Diskussion: Deutschland neu denken

Im Kontext des D2030-Projekts knallen die Wissenschaftler und Visionäre richtig Know-how hinter einen strategischen Planungsprozess für Deutschland. Sie konzentrieren sich dabei auf das, was wir wirklich beeinflussen können. Der Prozess ist transparent erläutert und liegt zum öffentlichen Diskurs vor.

Ergebnisse: Normative Ziele

Resultat eines professionellen visionären strategischen Prozesses sind normative Ziele die unsere Chancen und Risiken im Kontext der Beeinflussung unserer Stärken und Schwächen anleiten, um Potential für die Zukunft aufzubauen, und damit die Eintrittswahrscheinlichkeit einer guten Zukunft maximieren (Vgl. strategische Planung).

Die zentralen abgeleiteten normativen Ziele sind:

  1. Unbequeme Wahrheiten akzeptieren, komplexe Fragen stellen und strategisch denken.
  2. Grenzen überwinden, schöpferisch zerstören und vernetzt denken.
  3. Mehr Experimente wagen, zukunfts- und ergebnisoffen denken.

Selbstdefinition und tatsächliches Verhalten

Es ist kein Zufall, dass diese normativen Ziele an der persönlichen Ebene ansetzten, weil unser persönliches tatsächliches Verhalten über unsere erarbeiteten Selbstdefinitionen (persönliche Strategie und normative Ziele) in unserer Interaktion hervortritt und Interaktionen prägen unser System in Beziehung und Struktur (vgl. Menschen groß machen).

Radikalisierung

Diese Selbstdefinitionen und Arbeit an seinem tatsächlichen Verhalten steht in starkem Widerspruch zu insbesondere Radikalisierung, das scheint mir die zentrale unbequeme Wahrheit zu sein – wir arbeiten für unser Land und die Menschheit unter Druck soziopathischer radikaler Strukturen mit einem Erkenntnishorizont der von “Vereinfachern” geprägt wird und moralisch verroht ist. Unser generalisiertes Vertrauen wird von intrigierenden Netzwerken und Menschen kriminell vorbereitend unterwandert – Deselektion scheint realistisch.

Eine zentrale Grenze, die wir überwinden bzw. handhaben lernen müssen sind unsere Ängste, die auf unterschwelliger und tatsächlicher Bedrohung basieren, um unsere Vertrauensbeziehungen extrem selektiv zu erarbeiten. Das bedeutet insbesondere isolierte Bevölkerungsgruppen und Individuen aktiv einzubinden und tatsächlich zu verstehen und zu unterstützen.

Vereinfachung, Spaltung und Isolation

Das sind die komplexen Fragen: Warum werden Arbeitssuchende langzeitarbeitslos, würde ein normaler Mensch sich wirklich entscheiden “Sozialschmarotzer” zu werden? Warum nehmen diverse Überlastungserkrankungen wie Burnout-Depression und Paranoide Schizophrenie zu? Warum wendet sich jede radikale Gruppierung gegen meine Person, obwohl ich professionell erarbeite, was IHREN Ansätzen nach geeignete Lösungen für ganz Deutschland wären?

Behinderung im Vorankommen

Letzteres betrifft das dritte normative Ziel professioneller kreativer, ergebnisoffener und lösungsorientierter Arbeit, die bedeutet neue Denkpfade einzuschlagen und zu veröffentlichen, sodass ein konstruktiver und konvergierender Dialog für alle erfolgt. Gerade gegen diese unangenehme Wahrheit stellen sich die radikalen Gruppierungen, die mit Feindbildern und In-Group-Out-Group-Logiken die Gesellschaft und Menschheit aus den Augen verlieren und solche Prozesse mit unterschwelliger Drohung und tatsächlicher Gewalt am vorankommen behindern.

Zum Beispiel zu erarbeiten, wie Deutschland funktioniert und international eingebunden ist, erfordert hochgradig vernetztes Denken, Bildung und Erfahrung und ist bei mir im Alter von 30 Jahren noch immer nicht voll ausgereift – hier bin ich und auch sie auf die konstruktiven Kräfte im Land angewiesen!

