Freier Wille

Das Buch, Fühlen, Denken, Handeln von Gerhard Roth diskutiert eine Abwesenheit des freien Willens, weil neuronaler Zufall überhaupt nicht maßgeblich in der Gehirnverarbeitung wäre. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass wir einen (eingeschränkten) freien Willen besitzen und insbesondere das Spiel wichtig für jung und alt ist. Das möchte ich Ihnen in diesem Artikel begründen!

Verstärkung neuronaler Zufälle

Zur Argumentation von Gerhard Roth ist anzumerken, dass neuronale Schaltungen insbesondere durch rückläufige Nervenverbindungen wie Integralglieder in der Regelungstechnik wirken können. Integralglieder in der Regelungstechnik summieren einfach Signale auf. Damit kann insbesondere ein neuronales Netzwerk aus wenig Eingangsdaten eine Verstärkung hervorbringen. Fraglich ist aber, ob eine Nervenzelle neuronalen Zufall in Aktionspotentiale übersetzen kann? Dies ist theoretisch zu bejahen, insbesondere, wenn die Nervenzelle an einer kritischen Schwelle für Aktionspotentiale angeregt ist und dann Zufälle über Aktionspotentiale entscheiden. Zusammengenommen ist es also theoretisch denkbar, dass neuronale Zufälle verstärkt werden und bis hin zur Handlungsrelevanz gereichen. Aber die Diskussion ist eigentlich fehl am Platz, da es genug Zufälle für uns gibt, die wir nicht als deterministisch erfahren.

Zufälle und Monte-Carlo-Simulation

Um uns Menschen herum existieren genug Zufälle symbolischer Art, die es erlauben, uns zu inspirieren. Insbesondere können Zufälle genutzt werden, um Monte-Carlo-Simulationen hervorzubringen. Monte-Carlo-Simulationen nutzen zufällige Eingangssignale, die entsprechend einer Verarbeitungslogik (Funktional) verarbeitet werden und dann Ergebnisse produzieren, die man auf Eignungen entsprechend seiner Ziele hin untersuchen kann. Der Mensch hat zumindest einen freien Willen dadurch, dass er Szenarien simulieren kann und dann gegen sein subjektiv wünschenswertestes Szenario konvergiert. Damit können wir z. B. erklären, wie auf gleichartige Situationen doch verschiedene Handlungen entstehen: der Mensch hat einen zumindest eingeschränkten freien Willen!

Eigenschaften unseres freien Willens

Unser freier Wille ist psychologisch und nicht logisch! Insbesondere würde man logisch argumentieren, dass Zeitdruck eine wesentliche Beschränkung unseres freien Willens ist, was auch zu einem maßgeblichen Anteil (vgl. Straffähigkeit und Vorsatz) der Fall ist, aber psychologisch sind wir aktiver in der „Reflektion“ / Simulation, wenn wir emotional involviert sind oder Handlungsdruck verspüren (Vgl. Affect Infusion in Homburg und Krohmer: Marketingmanagement).

Damit ist unser freier Wille am performantesten in Bezug auf wichtige Angelegenheiten unter gebührlichem zeitlichen Druck! Insbesondere massiver Zeitdruck führt zu eher unüberlegtem Verhalten!

Freier Wille unter hohem Zeitdruck

Unter hohem Zeitdruck folgen wir unseren erstbesten Impulsen und sind als Menschen auch evolutionär entwickelt, um recht sinnvolle Handlungen zu realisieren, die unser Überleben und unsere Vermehrung sicherstellen! Aber wir können auch auf „Intuitionen“ zurückgreifen, die sich aus Vorbereitungen ergeben. Intuitionen entwickeln sich, wenn man Erfahrungen rund um ein Thema oder eine SItuation erlernt, wie z. B. bei einem Feuerwehrmann. Damit haben wir eine theoretische Option insbesondere vorbereitend zu simulieren, was auch viel durch z. B. Ängste geschieht. Insbesondere sind wir aber nicht in der Lage uns auf alles vorzubereiten aus Zeit- und Motivationsgründen, sondern es braucht eine Nähe zur Problemstellung: Menschen entwickeln sich eher mit ihren individuellen Aufgaben und Themen, als das sie eine Simulation aller Eventualitäten hervorbringen. Wir sind als Menschen kognitiv und vermutlich auch in einigen Emotionen (vgl. emotionale Konditionierung in Gerhard Roth: Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern).

Was tun, wenn man keine Lösung kennt?

Wenn wir Menschen einen Rat geben wollen oder selber nach Lösungen für ein Problem suchen und nicht wissen, was eine denkbare Lösung sein kann, dann haben wir die Option überhaupt wünschenswerte und weniger wünschenswerte Szenarien zu kreieren bzw. zu kommunizieren. Ein Mensch kann, wenn er Zeit hat und nicht weiter weiß über diverse versuche (zufällige) Szenarien zu bilden, versuchen gegen eine Entscheidung zu konvergieren. Hierbei ist insbesondere das, von vielen Erwachsenen vernachlässigte, Spielen von besonderer Bedeutung, da uns Vergegenwärtigungen mit Symboliken und auch das bloße Aufsuchen von anderen Orten (sei es auch fiktiv) sowie Phantasien helfen, auf neue Szenarien zu kommen: viele Innovationen entstehen bei Spaziergängen mit plötzlichen einfällen und Kinder sind im allgemeinen kreativer als Erwachsene. Wenn Sie die Lösung nicht kennen und auch keine Szenarien Ihnen einfallen, können sie überhaupt auf andere Aspekte hinweisen, wie Suchrichtungen, Abwechslungen oder einfach Inspirationen.

Fazit

Der Mensch hat einen (eingeschränkten) freien Willen und ist unter Berücksichtigung von insbesondere Vorsatz und Zeitdruck, aber auch Handlungsoptionen, straffähig! Stimulationen von Szenariobildung auch zufälliger Art können uns helfen profunderen Willen zu bilden! Es ist nicht erwartbar, dass wir alles vorbereitend simulieren und dann erinnern, sondern wir sind viel mehr kognitiv (und emotional) entwickelte Individuen! Mal rausgehen und spielen ist auch für Erwachsene empfehlenswert!

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Arbeitslosensicherungen für Europa

In Bezug auf Arbeitslosensicherungen haben wir moderner Weise unterschiedliche Strömungen, die gesellschaftlich um Durchsetzung ihrer Interessen streben:

    1. Eine Gruppe sieht Arbeit als gesellschaftliche Pflicht und als gesellschaftlichen Beitrag in einer Situation internationalen und marktbezogenen Wettbewerbs, in welchem wir für unseren materiellen Wohlstand zu kämpfen haben (Leistungsgesellschaft). Aus dieser Perspektive sollen wir „Arbeitsmotivation“ hervorbringen, indem Arbeitslosensicherungen im Wesentlichen verhungern, Obdachlosigkeiten und Arbeitssuche absichern (Drucksystem).
    2. Eine andere Gruppe will endlich mal Sicherheit haben, um sich frei entfalten zu können, um zu machen, was sie will (Sicherheit und intrinsische Motivation). Sie stellt insbesondere die Fragen, ob wir nicht wohlständig genug sind, ob Technologien nicht unsere Versorgung automatisiert ohne (viel) Arbeit sicherstellen können, ob wir nicht suffizienter Leben sollten und ob der Lebenssinn nicht in der Selbstverwirklichung liegt?
    3. Eine dritte Gruppe will es ermöglichen, möglichst individuelle Entscheidungen über Wohlstand und Arbeit zu treffen und möchte insbesondere hinreichend angenehme Arbeitslosensicherungen, um den Jobwechsel / die Jobsuche zu stimulieren (Individuelle Arbeitsmärkte).

Ich selber bin zerrüttet zwischen den Positionen und analysiere das Thema vor dem Hintergrund einer Befreiung oder des Sich-Abfindens, um zufriedener zu werden: Was ist ihre Position, sind Sie auch mit sich uneins?

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Leistungsgesellschaft

Eine europäische Arbeitslosensicherung, die dem Gedanken der Leistungsgesellschaft bzw. dem Bedarf Arbeiten zu müssen in internationalem und branchenbezogenem Wettbewerb verpflichtet ist, besteht aus folgenden Elementen:

  1. Eine negative Einkommenssteuer, die bei Einkommen-Null automatisch ausgezahlt wird und sich bei höheren Einkommen gegen eine positive Einkommenssteuer entwickelt, kann viel bürokratischen Aufwand einsparen und stellt sicher, dass keine z. B. Obdachlosigkeit aufgrund von verpassten Anträgen eintritt, wie es häufiger bei psychischen Erkrankungen passiert.
  2. Eine Arbeitslosensicherung sollte nicht mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, weil sonst nicht genug Druck zum Arbeiten aufgebaut wird. Sie kann aber mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, wenn höhere Beträge z. B. als Bildungscoupons ausgezahlt werden, nicht jedoch als Gelder.
  3. Zwischen europäischen Nationen (Währungsunion) kann die Auszahlungshöhe bei Einkommen-Null variieren, um Arbeitsmigration sinnvoll zu lenken.
  4. Eine europäische Arbeitslosensicherung sollte Transfers zwischen Mitgliedsländern nutzen, um Stabilitätsmechanismen zu haben.
  5. Es sollten – meiner Meinung nach – algorithmische Verfahren zum Matching von zentralisierten Stellenausschreibungen verwendet werden, die Anforderungen an Bewerber und deren Motivationen und Qualifikationen matchen. Dabei sind Arbeitnehmer für einen Mindestzeitraum anzunehmen und können nur bei wichtigen Gründen gekündigt werden. Details zu diesem Verfahren finden sie im Artikel, Inklusion am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte

Eine Arbeitslosensicherung aus Perspektive möglichst individueller Arbeitsmärkte, will es erleichtern, denn Job zu wechseln und nutzt:

  1. Angenehmere Arbeitslosensicherung mit höherer materieller Versorgung, statt Systeme der bewussten Qual und
  2. Motivation von Kündigungen zum Jobwechsel durch den Arbeitnehmer statt Sperren.
  3. Ansonsten ist die Arbeitslosensicherung vergleichbar mit der der „Leistungsgesellschaft“.

Arbeitslosensicherung aus Perspektive der Sicherheit und intrinsischen Motivation

Sicherheit und die Freiheit von einem andauernden Mangelzustand erinnern uns an unsere früheren Habitate, deren Bewirtschaftung uns versorgt hat: war die Arbeit am Feld und Haus getan, hatten wir Freizeit. Heutzutage haben wir eine abstrakte Versorgung, die kein Ende kennt. Menschen dieser Gruppe träumen davon, dass die Arbeit nicht alles dominierend ist und wir wieder mehr Freiheit haben. Weiterhin stellen sie diverse moderne Fragen, ob wir nicht überhaupt erst von Wohlstand sprechen können, wenn wir (weitgehend) befreit sind von Zwängen? Wenden wir uns den einzelnen Fragen zu:

Sind wir nicht wohlständig genug für Sicherheit und Freiheit?

Während die einen befürchten, dass das System zusammenbricht, wenn es keinen Druck mehr gibt, zu arbeiten, argumentieren die anderen, dass dann intrinsische Motivation entsteht, Beiträge zu leisten und die wirklich erforderliche Versorgung uns schon alle noch was angehen wird. Es liegt hier ein eher moderneres Menschenbild vor, dass wir emotionale und kognitive Motivationen haben, und damit nach etwas strebend sind: es entsteht menschentypische (freiwillige) Arbeitsmotivation bzw. Selbstverwirklichung und Kulturblüte. Abgeschwächte Varianten sind z. B. eine drastische Reduktion der Arbeitszeiten durch internationale Kooperation (Vgl. Habitatsüberlegungen), Suffizienz und / oder Automatisierung der wirklich relevanten Versorgung.

Können wir nicht schon ein automatisiertes Versorgungssystem realisieren?

In dieser Gruppe wird das Thema der Digitalisierung aus einer anderen Perspektive beleuchtet: die Frage ist nicht, ob wir effizienter für unseren finanziellen Wohlstand werden können, wie in der allgemeinen Ökonomie, sondern ob wir hinreichende automatische Versorgung realisieren können, die ein Leben mit hinreichender Suffizienz für alle ermöglicht, ohne dass wir arbeiten müssen. Der Gedanke betrifft nicht eine hochtrabende Digitalisierung, sondern eine Frage, ob wir hinreichende Versorgung mit hinreichender Automatisierung realisieren können, wenn wir uns suffizient zufrieden geben. Diese Gruppe hat dabei auch die Nachhaltigkeitsfragestellungen im Kontext des ewigen BIP-Wachstums im Auge, die im Wesentlichen bedeuten, dass wir Welthunger riskieren, wenn wir Ökosysteme kompromittieren, Lebensdauer reduzieren, wenn wir Umweltgifte einbringen und Lebensqualitäten reduzieren, wenn wir denaturieren. Eine Beispielkonzeption, Utilitismus zeigt der folgende Artikel: Sozialkapitalismus im IT-Zeitalter (Utilitismus).

