Digitalisierung und öffentliche Infrastruktur

Stellen Sie sich vor, alle Softwareentwickler arbeiten am gemeinsamen Projekt die Wirtschaft weitest möglich zu digitalisieren. Sie arbeiten alle zusammen: Baustein für Baustein, wie Lego, aber parallel. Die digitale Gesellschaft organisiert Versorgung oder Digitalabgaben finanzieren ein Grundeinkommen für jeden Menschen. Serviceorientierte Architekturen machen das möglich, wenn Programmierer für Services entlohnt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie können jeden Service bedenkenlos Nutzen, weil er staatlich auf Sicherheit, Datenschutz und Missbrauchsfreiheit geprüft wurde und auf einer von Sicherheitsexperten konzipierten Infrastruktur läuft. Sie können Algorithmen in Anspruch nehmen oder Leistungen zusammenbauen: Baustein für Baustein, wie Lego. Sie zahlen lediglich die Betriebskosten und eine Entwicklerabgabe.

Stellen Sie sich vor, ein Entwicklerpatent steht als Service und nicht mehr als Softwarelizenz zur Verfügung. Ihr Terminal verwendet einen Cloudservice.

Was bedeutet Digitalisierung im Kontext öffentlicher IT-Infrastruktur? Welche Vorteile bietet öffentliche Infrastruktur? Und um wie viel effizienter wären wir?

Digitalisierung

Software besteht zunehmend aus Schichten und Modulen. Sehr bekannt ist die Aufteilung in eine Ansichtsschicht, die das Design umfasst, eine Modellschicht, die die Datenbankaktionen abwickelt und eine Controllerschicht, die eine sogenannte Geschäftslogik abbildet, also Daten bearbeitet und der Ansicht geeignet vorbereitet. Diese Schichtung erlaubt einzelnd zu installierende Services, die in mehreren unterschiedlichen Programmen oder Portalen wiederverwendet werden können. So können Servicearchitekturen parallel und einzelnd in kleinen Modulen konfiguriert und adaptiert werden. Software kann dann als Webanwendung oder per automatischem Download und automatischer Installation als sogenannte Infrastructure-as-Code-Umgebungen bereitgestellt werden.

Plattformen übernehmen häufig Kommunikations- und Datenverwaltungsaufgaben, können zukünftig aber auch Software als Infrastructure as Code oder Cloudservice bereitstellen. Diese Lösungskomponenten konfigurieren sich zur Gesamtlösung.

Software selber übernimmt immer kompliziertere funktionen auf Knopfdruck oder nach wenigen Eingaben, dazu werden Optimierungsalgorithmen mit künstlicher Intelligenz verknüpft.

Künstliche Intelligenz kann tatsächlich jede einzelne Gehirnleistung des Menschen erbringen, aber weniger gut die Gesamtleistung. So trifft das Skalieren künstlicher Intelligenzen auf drei Barrieren:

  1. Mit zunehmender Anzahl von zu berechnenden Elementen wächst der Rechenaufwand überproportional, sodass manchmal unpraktikable Rechenzeiten entstehen (Laufzeitprobleme),
  2. eine künstliche Intelligenz ist auf ein Problem zugeschnitten und kann nicht auf andere Probleme übertragen werden (Übertragungsprobleme) und
  3. eine künstliche Intelligenz kann im Wesentlichen nur lernen, was ihr beigebracht wird (Trainingsdaten- und Datenabhängigkeitsprobleme).

Es werden sich also eher spezialisierte module für einzelne Probleme herausbilden, die nicht auf Laufzeit- oder Datenprobleme stoßen.

Im Bereich der Hardware beobachtet man Kostenreduktion und in Bezug auf Netzwerke Leistungssteigerung, während zusammengenommen langsam Protokolle mit höherer vorkonfigurierter Sicherheit entwickelt werden.

Zusammengenommen konfigurieren sich ein paar allgemeine Verfahren bzw. Algorithmen über Anpassungen zu Speziallösungen, dieser Bausteinansatz kann eventuell in die höhere Serviceebene übertragen werden.

Öffentliche Infrastruktur

Soweit mir bekannt sind DevOps und Continous Integration / Continious Delivery Pipelines heute der Stand der Technik. DevOps bedeutet zusammen mit CI/CD-Pipelines, dass Softwareentwicklung zusammen mit der Infrastrukturkonfiguration in Testingphasen aus der Entwicklungs- über die Test- bis hin zur Produktivumgebung entwickelt, freigegeben und installiert wird.

Die Softwarebranche ist irgendwie eine Schattenwirtschaft, denn letztlich vertrauen z. B. die Automobilindustrie und Raketenindustrie wenigen CAD-Suiten vor allem amerikanischer Hersteller, und dann stanzt Elon Musk nahezu reibungslos Tesla uns Space X aus dem Boden. Derartige – ich habe keine Indizien – Beobachtungen stimmen mich immer wieder ein wenig skeptisch.