Zwischenfazit

So komme ich basierend auf diesem Buch von Klaus Burmeister, Alexander Fink, Beate Schulz-Montag und Karlheinz Steinmüller zum Eindruck unser Land befindet sich im “Kampf” gegen Radikalisierung und Spaltungsprozesse. Wir werden genötigt unter Druck tatsächlich moralisch zu bleiben und mit Meinungsbildungsprozessen im Sinne von “Hochdruckpräzisionspumpen” die sogenannten Filterblasen und vergangenheitsorientierte Ideologien zu sprengen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das Buch: “Deutschland neu denken” als unbedingte Lektüre jedes deutschen Staatsbürgers.

Szenarios

Basierend auf einem datenbasierten, strategisch-visonären und ergebnisoffenen Prozess wurden 33 Schlüsselfaktoren erarbeitet und mit professioneller qualitativer Faktoranalyse in relevante Szenarien verdichtet. Ich selber habe mir Kompetenz erarbeitet, um etwa 76 % der Schlüsselfaktoren professionell bearbeiten zu können.

Die sieben zentralen “Kernfragen”, also Faktoren, die die Szenarien charakterisieren betreffen folgende Themen:

  1. Veränderungsbereitschaft (gegen Widerstand) und globale Zusammenarbeit.
  2. Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit.
  3. Globale Wettbewerbsfähigkeit.
  4. Verteilungsgerechtigkeit.
  5. Politische Regulation.
  6. Umgang mit globalen Konzernen und der Vermögenselite.

An diesen Kernfragen / Faktoren trennen sich nicht nur die Szenarien, sondern spaltet sich auch unsere demokratische Gesellschaft. Letztlich jedoch erfordert eine repräsentative Demokratie eine demokratische Einigung. Es ist erforderlich, sich der Realität zu stellen, dass nur gewisse Gesinnungsbündel überhaupt im Sinne von uns selbst und unserem Land sind.

Erstrebenswerte Szenarios

Die sogenannten “Neue Horizonte”-Szenarios werden von zukunftsorientierten Menschen angestrebt. Sie sind alle nachhaltig und wir-orientiert, global und offen, erfordern hohe Wettbewerbsfähigkeit sowie breiten Wohlstand und hohe Zufriedenheit. Sie trennen sich an der Begrenzung der Staatsrolle bzw. deren proaktiver Regulation und der freien Entfaltung von Konzernen und Höchstverdienern gegenüber deren Begrenzung.

Szenarios unseres tatsächlichen Verhaltens

Die “Spurtreue Beschleunigung”-Szenarios sind alle materialistisch und ich-orientiert, global und offen, begrenzen die Staatsrolle und lassen den Konzernen und Vermögenden freie Hand. Sie trennen sich an hoher bzw. geringer Wettbewerbsfähigkeit und an breitem Wohlstand und Zufriedenheit gegenüber wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten.

Isolationsszenarien

Die Szenarien “Bewusste Abkopplung” und “Alte Grenzen” teilen Regionalität / Eingrenzung geringe Wettbewebsfähigkeit und aktive politische Steuerung. Bewusste Abkopplung ist nachhaltig und wir-orientiert, zufriedenheitsorientiert und verteilungsgerecht, während Alte Grenzen materialistisch und ich-orientiert unter wohlstandsrückgängen und gesellschaftlichen Konflikten ist. Insbesondere diese Isolationsszenarien werden durch nationalistische Radikalisierung und das Scheitern in internationalen Beziehungen bewirkt. Nach meiner bescheidenen Meinung haben sie insbesondere auch externe Kontrolle gemeinsam. In Großbritannien schließen sich diverse radikale Strukturen bereits zusammen und bringen derartige Szenarien hervor – Radikalisierung schwächt die autonomie kleinerer Nationen.

Optimaler Kompromiss / Konsens durch internationale Handelsteritorien

Da die Isolationsszenarien die zentralen Risikoszenarien der erstrebenswerten bzw. verhaltensbasierten Szenarien sein dürften, sollte uns aus wirtschaftlicher Perspektive an Handelsteritorien gelegen sein, die wir – sofern sie überprüfbar erfolgreich sein sollten – international-kooperativ erarbeiten müssten (Vgl. Herstellung von Konvergenz).