Fazit

Wir stehen an einem Umbruch in unserer Währungsunion, ob wir insbesondere moderne Technologien nutzen, um andere Arbeitsvermittlung und Arbeitslosensicherungen zu realisieren. Anhänger der Leistungsdruckgesellschaft befürchten den Systemzusammenbruch ohne Arbeitsdruck, Anhänger des Individualismus wollen die Suche nach guter Arbeit erleichtern und Anhänger der Sicherheit und intrinsischen Motivation fordern, sich zu entspannen, dass das System die wirklichen Notwendigkeiten schon noch kooperativ gestämmt bekommt und sich in einer Kulturblüte entfalten will. Einige haben dabei die Automatisierung einer hinreichenden Versorgung mit im Wesentlichen Nahrung, Wohnung und Mobilität im Auge. Wie stehen Sie dazu? Diskutieren Sie doch ihre Ansicht in den Kommentaren

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Antidiskriminierung in Unternehmen

Die zentrale Diskriminierung in Unternehmen, die sich fatal gegen unser aller Leben stellt, ist die logische Betrachtung der biologischen gebärfähigen Frau als „Komplikation“ im Wettbewerb unsolidarischer Unternehmen (Intrabranchen Gender Pay Gap), aber es befindet sich auch eine Frauen-Quote im Gespräch und wir beobachten auch ein Interbranchen Gender Pay Gap. Dieser Artikel legt Modelle zur Lösung vor!

Intrabranchen Gender Pay Gap

Die brachiale Härte des unsolidarischen Wettbewerbs zwischen Unternehmen betrachtet unser aller lebensstiftende Quelle, die Vulva als „Komplikation“, da Ausfallzeiten der werden Mutter und der Mutter mit dem Kleinkind ökonomisch Kosten und entgangenen Umsatz bedeuten respektive bedeuten können. Neben dieser sachlogischen Unannehmlichkeit gibt es auch Verhandlungen von unvollständigen Verträgen zwischen Arbeitnehmern*Innen und Arbeitgebern*Innen bei denen sonstige Flexibilitäten gegen Einkommen getauscht werden könnte und wahrscheinlich auch blanke Diskriminierungen der Frauen und anderer aus höchstwahrscheinlich Vorurteilen heraus.

Anders als bei vielen anderen Fragestellungen der Diskriminierung in Unternehmen haben wir aber beim biologischen Intrabranchen Gender Pay Gap objektive Kriterien, die Geburt um anzusetzen. Hierzu braucht es eine Form der Umlage, die Frauen und Männer für Unternehmen unterschiedlich teuer macht, aber gleiches Einkommen für gleiche Arbeit für die Arbeitnehmer*Innen darstellt. Eine solche Umlage kann auch darin bestehen, den Mann zu gleichen Ausfällen zu zwingen, sodass Frauen und Männer bis auf die individuellen Verhandlungen gleich teuer bzw. riskant sind.

Momentan haben wir eine im Haushalt verhandelte annähernde Gleichsetzung der Ausfallzeiten durch die Elternzeit für Väter. Und diese Regelung wollen verbundene Frauen verbindlicher eingerichtet haben, sodass das biologische Intrabranchen Gender Pay Gap wirklich gelöst wird und Kinder auch besser väterlich versorgt werden. Aus Sicht einer Umlage, wäre bei ausbleibender Elternzeit des Vaters eine Umlage fällig! Dies ist derzeit noch eine Lücke: die Vulvafrau und Mutter kann noch benachteiligt werden. Besonders elegant an der bisherigen Lösung ist, dass übrige Verhandlungen nach Auflösung der biologischen Diskriminierung, flexibel bleiben. Hier laufen wir aber in der Breite der Bevölkerung noch Gefahr vorurteilsbasierte Diskriminierung ungelöst zu hinterlassen.

Interbranchen Gender Pay Gap

Ökonomen, wie ich, sagen: Es gibt ein Lohn- und Gehaltsgefälle zwischen kapitalintensiven und arbeitsintensiven Branchen und Frauen scheinen eine Präferenz zu haben in arbeitsintensiven Branchen zu arbeiten, die weniger finanzielle Spielräume haben. Das klingt sehr unanagenehm bedeutet aber recht anschaulich formuliert, dass sie, wenn sie Produkte verkaufen, Entwicklungsleistungen auf ein mit Maschinen also Kapital replizierbares Produkt umrechnen, dass an Massenmärkte verkauft wird. Eine Preiserhöhung einer Massenware um einen im Kauf unbedeutenden Cent kann beträchtliche finanzielle Freiräume bedeuten. Dienstleistungen im Bereich eins zu n mit kleinem n bzw. eins zu eins sind hingegen wesentlich weniger preiselastisch aus Perspektive der finanziellen Spielräume der betreffenden Unternehmen: eine Preiserhöhung, um gleiche Finanzsummen übrig zu haben, bedeutet gleich Preiserhöhungen um Euros oder hunderte von Euros: es ist weniger finanzieller Spielraum in Dienstleistungen!

Warum gerade Frauen eher Dienstleistungen wählen, kann individuelle genetische, sozialisierte oder situative Gründe haben, über die wir wenig sagen können, weil wir sie empirisch über Zwillingsstudien in getrennten Umfeldern nur wenig gut erforschen können. Es bildet sich eine inhomogene Gruppe von Frauen und Männern mit individuellen Präferenzen, die wir berücksichtigt haben wollen.

Ich habe mal gehört, dass Frauen vorwiegend heilende Berufe präferieren und hier kommen neben der Dienstleistungstätigkeit noch Verhandlungen der Preise in Krankenkassenverbänden und Klinikvertretungen zusammen. Zentralisierte Verhandlungen sind häufig härter, als Verhandlungen an einem Produktmarkt mit tausenden von potentiellen Kunden*Innen.

Wir können Frauen empfehlen produktbezogene Tätigkeiten mehr zu berücksichtigen, wollen sie aber nicht zwingen Tätigkeiten zu verüben, die ihren Präferenzen nicht entsprechen: das Interbranchen Gender Pay Gap ist resultat von Marktgegebenheiten, für die wir uns entscheiden, weil sie uns wünschenswert erscheinen, aufgrund der besseren Passung der Tätigkeiten!

„Frauen“-„Quote“

Grade beim Thema der Frauen-Quote sind wir mit einem Dilemma konfrontiert: es gibt Beschwerden zu einem „Gläsernen Deckel“ der Karriere von Frauen und andern wie z. B. People of Color and Voice oder auch sexuellen Orientierungen sowie Behinderungen und Erkrankungen, aber wir wollen auch nicht Personen zwingen, die es vermeiden wollen, Führungskräfte zu werden, aufzusteigen. Wir bräuchten also eine gut gewählte Quote in einer Mitte! Leider haben wir dabei keine Möglichkeit bekundete oder tatsächliche Präferenzen zu erheben, da sie bei Relaxation von Ehrlichkeit unglaubwürdig sind: Wählen wir eine möglichst hohe Quote um uns die Chance offen zu halten, Führungskräfte ohne Leistung zu werden, ist der Anreiz dem viele Frauen und andere erliegen.

Weiterhin wäre eine Quote für einen diskriminierten Personenkreis überhaupt mit regionalen fachlichen Verteilungen solcher Gruppen abzustimmen, da wir nicht faire Quoten wählen können übergreifend für Regionen mit hohen Grundgesamtheiten und niedrigen Grundgesamtheiten von z. B. People of Color and Voice: Antidiskriminierungsquoten sind regional und auch von Zuzügen und Abwanderungen betroffen!

Überhaupt Diskriminierungen zu messen ist annähernd mit meinem Sozialindikator möglich (Vgl. SuscisionHelper) und ermöglicht eine dynamische Umlage, die auch irgendwann „weißen, gesunden, heterosexuellen Männern“ zugute kommt.

Nach Beratschlagung mit mir, der die ökonomische Kritik hervorbringt, dass insbesondere Quoten sehr starre Regelungen sind, lassen sich verbundene Frauen überzeugen, dass wir eine Umlage brauchen, sodass Diskriminierte Personengruppen günstiger für die Unternehmen als Führungskräfte sind und übrige Gruppen, also z. B. Männer teurer sind, während beide Gruppen das selbe Einkommen für gleiche Tätigkeit erhalten! Eine solche Umlage stellt Frauen z. B. nur vor Einkommenszuwachsanreize, zwingt sie aber nicht, Führungskraft zu werden, wie eine Quote es tun würde.

Diskriminierung gegen Diskriminierungen

Um überhaupt Diskriminierungen bei Einstellungsentscheidungen zu konterkarrieren, kann man in der Arbeitslosensicherung bevorzugt diskriminierte Individuuen qualifizieren, sodass die ansässigen Unternehmen eher solche Personen bevorzugen müssen.

Solches hereinlancieren von potentiell und wahrscheinlich diskriminierten Personen aber eventuell auch bezüglich der Führungskräftediskriminierung, sollte nach Meinung von verbundenen Frauen insbesondere durch coachende Antidiskriminierungsbeauftragte, insbesondere auch in kleinen Unternehmen, begleitet sein, um professionelle Unterstützung bei höheren Belastungen fachkundig zu unterstützen!

Offene Fragestellungen

Wenn wir solche nationalen oder insbesondere europäischen Standards setzen, müssen wir sie international absichern durch Liefer- und Importgesetze, die wir in internationaler Kooperation insbesondere mit den USA, Canada, Australien, Groß Britannien und Neuseeland abstimmen. Wie solche Regulationen im Detail zu konfigurieren wären, konnte nicht erarbeitet werden.

Das Thema der Deutungshoheiten von Entscheidungsträgern und / oder Entscheidungsorganen konnte noch nicht wirklich betrachtet werden, da die Diskussion um demokratische Unternehmen noch nicht weit gediehen ist (Vgl. Demokratieunternehmen).

Es verbleibt weiterhin das Intrabranchen Gender Pay Gap aufgrund von Vorurteilen ungeklärt.

Fazit

Umlagen zwischen Diskriminierten als begünstigte und Priviligierten als benachteiligte der Umlage können, in Bezug auf biologische Diskriminierung der Frau und auch bei der sogenannten „Frauen-Quote“, helfen. Frauen ist daran gelegen über Elternzeit des Vaters, das Kind / die Kinder besser zu versorgen! Das Interbranchen Gender Pay Gap lässt den Ruf der Männer erklingen, sich doch bitte in den MINT-Fächern einzufinden, wenn man mehr Geld haben möchte, es macht uns eher Spaß! Diskriminierungen gegen Diskriminierungen durch Qualifikation ist etwas, was das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in der Hand hat, neben unabhängigen Erhebungen von feministischen Sozialindikatoren.

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Inklusion am Arbeitsmarkt

Ein wichtiges Kriterium für Wohlfahrt ist Pareto-Effizienz. Eine paretoeffiziente Verhandlung liegt vor, wenn keiner der Verhandlungspartner mehr besser gestellt werden kann, ohne das jemand anderes schlechtergestellt wird. Paretoeffiziente Verhandlungsergebnisse hängen von den Rechten ab, auf denen die Verhandlung basiert: Früher war rauchen erlaubt und man rauchte in Gaststätten, heute haben die Nichtraucher Vorzug und man raucht außerhalb der Gaststätten und auch anderer Gebäude.

Was sind Szenarien für Rechte am Arbeitsmarkt?

Im Status quo haben Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen, es sei denn sie sind arbeitslos, ein Recht sich ihre Arbeitgeber*Innen und Arbeitnehmer*Innen frei auszuwählen, während arbeitslose sich bewerben und annehmen müssen.

Man kann also Arbeitnehmer*Innen und Arbeitgeber*Innen zur Anstellung verpflichten, aber sinnvolle Konfigurationen sind beidseitige Annahmepflichten oder Abwesenheit beidseitiger Annahmepflichten: Beidseitige Annahmepflichten für geeignetes Personal fördert insbesondere Inklusion und reduziert Aufwand am Arbeitsmarkt.

Beidseitige Annahmepflichten

Kann geeignetes Personal einer Stelle zugeordnet werden, können Mitarbeiter*Innen per Los einer Stelle zugeordnet werden, die sie und auch die Arbeitgeber anzunehmen haben. Kritisch ist es dabei Matchingverfahren hervorzubringen, die maschinell und / oder von neutralen Beobachtern Passungen bestimmen. Für eine Arbeitsagentur kann das bedeuten Passungen zu lancieren und dabei gegen Diskriminierungen zu diskriminieren durch z. B. Fortbildung von Behinderten.