Was mir an Software und auch Hardware fehlt sind die Zertifikate geprüfter Software und Hardware oder die Softwarezulassung. Schon ein dubioser Softwarebestandteil kann das komplette Sicherheitskonzept von z. B. entwickelnden Branchen unterwandern. Warum also gibt es nur Open Source oder Reputation (mit vielen Skandalen) anstatt einer Softwarezulassung. Es gibt im Bereich technischer Produkte viele Zulassungsverfahren, aber gerade in der IT scheinen sie zu fehlen.

Hier entspringt mein Gedanke an genehmigte Software, die Sicher ist und geprüfter Weise Datenschutz und Geheimhaltung von Geschäftsgeheimnissen bis zur Patentierung gewährleistet.

Weiterhin ist Softwareentwicklung trotz der Bibliotheken unheimlich Redundant, denn jede Firma programmiert ihre eigenen serviceorientierten Leistungen in der Cloud oder auf privaten Rechenzentren, um häufig relativ ähnliche Leistungen zu erbringen. So entwickelt momentan wohl jedes produzierende Unternehmen irgendeine Form von Predictive Maintenance Lösung für die Wartung ihrer Produktionsanlagen, anstatt dass sofort Standards entwickelt und kostengünstig verfügbar werden. Dies ist z. B. ein Thema für die Förderung des Mittelstands, der die Individuallösung nicht finanzieren kann und der Kollektivlösung nicht vertrauen darf. Warum entwickelt man also nicht auf einer gemeinsamen vertrauenswürdigen Infrastruktur / Cloud standardisierte Lösungen?

Natürlich schafft diese redundante Entwicklung ein haufen Arbeitsplätze, aber ist das Konzept des Arbeitsplatzerhalts eigentlich noch zukunftsgemäß? Ist es nicht viel mehr so, dass wir ein System post-humaner Versorgung werden sollten, indem man hin und wieder arbeitet, wenn man sich mal etwas besonderes leisten möchte oder weil es Spaß macht, während das Finanzsystem der Zukunft Maschinenleistungen in Grundeinkommen überführt? Ökonomisch jedenfalls ist dies eine relativ ineffiziente Ressourcennutzung.

Zusammengenommen, also eine staatliche Infrastruktur mit CI/CD-Pipeline und Softwarezulassung kann eventuell das nötige Vertrauen und die nötige Effizienz bereitstellen. Ob in der Anfangszeit noch mit Nutzungsentgelten und Entwicklerentlohnungen gearbeitet wird oder ein öffentliches Gut vorliegt, finde ich besonders spannend, denn wenn Software entweder gekauft, gemietet oder werbegetragen werden muss oder aber Entwicklerleistungen öffentlich zugelassen und Abgegolten werden, während die Infrastruktur ein öffentliches Gut ist, entstehen ganz unterschiedliche Anreize für die zu entwickelnden Leistungen. Was wäre z. B. Social Media, wenn es auf öffentlicher Finanzierung beruhen würde oder Open Source wäre? Was würden wir dann für Daten erheben?

Fazit

Vermissen Sie nicht auch die klassischen Diskussionen über Zulassungen, Verwertungsgesellschaften für Softwareschöpfungen oder ganz allgemein öffentliche IT-Infrastrukturen? Liegt nicht gerade in der Digitalisierung eine unfassbare Zentralisierungschance, die – geeignet sozialisiert – viel Leistungsdruck aus der Gesellschaft nehmen könnte (Vgl. Utilitismus), sodass wir uns mehr der alltäglichen Beziehungsführung widmen könnten – eine höhere Bedürfnissebene nach Maslow? Ich halte es für wichtig darüber anzufangen zu debattieren und würde mich über Ihre Kommentare freuen. Genauso würde ich gerne an Legobausteinen arbeiten, um einfach zu Digitalisieren, wenn die Bedingungen für ein post-humanes Versorgungssystem erarbeitet würden.

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Global Cosciousness – Ein Open-Source-Projekt

Journalismus und bezogene Probleme

Journalistische Nachrichten werden von vielen Menschen mit unbehagen aufgenommen. Zum einen betreffen derartige Nachrichten häufig Probleme und sind polemisch extrem und zum anderen glauben viele Menschen, dass die Autoren und deren Institutionen interessengerichtet handeln. Unter dem Schlagwort “Lügenpresse” wird bekannt, was einige Menschen von der derzeitigen Presselandschaft halten.

Soll das so bleiben? Wollen wir, dass Menschen ihren Informationsquellen nicht trauen? Wollen wir, dass Menschen sich nicht mit Informationen versorgen, weil sie es leid sind, die Nachrichten zu lesen? Wie wäre es, wenn wir unverzerrte, verlässliche Qualitätsnachrichten hätten, die das ganze Emotionsspektrum abdecken? Ist das wirklich unmöglich?

