Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility (CSR) ist in der Wahrnehmung vieler eine neue Forderung an Unternehmen Beiträge zu ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit zu leisten. In der jüngeren Vergangenheit wurde noch lediglich erwartet hochwertige und sichere Produkte zu produzieren und durch nachhaltiges und gesetzeskonformes Wirtschaften Arbeitsplätze zu sichern. Vgl. Fries, Ries und Brink 2015.

Doch die Kultur unternehmerischer Verantwortung existiert mit dem Ehrbaren Kaufmann seit der Antike in Europa. Erst der Nationalsozialismus verdrängte dieses Kulturgut in der Ausbildung und Praxis von Kaufleuten, sodass CSR heute wiederaufkommt. Selbstverständlich gab es immer schwarze Schafe. Vgl. Schwalbach und Klink 2015.

Wirtschaftssysteme dienen der Versorgung der Menschen mit Gütern, indem sie die Menschen Arbeitsteilig zur Wertschöpfung für andere bringen und ihnen im Gegenzug Tauschmittel für die Selbstversorgung zukommen lassen. Sie lösen das Versorgungsproblem einer Zivilisation. Hierbei gibt es “Güter”, die profitabel aber gesellschaftlich nicht erwünscht sind, also eigentlich “Ungüter” sind und es gibt auch eine Entfremdung von Versorgung und Luxus, sodass viele “Güter” eigentlich keinen tatsächlichen Versorgungswert haben, sondern Kompensation für mangelnden Selbstwert und Selbstsicherheit sind.

CSR zielt auf die moralische Begründung von Geschäftstätigkeit und fordert von Wirtschaftssubjekten tatsächlichen Versorgungswert nach gesellschaftlichen Maßstäben zu leisten. Investoren, Führungskräfte und Mitarbeiter werden aufgefordert Verantwortung für tatsächliche Wertschöpfung und Minimierung negativer Externalitäten zu übernehmen. Negative Externalitäten sind volkswirtschaftliche Schadschöpfung, deren Kosten nicht durch den Marktpreis wiedergespiegelt werden, wie z. B. Umweltvergiftung die Grundwasserreinigungskosten erhöhen.

Dieser Artikel möchte zunächst die verschiedenen “Spieler” der Wirtschaft im Kontext von CSR untersuchen, um das Handlungspotential einzuordnen, dann die moderne CSR bündig vorstellen und letztlich in der Gesamtschau die Erkenntnisse kritisch reflektieren. Die Ergebnisse werden in einem Fazit zusammengefasst.

“Spieler” im Kontext von CSR

Künstliche Intelligenz hin oder her, der zentrale Spieler im wirtschaftlichen Geschehen ist der Mensch. Der Mensch tritt im wirtschaftlichen Geschehen in unterschiedlichen Rollen auf. Als Konsument, Mitarbeiter, Führungskraft, Investor, Mitglied einer Interessensvertretung, der Medien oder Non-Governmental Organisations (NGOs), als politischer Entscheidungsträger und / oder als Handlungssubjekt der Judikative.

Zunächst soll der Mensch im wirtschaftlichen Geschehen nach Sednak 2015 erläutert werden. Das wirft zentrale Fragen bezüglich Verantwortung und Vertrauen auf, die ebenfalls erläutert werden. Anschließend sollen Unternehmen entsprechend ihrer Stakeholder charakterisiert werden. Dann folgen Abschnitte zu den einzelnen Stakeholdern, um noch einmal Unternehmen aufzugreifen und im Kontext der Stakeholdereinflüsse aus Perspektive der CSR zu erläutern.

Menschen im Wirtschaftsgeschehen

Menschen treten nach Sednak 2015 in drei abgrenzbaren Rollen auf: 1. mitmenschlich-kooperativ, 2. unternehmerisch und menschengemäß respondierend. Die Ausführungen dieses Abschnitts lehnen sich an Sednak 2015 an.

Mitmenschlicher Kooperationspartner

Wirtschaft wird im Kern durch Kooperation in den Grundakten Herstellen und Tauschen durch Menschen ermöglicht. Durch zunehmende Automatisierung könnte menschliche Arbeit möglicherweise in den nächsten Dekaden im Potential ersetzt werden. Lösungsansätze für dieses Szenario zeigt der Utilitismus. Aber im Fokus hiesiger Darstellungen steht auch der Akt des Tauschens.

Da der Tausch unterschiedliches betrifft benötigt er ein Vertrauen gedachter Gleichwertigkeit der getauschten Güter, da Fairness ein wesentliches Merkmal zwangsfreien Tauschens ist. Damit ist Vertrauen zentral für zwangsfreie wirtschaftliche Transaktionen und Schuldverhältnisse.

Vertrauen wird mühsam aufgebaut und geht schnell verloren. Vertrauen in Systeme leitet sich aus dem Vertrauen in Personen sowie auch der Vertrautheit an und für sich ab. Deswegen sind zwischenmenschliche Versprechen und der Umgang mit gebrochenen Versprechen zentral für die Vertrauensbildung.

Nach Suchanek 2015 gibt es eine Bestätigungs-Wiederlegungs-Asymmetrie des Vertrauens. Denn Vertrauensnehmer erwarten aufgrund ihres Vertrauens Bestätigung ihrer Erwartung, sodass eine solche nicht besonders wahrgenommen wird. Widerlegungen der Vertrauenserwartung hingegen stellen Enttäuschungen dar und werden stark wahrgenommen. Deswegen bedeutet Vertrauensbildung im wesentlichen Widerlegungen zu vermeiden, anstatt Bestätigungen zu erzeugen.

