Finanzsystem

Der Markt für Vermögensanlagen bietet diverse Anlagemöglichkeiten (Wertpapiere, Termingeschäfte und Derivate), die insbesondere Bankkunden angeboten werden. Diese Form der Anlage ist jedoch nach der Kapitalmarktheorie (Rendite-Risiko-Optimierung) nicht wirklich sinnvoll, wie ich in diesem Artikel darlegen werde. Insbesondere die privaten Anlagestrategien der kurz und mittelfristigen Kursspekulation sowie die Idee von sicheren Anlagen, wie Immobilien, Gold oder Cryptowährungen, erweisen sich eher als Prozess der Vermögensumschichtung (Spekulationsblasen) zu Vermögensverwaltern mit Geschwindigkeits-, Informations- und Budgetvorteilen (Fonds). Deswegen stelle ich Modelle für eine vernünftige Anlage dar und nehme Stellung zu der früher plausibilisierten Verschwörungstheorie einer Vermögens- und Führungselite. Hierbei gehe ich auch auf unterschiedliche Gestaltung des Erbes ein.

Derzeitiges Finanzsystem

Es gibt im Wesentlichen drei Vermögen:

  1. Fondsvermögen,
  2. Mehrheitsbeteiligungsvermögen und
  3. Privatvermögen.

Mehrheitsbeteiligungsvermögen

Die klassische Verschwörungstheorie in Bezug auf Netzwerke der Vermögens- und Führungselite dreht sich um Mehrheitsbeteiligungsvermögen vor allem an Großunternehmen und mittelständischen Unternehmen. Diese Form der Anlage bringt zum Ausdruck, dass diese Personen bzw. Netzwerke auf Vermögensbildung (Rendite) verzichten, weil sie persönliches Interesse an den gehaltenen Unternehmen haben, sofern Kartellbildung ausgeschlossen bleibt.

Fondsvermögen

Würden sie optimierte Portfolios bilden, würden sie ein Fondsportfolio halten, um die Expertise der Fondsverwalter zu nutzen (Informations-, Geschwindigkeits- und Budgetvorteil). Die Risikoposition ist nämlich für höhere Budgets besser diversifizierbar, wodurch das Risiko sinkt, und damit die erwartete Rendite steigt. Ich möchte also nochmal hervorheben, dass sich die sogenannte Vermögens- und Führungselite nach dieser Betrachtung nicht entsprechend eines rein monetär motivierten Homo Ökonomikus verhält, sondern persönliches Interesse an ihren Unternehmen zu haben scheint (z. B. Leidenschaft), sofern es nicht um Kartellbildung geht.

Privatvermögen

Privatvermögen wird häufig in einzelne “sichere” Anlagen, Termingeschäfte und Derivate investiert oder zur Kursspekulation verwendet.

Kursspekulation

Es ist nachgewiesen, dass Kursveränderungen die nicht auf Trends oder neuen Informationen basieren ein Zufallsprozess sind. Gleichwohl ist auch bekannt, dass insbesondere private Investoren sich wie Herden verhalten, sodass die Kursspekulanten letztlich versuchen gegengerichtet zu agieren. Zusammengenommen wird so möglicherweise ein Zufallsprozess im Aggregat erzeugt, das aus Herdenverhalten und gegengerichteten Käufen resultiert. Es ist naheliegend, dass professionelle Institute hier ebenfalls der privaten Kursspekulation überlegen sind. Privatpersonen sollten also m. E. Abstand von sogenannter Chartanalyse nehmen.

“Sichere” Anlagen

Sogenannte sichere Anlagen sind häufig Trends in der Wahrnehmung der Privatpersonen die zur Blasenbildung führen, sodass eine zyklische Enttäuschung neue Trends erzeugt und sich ein Kreislauf bildet. Diese Prozesse werden von großen Vermögensverwaltern professionell erhoben, sodass diese einen den Zeitpunkt des Kursverfalls bestimmenden Einfluss haben, sodass Blasenspekulation aus Perspektive von privaten Investoren letztlich nicht rational sein dürfte.

