Wissensmanagement

Wissensmanagement wird im deutsch-wirtschaftlichen Bereich (wissensorientierte Unternehmensführung) von Prof. Dr. North untersucht. Jedenfalls stammt von ihm das Standardwerk zum Thema. Aus Perspektive des Wissensmanagement existieren meiner Meinung nach im wesentlichen drei Arbeitsgebiete: Unternehmensführung, Wissensnutzung und -Propagation sowie Sicherung von Wissen. Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf die Wissensnutzung und -Propagation.

Nach der sog. Wissenstreppe von North ist Wissen die Vernetzung von Information und transformiert sich bei Handlungsbezug zu Kompetenzen. Dieser Artikel konzentriert sich auf Wissensbildung und -Propagation, und damit insbesondere auf kommunikative Prozesse im persönlichen und digitalen Informationsweg.

Kommunikationsmodell

Kommunikation soll als Chiffrierung – Übermittlung – Dechiffrierung verstanden werden. Deswegen muss in einer Form chiffriert werden, die Dechiffrierung erlaubt. Informationsübermittlung erfolgt über Wahrnehmungskanäle, die Einfluss auf bewusstes Denken nehmen (Wahrnehmungs-Emotions-Filter basierend auf vorwiegend frühkindlicher Prägung; vgl. Bewusstseinsreifung). Diese frühkindliche Prägung (Werteprofil) bestimmt unsere Interessen und aktivierte Bedürfnisse zusammen mit Bedürfnissdynamiken (ERG-Theorie, vgl. Selbst- und Menschenbild). Unsere auf Intelligenzen (analytisch, kinästhetisch, sprachlich, musikalisch, räumlich, haptisch, emotional, etc.) bezogenen Präferenzen bestimmen unsere vorwiegenden Wahrnehmungsprozesse.

Der Kommunikationsexperte würde im Idealfall erlernen entsprechend der Werte, Bedürfnisse und Wahrnehmungspräferenzen des Rezipienten zu chiffrieren, um unter Anknüpfung an geteiltes Wissen (Konzepte, Modelle) auch in Analogie den Dechiffrierungsprozess zu erleichtern. Im Wahrnehmungsfall würde er sich trainieren Chiffrierungen zu entschlüsseln. Geteiltes Wissen sind gemeinsame Informationen, deren subjektive Vernetzung erläutert wird. So kann Bezug auf Wissen anderer Menschen genommen werden. Dies erlaubt Expansion, Umkonfiguration und Analogiekopplung in Assoziationen und Bisoziationen.

Wissensmanagement

News

Das Global Conciousness Konzept kann im Wesentlichen wie folgt konfiguriert werden:

Ereignisse werden von Nutzern übermittelt und zusammengefasst. Die Zusammenfassungen werden an Nutzergruppen für Emotionen übermittelt, die ein Rating vornehmen sollen. Die Ratings werden aggregiert und kategorisiert, um in der Bearbeitungsreihenfolge sortiert übermittelt zu werden. Durch Durchsuchung eines Entscheidungsbaums der das Wissen der Community abbildet, wird Expertenwissen identifiziert. Personen die über dieses Wissen verfügen (Graphendatenbank) werden kontaktiert, um Schlagwörter in Bezug auf die vorliegenden Informationen geschickt einzubringen. Schlagwörter betreffen Risiken bzw. Gegenargumente, Chancen bzw. befürwortende Argumente, Kontextinformationen zu betreffenden Personen und themenspezifische Kontextinformationen. Alle Informationen werden zusammen zu einem Artikel erweitert, der sodann veröffentlicht wird (z. B. als Blog).

Fragen und Antworten (Expertenvernetzung)

Nutzer können Fragen verfassen und mit Hilfe eines Entscheidungsbaums relevantes Expertenwissen definieren. Die Frage wird dann den relevanten Experten (Graphendatenbank) zukommen gelassen. In einem Chat-Thread antworten diese dann eventuell unter Referenzierung von Dokumenten und Veranschaulichungsmaterial.