Wenn Vertrauen zentral für jede Geschäftstätigkeit ist und bedeutet eine Widerlegung eigener Vertrauenswürdigkeit zu vermeiden, ist wiederum Verantwortung ein zentraler Anspruch an Wirtschaftssubjekte. Nach Schwalbach und Klink 2015 umfasst Verantwortung notwendige Grundprinzipien, tatsächliche Verpflichtungen und Verdiensthandlungen. Folglich kommen in Bezug auf Verantwortliche bzw. verantwortlich gemachte Personen nicht nur Nichtschädigungsgebote (negative Verantwortung) sondern auch prosoziale Einstellungen und Wohlverhaltenspflichen (positive Verantwortung) zu Anwendung. Letztlich kommt es auf die Versprechen bzw. kulturellen Erwartungen an.

Unternehmerischer Mensch

Der Mensch als unternehmerisches Selbst übersetzt Möglichkeiten in Gelegenheiten. Es geht darum Gewinnchancen zu nutzen, Innovationen zu entwickeln, Risiken zu tragen, Kontakte und Abläufe zu koordinieren und die Logik des Marktes zu verstehen. Der Mensch tritt hier entsprechend der Gestaltungsmöglichkeiten, seiner Gestaltungsfähigkeit und seines Gestaltungswillens visionär auf.

Durch die Beschäftigung mit den Gegenständen der Sorge und des Kümmerns bildet der Mensch seine Identität. Er geht mit seiner gesamten Persönlichkeit in diese identitätsstiftenden Projekte ein. Nicht alle Erwerbstätigkeit leistet einen Beitrag zur Identitätsarbeit.

Menschengemäßer Respondent

Als menschengemäßer Respondent reagiert das Wirtschaftssubjekt auf Probleme anderer, die er zu lösen sucht, und versucht die Lebensqualität anderer zu steigern. Hier wird also vom Problem auf Lösungen hin gearbeitet, nicht von den Möglichkeiten auf Visionen hin.

Fazit: Menschen im Wirtschaftsgeschehen

Menschen organisieren arbeitsteilig kooperativ die Versorgungsleistung der Zivilisation (Mitmenschlicher Kooperationspartner) als Subjekte der Verantwortung in Beziehungen des Vertrauens, lösen Probleme und steigern die Lebensqualität basierend auf zwischenmenschlichem Feedback (Menschengemäßer Respondent) und erarbeiten Visionen entsprechend der Gestaltungsmöglichkeit und ihrer Persönlichkeit und Motivation (Unternehmerischer Mensch).

Stakeholder eines Unternehmens

Unternehmen bilden in Wertschöpfungsketten Kapital-Arbeits-Kombinationen (hier wird Boden als eine Form realen Kapitals betrachtet) um Produkte / Dienstleistungen an Konsumenten zu veräußern. Die Unternehmen agieren in einem Rechtsgefüge und mehr oder minder organisierten Gesellschaften. Um in Kapital und Arbeit zu investieren, können Unternehmen sich aus Rücklagen, Fremdkapital und Eigenkapital sowie Mischformen finanzieren. Unternehmen befinden sich üblicherweise im Wettbewerb.

Damit sind die Stakeholder von Unternehmen zunächst Konsumenten als Märkte hohen Wertschöpfungsniveaus (Einkommen) und / oder hoher Bevölkerungszahl. Sodann ihre Arbeitnehmer und Führungskräfte sowie ihre Lieferanten und Investoren. Hier wird Kapital und Wissen über Technologieforschung und Bildung ermöglicht. Letztlich bilden die Nationen mit ihren Rechtssystemen und kontinuierlicher Gesetzgebung und Jurisdiktion weitere Stakeholder, kodifiziert und / oder in Entstehung. Hier greifen externe Stakeholder wie Interessensvertretungen, NGOs und Medien an. Wettbewerber können Stakeholder sein, sofern Kooperationen kartellrechtlich zulässig sind.

Konsumenten

Konsumenten optimieren ihren Lebenskonsum entsprechend ihres Budgets, sodass (kurzfristig) höchster Nutzen für sie erzeugt wird. Ihr Budget ist abhängig von ihrer Faktorproduktivität, ihrem Einsatz entsprechend dieser Leistungsfähigkeit und den Marktbedingungen für diese Leistungen am Arbeitsmarkt. Ihr Nutzen ist notwendig bis psychologisch-situativ, entsprechend des Budgets.

Wenn Konsumenten ihren Konsum bewusst und reflektiert nach ihren Vorstellungen planen und planen können (Transparenz), anstatt sich verführen zu lassen, entstehen Marktleistungen von Wertschöpfungsketten, die den Vorstellungen der Konsumenten entsprechen. Es ist aber kein Geheimnis, dass viele Marktleistungen intransparent sind und durch psychologische Beeinflussung als werthaltig erscheinen.

Es gibt diverse Studien zur Gespaltenheit der Konsumenten, deren Bekundungen von ihrem tatsächlichen Verhalten stark abweicht. Gründe können neben der Heuchelei dieser Personen auch Überforderungsphänomene in Kaufentscheidungen sein. Es ist jedoch so, dass lediglich das tatsächliche messbare Verhalten der Konsumenten für Unternehmen relevant ist.