Wirkung von Vermögensbildung

Alle diese Vermögen halten letztlich Eigenkapital und Schuldscheine (Fremdkapital), die über andere Finanzmärkte (Derivate, Termingeschäfte) Risiko- und Liquiditätsoptimiert werden. Diese Finanzkapitalquellen finanzieren Unternehmen und Staatsbudgets in Bezug auf Kapazitätsausweitung und -Erhaltung des Realvermögens sowie diverse Überbrückungskredite (Liquiditätsmanagement). So entstehen Kapazitätsanpassungen und Realisation von Inventionen (Innovation), die das Wachstum des realen BIP von Nationen erzeugen.

Portfolio-Hierarchie

Unternehmen werden in Europa nach Groß-, mittelständische und Kleinunternehmen eingeteilt. Großunternehmen und mittelständische Unternehmen sind in Zeiten der Globalisierung für gewöhnlich international tätig. Während Großunternehmen eher als branchenbezogene oder leistungsbezogene Systemanbieter und Wertschöpfungsketten agieren, sind mittelständische Unternehmen häufig spezialisiert. Kleinunternehmen sind meist Dienstleister, Einzelhandelsgeschäfte oder innovative Start-ups, die wachsen sollen. Start-ups entwickeln sich bei erfolgreicher Innovation für gewöhnlich zu mittelständischen Unternehmen oder werden von Großunternehmen übernommen und verwertet. Zusammengenommen bildet sich grob eine Portfoliostruktur, in der Großunternehmen Portfolios sind und Start-ups aufkaufen. Weiterhin übernehmen Großunternehmen auch mittelständische Unternehmen und halten Anlagen.

Mittelständische Unternehmen und zunehmende Unternehmenskonzentration

In Bezug auf mittelständische Unternehmen entstehen so sogenannte Familienunternehmen im Mehrheitseigentum, sofern die Gründer die Verträge mit Finanzkapitalgebern sorgfältig durchdacht haben (Eigenkapitalanteil, Gewinnbeteiligung, Kapitalrückzahlung, Verfügungsrechte usw.). Diese Entwicklung ist in Deutschland rückläufig, soweit mir bekannt. Potentielle Ursachen könnten insbesondere an mangelnder Innovation im Bereich von spezialisierten Leistungen liegen, mangelnder desruptiver Innovation, Patentkauf und Patententwicklung zur Behinderung einer desruptiven Innovation. So nimmt auch ohne Fusionen die Unternehmeskonzentration mit der Zeit zu.

Rolle von Inkubatoren

Großunternehmen scheinen durch Inkubatoren gerichtete Innovation und Desruptionsschutz zu etablieren, was z. B. in Bezug auf intergovernmentale Institutionen zu gesellschaftlich erwünschter gerichteter Innovation führen sollte, aber in Bezug auf Großunternehmen, durchaus perverse gerichtete Innovation zur Folge haben kann. Hier kommt es letztlich auf Regulation und gesellschaftlichee Verantwortung (Ehrbarer Kaufmann) der Entscheidungsträger (Großunternehmen, Investoren) an, um vernünftige Marktleistungen und Marktdynamiken zu erzeugen. Ein Beispiel für eine sicherheits- und nachhaltigkeitsbedenkliche Marktdynamik ist z. B. der SUV (vgl. Modellierung von Marktspiralen).

Es ist davon auszugehen, dass Inkubatoren letztlich mit Venture-Capital-Gebern kooperieren, die in Fonds gebündelt werden können.

Fazit – derzeitiges Finanzsystem

Das Finanzsystem ist also zusammenfassend vor allem eine Struktur von Portfolios, die Portfolios halten – Fonds, Großunternehmen, mittelständische Unternehmen, Start-ups.