Persönlicher Kontakt / Meetings

Nach erster Betrachtung des Themenfelds ergeben sich fünf wesentliche Meetingkonzeptionen: 1. Vorträge, 2. Lagebesprechungen, 3. Interviews, 4. Brain Storming und andere Kreativitätstechniken sowie 5. gemütliches Beisammensein. Während sich beim gemütlichen Beisammensein eher zufällig Interaktionen entwickeln sind die anderen Kommunikationsanlässe häufig Themenbezogen. Entsprechend des geteilten Wissens, können Kommunikationspfade zu Wissensaustausch führen, wobei zumeist Informationsaustausch stattfindet, der eine gemeinsame Wissensbasis zumindest analog erfordert.

Man unterscheidet also Shared Knowledge, Bilateral Shared Knowledge und direkte oder indirekte Kommunikationspfade. Weiterhin können Kommunikationspfade zufällig bzw. strukturiert erfolgen. Hier liegt zum Teil ein analoges Problem vor, wie im Artikel Integration beschrieben.

Informationssicherheit (zwischenmenschlich)

Die Informationssicherheit in sozialen Systemen erfordert Wissensbildung, die es erlaubt über Begriffe Assoziationen oder Biosoziationen nach der Wahrnehmung des Rezipienten zu kreieren, sodass Verschlüsslung stattfindet. Kommunikationsexperten können bei intensivem Wissen übereinander mit dynamischen Verschlüsselungen arbeiten. Die Dimensionen der physikalen Welt eines Geschöpfes sind Raum (3 D), Zeit und Information.

Fazit

Kommunikation ist Chiffrierung und Übermittlung von dechiffrierbaren Informationen und deren Vernetzung (explizit und / oder implizit). Kommunikationsexperten können rezipientenbezogen chiffrieren und umfänglich dechiffrieren, sofern genügend Wissen abgestimmt wurde.

Wissensmanagment in Bezug auf News, Fragen, themenbezogener und offener persönlicher Kommunikation wurde in den zentralen Architekturen beschrieben. Ein zentrales Element von Wissensmanagement ist deren Propagation, die letztlich zufällig oder bewusst erfolgen kann.

Informationssicherheit in der Kommunikation sozialer Systeme findet letztlich statt, wenn Äußerungen und Verhalten für Außenstehende nicht mehr dechiffrierbar ist, weil es völlig andere Wissensnetze anregt.

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Global Cosciousness – Ein Open-Source-Projekt

Journalismus und bezogene Probleme

Journalistische Nachrichten werden von vielen Menschen mit unbehagen aufgenommen. Zum einen betreffen derartige Nachrichten häufig Probleme und sind polemisch extrem und zum anderen glauben viele Menschen, dass die Autoren und deren Institutionen interessengerichtet handeln. Unter dem Schlagwort “Lügenpresse” wird bekannt, was einige Menschen von der derzeitigen Presselandschaft halten.

Soll das so bleiben? Wollen wir, dass Menschen ihren Informationsquellen nicht trauen? Wollen wir, dass Menschen sich nicht mit Informationen versorgen, weil sie es leid sind, die Nachrichten zu lesen? Wie wäre es, wenn wir unverzerrte, verlässliche Qualitätsnachrichten hätten, die das ganze Emotionsspektrum abdecken? Ist das wirklich unmöglich?

Lösungsansatz – Global Consciousness

Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt Informationen sinnvoll und umfänglich zu verarbeiten. Durch die komplexe Verschaltung unserer Gehirnareale entsteht wohl unser Bewusstsein. Die Integration spezialisierter Gehirnzentren erzeugt ein umfassendes Bild unserer Situation, denn jedem Gedanken liegen logische und emotionale Bewertungen zugrunde. Unser Interesse wird auf die wirklich wichtigen Dinge gerichtet.

