulation für durch Marktpreissteigerung angeregtes Wetten. Daran können sie rasch erkennen, dass Steigerungen die in Geld gemessen werden nicht wirklich immer Wert abbilden (Bedürfnissbefriedigung kann z. B. Kompensation schlechten Selbstwerts sein). Es handelt sich auch weniger um Wertschöpfung als um Vermarktungsrekombination.

Wertschöpfungen sind Inventionen (Schöpfung) und deren Realisierung Innovationen sowie Erschließen neuer Kundensegmente sofern ein tatsächlicher Wert geschaffen wird. Sich gegen eine Konkurrenz am Markt durchzusetzen (Insolvenz der Konkurrenz) ist im Falle von durch Kapitalgeber subventioniertem Preiskampf eine Schadschöpfung und führt zu Konzentration. Diese Praxis könnte kartellrechtlich relevant sein.

Worauf ich hinaus will ist, dass der klassische sogenannte Wertschöpfungsprozess, der vielleicht eher Vermarktungsrekombinationsprozess heißen sollte, in naher Zukunft vermutlich automatisiert sein wird, sofern es nicht um zwischenmenschliche Dienstleistungen oder innovative Projekte geht. Dann verschiebt sich in vielen Unternehmen die menschliche Arbeit in Querschnittsfunktionen, die nicht automatisiert werden.

Mir bekannte Querschnittsfunktionen sind:

Im Bereich der Kundenbetreuung entwickeln sich Chatbots, Rechnungswesen haben in großen Bereichen Automatisierungspotential und der Einkauf hat bei digitalisierten Märkten einfacher Transaktionen ebenfalls Automatisierungspotential. IT, Distributionsmanagement und Qualitätsmanagement werden zu Aufgabenfeldern im Bereich Umsetzungsprojekte. Führung, Public Relations, Personalmanagement und CSR hängen direkt mit dem Personal zusammen. Werbung ist eine Reaktion auf Umsatzentwicklungen und kann plangemäß beauftragt werden.

So komme ich zu neuartigen Unternehmen:

Überwachungsunternehmen dienen der Überwachung automatisierter Unternehmen. Die Unternehmen hängen zusammen wie nachfolgende Grafik veranschaulicht, wobei der Einzelhandel vermutlich doch kein Humanunternehmen ist, sondern ein digitale Plattform mit Produktvorstellung in virtueller Realität.

Inventionsunternehmen basieren auf Wissen, Kreativität und Forschung sowie Kenntnis der automatisierten Unternehmen als Geschäftsmodellkonfiguration und algorithmisch gesteuerte Technologiekette.

Umsetzungsprojektunternehmen basieren auf Projektmanagement, Informatik, Produktionstechnologiekenntnis, Marktkenntnis für Anlagen, Mikroökonomie, Betriebswirtschaftslehre und Kenntnis von Logistikdienstleistern und realisieren ein vorgegebenes Konzept durch Aufbau oder Umgestaltung eines automatisierten Unternehmens. Sie sind klassische Projektmanagementunternehmen.

Innovationsunternehmen brauchen Wissen (Information, Kognition und Zeit) und Test- bzw. Forschungsmöglichkeiten (Simulation, Modelle, Labore) und eine Koordination der Menschen, sodass die Invention, also das fertige automatisierte Unternehmen durch Ideen und deren Ausarbeitung befruchtet wird. Das könnte z. B. so aussehen:

Also es gibt Automatisierte Unternehmen, für die ein Konfigurator(-team) verantwortlich ist und es gibt Forschungszweige die von Forschern / Forscherteams bearbeitet werden und Fortschritt kann Konsequenz für mehrere Konfiguratoren haben oder sogar Konfiguratorenprojekte initiieren (Spin-offs).

Strategisch richten sich die Forschungszweige nach Experteneinschätzungen und ein solches Inventionsunternehmen bildet über die Konfiguratoren Verantwortlichkeit für bestimmte Automatisierte Unternehmen. Führung ist weniger notwendig, als Vernetzung. Führung würde sich ungefähr auf die strategische Auswahl der Automatisierten Unternehmen richten und diese Auswahl ist eher dem Fortschritt geschuldet als der Antizipierbarkeit insbesondere durch Führungskräfte.

Organisatorisch sind diese Unternehmen mit universitärer Forschung vergleichbar, bei der ein Professor (Koordinator) Wissenschaftliche Mitarbeiter in Projekten einstellt indem er oder sie für diese Projekte Förderung erhalten und die Förderung ist über Fonds, Stiftungen und Staatsbudgets organisiert. Es ist aber – insbesondere bei neuartigem Immaterialgüterrecht in Verbindung mit einem Grundeinkommen für alle – selbstfinanzierte Forschung möglich.

Ein derartiges Immaterialgüterrecht macht den Erfinder zum Eigentümer seiner Invention und sichert dem Konfigurator einen Anteil an der Invention zu. Die Berechtigung zur Nutzung der Invention wird gegen angemessenen Anteil am Umsatz aller betroffenen Automatisierten Unternehmen für eine Schutzdauer gewährt. Ich habe also weniger ein Unternehmen vor Augen, als eine Vernetzung von freiwilligen Forschern in regionalen Innovationszentren, die vom Staat finanziert werden in einer Gesellschaft denen die Automatisierten Unternehmen vermittelt über den Staat gehören und deren Grundeinkommen aus diesen Unternehmen finanziert wird.

Fazit

Herausgearbeitet wurden existierende Märkte, Ressourcen und zentrale Güter unserer Gesellschaften, um eine klassische Unternehmenskonzeption karrikaturartig herauszuarbeiten. Hierdurch werden zentrale Probleme des nationalistisch-kapitalistisch geprägten Systems unserer Zeit deutlich: nationale Konkurrenz (Auflösung durch Föderalismus), Vermögenskonzentration (Diverse Auflösungsmöglichkeiten; hier nicht im Fokus) und Unternehmenskonzentration (Auflösung nicht im Fokus). Dies soll zum einen zum Denken anregen, sodass Lösungen erarbeitet werden und zum anderen veranschaulichen welche Abweichung zwischen unseren Werten und unserem System besteht, sodass verständlich wird, das die Entwicklung ohne Eingriff nicht in unserem Sinne fortschreitet.

Weiterhin wurde eine moderne Unternehmenskonzeption dargelegt, die auf der klassischen Unternehmenskonzeption basiert und eine Aufgliederung in Automatisierte Unternehmen, Umsetzungsprojektunternehmen und Inventionsunternehmen aufzeigt in welcher Invention dezentral organisiert wird, Innovation von klassischen Unternehmen geleistet wird und Automatisierte Unternehmen im Staatsbesitz befindlich sind. Diese Konzeption harmoniert in weiten Teilen mit meinen anderen Ausarbeitungen.

In der Gesamtschau wird deutlich, dass insbesondere Finanzmärkte durch die Unternehmenskonzeption womöglich noch nicht gut abgebildet werden, sodass dieses Thema Anlass zu weiterführender Untersuchung gibt.

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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Veröffentlicht von

Marius Alexander Schulz

Als Wirtschaftsingenieur (Maschinenbau), der sich stets fortbildet, erarbeite ich Lösungsansätze für eine bessere Zukunft und trage begleitendes Wissen zusammen. Mein Blog dreht sich um Visionen für Menschen im Kontext gesellschaftlicher Systeme und technologischem Fortschritt. Aktuell versuche ich ein Portal für nachhaltiges Einkaufen zu entwickeln. Hier finden Sie Informationen und können das Projekt fördern: OptEcoBuy

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