Data Science

Die Artikel zum Thema Data Science umfassen verschiedene statistische Analysen und Data Mining. Sie dienen der Übung und Demonstration der Möglichkeiten von Data Science. Hier sollen die statistischen Methoden erläutert sowie die Erkenntnisse der Artikel dargestellt werden.

Statistische Methoden und Data Mining

Meine Fallstudien im Bereich Data Science betreffen Data-Mining-Programme und Statistical-Learning-Programme.

Data Mining

Die zwei Data-Mining-Programme betreffen Data Mining mit Homepages (Webscrapping, vgl. Die 1057 interessantesten Data-Science-Central-Artikel nach Kategorien) und mit Twitter und Homepages (Twitterscrapping und Webscrapping, vgl. WE Alliance – Twitter Link-Scrapping Summary) sowie die automatische Generierung der HTML-Seiten als Output.

Im ersten Fall wurden alle Artikel des Multiauthorblogs Data Science Central gesucht und mit TF-IDF beschlagwortet, um manuell Kategorien zu bestimmen und die Artikel den Kategorien zuzuordnen. Dann wurde eine HTML-Seite besierend auf diesen Daten erstellt, die es erlaubt Kategorien anzuklicken und zu entsprechenden Links zu gelangen.

Im zweiten Fall wurden zunächst relevante Twitter-Hashtags rund um das Thema Wellbeing-Economics aus den Tweets unter #WellbeingEconomics extrahiert, um sodann in gewissen Zeitabständen ein Skript laufen zu lassen. Dieses Skript extrahiert alle neuen Tweets unter einem Hashtag seit dem letzten Durchlauf, extrahiert alle Artikellinks und fasste die Links mit TF-IDF zusammen. Die Ergebnisse werden in einer HTML-JavaScript-Seite ausgegeben. Leider kam es beim letzten Durchlauf zu einem Fehler, der die Datumsangaben überschrieben hat.

Statistical-Learning

Drei Artikel sind Fallstudien des Statistical Learnings: Glücksländer und Importance of Domain Knowledge sowie Europawachstum.

Glücksländer und Importance of Domain Knowledge

Die Artikel Glücksländer und Importance of Domain Knowledge betreffen die selbe statistische Analyse. Es wurde mittels nicht-linearer Regression unter Nutzung von Lern und Testdatensatz bzw. unter Vorgabe eines ökonomisch sinnvollen Modells eine Schätzung der Korrelation von Einkommen auf Zufriedenheit durchgeführt. Anschließend wurden die Abweichungen von der Trendlinie mit K-Means geclustert, um besonders glückliche bzw. unglückliche Länder zu gruppieren. Die Idee war, anhand dieser Länderlisten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren, sodass man sinnvolle Kandidaten für eine Abweichungsanalyse identifiziert.

Mit Kommentatorenfeedback und eigener Betrachtungen konnten nun Kandidaten für eine Abweichungsanalyse gewählt und einzeln geschätzt werden (Gini-Koeffizient, Kulturdimensionen nach Hofstede und Fragility of States Index). Nach der Schätzung einzelner Kandidaten, wurde ein Gesamtmodell mit den signifikanten Daten nochmal geschätzt und auf Signifikanz untersucht. Hier wäre eine Ridge-Regression eigentlich angemessen, aber aus Zeitgründen wurde nur eine einfache Regression durchgeführt.

Europawachstum (NUTS 2)

Basierend auf Daten von Eurostat wurden einfache Wachstumsraten der Nuts 2 Regionen über längere Zeiträume kalkuliert und mittels spatialer Visualisierung visualisiert, was der Sinn der Fallstudie war, mal mit Spatialer Visualisierung zu arbeiten.

Erkenntnisse der Fallstudien

Importance of Domain Knowledge

Der Artikel Importance of Domain Knowledge macht deutlich, dass Big-Data-Algorithmen nicht mit einfachen Parametrisierungstests laufen können, sondern dass Ausreißer für jede Parametrisierung individuell zu überprüfen wären.

Glücksländer

Zufriedenheit vs. Pro-Kopf-BIP

Der Artikel Glücksländer zeigt, dass die Abweichung der Zufriedenheit für höhere Zufriedenheit unabhängig vom Einkommen durch folgende Faktoren statistisch signifikant bedingt ist:

  1. Gini-Koeffizient (je gleicher die Verteilung, desto besser)
  2. Machtdistanz (je geringer die Machtdistanz, desto besser)
  3. Unsicherheitsvermeidung (je höher die Toleranz für Unsicherheit, desto besser)
  4. Freiheitliche Kultur (je höher die freiheitliche Kultur, desto besser)
  5. Fragilität des Sicherheitsapperats (je stabiler, desto besser)
  6. Fraktionalisierte Eliten (je weniger Fraktionalisierung, desto besser)
  7. Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung (je gleicher, desto besser)
  8. Menschliche Flucht und Brain Drain (je weniger, desto besser)
  9. Fragilität staatlicher Legitimität (je legitimer, desto besser)
  10. Fragilität öffentlicher Leistungen (je stabiler, desto besser)

An diesen Punkten sollte man angreifen, sofern man die Bevölkerung einer Nation für gegebenes Einkommen zufriedener machen möchte.