Diese Funktionsweise des menschlichen Gehirns lässt sich in einem sozialen System von Menschen, die einen Beitrag leisten wollen, in Analogie abbilden: Vernetzt mit dem Internet können die Leser von journalistischen Nachrichten über ihre Endgeräte kleinere Aufgaben übernehmen – ein Rating, ein Stichwort hinzufügen und dergleichen. Die einzelnen Aufgaben ergeben sich aus der Logik der Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns und werden zu einer Gesamtleistung vernetzt. Dort, wo beim Menschen das Bewusstsein entstehen soll, werden die Teilleistungen zu einem journalistischen Beitrag zusammengefügt. Das ist die Idee – Kollaboration.

Der Ablauf wäre grob wie folgt: Einige Nutzer makieren interessante Inhalte, wie z. B. ein Ereigniss in der Welt. Dieser Inhalt wird – um Arbeit zu sparen – durch künstliche Intelligenz zusammengefasst. Die Zusammenfassung wird an etliche Nutzer gesendet, die gebeten werden einzelne Bewertungen und Auswertungen vorzunehmen. Z. B. beantworten sie Fragen wie: Wie viel Freude, Angst, Wut etc. machen Ihnen die Inhalte? Oder: Welche Konsequenzen sind mit dem Inhalt verbunden? Nennen Sie Stichworte. Nach Beantwortung und Auswertung der Antworten entsteht ein aggregierter Datensatz, der durch künstliche Intelligenz in einen Fließtext transformiert wird. Dieser Fließtext ist der eigentliche journalistische Beitrag und wird allen Nutzern zur Verfügung gestellt.

Als Resultat einer solchen Vernetzung von Lesern entstehen journalistische Nachrichten, die das gesamte Emotionsspektrum abdecken, die von der Crowd für wichtig befunden wurden und die die Schwarmintelligenz nutzen, um die anfängliche Information umfänglich zu bewerten. Insbesondere wären solche Nachrichten nicht durch andere Interessen manipuliert, als durch die tatsächlichen Interessen der Leserschaft.

Hürden auf dem Weg zum Ziel

Zentrales Gütekriterium der Anwendung ist die Glaubwürdigkeit. Fraglich ist, ob z. B. Bots das System unterwandern können oder ob die Programmierer die Anwendung mit Algorithmen versehen, die tendenziöse journalistische Nachrichten hervorbringen. Mitlerweile lassen sich Anwendungen so gestalten, dass sie von Bots nicht manipuliert werden können, indem Aufgaben die für Menschen einfach sind, aber für Bots schwer, gestellt werden. Da es sich um ein Open Source-Projekt handelt würde der Quelltext offengelegt werden und jeder könnte überprüfen, ob Manipulationen der Algorithmen vorgenommen wurden.

Man könnte sich auch fragen, ob ein solches System Trivialnachrichten produziert, weil z. B. die Masse der Nutzer definiert, was relevant ist. Einige Menschen misstrauen Massen. Der Clou ist, dass die Intelligenz des Systems in der Vernetzung von einfachsten Tätigkeiten liegt, sodass jeder einen Beitrag leisten können sollte. Aufgrund der vielzahl der einzelnen Tätigkeiten entstehen umfassend bewertete und ausgewertete journalistische Nachrichten, wie von selbst.

Manch einer wird sich auch fragen, ob die Nutzer denn bereit sind dauerhaft Beiträge zu erbringen. Hier spielen vor allem zwei Dinge zusammen: Zum einen handelt es sich um einfache Tätigkeiten, die sich auf viele Nutzer verteilen, und zum anderen kann man dem Nutzer Feedback erteilen oder sichtbar machen, wer wieviel beiträgt. So erfahren soziale Nutzer Anerkennung und werden motiviert sich zu beteiligen.

Fazit

Durch die Organisation der Aufgabenteilung zur Beurteilung journalistischer Beiträge entsprechend der funktionalen Gliederung und Vernetzung des menschlichen Gehirns in einem sozialen System von Endgerätenutzern / Nachrichtenkonsumenten sollten einfach umfassende journalistische Beiträge erstellt werden können, auf die man sich einfach verlassen können sollte. Wichtig wäre eine aktive Community von beitragenden Nutzern, die es für wichtig erachtet einen Beitrag zu leisten. Diese Community kann durch Feedback unterstützt werden.

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.