Qualifikationsmessung

In einem Matchingszenario mit Matching als öffnetlichem Gut verantwortet von einer öffentlich-rechtlichen Institution, liegt die Qualifikationszertifizierung als öffentliches Gut vor, d. h. sie wird öffentlich erbracht. Dabei können viele Dimensionen gemessen werden, wie neuronale Leistungsfähigkeiten, körperliche Leistungsfähigkeiten, abgelegte Prüfungen (Information), abgelegte Prüfungen (Wissen), abgelegte Prüfungen (Methoden) und abgelegte Prüfungen (Fertigkeiten). Erfahrungen in Tätigkeiten müssten weiterhin von Arbeitgebern in Zeugnissen bestätigt werden. Besonders schwierig zu erfassen sind Motivation, Soft Skills, Sozialität und Moral. Diese wären mit Assessment Centern und Praxiszeugnissen zu bestätigen. Anhand eines abgeschlossenen aber durchaus mitwachsenden Kriterienkatalogs können Stellenkriterien und Kompetenzen gematcht werden. Dabei sind auch Arbeitszeitangebote, Gehaltsvorstellungen und Regionalität berücksichtigbar und es finden normale Verhandlungen über Gehaltsspannen statt.

Exkurs zum Arbeitszeitangebot: Während das Arbeitszeitangebot häufig per Vertrag im Vorhinein definiert wird, sind Arbeitsverträge unvollständig und es findet eine retrospektive Arbeitszeitbestimmung faktisch statt. Es ist mithin fraglich, ob Zeitbestimmungen in Arbeitsverträgen nicht z. B. kontinuierlich zu verhandeln sind.

Unvermittelbarkeitsanträge

Eine besondere Klage rund um das Thema „irgendwen“ geeigneten in ein Unternehmen gesetzt zu bekommen, um Inklusion und Arbeitsmarktaufwände zu reduzieren, aber auch Transitionszeiten zu beschleunigen und Schwarzarbeit zu konterkarrieren, liegt darin begründet, dass man sogenannte Soziopathen loswerden wollen würde. Hier könnte man Anträge auf Unvermittelbarkeit begründen und stellen, die eine Arbeitssperre bedeuten und z. B. auch Therapien einfordern um eventuell wieder zugelassen zu werden. Eine solche Soziopathenhandhabe finden viele letztlich wesentlicher, als ihre Privatautonomie nach Nasenfaktor wählen zu können: Inklusion ist schon ein hoher Wert!

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Alsbaldige Vermittlung / geringere strukturelle Arbeitslosenquote
  • Objektivere Eignungen
  • Inklusion
  • Soziopathensperren mit Therapien
  • Reduzierte Aufwände in der Personalbeschaffung (ca. 664 millionen Euro [1])
  • Transition von vorwiegend Psychologen*Innen in produktivere Bereiche (ca. 16.600 Stellen [2])
  • Reduzierte Bewerbungsaufwände für Bewerber (ca. 5,4 millionen Euro Zeitaufwand [3])
  • Reduktion von Schwarzarbeit
[1]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen zu einem Bruttojahresgehalt von 40.000 € ausgeht, reduzieren sich Aufwände in der Personalbeschaffung in Deutschland in Höhe von 664 millionen Euro.
[2]: Wenn man von einem/r Bewerbungsbearbeiter*In pro 5.000 Menschen in der Bevölkerung in Höhe von etwa 83 millionen Personen ausgeht, handelt es sich um 16.600 Stellen.
[3]: Unter der Annahme nach circa 100 Bewerbungen a einer Stunde Zeitaufwand zum Einkommen von monatlich 3.975 € brutto (Mittleres Einkommen nach Statista 2022) bei angenommenen 160 Arbeitsstunden im Monat und einer strukturellen Arbeitslosigkeit derzeit bei etwa 5% und 43,5 millionen Erwerbsfähigen (Statista 2020) liegen die Opportunitätskosten des gesparten Bewerbungsaufwands der Arbeitnehmer bei 5,4 millionen Euro.
Nachteile
  • Mitarbeiter nicht mehr (legal) aussuchbar
  • Kündigungssperrfristen
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt einer Matchingplattform
  • Öffentliche Aufwände zum Unterhalt von Qualitfikations-Assessments

Fazit

Wir können riesen Aufwände mit Bewerbungen und Mitarbeiterauswahl reduzieren, wenn wir beidseitige Annahmeverpflichtungen unter Arbeitssperremöglichkeiten festsetzen. Dies bedeutet insbesondere bessere Sozialindikatoren von Unternehmen (Vgl. SuscisionHelper) mithin Inklusion, aber auch verkürzte Transitionszeiten und Konsequenzen von Wechselwiligkeit im Unternehmen. Was halten Sie davon?

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Demokratieunternehmen

Demokratieunternehmen dürften eigentlich die gerechte Form der „privaten Regierung“, die sich abzeichnet, sein. Mehrwert der Mitarbeiter*Innen zahlt die Kapitalgeber aus und Eigentum wird ausgelöst: ein Unternehmen gehört sich selbst.

Ich gehe zunächst auf Parlamanete als Organisationseinheit ein, lege dann die Auslöse von Eigenkapital (Was soll das sein?) da und gehe dann auf Positions- und Führungsmandate ein sowie auf Rationalisierungen.

Parlamente als Organisationseinheiten

Findet eine Lähmung durch Wahlen statt oder befindet sich ein einzelne(r) Geschäftsführer*In an der Grenze seiner Informationskapazität? Insbesondere unter organisierter Arbeitsteilung in einem Parlament hat dieses eine deutlich höhere Informationsverarbeitungskapazität und entscheidet mithin fundierter. Ein großer Vorteil entsteht durch Diversität und Perspektiven basierend auf unterschiedlicher Informationsverarbeitung. Im Vergleich zu einzelnen Führungskräften in einer Hierarchie findet jedoch eine Verantwortungsdiffusion wahrscheinlich statt, während die integrative Perspektive durch demokratische Entscheidungen oder durch soziokratisch Entscheidungen Vorteile birgt.

Exkurs zu soziokratischen Entscheidungen: Ein Konsent minimiert durch die gewählte Lösung die Anzahl und Schwere der Einwände anstatt die Zustimmung zu maximieren. Soziokratie arbeitet mit Vetorechten anstatt mit Zustimmungsmehrheiten. Vgl. Sattelberger, Welpe, Boes (Hrsg., 2015): "Das demokratische Unternehmen - Neue Arbeits- und Führungskulturen im Zeitalter digitaler Wirtschaft". Soziokratie und Demokratie lassen sich im Übrigen zeitlich kombinieren, um eine Blockade mit (unbilligen) Vetorechten zu verhindern.

Eigenkapital und Auslöse durch Mehrwert

Ich vertrete die Ansicht, dass ein Unternehmen oder aber auch ein Mietshaus streng genommen eine GBR begründet zu der jede(r) einzelne Mitarbeiter*In / Mieter*In dazugehört, dass Lex Spezialis hinter der GBR also Zerüttungen bewirkt. Kapitalrendite – der Konzeption nach – soll Opportunitätskosten (Verzicht [zeitlich]), Geldwerterhaltung und Verlustrisiko ausgleichen, was der Konzeption von Fremdkapital entspricht, jedoch eine ewige Dividende / Rendite garantiert (Eigenkapital). Gerade diese ewige Dividende / Rendite ist eine Fehlkonzeption, die sich international stabilisiert hat, eigentlich aber sachlich nicht gerechtfertigt erscheint. Personal leistet einen Mehrwert, der Auslöse des Kapitals sein müsste, da nach Auszahlung des Investors (fixer Betrag entsprechend der Laufzeit) Eigentum auf die Mitarbeiter*Innen übergegangen sein müsste. Eventuell ließe sich das in einer Sammelklage zumindest in Deutschland einfordern. Letztlich bedeutet dies aber vermutlich Kapital- und Unternehmensabfluss in Deutschland, sofern keine internationale Kooperation bezüglich einer Harmonisierung von Kapitaleinkünften eintritt.

Im derzeitigen Nash-Gleichgewicht der Kapitalrenditeregelungen vermute ich die zentrale Ursache für zunehmende Konzentration in Einkommen und Vermögen (Gini-Koeffizient).

Exkurs zu einer Sammelklage: Eine Konzeption von "Eigentum verpflichtet" müsste in der gerechten Auslegung von öffentlich-rechtlicher Rechtslage in das Privatrecht hineinwirken und es müsste vor dem Bundesverfassungsgerichtshof geklagt werden.

Exkurs zu einem Beispiel: Erfinder des Verfahrenspatents von der Google Suchmaschine sind vermutlich ein wissenschaftlicher Mitarbeiter als Ideengeber und der Innovator und Gründer von Google, die Kapitalgeber sind bereits ausgezahlt worden und das Unternehmen, also die Mitarbeiter, sind Anteilseigner im fließenden Wechsel mit Einstieg und Abbezahlung der Aussteigenden. Der Vorstandsvorsitzende und Gründer ist selber Mitarbeiter und erwirbt in relation vernünftiger Gehälter der Geschäftsführung zusätzlich Eigentum am Unternehmen. Der übertrieben hohe Aktienkurs höher als im Faktor zwei des Kurses des Eigenkapitals (Aktienkurs) zeugt von brachialen Missverhältnissen der erwarteten Dividende, die bei etwa 10 - 30 % des eingesetzten Eigenkapitals in einmaliger Zahlung angemessener Weise liegen dürfte. Die Aktien müssten auslaufen nach dieser einmaligen Zahlung. Das Einkommen der Mitarbeiter von Google müsste deutlich höher liegen: eine Klage könnte sich für die gesamte Belegschaft (in Deutschland) lohnen. Fraglich ist, ob die eventuelle Misskonzeption des Eigenkapitalanspruchs strafrechtlich (Unterschlagung) relevant wäre: insbesondere dies könnte eine Netzwerkexternalität in diversen Rechtsstaaten bewirken, die eine internationale Kooperation hervorbringt.

Positions- und Führungsmandate

Eine GBR kann Geschäftsführungen, also Führungsmandate und Positionsmandate wählen, während das Lex Spezialis einen hierarchischen Durchgriff definiert, der auf einer Fehlkonzeption der Eigentumsverhältnisse (siehe oben) basiert. Eine hierarchische oder parlamentarische Organisationseinheit sollte – nach Eigentumsübergang auf die Belegschaft – in einer unternehmensweiten Wahl oder soziokratischen Entscheidung „gewählt“ werden.

Rationalisierungen

Es ist zielführend einem Ideengeber und Erfinder eine ewige Rente seiner Innovation auszuzahlen, während dies für Eigentum ungebührlich erscheint. Mit dem Ausscheiden aus einem Unternehmen oder einem Wohngebäude fließt jedoch das Eigentum vom / von der Ausscheidenden zu den Nachfolgern*Innen mit dem Mehrwert bzw. der Miete. Auch muss ein Mieter die Eigentumspflichten zur Wartung und Instandhaltung und auch Modernisierung der Mietsache erledigen oder an einen Verwalter abtreten, also eine solche kostengebundene Entschädigung laufend zahlen. Wer sich selber wegrationalisiert würde also entsprechend des geschaffenen Mehrwerts ausgelöst und erhält sein Eigentum bei gutem Geschäftsverlauf angemessen vergütet bzw. ausgelöst. Es wird damit Anreizkompatibel sich selber Wegzurationalisieren und Mitarbeiter stehen nicht mehr als „Gegensatzpartei“ zu den Geschäftsrestriktionen da.

Fazit

Es erscheint mir, dass der gerechte Zustand eines Unternehmens – aber auch einer Immobilie (oder Infrastruktur) – ein demokratischer ist, der den darin vorkommenden Personen mit Auslöse der Kapitalsumme und -Zuschläge (Fixbetrag [zeitabhängig], wie Fremdkapital) gehört, die sich entgegen des Lex Spazialis aufgrund unserer Verfassung demokratisch zu organisieren haben.

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Diversität (neuronal)

Was ist eigentlich neuronal betrachtet Diversität und welche Implikationen hat das für eine „Genderdebatte“ bzw. Debatte um Menschen zu integrieren im Sprachgebrauch? Ich stelle zunächst ein abstraktes Modell des psychologischen Gehirns vor, um sodann darauf basierend Distinktionen neuronaler Diversität zu überlegen.

Modellierung des psychologischen Gehirns

Das menschliche Gehirn entwickelt sich höchstwahrscheinlich ohne Daten a priori. Das bedeutet, dass neuronale Daten aus der Sinneswahrnehmung heraus entstehen (a posteriori) und gekoppelt an Sinneswahrnehmung und Handlungspotentiale unserer Physiologie sind. In einer Art qualitativen Faktoranalyse des menschlichen Gehirns unterscheide ich Wahrnehmungen, Emotionen, Bindung inklusive Sexualität, Kognitionen und Handlungsplanung. Ich vertrete die Hypothese, dass Emotionen und Bindungen sowie Kognition aus der Wahrnehmung heraus entwickelt werden, während sich insbesondere Rekombination von Sprache und Eindrücken in eine kreative Welt entwickelt, die „losgelöst“ von der Erfahrung ist.