Lösungsansatz – Global Consciousness

Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt Informationen sinnvoll und umfänglich zu verarbeiten. Durch die komplexe Verschaltung unserer Gehirnareale entsteht wohl unser Bewusstsein. Die Integration spezialisierter Gehirnzentren erzeugt ein umfassendes Bild unserer Situation, denn jedem Gedanken liegen logische und emotionale Bewertungen zugrunde. Unser Interesse wird auf die wirklich wichtigen Dinge gerichtet.

Diese Funktionsweise des menschlichen Gehirns lässt sich in einem sozialen System von Menschen, die einen Beitrag leisten wollen, in Analogie abbilden: Vernetzt mit dem Internet können die Leser von journalistischen Nachrichten über ihre Endgeräte kleinere Aufgaben übernehmen – ein Rating, ein Stichwort hinzufügen und dergleichen. Die einzelnen Aufgaben ergeben sich aus der Logik der Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns und werden zu einer Gesamtleistung vernetzt. Dort, wo beim Menschen das Bewusstsein entstehen soll, werden die Teilleistungen zu einem journalistischen Beitrag zusammengefügt. Das ist die Idee – Kollaboration.

Der Ablauf wäre grob wie folgt: Einige Nutzer makieren interessante Inhalte, wie z. B. ein Ereigniss in der Welt. Dieser Inhalt wird – um Arbeit zu sparen – durch künstliche Intelligenz zusammengefasst. Die Zusammenfassung wird an etliche Nutzer gesendet, die gebeten werden einzelne Bewertungen und Auswertungen vorzunehmen. Z. B. beantworten sie Fragen wie: Wie viel Freude, Angst, Wut etc. machen Ihnen die Inhalte? Oder: Welche Konsequenzen sind mit dem Inhalt verbunden? Nennen Sie Stichworte. Nach Beantwortung und Auswertung der Antworten entsteht ein aggregierter Datensatz, der durch künstliche Intelligenz in einen Fließtext transformiert wird. Dieser Fließtext ist der eigentliche journalistische Beitrag und wird allen Nutzern zur Verfügung gestellt.

Als Resultat einer solchen Vernetzung von Lesern entstehen journalistische Nachrichten, die das gesamte Emotionsspektrum abdecken, die von der Crowd für wichtig befunden wurden und die die Schwarmintelligenz nutzen, um die anfängliche Information umfänglich zu bewerten. Insbesondere wären solche Nachrichten nicht durch andere Interessen manipuliert, als durch die tatsächlichen Interessen der Leserschaft.

Hürden auf dem Weg zum Ziel

Zentrales Gütekriterium der Anwendung ist die Glaubwürdigkeit. Fraglich ist, ob z. B. Bots das System unterwandern können oder ob die Programmierer die Anwendung mit Algorithmen versehen, die tendenziöse journalistische Nachrichten hervorbringen. Mitlerweile lassen sich Anwendungen so gestalten, dass sie von Bots nicht manipuliert werden können, indem Aufgaben die für Menschen einfach sind, aber für Bots schwer, gestellt werden. Da es sich um ein Open Source-Projekt handelt würde der Quelltext offengelegt werden und jeder könnte überprüfen, ob Manipulationen der Algorithmen vorgenommen wurden.

Man könnte sich auch fragen, ob ein solches System Trivialnachrichten produziert, weil z. B. die Masse der Nutzer definiert, was relevant ist. Einige Menschen misstrauen Massen. Der Clou ist, dass die Intelligenz des Systems in der Vernetzung von einfachsten Tätigkeiten liegt, sodass jeder einen Beitrag leisten können sollte. Aufgrund der vielzahl der einzelnen Tätigkeiten entstehen umfassend bewertete und ausgewertete journalistische Nachrichten, wie von selbst.

Manch einer wird sich auch fragen, ob die Nutzer denn bereit sind dauerhaft Beiträge zu erbringen. Hier spielen vor allem zwei Dinge zusammen: Zum einen handelt es sich um einfache Tätigkeiten, die sich auf viele Nutzer verteilen, und zum anderen kann man dem Nutzer Feedback erteilen oder sichtbar machen, wer wieviel beiträgt. So erfahren soziale Nutzer Anerkennung und werden motiviert sich zu beteiligen.

Fazit

Durch die Organisation der Aufgabenteilung zur Beurteilung journalistischer Beiträge entsprechend der funktionalen Gliederung und Vernetzung des menschlichen Gehirns in einem sozialen System von Endgerätenutzern / Nachrichtenkonsumenten sollten einfach umfassende journalistische Beiträge erstellt werden können, auf die man sich einfach verlassen können sollte. Wichtig wäre eine aktive Community von beitragenden Nutzern, die es für wichtig erachtet einen Beitrag zu leisten. Diese Community kann durch Feedback unterstützt werden.

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