Faktisch gesehen bringt es nichts, wenn Konsumenten ihre kognitive Dissonanz auflösen, um ihr tatsächliches Verhalten zu rechtfertigen. Dieses kulturelle Phänomen schwächt das Vertrauen in Bekundungen von Menschen erheblich und hat massiven Einfluss auf generalisiertes Vertrauen. Dies zu steigern erfolgt vor allem im Kontext reflektierter Beziehungsführung. Vgl. Kontrafaktisches Schlussfolgern und generalisiertes Vertrauen.

Externe Stakeholder

Externe Stakeholder sind organisierte Menschenguruppen, die im Wege von Lobbyismus, Rechtsklagen und Meinungsbildung staatliche Akteure und Konsumenten für bestimmte Themen sensibilisieren und auch (tendenziöse) Haltungen fördern sowie Unternehmen in Schranken weisen. Sie schaffen so indirekt und direkt Bedingungen für Unternehmen über Regulation und Beeinflussung / Überzeugung der Konsumenten.

Mitarbeiter und Führungskräfte

Personal eines Unternehmens sind Menschen mit Bedürfnissen und Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung (Restriktionen). Wohlstand würde bedeuten, seine Lebenszeit so zu gestalten, dass die Bedürfnisbefriedigung optimiert wird, durch Einkommen, Lebensqualität auf der Arbeit und individuelle Zeitgestaltung.

Arbeitsmärkte koordinieren diese unvollständigen Verträge über Dienstleistung / Werk sowie Einkommen und Arbeitsbedingungen, sind aber nicht vollständig transparent. Zu arbeiten bedeutet zu einem gewissen Grad Unterordnung und Aufgabe von Autonomie entsprechend der Markt- und Rechtsbedingungen – es geht um Dienstbarkeit. Das liegt in der Natur der Sache, aber meistens haben Menschen Alternativen und Entscheidungsmöglichkeiten mithin Mitverantwortung. Auf manchen Arbeitsmärkten sind Arbeitnehmer jedoch machtlos.

Machtlosigkeit findet sich vor allem für einfache Tätigkeiten geringer Qualifizierung und aufgrund strukturell geringer Verhandlungsmacht. So dürfen Pflegekräfte z. B. nicht streiken und Langzeitarbeitslose / Hartz-IV-ler sind nicht am Wohlstand beteiligt und zur Bewerbung und Arbeitsannahme gezwungen. Das ist durchaus kritisch, wie folgender Artikel aufzeigt: Arbeitsvermittlung 4.0.

Auch gibt es systematische Schwächung von Gewerkschaften und Koordination von Großunternehmen über Vermögens- und Führungseliten, die systematisch Macht zugunsten eines Auseinanderdriftens der Einkommensschere aufbauen, anstatt Verantwortung für Verteilungsgerechtigkeit und Beiträge zur Zufriedenheit zu leisten. Vgl. den Artikel Glücksländer zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Zufriedenheit, der aufzeigt, dass das opportunistisch bis soziopathisch ist.

Lieferanten

Lieferanten sind grundsätzlich eigene Unternehmen, die auch in anderen Rechtsgebieten und Kulturen ansässig sein können, aber der Business-to-Business-Markt ist anders strukturiert als derjenige zu Konsumenten. Ganz grob wird hier viel analytischer Verhandelt, sodass Fakten eher gewichtet werden als psychologische Entscheidungskriterien.

Da Lieferanten ihre Leistung an Märkten anbieten, bedarf es regelmäßig der Koordination der Abnehmer, um diese zu beeinflussen, wenn das für sie nicht direkt naheliegt. Deswegen ist es eine extreme Forderung, dass Unternehmen Verantwortung für die Wertschöpfungskette übernehmen sollen – oft und insbesondere kurzfristig ist dies kaum möglich. Kooperation von Wettbewerbern gegenüber den Lieferanten ist zudem kartellrechtlich eventuell problematisch.

Investoren

Investoren bilden Portfolios entsprechend ihres Budgets, die Spitzenrenditen entsprechend der Risikoposition des Portfolios fordern. Bergius 2015 weist darauf hin, dass institutionelle Investoren entsprechend ihrer treuhänderischen Pflichten sämtliche relevante Risikofaktoren, also auch Risikofaktoren durch negative Externalitäten, berücksichtigen müssen und in einen effektiven Aktionärsdialog mit den Unternehmen eintreten müssen. Sie verletzen sonst ihre Sorgfaltspflichten.

Grundsätzlich verringert die Berücksichtigung und Minimierung von negativen Externalitäten in Unternehmen das Risiko des Marktportfolios, sodass Unternehmen zwischen CSR und Rendite eine strategische Position am Kapitalmarkt beziehen können – dies ist nicht ausgeschlossen.

Weiterhin weist Bergius 2015 darauf hin, dass Eigentum gemäß Grundgesetz verpflichtet, wenn auch das nicht weiter im Gesetz konkretisiert ist. Hierin liegt jedenfalls eine Verantwortungszuschreibung gegenüber Investoren, die möglicherweise mit der allgemeinen Haltung maximale erwartete Rendite fordern zu können nicht vereinbar ist.