Dementsprechend liegen neben unseren Sinnen: Hunger, Durst, Schmerz, Wärme, Berührung, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, vor allem Handlungspotentiale vor: Von weg gehen, verweilen und zu hin gehen, zusammenziehen und öffnen / ausstrecken, einnehmen / an sich nehmen und ab- / ausstoßen sowie begreifen / gestalten.

Emotionen nach neurologischer Feuerungsrate sind: Freude, Interesse, Zufriedenheit, Wut, Angst, Ekel, Distress, Scham und Überaschung, während Schmerz, Hunger, Durst und Ruhebedürfniss Affekte genannt werden. Bindung inklusive Sexualität ist vermutlich in eine allgemeine und eine geschlechtsspezifische Bindung und Sexualität zergliederbar, jedenfalls verfügen Hirnmänner und Hirnfrauen über ein unterschiedliches Bindungsareal von zweien. In Bezug auf Kognition unterscheidet man grob Bewusstsein, Vorbewusstsein und Unbewusstsein und differenziert nach Intelligenzen integrativer, logisch-analytischer, visuell-räumlicher, kinästhetischer, akkustischer, sprachlicher, gustatorischer und olfaktorischer Art. In Bezug auf Wahrnehmung können Sensibilitäten vorliegen. Zumindest das optische System, aber vermutlich viele Sinnessysteme erreichen sowohl das emotionale Gehirn als auch das kognitive Gehirn in seperaten Bahnen, also projezieren in zwei Bereiche parallel.

Exkurs zu neuronalen Daten: Es ist sehr kompliziert sich die Informationsverarbeitung neuronaler Systeme vorzustellen. Grob gibt es zwei Enden einer Spektrik: "Propagationssysteme" und "Drucksysteme". Propagationssysteme bedeuten, dass Aktionspotenziale und damit kodierte Daten durch das Nervensystem durchfließen, während Drucksysteme bedeuten, dass Nervensysteme in Zustände verfallen, die sie mit geringen Anteilen von Propagation ähnlich physikalischem Druck wechseln. Wahrscheinlich gibt es einen mittleren Zustand des Nervensystems mit Zustandswechseln und Propergationen. Grundsätzlich funktionieren technische neuronale Netzkarten durch annehmen eines energieminimalen Zustands also einer Kategorisierung in Zuständen, die wechseln. Ein neuronales System mit rückläufigen hemmenden und / oder aktivierenden Bahnen kann Zyklen bilden, Zustände erstarren lassen, aufsummieren (Integralglied) und Zustände wechseln. Jede Veränderung führt dabei zur Propagation in frequenz- und / oder amplitudenmodulierten Signalleitungen. Amplitudenmodulation entsteht in Zellkörpern, die diverse Transmitterschaltungen ihrer Kanalproteine aufnehmen, die sich summieren müssen, um ein Aktionspotenzial auszulösen, während Frequenzmodulation insbesondere bei Weiterleitung von Aktionspotenzialen auftritt. Im Verbund des neuronalen Systems von Wahrnehmung zu Handlung entstehen vermutlich Zyklen oder Drucksysteme auf Zyklen, die Handlungen umbahnen bzw. verzögern können (Gratifikationsaufschub / Reflektionsneigung). Neuronale Daten basieren auf Sinnen, aber sie werden hochgradig integriert und abstrakt dekompositioniert. Das bedeutet z. B. das Spiegelneurone Handlungsabschätzungen anderer ermöglichen oder das sogar elektromagnetische Felder auf höheren Abstraktionsebenen wahrgenommen werden dürften.

Diversität (neuronal)

Meines Erachtens sollte der Genderstern an seinen sechs Enden jeweils folgende Symbole aufweisen: ♂ für männlich, für weiblich, + für verletzt, * für besonders, < für hochsensibel, ∞ für jung und alt, denn zunächst unterscheiden sich hirnanatomisch Hirnmänner und Hirnfrauen insbesondere in Bezug auf Zellausdünnung und Bindungsareal II.

Zellausdünnung: Die Zellausdünnung der Testosteronschwämme des männlichen Gehirns führt m. E. zu reagibleren Nervensystemen, die mehr Daten abstrakterer Art reagibler schalten im Vergleich zu komplizierten Daten, die sich eher approximativer wandeln. Zellausdünnung findet auch mit der natürlichen Entwicklung des heranwachsenden Gehirns statt und unterscheidet jung und alt.

Sämtliche Formen von Behinderungen und Erkrankungen gehören zum Bereich der Verletzungen und Besonderheiten, da sie häufig neben Verletzungen auch andersartige Qualitäten hervorbringen: insgesamt könnten diverse „Krankheiten“ nützliche evolutionäre Ausprägungen unserer Spezies sein; Sind Autisten z. B. eventuell besondere Profiler für Habitate und Vorfälle darin? Weiterhin sind insbesondere Handlungspotentiale verändert bei physischen Behinderungen.

Hochsensibilitäten und auch intellektuelle Besonderheiten wie z. B. Inselbegabungen sind häufig ebenfalls ambivalent und auch mit Verletzungen gekoppelt. So ist etwa ein logisch-analytisch Inselbegabter Mensch kollerischer, wegen ungedult gegenüber verwaschenen Äußerungen, und intellektuell getriebener von logischen Kategorien und Zielen. Sozial sind solche Personen meistens im Problemlösungsmodus und vergessen regelmäßig mal das in den Arm nehmen. Eine Hochsensibilität, die ich mal beobachten konnte, war akkustische Hochbegabung, die dazu führt, dass Personen mit Takt, Akrebie und akkustischem Sehen etwas neurotisch rüberkommen, während sie sich mit akkustisch höher begabten Personen häufig synchronisieren und eine Form von koordinierten Bewegungsabläufen entsteht. Ich vermute akkustische Hochbegabung hätte in ernstzunehmenden Kriegs- oder Sondereinsatzkommandokonstellationen diverse Vorteile.

Ein unbekanntes Gefühl: Ein Gefühl, dass ich kenne, dass aber überhaupt nicht erwähnt wurde, nennt man Perplexität. Perplexität ist ein neuronaler Zustand der mit Distress gekoppelt ist und unlustige Widersprüche oder Überforderungen durch ein Gefühl der Handlungsunfähigkeit im Denken hervorbringt, das zeitweise eine Form von seelischem Schmerz bedingt.

Mit dem Alter entstehen Abnahmen diverser Leistungskennwerte des Gehirns und Zunahme von Erfahrung. Während die Bedeutung der Leistungsparameter häufig überhaupt nicht expliziert wird, man also z. B. überhaupt nicht angibt, welchen Zeitvorteil oder Kompliziertheitszuwachs ein IQ-Punkt bedeutet, wäre dennoch das Alter als besondere Diversität zu erfassen.

Fazit

Meines Erachtens sollte der Genderstern an seinen sechs Enden jeweils folgende Symbole aufweisen: ♂ für männlich, für weiblich, + für verletzt, * für besonders, < für hochsensibel, ∞ für jung und alt, sofern sprachlich die neuronale Diversität zum Ausdruck gebracht werden soll, die jeden Menschen aufnimmt, meint und integriert. Ich persönlich bin für einen entweder jede Distinktion aufweisenden Gendersprachgebrauch, der uns an alle erinnert oder das generische Maskulinum oder Femininum, das eine Distinktion bewusst vermeidet, damit immer alle gemeint sind und immer alle gedacht werden.

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Schule 4.0 mit Demokratieunterricht

Eine Schule als Institution besteht aus Verwaltung, Lehrern*Innen, Infrastrukturen, Versorgungspartnern und Schülern sowie einem regionalen und digitalen Umfeld.

Anmerkung: Bitte denken Sie sich den Stern mit folgenden sechs Symbolen an den Enden der Linien: ♂ für männlich,  für weiblich, + für verletzt, * für besonders, < für hochsensibel, ∞ für jung und alt.

Komponenten der Institution Schule:
Was ist damit gemeint?

Organigramm_Schule

  • Verwaltung:
    • Zur Verwaltung zählen m. E. die Bereiche Rechnungswesen, Einkauf, Recht, Personal, Informationstechnik und Sekretariate sowie die Schulleitung.
  • Lehrer*Innen:
    • Lehrer*Innen organisieren sich über Lehrpläne mit Kursen, das Lehrer*Innenzimmer und diverse Klassen- und Stufenleitungen sowie Klassenbücher. Es gibt Lehrer*Innen- und Schüler*Innenversammlungen.
  • Infrastrukturen:
    • Infrastrukturen sind Gebäude, Grünflächen, Plätze und Wege mit ihren Räumlichkeiten, Einrichtungen und Begrenzungen.
  • Versorgungspartner:
    • Versorgungspartner sind Energie-, Nahrungs-, Handwerks- und Printlieferanten sowie besondere Lieferanten.
  • Regionales Umfeld:
    • Das regionale Umfeld ist ein zumindest kommunales Umfeld inklusive seiner Logistik und Umgebungsorte für besondere Aktivitäten, wie Grünflächen und Kletterparks zuzüglich Gewerbe und Wohnen sowie angesiedelte besondere Institutionen öffentlichen Rechts.
  • Digitales Umfeld:
    • Das digitale Umfeld besteht im wesentlichen aus Rechenkapazität, Speicherkapazität, Information und Kommunikation.
Anmerkung: Zu Nachhaltigkeitsoptimierungen vergleiche SuscisionHelper: Sustainable Decision Helper (OptEcoBuy).

Schule 4.0

Eine Schule 4.0 kann zunächst psychologisch fundierte Jigsaw-Gruppen-Hierarchien verwenden, um sich inklusiv zu positionieren und dabei auf digitale Konzepte nach dem Artikel Jigsaw-Bildungswesen verwenden. Weiterhin erscheinen mir folgende Aspekte sehr relevant, die im folgenden erläutert werden:

  1. Erfahrungshorizont Demokratie: Konferenzunterricht
  2. Individualisierte Hausaufgaben
  3. Wissensmanagmentkonzept

Erfahrungshorizont Demokratie: Konferenzunterricht

Ein besonders relevantes Lernformat in und für unsere Demokratie sind parlamentarische Konferenzen zur Verabschiedung einer Stellungnahme.

Was ist das?

Anhand eines Unterrichts, der mit individualisierter Vorbereitung, eine Stellungnahme zu einem aktuellen z. B. politischen oder soziologischen Diskurs in einer parlamentarischen Konferenz erarbeitet, können Schüler demokratische Institutionen erleben lernen und deren Informationsverarbeitungsfähigkeiten und -Restriktionen.

Derartige Konferenzen recherchieren Stellungnahmen von relevanten hochwertigen Diskussionsteilnehmern (Institutionen), diskutieren diese und verabschieden eine eigene Stellungnahme unter eigenem Urheberrecht vermutlich als Schule. Diese Stellungnahmen können über die Schule aggregiert z. B. in einem Herausgeberband erscheinen, der an Lehrer und interessierte Institutionen gewinnbringend veräußert wird.

Anmerkung: Schulen dürften m. E. derartige Gewinne erzielen, wenn sie zur Deckung der Kosten oder für soziale Zwecke verwendet werden, die den Schülern zugute kommen. Also z. B. Subventionierung des Schulkiosks oder sozialer Projekte.

Vorteile für die Beteiligten:

  • Schüler:
    • Erfahrung mit realen demokratischen Prozessen in Parlamenten
    • Teilnahme an praxisnahem demokratischem Diskurs (auf Institutionenebene)
    • Subventionierungen die Schülern zugute kommen
    • Namensnennung (eventuell auch unter Pseudonym; Namensrechte)
  • Lehrer:
    • Namensnennung (eventuell auch unter Pseudonym; Namensrechte)
    • Erfüllung des Lehrauftrags zur Demokratiebildung.
    • Teilnahme an praxisnahem demokratischem Diskurs (auf Institutionenebene)
  • Betreffende Institutionen der Diskurse:
    • Rückmeldung von Schülern, die viele Teilnehmer des Diskurses integrieren: Überblick
    • Einreichungen z. B. in Gerichtsverfahren als Gutachten
  • Eltern / erwachsene Bürgerschaft:
    • Zeitersparnis zum Einstieg in die aktuellen Diskurse durch zusammenfassende Printwerke
Anmerkung: Print-on-Demand-Dienstleister können zur Veröffentlichung der Herausgeberbände verwendet werden, um Risiken abzusichern, auf Kosten sitzen zu bleiben.