Europawachstum (Nuts 2)

Während die Grafiken zu den realen und langfristigen BIP-Wachstumsraten in den Regionen Europas und dem realen BIP in den Regionen Europas des Artikels Europawachstum nicht geprüft wurden, ob die Visualisierung stimmt, stimmt die Visualisierung, die Deutschlands Regionen in über- und unterdurchschnittliche Wachstumsgebiete einteilt. Es zeigt sich, dass das östliche Ostdeutschland möglicherweise konvergiert, während andere Regionen divergieren. BIP-Wachstumsrate Deutschland nach Regionen

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Glücksländer

Grafik des Zusammenhangs von Lebenszufriedenheit und Pro-Kopf-BIP
Zusammenhang Zufriedenheit und Pro-Kopf-BIP

Was bedeutet die Grafik?

Die Grafik zeigt eine Schätzung des Zusammenhangs zwischen Pro-Kopf-BIP und Lebenszufriedenheit (rote Linie). Das Modell, das der Schätzung zugrundeliegt, ist ökonomisch fundiert (Cobb-Douglas). Das bedeutet, dass der marginale Nutzen des ersten zum Konsum verfügbaren Produkts unendlich ist, der marginale Nutzen bei immer weiter steigendem Konsum immer kleiner wird und der Zuwachs an Konsum nie negativen Nutzen stiftet.

Der Zusammenhang wurde mit Daten von 2005 bis 2017 aus dem World Happiness Report der Vereinten Nationen geschätzt. Die Schätzung ist statistisch signifikant auf auf einem Niveau von über 99.999 % und erklärt circa 61 % der Variation in der Zufriedenheit.

Die angezeigten Datenpunkte sind die jüngsten Ergebnisse aller 164 analysierten Länder – die meisten aus dem Jahr 2017. Die farbliche Kodierung basiert auf einer Gruppierung der Daten in fünf Gruppen entsprechend der durchschnittlichen Abweichung von der Schätzung über die Jahre von 2005 bis 2017 wo möglich (äußerst zufrieden [hellblau], zufriedener [dunkelblau], mittlere Zufriedenheit [grün], unzufriedener [rot], sehr unzufrieden [schwarz]; statistisches Verfahren: K-Means).

Folglich werden die aktuellen Abweichungen vom langfristigen Trend gezeigt, wobei eine strukturelle Zufriedenheit im Verhältnis zum Trend farblich gekennzeichnet ist. Während die Trendlinie Auskunft gibt, welche Zufriedenheitssteigerung mit einer Ausweitung des Konsums im Mittel zu erwarten ist, geben die Länder mit hoher bzw. niedriger struktureller Zufriedenheit einen Hinweis auf länderspezifische Faktoren, die Zufriedenheit bedingen. Eine Analyse der Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppen bzw. der Unterschiede zwischen den Gruppen, kann helfen strukturelle Faktoren der Zufriedenheit zu identifizieren.

Länder höchster struktureller Zufriedenheit

Die Länder höchster struktureller Zufriedenheit (hellblau) sind: Australien, Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Kanada, Kolumbien, Kongo (Kinchasa), Denemark, El Salvador, Finland, Guatemala, Guyana, Island, Israel, Mexico, Moldau, Mosambique, Niederlande, Neuseeland, Nicaragua, Norwegen, Österreich, Panama, Schweden, Schweiz, Usbekistan und Venezuela.

Länder geringster struktureller Zufriedenheit

Die Länder geringster struktureller Zufriedenheit (schwarz) sind: Botswana, Bulgarien, Gabun, Georgien, Hongkong, Iran, Iraq, Portugal, Qatar, Sri Lanka und Ungarn.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ich habe derzeit noch keinen Ansatz für die Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppen und die Unterschiede zwischen den Gruppen, weil ich zu wenig Ahnung von diesen Ländern habe. Deswegen würde ich gerne mit Ihnen in den Kommentaren diskutieren, welche Ideen Sie haben, sodass ich eventuell weitere Analysen mit Ihrer Hilfe erarbeiten und einfügen kann.

Verteilungsgerechtigkeit

Herr Pickwick hatte die Hypothese, dass der Gini-Koeffizient, der die Verteilungsgerechtigkeit (0) gegenüber der Vermögenskonzentration auf wenige (1) misst, eine Wirkung auf strukturelle Abweichungen vom Zusammenhang zwischen Pro-Kopf-BIP nach Purchasing Power Parety und Zufriedenheit hat.

 

Der Gini-Koeffizient (Weltbank) ist absolut statistisch signifikant negativ mit der Vermögenskonzentration korreliert und erklärt etwa 44,89 % der Variabilität der Abweichung. Deutschland hatte im Jahr 2017 einen Gini-Koeffizient von etwa 0,2.

Kulturdimensionen nach Hofstede

Ich habe mich gefragt, ob kulturelle Unterschiede verantwortlich für strukturelle Abweichungen der Zufriedenheit sind. Um das zu untersuchen habe ich auf die Daten von Geert Hofstede zurückgegriffen.

Nach dessen Modell existieren sechs Kulturdimensionen, von denen vier statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung vom Wohlfahrtstrend korrelieren. Diese vier Dimensionen erklären etwa 54,84 % der Variabilität der Abweichung.