Marxistischer Arbeit-Kapital-Konflikt

Im Artikel nachhaltiger Kapitalmarkt habe ich dargelegt, wie der Refinanzierungsdruck auf Unternehmen reduziert werden könnte. Dieser wird kritisiert, da er (Shareholder Value) zur Folge hat, dass Arbeitseinkommen, Lieferantenumsätze und Veräußerungsumsätze optimiert werden, um kompetitive Renditen (kurzfristig) ausschütten zu können (Zielhierarchie). Ein solcher nachhaltiger Kapitalmarkt würde eine Stakeholder-Value-Orientierung erleichtern und bietet ein Referenzszenario für faire Renditen.

Probleme – Shareholder-Value-Optimierung

In Bezug auf die Shareholder-Value-Optimierung beobachtet man verschiedene Probleme von denen mir folgenden bekannt sind:

  1. Marktleistungen die manipulativ sind und letztlich keine Problemlösung in Bezug auf Versorgung bringen,
  2. Ausnutzung von Gesetzeslücken im Wettbewerb oder Wirtschaftskriminalität (Skandale),
  3. Steuervermeidung ebenfalls im Wettbewerb,
  4. Aufbau von Marktmacht (Intransparenz, Lock-in, Marktsegmentierung usw.)
  5. Kooperation im Arbeitsmarkt zum Abbau von Gewerkschaften, ungebührliche Beeinflussung von Betriebsräten und Normdurchsetzung gegenüber Arbeitssuchenden und
  6. exorbitante Einkommensunterschiede entlang der Führungshierarchie.

Zweck der Shareholder-Value Beachtung

Der eigentliche Sinn der Maximierung der erwarteten Rendite ist es, Finanzvermögen in Unternehmen zu lenken, die aufgrund ihrer vorziehenswerten Leistung besondere Renditen ermöglichen, um Innovation in Bezug auf Produkte und Unternehmen zu belohnen. Meines Erachtens ist das insbesondere ein Thema der Herstellung von Transparenz für Konsumentenkaufentscheidungen in Bezug auf soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, weil dann nachhaltige Produkte Umsätze generieren und entsprechende Unternehmen Wettbewerbsvorteile entwickeln.

Transparenz-Nudging und Transparenzregulation

Diese Marktleistung zu ermöglichen ist die zentrale Idee von SuscisionHelper, es gäbe aber auch Möglichkeit durch Regulation Transparenz einzufordern, was auch schon in Bezug auf einige Informationen realisiert wurde (z. B. Energieefizienzrating von Kühlschränken). Leider picken die bisherigen Nudging-Ansätze nur einzelne Komponenten der Nachhaltigkeit heraus. Hier würde der SuscisionHelper umfänglicher eingreifen.

Lösungsansätze – Corporate Governance

Könnte Fairness (Stakeholder-Value-Management) erreicht werden, wäre Leistungsgerechtigkeit tatsächlich besser ermöglicht. Soweit mir bekannt, dreht sich die derzeitige Governanze-Diskussion jedoch eher um variable Vermögensbestandteile der oberen Führung, die Langfristorientierung fördern sollen. Hierin bin ich jedoch nicht mehr up-to-date.

Fazit – Sollzustand in Bezug auf den Konflikt

In einem weitgehend leistungsgerechten System erzielen alle ein faires Einkommen, dass Vermögensbildung erlaubt. Nach Konsum und Liquiditätsmanagement (z. B. Tagesgeld) sollte Ersparnis in ein Fondsportfolio investiert werden. Die vernünftige Investition in Fonds basiert auf der Analyse der Prospekte und einer mathematischen Modellierung des Portfolios (Rendite-Risiko-Optimierung). Gerade heutzutage, wo die Weltwirtschaft verschiedene Problemthemen hat, möchte ich jedoch auf die Möglichkeit hinweisen, durch Selektion von Fonds neben der Finanzinteressen auch ein Interesse für verschiedene Werte abzubilden (z. B. Entwicklungsfonds und / oder Nachhaltigkeitsfonds). Interessant wäre z. B. ein Fonds für Foreign Direct Cluster Investments (Vgl. Herstellung von Konvergenz).