Individualisierte Hausaufgaben

Das Konzept einen Teil der Hausaufgaben zu individualisieren, um z. B. Diskussionen zu führen, birgt besondere motivationale Vorteile, da ein Wir-Gefühl in der Klasse bedeutet, unter sozialem Druck zu stehen, seinen Beitrag zur Diskussion (spannenderer Unterricht) zu leisten.

Aus Lehrer*Innen-Perspektive kann so mehr Material nicht prüfungsrelevanter Art einfließen, was auch in Prüfungen einfließen kann und es können Schüler individualisierter gefördert und gefordert werden. Es entsteht also zusätzlich noch für Schüler*Innen eine Motivation sich über individuelle Hausaufgaben Vorteile mündlich, wie in schriftlichen Prüfungen zu verschaffen.

Fraglich bleibt jedoch, ob eine Gleichberechtigung gewährleistet bleibt?
Dies wäre zu bejahen, wenn z. B. eine maximale Hausaufgabenbearbeitungszeit für alle gleichermaßen vorgegeben wird.

Digitalisierung: Wissensmanagementkonzept

Ein Wissensmanagement für die Schule 4.0 besteht m. E. aus drei zentralen Bausteinen:

  1. Wiki
  2. Expertenvernetzung
  3. Intelligentes Klassenbuch

Diese drei Bausteine sind miteinander verwoben:

  • Wiki:
    • In einem Wiki werden im Wesentlichen Best Practices, Projekt Lessons Learned und Kompetenzmatrizen (auch für Schüler) erfasst. Es kann auch für kooperative Zusammenarbeit verwendet werden.
  • Expertenvernetzung:
    • Kompetenzmatrizen sind eine Datenquelle für Kompetenzen, die sich mithilfe von einfachen Graphendatenbanken visualisieren lassen, wenn sie Kategorisiert sind. Eine solche Graphendatenbank, verknüpft mit Kontaktdaten bis hin zu Chatfunktionalitäten, erlaubt ein gezieltes händisches Expertenmatching bei Fragen (M. E. sind Matchingverfahren mit künstlicher Intelligenz weniger erforderlich).
  • Intelligentes Klassenbuch:
    • Ein intelligentes Klassenbuch ist allerdings eine Künstliche-Intelligenz-Anwendung, bei der im Wesentlichen Eintragungen und Eintragungsmuster über die Zeit mit Resultaten, wie Noten, Abschlüssen, Verbesserungen im Sozialverhalten korreliert werden, wobei die künstliche Intelligenz kontinuierlich lernt solche Muster zu prognostizieren, um Interventionsverfahren einzuleiten. Die Einbindung der getroffenen Interventionen erlaubt wiederum Best Practices für Interventionen algorithmisch zu evaluieren, die dann als Empfehlungen und Erfahrungen bei Prognosen auftauchen.

Schema Machine-Learning-Klassenbuch

Fazit

Eine ideele Demokratieschule nutzt das Unterrichtsformat Konferenzuntericht und bindet insbesondere motivierte Schüler interessierende aktuelle Debatten in Passung zum Untericht ein, während Hausaufgaben dazu Aufgabenpakete einer Gesamtrecherche individualisierend aufteilen. Ein Wissensmanagmentkonzept kommt mit einfacher Software zurecht, bis auf ein selbstlernendes Klassenbuch, das Best Practices und Prognosen im realen Leben sammelt. Eventuelle zusammenführungen von Klassenbuchdaten über mehrere Schulen erlaubt vermutlich noch präzisere, bessere und umfänglichere Prognosen und Best Practices auszutauschen.

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Kommunikation in Unternehmen

Menschen können handeln (physisch und kommunikativ), fühlen und denken, andere beauftragen (Lohn) und Maschinen betreiben (Energie), und müssen dafür ihren Körper psychisch und körperlich gesund halten, wozu positive Ineraktion gehört.

Kommunikation nimmt eine zentrale Stellung im menschlichen Leben ein, als zentrale Handlungsoption, aber auch als Grundlage der Interaktion. Gute Kommunikation erlaubt wesentliche menschliche Interaktionen konstruktiv zu vereinfachen und emotional und kognitiv zu führen. Eine (theoretische) Kernkompetenz von Wirtschaftsingenieuren ist Kommunikation (vorwiegend im unternehmerischen Kontext).

Einige zentrale theoretische Grundlagen

Dieser Abschnitt soll die Media-Richness-Theorie und ihre Erweiterung sowie das moderne Shannon`sche Kommunikationssystem nach Weaver und eine psychologische Anmerkung umfassen.

Media-Richness-Theorie

Die Media-Richness-Theorie legt nahe, dass einfache Zusammenhänge mit weniger reichhaltigen Medien vermittelt werden und komplexere Zusammenhänge mit reichhaltigeren Medien. Werden zu simple Medien für komplexe Zusammenhänge verwendet, entsteht unzulässige Versimpelung und im Falle von zu komplexen Medien für simple Zusammenhänge Konfusion. Eine Verbesserung der Media-Richness-Theorie ist die Medien-Synchronizitäts-Theorie.

Medien-Synchronizitäts-Theorie

Es gibt divergierende und konvergierende Kommunikationsaufgaben: Zu verteilende Informationen (divergierend) sollten über Medien mit geringer Synchronizität erfolgen, während Kommunikationsprozesse, die zu Verdichtung von Informationen führen soll, eine hohe Synchronizität des Mediums erfordert. Zentral für die Synchronizität ist die rasche Feedbackmöglichkeit und die gemeinsame Kommunikation über einen Kanal. Demnach ist also ein Gruppenchat oder Meeting gut für konvergierende Kommunikationsaufgaben, während ein Rundschreiben / eine Rundmail gut für divergierende Kommunikationsaufgaben ist.

Shannon`sches Kommunikationssystem

Das nachrichtentechnische Modell kennt einen Sender und Empfänger, die über einen Kommunikationskanal mit Transmitter und Receiver kommunizieren. Auf dem Signalübertragungsweg kann es zu Störungen kommen. Die Botschaft wird also kodiert, übertragen und dekodiert. Weaver kritisiert diesen Prozess, dahingehend, dass es einer pragmatische (Urteilsebene), semantischen und syntaktischen Verschlüsselung in der menschlichen Kommunikation bedarf, die auch wieder syntaktisch, semantisch und pragmatisch zu entschlüsseln ist. Neben Urteilen sind kognitive und praktische Orientierungen häufig für die Kommunikationsgüte zentral (Vgl. Burkhart und Hömberg [2015]).

Psychologische Anmerkungen

Nachrichten werden aus psychologischer Perspektive durch Wahrnehmungsprozesse und Denkvorurteile, Denkheuristiken und emotionale Schematainterpretation stark verzerrt, bis sie verstanden werden. Kommunikation ist fordernd und kann schnell ermüdend wirken. Im Kontext von multiplen Informationen spielen Aufmerksamkeitsprozesse eine erhebliche Rolle.

Zwischenfazit

Kommunikation erfordert die richtige Medienwahl und sollte so kodiert werden, dass der Empfänger sie möglichst zutreffend verstehen kann. Insbesondere rasche Feedbackmöglichkeiten erlauben interaktive Annäherung an zutreffendes Verständnis. Aufmerksamkeitsprozesse entscheiden über den Anfang eines Wahrnehmungsprozesses, während Wahrnehmung die Kommunikation verzerrt, selbst wenn keine Störungen der Kommunikation vorliegen.

Unternehmerische Kommunikationssysteme

Gute Kommunikation in Unternehmen entlasstet insbesondere Führungskräfte und steigert die Effektivität und Effizienz des Unternehmens. Ein guter Prozess wird ausgelegt um effektiv, effizient und flexibel zu sein. Zentral an unternehmerischen Kommunikationsprozessen ist Geschwindigkeit, Reflektion, Verständlichkeit und Informationssicherung / Überblick. Diese Abschnitt zeigt ein Kommunikationssystem bestehend aus einem Prozess für reflektionsintensive Kommunikation, Kommunikationsregeln und Best Practices für Reporting und reflektionsintensive E-Mails.

Kommunikationsprozess (reflektiv)

Ein reflektionsintensiver, Verständigung herbeiführender und Überblick sichernder Kommunikationsprozess zum laufenden Geschäft startet mit einem (wöchentlichen) Reporting und E-Mails für reflektionswürdige Erfassung von Ist- und Soll-Zusammenhängen in laufenden Projekten bzw. Themenstellungen, wie kontinuierlicher Verbesserung. Das Kommunikationsmedium dafür ist ein schriftliches, damit eine hinreichende Reflektion gewährleistet ist.

Sind alle Inhalte hinreichend abgestimmt, liegen also keine Verständigungsschwierigkeiten vor, können die Ergebnisse der Reflektion (Anmerkungen) der Informationssicherung zugeführt werden, und z. B. auf einem Wiki veröffentlicht werden. Hierfür bieten sich Übersichten an, die z. B. ein Kommunikationsdesigner idealer Weise erstellt.

Sind die Inhalte hingegen nicht hinreichend abgestimmt, bedarf es der Kommunikation mit hoher Synchronizität, wie Chats, Telefonaten oder Meetings, wobei Meetings und persönliche Gespräche für schwierige Aufgaben insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich geeignet sind. Sind die Inhalte hinreichend abgestimmt, nach dieser Kommunikation hoher Synchronizität, sollte das Ergebnis wieder gesichert und Überblick verschaffend veröffentlicht werden.

Kommunikationsregeln

Aus dem reflektiven Kommunikationsprozess ergeben sich zusammen mit den theoretischen Grundlagen Ansätze für Kommunikationsregeln. Diese können in Form eines Entscheidungsprozesses gefasst werden:

  1. Liegt eine einfache kurze Benachrichtigung (Einzeiler) vor?
  2. Ja:
    1. Wie wichtig ist die Benachrichtigung?
    2. Wie dringlich ist die Benachrichtigung?
    3. Welche Gesamtwichtigkeit ergibt sich daraus?
    4. Schreiben einer kurzen E-Mail mit Wichtigkeitsangaben im Betreff.
  3. Nein:
    1. Liegt ein Item im Reporting (kurze Information, Abhängigkeit, Frage) vor oder ein Reflektion erfordernder Schaverhalt mit einigen Details oder ein kompliziertes Verständnisproblem?
    2. Reporting-Item:
      1. Aufnahme in das Reporting.
    3. Reflektionssachverhalt:
      1. Formulieren einer E-Mail mit Kennzeichnung als Reflektionsbedürftig im Betreff klar, einfach und prägnant und dennoch hinreichend umfänglich unter Bezugnahme zum Projekt bzw. Thema.
    4. Verständnisproblem:
      1. Schreiben einer kurzen E-Mail mit bitte um Rückruf / Meeting unter Angabe der Gesamtwichtigkeit, Dringlichkeit und Wichtigkeit, siehe oben.

Reporting & Reflektionssachverhalt

Das Reporting und Reflektionssachverhalte haben im unternehmerischen Kontext häufig eine geeignete Darstellungsform, die der betriebswirtschaftlichen Methode entspricht. So werden Programme und Projekte in spezifischen Grafiken (Vorgangsknotenpläne, Gant-Diagramme und Portfoliodiagramme) dargestellt und es gilt das Paradigma des One-Sheet-Reportings, also Reporting auf einer übersichtlichen Seite, wie bei der SWOT-Analyse. Das klassische Projektreporting im laufenden Projekt informiert tabellarisch über abeschlossene und anstehende Aufgaben / Fragestellungen und macht dabei den Fortschritt im Zeitplan farblich kenntlich. Abhängigkeiten für kommende Aufgaben und Fragestellungen werden farblich kodiert, um Abstimmungsbedarfe durch den Projektmanager bzw. Vorgesetzten zu kommunizieren.

Fazit

Nach dem hier vorgestellten Kommunikationskonzept werden grundsätzlich Ad-hoc-Informationen und reflektionsbedürftige Informationen unterschieden sowie Verständnisprobleme und einfachere Kommunikation. Entsprechend des Prozesses für reflektionsbedürftige Kommunikation werden zentrale Überblicke aktuell und anschaulich gehalten, während jedes Unternehmensmitglied sich an einem Entscheidungsbaum für gute Kommunikation (Kommunikationsregeln) orientieren kann. Reporting und reflektionsreiche Kommunikation werden mit typischen BWL-Tools nach dem Paradigma des One-Sheet-Reportings übersichtlich und klar gehalten.

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Quellen:

Bogaschewsky, R.; Rollenberg, R. (1998) "Prozeßorientiertes Management", Springer (o. A.).