Erwägungen die Refinanzierung von Unternehmen von der Maximierungsforderung der Rendite hin zu fairen Entlohnungen für Kapitalgeber umzustrukturieren, sind durch Risikogutachter und fixe erwartete Rendite denkbar, müssten aber in Bezug auf alles investitive Eigentum angewendet werden, also auch Immobilien und Grundstücke und das wäre sehr bürokratisch. Dies schafft jedoch auch qualifizierte Arbeitsplätze. Das Konzept ist in folgendem Artikel erläutert: Nachhaltiger Kapitalmarkt.

Staat

Nach Verständnis der Gesellschaftstheorie hat der Staat die Aufgabe / das Privileg für das Volk Regelungen und öffentliche Güter zu verantworten. Er schafft so konkrete und abstrakte Güter für das Gemeinwohl, die Bürger und Wirtschaftsubjekte individuell und in Beziehungen ausstatten. Deswegen ist ein Dialog mit den Subjekten und Institutionen der Subjekte innerhalb, wie auch außerhalb der Nation Grundlage der hoheitlich-regulatorischen Entscheidungsfindung.

Grundsätzlich wäre es die Verantwortung von Machthabern die entsprechende Staatsorganisation eines Gesellschaftsvertrags zu etablieren, wenn auch derartige Verfassungen historisch im Wege der Gewalt erkämpft wurden und noch heute Machthaber versuchen Verfassungen außer Gefecht zu setzen (Soziopathie).

Exkurs zum Bürgertum

Es ist meines Erachtens auch Teil unserer deutschen Kultur eher von Macht als von Verantwortung zu reden. Viele Menschen streben nach Macht und Status, wenige zeigen Demut vor Verantwortung. Viele Menschen haben positive Visionen, zeigen dann jedoch ihr desillusioniertes Menschenbild und sagen z. B.:

“Es geht in unserer Welt nur um Macht und Geld.”

Derartige “Erkenntnisse” mit Negativbeispielen, die auf alle generalisiert / übertragen werden, dienen dem Opportunisten als Rechtfertigungsgrundlage für selbstbezogenes und schädliches Handeln. Menschen deren Verantwortungsübernahme ich faktisch beobachtet habe, sagten mir gegenüber:

“An solchen Leuten nimmt man sich kein Vorbild.”

Hier geht es, wie auch beim Konsumenten oder Menschen im Allgemeinen um Auflösung kognitiver Dissonanz. Ein menschlich-psychologisches Phänomen, das bizarrer Weise nicht zur Allgemeinbildung gehört. Allgemein wissen die wenigsten Menschen etwas über das Menschsein in Bezug auf neurophysiologische Phänomene wie Emotionen und Kognition und deren Verzerrung sowie auch soziale Beeinflussung.

Der fundamentale Attributionsfehler der Sozialpsychologie z. B. weist nach, dass menschliches Attributierungsverhalten von Verhalten anderer auf deren Persönlichkeit im Regelfall Schwachsinn ist, weil wir Menschen eher durch die (soziale) Situation als durch unsere Persönlichkeit im Verhalten / Handeln geleitet sind. Zu Regulation und Ausschöpfung von Emotionen und Kognition vergleiche den Artikel Selbstregulation.

Ich z. B. werde regelmäßig als Sozialist wegen einiger Artikel und als Sozialschmarotzer wegen meiner langen “Arbeitslosigkeit” in meist weniger konstruktiven Online- und Real-life-Situationen abgewertet. Aber meine Artikel greifen nun mal aktuelle Debatten wie Digitalisierung, Grundeinkommen, Nachhaltigkeit, CSR usw. auf, die Forderungen von Menschen nach mehr Gerechtigkeit in der öffentlichen Debatte sind, sodass ich Lösungsansätze erarbeite, die nun mal naturgemäß vom Ist-Zustand abweichen. Hier fließen zwar meine Werte indirekt ein, aber ich bin nicht mein Artikel. Der Artikel ist üblicherweise eine Anwendung fachlichen Wissens und nicht Argumentation entsprechend meiner Persönlichkeit.

Diese Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs, die meine Bildung im Kontext moderner Forderungen anwendet, um Wissen (vernetzte Information) zu bilden ist zum einen Arbeit an der Gesellschaft, wenn auch nicht vergütet, und damit ein Beitrag, der mich klar vom Sozialschmarotzer abgrenzt, und zum anderen eine Investition in meine Fähigkeit wirtschaftlich zu arbeiten, den mein Studium ist derartig informationslastig und breit, dass es Zeit braucht die Informationen gegeneinander abzuwägen und zu vernetzen.

Wie soll ich am Arbeitsmarkt auftreten, also mein Arbeitsangebot definieren, wenn ich nicht weiß, was meine Leistungsfähigkeit ist? Das die meisten Menschen behaupten man solle einfach etwas nehmen und sich hocharbeiten, ist weniger Zeichen von Verantwortungsübernahme, als von materieller Abhängigkeit und mangelnder Fähigkeit sozialen Druck auszuhalten und im Kontext der Volkswirtschaft ineffizient.

Würden sie sich mit Volkswirten auseinandersetzen, könnten diese Ihnen erklären, dass man sich gegen Widerstand als Arbeitnehmer für seine Faktorproduktivität einsetzen sollte: Sie sollten sich nicht unter Wert verkaufen. Es wird nie vernünftige Einstiegsjobs geben, wenn sich Absolventen nicht dafür einsetzen.