Erbe

Meines Erachtens ist das persönliche Erbe eine Hilfe zur persönlichen Absicherung und eine Übertragung von Vermögen mit ideellem Wert, während übrig gebliebenes Vermögen interessengerichtet in z. B. Entwicklungshilfe oder Stiftungen zu investieren wäre. Vermögensakkumulation in Familien kommt mir hingegen komisch vor, denn ein ursprünglich erfolgreiches sozialisiertes Individuum verdankt im Regelfall seinen Erfolg nicht seinen Kindern. Mir erscheint Familienerbe dennoch als Möglichkeit ein erfolgreiches Unternehmen zu treuen Händen eines maßgeblich sozialisierten Kindes zu geben, um gewissen Einfluss zu nehmen. Nach geltender Verfassung ist diese Abwägung dem Bürger freigestellt, aber auch dem Grundsatz, Eigentum verpflichtet unterworfen. Dieser Grundsatz bedarf möglicherweise einer Konkretisierung, auch in Bezug auf Vermögensanlagen und insbesondere Vermögensverwaltungen (Fonds).

Fazit

Vernünftige Anlage nutzt Fonds, sofern kein vernünftiges persönliches Interesse die Direktanlage erforderlich macht. Das Finanzsystem ist eine Hierarchie von gemanagten Portfolios (Fonds, Groß- bzw. mittelständische Unternehmen, Start-ups und sonstige Kleinunternehmen). Die Verschwörungstheorie der Vermögens- und Führungselite (marxistischer Konflikt) ist beobachtbar, aber bei leistungsgerechter Entlohnung, die über Transparenzregulierungen befördert werden könnte, kann der normale Bürger sich insbesondere auch an Fonds beteiligen. Die beobachtbare familiäre Vermögensakkumulation könnte vor dem Hintergrund der Verfassung durch eine Konkretisierung des Grundsatzes, Eigentum verpflichtet in Bezug auf das Erbe und auf Vermögensanlageverwaltung sozial nachhaltig gebahnt werden.

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Nachhaltiger Kapitalmarkt

Hinführung

Am Kapitalmarkt werden Waren, Schuldscheine, Anteile und Optionen sowie Devisen gehandelt. Schuldscheine berechtigen zu zukünftiger Auszahlung bis zu einem Ablaufdatum, Anteile berechtigen zur Mitbestimmung und Teilhabe an Ausschüttungen und Optionen berechtigen zum Kauf von Anteilen. Devisen sind Währungsgeschäfte.

Der Wert eines Wertpapiers (Kurs) ist grundsätzlich der Kapitalwert zukünftiger Auszahlungen:

(1)   \begin{equation*} Kurs = \sum \limits_{t=1}^{\infty} \frac{CF_{t}}{(1+r)^t} \end{equation*}

Dabei ist CF_{t} der Cashflow / Ausschüttungsbetrag in Periode t und r die Verzinsung einer risikolosen Anleihe.

Damit bezahlt man im Gleichgewicht den fairen Preis eines zukünftigen Zahlungsstroms, der es erlaubt sich an der Marktrendite zu beteiligen.

Diese Wertpapiere werden in einem Portfolio gehalten:

(2)   \begin{equation*} Depot = \sum \limits_{i=1}^{\infty} \frac{CF_{1,t} + CF_{2,t} + ... + CF_{n,t}}{(1+r)^t} \end{equation*}

Da der Cashflow unsicher ist, ist der erwartete Cashflow gemeint. Der erwartete Cashflow CF_{i,t} ist die Summe aller Szenarien S mit deren Ausschüttungen CF_{i,t,s} mal der Wahrscheinlichkeit des Eintritts p_{i,t,s}:

(3)   \begin{equation*} CF_{i,t} = \sum \limits_{s=1}^{S} (CF_{i,t,s}*p_{i,t,s}) \end{equation*}

Da die Risiken zwischen den einzelnen Wertpapieren miteinander korreliert sind, ist eine optimale Konfiguration des Depots eine Rendite-Sicherheits-Maximierung für ein gegebenes Budget. Zur Bestimmung der Risiken und Renditeerwartungen werden historische Daten und zukünftige Prognosen verarbeitet.