Veränderung des tatsächlichen Verhaltens

Das Szenario “Wohlfühlwohlstand” bedeutet zunächst wettbewerbsfähig zu bleiben und dann breiten Wohlstand und Zufriedenheit zu erarbeiten und zu vergönnen.

Wettbewerbsfähigkeit

Wettbewerbsfähigkeit hängt vor allem mit Investition zusammen. Gute Investition ermöglicht die hervorstechenden Projekte zu finanzieren, die finanzmathematisch einen hohen erwarteten Rückfluss in der Zukunft hervorbringen (Cash Flow mal Eintrittswahrscheilichkeit) und sollten letztlich vor dem Hintergrund von sich zukünftig eröffnenden Investitionschancen in der Liquidität gemanaged werden. Gleichwohl bedeutet Rückfluss nicht nur Geld und materiellen Wohlstand, sondern auch soziale Errungenschaften und Zufriedenheitssteigerung. Wirtschaftlich ist deswegen die Transparenz wirtschaftlicher Leistung vor dem Hintergrund des Konsums besonders hervorzuheben, denn dann entsprechen sich Cash Flow und Errungenschaften soweit sie durch Konsum erzeugt werden können. Deswegen ist eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Kaufentscheidungen (Vgl. Nachhaltigkeit) und Transparenznudging (Vgl. OptEcoBuy) bemerkenswert.

Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen zu ermöglichen erfordert insbesondere die Förderung und Forderung von Universitäten und Schulen. Es können bereits auf Schulebene Experimentierräume und öffentliche Güter inklusive kultureller Co-Entwicklung fördernd geschaffen werden (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen). Dann muss das wissenschaftliche System und engagierte Personen und Netzwerke, aber auch privatwirtschaftliche Innovation geeignet gefördert werden – ein Hartz-IV-Empfänger ist eine potentielle Innovationsabteilung bei entsprechender Vernetzung und Förderung, so etwas muss man auch mal wahrnehmen (Vgl hierzu in Ansätzen Finanzsystem und strukturelles Management sowie Wissensmanagement).

Zum Beispiel habe ich diverse Beiträge zur Förderung von zukünftigen Szenarios für die Produktentwicklung erarbeitet (Vgl. offensichtlicher Logistik der Zukunft, Modellierung von Marktspiralen und Recyclingideen).

Verteilungsgerechtigkeit und Konfliktmanagement

Zunächst dürfen wir uns nicht selbst durch Konfliktflucht an radikalen Strukturen beteiligen, soweit möglich. Dann sollten wir den Kampf gegen das Verbrechen unterstützen und Enwicklungspfade der moralischen Schranken erarbeiten und in unserem tatsächlichen Verhalten auch gegen Widerstand realisieren. Wir dürfen zivilrechtliche und internationale Konflikte durch Kompromisse und wenn möglich Konsenslösungen bzw -Balancen in “Vergleichen” lösen (Vgl. Konfliktmanagement). Wir dürfen und sollten unsere Beziehungen insbesondere vor dem Hintergrund unserer Fehler reflektieren, um gegen moralische und stützende Vertrauensnetzwerke zu konvergieren (Vgl. Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen). Dazu und dadurch können wir professionelles Kooperationsmanagement in Wirtschaft und privaten Beziehungen betreiben (Vgl. Kooperationsmanagement). Dies bedeutet auch Offenheit gegenüber der Beurteilung aller Menschen nach ihren tatsächlichen intendierten Leistungen (Vgl. Integration) und die Identifikation von intendierten Unterwanderungen. Im Kontext des Zustands unserer Gesellschaft und der angeführten Faktoreingriffe ist insbesondere Selbstregulation zu trainieren (Vgl. Selbstregulation) und strategische Selbstdefinition in Interaktion zu trainieren (Vgl. Menschen groß machen).