Ich könnte also argumentieren, dass Generationen von Absolventen mich “verraten” haben, weil sie den nächst besten Job wählten und so Unternehmen / Führungsstrukturen Macht zukommen lassen haben. In dieser Debatte hört man im Übrigen fast nie, dass Absolventen neues Wissen in Unternehmen tragen würden, wenn man ihnen verantwortungsvolle Positionen gäbe.

Viele Absolventen, die das durchschauen sind letztlich gezwungen Unternehmer aufzutreiben, die sie in verantwortungsvoller Position einsetzen (Start-ups, Kleinunternehmen mit Personalmangel). Solche Kontakte sind jedoch schwierig aufzubauen. Für Recruiter wäre es durchaus eine Überlegung wert, welche Konsequenz (Adverse Selektion) eigentlich die Machtausübung auf Absolventen hat – im Extremfall sammeln sich “Idioten” in Großunternehmen, die durch mangelnde persönliche Autonomie auffallen.

Unternehmen und CSR

In Bezug auf Verantwortung von Unternehmen stellt sich zunächst die Frage, wer das oder die Verantwortungssubjekte sind. Klar ist, dass Verantwortungssubjekte kulturell den Ehrbaren Kaufmann zum Ideal erarbeitet und früher auch vermittelt bekommen haben. Letztlich stellt sich die Frage, wie Verantwortung mit Möglichkeit vereint werden, da Verantwortung ohne Gestaltungsspielraum nicht tragbar und die Zuschreibung unfair wäre. Nach diesen Gesichtspunkten folgt die Gliederung dieses Abschnitts.

Verantwortungssubjekt

Nach deutschem Arbeitsrecht werden Führungskräfte dem Unternehmen zugeordnet und die Belegschaft dem Betriebsrat. Regulatorisch wird so eine theoretisch soziopathensichere Organisation des Kampfes etabliert. CSR und Verantwortung fordern aber, dass Führungskräfte und Belegschaftsvertreter keine Soziopathen und Opportunisten sind, sondern kooperieren. Letztlich sollte der Experte, der die Führung berät wohl eher Kooperationspartner als Widersacher sein. Anleitung zur Kooperation bietet der Artikel Kooperationsmanagement.

Gerade in Deutschland ist es aber üblich, sich auf sein Recht und explizite Verpflichtungen zu berufen und weitere Verantwortung von sich zu weisen – so mein Eindruck. Verantwortung wird an Institutionen delegiert. Dies korreliert auch mit Statistiken zur Reife von Erwachsenen, die mehrheitlich reaktiv-ängstlich anstatt proaktiv-visionär sind. Vgl. Anderson und Adams 2016. In Bezug auf Recht und unreflektierte Forderungen basierend auf einem “Recht” ist der Artikel Integration bestimmt aufschlussreich.

Wie dem auch sei, jedenfalls werden Führungskräfte dem Unternehmen zugeschrieben, und sind damit im Kontext von CSR die zentralen Subjekte der Verantwortung. Die Führungskräfte sind jedoch selbst hierarchisch vertikal und horizontal segmentiert organisiert, sodass sie Verantwortungs- und Einflussbereiche haben, die von oben koordiniert werden sollen. Damit liegt die Verantwortung für die Koordination beim obersten Management.

Dieses Verantwortungssubjekt, das oberste Management ist nicht unabhängig und auch rechtlich nicht legitimiert das Geschäft einzustellen (Kündigungsgründe), weil es aus gesellschaftlicher Sicht Schadschöpfung betreibt, die jedoch profitabel ist, in solchen Fällen kann es möglicherweise das Unternehmen wechseln.

In solchen Fällen wären also die Investoren verantwortlich unredliche Geschäfte nicht zu finanzieren und ein soziopathensicheres Rechtssystem würde diese Geschäfte verbieten. Hier käme also eine Verantwortung des Staates hinzu, die sich in Deutschland auf die Bundestags- und Bundesratsabgeordneten beläuft oder die richterrechtliche Konkretisierung von Eigentum verpflichtet. Für uns relevant sind die Geschäftsmänner, die als Führungskraft oder Investoren auftreten. Für sie wurde der Ehrbare Kaufmann als Ideal seit der europäischen Antike entwickelt und bis zum Nationalsozialismus auch gelehrt.

Ehrbarer Kaufmann

Nach Schwalbach und Klink 2015 (dieser Abschnitt folgt deren Darstellung) existiert ein Ehrbarer Kaufmann im engeren wie im weiteren Sinne. Dies erwächst der historischen Unterscheidung von innerer und äußerer Ehre. Die eine attributiert das Individuum sich selbst, während die andere das Umfeld dem Individuum zuschreibt. Der historische Begriff der Ehre wird heutzutage mit dem Begriff Verantwortung erfasst.

Der Ehrbare Kaufmann im engeren Sinne beschreibt die Eigenverantwortung. Aufbauend auf humanistischer Grundbildung benötigt jeder Ehrbare Kaufmann umfassendes wirtschaftliches Fachwissen. Neben der theoretischen Ausbildung kommt das praktische Wissen durch Tätigkeit in Unternehmen hinzu. Diese Bildung wird umschlossen von einem gefestigten Charakter der sich an Tugenden orientiert, die Wirtschaftlichkeit fördern:

“Redlichkeit, Sparsamkeit, Weitblick, Ehrlichkeit, Mäßigkeit, Schweigen, Ordnung, Entschlossenheit, Genügsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung, Reinlichkeit, Gemütsruhe, Keuschheit und Demut muss der Kaufmann in einem Lern- und Erziehungsprozess erwerben, um ein Ehrbarer Kaufmann zu werden.” – Schwalbach und Klink 2015, S. 189.