Aus Unternehmensperspektive gilt es die Renditesicherheit zu maximieren, um im Wettbewerb mit anderen Unternehmen günstig Eigenkapital aufzunehmen. Entsprechend des Zwangs zur Maximierung der Renditesicherheit ergibt sich eine Fluktuation an den dominanten Positionen eines Rendite-Risiko-Verhältnisses (effizienter Rand) für verschiedene Anlagefristen. Dieser Zwang führt dazu, dass Arbeit so günstig wie möglich einzukaufen ist.

Hierin liegt die Ursache für eine Elitenbildung vermögender Personen und der von Ihnen eingesetzten obersten Führung, die durch einfache Forderung und Erzeugung von impliziten Weisungen über das “Controlling”-System einen “Anspruch” auf Renditemaximierung erlangen, während die Leistung von den Arbeitnehmern erbracht wird. Sogar die Innovationen werden Vermögensbestandteil des Unternehmens, und damit der Eigner, während der Erfinder eine Abfindung erhält. Dies ist nicht leistungsgerecht.

Wie können fairere Verhältnisse geschaffen werden?

Insolvenzmarkierende Maximalrenditenkennlinie

Der eigentliche Sinn von Kapitalmarktgeschäften in Bezug auf Unternehmenseigner liegt darin, einen Anreiz zur Geldvergabe zu bieten. Dies bedeutet Geldwerterhaltung bei Inflation und Kompensation von Konsumverzicht. Eigentlich geht es sogar nur um die Glättung des Einkommens im Leben, sodass Geldwerterhaltung hinreichend wäre. Die derzeitigen Verhältnisse sind hingegen unmäßig und unfair.

Deswegen bräuchten wir eine globale Regulation, die eine Kennlinie festlegt, die eine angemessene erwartete Rendite festschreibt (Rendite-Risiko-Kennlinie). Angemessenheit liegt vor allem in der Geldwerterhaltung bei etwa 2 %iger Inflation in Europa eventuell mit einem Anreiz versehen. Diese Kennlinie hätte auch Einfluss auf die Fremdkapitalvergabe / Kreditzinsen.

Diese Kennlinie entspräche der Maximal- sowie Minimalrendite entsprechend einer Risikobeurteilung. Kann ein Unternehmen mehr Ausschütten, verbleiben Spielräume für die Arbeitsentlohnung und Investitionen, kann es mittelfristig weniger ausschütten, gilt das Unternehmen als Insolvent.

Eine derartige Regulation nimmt Unternehmen Druck und führt zur Risikoreduktion im Ernstfall – das läuft in Einklang mit einer Nachhaltigkeitsorientierung. Der Aktienkurs sollte durch die Veränderungen der Risiken bestimmt werden, was mit vernünftiger Anlage im Einklang steht. Dazu müsste die Ausschüttung proportional zum Aktienkurs sein.

Wenn der Kurs zu einem definierten Zeitpunkt die Einschätzung der Rendite für alle Szenarien wiederspiegelt und gesetzlich eine Rendite-Risiko-Kennlinie, also ein Ausschüttung bei einem bestimmten Risiko bestimmt ist, spiegelt der Kurs die Markteinschätzung des zukünftigen Risikos. Es kann aus dem Kurs bestimmt werden, welcher Ausschüttungsbetrag der Rendite-Risiko-Kennlinie auszuzahlen ist.

Fraglich ist jetzt, ob das zu Spekulation in normalen Transaktionen führen würde. Der Verkäufer ist motiviert den höchsten Verkaufserlös zu erzielen und der Käufer hat folgenden unsicheren Zahlungsstrom:

(4)   \begin{equation*} Kapitalwert = -Kaufpreis + \sum \limits_{t=1}^{T} \frac{CF_{Kurs, t}}{(1+r)^t} + Verkaufserloes_{T} \end{equation*}

Da der Kurs das Risiko misst und die Rendite durch das Risiko bestimmt wird, kommt es nur auf den Verkaufserlös an. Der Verkaufserlös ist der zukünftige Kurs in Periode T, nach der Haltedauer. Spekulation würde bedeuten, bewusst teuer einzukaufen, um eine höhere Risikobewertung zu erzielen, um damit eine höhere Ausschüttung zu erhalten und das Wertpapier dann zu veräußern. Das funktioniert solange das Unternehmen nicht insolvent geht – es würde in eine falsche Risikokategorie eingeordnet werden und der Renditedruck auf Unternehmen bliebe vergleichbar zur derzeitigen Situation.