Burkart, R. ; Hömberg, W. (2015) "Kommunikationstheorien", new academic press (Wien)

Diskussion: Ökonomie der Ungleichheit

Chancen sind uns nicht allen gleichermaßen gegeben. Es sind nicht nur die genetischen und sozialisierenden Faktoren, sondern auch ökonomische, die unsere Chancen unterschiedlich gestalten. Hohe Ausbildung ist heute kein Garant mehr, einen Job zu haben, der nicht der Digitalisierung anheim fällt und im Kontext zukünftiger elektronischer Bauteile, die Nervenschichten nachbauen, stellt sich die Frage, wie lange der implantatfreie Mensch überhaupt noch in Arbeit integriert werden kann. Ökonomische Ungleichheit kann auf Verwendungsunterschieden, wie bei Arbeit und Kapital, aber auch auf Marktversagen basieren, wie in intertemporalen Märkten / Kreditmärkten.

Arbeit und Kapital

Nach Thomas Piketty: Ökonomie der Ungleichheit, gibt es zwei Gründe für einen Transfer von Kapital zu Arbeit. Zum einen Ungerechtigkeit und zum anderen Marktversagen (Reproduktion von Einkommensunterscheiden durch Kapitalmarktineffizienz). Die Idee der Ungerechtigkeitsbeseitigung formuliert er wie folgt:

Wenn Ungleichheit zumindest teilweise Faktoren geschuldet ist, für die man den Einzelnen nicht verantwortlich machen kann, da sie seinem Einfluss entzogen sind, wie etwa das Startkapital, das er seiner Herkunft oder glücklichen Umständen verdankt, dann ist es gerecht, wenn der Staat die Chancen und Lebensumstände der Benachteiligten, also derjenigen zu verbessern sucht, die mit besonders misslichen unbeeinflussbaren Faktoren zu kämpfen haben. – S. 8.

Moderne Theorien sozialer Gerechtigkeit bringen diesen Gedanken in Form des Maximin-Prinzips zum Ausdruck:

Eine gerechte Gesellschaft muss die Minimalbedingungen und Chancen maximieren, die das Sozialsystem dem Einzelnen bietet. – S. 8.

Es kommt im Kontext der Einkommensunterschiede basierend auf Kapital- oder Arbeitsherkunft insbesondere auf die Substitutionselastizität von Kapital und Arbeit an, die für gewöhnlich nahe eins liegt (0,7 bis 1,1 nach Hammermesh [1986, 1993]), sodass Veränderungen der Arbeitslöhne zu Veränderungen des Arbeitseinsatzes führen. Deswegen wäre das richtige Instrument eine fiskalische Umverteilung durch Besteuerung proportional zum Kapitalstock eines Unternehmens bzw. des Kapitaleinkommens, welches an die Arbeit ausgezahlt wird.

In der Höhe der Besteuerung liegt zwar grundsätzlich eine niedrige Elastizität des Kapitalangebots vor, aber international herrscht Steuerwettbewerb, um Unternehmen anzulocken und zu binden, sodass die nationale Elastizität des Kapitals beträchtlich ist. Deswegen braucht es einen Fiskalföderalismus auf internationaler Ebene, um den Wettbewerb zu harmonisieren, sodass eine weitreichende Umverteilung erfolgen kann.

Ebenfalls relevant ist die zeitliche Frist. Kurz- und mittelfristig können Belastungen proportional zum Lohn Arbeitgeber belasten, während langfristig der Lohn sinkt und die Arbeit die Steuer bezahlt. Genauso kann eine fiskalische oder lohnbezogene Umverteilung kurzfristig Wirkung entfalten, während Wirtschaftswachstum eher langfristig den Wohlstand steigert.

Diskussion

Das Proplem der Ungerechtigkeit zwischen Arbeit und Kapital lässt sich nur international als Überwachungsbedürftige Norm regulieren, da es der Dynamik des Steuerwettbewerbs unterliegt. Der mir bekannte Lösungsraum kennt die sogenannte Flat Tax die Piketty vorschlägt und mein Konzept der Insolvenzmarkierenden Soll-Rendite-Kennlinie (vgl. Nachhaltiger Kapitalmarkt).

Die Flat Tax ist ein einfaches Mittel, um international für Gerechtigkeit zu sorgen. Sie ist insbesondere indifferent gegenüber unterschiedlichen Sektoren und belastet somit Kapitaleinkünfte gleich und relativ, sodass keine Auswirkungen auf Sektoren oder Geschäfte naheliegen.

Meine Soll-Rendite-Kennlinie ist demgegenüber ein bürokratisches Monster, das versucht Kapitalmarktentscheidungen indifferent zu machen, sodass Ersparnis in jedwedes subjektiv erwünschtes Produkt unabhängig von der Rendite fließen kann. So sollen besonders wünschenswerte Geschäfte finanziert werden, die die Mindest- und Maximalrendite (mittlere Sollrendite) abwerfen können. Allerdings wird Kapital ungleich günstiger und kapitalintensive Sektoren werden bevorzugt, mithin die Industrie gegenüber der Dienstleistung. Weiterhin bleiben die Investitionsanreize erhalten, betreffen aber unmittelbar die innere Unternehmensrefinanzierung und die Arbeitsentlohnung, während das Kapital – dem Sinn entsprechend – fair abgegolten wird. Die Bürokratie könnte eventuell im Sinne einer Wirtschaftsprüfung marktwirtschaftlich gestaltet werden uns so qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Ungleichheit der Arbeitseinkommen

Die zentrale Theorie um die Ungleichverteilung von Arbeitsentlohnung ist die Theorie vom Humankapital: Durch Bildungsinvestitionen erzielen Bildungsbürger eine Rendite, die den subjektiven Aufwand des Bildungsprozesses rechtfertigt. Ist der Aufwand zu hoch oder die Bildungsrendite zu unsicher oder gering, unterbleibt häufig die Bildungsinvestition, während sie andernfalls anreizkompatibel ist. Diesem Modell liegt ein rational denkender und vorausschauend vorgehender Mensch zugrunde, aber Individuuen werden häufig in Normgefügen sozialisiert, die genau solche Optimierungsmodelle zum Ursprung haben – sie haben sich bewährt.

Piketty unterscheidet nun eine reine Umverteilung von einer effizienten Umverteilung, die direkt in die Bildung von Humankapital eingreift.

Jüngere Ungleichheit läßt sich als Nachfrage nach Talent und hoher Qualifikation interpretieren, während die einfachen Tätigkeiten zunehmend weniger Nachfrage haben, weil sich mit den neuen Technologien Talent und Qualifikation besonders produktiv integrieren kann (Skill-biased technological change). Dies führt zu erheblichen Meßproblemen, da die Inhomogenität homogener Messgruppen enorme Auswirkungen in der Lohnungleichheit hat. Zum häufig angeführten Thema Globalisierung als Ursache für Ungleichheit anzuführen sagt Piketty:

Auf dem gegenwärtigen Kenntnisstand sieht alles danach aus, dass der Anstieg der Lohnungleichheit in einem Strukturwandel der Produktion in den entwickelten Ländern wurzelt und es zu einer ähnlichen Entwicklung auch dann gekommen wäre, wenn es sich bei diesen Ländern um abgeschottete Wirtschaften gehandelt hätte, die keinen Handel mit dem Rest der Welt treiben. – S. 85.

Wieder ist die fiskalische Umverteilung z. B. Mindest – und Höchstlöhnen überlegen, sobald es eine hohe Substitutionselastizität zwischen Humankapitalniveaus gibt, denn sie erlaubt es die allokative Funktion des Preissystems nicht zu beeinträchtigen und dennoch Einkommen der Arbeiter umzuverteilen. Besonders wichtig ist also die Steuerprogression insgesammt über Transfers und Steuern, die am einfachsten über ein bedingungsloses Grundeinkommen realisiert werden kann. Die Substitutionselastizität ist höher als die von Kapital und Arbeit und Piketty resümiert:

Es ist leichter, einen gering qualifizierten Arbeiter durch eine Maschine oder einen qualifizierten Arbeiter zu ersetzen, als auf qualifizierte Arbeiter zu verzichten. – S. 86 f. .

Die nächste Frage betrifft dann die Wurzel des Themas, also das Humankapital selber auf hohem Niveau zu homogenisieren. Ein Problem ist dabei, das gerade die Ungleichheit der Einkommensniveaus die Bildungsrendite definiert, und somit Umverteilung Bildung von Humankapital konterkarriert, aber Bildung erfolgt eher Normbegleitet, als das vorwiegend junge Leute tatsächlich die Bildungsinvestition antizipierend durchkalkulieren. Deswegen sagt Piketty:

Die allgemeine Schulpflicht ist zweifellos die wichtigste aller Umverteilungsmaßnahmen. – S. 91.

Weiterhin kann man gegen die freien Marktkräfte der Humankapitalbildung einwenden, das der intertemporale Markt nur selten arme Haushalte mit hohem Bildungspotential finanziert, da die Absicherung des Geschäfts ja über Vermögenspfand erfolgt. Diese Ineffizienz rechtfertigt eine Politik, die entschlossen für finanzielle Unterstützung von Studierenden aus bescheidenen Verhältnissen eintritt.

Gegen eine entusiastische Bildungspolititk sprechen aber sozialisierende Faktoren – faktisch ist die intergenerationale Bildungsmobilität wie die intergenerationale Einkommensmobilität gering und die Bildungs- und Einkommensverhältnisse reproduzieren sich über die Generationen hinweg unabhängig von finanzieller Unterstützung. Jüngere Studien zeigen jedoch, dass die Sozialstruktur der Schülerschaft des Wohnviertels sehr viel ausschlaggebender sind, als Bildungsausgaben. Ziel der Politik ist dann Schichten in Bildungsinstitutionen per Verteilungsschlüssel zu durchmischen, was in der Praxis als extreme Politik aufgefasst und nur wenig wirksam umgesetzt wird.

Weiterhin gibt es eine Theorie der Arbeitsmarktdiskriminierung, die für alle erkennbaren Gruppen gegenüber denen Vorurteile bestehen anwendbar ist. Sie besagt, dass Vorurteile geringere Chancen zu haben Humankapital zu erwerben zusammen mit Einstellungsindikatorik (gegenüber einer Feststellung der Qualifikation) es rational erscheinen lassen zu diskriminieren, während dadurch die Bildungsinvestitionen von diskriminierten ungünstig verändert werden und das Vorurteil sich bestätigt (Sich-Selbst-Erfüllende Prophezeihung). Piketty Resümiert:

Es handelt sich also um eine zutiefst unwirtschaftliche, nutzlose Ungleichheit. – S. 98.

Regulierung dieser Ungleichheit bedeutet Nachweis der Einstellungs- und Beförderungskriterien oder Quoten zu etablieren, sodass die Vorurteile und Entmutigung abgebaut werden können. Man spricht von affirmative action. Eine Quote ist jedoch nicht unkritisch, denn sie kann als Zwang attribuiert werden und so die Vorurteile noch verstärken.

Letztlich gibt es dann noch die soziale Erzeugung von Lohnungleichheit. Z. B. durch Gewerkschaften, die bei Erfolg dazu führen, dass Unternehmen mehr Kapital und mehr qualifizierte Arbeit einsetzen, weil Gewerkschaftsmonopole die Löhne und Lohnhierarchie monopolistisch setzen, was zu Beschäftigungsrückgang führt. Gewerkschaften zu beschränken ergibt jedoch nur dann Sinn, wenn eine fiskalische Umverteilung in geeigneter Höhe an ihre Stelle tritt. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Wirkung von Branchenlöhnen auf die Humankapitalbildung, da Unternehmer so in ihre Arbeit investieren können, ohne das sie abwandert und Arbeitnehmer nicht enteignet werden, wenn sie unternehmensspezifische Bildungsinvestitionen tätigen, die in anderen Unternehmen keinen nutzen haben. Dies spricht also nicht nur für Gewerkschaften, sondern auch für regulatorische Lohnfestsetzung engegen der freien Marktkräfte.

Weiterhin können Arbeitgeber über Monopsonmacht verfügen und weniger Leute für weniger Geld einstellen, als auf einem Konkurrenzmarkt. In solchen Fällen kann z. B. ein Mindestlohn zu mehr Beschäftigung führen, während eine fiskalische Umverteilung zu Lohnreduktion führen würde. Zu einem Monopson kommt es:

(i)mmer dann, wenn es unternehmensspezifisches Humankapital gibt und Arbeitnehmer darum mehr oder weniger gezwungen sind, ihre Arbeit einem einzigen Arbeitgeber anzubieten. – S. 108.

Aber Monopsone scheinen nicht die Erklärung für Ungleichheit zu sein, Arbeitnehmer werden eher eng umkämpft. Eine Verschwörungstheorie eines Arbeitgeberkartells scheint instabil genug zu sein, um falsifiziert werden zu können. Es gibt auch Arbeitgeber, die Effizienzlöhne zahlen, also höhere Löhne als marktgängig, um Mitarbeiter zu binden und zu motivieren, anstatt sie zu kontrollieren, aber diese Effizienzlöhne führen in der Gesamtschau zu Beschäftigungsrückgang.