Dieser Charakter dient der eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit für ein erfülltes Leben mit langfristig ausgerichteter Geschäftstätigkeit. Er ermöglicht Geschäftsbeziehungen durch Vertrauen, welches durch Stärkung der eigenen Glaubwürdigkeit geschaffen wird. Der Ehrbare Kaufmann wird durch diesen Charakter vor unüberlegten Handlungen, um sich kurzfristig auf Kosten anderer Vorteile zu verschaffen (Opportunismus), geschützt.

“Im Ehrbaren Kaufmann sind Wirtschaft und Ethik nicht voneinander zu trennen, sie sind zu einer Einheit verschmolzen, mit dem Ziel erfolgreich zu wirtschaften (Wert zu schaffen)” – Schwalbach und Klink 2015, S. 189.

Ehrbare Kaufmänner entwickeln ein Verantwortungsbewusstsein für die Dinge, die ihren geschäftlichen Erfolg bedingen. Dies wird durch den Ehrbaren Kaufmann im weiteren Sinne erfasst. Zunächst geht es um das Verantwortungsbewusstsein auf Unternehmensebene, dann auch jenes gegenüber der Gesellschaft. Ersteres prägt seinen Alltag stärker als letzteres.

Auf Unternehmensebene geht es zunächst um Mitarbeiter, dann um Geschäftskunden und Lieferanten gefolgt von Investoren und Wettbewerbern. Mitarbeiter bedingen direkt den Erfolg und sollen fair und menschlich behandelt werden, wenn auch Disziplin und Leistung zu fordern ist. Geschäftskunden, Lieferanten und Investoren sollen nach den Grundsätzen des Ehrbaren Kaufmanns behandelt werden, mit dem Ziel langfristig gute Beziehungen zu ihnen aufzubauen und zu erhalten. Wettbewerbern soll der Ehrbare Kaufmann ein loyaler Konkurrent sein.

Kaufmänner verdanken der Gesellschaft die Grundbildung ihrer Angestellten, die öffentlich finanzierte Infrastruktur, die den Gütertransport ermöglicht und das politische System, das die Eigentumsrechte sichert. Dem Ehrbaren Kaufmann ist dies bewusst.

Er zielt auch darauf den Endkonsumenten zu schützen, weil deren Zufriedenheit zukünftige Verkäufe ermöglichen könnte, während unzufriedene Kunden den Ruf eines Unternehmens beeinträchtigen. Er stärkt die Gemeinde, weil er ihr sein qualifiziertes Personal zu verdanken hat. Der Ruf des Unternehmens in der Gemeinde wirkt zusätzlich auf die Motivation der Mitarbeiter. In Bezug auf die Öffentlichkeit verdankt er ihr, dass er seine Interessen bekunden kann und über seine gesellschaftlich bedeutsame Rolle aufklären kann. Ohne die soziale Marktwirtschaft wäre das Unternehmen gar nicht möglich. Rechtssicherheit wird durch das System geleistet.

“Eine politische Tätigkeit ist für den Ehrbaren Kaufmann nicht ausgeschlossen, um die wirtschaftlichen Interessen der Ehrbaren Kaufleute in der Regierung zu vertreten und um in der Politik das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu stärken.” – Schwalbach und Klink 2015, S. 190.

Letztlich kommt die Sphäre der Umwelt hinzu:

Als verantwortlich Entscheidender hat [der Ehrbare Kaufmann] auch die langfristigen Folgen für die Umwelt zu bedenken, mit Hinblick auf die nachhaltige Sicherung des Fortbestands des Unternehmens, auch über mehrere Generationen hinweg.” – Schwalbach und Klink 2015, S. 190.

Ökonomisch nachhaltige Strategien von Unternehmen

Ökonomisch nachhaltig waren in der jüngeren Vergangenheit (moderne Strategieforschung) vor allem Qualitätsführer oder Kostenführer. Zudem ist das Überleben von Unternehmen kritisch mit der Investition verknüpft. Vgl. Homburg und Krohmer 2009. Pragmatisch betrachtet können Unternehmen nur dann CSR-konform agieren, wenn das im Kontext des Wettbewerbs profitabel ist (Business Case for CSR). Vgl. Schreck 2015.

Schreck 2015, S. 73, Abb. 1 unterteilt Geschäfte nach gesellschaftlich erwünscht und ökonomisch sinnvoll in einer 2×2-Matrix:

Er erarbeitet dazu, dass Unternehmen durch CSR-Maßnahmen entweder Differenzierungs- oder Kostenvorteile erhalten müssen (intern) z. B. durch ökologische und / oder soziale Produktinnovation oder extern Chancen in Form von neuen Märkten bzw. Marktsegmenten und ethischen Kapitalmärkten erschließen bzw. Risiken in Form von Kundenabwanderung, Investorenabwanderung und Druck externer Anspruchsgruppen z. B. durch Wertewandel reduzieren müssen.