Machtdistanz

Die Machtdistanz verläuft von gering zu hoch und ist absolut signifikant negativ mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je geringer die Machtdistanz zwischen Autoritäten und normalen Bürgern / Mitarbeitern, desto zufriedener sind die Menschen.

Kollektivismus – Individualismus

Der Indikator Kollektivismus – Individualismus verläuft von Kollektivismus zu Individualismus und ist absolut statistisch signifikant positiv mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je individualistischer eine Kultur ist, desto zufriedener ist sie.

Unsicherheitstoleranz

Die Unsicherheitsvermeidung verläuft von Toleranz gegenüber Unsicherheit hin zu Vermeidung von Unsicherheit und ist absolut signifikant negativ mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je höher die Toleranz gegenüber Unsicherheit, desto zufriedener sind die Menschen.

 

Verpflichtungskultur gegenüber freiheitlicher Kultur

Dieser Indikator ist absolut signifikant positiv mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: Je höher die Ausprägung freiheitlicher Kultur, desto zufriedener sind die Menschen.

 

Deutschland liegt in der Machtdistanz bei 35, bei Individualismus bei 65, bei der Unsicherheitsvermeidung bei 65 und der freiheitlichen Kultur bei 40, so dass in allen Bereichen Verbesserungspotential liegt. Insbesondere eine freiheitlichere Kultur hätte große Zufriedenheitswirkung in Deutschland.

Fragile States Index

Der Fragile States Index misst durch jeweils drei Indikatoren für Zusammenhalt, Wirtschaft, Politik und Soziales die Fragilität von Nationen. Es zeigt sich eine Abnahme der Zufriedenheit mit zunehmender Fragilität, der absolut statistisch signifikant ist und etwa 24,1 % der Variabilität in der Abweichung erklärt.

Von den zwölf Teilindikatoren sind neun statistisch signifikant mit der Abweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert und es werden etwa 33,73 % der Variabilität der Abweichung erklärt. Es folgen Untersuchungen der einzelnen Teilindikatoren.

Kohesionsindikatoren

Von den Kohesionsindikatoren (Zusammenhalt) sind zwei statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert: 1. Sicherheitsapperat und 2. Fraktionalisierte Eliten.

Sicherheitsapparat

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Security Apparatus indicator considers the security threats to a state, such as bombings, attacks and battle-related deaths, rebel movements, mutinies, coups, or terrorism. The Security Apparatus also takes into account serious criminal factors, such as organized crime and homicides, and perceived trust of citizens in domestic security. In some instances, the security apparatus may extend beyond traditional military or police forces to include state-sponsored or state-supported private militias that terrorize political opponents, suspected “enemies,” or civilians seen to be sympathetic to the opposition. In other instances, the security apparatus of a state can include a “deep state”, that may consist of secret intelligence units, or other irregular security forces, that serve the interests of a political leader or clique. As a counter example, the indicator will also take into account armed resistance to a governing authority, particularly the manifestation of violent uprisings and insurgencies, proliferation of independent militias, vigilantes, or mercenary groups that challenge the state’s monopoly of the use of force.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 15,1 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Fraktionalisierte Eliten

Offizielle Beschreibung der Fragilitätsindikators:

The Factionalized Elites indicator considers the fragmentation of state institutions along ethnic, class, clan, racial or religious lines, as well as and brinksmanship and gridlock between ruling elites. It also factors the use of nationalistic political rhetoric by ruling elites, often in terms of nationalism, xenophobia, communal irredentism (e.g., a “greater Serbia”) or of communal solidarity (e.g., “ethnic cleansing” or “defending the faith”). In extreme cases, it can be representative of the absence of legitimate leadership widely accepted as representing the entire citizenry. The Factionalized Elites indicator measures power struggles, political competition, political transitions, and where elections occur will factor in the credibility of electoral processes (or in their absence, the perceived legitimacy of the ruling class).

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 22,36 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Wirtschaftsfragilitätsindikatoren

Alle Wirtschaftsfragilitätsindikatoren sind signifikant mit der Abweichung vom Wohlfartstrend korreliert.

Ökonomischer Verfall

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Economic Decline Indicator considers factors related to economic decline within a country. For example, the Indicator looks at patterns of progressive economic decline of the society as a whole as measured by per capita income, Gross National Product, unemployment rates, inflation, productivity, debt, poverty levels, or business failures. It also takes into account sudden drops in commodity prices, trade revenue, or foreign investment, and any collapse or devaluation of the national currency. The Economic Decline Indicator further considers the responses to economic conditions and their consequences, such as extreme social hardship imposed by economic austerity programs, or perceived increasing group inequalities. The Economic Decline Indicator is focused on the formal economy – as well as illicit trade, including the drug and human trafficking, and capital flight, or levels of corruption and illicit transactions such as money laundering or embezzlement.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 23,05 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Uneven Economic Development Indicator considers inequality within the economy, irrespective of the actual performance of an economy. For example, the Indicator looks at structural inequality that is based on group (such as racial, ethnic, religious, or other identity group) or based on education, economic status, or region (such as urban-rural divide). The Indicator considers not only actual inequality, but also perceptions of inequality, recognizing that perceptions of economic inequality can fuel grievance as much as real inequality, and can reinforce communal tensions or nationalistic rhetoric. Further to measuring economic inequality, the Indicator also takes into account the opportunities for groups to improve their economic status, such as through access to employment, education, or job training such that even if there is economic inequality present, to what degree it is structural and reinforcing.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 12,2 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Menschliche Flucht und Brain Drain