Parallel zum Konfliktmanagement wäre die Radikalisierung durch Verteilungsungerechtigkeit aus zwei Perspektiven relevant einzudämmen:

  1. Absicherung von Deselektionsprozessen.
  2. Lösung linker Probleme in der Wirtschaft.

Hier treffen in Bezug auf letzteres insbesondere drei Parteien aufeinander: Die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber und die Arbeitssuchenden und Sozialhilfeempfänger (Benachteiligte / potentiell deselektierte).

Grundsicherung

Fraglich ist also zunächst die Grundsicherung. Hier existiert meines Wissens nach ein Lösungsraum mit folgenden Varianten:

  1. Grundeinkommen (Vgl. Utilitismus).
  2. Existenzsicherung mit Förderung in Projektarbeit bzw. Freelancing und Umschulung bzw. Ausbildung (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0 aber auch Jigsaw-Bildungswesen).
  3. Kopplung von Sicherung an Wohlstandsentwicklungen mit Konsequenz höherer Lohnkosten (Vgl. Gerechtigkeit – eine Beschwerde).

Sozialhilfe sollte Kranke nicht schlechter stellen als Menschen in der Existenzsicherung und ihnen Möglichkeiten eröffnen und Förderung zuteil werden lassen, die ihren übrig gebliebenen Fähigkeiten entsprechen. Das bedeutet z. B. eine geeignete IT-Infrastruktur, um sich öffentlich beteiligen zu können oder sogar zu freelancen zu ermöglichen und Mobilität und Schutz bereitzustellen. Insbesondere z. B. Depressive und Paranoid Schizophrene bräuchten Hilfe im Haushalt und Alltag bis hin zu dauerhafter Ad-hoc Therapie. Lösungsorientierte langfristige Angebote mit zentralen durchgängigen Ansprechpartnern sollten helfen aus den Negativspiralen herausfinden zu können.

Unsere Mentalität Menschen gegen Antragserstellungsarbeit das mindeste Auszuzahlen und sie dann zu fordern, entspricht nicht mehr meinem Verständnis von Fördern und Fordern und auch nicht von gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Arbeitsentlohnung

Der mir bekannte Lösungsraum für gerechte Entlohnung betrifft folgende Konzeptionen:

  1. Gewerkschaften (verpflichtend).
  2. Verteilungsquoten des Gewinns nach Investitionen auf Investoren, Führungsstrukturen und Arbeiter.
  3. Beschränkung erwarteter Rendite (Vgl. nachhaltiger Kapitalmarkt).
  4. Corporate Social Responsibility (Vgl. CSR und the ethical capitalist), Impact Investment (Vgl. Finanzsystem) und Transparenz(-Nudging) (Vgl. Nachhaltigkeit und OptEcoBuy) eventuell reguliert (Vgl. CO2-Steuer).

Nach erstem Eindruck bevorzuge ich eine Kombination aus allen Varianten in geeigneter Gesamtkonfiguration, weiß aber auch noch nicht genau, was das ergäbe.

Zwischenfazit

Können wir Wettbewerbsfähigkeit erhaltent erarbeiten, Verteilungsgerechtigkeit ermöglichen und Konflikte managen, stellt das “Wohlfühlszenario” ein Zwischenziel dar.

Veränderung hinzu neuen Horizonten

Wäre das “Wohlfühlszenario” erreicht käme es insbesondere auf die Wir-Orientierung an, die im Kontext des Konfliktmanagements bereits dargelegt wurde und sich auf unsere Ich-Kompetenzen bezieht. Auch zentrale Eingriffspunkte staatlicher Regulation insbesondere mit zunehmend harter Regulierung bei Bedarf wurde auch schon erwähnt (Vgl. CO2-Steuer). Die Begrenzung der Vermögenselite kann über Einsicht und Dankbarkeit hervorgebracht werden oder reguliert werden. Ansätze zeigt Finanzsystem. Die internationale Handhabung von Großkonzernen entzieht sich insbesondere steuerrechtlich meinem Kompetenzkreis, aber der bewusste Aufbau von globalen Monopolen ist keine gute Volkswirtschaft. Nicht Größe, sondern Wettbewerb und kooperative Vernetzung sowie Investitionen in Forschung, Inventionen und Innovationen sind gute Volkswirtschaft.