Deswegen kann das Risiko für die Bemessung der Ausschüttungen nicht durch den Kurs bestimmt werden, sondern müsste von einer unabhängigen Behörde in einem standardisierten Verfahren durch Expertengutachten bestimmt werden.

Im Ergebnis bedeutet dann Kapitalanlage Konsumglättung unter Geldwerterhaltung, sofern ähnliche Regelungen für andere Rechtsformen von Unternehmen getroffen werden. Investitionsanreize gehen nicht verloren, sind sogar noch stärker, da die Arbeitnehmer direkt von ihrem Erfolg profitieren. Die Regulation ist auf nationaler Ebene nicht gut umsetzbar, da dann Renditen eines Landes im Vergleich zur übrigen Welt niedriger, wenn auch sicherer wären.

Fazit

Der derzeitige Kapitalmarkt für Anteilsscheine begünstigt eine Elitenbildung, die die breite Masse der Bevölkerung unterdrückt. Eine insolvenzmarkierende Maximalrenditenkennline proportional zum Wechselkurs würde Eigner fair entlohnen und z. B. eine Arbeitseinkommensmaximierung ermöglichen. Die Bestimmung der Risikoklasse erfordert Expertengutachten einer neu ins Leben gerufenen Behörde. Die entsprechende Regulation ist ein Thema internationaler Kooperation.

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Realistische Verschwörungstheorie: Isolation

Was ist Isolation?

Isolation ist die Unfähigkeit des Einzelnen konstruktiv mit den Mitmenschen zu interagiern, da Sachzwänge und Spannungen zuwiderlaufen.

Welche Gefahr birgt Isolation?

Isolation ist extrem belastend für Betroffene und führt regelmäßig zu Erkrankungen. Der deutsche Staat ist sehr robust gegenüber Unterwanderung, aber eine Isolation der Bürger und Politiker ist meines Erachtens die zentrale Gefahr für unser Land. Es gibt viele überzogene Verschwörungstheorien bezüglich der Vermögens- und / oder Führungselite, aber eine Isolation und Manipulation von Arbeitnehmern hat meines Erachtens die höchste Wahrscheinlichkeit unser Gesellschaftsgefüge zu erodieren.

Was sind typische Beispiele für Isolation?

Typische Beispiele für Isolation sind:

  • Einbruch des Teamzusammenhalts bis hin zu Mobbing,
  • deutliche Schwächung der Kooperation von Betriebsrat und Belegschaft sowie
  • Spaltung von Volk und Politik.

Welche Ursachen hat Isolation?

In Unternehmen werden häufig Kontrollsysteme etabliert, die implizite Weisungen durchsetzen und so Spannungen zwischen den Mitarbeitern erzeugen. Weiterhin werden Betriebsräte überlastet und man begegnet ihnen intransparent. Viele Führungskräfte sind zudem nicht ausgebildet, um Konflikte zu lösen.

In der Politik führen Skandale zu einem Vertrauensverlust gegenüber dem Berufsstand der Politiker und Politikerinnen. Die Verständigung zwischen Politikern, Medien und Bürgern leidet unter Polarisierung, Verkürzung, Zeitmangel, Komplexität der Materie und mangelnder Ernsthaftigkeit.

Was kann man gegen Isolation tun?

Diskutieren Sie mit, ich würde gerne Ihre Meinung hören. Sie finden untenstehend die Kommentarfunktion und können mir auch gerne eine E-Mail an marius.a.schulz@web.de schreiben.

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