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Human Flight and Brain Drain Indicator considers the economic impact of human displacement (for economic or political reasons) and the consequences this may have on a country’s development. On the one hand, this may involve the voluntary emigration of the middle class – particularly economically productive segments of the population, such as entrepreneurs, or skilled workers such as physicians – due to economic deterioration in their home country and the hope of better opportunities farther afield. On the other hand, it may involve the forced displacement of professionals or intellectuals who are fleeing their country due to actual or feared persecution or repression, and specifically the economic impact that displacement may wreak on an economy through the loss of productive, skilled professional labor.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 16,04 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Politische Fragilitätsindikatoren

Bei den politischen Fragilitätsindikatoren sind 1. die Fragilität Staatlicher Legitimität und 2. die Fragilität Öffentlicher Leistungen statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung korreliert.

Fragilität staatlicher legitimität

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The State Legitimacy Indicator considers the representativeness and openness of government and its relationship with its citizenry. The Indicator looks at the population’s level of confidence in state institutions and processes, and assesses the effects where that confidence is absent, manifested through mass public demonstrations, sustained civil disobedience, or the rise of armed insurgencies. Though the State Legitimacy indicator does not necessarily make a judgment on democratic governance, it does consider the integrity of elections where they take place (such as flawed or boycotted elections), the nature of political transitions, and where there is an absence of democratic elections, the degree to which the government is representative of the population of which it governs. The Indicator takes into account openness of government, specifically the openness of ruling elites to transparency, accountability and political representation, or conversely the levels of corruption, profiteering, and marginalizing, persecuting, or otherwise excluding opposition groups. The Indicator also considers the ability of a state to exercise basic functions that infer a population’s confidence in its government and institutions, such as through the ability to collect taxes.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 23,31 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Fragilität öffentlicher leistungen

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Public Services Indicator refers to the presence of basic state functions that serve the people. On the one hand, this may include the provision of essential services, such as health, education, water and sanitation, transport infrastructure, electricity and power, and internet and connectivity. On the other hand, it may include the state’s ability to protect its citizens, such as from terrorism and violence, through perceived effective policing. Further, even where basic state functions and services are provided, the Indicator further considers to whom – whether the state narrowly serves the ruling elites, such as security agencies, presidential staff, the central bank, or the diplomatic service, while failing to provide comparable levels of service to the general populace – such as rural versus urban populations. The Indicator also considers the level and maintenance of general infrastructure to the extent that its absence would negatively affect the country’s actual or potential development.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 18,99 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Soziale Fragilitätsindikatoren

Zwei soziale Fragilitätsindikatoren sind statistisch signifikant mit der Abweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert: 1. Flüchtlinge und 2. Externe Intervention.

Flüchtlinge

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The Refugees and Internally Displaced Persons Indicator measures the pressure upon states caused by the forced displacement of large communities as a result of social, political, environmental or other causes, measuring displacement within countries, as well as refugee flows into others. The indicator measures refugees by country of Asylum, recognizing that population inflows can put additional pressure on public services, and can sometimes create broader humanitarian and security challenges for the receiving state, if that state does not have the absorption capacity and adequate resources. The Indicator also measures the Internally Displaced Persons (IDP) and Refugees by country of origin, which signifies internal state pressures as a result of violence, environmental or other factors such as health epidemics. These measures are considered within the context of the state’s population (per capita) and human development trajectory, and over time (year on year spikes), recognizing that some IDPs or refugees for example, may have been displaced for long periods of time.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 20,75 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Externe Intervention

Offizielle Beschreibung des Fragilitätsindikators:

The External Intervention Indicator considers the influence and impact of external actors in the functioning – particularly security and economic – of a state. On the one hand, External Intervention focuses on security aspects of engagement from external actors, both covert and overt, in the internal affairs of a state at risk by governments, armies, intelligence services, identity groups, or other entities that may affect the balance of power (or resolution of a conflict) within a state. On the other hand, External Intervention also focuses on economic engagement by outside actors, including multilateral organizations, through large-scale loans, development projects, or foreign aid, such as ongoing budget support, control of finances, or management of the state’s economic policy, creating economic dependency. External Intervention also takes into account humanitarian intervention, such as the deployment of an international peacekeeping mission.

Der individuell geschätzte statistische Zusammenhang ist absolut statistisch signifikant und erklärt etwa 25,97 % der Variabilität der Abweichung. Nach Begutachtung der Residuen ist ein lineares Modell okay:

Gesamtmodell

Werden alle vorhergehend analysierten Variablen in einem Gesamtmodell analisiert, zeigt sich, dass folgende Variablen statistisch signifikant mit der Zufriedenheitsabweichung vom Wohlfahrtstrend korreliert sind und das etwa 75,41 % der Variabilität in der Abweichung erklärt werden:

  1. Gini-Koeffizient
  2. Machtdistanz
  3. Unsicherheitsvermeidung
  4. Freiheitliche Kultur
  5. Fragilität des Sicherheitsapparats
  6. Fraktionalisierte Eliten
  7. Ungleichverteilung der Wirtschaftsentwicklung
  8. Menschliche Flucht und Brain Drain
  9. Fragilität der staatlichen Legitimität
  10. Fragilität öffentlicher Leistungen.