Diskussion

Zunächst ist Marktversagen geeignet auszuregulieren und zu erheben, was auch Bindung an makroökonomische Daten für Gewerkschaften bedeuten kann, feste Löhne für Monopsone und Quoten gegen jedwede Diskriminierung. Letzteres kann z. B. bedeuten, dass Qualifikationsnachweise im Sinne von umfänglichen Assessment Centern als öffentliches Gut angeboten werden und Unternehmen dann aus Qualifikationspools per Zufallentscheidung Kandidaten präsentiert bekommen (dies führt zu repräsentativen Verteilungen im Sinne einer natürlichen Quote), während das Lohnband einer Vorabbandbreite entsprechen muss.

Im Bezug auf die reine Umverteilung erscheint mir ein bedingungsloses Grundeinkommen / eine negative Einkommenssteuer degressiv mit dem Lohnanastieg besonders nützlich, wobei eine Existenzsicherung und weitere Sachleistungen ebenfalls vernünftig erscheinen. Damit ist gemeint, dass eine vernünftige Existenzsicherung ausgezahlt wird, was z. B. bedeutet soziale Teilhabe wie Mobilität und Besuch von Cafés sowie IT-Geräte und Internet ebenfalls zu berücksichtigen, während die wohlstandsproportionale Leistung des bedingungslosen Grundeinkommens in Form von Sachleistungen wie Bildung, Assessment Centern, Vermittlungsberatung und Therapie / Kur „ausgezahlt“ wird.

Besonders wichtig ist mir persönlich die Motivation im Bildungssystem zu fördern und dazu habe ich einen Vorschlag zum Bildungswesen reflektiert, der Freude und öffentliche Güter bei Kostenersparnis und Digitalisierung ermöglichen soll: Jigsaw-Bildungswesen. Und auch die konstruktiven Erwägungen zur Arbeitsvermittlung zu Berücksichtigen (Vgl. Arbeitsvermittlung 4.0). Weiterhin sollte jedwede Regulation im Europäischen Währungsraum harmonisiert bzw. abgestimmt werden.

Fazit

Das Buch von Thomas Piketty (2020): Ökonomie der Ungleichheit ist besonders wertvoll für Themen der Ungleichheit zu lesen, die hier nur knapp dargestellt werden können. Es zeigt sich sachlich unvoreingenommen und bildet so auch zu hitzig ideologisch umkämpften Bereichen wie dem Arbeits-Kapital-Konflikt.

Der Lösungsraum internationaler Politik im finanziellen Arbeits-Kapital-Konflikt umfasst meiner derzeitigen Kenntnis nach die Flat Tax und die Soll-Rendite-Kennlinie mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, die öffentlich zu dikutieren wären – ich freue mich auf Ihre Kommentare.

In der Lohnungleichheit sollte Marktversagen geeignet, wie geschildert, überprüft und reguliert werden, während eine reine Umverteilung insbesondere den Nidriglohnsektor subventionieren sollte, während eine Mischung aus lockererer Existenzsicherung und nützlichen Sachleistungen mein Gerechtigkeitsgefühl besonders anspricht. Dabei sollte das Bildungswesen motivationsförderlich und die arbeitsvermittlung humanzetriert, professionell und serviceorientiert erfolgen.


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Diskussion: It´s Time for Politics to Grow Up

Dieser Vorschlag ist universell und einzigartig. Universell, weil er positive Ideen ausdrückt, die von vielen traditionellen und modernen Kulturen geteilt werden, und so von allen verstanden werden kann. Einzigartig, als konstruktive Synthese für unser aller Fortschritt in einer Form, die Diversität aufblühen lässt und nicht von spaltender Politik untergraben wird. – Dorian Furlonger (2019): „It´s Time for Politics to Grow Up“, Übersetzung von Marius A. Schulz.

Zentrale universelle Normen, die Furlonger aufnimmt sind die vertrauenshaltige Reziprozitätsnorm, die Goldene Regel und der Grundsatz systemisch-individueller Freiheit:

  • Ich gehe auf dich zu, in der Hoffnung, dass du auf mich zugehst.
  • Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte.
  • Ich erlaube mir nur jede Freiheit, die nicht andere in ihrer Freiheit behindern.

Lebensqualität – ehrlich und bedacht

Er konfiguriert diese drei moralischen Grundsätze in Bezug auf Lebensqualität. Lebensqualität erfasst er als subjektive Beurteilung, die überlegt, autonom und wissensbefähigt erfolgt in Bezug auf:

  1. Leben in gutem physischen und sozialen Umfeld (mit einer guten Mischung aus Sicherheit und Chancen in physischer und sozialer Hinsicht).
  2. Leben eines erfüllten Lebens.
  3. Leben in Selbstachtung.

Im Kontext der Allgemeinheit erweitern sich folglich die Beurteilungskriterien hin zu:

  1. Ich beurteile frei von Beeinträchtigung meines Denkens (wie z. B. Manipulation oder Gruppenzusammenhalt).
  2. Ich beurteile mit offenem Zugang zu gegenwärtig relevantem Wissen, dass ich reflektieren konnte.

Schließlich zeigt sich die Integration der moralischen Normen in der Berücksichtigung der Selbstbeschränkung eigener Lebensqualität sofern sie andere oder die Gesamtgesellschaft in ihrer Lebensqualität behindern würde und der Aussage sich auf bedeutsame Unterstützung von Mitmenschen und Institutionen verlassen zu können.

Damit setzt Furlonger auf eine ehrliche und bedachte Bekundung unserer Lebenszufriedenheit. Das steht – so Furlonger implizit – in starkem Kontrast zu den Machtspielen einer Klientelpolitik, die „vorbildhaft“ inszeniert wird – die Machtpolitik.

Machtpolitik nutzt sophistische Techniken, statt dem „mutual higher-self thinking“, dem selbstabstrahierenden Denken zum gemeinsamen Wohl.

Kritik

Zentral scheint mir die Fragestellung der Integration fremder Interessen in die eigenen Fühlens-, Denkens- und Verhaltensweisen zu sein. Entsprechend meiner Konzeption egoistisch-empathischen Verhaltens strebt Furlonger hier die Beachtung von Fremdinteressen an – sie sind zu bedenken. Das unterscheidet nach meiner Konzeption von Opportunismus oder gar Soziopathie, die ohne Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für andere auskommt.

Diese Fragestellung, also die Integration von Fremdwirkung ist jedoch ein zentrales Thema der Ethik – wir können meistens nicht alle Konsequenzen unseres Handelns absehen. So sind wir z. B. als unperfekte Wesen auf Integration entsprechend unserer Intention angewiesen (Vgl. Integration) und die Optimierung gemeinsamer Entscheidungen kann zwar modelliert werden (Vgl. Homo Ökonomikus), aber nur für ausgewählte Stakeholder, nicht das ganze System.

Hier ist folglich die richtige Konsequenz, sich Mühe mit der Modellierung von Konsequenzen eigenen Verhaltens (dazu zählt auch Kommunikation) zu geben und abzusichern aus positiver Intention zu handeln, nicht aber aus „Überforderung“ und mangelndem Verständnis für die subjektiven Situationen anderer aufzugeben, Fremdwirkung zu berücksichtigen.

Dieser Anspruch ist keineswegs neu, sondern im alteuropäischen Kulturgut z. B. des Ehrbaren Kaufmanns in der sogenannten inneren Ehre erfasst (Vgl. Corporate Social Responsibility), war aber im Kontext des zweiten Weltkrieges in Vergessenheit gebracht worden. Heute finden wir diese Ideen im Kontext von Integrität, Authentizität und Verantwortung.

Konstitution

Nach Furlonger sollte folgendes Kernprinzip in die Verfassung aufgenommen werden:

In allen politischen und administrativen Entscheidungen muss die Priorität in der Zielsetzung liegen, dass die Menschheit sich hin zu nachhaltiger Lebensqualität für alle entwickelt und zwar basierend auf offenem und transparentem Wissen.

Dieses Kernprinzip elaboriert er in neun Regeln, die wie folgt zusammengefasst werden können:

  1. Lebensqualität für alle ermöglichen:
    1. Freiheit für Lebensqualität, solange andere nicht eingeschränkt werden.
    2. Entscheidungen und Infrastruktur zur Ermöglichung von Lebensqualität.
    3. Mutual higher-self thinking in Politik und Administration.
  2. Nachhaltigkeit:
    1. Ökologische Nachhaltigkeit.
    2. Soziale Nachhaltigkeit ohne Monokulturen.
    3. Langfristorientierung und Beachtung des Gesamtkontext.
  3. Offenes und transparentes Wissen:
    1. Breite Wissensforschung in allen Bereichen.
    2. Förderung von Fähigkeiten durch Bildungsoffenheit und -Distribution.
    3. Nutzung von Wissen und wissensgerechte Prüfung von Entscheidungen.

Diese Regeln sollen sich gegenseitig verstärkend im Gesamtkontext entfalten, sind also designed, um eine systemische Dynamik hervorzubringen.

Kritik

Furlonger entwirft eine ähnliche Konzeption wie Doughnut Economics. Hierbei geht es um Mindeststandards und Einhaltung von oberen Limits, also dem Setzen von Nebenbedingungen für die freie Entfaltung – in beiden Konzepten in Bezug auf soziale und materielle Mindeststandards und planetäre obere Grenzen unserer ökologischen Lebenswelt.

Furlonger betont mit seinen Regeln die Wichtigkeit von Gleichheit und Gleichwertigkeit mithin Gerechtigkeit der individuellen Entfaltung gegenüber der Einschränkung der Entfaltung Dritter. Diese Form der relationalen „Beschränkung“ wird sowohl intranational als auch international eingesetzt.

Hierin zeigt sich eine zunehmende Integration von ökonomischer, ökologischer und sozialer, und damit auch politischer, Nachhaltigkeit. Konzeptionell nach Furlonger fehlt damit vor allem das Feedback bzw. die Integration der Expertise der Bildungsverantwortlichen.

Hierin dürfte das Fundament bürgerlichen Handelns durch Wissensaneignung und Kompetenzvermittlung liegen, die nicht im sozialen und medialen Miteinander erwächst. Während Furlonger auf umfassende Offenheit und Transparenz von Wissen abzielt, habe ich mich eher mit der Vernetzung von Spezialisten beschäftigt (Vgl. Jigsaw-Bildungswesen und Wissensmanagement).

Damit entsteht aus meiner Perspektive insbesondere die Frage, wie das Wissen in Form spezialisierter Aneignung in einem Expertensystem vernetzt werden kann und ich stehe der Allgemeinbildung vor diesem Hintergrund kritisch gegenüber – kann wirklich jeder so vieles Wissen, oder brauchen wir Arbeitsteilung im bürgerlichen Bereich?

Politische Implikationen

In Bezug auf politische Implikationen unterscheidet Furlonger zwischen Staatsorganisation, der Rolle der Politiker, der Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit sowie der internationalen Verhältnisse.

  1. Staatsorganisation:
    1. Gewaltenteilung.
    2. Unabhängig gewählte Prüfungsinstitutionen gegen Veruntreuung.
    3. Repräsentativität des Staates durch Abbildung der Interessenslagen der Menschen.
  2. Rolle der Politiker:
    1. Ablage der Führerinterpretation gegenüber einer Interpretation als Dienstleister / Steward gegenüber den Menschen.
    2. Vereidigung der verfassungsgemäßen Verantwortung und Verpflichtung.
    3. Wahrung der Diskursqualität öffentlicher Debatten.
  3. Rolle des Bürgertums und der Öffentlichkeit:
    1. Eigenverantwortung für die eigene Lebensqualität und Partizipation am politischen Geschehen (Bürgertum).
    2. Öffentliche Erwartung von bedeutsamer Anwendung der Prinzipien und Regeln.
  4. Internationale Verhältnisse:
    1. Kooperationsgrundsatz gegenüber Drittstaaten.
    2. Auffassung von Gewalt (und Macht) als letztes Mittel und gescheiterten Verhältnissen.

Kritik

Meiner bescheidenen Meinung nach – es handelt sich nur begrenzt um meinen Kompetenzkreis – manifestiert sich die politische Intention Furlongers vor allem in den staatsorganisatorischen Strukturen mit ihren nationalen und internationalen Kontrolleinrichtungen. Zu einem Gewissen grad wird Vertrauen über diese Kontrolleinrichtungen ermöglicht insbesondere aber durch Transparenz bestätigt, und sorgt somit für das Klima fruchtbarer Debatten, die im Kontext zunehmender Digitalisierung auch eine Form der Transparenz und Qualität erreichen könnten, die ein mündig argumentierendes Bürgertum fördern könnte.