In Bezug auf die Konfliktfälle konstatiert er, dass sie in einen Business Case überführt oder unerwünscht und unprofitabel werden sollen. Während es Hilfe zum Konfliktmanagement gibt, ist unklar, wer die Konfliktparteien sind. Denkbar sind Subventionen für unprofitable, aber erwünschte Wertschöpfung sowie Steuern und Verbote für profitable aber unerwünschte Wertschöpfung durch den Staat. Interessant wäre aber auch den Grundsatz, Eigentum verpflichtet dahingehend zu konkretisieren, dass unerwünschte aber profitable Geschäfte zu sanktionieren sind. Dies könnte der Staat oder die Jurisdiktion bei entsprechender Klage hervorbringen. Letztlich können auch Innovationen möglicherweise Konfliktfälle lösen.

Grundsätzlich jedoch widersprechen diese Maßnahmen (abgesehen von Innovation) der Grundidee theoretischer CSR, freiwillig zu sein, sodass verantwortungsvolle Unternehmen sich hervortun können. Gleichwohl ist es gewachsene Erkenntnis, dass unsere Systeme soziopathensicher zu gestalten sind, weil eben Soziopathen und Opportunisten existieren, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

Hier könnten Transparenzregulierungen über Externalitäten von Wertschöpfung durch den Staat Wirkung über Konsumentenboykott dieser Unternehmen erzielen, was ein dynamischerer / flexiblerer Ansatz ist. Problematisch an diesem Ansatz ist jedoch, dass manche Konsumenten – insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Einkommensschere – gezwungen sind das billigste Produkt zu kaufen.

Moderne CSR

Der Corporate-Responsibility-Managementprozess (CR) nach Fries, Riess und Brink 2015 erfolgt in folgenden Phasen:

  1. Strategieentwicklung & Ziele.
  2. Governance & Organisation.
  3. CR-Maßnahmen.
  4. Messung.
  5. CR-Kommunikation.

Nach dem Corporate Responibility Index 2013 gibt es zentrale Abweichungen von den Erfolgskriterien für die Phasen des Managementprozesses, sodass folgende Empfehlungen zentral waren:

  • CR sollte in die Gesamtstrategie und das Kerngeschäft implementiert werden.
  • CR bedeutet in einen aktiven Dialog mit allen Stakeholdern zu treten.
  • CR sollte in der gesamten Wertschöpfungskette und allen Geschäftsprozessen wirksam werden, also kulturell oder per Durchgriffsrecht der CR-Verantwortlichen.
  • CR sollte mit regelmäßigen Messungen und Prüfungen einhergehen.

Diese Empfehlungen zeigen, dass Unternehmen mit CR hadern. Auch eine Orientierung an Benchmarks zeigt das Unternehmen eher versuchen nicht die schlechtesten im Bereich CR zu sein, als die Besten.

Kritische Reflektion

Die Verantwortungssubjekte der Unternehmen, also die Führungshierarchie sind Menschen die mit dem Ideal des Ehrbaren Kaufmanns im Hinterkopf zwischen den Stakeholdern vermitteln sollen. So erarbeitete Kompromisse sollen durch CR-Management in der gesamten Wertschöpfungskette etabliert werden.

Konsenslösungen der Stakeholder und Unternehmen sind vielleicht in ferner Zukunft durch neue oder massiv restrukturierte Unternehmen mit entsprechendem strukturellen Eingriff der internationalen Gemeinschaft denkbar – Unternehmen sind eher träge und pfadabhängig. Konstruktive Ansätze dazu bieten folgende Artikel:

  1. Herstellung von Konvergenz,
  2. Nachhaltiger Kapitalmarkt und
  3. Utilitismus.

Für nachhaltigkeitsorientierte Konsumenten bietet folgender Artikel eine Entscheidungshilfe für nachhaltige Kaufentscheidungen.

Wir konnten sehen, dass Unternehmen erwünschte Wertschöpfung, die unprofitabel ist, nicht leisten können und profitable, aber unerwünschte “Wertschöpfung” nicht fundamental aufgeben können. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Verantwortungssubjekte sind hier beschränkt.

Strategisch konnten wir sehen, dass Qualitätsführer durch CSR Differenzierungsvorteile erzielen können, was zumeist bedeutet, dass die Konsumenten eine höhere Zahlungsbereitschaft haben, und dass Kostenführer durch CSR-Maßnahmen Kostenvorteile erzielen müssen. Beides kann auch durch Vorteile an ethischen Kapitalmärkten realisiert werden. Auch hier sind die Gesaltungsmöglichkeiten der unternehmerischen Verantwortungssubjekte beschränkt.

Es konnte gezeigt werden, dass Transparenzregulierung über Wirkung auf die Konsumenten letztlich Investoren und unternehmerische Verantwortungssubjekte und die Belegschaft zu Anpassung an moralische Forderungen der Gesellschaft per Boykott oder ethischer Selbstbindung von Banken treiben können.

Derartige Regelungen sind jedoch freiwillig und werden nicht von allen Menschen getragen, sodass z. B. bei amoralischen Geschäftspraktiken Soziopathen oder Opportunisten Informationen verheimlichen und weniger wohlständige Personen zum Kauf “verpflichtet” sind. Hier ist es klassische Staatsaufgabe durch Subventionen, Steuern, Gebote und Verbote regulatorisch in die soziale Marktwirtschaft einzugreifen, sodass soziopathensichere Systeme in der Jurisdiktion durchgesetzt werden können.