Fazit

Es ist ersichtlich, dass die Zufriedenheitssteigerung mit zunehmenden Konsummöglichkeiten abnehmend ist. Bezogen auf die Zufriedenheit der Menschen können aus Perspektive der Summe der Zufriedenheitssteigerungen (Utilitarismus) vor allem Steigerungen der Konsummöglichkeiten in ärmeren Ländern eine hohe Wirkung entfalten.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Anzahl der Menschen nach Zufriedenheitsintervallen. Es lässt sich deutlich sehen, dass eine Zufriedenheitssteigerung für Indien und China aus utilitaristischer Perspektive erstrebenswert ist.

Menschenzählung nach Zufriedenheit
Deutschland könnte eventuell durch Betrachtung der Länder höchster struktureller Zufriedenheit herausfinden, wie die Zufriedenheit im Land verbessert werden kann. Das erfordert eine Diskussion über diese Länder als Vorbild.

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Positives Denken

Erfahren Sie hier, die Komponenten Positiven Denkens, wie Sie Ihr Positives Denken durch Tests einschätzen können, wann Positives Denken hilfreich oder problematisch ist in Bezug auf Gesundheit, psychisches Wohlbefinden, Selbstregulation und Erfolg sowie Liebe und Partnerschaft. Lesen Sie, wie sie Ihr Positives Denken trainieren können. Eine Übersicht finden Sie im Fazit des Artikels. Hier finden Sie auch eine Fragenliste, die es Ihnen erlaubt angemessene Entscheidungen in Bezug auf Positives Denken zu treffen. Die Darstellungen richten sich nach Schütz und Hoge (2007).

Was ist positives Denken?

Positives Denken ist ein Begriff aus der Alltagspsychologie. Wissenschaftliche Konzepte, die unter den Begriff fallen, sind: Internale Kontrollüberzeugungen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Hoffnung, Optimismus und günstige Attributionsstile.

Kontrollüberzeugung

Glaubt eine Person, sie habe ihr Schicksal durch ihr Handeln selbst in der Hand, anstatt zu glauben, ihr Leben werde durch äußere Umstände bestimmt, so liegen internale Kontrollüberzeugungen anstatt externaler Kontrollüberzeugungen – also Positives Denken – vor. Ein Test der Kontrollüberzeugungen kann hier käuflich erworben werden.

Selbstwirksamkeitserwartung

Die Selbstwirksamkeitserwartung besteht aus zwei Komponenten. Zum einen wird erwartet, dass eine Handlung geeignet ist, um ein Ziel zu erreichen (Konsequenzerwartung) und zum anderen wird erwartet, dass man selbst in der Lage ist, diese Handlung erfolgreich auszuführen (Kompetenzerwartung). Beide Komponenten sind Kennzeichen Positiven Denkens, denn bereits die Erwartung einen Lösungsweg zu kennen ist positiv. Ein kostenloser Test der Selbstwirksamkeitserwartung findet sich hier. Beantworten Sie die zehn Fragen auf einer Skala von (1) stimmt nicht, (2) stimmt kaum, (3) stimmt eher und (4) stimmt genau, addieren Sie die Werte Ihrer Antworten und vergleichen Sie sie mit dem Mittelwert einer deutschen Bevölkerungsgruppe Erwachsener (29,28) bzw. von Studenten (29,60).

Hoffnung

Hoffnung ist die Überzeugung, sowohl den Willen als auch die Möglichkeit zu haben, seine Ziele zu erreichen. Unterschieden wird zwischen der zielgerichteten Energie (Agency) und der Planung Ziele zu erreichen (Pathway). Einen englischsprachigen Test finden sie auf Seite drei dieser Pdf-Datei. Beantworten Sie die Fragen und bilden Sie den Mittelwert zu den beiden Skalen.

Optimismus

Es werden unterschiedliche Konzepte des Optimismus unterschieden. Der allgemeine Optimismus wird dispositionaler Optimismus genannt und misst die Neigung, das Leben von der besten Seite aufzufassen und auf einen guten Ausgang der Dinge zu vertrauen. Ein Test findet sich auf der letzten Seite dieser Pdf-Datei. „Trifft ausgesprochen zu“ hat den Wert vier und „trifft überhaupt nicht zu“ den Wert null. Die Mittelwerte für die Optimismusskala (9,00), die Pessimismusskala (6,81) und die Gesamtskala (14,18) finden sich unter Ergebnisse / Itemkennwerte auf Seite drei.

Weitere Optimismuskonzepte unterscheiden die Realität stark verzerrende und situationsunangepasste Optimismusarten von weniger extremen (und günstigeren) Varianten, je nachdem, ob ein Betroffener die Augen vor den Risiken verschließt oder sich Mut bei deren Bewältigung zuschreibt. Defensiver Optimismus z. B. blendet Risiken aus und funktionaler Optimismus verzerrt die Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Risiken positiv. Letztlich werden noch Erwartungen von vagen Phantasien getrennt. Positive Erwartungen sind förderlich, während positive Phantasien in Bezug auf die effektive Selbstregulation hinderlich sind.