Natürlich bedeutet dies, dass das Bürgertum für diesen Prozess auch einstehen sollte und so mitkontrollierend Wirkung entfaltet – insbesondere in liberalen Demokratien. Letztlich entscheiden natürlich unsere individuellen Selbstansprüche in kollektiver Durchdringung, wie unsere Strukturen aufgebaut sind (Vgl. Menschen groß machen) und wir können schließlich zunächst am besten bei uns und dann an den Strukturen angreifen, aber es besteht Gefahr der Überforderung.

Ökonomische Implikationen

Furlonger denkt Ökonomie problembezogen von den Zielen her, wenn er Märkte (auch Finanzmärkte) und Geschäftspraktiken mit Lebensqualität für die Menschheit abgestimmt wissen will, sodass Preise und Indikatoren die Lebensqualität messen und zwischen den Menschen abstimmen und Unternehmen zu werteorientierten Systemen mit transparentem Schutz vor illegalen Aktivitäten sind sowie Professionalität stimuliert wird.

Dem Staat kommt darüberhinaus die Förderung von Forschung in Lebensqualität bedingende Technologien und Wissen zu und die Unterstützung des Arbeitsmarktes. Dabei soll der Arbeitsmarkt durchaus Jobs zugunsten der Lebensqualität aller verschieben / aufgeben können, aber die Betroffenen sollen Unterstützung in der Jobtransition erhalten. Deswegen soll der Staat auch die Entstehung von Arbeitsplätzen insbesondere in Verbindung mit Lebensqualität fördern und Wandel in der Ökonomie und ökonomische Schocks mit Perspektive auf die Arbeitserhaltung und Transitionsförderung managen.

Die Korrektur von Preisbildung, die nicht mit realen Kosten und Nutzen harmoniert soll in einem Prozess kontinuierlicher Aufdeckung mit geeigneten Maßnahmen von Meinungsbildung über Entscheidungsunterstützung bis hin zur Besteuerung und Regulation erfolgen.

Kritik

Unternehmen balancieren Anforderungen von Absatz- und Faktormärkten mit den Faktoren Arbeit, Finanzkapital, Potentialgüter und Rohstoffe im Kontext von Wettbewerb. Dabei gibt es auf dem Absatzmarkt allgemeine Preisanteile und individuelle Preisanteile, während letztere die Spielräume auf den anderen Märkten ermöglichen. Somit liegt in professionell agierenden Unternehmen stets Fokus auf der Wettbewerbsposition über Preis und Leistung(-swahrnehmung).

Da Herr Furlonger Standards für Unternehmen einrichten möchte, müssen diese zu allgemeinen Preisanteilen werden, sodass sie anreizkompatibel im Wettbewerb sind. Hierzu kann geeignete Transparenz an Absatzmärkten eingerichtet werden oder es können Regulationsstandards geschaffen werden.

Das grundsätzliche Thema ist, dass Regulation und Transparenz bzw. Standards nachlaufend konzeptioniert sind gleichwohl sie häufig strukturell eingreifen. Das bedeutet, dass wir ausgehend von wahrgenommenen Problemen Standards etablieren, um diese Probleme und vergleichbare Problemmöglichkeiten auszuregulieren oder entscheidungswirksame Bewusstheit herzustellen und aufrecht zu erhalten – dieses reaktive Muster ist also nachlaufend. Können wir Probleme antizipieren, können wir vorauslaufend-prognostisch regulieren und beeinflussen.

Deswegen sind z. B. Transparenzframeworks basierend auf systematischer Analyse von ungewünschten Marktresultaten, die am (Absatz-)Markt wirksam werden in höherem Maße vorauslaufend, als die Korrektur von ungewünschten Marktresultaten durch Regulation und Beeinflussung. Hier setzt z. B. das Transparenznudging an, dass umfängliche Indikatoren in Kaufnudges überführt, sodass Produkte unabhängig vom Involvement der Konsumenten gut beurteilt werden können und zwar in Bezug auf messbare Eigenschaften, sodass die Vertrauenseigenschaften nur einen geringen Anteil ausmachen.

Professionelle Konsumenten (also z. B. der Verbraucherschutz) würden hier Signale von Unternehmen erwarten, die durch Transparenz echte Werte vermarkten. Hier stellen wir fest, dass die Wertschöpfungsketten am Absatzmarkt eher auf extreme Abweichungen reagieren, als auf Best Practices – Enttäuschung also relevanter ist, als Qualität behaupte ich. Diese Interpretation – sofern sie real ist – legt nahe, dass Unternehmen lediglich den extremen und medial wirksamen Vertrauensbruch meiden, anstatt proaktiv Standards zu erarbeiten.

Eine Institutionalisierung von Qualitätsstandards in Kaufhinweise überbrückt diesen blinden Fleck der Endkonsumenten, sofern das Vertrauen in die Transparenzframeworks besteht. Dies bedeutet nach den Grundsätzen der Privatautonomie, dass diese Transparenzframeworks den Konsumenten bestmöglich individuell beraten, keinesfalls aber bevormunden sollten. Hier ist auch eine Vermittlung und Transparenz der Indikatoren in bildenden Prozessen zu vermitteln – Vertrauenseigenschaften eines Transparenzframeworks sind von erheblicher Bedeutung.

Transparenz ist keinesfalls eine ungewöhnliche volkswirtschaftliche Forderung, sondern eine grundlegende Annahme effizient funktionierender Märkte. Allerdings sind in der öffentlichen Wahrnehmung eher Zertifikate und Marken präsent, die betriebswirtschaftliche Lösungen darstellen, also Geschäftsmodelle sind. Transparenzframeworks mit entsprechender Regulation oder Marktdurchdringung hingegen sind ganzheitliche Ansätze soweit derzeit absehbar. Meines Erachtens ist es wichtig die Debatte hier zu konzentrieren und sich bewusst zu machen, dass Unternehmen und auch Finanzinstitute aufgrund der systemischen Zusammenhänge auf derartige Ansätze von sich aus reagieren – in der Wirtschaft sollte fundiert am richtigen Hebel eingegriffen werden. Eine Übersicht zu Nachhaltigkeitsregulierung liefert der Artikel CO2-Steuer.

In Bezug auf die verbleibenden Vertrauenseigenschaften, also z. B. genehmigte Pharmazie- oder Pestizidforschung, die aufgrund von Informationsasymmetrien und Unmöglichkeit der Vorablangzeitstudie Spielräume für unverantwortliche Geschäftspraktiken lassen, müssen nachträgliche Transparenz eine Reputationswirkung entfalten, die vernünftige und verantwortliche Unternehmen befördern, aber letztlich braucht es in der Tat Verantwortungsbewusstsein und moralisches Handeln auf individueller und organisatorischer Ebene (Vgl. zu Verantwortungskonzepten Corporate Social Responsibility und the ethical capitalist). Streng genommen müsste man die Forschung verstaatlichen und die Nutznießer zum einen mit einer separaten Forschungssteuer belegen und zum anderen auf genehmigte Produkte beschränken.

Bildungswesen Implikationen

Furlonger hält folgende Elemente der Bildung für erwartbar:

  1. Jeder Mensch sollte hochwertige Bildung in der Jugend erhalten und im Erwachsenenalter sollte Bildung stimuliert werden und leicht zu finanzieren, wenn nicht sogar kostenlos sein.
  2. Bildung soll alle Felder enthalten, die für Lebensqualität relevant sind.
  3. Bildungswissenschaften sollten exzessiv erforscht und verbessert werden.
  4. Leistungserfolgskontrollen, die nicht der Zertifizierung von beruflicher Qualifikation dienen, sollten darauf abzielen, Strategien für besseren individuellen Lernfortschritt abzuleiten, statt soziale Pyramiden durch Selektion voranzutreiben.
  5. In der Gesamtschau soll Bildung Menschen befähigen gute Entscheidungen selbstständig treffen zu können (überlegt, autonom und wissensbefähigt), sodass sie ihre Lebensqualität verbessern können, ohne andere in ihrer Lebensqualität zu beschränken.

Furlonger erarbeitet auch die Felder der Bildung, die relevant sind, um Lebensqualität zu ermöglichen:

  1. Sprach-, Kommunikations- und Lernkompetenz.
  2. Wissenschaft von Natur und Technologie, die Verständnis der zugrundeliegenden Faktoren unserer Leben bildet inklusive der Wissenschaftstheorie, wie derartige Erkenntnisse gewonnen werden.
  3. Alles relevante Wissen, um Entscheidungen im globalen Nachhaltigkeitskontext treffen zu können.
  4. Vorurteilsfreie Bildung zu menschlichen Gesellschaften auf der Welt inklusive Kulturdifferenzen, Formen der nationalen Staatsorganisation und internationalen Eingliederung und Unterschiede der Lebensführung, physikalischen Umgebung und dem Umgang mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist Entscheidungen im globalen sozialen Kontext treffen zu können.
  5. Unparteiische Bildung zur eigenen Nation aus sozialer, physischer und historischer Perspektive.
  6. Verständnis von Moral, Werten und menschlicher Bewusstheit (menschenbezogenes Wissen) aus Perspektive relevanter Forschung, wie Ethik, Psychologie und Neurophysiologie.
  7. Bildung zu Logik, systemischem Denken und Entscheidungsfindung mit Befähigung Offenheit mit kritischem Denken zu balancieren.
  8. Bildung zu menschlichen Beziehungen.
  9. Wissen und Fähigkeiten, um das Leben und die Karriere managen zu können.
  10. Bildung in Kunst und Sport im Kontext sozialer Kompetenz, Begeisterung und Stimulation sowie der Erhaltung physischer und mentaler Gesundheit.
  11. Anleitung zu bürgerschaftlichem Engagement in Politik und sozialen Belangen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene inklusive motivationaler Aspekte.
  12. Wissen um die intendierte Verfassung und was die zugehörigen Regeln bedeuten.

Kritik

Bildungskonzeptionen sind nicht mein Kompetenzkreis, aber aus subjektiver Erfahrung halte ich insbesondere Wissen um Recht, Menschsein und kulturelle, wie erkenntnistheoretische Wahrnehmungs- und Verhaltensunterschiede für zu wenig durchgängig vermittelt. Im Übrigen ist Bildung ein Prozess, und damit nach Effektivität, Effizienz und Flexibilität zu gestalten, wobei insbesondere Flexibilität in unseren historisch autoritär geprägten System zu wenig bedacht scheint, um eine intensive Profilbildung in Bezug auf Wissen und Kompetenzen hervorzubringen, die im Kontext der Allgemeinbildung zukunftsgerichtet Arbeitsteilung in Kooperation ermöglicht und dabei die Motivation der Lernenden betont. Ich habe dazu im Artikel Jigsaw-Bildungswesen versucht meine Eindrücke zu reflektieren.

Zentrale Zusammenstellungen meiner wissensbasierten Beschäftigung mit dem Menschsein finden Sie im Abschnitt Ich-Kompetenzen.

Fazit

Dorian Furlonger widmet sich zentralen Grundsätzen einer Konstitution und betrachtet deren Implikationen in den zentralen Gesellschaftsstrukturen: Staatsorganisation / Politik, Wirtschaft und Bildung. Die Ausführungen bleiben nicht auf nationaler Ebene hängen, sondern widmen sich auch der internationalen Gemeinschaft.

In diesem Sinne rückt er den Wert des Universalismus in den Vordergrund – wir sind eine Menschheit auf einem Planeten. Diese fundamentale Wahrheit möchte er in unseren zentralen Strukturen global wiederfinden. Deswegen sollten die Bürger der Nationen ihre Erwartung an die Politik erhöhen und sich selbst konstruktiv und mitmenschlich im Sinne höchster Lebensqualität für alle einbringen.

Eine interessante Diskussion scheint mir die Verständigung zwischen Menschen, die einen Wert zugunsten von Macht entwickelt haben mit Menschen, denen Macht eher wenig motivierende Kraft gibt, da mir der Eindruck entstanden ist, dass letztere auf eine „Macht des Sozialsinns“ setzen, deren Relevanz für machtorientierte Menschen vielleicht der Verständigung bedarf. Dies scheint mir eine interessante Fragestellung, die offen geblieben ist.

Anmerkung

Das knapp gehaltene Buch von Dorian Furlonger ist in diesem Artikel in den wesentlichen Aussagen erfasst. Gleichwohl erzeugen die Darstellungen von Furlonger vielschichtige Details über Zusammenhänge, Motivation und Interaktion der Prinzipien und Regeln, die hier nicht abgebildet werden können uns sollen. Ich kann das kurze Buch empfehlen. Schade ist lediglich, dass das Buch ohne Würdigung von zum Teil Lebensleistungen von Forschern durch Referenzierung auskommt, und sich damit etwas der wissenschaftlichen Gemeinschaft entzieht.


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