Fazit: Entscheidungsentwicklungsbaum

Unsere Transformation als deutsche Nation und Gesellschaft erfordert zunächst kooperative Lösung von internationalem Handel. Dann müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig erarbeiten. Nun müssen wir Konflikte managen und die Verteilungsgerechtigkeit im Kontext der Leistungsgerechtigkeit und Zukunftserfordernisse realisieren. Wir brauchen dann ein internationales Steuersystem und eine gelungene Förderung des wirtschaftlichen Mittelstands inklusive Investition in Zukunftstechnologien und Humankapital.

Die Zuordnung meiner Lösungsvorschläge zu den einzelnen Schlüsselfaktoren, die zum Teil über meinen Kompetenzkreis hinausgehen überlasse ich meinen Mitbürgern, sofern sie erarbeitet haben zu solchen Schlüsselfaktoren überhaupt etwas beitragen zu können – das Buch muss man mal gelesen haben, um sich mal wieder mit dem Boden der Tatsachen auseinandergesetzt zu haben.

Im übrigen empfehle ich die Installation von Photovoltaikanlagen an alle deutschen Vermieter und Danke allen Universitäten, die am Netzausbau und der Smart City der Zukunft mitarbeiten! In diesem Kontext möchte ich an die Worte unserer Bundeskanzlerin erinnern:

“Wir kriegen das hin!”.

Arbeitsvermittlung 4.0

Grundlagen

Psychosoziale Folgen der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit derzeit ist für betroffene eine erhebliche Belastung. Wer sich im Umfeld von Jobcentern und Arbeitsämtern umhört, hört viele Geschichten von Frustration, Verzweiflung und Schande. Betroffene fühlen sich in ihrem Selbstwert geschwächt und berichten in Wut von mühsamen und meistens vergeblichen Bewerbungsversuchen. Sie liegen gewissermaßen brach. Depressionen und körperliche Beschwerden führen zu Gesundheitskosten und Leid.

Unternehmensperspektive

Unternehmen orientieren sich an der Normalverteilung von Ausbildungsniveaus und der umgekehrten Gammaverteilung von Erfahrungsjahren (Demographie, Sterblichkeit) in Bezug auf vorwiegend klassische Aufgabenfelder. Sie suchen Kompetenzmassen, um viel Kompetenz für wenig Geld zu erhalten und sich die Gesinnung des Menschen besser aussuchen zu können. Hochspezialisierte Experten sind regelmäßig zu teuer und der Durchschnitt passt von der notwendigen Kompetenz her nicht. Erfahrung findet sich vor allem im mittleren Erwerbsalter. Übrige Arbeitnehmer müssen sich attraktiv machen, wenn es denn geht und haben es schwerer. Es gibt aber Nischen für sie.

Staatsperspektive

Aus Staatsperspektive kosten Arbeitslose, die nicht mehr per Arbeitslosenversicherung finanziert werden (Hartz IV oder Arbeitslosengeld II) den Staat nicht nur Geld, sondern sie zahlen auch keine Einkommenssteuer – es wirkt auf der Ausgaben- und Einnahmenseite. Deswegen ist es fraglich, ob das, was wir heute Existenzsicherung nennen, aus Staatsperspektive gut gemanaged wird, denn die Kosten sind eine Funktion der Investition in den Arbeitssuchenden AI.

(1)   \begin{equation*} Kosten = (AF + VK - ES)*\Delta t(AI) + AI \end{equation*}

Hierbei bezeichnet AF die Finanzierung des Arbeitssuchenden, VK die Verwaltungskosten der Behörde, die keine Investition in den Arbeitssuchenden darstellen, ES die entgangenen Steuereinnahmen und \Delta t die Zeit der Arbeitslosigkeit. Ein beispielhafter Verlauf sieht so aus:
Staatskosten der Arbeitslosigkeit

In der vorliegenden Beispielrechnung sollten also etwa 22.000 € in den durchschnittlichen Hartz-IV-Empfänger an direkter Förderung investiert werden, um die Kosten der Arbeitslosigkeit zu minimieren. In Realität erhalten Hartz-IV-Empfänger regelmäßig Sichtung der Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsgesprächberatung. Regelmäßig erst beim festgestellten Scheitern der Vermittlung werden Fortbildungen ermöglicht. Das erscheint mir falsch und grob fahrlässig.