Attributionsstile

Attributionsstile betreffen die gewohnheitsmäßige Antwort auf Warum-Fragen bezüglich Ereignissen. Unterschieden werden die Aspekte internal und external, dauerhaft und vorübergehend sowie allgemein und spezifisch.

[Ein günstiger Attributionsstil ist die] (…) gewohnheitsmäßige Tendenz, sich das Zustandekommen von Ereignissen auf eine Art und Weise zu erklären, die Anlass zur Zuversicht gibt.

Günstige Ereignisse sollten demnach tendenziell internal, allgemein und dauerhaft attribuiert werden, während ungünstige Ergebnisse tendenziell external, vorübergehend und spezifisch attribuiert werden sollten. Getestet werden Attributionsstile mit dem Attributional Style Questionaire bzw. dem German Attributional Style Questionaire. Diese Fragebögen konnte ich jedoch nicht online finden.

Positives Denken und Gesundheit

[Positives Denken] (.) führt dazu, dass Menschen sich aktiv um ihre Gesundheit kümmern und beugt dadurch Krankheiten und anderen körperlichen Beschwerden vor, vermindert das Ausmaß von Beschwerden, beschleunigt die Genesung und verringert die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls. Darüber hinaus wirkt Positives Denken hilfreich, indem es das Immunsystem stärkt, im Umgang mit Belastungen unterstützt und zur Bildung eines besseren sozialen Netzes beiträgt. (…) Ungünstige Nebenwirkungen einer positiven Einstellung sind im Vergleich zu den günstigen Konsequenzen verhältnismäßig harmlos.

Zu den ungünstigen Nebenwirkungen des Positiven Denkens zählen, dass in nicht kontrollierbaren Situationen das Bemühen um eine Veränderung der Situation aussichtslos ist und selbst zur Quelle der Belastung wird, dass extrem hohe Selbstwirksamkeitserwartung und Kontrollüberzeugung zu riskantem Verhalten verleiten und dass eine Vernachlässigung gesundheitsrelevanter Informationen vorliegt, die nicht von unmittelbarer Bedeutung sind.

Während das Erleben von Hilflosigkeit die Gesundheit belastet, stärkt das Erleben von Kontrolle die Gesundheit. Es ist damit hilfreich sich ein Leben einzurichten, indem man auf viele Details, die nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung zu tun haben, Kontrolle ausüben kann, um sich seine Lebensumwelt zu gestalten.

Positives Denken und psychisches Wohlbefinden

Viele Studien bescheinigen den verschiedenen Formen Positiven Denkens günstige Konsequenzen für psychisches Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit. Gemeint ist dabei ein positives Umdenken und aktives Gestalten der Lebensfreude, ohne dabei potentielle Schattenseiten außer Acht zu lassen.  So steht eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung in Zusammenhang mit geringerem Belastungserleben und rückblickender Pessimismus stärkt das Gefühl etwas erreicht zu haben, was schwierig zu erreichen war bzw. lässt Rückschläge aus einer Perspektive erscheinen, in der ein besonders ehrgeiziges Ziel verfolgt wurde. Problematisch ist, dass langandauernde Belastungen die Bewältigungsressourcen von Optimisten erschöpfen und internale Kontrollüberzeugungen bei nicht kontrollierbaren Verschlechterungen belastend wirken, weil sich die Person für etwas verantwortlich macht, was außerhalb ihrer Kontrolle liegt.

Positives Denken, Selbstregulation und Erfolg

Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeit und Optimismus stehen mit Führungsqualitäten in Zusammenhang. (…) Internale Kontrollüberzeugungen stehen im Zusammenhang mit Berufszufriedenheit. (…) Bei gleicher Ausgangslage führt Hoffnung zu höherem Studienerfolg. (…) Im Sport sagen Selbstwirksamkeitserwartungen bei Konkurrenten mit ähnlichen Fähigkeiten die Erfolgschancen vorher. (…) Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung stehen in Zusammenhang mit Erfolg bei Diäten, Nikotinentwöhnung und sportlicher Betätigung. (…) Menschen, die positiv denken, leiden weniger unter Angst, sind motivierter und arbeiten ausdauernder. (…) Positives Denken hilft, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.

Aussagen wie diese – belegt durch Studien – zeigen, dass positive Einstellungen helfen, Ziele zu erreichen, bessere sportliche Leistungen zu erbringen und in Studium und Beruf erfolgreicher zu sein. Dabei können positive Einstellungen mangelnde Grundlagen nicht ersetzen, sondern lediglich helfen, existierendes Potential voll auszuschöpfen.

Hilfreich ist es, sich spezifische Ziele zu setzen und vage positive Tagträume durch konkrete Erwartungen zu ersetzen. Denn vage positive Tagträume behindern das erreichen eines Ziels mehr, als dass sie helfen. Sich auf seine Selbstwirksamkeitserwartung zu verlassen ist nur dann sinnvoll, wenn man bereits Erfahrungen mit einer Situation gesammelt hat.

Positives Denken in Liebe und Partnerschaft

Positives Denken hilft Freundschaften und Beziehungen zu knüpfen, denn die eigene Erwartungshaltung beeinflusst, wie wir eine Person wahrnehmen und uns ihr gegenüber verhalten. Unser Verhalten wird entsprechend wahrgenommen und erwiedert. So entsteht ein Prozess in dem die Erwartungshaltung bestätigt und gefestigt wird (Sich-selbst-erfüllende-Prophezeihung). Im Falle zu hoher Erwartungshaltung, bleiben die Ansprüche oft unerfüllt und es kommt zu Missverständnissen. Hier sollten die Ansprüche angepasst werden.