In Bezug auf Großunternehmen und Holdinggesellschaften finden Elitenforscher Netzwerke, die wie Seilschaften Führungspositionen vermitteln, sodass normale Bürger als Leistungsträger ab einer gewissen Karrierestufe nicht mehr befördert werden. Diese Führungselite verfügt wohl über private Bildung und ist auch durch Vermögen wohl anders aufgewachsen als der Großteil der Bevölkerung.

In einem solchen Kontext zum Ehrbaren Kaufmann herangezogen zu werden entzieht sich den öffentlichen Bildungsinstitutionen und auch dem lebenspraktischen Bezug zu den Problemen einer Gesellschaft. Derartige Führung kennt auch die Unternehmensabläufe eher auf hohem Abstraktionsniveau durch Zahlen, Produkte und Berichte, statt durch Erfahrung in der Unternehmenstätigkeit, sodass der Bezug zum Menschen im Unternehmen den Eindruck der Instrumentalisierung und Verdinglichung hinterlässt.

In Gesprächen mit Rentnern wurde mir vermittelt, dass zu einem gewissen Zeitpunkt in Deutschland menschliche Gemeinschaft in der Belegschaft bewusst sabotiert wurde. Mit der Konsequenz heutiger Isolation der Mitarbeiter. Mir fehlt es jedoch an Erfahrung, um das einschätzen zu können. Vergleiche folgenden Artikel zur Isolation, der versucht die Theorie zu beschreiben.

Fazit

Verantwortung bedeutet für Führungskräfte die Stakeholder (Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Investoren, Wettbewerber, Saatsakteure und externe Stakeholder, wie Medien, NGOs und Interessensgruppen) in Dialoge einzubinden, um Kompromisse zu erarbeiten.

Es kann jedoch nicht von Unternehmen erwartet werden jetzt unerwünschte Produkte und Dienstleistungen vom Markt zu nehmen, ohne die Chance zur langfristigen Innovation / Restrukturierung geboten bekommen haben, wenn das die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens gefährdet. Das liegt außerhalb der Möglichkeiten von Führungskräften. Ein solcher Schritt kann lediglich von Konsumenten und Eigentümern realisiert werden oder durch gesetzliches Verbot – mit der Konsequenz von Arbeitsplatzverlusten. Diese Personen sind dort in der Verantwortung.

Ein wesentlicher Schritt Verantwortung durch Konsumenten zu ermöglichen, ist Transparenzregulierung bezüglich der Nachhaltigkeitsdimensionen sozial, ökologisch und ökonomisch. Derartige Regulierung ist national nur zu gewissen Grenzen realisierbar, besser wären internationale Vereinbarungen.

Als Wirtschaftssubjekte Europas können wir mit dem Ehrbaren Kaufmann auf ein gewachsenes und verloren gegangenes Kulturgut zurückblicken, das wir wiederaufleben lassen können. Hier geht es um Fachwissen und Charakter im engeren Sinne und Verantwortung auf Unternehmens- und Gesellschaftsebene im weiteren Sinn.

Der CR-Managementprozess erfolgt in den Phasen:

  1. Strategieentwicklung & Ziele.
  2. Governance & Organisation.
  3. CR-Maßnahmen.
  4. Messung.
  5. CR-Kommunikation.

Und soll letztlich Differenzierungs- oder Kostenvorteile ermöglichen, wenn nicht die Wettbewerbsfähigkeit regulatorisch oder kooperativ koordiniert wird. Letzteres könnte in einigen Fällen kartellrechtlich problematisch sein.

Während im Kapitalismus letztlich die Individuen ihre Vorlieben zum Ausdruck bringen können sollten, kann der Staat die Privatautonomie aus Kollektivinteressen begrenzen und Zwangsentscheidungen entsprechend der Möglichkeiten, die Sachzwänge offen lassen, verhindern oder abmildern. Somit trägt jeder Bürger eine Teilverantwortung in Bezug auf seinen Wirkungskreis, wie Arbeit, Konsum, Investition sowie politische und ehrenamtliche Aktivität.

Anderson, R. J. und Adams, W. A. 2016: "Mastering Leadership - An Integrated Framework for Breakthrough Performance and Extraordinary Business Results".
 
Bergius, S. 2015: "CSR und Finanzmarkt - Investoren fordern ESG-Leistungen und Transparenz von Unternehmen", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

Fries, A.; Riess, B. und Brink, A. 2015: "CRI Corporate Responsibility Index 2013 - Erfolgsfaktoren unternehmerischer Verantwortung", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

Homburg, C. und Krohmer, H. 2009: "Marketingmanagement - Strategie - Instrumente - Umsetzung - Unternehmensführung".

Schreck, P. 2015: "Der Business Case for Corporate Social Responsibility", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

Schwalbach, J. und Klink, D. 2015: "Der Ehrbare Kaufmann als individuelle Verantwortungskategorie der CSR-Forschung", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

Sednak, C. 2015: "CSR - eine humanistische Sichtweise", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

Suchanek, A. 2015: "Vertrauen als Grundlage nachhaltiger unternehmerischer Wertschöpfung", in "Corporate Social Responsibility - Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis", Hrsg.: Schneider, A.; Schmidpeter, R..

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