Volkswirtschaftliche Perspektive

Aus volkswirtschaftlicher Perspektive soll der Arbeitsmarkt die Menschen entsprechend ihrer höchsten Faktorproduktivität auf Arbeit verteilen. Höchste Faktorproduktivität bedeutet, das jemand an seinem Arbeitsplatz den höchsten Beitrag zum ökonomischen Wohlstand leistet, den er im System leisten kann.

Perspektive der Gerechtigkeit

In Deutschland gibt es nicht nur den Grundsatz der Leistungsgerechtigkeit, sondern auch der Verteilungsgerechtigkeit. Deswegen sollen Menschen, die (temporär) aus ökonomischer Perspektive leistungsunfähig sind am Wohlstand beteiligt werden. Existenzsicherung und auch Sozialhilfe dienen dem Erhalt des Lebens auf Minimalniveau, deswegen sind sie nicht Verteilungsgerecht, denn es findet keine Beteiligung am Wohlstand statt. Die Orientierung am Überleben ist in Deutschland zunehmend problematisch, da der Wohlstand real steigen sollte, während Überleben real stagnant ist.

Arbeitsvermittlung 4.0

Wie sollte eigentlich Arbeitsvermittlung aussehen, wenn sie die dargelegten Grundlagen berücksichtigt und versucht gut zu sein?

Investitionsmentalität

Eine gute Arbeitsvermittlung ist stets auf dem aktuellen Stand von Beschäftigungstrends und kennt die Arbeitgeber gut. Es kann nicht sein, dass das Scheitern von Bewerbungsbemühungen nicht rechtzeitig antizipiert und durch Fortbildung und Qualifizierung konterkariert wird. Weiterhin ist eine Vermittlung eines Individuums mit eigenen Werten, Zielen und Kompetenzen an jedweden Arbeitgeber grober Unfug, da langfristig nur Arbeitnehmer, die zufrieden werden sollten, einen wirklichen Arbeitsplatz vermittelt bekommen haben. Die einfache Abwälzung von Staatskosten auf Irgendwasarbeit, die die Menschen belastet, setzt zum einen falsche Anreize für die Automatisierung unbeliebter Jobs und zum anderen ist das häufig nicht der Ort höchster Faktorproduktivität. Weiterhin führt Fehlvermittlung zu weiteren psychischen Belastungen und destabilisiert im Zweifel den Menschen weiter und führt zu Gesundheitskosten. Die Jobcenter sollten tatsächlich sogar Arbeit nur an kooperierende Firmen vermitteln, die nachweislich gute Arbeitsbedingungen haben, den die Arbeitsvermittlung kann Marktmacht ausüben, die der einzelne Bewerber nicht hat, sodass der Unternehmensmacht etwas mehr gegenüber steht.

Eine gute Arbeitsvermittlung stellt sicher, dass die Arbeitssuchenden nicht brach liegen und degenerieren. Das ist tatsächlich zum ersten psychologische Betreuung ob der Gefahr der Depression, zum zweiten aktive Vermittlung von kleineren Aufträgen als Freelancer und zum dritten Fortbildung und proaktive Qualifizierung zur Kompetenzerweiterung statt reaktiver Umschulung.

Behördenmanagement

Prozesse sind nach den Kriterien Effektivität, Effizienz und Flexibilität auszulegen. Kompetenz und Verantwortung sollten in Deckung zueinander stehen. Das sind zentrale Basics des Managements.