Beziehungen, in denen sich die Partner stark idealisieren, sind glücklicher, vertrauensvoller und dauerhafter als Beziehungen weniger positiv illusorischer Menschen. Herrscht weiterhin ein wohlwollender Erklärungsstil, sind Beziehungen zufriedener und stabiler, wohingegen pessimistische Erklärungsstile das Lösen von Konflikten behindern und nachhaltig die Qualität und Stabilität einer Beziehung beeinträchtigen. Wechselseitige positive Beeinflussung der Partner durch Selbstwirksamkeit bezüglich der Beziehung  stärkt die Beziehung und sichert die Paarzufriedenheit. Paare mit internaler Kontrollüberzeugung bezüglich der Beziehung sind am glücklichsten, während Paare mit externaler Kontrollüberzeugung bezüglich der Beziehung vergleichsweise unglücklich sind. Für den erhalt einer Beziehung werden fünf subjektiv positive Interaktionen pro einer subjektiv negativen Interaktion empfohlen.

Positives Denken hilft Sympathien zu gewinnen und schneller Zugang zu anderen Menschen zu finden. Außerdem schützt Positives Denken tendenziell vor schädlichen Einflüssen, wie Zweifel oder einer negativen Sicht des Partners, und stabilisiert so die Beziehung und die Beziehungszufriedenheit. Negative Aspekte Positiven Denkens treten auf, wenn z. B. Gewalttätigkeit verharmlost wird, oder, wenn die optimistische Perspektive sich aufgrund des Partnerverhaltens nicht halten lässt. Letzteres führt zu Enttäuschung und Unzufriedenheit.

Wann ist Optimismus schädlich und Pessimismus hilfreich?

Ängstliche Personen profitieren von einem defensiven Pessimismus. Negative Erwartungen sind für defensive Pessimisten entlastend und motivierend. Im interkulturellen Kontext wurde zudem festgestellt, dass für Asiaten Pessimismus im Zusammenhang mit aktiver Problembewältigung steht. Europäer hingegen weisen hier einen Zusammenhang mit psychischen Problemen auf. Allgemein hilft Pessimismus in Situationen, in denen die erwarteten Risiken hoch sind. Genauso wie Hoffnung und Freude haben auch Skepsis und Trauer ihre Berechtigung und dürfen nicht als Krankheiten behandelt werden, die es durch Positives Denken zu heilen gilt – negative Emotionen sind zumeist ein Richtungsgeber für wichtige Lebensentscheidungen.

Herkunft und Lernen Positiven Denkens

Zunächst wird die Herkunft Positiven Denkens erläutert, dann die Methoden, um Positives Denken zu erlernen.

Herkunft Positiven Denkens

Die Lebenszufriedenheit wird auf eine genetische Prädisposition für bestimmte Denkmuster und Verhaltensweisen zurückgeführt. Extraversion, emotionale Stabilität und Positives Denken führen zu höherer Lebenszufriedenheit.

Dispositionaler Optimismus wird in seiner Varianz zu 25 % durch genetische Faktoren erklärt. Weiterhin relevant ist das Ausmaß und die Qualität elterlicher Fürsorge und das Beispiel der Eltern – insbesondere der Mutter. Allerdings stehen sozioökonomische Variablen und schulische und berufliche Leistungen im Zusammenhang mit dispositionalem Optimismus.

Ein positiver Erklärungsstil wird über eine Prädisposition für Denkmuster, das Modelllernen vor allem an der Mutter, elterliche – vor allem mütterliche –  Akzeptanz, fehlender Einsatz psychischer Kontrolle (z. B. Liebesentzug) der Eltern, die Attribuierung durch Lehrer und durch Lebensereignisse erklärt. Negative familiäre Ereignisse führen zu pessimistischen Erklärungsstilen.

Kontrollüberzeugungen bilden sich durch frühkindliche Erfahrungen. Förderlich ist insbesondere eine Bestrafung und Belohnung die sich am Verhalten des Kindes orientiert anstatt von den Stimmungen der Eltern abhängig zu sein, denn Kontrolle und die Erfahrung von Hilflosigkeit führen zu externalen Kontrollüberzeugungen. Lebensereignisse, wie Scheidungen der Eltern, befördern externale Kontrollüberzeugeungen, wohingegen die Wertschätzung der Eltern mit internalen Kontrollüberzeugungen zusammenhängt.

Selbstwirksamkeitserwartungen bilden sich durch Erlebnisse und Erfahrungen in Zusammenhang mit bestimmten Leistungen. Lerngelegenheiten fördern die Selbstwirksamkeit, während eine starke Behütung eines Kindes durch die Eltern kontraproduktiv ist. Selbstwirksamkeitserwartungen werden auch durch stellvertretendes Lernen, wie Vorstellungen, verbale Belehrungen und das erleben positiver Emotionen gebildet.

Lernen Positiven Denkens

Um Positives Denken zu lernen helfen eigene positive Erlebnisse und persönliche Erfolge, Modelllernen, verbale Überzeugung, vorgestellte Erlebnisse und das Erleben körperlicher und emotionaler Zustände.