Es kann nicht sein, dass Arbeitssuchende zu Bewerbungschreiben (Menge / Zeit) angehalten werden und bei Zusage zur Annahme verpflichtet sind, wenn erstens klassische Bewerbungen gegenüber Networking und dem Besuch von Messen (deren Reisekosten lediglich bei vorheriger Genehmigung ersetzt werden) unterlegen sind und zweitens Motivation zur Arbeit, also dazu einen Beitrag zu leisten durch Nötigung konterkariert wird. Das ist nicht effektiv. Hier braucht es Kenntnis optimaler Bewerbungsstrategien und entsprechende Vereinbarungen.

Es kann auch nicht sein, dass ein Antrag auf Hartz-IV ein mehrstufiger Prozess ist, der das einreichen von etwa vierzig Angaben mit entsprechenden Belegen bedeutet. Das ist nicht effizient und im Kontext der Digitalisierung extrem veraltet. Solche Daten sollten dem Staat nach einfacher belegter Kundgebung der Personalien und des Umstands der Arbeitslosigkeit vorliegen – per Datenzugriff.

Derartige konstruktive Kritik aber auch Beschwerden werden in deutschen Behörden regelmäßig dadurch abgetan, dass der Mitarbeiter keine Kompetenz in Bezug auf Entscheidungen, Gesetze und Regeln habe, sodass vernünftige flexible Vereinbarungen gar nicht möglich sind. Deswegen sollte eine Arbeitsvermittlung 4.0 ein Wissensmanagement, Änderungsprozesse und Feedbackprozesse fest etabliert haben. Es kann nicht sein, dass mein Angebot Rückmeldung zu erteilen nicht angenommen wird. Hierin liegt eine Chance für die Behörde und den Gesetzgeber der kontinuierlichen Verbesserung. Stagnation ist inflexibel und Mitarbeiter ohne Verhandlungskompetenz können keine Vereinbarungen treffen, sondern maximal (starre) Regeln durchsetzen. Das ist auch für sie frustrierend.

Es ist im übrigen bemerkenswert, dass die Mitarbeiter regelmäßig die für sie relevanten Gesetze kennen, aber keine Ahnung von der Rechtsordnung an und für sich haben, sodass sie keine Einwände als Ableitung aus z. B. dem Grundgesetz oder anderer übergeordneter Rechtsetzung abwägen können. Die Arbeitsvermittlung 4.0 braucht qualifiziertes Personal.

Arbeitssuchendenfinanzierung

Wie bereits angemerkt ist der Ansatz, lediglich das Überleben der Arbeitssuchenden zu sichern unbillig aus Perspektive der Verteilungsgerechtigkeit und eventuell sogar nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren. Es ist sogar noch schlimmer, denn die Existenzsicherung verkennt zur Zeit, dass Mobilität, Internet und Kommunikationsgeräte existentiell für die Vermittlung von Arbeitssuchenden sind. Dies wird nicht oder nur nach vorheriger begründeter Genehmigung finanziert. Im Übrigen gehen Raucher zugrunde, weil sie mittelfristig nicht von Hartz-IV überleben können. Es ist nun mal brachial schwer mit dem Rauchen aufzuhören, weil es eine Sucht ist – hier ist nicht mal die Existenz gesichert.

Richtig hingegen wäre eine Beteiligung am Wohlstand der Gesellschaft, also eine Finanzierung die proportional zum realen Bruttoinlandsprodukt ist, und folglich mit diesem wächst. Es existiert mit dem Ansatz des Utilitismus sogar eine Finanzierungsform fernab der klassischen Steuer für derartige Finanzierung bis hin zur negativen Einkommenssteuer / zum Grundeinkommen.

Fazit

Arbeitsvermittlung 4.0 bedeutet Investition in Arbeitssuchende, proaktive Beurteilung der Situation des Arbeitsuchenden durch Experten, moderne dynamische Behörden mit einer aktiven Feedbackkultur und einer Kultur der Verantwortung und eine Finanzierung des Arbeitssuchenden die mit dem Wohlstand der Gesellschaft harmoniert. Wenn letzteres zu mehr Langzeitarbeitslosigkeit führt, ist das auch ein wichtiges Signal an die Wirtschaft, attraktive Jobs anzubieten und unbeliebte Jobs zu automatisieren.

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