Um eigene positive Erlebnisse zu generieren ist das setzen von spezifischen Zielen hilfreich. Zudem sollte das angestrebte Verhalten geübt werden und es sollten Bewältigungs- und Problemlösungsstrategien erlernt werden.

Die verbale Überzeugung basiert auf positivem Feedback oder dem Hinterfragen und Verändern negativer Denkmuster. Negative Denkmuster können durch das Verfahren der Disputation hinterfragt und verändert werden. Dabei soll eine Person die folgenden Schritte verinnerlichen und selbst anwenden:

Zunächst werden die Auslöser negativen Denkens identifiziert, sodann die diesbezüglichen Gedanken und Reaktionen. Die negativen Gedanken und Reaktionen werden sodann in einer Disputation angefochten. Dabei werden Gegenbeweise und alternative Erklärungen gesucht und die Konsequenzen der Reaktionen werden auf ihre Nützlichkeit hin untersucht. Abschließend wird die Situation neu eingeschätzt.

Das Erlernen von Entspannungstechniken moduliert das Erleben körperlicher und emotionaler Zustände positiv und leistet so einen Beitrag zu Positivem Denken.

Fazit

Positives Denken scheint Menschen zu veranlassen, besser für ihre Gesundheit zu sorgen und Probleme aktiv zu bewältigen. Die Fähigkeit, Dinge mit Zuversicht zu betrachten, das Augenmerk auf das Positive zu richten und anderen mit Wohlwollen zu begegnen, macht positiv denkende Menschen zu beliebten Zeitgenossen und hilft ihnen, stabilere, zufriedenere Beziehungen zu führen. Außerdem gibt ihnen ihre Zuversicht Motivation und Kraft, um sich höhere Ziele zu setzen, härter und ausdauernder an deren Umsetzung zu arbeiten und sich weniger leicht entmutigen zu lassen. Das ermöglicht ihnen wiederum, in ihrem Beruf und in anderen wichtigen Lebensbereichen erfolgreich zu sein. (…)

Andererseits kann ein hohes Maß an Zuversicht dazu führen, dass Menschen zu viel Energie in Ziele investieren, die unerreichbar sind und so Gesundheit und Wohlbefinden belasten. Ebenso ist es möglich, dass Optimisten bestimmte Risiken unterschätzen bzw. ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen und sich dadurch in Schwierigkeiten oder gar in Gefahr bringen. Darüber hinaus kann die Überzeugung, das eigene Schicksal maßgeblich beeinflussen zu können, die Anpassung an Situationen erschweren, in denen das Individuum, objektiv gesehen, wenig Kontrollmöglichkeiten hat. (…)

[Z]ahlreiche Ergebnisse [deuten] darauf hin, dass eine leicht optimistische, etwas unrealistische Sicht der Dinge günstig ist, eine extreme Verzerrung einer wie auch immer gearteten objektiven Realität aber problematisch.

Ein wichtiges situatives Merkmal ist die Kontrollierbarkeit einer Situation. Ist die Situation durch eigenes Handeln nicht besserbar, können Versuche, die Situation zu akzeptieren oder positiv umzuinterpretieren, den Betroffenen helfen, sich zu entspannen, das Gefühl der Kontrolle wiederzuerlangen und sogar zu günstigen Auswirkungen auf das Immunsystem führen. Ist die Situation hingegen kontrollierbar, bergen Illusionen über die Zukunft und unrealistischer Optimismus die Gefahr, dass sie notwendiges Handeln verhindern.

Bezüglich der Handlungsphasen sollten Entscheidungen so realistisch wie möglich getroffen werden, während die Umsetzung leicht optimistisch betrachtet werden sollte, um Motivation und Durchhaltevermögen zu stärken. In Bezug auf Probleme sollte die Einstellung vor Eintritt des Problems die Vorbereitung unterstützen und nach Eintritt des Ergebnisses Mut machen, die nächste derartige Aufgabe anzugehen.

Wichtig ist auch die Berücksichtigung differenzierter Kriterien. So sind Zielkonflikte durch Prioritätensetzung aufzulösen, die individuelle Wirksamkeit gegenüber der Sozialverträglichkeit abzuwegen und die Verfolgung kurzfristiger Ziele gegenüber der Verfolgung langfristiger Ziele zu gewichten.

In Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale wurde festgestellt, dass ängstliche Menschen von defensiven Pessimismus profitieren können, da sie so Probleme antizipieren und vorbeugen können.

Hilfreiche Fragen bezüglich des eigenen Positiven Denkens sind:

  • Wie ausgeprägt ist mein Optimismus (Zuversicht oder Erhabenheit)?
  • Worauf beruht meine Zuversicht (Erfahrung oder Bauchgefühl)?
  • Habe ich die möglichen Gefahren bedacht?
  • Ist meine Einschätzung der Situation angemessen?
  • Was sind die Konsequenzen meiner Einstellung?
  • Bin ich flexibel genug, bei Erfolglosigkeit aufzugeben?

Viel Gesundheit, Wohlbefinden, Erfolg und Liebe mit Ihrem wohldosierten Positiven Denken!

Quelle:

Schütz, A.; Hoge, L. (2007): "Positives Denken", Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart.


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